Beiträge von kaltblut

    Hallo Aiki,

    klasse, dass Du uns immer wieder an Deinen Entwicklungen teilhaben lässt und wie Du damit umgehst.

    2006 hast Du mir einmal unverblümt mit den Worten geschrieben "das sehe ich anders". Als Co. , der das Verhalten seiner Frau rechtfertigte bis unter die Erde, haben diese kleinen Worte von einer jungen Mutter einiges bei mir in Bewegung gesetzt. Angepisst war ich natürlich auch.

    Weiterhin alles Gute auf Deinem Weg und liebe Grüsse Karl

    Hallo Karl,

    Angst ist Dein wichtiger Verbündeter. Eines siehst Du doch jetzt schon: bei Dir, bei den Kindern, bei ihr, geht immer mehr kaputt. Am Ende ist alles hin, so ein Leben, so eine Firma ist wie eine Flasche, irgendwann ist sie leer.

    Was denkst Du eigentlich? Glaubst Du im Ernst, dass Mitarbeiter, das Kunden, Lieferanten und Geldgeber nicht mitbekommen wenn im Chefzimmer was nicht stimmt? Wir denken so was, während die anderen schon lange tuscheln.

    Es auch nicht Ungewöhnliches, dass die grosse tiefe Liebe aus finanzieller Abhängigkeit, gesellschaftlicher Stellung, Machtausübung, Bequemlichkeit, Verlustängsten und Ähnlichem besteht.

    "Müssen" lieber Karl, das ist auch so ein Mäntelchen hinter dem wir uns gerne verstecken. Es ist alles nur eine Frage der Zeit, ob Du grosse oder kleine Trümmer aufräumst.

    Alles Gute für 2014 und die richtigen Entscheidungen Karl

    Hallo Andreas,

    als ich das las, da fragte ich mich: bin ich heute egoistischer oder emphatischer als 2006 oder eines von beiden weniger als damals? Als ich hier auflief, da wusste ich nicht mal was Empathie bedeutet, das wurde mir hier vermittelt. Das ich egoistisch unterentwickelt war auch. Was ist also heute anders: nur mein Verständnis und das ich heute wieder in der Lage bin, mein selbstbestimmtes Leben zu leben und nicht das eines anderen?

    Damals hatten wir auch eine laute Diskussion über dieses Thema: Alkoholiker sind Egoisten, die nur im Kopf haben die Birne voll zu bekommen und der liebe Co ist das feinfühlige, tiefsinnige, empathische Opfer. Was natürlich Quatsch ist, den jeder Co, der ein nicht mehr selbstbestimmtes Leben führt, ist mit dem Ausleben seiner Abhängigkeit oberegoistisch und wenn er dann endlich seinen Weg da raus gefunden hat, oberoberegoistisch.

    Ein selbstbestimmtes Leben beinhaltet immer einen gesunden, also mir guttuenden Egoismus und da gehört ein gutes Einfühlungsvermögen in meine Umwelt dazu. Wenn ich mit der Axt im Wald wüte, werde ich irgendwann auch etwas abbekommen, das tut mir dann wieder gar nicht gut und wenn ich nicht nach rechts und links schaue, dann werde ich irgendwann unter die Räder kommen.

    Wenn ich mir meine Grundregeln ansehe, dann ist da beides gut verteilt drin:

    - Nicht bewerten heißt mich und andere einfach mal so stehen lassen, das ist gelegentlich für andere doof, nur nicht mehr für mich.
    - Im Heute sein, also nicht im Gestern, nicht im Morgen, da hat mein Umfeld schon mal Probleme mit, ich nicht
    - Einfach ändern, heißt ohne Rücksicht auf andere etwas zu tun, das bringt wieder Unverständnis
    - Loslassen heißt ändern, das bedeutet wieder oft Widerstand
    - Ehrlichkeit bedeutet oft Sturm

    Bei mir alles OK, nur für die anderen nicht.

    Wenn ich also meine gesunde Einstellung, also die, die ich dank meiner Krankheiten zu meinem Überleben erlernen durfte so betrachte, dann stoße ich auf breiter Front auf Unverständnis, Widerstand, Abneigung, denn im Kern bin ich bei mir und mir geht allerlei am Poppes vorbei.

    Meine Empathie ist ja heute nicht weniger ausgeprägt als damals und ich verstehe ja auch mein Umfeld, die, die eben nicht so denken und handeln wie ich und mich gelegentlich dann als irgendwas doofes Bezeichnen, eben aus ihrer Abneigung gegen Anderssein heraus. Trocken sein, in allen Lebenssituationen, über das was wir hier machen hinaus, verlangt nach mehr anders sein, als nur den ersten Gedanken stehen zu lassen.

    Hieraus ergibt sich für mich, dass es nie zwischen dem einen und dem anderen passen kann und solange ich mit mir im Reinen bin, also bei mir bin und da auch bleiben kann, brauche ich mich darüber auch nicht mit mir auseinander zu setzen.

    Wenn ich zur Sicherheit bei meiner Frau anfragen würde, ob ich heute zu empathisch oder zu egoistisch gewesen bin, ich glaube sie würde mir den Schneebesen in die Hand drücken und raus an die frische Luft schicken.

    Wenn ich heute das Bedürfnis bekomme mich zu fragen, ob ich genug oder zu viel von etwas bin oder habe, dann frage ich mich zuerst warum ich mich so etwas Überflüssiges frage, was mich aus dem Gleichgewicht gebracht hat und wie ich das wieder weg bekomme.

    LG Karl

    Hallo Karl,

    wenn Du alle Zusammenhänge verstehen könntest, würde es Dir jetzt helfen? Auf jede Antwort folgt eine neue Frage und es gibt viele. Die Frage ist nicht warum es einige schaffen, sondern was kannst Du tun um Dich zu ändern?

    Als ich vor fast sieben Jahren auszog und einfach trocken wurde, änderte sich auch etwas bei meiner Exfrau. Sechs Monate später gab sie sich ab und wurde trocken. Änderung bringt Änderung.

    LG Karl

    Hallo Karl,

    saufen, Sucht, nie wieder sagen und es wenige Stunden wieder tun ist vielleicht einfacher zu verstehen, wenn Du an Deine Organe und Abläufe in Deinem Organismus denkst. Als geübter Mensch, kannst Du enorm auf Deinen Körper und auf ureigene und konditionierte Instinkte einwirken. Dieses Einwirken bleibt trotzdem nur ein kleines Einwirken auf das Gesamtsystem.

    Wenn Dein Körper Dich abstellt, weil er unterzuckert oder im Schock Zustand ist, dann macht der das und da machst Du nichts dran. Wenn die Därme arbeiten, dann tun sie das, die kannst Du nicht abstellen. Wenn der Körper Hormone produziert oder auch nicht, Cholesterin, Adrenalin, Insulin oder Blut produziert, dann ist das so und da kannst Du mit dem eigenen Willen keinen Einfluss drauf nehmen. Du kannst nicht mal denken, dass er Dir Haare an Stellen wachsen lässt, wo Du sie haben willst oder an Stellen wo Du sie nicht haben willst, keine wachsen lassen. Muttermale, Warzen, Geschwüre, Pickel – alle machen was sie wollen, da hast Du keinen Einfluss drauf.

    Deshalb heißt es auch „sich abgeben“ an wen und was auch immer, denn es liegt nicht in Deiner Hand.

    LG Karl

    Hallo Karl65,

    herzlich willkommen in diesem Forum. Hier findest Du alles für einen klaren Kopf.

    Jetzt erkläre doch bitte einmal was verprügelt heißt? Bist Du weggesperrt, hast Du Kontaktverbot oder war das nur mal so, weil das Hirn mal kurz ausschaltete? Was kommt denn als nächstes, wer schützt Dich vor Deinem Ausschalten, wer schützt andere vor Dir?

    Wie Du hier lesen kannst, ist kein Alkoholiker in der Lage weniger zu trinken. Weg oder garnichst oder es wird garantiert immer schlimmer. Denkst Du bei Dir wäre es anders?

    LG Karl

    Lieber Karsten, liebe Moderastoren, Schreiber und Leser,

    danke für die unermüdlichen Jahre die Ihr hier investiert habt.

    Als ich hier ankam, habe ich zuerst wochenlang gelesen, denn hier war etwas, wovon ich keinen Schimmer hatte, aber alle schrieben leicht verständlich genau davon. Es sind jetzt schon einige Jahre vergangen, seit ich anfing auch mich aufzuschreiben. Danke, dass Ihr mir dabei geholfen habt.

    Ich wünsche Euch noch eine lange gute Zeit, viele schöne Momente und 24 trockene Stunden.

    LG Karl

    Hallo Matthias,

    denken geht noch, die Abstände das aufzuschreiben werden halt immer länger und das ist ja auch gut so, denn in der Zeit kann ich so viel andere schöne Dinge machen.

    Wenn ich mich um meine Gesundheit kümmere, brauche ich weniger aufzuschreiben und das ist viel angenehmer als ohne Ende kranke Bruchstücke wegzuräumen.

    LG und Dir auch eine gute Zeit Karl

    Hallo Ihr Lieben,

    schon wieder was viel Zeit vergangen und danke fürs vorbeikommen. Gelegentlich frage ich mich wenn ich hier lese, Altes und Neues anschaue, was ist der Unterschied zu den ersten Gedanken und Monaten als ich hier ankam und heute? Gut, ich habe einiges geschrieben, Antworten erhalten, tolle Menschen getroffen und gelernt, Stufen, Schritte, Grundsteine, aber auch Alltägliches, was die Meisten in früher Kindheit schon mit auf den Weg bekommen haben und mir fehlte. Da ist so Lapidares, wie der Unterschied zwischen Intelligenz und Intellekt oder das mein Darm ein eigenes Hirn hat oder dass Mozzarella aus Büffelmilch und nicht von männlichen Bisons gezapft wird, manches war langfristig falsch einprogrammiert und einiges ist auch wieder vergessen.

    Mir geht es körperlich und im Kopf ganz gut, es ist vieles in Butter, eine klasse Frau und eine super Familie sind an meiner Seite. Das ist ein großer Sprung, der ohne Freischreiben hier im Forum nicht gewesen wäre. Viel von dem, was früher normal war ist es nicht mehr oder hat eine neue Bedeutung bekommen. Mir fehlen heute Gedanken, die mich damals auf den Weg brachten, dafür habe ich heute anderes in mir. Enthusiasmus und wissbegierig alles Neue aufzusaugen wie ein Schwamm, Schmerzen zu fühlen wo ich sie nie hatte und tief in mir rumzufummeln, bis ich erschöpft am PC einschlief, von diesem Hormon- und Gefühlsspektakel bin ich heute weit entfernt. Es ist eine gewisse Ruhe eingekehrt und wenn sich Situationen ähnlich wiederholen, werden nicht mehr diese extremen Sprünge im Kopf ausgelöst. Um nicht zu trinken reicht es mir heute zu wissen, dass mir so was nicht mehr rein kommt, stinkenden Kadaversaft würde ich auch nicht trinken, der Körper sagt: nö, nix mehr. Nun gibt es Menschen, die haben das sofort erkannt und angenommen ohne zu hinterfragen, die sind herzlich zu beglückwünschen. Andere haben es nie begriffen.

    Die Erkenntnis daraus lässt sich auf vieles duplizieren, dann sieht vieles eben plötzlich ganz anders aus. Manchmal fehlt mir dann auch das Verständnis für Reaktionen auf Argumentationen, für Palaver und Rumgeeiers, da stehe ich dann ziemlich alleine. Als ich hier ankam, wurde ich zum Anarchisten, dann zum Radikalen, das war damals gut für mich, aber genauso daneben, wie alles, was zu viel und was zu wenig ist. Ich habe das damals gebraucht. Was tut mir denn heute gut, denn eines ist doch klar: ich greife immer wieder in irgendwas, was mir so oder so nicht gut tut?


    Immer wieder ist so nicht ganz richtig, damals war das mehr, viel mehr. Ich war mit meiner Exfrau noch kein Jahr zusammen, da knallte es erstmals und ich qualmte wieder. Es gab Auseinandersetzungen, Hörnerabstoßen, Drohungen, Manipulationen, Streit und Gefühlsverwirrungen. In der Zeit, die ich mit meiner jetzigen Partnerin liiert bin, da gab es schon mal unterschiedliche Ansichten, wir waren auch schon mal sauer, aber so ein Gefühlsgewurstel haben wir bisher noch nicht produziert. Ich ja auch klar, wir machen zwar vieles gemeinsam, aber da ist wenig was wir wirklich brauchen, wo sich so ein unerfülltes Kribbeln einstellen könnte, wenn wir es nicht bekommen, wo wir uns belügen, manipulieren und streiten würden. Kein Alk, keine Kippen, keine Streicheleinheiten, kein kein kein machte etwas mit mir, wenn ich es nicht bekam und brauchte, da ist derzeit kaum was. Gut, ich schlafe oft etwas laut und meine Frau weiß sich zu helfen. Nicht das einer glaubt, wir sitzen den ganzen Tag auf der Verandaschaukel und schlürfen unter dem Wolldeckchen unseren Kaffee, nö nö, wir sind schon noch etwas aktiv. Ein 2000er wird dieses Jahr noch dran glauben, unsere Firma hält uns auf trapp und die Motorräder rosten auch nicht, wir geben noch ganz schön Gummi, ach ja und bei unseren 5 Jungs, da ist immer was los.

    Gefühle entstehen durch Reaktionen in den Zellen, durch Mängel und Unordnung. Die Situation bleibt gleich – mit gutem Gefühl, mit schlechtem Gefühl, nur welche Zelle will eigentlich, dass es ihr schlecht geht und was tue ich dafür, dass es ihr gut geht?

    Angst ist so ein Gefühl, Angst vor Neuem, Ungewissem, Flashbacks oder bei Gefahr.
    Handeln mit Unwissen beinhaltet immer Risiko, Fehler, Konsequenzen, Angst, Gefühle, Unsicherheit, Fehlleitungen.

    Bei Unter- oder Überversorgung meiner Zellen entstehen große Reaktionen. Bei einem Ungleichgewicht von Hormonen, Vitalstoffen, Kohlenhydraten, Fett, Eiweiß, Sauerstoff, Wasser, Licht, Erholung, Schlaf. Folge: Überreaktion, Leichtsinn oder Blockade, Verstopfung, Vergiftung =
    Funktionsstörungen = alles gerät in Unordnung, ist durcheinander, nichts geht mehr.

    Der Organismus will etwas, das Bewusstsein macht das was es denkt, dass es gut ist und geht der Befriedigung nach. Unwissenheit führt dann zu neuen Reaktionen, z. B. der TV-Werbung folgen und das tun, was scheinbar gut ist, was es aber nicht ist = Verschlimmerung, bis nichts mehr geht und das hört nicht mehr auf. Alleine da zu stehen und zu denken, die ticken nicht sauber, das dauert, dann noch gegen alle zu handeln, das dauert. Nicht mehr zu trinken war ein guter erster Schritt.

    Fehlendes Tageslicht, ein Mangel an Sonne, Mangel an Vitamin D, Energieverlust, Stoffwechselreaktionen oder Nächte vor der Flimmerkiste, fehlender Schlaf, der Sympathikus schaltet nicht ab, läuft auf Hochtouren, Stress, Parasympathikus kann seine Erholungsfunktion nicht einleiten, die Cholesterinproduktion steigt, der Cortisolanteil im Blut steigt, das Magen-Darmsystem läuft parallel auf Hochtouren, Insulinresistenz, Stoffwechsel blockiert, Nahrung wird unverwertet abgelegt, Flüssigkeiten werden gestaut, Trägheit steigt, weniger Bewegung, Leistung sinkt, mehr Gewicht, anfälliger, Krankheit, Unfall, Ausfall, bis nichts mehr geht. Im Zeitraffer ist es wie mit dem Saufen, das kann auch 30 Jahre gut gehen oder auch nicht.

    Wissen, spüren, dass da was falsch läuft, es aber trotzdem falsch tun, weil etwas durcheinander ist im vegetativen Nervensystem, im Unterbewusstsein, worauf das Bewusstsein kaum Einfluss hat, das ist so etwas nicht Greifbares, sowas wie Wollen und nicht können.

    Dazu Mängel von außen, wie Nahrung, Wasser, Licht, Berührung, Umwelteinflüsse, Umfeldeinflüsse
    Mängel von innen, chemische Reaktionen, Unter/Überproduktionen, Fehldeutungen und schwupps geht nichts mehr. Als Reaktion folgt die Verschiebung der Unbekannten Ergebnisse auf anders,
    Rattenschwänze von Reaktionen, Krankheiten entwickeln sich, Ärzte werden konsultiert, Ursachen einzementiert, bis was passiert, herauswächst, explodiert, nicht mehr funktioniert.

    Ein ganz normaler Ablauf, eins geht in das Andere nahtlos über: Verdrängen, Ablenkung, nichts tun, Lähmung, Abreagieren, Sport, Auseinandersetzung, Spiel, Sex, Arbeiten, Herausforderung suchen, beten, meditieren, Suchtverhalten, Co-Verhalten, Verhaltensänderung, Bewusstseinsänderung, Unfälle, Krankheiten, Behandlung, Medikamente, Auseinandersetzung mit Personen, Partner, Familie, Freunde, Bekannte, Mitarbeiter, Kunden, Lehrer, Schuldfragen, bewerten, übertragen auf Überstelltes, Ämter, Banken, Politik, Unerreichtes, Fehler, sich abgeben, aufgeben, Depression, gegenteiliges Verhalten, Lügen, Verteidigen, Opferhaltung, Psychose, bis in die Sucht.


    Die Wiederholungsschleife ist immer wieder die Gleiche, dabei geht es nur um Eines:
    a) eine Situation b) die Versorgung des Organismus c)Defekte und Folgen

    Wenn meine Gefühle nicht mit einem Verlust umgehen können, wie soll ich damit klar kommen? Wenn das Unterbewusstsein die Funktion der Suchtbefriedigung übernimmt, was soll ich denn da noch drehen? Wenn geschädigte Organe geschädigt reagieren und unnatürlich behandelt werden, wie soll der Organismus das reparieren? Wenn die Wartungs- und Reparaturorgane falsch programmiert sind, wie soll da etwas in Ordnung kommen?

    Bei solchen Fragen frage ich mich: was mache ich hier? Ein gebrochener Arm der heilt, wenn die Beeinträchtigung weg ist, dann denke ich kaum noch daran. Warum soll hier ein Unterschied bestehen? Warum soll ich immer zu an Vorsichtsmaßnahmen, Rückfälle denken und den drohenden Zeigefinger ins Hirn stecken? Das ist ja fast so, wie einem Kind bis zum Volljährigkeit Windeln anzulegen oder nie mehr den Gips abzulegen, dann wird es wund und fault.

    Krankheit ist ein Prozess, der sich über viele Jahre und Jahrzehnte durch unnatürliches Verhalten entwickelt, d. h., wenn mit 65 Jahren eine sogenannte Alterskrankheit ausbricht, bricht diese nicht wegen des Alters aus, sondern wegen des vorherigen Fehlverhaltens, d. H. also: es gibt gar keine Alterskrankheit. Ein Körper, der 1 Jahr unter ungünstigen Umständen lebt, sich nicht bewegt, schlecht ernährt, in schlechtem Klima lebt und sich einem ungesunden Umfeld aussetzt, wird andere Reaktionen aufweisen, wie ein Körper der schon 50 oder 60 Jahre ungesunden Umständen ausgesetzt war.

    Das ist dann fast wie Zins und Zinseszins. Bei einer gut angelegten Summe kann ich im Alter von den Zinsen leben. Bei schlecht programmierten Lebensjahrzehnten ist das ähnlich, nur umgekehrt, sich selbst aufgezehrt, verbraucht, verlebt, rasend schnell kaputt, Konto leer. Gut, bei 0,5% unversteuerten Zinsen und 2% Inflationsrate bzw. 4% spürbarer Inflation nimmt mir ja auch irgendwer Butter und Brot aus dem Mund. Die wirtschaftlichen Verhältnisse sind ähnlich wie ein zerbröselter Gesundheitszustand, nur, das machen dann andere, die von mir Gewählten, in meinem Namen und ich nicht selbst. Zum Glück gehöre ich da nicht mehr wirklich zu.


    Ganz unten, ganz am Anfang, da stehen meine Zellen, die nur eine Aufgabe haben: der Erdanziehungskraft zu wiederstehen. Dazu müssen sie stark sein, sich laufend erneuern, sonst fangen sie an wild rum zu wuchern oder sterben ab. Stark sind sie, wenn sie regelmäßig natürliche, unveränderte Lebensmittel bekommen, frischen Sauerstoff und einen aktiven Stoffwechsel haben. Ohne Power siechen sie dahin, gammeln und leiten einen Gärungsstoffwechsel ein, da würde ich fast zum Flaschengeist mutieren. Das kann ich mir heute gut vorstellen. Das ist gut vergleichbar mit einem vor dem Fernseher festhängendem Sesselpfurzer, der in der verqualmten Bude von links seine Chips und Lalibo unter die Nase schiebt, von rechts mit Haussaft durchspült. Da fängt es schnell an zu gammeln, in den Organen, im ganzen Körper, von der Zehenspitze bis ins Hirn.

    Was ist schon dabei, wenn alles so vor sich hin gammelt, den Gammelvorgang mit verordneten Medikamenten zu beschleunigen, sich den passenden Partner zu suchen und sich gegenseitig zu unterstützen, also abzubauen? Was ist schon dabei, sich abzugeben, bis der Körper macht was er will, im Doppel, als Coabhängiger, der Unfähigkeit mein Leben zu leben auszuweichen?

    Da war überhaupt nichts bei. Das ging ganz einfach, denn von vielem wusste ich nichts, das was gesunde, klar denkende Organismen tun, das war schon längst aus meinem Körper, zu unbequem, zu lästig. Auch heute habe ich noch viele Alibis, die immer wieder hochkommen und etwas mit mir machen, mich vom Weg abbringen. Dabei ist alles so einfach, denn es gibt einfache Gesetze, Fäden, Strukturen, Zusammenhänge und um die nicht zu vergessen, darf ich immer wieder über mich nachdenken. Hier ist ein guter Platz zum Denken.


    Kartenspielen ist so etwas. Zum Spiel gehören Regeln, die sind fest, unwiderlegbar. Wenn ich die kenne und immer mit schwimme, werde ich im Spiel kaum Sieger sein, aber auch selten verlieren, alles wird immer überschaubar sein, aber vielleicht langweilig, ohne Kick. Wenn ich es schaffe die Karten nachzuhalten, noch weiß, wer was verlangt, wie aufgespielt hat und wie spielt, sind meine Chancen viel höher und Verluste entstehen nur noch wenn gar nichts mehr geht, wenn ich ausbreche oder anfange zu pfuschen.

    Kartenspielen war als Kind die einzige Möglichkeit Nähe zu meinem zockenden Vater zu finden, ihn zu binden, zu packen, Kontakt zu haben. Das kleine bisschen Zeit, das auf uns fünft Kinder verteilt wurde, neben Mutter, seinem Beruf und der Zockerei noch vorhanden war, konnte ich so erheblich ausbauen.

    Lange habe ich keine Karten angepackt, denn ich wollte nie so abhängig sein wie mein Vater und war es schon lange, nur anders. Wir spielen heute auch wieder. Mit allen Kindern, den Schwiegereltern, meiner Frau, in der Nachbarschaft, mit Freunden und ob Skat, Schafkopf, Ligretto oder was auch immer, es ist eine Bereicherung für uns alle. Es geht um nichts, nur um den Spaß und es hält die Birne fit.

    Kochen ist so etwas, voller Gesetze, voller chemischer Reaktionen. Etwas zu viel Salz, schon ist alles versaut, wie einmal die Karten nicht nachgehalten, schon gibt es eins drüber, einmal den Gashebel im falschen Moment aufgerissen, vorbei. Dabei ist alles so einfach. Zutaten so frisch und natürlich wie möglich, Gewürze je nach Kultur, Geschmack, Gericht und die Reaktionen in Verbindung mit Zeit, Gärung und Hitze beachten, mehr ist es ja nicht. Ob es schmeckt oder nicht, hängt von so wenigen Faktoren ab. Langweilig wird es an unserem Tisch nie, aber wie langweilig muss das gewesen sein, als meine Wahrnehmungsnerven gestört waren, lahngelegt durch Nikotin, Suff und Gedanken?

    Gesundheit ist auch so etwas. Innerhalb kürzester Zeit ist die Missachtung der Gesetze ablesbar. Vollwertige Ernährung, Bewegung, Sauerstoff, Erholung, alles in ausgeglichenen Verhältnissen und vieles geht von alleine. Paar Karten nachzuhalten oder den Geschmack mit der Zunge abzuschmecken ist da ein Kinderspiel, nur, wie oft vergesse ich das, sitze mit entfernten Gedanken am Tisch, handle aus scheinbarer Logik und Routine falsch?

    Gesetze für nicht saufen, nicht coabhängig sein, nicht am Leben vorbei leben, die haben wir hier auch, als Steine, als Schritte, kilometerlange Seiten sind komprimierbar in kleinste Einheiten. Ich bin Regionen angelangt, die sollten es mir ganz einfach machen und trotzdem lange ich immer wieder in diese weiche stinkende Masse.

    Gelegentlich sehe ich diesen Kerl, der mehrfach in der Woche stolz darauf ist 24Std. durchzuarbeiten und keinen Schlaf mehr hat, der Kaffee trinkt um wach zu sein, der qualmt wie ein Schornstein, der, wenn er denn ins Bett geht nur mit einem Absacker, vollgepumpt von Fastfood, vor der Glotze und am PC hockend, die Lalibotüten unter die Nase schiebend, voller Geltungsbedürfnis, Anerkennungshunger, Liebesentzug, kränkelnd und bis über beide Ohren im Verschuldungs- Expansionswahn seine Monate verlebt. Meine damalige Insolvenz, die Trennung von der ersten Frau, der Zusammenbruch, das Abtauchen, der Neuanfang, haben mir die Gesetze nicht zurückgegeben, ich war nicht in der Lage zu verstehen worum es ging. Ich war nur in der Lage den ganzen Sumpf gegen eine neue Frau einzutauschen. Das war in etwa das Gleiche, nur etwas anders.

    Wie soll das auch funktionieren, wenn es keine Gesetze mehr gibt? Wenn das Alibi das Alibi deckt, in einer Welt, die aus einer großen Cyberei besteht. Eine Cyberwelt, mit Cybergeld, Cyberjobs, Cyberpersonen, Cybergefühlen, ein riesiges Cybercyber, wo Menschen von Cyberzinsen und Unfassbarem aus einer anderen Welt leben, wo mag das hinführen?

    Es reicht mir die Gesetze in mir, die chemischen Abläufe, Zusammenhänge und Vorgänge langsam zu begreifen, da bin ich bei mir, mit mir, in mir und das tut mir gut. Dieses Unfassbare, dieses Eldorado im Nichts, das ist nicht mehr meins und da will ich auch nicht mehr hin. Das warum ich hierhin kam, hat scheinbar wenig mit dem zu tun, warum ich noch hier bin und doch ist es das Gleiche, nur etwas anders.


    Sich eine lange Weile annehmen, lange weilen ist so etwas. Alleine was aus dem Wort gemacht wurde: Langeweile, da kommt gleich ein ungutes Gefühl hoch. Was sitzt du da rum, hast du Langeweile, dir werde ich helfen, hieß es zuhause.

    In mir, mit mir verweilen, Stillstand. Wie geht Stillstand bei Multitasking, bei Flatrateaussenkontakt und Dauerstress? Es heißt doch immer: Stillstand = Rückstand? Lange weilen, vor meiner Frau, vor den Kindern, im Job, vor mir, vor dem Leben, vor Gesetzen. Ist das nicht viel zu langweilig? Zu langweilig ohne Stress, ohne Druck, ohne Auseinandersetzung, ohne Widerstand, ohne wollen, reißen, ändern, anschieben und machen? In der Ruhe der langen Weile da ist es still, windstill, atemlos.

    Ich kann keinen Wind machen, sagte eine Freundin immer. Ohne Ablenkung, windstill, passend, korruptionsfrei, konsequent ehrlich zu mir sein und mit mir lange verweilen? Wie soll das gehen? Wie soll das gehen, in einer Welt, in der sich Menschen am Wohlsten fühlen, je unnatürlicher alles ist, je mehr alles verwurstelt ist und Scheinwelten als Zuhause normal sind? Ich mitten drin.

    Daran übe ich. Mir selbst gegenüber ehrlich zu sein ist oft unangenehm. Diese verwurstelten Unehrlichkeiten in mir aufzudecken, angepasste Gesetze zu finden und zu ändern ist unangenehm. Langeweile auszuhalten ist neu und unangenehm. Das ist lebhafte Langeweile, es ist immer was in mir los.


    Da las ich neulich, dass in unserer Informationswelt folgendes, ganz legal mit kranken Menschen passiert:

    Die Personen hatten zig Varianten an Vorgeschichte, an Krankheitsauslösern, an medikamentöser Einstellung, die bei der Behandlung nicht berücksichtig wurden, ohne Ursachenbestimmung wurde behandelt. Die verabreichten Medikamente waren zudem weder getestet, noch standen Langzeiterfahrungen zur Auswertung zur Verfügung. Die behandelnden Ärzte hatten weder ausreichende Erfahrung, noch genug Zeit dafür eine gründliche Anamnese. Die wissenschaftlichen Resultate der Industrie an lebenden Menschen waren nicht nachvollziehbar und nicht belegbar. Die behandelnden Einrichtungen waren nicht daran interessiert und das behandelnde Personal nicht ausgebildet. Es handelte sich dabei nicht um irgendwas, sonder um eine der größten Krankheitsgruppen mit exponentiellem Wachstum und einem Garant, schon bald ganz oben auf Platz eins zu stehen, zwei Drittel von uns.

    Ich denke mir dann schon einmal, wo wäre ich, wäre ich nicht hier gelandet? Würde ich mich dann mit solchen Dingen beschäftigen können? Wäre ich dann in solche Mühlen geraten, die kopfschüttelnd ganz normal sind und überall breit gefördert werden?

    Zusammenfassend sind es ja nur wenige, leicht verständliche Vorgänge, die es zu beachten gibt:

    Raus aus meiner Sucht durch nicht bewerten, einfaches tun, ordnen, Ehrlichkeit, im Heute sein, Ändern, loslassen. Nicht beachtet, alles von vorne.

    In der Partnerschaft ist das Fundament aus Kommunikation, Augenhöre, Respekt, ungebunden, Ehrlichkeit. Ist etwas davon nicht vorhanden, geht keine Beziehung und bezieht sich nur auf die vorübergehende Bedürfnisbefriedigung

    Im Job geht es langfristig nur im Rahmen der Interessen und des Verständnisses, wenn Freude da ist, Anerkennung, Verdienst. Nicht vorhanden, kein Erfolg, Wechsel, Notlösungen.

    In der Firma geht es nur mit klarer Linie, kundenorientiert, mit den geringsten Mittel größten Erfolg erzielen, ordnen. Abweichungen bedeuten, keinen Erfolg, pleite.

    Im Straßenverkehr heißt es Regeln beachten, Gerätewartung, fit sein, für andere mitdenken, Abweichungen erhöhen das Risiko für einen Unfall, Ausfall oder eine Strafe.

    Da sind wir wieder bei der Gesundheit, die kommt von Bewegung, Luft, Sonne, Ernährung, Ruhe, Erholung und Schlaf. Bei Nichtbeachtung spinnt der Körper.

    Damit eng verbunden ist die Ernährung, immer alles im richtigen Verhältnis: Fett, Eiweiß, Kohlenhydrate, Vitalstoffe, Flüssigkeit, sonst spinnt der Organismus.

    Da sind wir wieder beim Glück, wie beim Kartenspielen: Regeln beachten, aufpassen, Karten nachhalten, mit zählen, sonst gibt es keinen Erfolg.

    In allem: in der Mitte sein, nie Ausschlagen, nie einfallen, dann geht alles leichter.


    Alles nochmals zusammen:

    Bewegung, Luft, Sonne, Ernährung, Ruhe und Erholung, Schlaf, Regeln beachten, aufpassen, Wartung, fit sein, für andere mitdenken, klare Linie, kundenorientiert, mit den geringsten Mittel größten Erfolg, geordnet, in Rahmen der Interessen und des Verständnisses, Freude, Anerkennung, Verdienst, Kommunikation, Augenhöre, Respekt, ungebunden, Ehrlichkeit, nicht bewerten, einfach tun, ordnen, Ehrlichkeit, im Heute sein, Ändern, loslassen, Fett, Eiweiß, Kohlenhydrate, Vitalstoffe, Flüssigkeit, in der Mitte sein.

    Nur, was kaum einer braucht ist das, was am Meisten da ist, verwendet und eingebläut wird:

    Suchtmittel, denaturierte Nahrungsmittel, sitzen im Job, Auto, vor PC + TV, Unruhe und Krach, fehlende Erholung, mangelnden Schlaf, falsche Partner, falschen Beruf, falsche Ziele, keine Bewegung, keine frische Luft, Kunstlicht, krank machendes Umfeld, kranke Umwelt, Ausraster, nicht bei der Sache sein und sich rund um die Uhr was vormachen.

    In der Summe, das was die kleine Zelle nicht gebrauchen kann.

    Wisst Ihr, ich vergesse immer wieder was von den paar Sachen und verhalte mich dann nicht natürlich, dabei ist es doch so einfach, so viel ist das gar nicht.


    Gute 24h LG Kaltblut


    ..und der Rest steht wie immer wo anders https://beispiel.rocks/beispiel.rocks…ftopic3884.html

    Liebe Nys,

    wir hatten hier einmal nebenan ein Raucherforum. Vielleicht gibt es das noch, frag doch mal bei Karsten nach. Zurück zu den Tatsachen:

    Als ich mit 28 heiratete, habe ich die Kippe vor dem Standesamt ausgedrückt und für 9 Jahre war Ende. Das ging einfach so. Sportliche Aktivitäten, eine geänderte Familieneinstellung und die damit finanzierte Karre machten das möglich. Zwei-drei leichtsinnige Kippen auf einer Messe und sie schmeckten wieder. Wir waren drei Nichtraucher, ich danach nicht mehr, 13 Jahre lang, qualmen, aufhören, qualmen und immer stärker.

    Als ich 2004 mit meiner Exfrau im Ausland unterwegs war und wir einen kleinen Disput hatten, habe ich aus Blödheit, Trotz und Wut, denn mein über einjähriges Nichtrauchen wurde mit Anerkennung honoriert, wieder angefangen zu qualmen. Das Gift saß halt immer noch tief in der Birne fest.

    Vor sechseinhalb Jahren hatte ich nach mehreren erfolglosen Versuchen entschieden: erst der Alkohol weg, wenn die Voraussetzungen stimmen, dann die Fluppen. Zum Schluss war ich bei 70-80 Kippen am Tag angelangt, vieles in mir wurde mit Kippen kompensiert. Seit ich trocken war, ging der Bedarf bis zwei Schachteln nach oben.

    Bei mir war es genauso wenig möglich mich runter zu qualmen, wie runter zu saufen, hier ging es nur schwarz/weiss: entweder oder. Es ging ja oft gut, mal Jahre nicht qualmen, mal ein Jahr, mal paar Wochen, bis es nicht mehr ging. Schön, wer einfach so aufhören kann. Nur zu, sobald sich etwas in Bewegung setzt, passiert etwas. Im Zweifelsfall wird es wie beim JoJo-Effekt immer was mehr, bis nichts mehr geht. Nikotin, Gifte, beigemischte Stoffe, über die Bronchien direkt und ohne Reduktionsverlust ins Suchtzentrum, da klappern die Rezeptoren vor Aufregung hin und her. Das ist ein einzigartiger Vorgang, der nur von wenigen Drogen getoppt wird.

    Es ist ja klasse, wenn Menschen glauben, dass sie über die Reaktionen des vegetativen Nervensystems, also über das Unterbewusstsein und der verbundenen Organe mit dem freien Willen Kontrolle ausüben können. Bei mir geht so was nicht. Zum Glück hatte ich aber schon erfahren dürfen, dass mich nicht das Bewusstsein trocken legt, sondern der Organismus und erst wenn der es will, wenn der das bewusste Hirn ausschaltet, dann wird das was. Gut, ich kann mich mir verweigern, dabei entsteht aber enormes Stresspotential, Druck, Fresssucht, da geht einiges nach hinten los und der Rückfall ist vorprogrammiert.

    Ich habe damals einen Arzt hinzugezogen, denn die Entzugserscheinungen waren für mich schlimmer als alles was ich vorher an Entzug erlebt habe, Zittern, Depression, Aussetzer, Schmerzen im Kopf und ganzen Körper, Schlaflosigkeit, Aggressivität. Neuerdings heißt es: reiner Tabak, ohne Zusatzstoffe, was war das denn vorher? Selbstentscheidung, darauf baut auch die Industrie ihren Alkoholverkauf auf, denn die Entscheidung liegt ja ganz klar in meiner Hand, es sei denn, es liegt nicht mehr in meiner Hand.

    Mir hatte das Buch über die Prozesse gegen die Nikotinindustrie geholfen, „Das Geschäft mit dem Tod ISBN 978-3861507796 „. Darin stand die schockierende Gewissheit, dass ich keine, aber auch gar keine eigene Entscheidungskraft mehr habe, sondern einfach, damals noch legal, von Industrieunternehmen abhängig gemacht wurde. Dabei dachte ich immer, es liegt in meiner Hand. Das hatte was Mächtiges in mir bewirkt und führte beim Gedanken an Fluppen zu Brechreitz. Nach einigen Tagen kam wieder die schulterklopfende Sucht.

    Damals flossen Unmengen Wasser in mich rein und ich habe Berge Gemüse in mich reingestopft. Irgendwann ging es und da ich durch den Ausbruch aus der Alkohol- und Coabhängigkeit gestärkt war, waren die Wege ja vorgezeichnet = Grundsteine, Schritte, alles von vorne wiederholen, abgeben, vor allem den Größenwahn es selbst in der Hand zu haben.

    Wieder 10kg zuzunehmen war es mir wert, denn der entstandene Stress im Unterbewusstsein will ja auch irgendwo hin und ich wusste ja, der geht auch wieder. Soviel zur Selbstentscheidung und die Aufpfunde gingen erst weg, als sich anderweitige Befriedigung einstellte, z. B. durch Sport, Bewegung, frische Luft, Musik, Lesen, Ernährung, Meditation, Ruhe im Job, im Umfeld, mit der Ex und was mir sonst noch Befriedigung gab, dann purzelten sie nach einigen Monaten auch wieder. Mit Süßigkeiten und Kalorienfressen wurde übrigens nichts kompensiert, davon wurde ich schon vorher frei und hatte ausreichend abgenommen.

    Meine Exfrau hatte damals noch geraucht, waren ja nur paar Wochen bis zum großen Knall. Wie das funktionierte ist mir immer noch unvorstellbar, denn ich habe nichts, aber auch gar nichts an ihr gerochen. Das ich mit einem Aschenbecher zusammen lebte, war wie ausradiert aus meiner Birne.

    Heute kann ich damit nichts mehr anfangen, Qualm hat in meiner Umgebung nichts mehr zu suchen.

    Übrigens: Nikotin hatte in meiner Jugend etwas aktiviert, wodurch ich leistungsfähiger wurde. Das Missverhältnis Gesundheit und Zufriedenheit mit Leistungsfähigkeit aufzuwiegen, daran arbeite ich immer noch.

    Ich wünsche Dir viel Erfolg bei Deinen Versuchen, jeder Tag ohne Abhängigkeit ist es wert diesen Weg zu probieren.

    LG Kaltblut

    Hallo Rumba,

    natürlich kann das auch weiterhin funktionieren, wenn Ihr miteinander auskommt, wenn der Alltag funktioniert, wenn sich jeder frei entwickelt und in der Lage ist sein Leben zu leben. Das ist eben selten, denn in einem trockenen, selbstbestimmten Leben ändert sich für beide Partner sehr viel und weil sich oft mehr ändert als wir uns vorher vorstellen können, passt es meist nicht mehr.

    Warum sollst Du falsch sein, wenn es Dir gut geht?

    Erst am Ende meiner Ehe habe ich damals festgestellt, dass meine Exfrau ohne Alkohol genauso war wie mit, nur halt trocken und dass das, was mich aufrieb und unfähig machte mein Leben zu leben tief in mir steckte. Die Beziehung stockte durch falsche Voraussetzungen, Bedingungen und Vorstellungen, die ich mit einer gesunden Beziehung verknüpfte und natürlich durch die neue, nicht mehr passende Lebenseinstellung meiner Exfrau.

    Wenn bei Dir alles OK ist, dann lass Dir keinen Bären aufbinden und lebe Deine Beziehung so lange wie es Dir gut geht.

    Wie Du liest, ist Aurora in einer neuen Ehe und ich bin auch schon mehrere Jahre in einer neuen, liebevollen Beziehung. Sind das keine Happyends?

    LG Kaltblut

    Hallo Tina,

    ich hatte einige Monate nichts getrunken. Freunde wollten mich zum Messeabschluss endlich wieder normal machen, also so, wie alle Gesunden sind, denn ihrer Meinung nach war ich nur vorübergehend falsch gepolt. Irgendwann an diesem Abend habe ich nachgegeben, hatte paar Kurze drin und war schlagartig unfähig zu laufen. Dafür gab es keinen Grund, es brodelte nichts, da war kein Überschwung, nichts Feinstoffliches, kein übergeordnetes Elementarteilchen und auch sonst kein Hokuspokus, ich habe mich einfach abgegeben. Das ist fast 6 1/2 Jahre her. Das passierte zum Glück ohne Konsequenzen und ich bin mir bewusst, dass es für andere ganz anders hätte ausgehen können. Was wäre wenn ist Spekulation. Tatsache ist, dass ich an diesem Abend noch nichts gegen die geballte Macht engster Freunde entgegenzusetzen hatte, sie hatten aus vollster Überzeugung versucht mich eines Besseren zu belehren. Heute kann ich mit solchen Situationen anders umgehen. Deshalb kann ich auch heute reinen Gewissens aussprechen: in mich kommt kein Dreck mehr rein, es gibt keinen Rückfall dieser Art mehr.

    Dafür passieren mir heute andere Dinge, die ich jetzt für mich ähnlich bewerte wie einen Alkohol- oder Co-Rückfall, die aber so weit davon entfernt sind, dass ich mein damaliges Getue als unbedeutend empfinde. Heute bin ich auch froh, dass das passiert war, denn ich durfte lernen, dass das was andere Menschen denken, nicht das ist was gut für mich sein muss und selten etwas mit mir zu tun hat.

    Rückfälle als Coabhängiger ergaben sich später einige und die hinterließen tiefere Spuren.

    Als meine Exfrau trocken wurde, Hoffnung keimte, tickte es in meiner Birne nicht mehr richtig. Euphorisch wurde die Scheidung zurückgezogen, mit nach Berlin umgezogen, mitten rein in den Co-Rückfall. Diesmal war meine Exfrau trocken. Alles war wie vorher, nur ohne Flaschengeist. Der Rückfall wiederholte sich, als neue Krankheiten auftraten. Dabei wurde mir erstmals klar, dass es egal war was ich als Grund ermittelte, meine Unfähigkeit mein Leben zu leben betraf nur mich und hatte nichts mit ihr, nichts mit Alkohol, nichts mit ihren Krankheiten zu tun. Ich habe gelaehmt, wie ein im Scheinwerferlicht geblendetes Karnikel, vor mir gestanden und das nicht wahrhaben wollen, abgelehnt, verdraengt, genauso, wie Jahre vorher, als ich bei ihr und dann bei mir festellte: da stimmt was nicht.

    Du willst wissen ob das plötzlich kam, ob sich da etwas aufbaute?
    Freunde, Mitglieder realer Gruppen, das Forum, Therapeut, alle waren life dabei, hatten mit Rat und Tat geholfen. Es hätte auch anders sein können, ist es aber nicht = auf das was in meiner Birne abläuft, hat keiner Einfluss.

    Wie lange das dauerte? So ein Jahr.

    Wie es da raus ging? Forum, Gruppen, liebe Menschen, rauslassen, ändern, dran bleiben.

    Wenn ich gegen einen bestimmten Baum allergische Reaktionen entwickele, dann ist es törischt, mir einen solchen in den Garten zu pflanzen und darauf zu hoffen, dass die Allergie irgendwann weg geht. Ich kann mich auch beim Allergologen testen, sensibilisieren lassen und Medis einwerfen. Am einfachsten bleibt es so einen Baum nicht zu pflanzen und da wo er schon steht einen Bogen drum zu machen. Der Baum kann nichts dafür, das liegt ja in mir. Ich kann nichts dafür, da ist aus irgendwelchen Gründen nur was aus den Fugen geraten. Mit den Fugen ist das so eine Sache. Wenn da was nicht passt, hoch geht, dann können das die Wurzeln des Baumes sein oder ein ganz anderer Baum oder Hochwasser oder der Untergrund oder auch ein Maulwurf. Vielleicht bekomme ich das aber auch wieder hin oder es gibt sich von ganz alleine.

    Nur, Gründe und Möglichkeiten sind unersättlich, die recyceln sich von ganz alleine und sorgen für unendlichen Nachschub. Es ended also immer wieder da, wo es angefangen hat. Da spielt es keine Rolle, welchen Namen wir dem Kind geben. Deshalb bin ich auch immer noch am Ball, denke an Grundbausteine, Schritte und überarbeite regelmäßig mein Hirn. Das geht mal besser, mal schlechter, manchmal passiert garnichts, mich zu bedenken ist ein fester Teil im Alltag geworden.

    Es gehtnalso nur um meine Gefühle, Reaktionen im Organismus, wo sie herkommen, was sie verursacht und was gut für mich ist, das ändert sich. Ich dachte ja auch mal saufen, rauchen, fressen und der ganze Rattenschwanz seien gut für mich. Meine Behandlung hört ja nicht auf, die geht so lange ich denken werde. Ich für mich, denn wie soll ein anderer mich verstehen und die richtigen Hebel drehen, wenn ich das selbst nicht kann? Da sind wir wieder bei der Unfähigkeit sein Leben zu leben, beim Abgeben und loslassen oder zu viel, zu wenig, bei Gründen und Möglichkeiten, beim Baum, dem Maulwurf, im Forum, am Anfang.


    LG Kaltblut

    Hallo Mäuki,

    das war doch die vergangenen Monate eine tolle Leistung oder zweifelst Du daran?

    Natürlich bekommst Du nichts dafür, dass Du trocken bist, keinen Händedruck, keine Anerkennung, nichts Bares, ist ja nur für Dich, ganz alleine für Dich, damit Du bewusst erlebst was um Dich herum und in Dir abgeht. Das life und trocken zu erleben ist es wert. Andere können da wenig mit anfangen, die sind weiterhin auf irgendeine Art weggebeamt oder waren es nie, das bleibt Deins.

    Gegen Tiefs hilft zu reden, zu schreiben, hier oder in realen Gruppen. Du lebst ja in einer Grossstadt, da stehen Dir alle Möglichkeiten zur Verfügung, nutze sie und bleib am Ball.

    Viel Glück auf Deinem Weg.

    LG Kaltblut

    Hallo Morgenrot,

    bis vor wenigen Generationen waren Kinder ja noch die Altersversorgung und wurden verkuppelt, gehandelt und verheiratet, um das bestmöglichee Ergebnis für die Familie und die Altenversorgung zu erzielen. Viele Erwachsene haben sich die Kinder so erzogen, dass sie für deren angenehmen Lebensabend da sein sollten, also abhängig sind. Coabhängigkeit, also die Unfähigkeit sein eigenes Leben zu leben, ist also generationsübergreifend und war und ist ein Teil der Gesellschaft. Coabhängigkeit gewollt, zur Absicherung des Lebens, im Alter, bei Krankheit. Bei uns trafen halt Krankheit und unbewusste Abhängigkeit schon viel früher aufeinander.

    Das wir heute so viel Freiheit und Freizeit haben und in so einem Wohlstand leben, dass wir dann als ältere Generation auf die Versorgung durch die Kinder verzichten können und wollen, ist ja etwas ganz anderes, unsere Entwicklung, klagen im Wohlstand.

    Ich möchte nicht, dass meine Kinder später einmal durch mich belastet werden und hoffe, dass mir die Möglichkeiten gegeben sind. Wenn nicht, dann werden meine Kinder in die Pflicht genommen und das ist dann wieder etwas ganz Normales, nur dieses mal vom Staat verordnetes zum Wohle der Allgemeinheit. Dann können die Kinder klagen, im Wohlstand.

    Der Luxusunterschied zu meinen Großeltern ist, dass sich unsere Gesellschaft dann Pflegepersonal oder Pflegeunterkünfte im preiswerteren Ausland leistet, weil die zur Freiheit erzogenen Kinder mit TV-, Smartphone und PC abgerichtet wurden und solche Aufgaben nicht mehr übernehmen können.


    LG Kaltblut

    Hallo Frozen Tears,

    wie Hartmut so trefflich schreibt: „Solange der Alkoholiker aber funktioniert wird es toleriert.“

    Erste Hilfe ist eine Sache, die andere ist die ganze Breite der Abhängigkeit und Unfähigkeit sein Leben zu leben.

    Da frage ich doch einfach mal in die Runde: würde mir irgendwer einfach so mal 200€ überweisen, damit ich was Gutes damit anfange? Bestimmt nicht.

    Aber wenn es um die unangenehmen Gefühle geht, um die redenden Nachbarn, um Freunde, Verwandte, Arbeitskollegen geht, wenn es um Geld, Wohlstand, soziale Stellung, Anerkennung, Grundstücke und Fahrzeuge geht, um den Job, Bequemlichkeit, die Kinder, um die ungewisse Zukunft, die Angst etwas zu ändern geht, da sieht es plötzlich ganz anders aus und es fallen Gründe ein, von denen sich einer besser als der andere anhört und auch noch verständlich sind.

    Ich mache da heute keinen Unterschied ob jemand als Coabhängiger seine Unfähigkeit zu leben auslebt oder als kranker Mensch seinen Neigungen nachgeht und nicht in der Lage ist etwas zu ändern: ohne Schnitt geht alles ungebremst den Bach runter, Gesundheit, Beziehung, Werte, es dauert bei einigen nur etwas länger, es ist etwas härter, etwas kranker, etwas leidvoller, am Ende ist es hin, verbraucht, weg.

    Unabhängig vom dem, was in jedem Einzelnen passiert bleibt es Dummheit sich an seiner Fehlleitung und Unwissenheit festzuhalten. Jeder hat zum Glück die Freiheit selbst darüber zu entscheiden, wie lange er am Ball bleibt und seine Erfüllung im Kranksein sucht.

    Hilfe schafft es zu akzeptieren, dass ich mit dem Ausbrechen aus der Situation alleine in meinem alten Umfeld da stehe und viele neue Türen aufgehen, die ich heute noch nicht begreifen kann.

    LG Karl

    Hallo Ihr,

    da es ja auch um "Sie" und nicht nur um "Ihn" geht:

    Es hat lange gebraucht, um zu begreifen:

    Zitat

    Aber wir sind doch die Co-Abhängigen, da gehört der Abhängige doch dazu, oder nicht?


    Nein! Aber dann ist ja da nichts mehr zum Verbeißen, zum Festkrallen, kein Alibi.

    Deshalb rufen ja auch fast alle den Klempner, weil es so unangenehm ist in den eigenen Haufen zu langen, wenn der Topf bis oben hin zu ist.

    Der Angehörige ist lediglich mein Suchtmittel, an den ich mich klammere, um meine eigene Unfähigkeit zu leben zu deckeln, um nicht hinzuschauen, was da alles für ein Unrat in mir brodelt.

    Die Zeit hätte ich gerne nochmals für mich zur Verfügung, die ich damals für und mit der Krankheit meiner Exfrau verbrachte, die sich um meine Exfrau drehte, anstatt um mich.

    Damals schien es mir egoistisch, unbarmherzig, gefühlslos und unmöglich ohne Gedanken an Sie zu sein. Das Einzige was da nicht stimmte war meine Unfähigkeit die Dinge auch anders anzunehmen, meine Unfähigkeit zu leben.

    LG Kaltblut

    Liebe Dia,

    ich bin mal wieder überrascht, was da so abläuft. Nur-, war das nicht schon immer so?
    Menschen, die Wertvolles berichteten wurden gegangen, weil-, ob es nun kleine Egos anderer waren, ein Spielball gebraucht wurde,
    oder ein anderer Lebenslevel erreicht wurde oder sogar grobe Fehler gemacht wurden, es steht mir nicht zu darüber zu urteilen, es gibt zu viele Gründe.

    Es gibt welche, sind sie oft nicht bei sich, sondern bei anderen, also neben sich, das gibt sich.

    Ich bin mir heute mehr denn je wichtiger als das Forum. Hier im Forum bin ich ein Teil und das Forum steht über mir.
    Es ist mir deshalb unbedeutend, wer sich warum unprofessionell verhält, es wiederholt sich alles immer wieder, nur was anders.

    Lieben Gruß Karl und auch von Geli, sie meint: Dia for President