Hallo Elocin,
kann ich nicht mitreden, bin anders ausgestattet. Meine Jungs hätte ich schon lange entgluckt und aus dem Nest geworfen, hätte ihre Mutter nicht rumgeeiert und die nehmen die Vorteile gerne an.
LG kaltblut
Hallo Elocin,
kann ich nicht mitreden, bin anders ausgestattet. Meine Jungs hätte ich schon lange entgluckt und aus dem Nest geworfen, hätte ihre Mutter nicht rumgeeiert und die nehmen die Vorteile gerne an.
LG kaltblut
HI Frau Elocin,
ich habe zig mal für mich genug gehabt und gedacht ich sei krank weil ich immer wieder hierhin zurück ging. Ich habe mich zig mal dumm gefühlt, weil ich nicht verstand oder nicht verstehe wie was gemeint ist. Ich fühle mich manchmal unwohl wenn ich nicht frage und nicht weiß warum ich mich nicht traue und wenn ich über bestimmte Texte grübele und es ist schön sie irgendwann zu begreifen.
Dann weiß ich, ich habe der Sinnlosigkeit ein kleines Stück abgenommen und der Sinn wird etwas deutlicher.
Meine Frau meinte einmal: mußt Du immer in diesem Forum rumhängen. Nein, müssen nicht, ich will. Weil hier Dinge passieren, die mich verändern, ohne promovierte intellektuelle Intelligenz, einfach so, erfahrene Selbsthilfe.
LG kaltblut
Liebe Karotte,
mein Rat würde so aussehen: ich packe Dich, schrubbe, bürste und wasche Dich, dann wirst Du geraspelt, gekocht und kommst in ein Einmachglas. Wenn Dein Typ wieder OK ist, wird das Glas aufgemacht, Du darfst raus und von Dir naschen. Das war jetzt ins Buddyhirn gegriffen.
Meine Frau ist nicht durch mich Alkoholiker geworden, ich nicht durch sie und ich bin nicht durch sie Co, den ganzen Müll haben wir schon lange gehabt. Paar Antworten hätte ich aber schon:
..das allein war auf meine Partnerschaft bezogen - natürlich, sonst wärst Du doch nicht hier
..ob meine Beziehung "Sinn" macht...oder ob es besser wäre mich zu trennen – darüber solltest Du Dir im Klaren sein oder mal mit meinem Kumpel sprechen, ich denke da bald seit 5 Jahren drüber nach und je länger ich denke, je mehr Sinn macht es.
..wobei ich bei beiden Wegen eine gewisse Nähe aushalten müßte - stimmt das haben Kontakte so an sich
..da wegziehen gerade nicht geht.... - wenn Du nichts ändern kannst, geht gerade nicht, was willst Du dann?
.. Mein Freund ist auch mein Vertrauter - Du meinst, er hat Unterschriftsvollmachten, und weiß Dinge von Dir die sonst keiner weiß? Schreib sie mir, ich sage sie nicht weiter. Die Unterschriften kannst Du ihm ja schon mal nehmen oder meinst Du, Du bist abhängig von Deinen alkoholabhängigen Freund?
.. Aber ich komm halt nicht klar mit seinem Alkoholkonsum, er sieht da aber kein Problem und auch sonst nicht in der Beziehung.- Wenn Du es darauf anlegst, dann werde ich Dir schwarz auf weiß belegen, daß Alkohol gesund ist, das Leben verlängert, intelligenter macht, das eigentlich alle wichtigen Menschen saufen und zum Schluß fühlst Du Dich elend jemals hier auf diese Seite gekommen zu sein. Das hat meine Frau mir beigebracht, der hohen Kunst der Schauspieltheatralik zu widerstehen. Es muß Dir sch**** egal sein was er denkt, es geht darum was Du willst.
...Ich wollte auch darauf hinaus inwieweit deine Frau mit für deine Veränderung ausschlaggebend war, oder ob Ihr beide da ganz getrennte Wege gegangen seid.- Da mußt Du Dir schon die Zeit nehmen einige Seiten zu lesen. Da kannst Du lachen, aber schon mal das Kotzen kriegen oder immer zu. Ohne meine Frau wäre ich nie hier gelandet, ich hatte kein Problem.
...Naja so wie es aussieht hat Sie ja auch gesundheitlich Probleme bekommen und dadurch dann was für sich getan. Ach man ist das schwer in Worte zu fassen... - Stimmt, Infarkt und weiter gesoffen, sogar mit meiner wohlwollenden Unterstützung, bis zum mitansehbaren Zerfall.
Karotte, es geht hier um Dich, Dich ganz alleine.
Es kann Dir keiner sagen, geh fünf Schritte nach dort, träum Dir was und gut ist, aber Du kannst für Dich kleine Schritte gehen, Erfahrungen sammeln, um sie eventuell morgen wieder komplett umzuschmeißen. Wenn Du etwas deutlicher den Sinn siehst, dann haben die Karotten ihren Sinn erfüllt.
LG kaltblut
Hallo Ihr Lieben,
die erste Veränderung begann hier auf den Seiten in diesem Forum. Jeder der hier landet und nicht irgendwie schon anderweitig vorbelastet ist wird feststellen: wow, die Menschen hier haben ähnliches erlebt, hier fühle ich was. Nach einigem Lesen, Fragen und Erkennen beginnt das, was immer passiert, wir werden selbstständig. Ich habe keine Ahnung wie viele von fast 10000 angemeldeten Mitgliedern Alkoholiker oder Angehörige sind oder wie viele Leser überhaupt nicht angemeldet sind oder Statistiker sind, aber wir wachsen, immer weiter.
Ich habe hier viele kommen und gehen sehen, in der kurzen Zeit die ich hier bin. Vielleicht lesen sie ja noch oder haben sich neu angemeldet, aber es sind viele wieder verschwunden, weg. Wenige sind hier von Dauer, einige Altgediente haben sich neu orientiert und machten einen stabilen Eindruck, es ist schön so etwas zu erleben, aber die Meisten verschwinden einfach, haben sich einige Seiten eingeworfen und sind vom Unheilbaren geheilt. Sie fühlen sich angegriffen bei der ersten ernsthaften Bemerkung eine Änderung in ihrem Verhalten herbeizuführen, sie fühlen sich überfordert aus Texten zu lesen, die das Leben schrieb, weil sie große Mitarbeiterstäbe leiten, angesehene Führungskräfte darstellen, hoch promoviert sind, über die entsprechenden Barschaften verfügen oder einfach in der Lage sind zu sagen: Gaston, bring das mal in Ordnung. Meine Orthografie ist mir vollkommen egal, auch daß ich Buchstaben verdrehe - meist bin ich zu verstehen und wenn nicht, dann liegt das daran daß ich mich selbst nicht verstehe. Wenn sich jemand durch meine Worte angegriffen fühlt, hat er ein Problem, ich nicht. Wenn ich mich durch Antworten provoziert fühle, dann habe ich ein Problem, sonst keiner. Wenn sich viele angesprochen fühlen, haben die ein Problem oder ich ein ganz Großes und dann können wir gemeinsam was draus lernen. Leider passiert es dann oft, daß die tollsten Ausreden und Argumente dazu beitragen vor sich selbst laufen zu gehen. Wo ist der Unterschied, ob auf der Straße jemand sagt: deine Fresse gefällt mir nicht und schwupps hat man eine Faust im Gesicht oder ob jemand sagt, alles ist doof, dann mach ich eben den PC jetzt aus, alle sind doof. Problem nicht erkannt, nicht bereit anzunehmen, passiert mir auch - immer wieder, aber irgendwie immer weniger.
Wenn ich bald zwei Jahre dazu gebraucht habe, um einiges hier zu verstehen, dieses „Einiges“ ist noch fast nix, dann habe ich diese Zeit gebraucht und ich brauche noch viele Jahre, der Coatch meiner SHG macht das schon 34 Jahre. Ich weiß nicht wie andere das machen, die mal eben hier einen Schnellkurs durchlaufen, als würden sie Losanows Suggestopädie im Superlearningschlaf eingeträumt bekommen, sich nach kurzer Zeit verabschieden und geheilt zur alten Tagesordnung übergehen können, die Beziehung einfach abbrechen oder sich gleich neu orientieren, ich habe und brauche meine Zeit, ich bin Steinzeitmensch wenn es um mich geht, Neandertaler, von mir aus auch Pavian auf dem Affenberg im Kölner Zoo. Mein Kumpel ist auch anders als ich, er versteht nicht warum ich Alkoholiker sein soll, warum ich mich mit dem Sch*** beschäftige und überhaupt, er will leben und sich nicht mit Problemen aufhalten, er hat keine, hat er vollkommen Recht, er ist sein unerkanntes größtes Problem. Ich habe Dinge an mir festgestellt die nicht OK sind und wenn Hermann Veränderungen feststellt, dann freue ich mich gerade darüber, weil ich das so noch nicht gesehen habe.
Es fällt mir schwer mit einem Satz verständlich auszudrücken, was ich meine, dann sind manchmal paar Motorradausflügge oder Blumenkinder dazwischen, ich brauche das um mich selbst zu verstehen, um mir ins Hirn zu fassen.
Wenn ich gefragt würde, wie die zwei Brillenfuzzis in der Werbung, ob ich alles nochmals so machen würden, dann würde ich jetzt sagen „nein“, ich würde mir von ersten Tag an die Klobrille von morgens bis abend auf den Kopf fallen lassen und Dinge ändern, die ich heute zu ändern hätte.
Bis dann, kaltblut
Hallo Karotte,
ich bin schon fast im Hänger auf der Piste, Kurzversion:
Sarah Brightman, Harlem, Frankfurt, 5000 Gäste, die Frau könnte auch die Arena füllen, Bühne, fast ein Anfaßplatz, irre Speichelflußshow, ich war höchsten 5 Minuten weg. Wenn es so schön ist, kann ich am Schönsten entspannen, dann penne ich eben.
Munter und fröhlich? Klar, wenn ich entspanne.
Die Erkenntnis liegt in masochistischer Hirnornanie. Forum-Alkoholiker.de steht alles hier, tausende kilometerlange Berichte der Betroffenen, Jahre vor dem Monitor verbrachte Energie in klitzekleine Buchstaben umgesetzt, Massendynamik von bald 10000 Usern, ich bin dankbar, dass ich hier lernen durfte Hand in mein Hirn zu legen.
Alleine kannst Du alles mit Dir machen, aber hier findest Du die Hände, die Dich aus der braunen Masse ziehen, zulassen mußt Du es, mehr nicht.
Buddha, Karotte, stell die mal vor, dass all das Überwamperte auch so im Hirm rum Hängen würde, mehr als ein OOOHHHMMMM käme doch da nicht mehr raus, anderseits, ich wäre noch entspannter, damit noch munterer, noch fröhlicher, noch mehr Hinrornanie, wäre aber auch blöde, denn dann komme ich ja nicht mehr ans Hirn. tschüss kaltblut
Hi Lütze,
wenn das Zeugs aus Körper und Gedanken ist, dann kommt ein Punkt, wo im Hirn die Erinnerung versteckt auf der Lauer liegt und an dem Tag, wo irgendeine abgespeicherte Situation passiert, könnte was passieren, Alk Flache leer und Co Kopf voll.
Da sind wir oder auch schon viel früher gleich, haben die gleichen Muster, Cos wie Alkis und Alkis wie Cos. Da werden jetzt einige aufspringen, sich verlegen an den Kopf fassen und denken, ich doch nicht. Wenn ich Alkoholiker bin und die ganze Schule durchlaufen habe, aus meiner Co Abhängigkeit raus will, dann habe ich einen klaren Vorteil, ich kann all das Erlernte nochmals anwenden, wie beim Alk, nur ohne ihn. Der Co hat es da noch was leichter, der hat ja zunächst weder Gedächtnis, noch Funktionsausfälle, gut, schwere Fälle sind depressiv, dafür bekommt er aber auch nicht beigebracht, daß zum Überleben nur ein ganz konsequenter Weg eingehalten werden muß. Vielleicht ist der Co auch was im Vorteil, weil der Körper sich dem Suizid verweigert und beim langsamen Töten des Alkoholikers macht er nicht so einen Trabbel. Wenn das alles nur so einfach wäre, dann hätten wir keine 60, 70% Rückfallquote.
Ich habe schon viele Rückfälle als Co gebaut, viel Mist gebaut, es fällt mir relativ leicht, immer wieder meinen Weg zu verlassen, bei mir, bei meiner Frau, bei meinen Kids, in meinem Beruf, sogar bei meiner Ex und in vielen anderen Situationen, ich merke es gar nicht. Würde mir das mit stofflichen Suchtmitteln passieren, wäre es schlimm, so nehme ich mir „nur“ etwas Lebensqualität oder brauche etwas länger um mit mir und mit meiner Frau wieder zusammen zu kommen, wenn wir das dann noch wollen.
Nichts weiß ich. Ich weiß nur, je weiter ich von meiner Frau fort bin, je mehr ich loslasse, je mehr sind wir verbunden und es ist ein großartiges Gefühl das da wächst. Ich weiß nicht wie ich das bezeichnen soll. Sex und Lust ist es nicht, was Geschwisterähnliches, Freundschaftliches auch nicht, Liebe auch nicht, irgendwas Neues. Es würde mir aufs Hirn gehen, wenn ich die Lust auf meine Frau verlieren würde, wenn sich das in geistige Befruchtung verändern würde, so wie ne laß mal, aber so weit bin ich noch nicht, da würde mir auch der Kopf irgendwann platzen.
Ich weiß heute auch nicht mehr, ob es überhaupt gut ist, immer weiter an mir, an meinen Gefühlen, Gedanken, Strukturen zu arbeiten, aber wenn ich mich sicher fühle und leichtsinnige Gedanken habe, dann wird es Zeit was mehr zu tun. Das Forum und meine SHG, das sind meine Ventile, meine überlebenswichtige Ersatzbefriedigung unerkannter Mankos, durch Gespräche, durch Zuhören, durch Lesen und Schreiben kompensiere ich meine Lücken, kann verändern und überlebe, immer besser.
Heute gibt es für mich aber noch etwas ganz anderes das mir wichtig ist. Was auch aus meiner Ehe wird, ich bin meiner Frau dankbar, daß sie Alkoholikerin ist, daß alles so gekommen ist wie es ist, weil es mir einen ganz neuen Lebenswert geschenkt hat. Wie hätte ich sonst all meinen mir unbekannten Lebensmüll erkennen können? Das Entsorgen dauert ja noch was ein Leben lang.
LG Kaltblut
Ich fahre heute zum Plattenladen und dann kaufe ich mir die neue Sarah Brightman, Symphony, der Sampler ist schon Wahnsinn, ich freue mich schon auf ihr Germany Konzert.
Hi Lütze,
klasse und Doppelgratulation, da schicke ich Dir dann mal ein Stück Sarah Brightman, the war is over.
Voriges Jahr haben meine Jungs und ich ein Bikertraining gemacht, Weelytraining nannte sich das. Der Trainer erzählte zum Abschluss, wir wären keine Profis und das sähe für uns alles noch was laienhaft aus, aber es wird schon. Beim letzten Training wäre jemand gewesen, der war der Lacher schlechthin. 2 Wochen später hätte der ein Video geschickt, wo der mit ner dicken Karre, die ganze Straße auf dem Hinterrad runter fuhr, was andere nach langem Training nicht schaffen.
Wir wissen anfangs nicht was in uns steckt, aber nach 5 Monaten sieht das anders aus.
LG Karl
Hallo Juliane,
einer meiner Jungs bekam eine von den Playstations und spielte am laufenden Band. Jedesmal wenn seine Mutter was sagte, machte er dicht und spielte doch, machte Terror und ich weiß nicht was. Seine Mutter kam dann zu mir: kannst du dich bitte mal drum kümmern. Dann war es kurze Zeit gut, Papa, starkes Tier, kam, sah und siegte. Einmal habe ich ihm gesagt, ich gebe dir noch 30 Minuten alles fortzuräumen, dann kam ich wieder und sagte noch 10 Minuten, dann flog das Ding aus dem Fenster. Das Kind stand auf, sagte das sei seine Playstation gewesen, er möchte von mir das Geld haben. Das große Tier hatte gebrüllt und guckte doof, der Kleine bekam sein Geld und machte irgendwas damit. Dumm gelaufen, eigentlich hatte ihm das gar nichts ausgemacht, das eigentliche Problem, daß er aus irgendwelchen Gründen hatte, war damit nicht gelöst.
Wenn ich als Kind auf dem Spielplatz war und meine Mutter mich rief, bin ich auch nie gekommen, das war ein Zeichen, daß sie noch da war, erst wenn ich ganz alleine war, da war das Geschrei groß.
Was war ist passiert und nicht änderbar. Meine Frau hat mich monatelang betrogen, mit einem Flaschengeist, der war immer zwischen uns. Ja, das war nicht real, aber wo war der Unterschied?
Als sie einen Infarkt hatte und mit einer Horde Kerle von der Kneipe durch den Wald in die Klinik zurück dackelte, bekam ich Angst, wunde eifersüchtig und wollte die ganze Klinik auseinandernehmen. Ich, denn ich war der Einzige unter hunderten Bekloppten, für die war ich der Einzige bekloppte. Wäre da was gewesen, ich hätte eh nichts geändert. So ging mir das oft, auch während ihrer LZT, da war ich plötzlich stink eifersüchtig. Ich habe mir hier im Forum nur noch die Fälle reingezogen wo es Trennungen gab, aha, wieder einer und wieder eine, war doch klar, bei mir erst recht, alles im Eimer. Was immer war oder nicht war, es ändert nichts, das war gestern. Es hätte mir sogar die Entscheidung abgenommen, ein Alibi verschafft für meine Rechtfertigung mir selbst gegenüber, ja ich habe die richtige Entscheidung getroffen.
Jeder Therapeut rät als erstes: trennen, einige Monate oder 2 Jahre, trennen. Was sind 2 Jahre? Die Ewigkeit, das sind über 24 Eisprünge oder hunderte peinliche Situationen durch eingeengte Körperteile und ausgebeulte Hosen. Da kann es passieren, daß sich zwei ansehen und beide rote Ohren bekommen. Da ist es durchaus denkbar, das der andere sagt: hier gefällt es mir viel besser, ich will das so nicht mehr und auch dieses Risiko übersehen wir in unserer abgestempelten Welt.
Meine Frau hat sich in meine Arme fallen lassen, ich habe sie gerne aufgefangen und mich in ihre Arme fallen lassen, besser kann eine große Liebe doch nicht sein, zwei die sich eng umschlungen tief vereinigt halten. Bis sie sich erdrücken, zu zweit eingemauert sind. Irgendwann kannst Du nicht mehr festhalten, da gibt es nur noch ein Erdrücken, keine Luft zum Atmen oder wegsperren und in manchen Ländern kommt dann noch ein Steinigen.
Es war einfach ganz große Sauerei festzustellen, daß meiner Frau nur geholfen ist, wenn ich mich von ihr trenne. In aller Konsequenz Tschüss zu sagen, daß was mir am Meisten wert war aufzugeben und dafür noch eins auf die Fresse zu bekommen, ohne jegliche Hoffnung, daß man vielleicht, nur vielleicht nochmals eine Chance erhält.
Kind vom Spieltrieb trennen heißt, davor kapitulieren, damit frieden schließen und dann klappt es vielleicht mit dem Kind und der Schule und den Eltern. Verdammt schwierig, wo ich dem Kerl in Ausübung meiner väterlich dominanten Vorbildrolle einfach nur eine zu scheuern brauchte.
Trocken werden heißt, vor dem Alkohol kapitulieren, mit ihm Frieden schließen und dann klappt es vielleicht wieder mit dem Leben, muß nicht, kann aber.
Das Gleiche kommt auf den Co Abhängigen zu oder egal wie die Abhängigkeit heißt, Widerstand und Unterdrückung erzeugt Terror und Krankheiten, Kapitulation und Frieden lassen Neues gedeihen.
Irgendwann haben ich mich entscheiden müssen, soll ich wieder mit meiner Frau, da habe ich Panik bekommen, nicht nochmals, durchgeknallt bin ich. Bis ich mir die Angst in aller Ruhe ansehen konnte, Frieden mit ihr schloß und dann war sie weg. Nicht immer, aber oft.
Ich sehe meine Frau alle 10-14 Tage und dann ist sie mir ganz fremd, es geht nicht für ein Wochenende wilde Liebe mit anfassen zu spielen. Da sind tausend Dinge, ich denke an früher, daran daß mir evtl. eine Beziehung schon viel ist.
Je mehr ich loslasse, und klaro hat mal schön erklärt das Loslassen kein Fallenlassen ist, je selbstständiger und stärker werden wir. Je stärker und selbstständiger wir werden, jeder für sich, geht es den anderen immer weniger etwas an, was der andere tut oder macht. Eigentlich hat es mir wurscht zu sein, mit wem meine Frau ins Bett steigen würde, wenn sie es wollte. Wenn wir aber stark genug sind, sicher auf eigenen Beinen stehen, dann haben wir evtl. eine Chance uns neu zu finden, stärker und intensiver als geklammert, aneinander assimiliert, ohne atmen zu können und brauchen keine Ersatzbefriedigung, sei es nun im Bett, zum Reden, zum Arbeiten oder was auch immer. Ich denke einfach mal laut, ob ich mich mit einer anderen Frau, mit Videos oder Life irgendwas oder intensiver Abwesenheit mittels sich gut anhörender Ausreden abgebe, es löst das Problem nicht, das kann ich nur mit meiner Frau klären. Dazu muß ich das aber auch begreifen und wollen und das ist wieder nichts saufen oder nicht co sein, wenn ich nichts davon weiß und nichts wissen will. Allein die Vorstellung sich zu entfernen um zusammenzukommen, ist doch bekloppt.
Franz Strieder nennt das den paradoxen Weg, irgendwie wie entgegen unbewußter Instinkte handeln.
Wenn Du Dir seine Texte durchliest, wird das vielleicht verständlicher. Robin Norwood, geht sehr präzise darauf ein. Auch Familie Zurhorst, die Titel sind glaube ich auf der Buchinfoseite.
Ich spreche auch nur über vielleicht und eventuell, denn vielleicht und eventuelle geht das alles auch viel einfacher mit einem neuen Partner, wer weiß das und dieses Risiko besteht immer mal zwei. Unerfüllte Lust, Bedürfnisse, Wünsche, Verlangen, Unterdrückung, alles mal zwei. Wenn ich jetzt meine Bedürfnisse in eine Herrenvergnügungsanstalt bringen würde, würde meine Frau selbstbewußt sagen, schön für dich so selbstbewußt zu sein und tschüß und wenn mein Bett nach einem anderen Kerl düfteln würde, dann würde ich wahrscheinlich für meine Frau sagen uns tschüß, weil ich über mein Selbstbewußtsein tief verletzt wäre.
Man weiß es nicht, vielleicht kommt meine Frau heim und sagt mir das sie einen neuen hat, der viele besser zum quatschen ist, ein dickes Konto hat und viel besser und länger und man weiß es nicht. Aber ich weiß, daß ich damit leben könnte, nicht in Depressionen aufgehen würde und nicht mit Suizid an einer Wand kleben würde.
Um zurück zur der Karottenmusfrage zu kommen, scheinbar kann Dich nichts erschrecken, Aufzug aus meinen Träumen:
Moja Brennan, Luzern, 1. Reihe, in die Rippen, Karl schloaf nit, war das peinlich
Grease, Düsseldorf, 2 Reihe, da wo man unter die Röcke sehen kann, wat schon vorbei, ging aber schnell
Rocky Horror Picture Show, Colonia, weiß nicht mehr wie lange
Philharmonie, mit Musik, mit Action, mit TV, Prominenz und weiß ich was alles
Meine Frau hat es auf der anderen Seite auch nicht einfach, denn ich bin ein Penner vor dem Herrn.
Früher konnte ich mit offenen Augen pennen, das merkte keiner, aber heute schnarche ich dabei.
Ich trainier noch daran, das wird schon. Kapitulation vor dem Schlaf, das wäre dann evtl. Schlafwandeln.
Da stellt sich wieder die Frage, in welchem Bett man morgens aufwacht. Irgendwie auch dumm.
LG kaltblut
Hallo Karotte,
jetzt bringst Du mich aber zum Lachen. Frag mal meine Frau, wer schnarchend in der Kölner Philharmonie saß, anläßlich einer befrakten Literaturpreisverleihung, die Karten waren übrigens ein Hochzeitsgeschenk meiner Schwester und wer da kleine Schubser vom Nachbarn bekam. Die Frau zu meiner Rechten, also meine, hat mich in der Pause dann mehr oder weniger wutentbrannt sitzen lassen. Passiert mir nicht mehr, ist ja auch blöde, wenn die Leute alle gucken, weil ich so unheimlich rhythmisch sein kann (keine Aprilscherz).rrrchhhhhhrrrrrhhhhrhh rrrrcchhhchchxyxyxyxx ![]()
„da ich es ziemlich interessant finde das Du noch mit deiner Frau zusammen bist...was war für Sie eigentlich der Punkt an dem Sie was ändern wollte...hatte der was mit Dir oder deinem Verhalten zu tun?“
Es gibt mehrere Faktoren, die daran beteiligt sind, daß wir weiter zusammen sind z. B. daß meine Frau trocken ist, daß sich so viel geändert hat und laufend ändert. Das ich auszog und wir uns trennten, daß sie kalt entzog und einen Rückfall hatte, daß ich sie hängen ließ, daß sie vollkommen abstürzte, daß sie es wollte, daß sie in Entzug und LZT ging, vielleicht auch paar Schubser, vielleicht auch, als sie schon weit weg war und ich endgültig die Scheidung einreichte. Aber so richtig weiß ich das auch nicht, was wann in ihr abging, es passierte einfach was, immer mehr, immer mehr loslassen, womit sie immer trockener wurde und wir letztendlich immer mehr zusammen kamen.
Aus meiner Sicht war vieles was sie machte bis dahin Mittel zum Zweck oder Mittel für mich oder mittel für uns, nur nicht für ein trockenes Leben. Da ich ziemlich gut präpariert war und einfach alles über Co und Alkohol und weiß nicht was wußte, wurde ich dann um so erstaunter, wie sie unaufhaltsam an mir vorbeizog, ich wußte nichts, überhaupt nichts. 8 Wochen Langzeittherapie und Gruppendynamik, keine Chance für mich da mitzukommen. Das ging Schlag auf Schlag, ich war trockengelegter Co in vollgepißten Hosen. Wenn sie was sagte, dann klang das plötzlich so echt, das war unheimlich. Wie wir wieder zusammen kamen ist merkwürdig, aber es endete damit, daß die B9 Sonntags im Wochenendrückreiseverkehr für mich kurz gesperrt werden mußte, es gibt viele Erklärungen, aber ich schaue dann auch gerne mal in den Himmel.
Was immer da alles bei uns passierte, entscheidend war, daß ich hier auf dieser Seite landete und eines Tages sagte: nein, ich trage Deine Flaschen nicht mehr nach oben, wenn Du trinken willst, dann mußt Du selbst schleppen. Es gehört auch irgendwie dazu, daß da ganz neue Sachen ablaufen, daß wir uns darauf einlassen. Nicht horizontal, sondern im Kopf. Ganz einfach und unglaublich schwierig, für mich.
Manchmal schaue ich mir die Dinge an und denke, unmöglich. Wenn ich dann etwas weiter bin und mich umsehe, dann ist es lachhaft und ich kann nur den Kopf schütteln, daß ich deshalb einmal durchgedreht bin, krank wurde oder mich aufregte.
Warum wir noch zusammen sind? Weil meine Frau einmal sagte, sie wolle keine Scheidung, ich wollte das, weil ich für mich einmal feststellte, das die Frau doch egal ist, so lange es in meiner Birne richtig tickt und wenn es egal ist, warum dann nicht die alte Frau zur Neuen machen? Vielleicht ist ein Grund, daß ich aufhörte jedesmal meinen Koffer zu packen, wenn wir Auseinandersetzungen hatten und anfing erstmal darüber zu schlafen, statt fortzulaufen oder weil sie während meiner Anfallminuten eine unglaubliche Ruhe entwickelte. Wir sind auch noch zusammen, weil wir beide es so wollten, vielleicht auch, weil wir verheiratet sind, Papier und Ringe binden die Gedanken mehr, vor allem wenn die Gedanken nicht mehr vom Hirn gesteuert werden und die Karottenknabbergedanken im Frühling sprießen. Ich muß nicht mit einem Ganzkörperkondom durch die Gegend laufen, neue Beziehungen entstehen einfach so, dann geht man oder bleibt, aber ich muß es nicht darauf anlegen, ich trage bewußt ein Fangeisen. Karotten sind gut für die Augen, aber gekocht und geknabbert werden sie zuhause. Vielleicht aber auch, weil alles morgen wieder anders sein kann. Das noch Zusammensein unser beider Trockenheit, gehört irgendwie zusammen, aber was im Kopf noch zusammenwachsen muß, ist eine ganze Menge.
Genaueres kann ich Dir in so 20 Jahren sagen, wenn ich es dann weißt, aber wer weiß das schon, Freud vielleicht, hatte der nicht mal so was gesagt wie, wenn man nicht mit einer bestimmten Sache beschäftigt ist, ist man eine Matrize?
LG Kaltblut
Liebe Ayki,
das ist ja wohl der zweitbeste Aprilscherz des Tages.
Ich danke Dir für manchen Tritt, daß ich Dich hier lesen durfte und wünsche Dir eine friedvolle, glückliche Zeit und das Deine Kids Dir nicht die Gelassenheit rauben.
LG Karl
Hi Ihr Lieben,
ich brauche mal was Ruhe, aber Poetryslams, was ist das denn? Karotte, da kommen mir tolle Knabbergedanken, mußte ich gleich mal googlen, kannte ich noch nicht. Wieder was gelernt.
Sieh mal Ayki, da war zuerst meine Frau, dann der Alk, dann ich, dann der Co, dann der Alk, dann der Co und jetzt stehe ich noch hier und halte mich am Händchen. Ich verstehe oft was Du sagst, was Ette meint, was Spedi schreibt oder was Currlinger macht oder was ich von den Anwesenden hier lesen darf und jeden Tag mache ich neue Erkenntnisse, vor allem aber lerne ich mein Unverständnis. Ich könnte tolle Bücher schreiben, Kochbücher, Liebesbücher, Tränenbücher, Rabattmärkchenbücher, Taschentücher. Damals verweigerte es mir meine Frau, heute verweigere ich mich, weil ich nicht über Dinge schreiben kann, die ich nicht bin. Ich habe alle Zeit die mir zur Verfügung steht und der Tag wird kommen, an dem ich begriffen habe was mit mir passierte. Es läuft mir nichts fort.
Weißt Du Ette, seitdem ich hier gelandet bin, dreht sich die Welt immer langsamer und ich werde immer gelassener, ich mache Kappes und kann oft erkennen warum das so ist. Es gibt Menschen, die haben das gelernt, ich nicht, dafür habe ich anderes gelernt, was die nie lernten. Jetzt ist gerade eine Zeit das eine und das andere zusammenzusetzen, was daraus wird, ich weiß es nicht, aber ich weiß, das weder das eine noch das andere alleine meine Mitte ist.
Aber vielleicht können wir ja mal darüber nachdenken, ob die Zukunft des Cos nur in der geraden Konsequenz liegt, also wie der Alkoholiker nicht nach rechts, nichts nach links blicken, sondern nur ein Ziel verfolgen: 24h trocken zu bleiben, um zu überleben, also nicht im Rumeiern und Händchenhalten, sondern im freiwilligen Zwang zu leben. Da frage ich mich schon, welche Dosis freiwilligen Zwanges ist für den Co angebracht und wie bekommt er seine Medizin zwanglos verpaßt, denn er hat weder einen offensichtlichen Tod vor Augen, noch spiegelt ihm das Umfeld die Situation und wenn, wird er zum zauberhaften Meister der Ignoranz, zum Großmeister oder zum Familientrottel, je nachdem aus welcher Perspektive man das sieht. Ich habe mich oft nicht nur verrannt, ich habe mich verzaubert vertrottelt, da ich dabei oft weit reiste, bin ich also ein Globetrottel oder in der Steigerung des Großmeisters ein Globalglobetrottel. Womit wir wieder beim Spinner wären, beim Betonspfeiler köppen, beim Unverstand. Dabei fällt mir etwas rot werdend ein, daß ich als ich auf die Seiten hier kam, ja schon genau wußte was für meine Frau das Richtige war, bißchen Sport, einen Job, dann klappt das schon und mein rot angelaufener Unverstand, der hatte schon oft Weiberpsychogefühlsduseleigedanken.
Wenn ich die „warum nicht“ der vergangenen Zeit aufaddiere, dann stehe ich plötzlich ziemlich helle da, weil praktisch greift die Industrie bei mir in ein riesiges Loch brauner Masse, es gab kein Mittelchen gegen Alkohol und es gab keines gegen Co, nur mich, nur meinen Unverstand, womit ich der Großmeister der Globaltrottelei im doppelten Sinne wurde. Krank unbrauchbar für die Gesellschaft, für die Industrie unbrauchbar. Also, „warum nicht“, warum soll nicht ein unbeholfener Bauernglobaltrotteltanz, in ein anmutiges, filigranes synchron Ballett übergehen? Warum sollen nicht zwei Unverstande auf einem ganz geraden neuen Weg wieder eine gemeinsame Richtung finden? Alles ist möglich so oder so.
Ich nehme mir einfach die Freiheit, noch einige Monaten oder Jahre oder Jahrzehnte zu üben.
Bis dann Kaltblut
Liebe reva,
mein herzliches Beileid.
Ich glaube an Gott und ich glaube daran, daß was immer wir als Gott bezeichnen, Freitod nicht im Plan hat, dafür wurde uns kein Leben geschenkt.
Fühl Dich ganz lieb gedrückt kaltblut
Hallo Ihr Lieben,
ich habe mal anfangs so was geschrieben: „Entfremdungen, Beziehungsprobleme, die sind schwer ohne und überhaupt nicht mit Alkohol lösbar. Ehen gehen auch ohne Alkoholprobleme hinüber.“ Manchmal verstehe ich immer noch nicht, was in bald 2 Jahren mit mir passiert ist. Frau – Infarkt – Alkohol – Co – Trocken – Entzug – Trocken – was bleibt ist Unglaubliches, das alles was war nur aus mir kam, spritunabhängig.
Es gibt da einen Bekannten, der war Entwickler für einen Nasen-Flügelhersteller, heute spielt er „nur“ noch Musik und zieht mit seiner Band durch die Landen. Als wir in einer Angelegenheit zusammen arbeiteten, ging mir der Typ fürchterlich auf den Keks, keiner hielt es mit dem aus, weil er so schnell dachte, jedesmal die Sätze halb verschluckte, daß ich nichts verstand und das noch in englisch, mit Akzent. Irgendwann verstand ich sein System, das war irre wie schnell der verarbeitete. In der Zeit wo ich mich abrackerte sein englisch zu verstehen und unausgesprochene Brocken einfügte, da hatte er schon die tollsten mathematischen Verbindungen geknüpft, aufgemalt und die weiße Kreide wieder mit dem nassen Schwamm abgewaschen, auf der Schiefertafel in seinem Hirn. Irgendwann habe ich sein DDD, daß ist Doppel D Denken, halbwegs verstanden, da habe ich ihn mit ganz anderen Augen gesehen.
Da fällt mir meine Frau ein, manchmal hüpfe ich auch durch die Gegend und springe von Charlo über Friedl zum Kufü, etwas weiter links, um die Trümmer, zurück. Dann sehe ich manches auf dem Weg und jetzt erkläre das mal einem intelligenten, intellektuellen, klar strukturierten, analytisch denkenden Menschen, meiner geliebten Frau. Für mich ist ihr oberanalytisches Verhalten ihre Sache, nicht meins. Mit einer lidllischen Akribischkeit nimmt sie alles auseinander und kann erst verstehen tun und machen, wenn sie verstanden hat, Stück für Stück. Es gibt Dinge die brauche ich nicht zu verstehen, ich mache sie einfach, die sind instinktiv da, mein Gefühl sagt es mir, dabei läuft sie an. Klare Struktur OK, aber oberanalytisch, das ist zu viel.
Das fängt dann schon so an, daß ich, als Kölner, meine Mundart Problemzonen habe, die Schs, die Ms und die Ns, so präzise zu setzen, das auswärtige Unverständige das 100% korrekt dudiert aufnehmen. Es geht einfach nicht, denn in der Zeit wo ich in der deutschen Sprache rum hampele habe ich vergessen wo ich war, vielleicht sogar wer ich bin und dann sitze ich irgendwo, nur nicht bei meiner Frau.
Das Gespräch mit ihr könnte dann ungefähr so sein (dialektunabhängig): wer bitte ist Charlo, nah hier Türe raus, das ist Charlottenburg. Dann sage auch Charlottenburg und nicht Charlo, jaja. Die Friedl links. Die Friedrichstr., wo soll das sein, Mensch, es gibt hier hundert Friedrichstraßen, die Friedrichstr. ist in Mitte, das hier ist die Kaiser Friedrich Str., ach, für mich der Friedl. Was ist der Kufü? Nah der Kurfürstendamm, das heißt Kudamm und nicht Kufü. Wann lernst du das endlich verständlich auszusprechen. Weiß nicht, für mich ist der Kuhdarm da hinten links, also Wohnzimmer halbrechts und ich brauche keine 15 Minuten, wenn ich nicht stehen bleibe und gucke. Kuurrrfüüürstendaaamm. Wo bitte sind denn da noch Trümmer? Beim Kaiser, das ist aber dann der Wilhelm, der steht in Köln auch und nicht der Friedrich, die Gedächtniskirche, da sind se dann alle, auch die Streiker, die aber nur Sonntags und dann wieder zurück. Du machst mich echt wahnsinnig, kannst du nicht einmal so reden, daß normale Menschen dich verstehen?
Das belastet mich und dann frage ich manchmal Passanten extra platt: Morjen, hür ens, wie kumm ich dann fun he zo de Friedrichstroß.? Pestalozzi ganz runter…., oder Leibnitz, dann links die Kant runter…, Kant ganz runter. Da hat mich noch niemand nach Mitte geschickt oder nicht verstanden. Einmal meinte jemand, mit dem Auto oder der U-Bahn, ich habe auf meine Schuhe gezeigt, hat er gelacht. Übrigens nur nette Menschen habe ich bisher getroffen, egal welcher Nation. Vielleicht waren die ja auch alle bei der Nasenflügelfirma, wer weiß das oder sind nur nicht so naseweis. Auf jedem Fall bin ich froh, daß es von mir kein Schild gibt, obwohl da könnte dann stehen: Karl Kaltblut Allee, geil, eingebettet im Baumpflaum und mit Dung belegt oder Karl Kaltblutdamm, wäre schwierig, Buchstabenverschlucker aus der Heimat kämen auf Kdarm, Wurststraße wäre da angebrachter, aber das zu erklären, eh wurscht.
Das, was in mein Hirn reinkommt, ist nicht immer das was rauskommt, aber es zu erleben, ist das Schönste was ich erleben kann. Vielleicht lache ich eines Tages dankbar mit meiner Frau über das, was mit mir hier passierte und über uns, über die Jahre, die wir haben, so oder so, gleich denken, das werden wir nicht erleben, aber erleben, das werde ich noch viel.
LG kaltblut
Für Vater und seine zwei gut gebauten Kerle (sind sie tatsächlich), gab es ein größeres, nicht zappelndes Stück Fleisch. Sagenhafte 2,5kg, 3 Stunden geschmort, mit der vollen Dröhnung, Papaja, Kiwi, Stangenlauch, Möhren, Knobi, Zwiebeln, Lauch, Sellerie, Fond, Gewürzen. Die Jungs haben beide zwei zwei Finger dicke Scheiben reingezogen, ich weniger, weil mein Körper 2 Scheiben an die falschen Stellen setzt, bei denen sieht das gut aus, bei mir kostet das nur Schneiderarbeit.
Natürlich haben wir nicht den ganzen Braten gegesen, gab ja noch Gemüse und Kartoffeln dazu - und die Soße..., das Wochenende ist lang.
LG kaltblut
@Spedi, „Ist Theater nicht die reale Fiktion? Oder eher die fiktive Realität?“
Für mich ist das sowohl als auch. Vor zwei Jahren wußte ich nichts von Sucht in jeglicher Beziehung und heute weiß ich, daß ich und meine ganze Beziehung verseucht waren.
Nun, die Wortwahl verwirrt mich gerade was, theatralisch betrachtet, habe ich damit seit langem nichts mehr am Hut. Ganz schön kompliziert, da mußt Du mal Ette fragen, sie weiß so komplizierte Sachen und Kompliment zum Aal.
Ein verdammt gut schmeckender fetter Apparat, dieser Aal. Übrigens, meine Frau nimmt was gegen zu hohen Fettanbau, die Dinger heißen Cholesterinsenker oder so. Steigen die Werte, steigt die Dosis, komisches Zusammenspiel, weil irgendwann kommt da eine Fettleber raus, steht sogar so in der Anleitung, hat aber noch kein Arzt was von gesagt, sie experimentieren, irgendwie, bis sie zappelt. Ganz toll fand ich den anderen Arzt, hat ihr was gegen den Husten verschrieben, ein Aerosol, da gibt es auch eine Anleitung zu, in der steht, das man es auf keinen Fall verwenden darf, wenn Herzrisiken bestehen. Ostermontag von 2 Jahren, da zappelte sie. Das sind zwar traurige Gedanken, aber wer weiß wie es sonst heute wäre.
LG Kaltblut
Hallo Ette,
verstehe ich nicht, ich im Theater, ich bin doch das Theater. Vielleicht verdenke ich mich ja zu viel, aber im Prinzip sehe ich schon meine Funktion als Kasperl, zum Schluß ist das der, der dem gefräßigen Krokodil eins mit der Klatsche auf die Mütze gibt, das ist jetzt dumm, weil das wäre ich dann auch, Doppelklatschmarsch.
Ich habe mir in einem Osteranfall 6 Schokoeier reingeknallt, in meiner Theaterwelt, weg waren sie. Ich hatte den Drang alles hinzuwerfen und alle möglichen Suchtostereier knallten mir mit Speichelfluß durch die Birne, ein geistiges Kleinod. Hoffnungslos, nein, der Unterschied ist die Besinnungslosigkeit, ich besinne schneller, bin nicht mehr hilflos, finde immer schneller meine Selbsthilfe, im mir, in meinem Theater, mein leichtes Selbsthilfekopftheater, es spielt jenseits alter Muster.
1. Akt: Trockenheit im Kopf
2. Akt: trocken im Kopf leben
3. Akt: trocken im Kopf weiter leben
Alles andere wird sich finden und ich vergesse oft, daß „alles andere“ nur Komparsen sind, wenn das Theater im Kopf nicht mehr richtig spielt, egal auf welcher Seite wir stehen. Ich muß da mal den Regisseur fragen, ich habe oft den Eindruck, daß ich die bewußten Veränderungen bei mir weniger wahrnehme als bei meiner Frau.
Gefüllte Theaterüberraschungseier, das wäre doch mal eine echte Alternative zu Glückskeksen.
LG und freudige Sonne Kaltblut
Hi Spedi,
ich mag Spedismussitzungen, bekommt man zwar keine Magnetbahn für, aber die Magnete werden neu gepolt. Du kannst ja nun mit wenigen Worten ganz schön Hirnmasse in Bewegung bringen, auf den Punkt kommen, da wo es weh tut, egal in welcher Ecke. Die kurzen Hacken tun nicht gut, sollen sie ja auch nicht, weil ich was draus machen muß. Draus machen heißt für mich nicht nur lernen, auch dampf ablassen und das hat manchmal nichts mit saufen zu tun, nicht mit Co, sondern einfach mit tief versenktem Müll. Und wenn ich nachlese, was ich alles für Müll geschrieben habe, dann ist mir das jetzt vollkommen egal, weil ich auf meinem Weg bin und dazu gehört auch jede Menge Blumenkästen auf meinen Pferdewagen durch die Landschaft zu ziehen.
Für mich ist es müßig darüber nachzudenken, welchen Stellenwert Rezeptblockverwalter in der Krankheitsbeurteilung haben. Ich kann auch keinem mehr der lauthals schreit vorzeitig eine verpassen, er würde mich eh nicht verstehen, da ist es besser mal still Händchen zu halten.
Es mag alles 100%ig richtig sein, ich kann trotzdem nicht 100%ig machen, tun und drehen was mir gesagt wird, es geht einfach nicht, ich mache Fehler, ich muß regelmäßig eine Salve verpaßt bekommen, kurze, harte Hacken und wenn ich dann enttäuscht von mir selbst das Handtuch werfe, dann weiß ich immer öfter und schneller, es ist Zeit mir selbst helfen zu lernen.
„“..Hilfe auch, ich muss sie aber dann auch zulassen, annehmen und umsetzen. „“
Immer öfter und die, die „plötzlich“ 5, 10, 20 Jahre voll haben, die haben ganz schön lange oft was auf die Mütze bekommen. Es dauert, bis ich gelernt habe, das morgens ein Eimer Wasser ins Kuschelbett nicht nur kalt und naß ist, sondern mir auch einige zusätzliche Stunden schenkt.
LG kaltblut
Hallo Ihr Lieben,
Ostern, das Fest der Auferstehung, der Gaumenfreuden und Filme. Madagaskar, Alex der Löwe, das Kuscheltier auf einem Fels, das sich verändert und explodiert, fletschend nur Steaks sieht. Meine Frau und ich, wie können uns an solchen Tagen auf wundersame Weise verwandeln, jeder kann im anderen saftige Kobe-Steakstücke sehen, sie werden größer und größer bis die Krallen ausfahren und es von den Reißzähnen tropft. Sie sieht nur irgendwas und ich sehe nur das genaue Gegenteil von irgendwas, wir sehen uns als Steaks und sind hungrig.
Ich bin ein Löwe und kann mich gewaltig aufbauen und mein Gebrüll kann durch die Stadt hallen. Meine Frau ist aber auch gut, es halt dann in meinem Kopf bis zum Wahnsinn. Es ist müßig über die Folgen und Konsequenzen und Verbalattaken und Reißzahnfletscher nachzudenken, purer Vandalismus an unseren guten Gedanken.
Wenn ich drin bin, in der aufkeimenden Gedankenwelt eines Co-Rückfalls, wenn meine anerzogenen Minderwertigkeiten ausschlagen, kann ich nicht einfach fortlaufen, umkehren, aufhören, abschalten, Hebel umlegen, es ist ein erdrückender Prozess, weit entfernt von allen Schaltern. Wenn es mich zerreißt bin ich noch nicht frei, dann bin ich weiter gefangen in mir, in meinen Gefühlen, immer wieder, Material, Orts- und Person ungebunden. Nicht der Tiefpunkt macht mich frei, das Loslassen, das liebevolle Annehmen des Loslassens, denn der Tiefpunkt an sich wird schnell wieder zur Apportation blühender dummer Gedanken in den nächsten Absturz. Überhaupt, was für ein Tiefpunkt? Nach jedem Tiefpunkt stehe ich erholt und kräftig auf. Es bleibt ein weiter, nicht endender Weg, kein Tiefpunkt, viele Tiefpunkte.
Es liegt in meiner Hand, bewusst dagegen zu steuern, anzunehmen, das Unvermeintliche, anzunehmen und los zu lassen. Eigentlich ganz einfach, dann ist alles wieder gut. Wenn es nur so einfach wäre, dann wäre es wieder gut.
Frauen und Männer sind schwierig, Beziehungen sind schwierig, Höhe- und Tiefpunkt gesteuerte Beziehungen sind krank, stimmt ja, wir sind krank und manchmal meine ich, meine Frau wäre trocken noch kranker oder bin ich es? Irgendwie ist das wieder ein überflüssiges geistreiches zerkleinern der Gedanken oder ein geistloses Zusammenfügen.
Manchmal wünsche ich mir die Hebelstellung nimmt mir die Gedanken, aber für was wäre ich dann noch da, wenn es so einfach wäre?
LG Kaltblut
Hi Stoffel,
schön Deine Stimmung aufzunehmen, tut gut und Respekt, weiter so.
LG kaltblut