Hallo Emma,
schön, dass Du wieder da bist, gespürt haben wir ja Dein Windchen schon.
Lg Karl
Hallo Emma,
schön, dass Du wieder da bist, gespürt haben wir ja Dein Windchen schon.
Lg Karl
Zitat von verflixt
Aber wie lang dauert es, bis jemand seinem persönlichen Tiefpunkt erreicht, Monate, Jahre, nie....Hach sinnlos.....
Hallo verflixt,
bei uns ist ein sonniger Tag, aber was ist sinnlos? Sinnlos wäre es, wenn Du Dir keine Gedanken machen würdest, damit fängt alles an und das kann lange dauern, aber es passiert was, bekommt einen Sinn, für Dich.
Es gibt Menschen, die finden ihren Sinn in einem permanenten Höhepunkt, es liegt in Deiner Hand da runter zu kommen.
LG Kaltblut
Hi Spedi,
definitiv oft zu viel Dünger, das gibt Blähungen, geht dann auch irgendwie in die Hose, eben wieder Kappes und wenn ich zu dünn dünge, das gibt dann Dünn…
Schade mit der Kuh, Kuhblähungen hm, sind auch Kappes, aber Ihr habt ja noch Bären. Häh? „nicht mehr in der Konstitution?“ Spedi, es ist viel mehr in uns, als hinten rauslaufen kann.
LG Karl
Hallo Ihr Lieben,
klasse, wenn ich andere lesen darf und sich etwas entwickelt, egal auf welcher Seite hier. Es ist immer unglaublich, was da alles in Bewegung gerät,
egal, ob und was Hirnschmalz im meinem Kopf veranstaltet oder ob mir ein ein Blumenkohl aus den Ohren wächst, wohlgemerkt: bei mir.
Welche Wege andere gehen, dass weiß ich ja nicht.
Ich habe bei diesem Austausch gestern alte Infos rausgesucht und mir nochmals ganz genau rein gezogen und da ist etwas, was mich nicht befriedigt:
Alkohol ist kein Bestandteil mehr meiner Person.
Nikotin ist kein Bestandteil mehr meiner Person.
Co-Abhängigkeit ist präsent wie eh und je und es bedarf einer Kleinigkeit und
das Ding arbeitet wieder. Anders als früher, aber ein fester Bestandteil meiner
Person, unabgelegt. Das muß vielleicht sein, weil wäre es nicht so, würde ich
evtl. den Respekt vor der Krankheit und damit vor den Krankheiten verlieren.
Die Auslöser sind ja weder meine Frau, noch Suchtmittel, sondern nur mein
unendlich wuchender Blumenkohl.
LG Karl
Hallo vivi,
schön daß Du hier in das Forum gekommen bist. Schade wenn keiner sofort antworten oder helfen kann, aber das ist manchmal so und sicher nicht böse gemeint, nimm das bitte nicht persönlich. Ich weiß, daß das Schreiben hier ganz schön Überwindung kostet, wenn man sich überwunden hat endlich etwas zu schreiben und es absendet, erwartet man Reaktionen.
Manchmal kann niemand etwas sagen, aber sei Dir sicher, hier steht schon sehr vieles und es tut sehr gut in der Wartezeit zu lesen. Du wirst Dich wundern was da alles steht, das kostet Deine Geduld, die ist es wert.
Sieh mal vivi, Du hast Dich hingesetzt, Deine Gedanken sortiert, geschrieben und suchst Rat, das ist richtiges Verhalten. Es ist absolut richtig, denn wenn Du Dir keine Gedanken machen würdest, all das was Dich stört so hinnehmen würdest, würde sich nichts ändern. Du hast schon einen ganz großartigen Schritt gemacht, der Rest kommt.
Lieben Gruß kaltblut
Hi Markus,
ich dachte Du arbeitest an irgendwelchen Prüfungen. Eigentlich ist das alles egal, weil ich eine ganz normale Beziehung führen möchte, eine Ehe, ohne mir von morgens bis abends die Birne um mein oder das Befinden des anderen zu zerbrechen. Ich mache das jetzt einfach mal.
Ich hatte mal ne Guzzi, geiles Ding, aber immer was dran, da habe ich sie weggeben. Da war ich zufrieden, geiles Gefühl.
Der Paradoxe Weg, Franz Strieder, paß auf Dich auf, ist kalt draußen.
LG Karl
Hallo Ihr,
da bin ich ja auch wieder zufrieden. Übrigens Jenny, gelegentlich verstehe ich mich selbst nicht mehr. Das macht mir aber nichts mehr.
LG kaltblut
Hallo Jenny,
“es ist schon immer gut gegangen“, das ist für mich so was ignorierendes, ich mache was, nämlich nichts, die Augen zu und durch, „es wird schon gut gehen“. Ich mache was durch Aktives Nichtstun, es bringt mich hier aber nicht weiter, löst nichts, ich reite mich nur immer tiefer rein, deshalb aus philosophiert.
Aber kurz was zum Stichwort befriedigender Perfektionismus:
Der größte Spaß, Zeit und Gelassenheitsdieb ist der Perfektionismus. Als Gegenstück fand ich da was von Libertinismus, aber das bedeutet irgendwas in Richtung unmoralischer Freizügigkeit, ohne das „un“ fände ich es gut. Gut fand ich den Begriff „shoplifting“ an einer Kasse, sozusagen, eine Straffung des Geschäftes, eine Erleichterung, ein Diebstahl. Partnershiplifting (wenns das gibt) wäre dann irgendwie, wie die Beziehung erleichtern. Da bekommt "sich liften lassen" für mich eine ganz neue Bedeutung.
Da stehen wir kurz vor geistigem Organmißbrauch, spedi, schön Dich zu lesen.
LG kaltblut
Hallo Ihr,
ignorieren, ich kann das gut, wenn mir was zu blöde ist, wenn ich was nicht verstehe, wenn ich meine Gefühle nicht ausdrücken kann oder wenn ich Angst habe. Ich muß nicht jedesmal den Mund aufmachen, es reicht mir, das ich weiß ich kann es. Ignorieren bedeutet für mich aktives Tun, wegsehen, abhauen, schützen, auch wenn ich mich in der Gefahr totstelle, mache ich was und wenn ich ignoriere, daß es draußen spiegelglatt ist, dann bin ich einfach nur dumm und lande auf der Nase, kann nicht mehr. Bei Ette habe ich oft Menschen getroffen, die haben mich rasend gemacht, da mußte ich weg, aber dann ging wieder was.
Wenn ich kapituliere, die Sicherungen raus drehe, dann mache ich nichts mehr, ende, fertig, ich stehe ungeschützt vor einem Panzer und blicke in das Rohr, nichts geht mehr. Meist passiert das, wenn ich auf der Nase gelandet bin, also nach dem Ignorieren. Ich gebe mich ab, bis ich mich langsam wieder traue pieps zu sagen.
Ich habe meiner Frau mal einen Zettel unter die Nase gehalten, sie soll unterschrieben, daß sie bedingungslos macht was ich sage und mir voll vertraut. Hat sie natürlich nicht, aber irgendwann für sich schon, denn sonst wäre sie ja nicht trocken geworden.
Da stellt sich für mich gerade eine ganz neue einfache Frage: in welche Hände bin ich bereit mich zu begeben und was wäre, wenn meine Frau mir jetzt einen Zettel unter die Nase halten würde?
LG Kaltblut
HI,
bei mir hats heute auch gezwitschert, ich wollte mal die neuen Meniskusstrapse ausprobieren. Ich bin aber dann doch ohne raus und das ging ganz gut, die Knie funktionieren auch ohne Bandagen.
Irgendwie fühle ich mich danach größer, stärker, da werde ich bestimmt früh einpennen.
LG kaltblut
Hi Markus,
einen Krieg gewinnt man nicht. Wenn Du davon ausgehst, daß ein großes mächtiges Land Truppen in ein kleines Fleckchen Erde schickt, dann kann es das Land zwar besiegen, unterdrücken und ausbeuten, aber gewinnen, sich verbrüdern? Irgendwann macht es Bum, weil auch das kleine Völkchen damit nicht klar kommt. Völker haben da ihre Probleme über Jahrhunderte, wie sollen wir kurzlebigen kleinen Würstchen da klar kommen? Radikal rausschneiden, entfernen, mit Chemie bekämpfen, das kommt wieder, wenn sich die Umstände nicht ändern.
Wenn ich am Ar… bin, nicht weiter weiß, fertig mit Gott und der Welt bin, wieder einen Tiefpunkt erlebe, dann bleibt mir nur aufzugeben, aufhören vor mir fortzulaufen, meine Waffen, mein Hirn auszuschalten und mich abzugeben. Die Aufgabe jeglicher Kontrolle über alle mir zur Verfügung stehenden Systeme, ich höre auch zu wollen. Kleine Kinder können das, deren Hirn ist noch nicht übergelaufen, noch nicht eingeschränkt. Wir können das auch, es ist für uns nur als vollkommen bescheuert zu verstehen. Es kann sein, daß wir dann zum Spinner werden - und - mir geht es dann gut, richtig gut.
Dann gibt es Partisanen im Kopf, Stimmen in uns, die es besser wissen, kleinen lodernde Rabauken, die sorgen für Rückfälle, lassen uns zu unserem Suchtmittel greifen, wenn wir das jetzt unterdrücken wollen oder abhauen, tickt die Bombe wieder, bis sie hoch geht oder wir kapitulieren, schließen Frieden, dann kann sie sich auflösen und da ist es egal, ob der Partner dazu steht oder nicht.
Meine Frau könnte ich auflösen, nur, sie ist nicht die Lösung, die bin ich, sie ist „nur“ der Auslöser, sie bringt mich zum Ticken, ich brauche „nur“ vor mir zu kapitulieren, meine Systeme abstellen, Frieden schließen. Ganz einfach oder? Da ich mich dauernd verändere, tickt es immer wieder, vielleicht fahre ich mal in den Schwarzwald und lasse mir einen Kuckuck einsetzen, vielleicht einen mit Sprachchip. An Kuckucks Stelle kommen dann Hühner und zwitschern: „Da simmer Dabei“. Überleg doch mal wie einfach das Leben wäre, wenn ich immer bei allem akzeptieren könnte, daß es so einfach ist? Da wäre ich doch gar nicht hier, ich hätte nen Vogel oder würde im Käfig sitzen.
Das Paradoxe an der ganzen Sache ist ja, wenn ich Druck auf der Blase habe werde ich ganz unruhig und denke ich mache gleich in die Hose, ich komme gar nicht auf eine andere Idee. Ich vergaß, daß Du Zahlenmensch bist, was wäre denn wenn 4711 eins wäre?
LG kaltblut
Hi Ihr Lieben,
es stand da was von Gummiband, abflitschen, zurückkommen, ich weiß heute nicht mehr so richtig wer eigentlich immer geflitscht wird, die Co´s, die andere Partei, die Männer, die Frauen oder wir uns selbst. Gelegentlich packt mich dann ein Windchen und rüttelt mich abgeflitscht durch. Passiert, kann man nichts dran machen, aufstehen und weiter.
Als ich hier hin kam, da war mein Verständnis für mich und meine Situation, für das was da so alles passierte ungefähr so ….. groß und es drehte sich alles um meine Frau. Ich habe zwar dazu gelernt, ungefähr so…………………………………viel und ich weiß auch, wenn ich sage: meine Frau ist doof, ich mich dann eigentlich selbst meine, meinen Unverstand, aber wenn so ein Stürmchen durchs Hirn zieht, dann schrumpft mein Verständnis auf Stecknadelkopfgröße.
Es gibt so viele Parameter in uns, im Partner, in Beziehungen und die ändern sich permanent, immer wieder und ich kann sie annehmen oder ablehnen. Jetzt habe ich mit so vielem Frieden geschlossen, meine Kriege eingestellt, kapituliert, aber es fliegen immer neue Parameter durch die Luft. Parametergleiter, das wäre mal was Neues, unbeschadet von Stecknadelkopf zu Stecknadelkopf gleiten.
Dumm, wenn ich mal auf der falschen Stecknadelseite landen würde, da hat es sich dann ausgegleitet, da könnten sogar die Geländeskater noch was lernen.
Wenn der Schrumpfkopf zu groß wird, dann kann ich immer noch den Notfallschirm ziehen und mich mit meinen Gedanken abgeben, im größere Hände fallen lassen. Muß man manchmal, sonst geht vielleicht was am Ar…. und nicht vorbei. Wie auch immer, das bleibt alles und für immer eine ziemlich flutschige Sache.
LG kaltblut.
Einspruch Ette,
besiegen, abschneiden, rausoperieren, bekriegen?
Frieden schließen, aufgeben, kapitulieren.
LG Kaltblut
Hi Dia,
über den Wackeldackel muss ich herzlich lachen, gut dass ich nichts mehr im Mund hatte, bei Dir heute zu lesen, tut mir herzlich gut. Ich drücke Dir die Daumen, dass Du den heutigen Tag sturmfrei überstehst.
LG kaltblut
Hi Emma,
was geht denn jetzt, Du müßtest doch wieder gelandet sein, haben Dich die Löwen gefressen oder kommst Du gar nicht wieder?
LG kaltblut
Hallo bonny,
nehmen wir einmal an, ich stünde vor der Frage mich für eine Partnerin entscheiden zu müssen. Ganz klar: kein Alk, keine Drogen, kein Irgendwas, da bleibe ich lieber alleine. Alles ist schön, neue Partnerschaft, wer kann garantieren daß sich nicht eine Tablettenabhängigkeit, irgendwas anderes passiert, oder mir? Keiner. Passiert einfach. Oder es gibt eine Krankheit. Was jetzt? Damals hieß es: das ist ja was ganz anderes, ein Kranker würde sich helfen lassen, der Abhängige nicht. Also was geht da ab, wer legt jetzt fest was gesund und ungesund für mich ist?
Zitat von bonny24
auch ich habe geschrien: nie mehr, nie wieder.....
zur zeit bin ich unfähig zu schreien, ich dümpel hier so vor mich hin und wenn mir jemand fragt was morgen ist, lautet meine antwort: erstmal die nächste stunde überstehen!
Die nächste Stunde, den halben Tag, die nächsten 24 Stunden, unsere nächsten 24 Stunden. Sieh mal, ich habe in Projekten und weit in der Zukunft gelebt, wenn andere Weihnachten feierten, machten wir Produkte für übernächstes Weihnachten. Jetzt, hier und heute zu leben, das war wie ein Luftballon, den bläst Du feste auf, läßt ihn los, dann saust er was wild durch die Bude und ein leerer Sack liegt auf dem Boden. Für mich war das neu und irgendwie habe ich heute auch Probleme wieder Luft in den Ballon zu bekommen, vielleicht habe ich auch nur bessere Überdruckventile, weil nicht mehr so denken und handeln will wie früher.
Zitat von bonny24
mein leben war ein einziges chaos bisher, warum weiß ich nicht. suche ich mir bewußt die falschen partner oder zieh ich diese automatisch an???
oder verhalte ich mich falsch und erziehe mir meine partner zu egoisten???
hab ich mich selbst lieb? oder bin ich mir nicht wichtig?? fragen über fragen...
Bonny, egoistisch, das war für mich mal was Schlechtes, was nicht akzeptables, damit habe ich den Thread hier begonnen. Gesunder Egoismus ist unser Halt, ohne ihn können wir noch so viele Mukkis haben, wir würden uns selbst auflösen.
Zitat von bonny24
ich kann alleine sein, war ich schon oft längere zeiträume. ich hab sehr gute freunde und ein tolle familie. gut, ein kind wünsche ich mir seid jahren. aber nicht auf biegen und brechen und nicht einfachso. es sollte der richtige partner sein, aber gibt es ein richtiger partner für mich?
Alleine sein, das heißt ja noch nicht, etwas Du etwas mit Dir anfängst, in Dich blickst, Dich hinterfragst. Ich schalte z. Zt. abends gerne den Fernseher an, ziehe mir irgendeinen Blödsinn rein, ich bin dann alleine, aber nicht mit mir, aber ich weiß das geht vorbei. Alleine war ich, als mich viele Begriffe aus dem Forum hier zerrissen haben, als ich sie verstand, als ich sie in mir suchen mußte, mich mit etwas beschäftigen mußte, was mir einfach zu blöde war, mir selbst.
Zitat von bonny24
ich weiß noch nicht mal ob ich co bin, keine ahnung! hab ich ein helfer-syndrom? meine besten freunde sagen nee, du bist nur sehr gutmütig und harmonie-süchtig. ich weiß nur: ich will nicht ewig mit herzschmerz kämpfen müssen und mir pausenlos um jemand sorgen machen. da bleib ich lieber allein. ist das egoistisch?
Als meine Frau und ich eine Beziehung eingingen, da waren wir sehr eng verbunden, auch über das Telefon waren wir eigentlich sehr eng umschlungen. Wir verlebten so intensive Tage, Wochen und Monate, daß es schon unheimlich war. Wir haben uns so tief ineinander fallen gelassen, sie in mich, ich mich in sie, das gab es noch nicht mal im Film und wir wußten, daß irgendwann die „Wonne der Gewöhnlichkeit“ kommen würde, daß sich das nicht mehr wiederholt, daß es anders wird.
Wir haben nie gelernt, mit all den Veränderungen umzugehen, loszulassen, uns anzupassen. Die größte Gefühlsbombe aller Zeiten, das läßt doch keiner los. Wir lernen jeden Müll, legen Vorräte an, bauen Häuser, sammeln auf Konten, da sollten wir unser Glück abgeben? Hallo, hätte mir das jemand gesagt, hätte ich dem den Stinkefinger gezeigt und gefragt: in welchem Verein bist du denn? Dann kam ich hierhin. Erfahrene Menschen erzählten mit solche Sachen. Die hätten mich irgendwo festbinden können, ich wäre mit „irgendwo“ ausgebüchst, obwohl ich vollstes Vertrauen hatte. Ich glaube so um die 5-7 Monate mein Unwesen getrieben zu haben, aber eigentlich noch länger, weil ich Liebesrückfälle hatte. Das ist dann wie die perfekte Welle, sie muß auslaufen, plätschert paarmal hin- und her und dann ist gut. Bei mir kamen in regelmäßigen Abständen paar Tsunamis an, meine Frau war immer der Auslöser, aber die Dinger kamen von mir, aus mir, mit Erdbeben und Vulkanausbrüchen, Jahrzehnte alter Kram der raus wollte.
E/August letzten Jahres, da hatte ich so eine verdammte Angst, als ich mich wieder für meine Frau entscheiden sollte, aber eigentlich ging es gar nicht um meine Frau und ihre Krankheit. Es ging darum, daß ich Schiß hatte mit ihren Problemen, ihren Reaktionen, ihren Veränderungen nicht klar zu kommen, mit all den eigenen Veränderungen die zwangsläufig auch auf mich zukommen würden, Schiß, alles nochmals zu durchleben. Dabei habe ich vor lauter Gequake vergessen, daß ich zwar mal einen schlechten Tag erwischen kann, aber im Prinzip, wenn ich weiß wo es glatt ist, dann mache ich einen Bogen drum oder fahre langsamer oder ziehe Spikes auf oder warte bis schöneres Wetter ist, aber mit großer Wahrscheinlichkeit, werde ich dort nicht mehr auf der Nase landen.
Zitat von bonny24
lieber kaltblut und kopf hoch! du hast schon viel geschafft.
Bonny, danke, einen habe ich noch für Dich: „Wir schaffen das“, das war mal mein Motto, ich schaffe, mache, tue, drehe, meine Frau gesund, mich, dann die ganze Welt. Als ich endlich aufhörte zu schaffen, da war nur ich geschafft, kaputt geschafft, aber ab da ging es wieder.
LG kaltblut
Hallo Ihr Lieben,
ich habe einmal ganz laut gebrüllt: nie mehr eine Alkoholikerin, mir geht das oft durch den Kopf.
Ich muß auch schmunzeln, wie ich mir einbilden konnte, ein Helfersyndrom oder ähnliches zu haben und dachte die Problemmenschen förmlich anzuziehen. Anziehen, Menschen, die nicht gerade in den Schienen laufen, die abhängig sind von Suchtmitteln, Alkohol, Drogen, Arbeit, Spiel, Sex, Gewalt, Eifersucht, einem ellenlangem Rattenschwanz bis hin zum Putzfimmel. Nur, wer ist eigentlich übermäßig irgendwas und lief neben den Gleisen? Eigentlich darf ich nicht mehr vor die Türe gehen, denn jeder hat was, nur hat mir das einst nichts ausgemacht, auch nicht, mir immer das Richtige rauszupicken.
Übermäßig irgendwas wurde ich, als es mir schadete, als es meinem Umfeld schadete, als ich nicht mehr damit klar kam. Eigentlich hätte es heißen müssen: „nie mehr ich oder mich oder Kalli Kaltblut auf die einsame Insel“.
Noch besser finde ich heute die Formulierung: „nie mehr“. Nie mehr bedeutet ja auch, daß ich irgendwie Einfluß auf Veränderungen habe, auf Menschen, auf deren Verhalten, denn hätte ich das nicht, könnte ich ja nicht sagen: „nie mehr“, weil, was weiß denn ich, ob ich morgen rückfällig werde, meine Frau oder ob wir einfach nur in einen ganz neuen Strudel geraten. Einfluß auf Veränderungen, was ein Quark, Metereolügen haben da auch so ihre Erfahrungen, wie Wetterfrösche, es regenet und die gehen die Leiter rauf.
Wenn meine Frau einen Rückfall baut bin ich weg – nie mehr den Krams, was für eine hohle Aussage, Doppelquark, damit gibt es auch kein schöneres Wetter. Ich finde es sogar lustig, gut, man kann da nicht drüber lachen, aber über mich schon, denn: „ich komme mit was nicht klar und laufe davor fort, vor mir selbst“.
Der größte Brüller ist aber ein ganz anderer: hätte mir das damals meine Frau oder andere so was in irgendeiner Situation gesagt, ich hätte gesagt: Du wieder, Du drehst mir das Wort im Mund rum, immer ich.
Was hindert mich daran schlauer zu werden und mit mir umgehen zu lernen? Ich habe das nie gelernt, nie wirklich gelernt mich zu „beziehen“, eine Beziehung zu mir und mit mir selbst zu führen.
Lieben Gruß kaltblut
Hallo Bonny,
wenn Du irgendwas tun willst, dann kannst Du das nur wenn Du OK bist, klar im Kopf bist, Dich zu erst reparierst, gesund wirst und wenn Du wieder klar denken kannst, dann kannst Du handeln.
Kannst Du klar handeln? Ich sehe da eher ein „Nein“.
Ich kann Dir sagen was ich damals wollte: Gesundlieben, aber das funktioniert nicht. Jedesmal wenn ich aufgestanden bin, meiner Frau Liebesgedanken verpaßt habe, habe ich sie in Wirklichkeit etwas mehr kaputt geliebt und mich gleich mit. Ich sie, nicht sie mich, sie hatte ja einen Freund, einen Flaschengeist. Ich war so lange unfähig zu handeln und klare Entscheidungen zu treffen, bis ich selbst ziemlich kaputt war. Ich bin oft rückfällig geworden und würden heute im TV die dümmsten Cos prämiert, ich wäre ganz oben dabei. Nicht weil ich wirklich dumm bin, aber ich war unwissend, nicht fähig zu verarbeiten und die verdammte Liebe war ein erblindender riesiger Klotz an meinem Bein, das überflüssigste Übel überhaupt.
Was nützt mir die größte Liebe, wenn meine Frau hops geht und ich hinterher springe?
Als wir mal bei der Bundeswehr im Dreck lagen, da hat der Unteroffizier uns so lang gemacht, daß nichts mehr ging, dann meinte er: Leute, es geht noch was, jetzt habt ihr höchstens 1/3 eurer Kraft verbraucht.
Was willst Du denn jetzt? Was glaubst Du was für unglaubliche Leidenskräfte in Dir stecken. Liebe und Alk, Zweikomponentenblitzkleber ist nichts dagegen, das Zeugs kann Dich noch monatelang festpappen. Deine Kräfte können Dich auch blitzschnell heilen.
LG Karl
Hallo,
einen Tiefpunkt als Alkoholiker hatte ich keinen, aber als Co mehrere:
Als ich im September 2006 in Berlin war, meine Frau noch schnell zur Tanke, die Tasche durchhing und sie sich in großen Zügen im Hotel den Flascheninhalt einverleibte. Da bin ich ausgebüchst und ins Büro gezogen.
Im November 2006, als ich im Ausland war, sie nicht erreichen konnte, ich mir in die Hosen machte, irgendwann dachte, egal, dann ist sie eben hops gegangen.
Am 31.Dezmber 2006, als ich mir sagte: so nicht, nur weg.
Im Juni 2007, als ich sie in die Klinik begleitete und den Haustürschlüssel verlangte, was eine Fratze.
Im Juli 2007, als ich zum Partnergespräch Scheidung brüllte, nasses Denken, Schnauze voll.
Wahrscheinlich habe ich noch was vergessen, aber ich habe mich viel zu lange selbst verstümmelt.
LG kaltblut
Hallo Paddy,
klasse was Du da schreibst. Ich sehe manches z. Zt. vielleicht etwas anders, ich für mich. Ich bin auf die Suche gegangen, habe Bücher gelesen, studiert und geforscht, in mir gebohrt und weiter gebohrt. Dieses Bohren Paddy, das hat meinen Verstand erweitert, es hat mir geholfen in tiefsten Winkeln und Ecken Dinge zu finden, die mir unverständlich und unbekannt waren. Irgendwann hat mich dieses Ergründen besessen, so wie die Co-Abhängigkeit, so wie die Kippen oder so wie der Alkohol, ich habe es nicht gemerkt. Hat es mich gelassener, zufriedener, glücklicher gemacht? Heute wage ich das zu bezweifeln. Es war OK, ich mußte das erfahren, aber ich habe auch Grenzen überschritten.
Ich muß weder alles wissen, noch alles verstehen, es ist alles in mir auch ohne genau und detailliert alles wissen zu müssen, ich bin gar nicht in der Lage alles zu wissen. Ich habe eine ganz liebe Frau, ich könnte sie manchmal auf den Mond schießen, aber sie bleibt ein ganz lieber Mensch. Sie könnte daran platzen, wenn sie etwas nicht versteht, nicht begreifen kann. Vielleicht ist das was typisch Weibliches und Männer ticken eben anders.
„Illusionen? Vor was denn? Vor uns? Ich finde es am Interessantesten, wie tiefgründig wir vor uns selbst, vor unserem nicht Angenommenen die Augen verschließen. Immer wieder.
Je weniger tiefgründig ich auf die Suche gehen, je besser geht es mir. „
Heute Paddy ist das so, ich lebe im Widerspruch an sich, ich habe tief gebohrt und es geht mir besser, wohlgemerkt „mir“, wenn ich mich nicht an mein Knochenmark wage, wenn ich nicht weiter in der Urgeschichte meiner Großeltern rum buddele, wenn ich meinen Vater in Frieden ruhen lasse und meine Mutter als eine 87jährige Frau ansehe, der ich dankbar bin für jeden Tag, an dem ich sie erleben darf.
„Plötzlich sehen wir dass 'wir' eigentlich das 'Problem' haben.“
Wie lange hast Du dazu gebraucht? 1. meine Frau hatte ein Problem, ich nicht. 2. hätte jemand gesagt ich bin mein Problem, ich wäre so wie ich es auch bin, wie blöde umhergetitscht, nur um zu beweisen daß es anders ist.
Ich müßte das mal nachlesen, hat es ein Jahr gebraucht, länger, es war eine lange Zeit. Wenn es eine Statistik darüber gibt, wie lange sich Mitglieder hier bewegen, wäre es einmal interessant zu wissen, warum sie plötzlich wieder fort sind.
Paddy, genau aus diesem Grund, sehe ich meinen Job darin etwas für mich zu tun, stehen zu bleiben, mich einfach mal in die andere Richtung zu bewegen, zu erleben was passiert, hier und heute zu leben und nicht im Gestern, nicht im Morgen. Dazu brauche ich keine Tiefenanalyse. Ich kann ziemlich schnell und tief mit dem Bike in die Kurven gehen, ich brauche nicht das Gefühl schleifender Knie oder mal 100m über den Acker zu fliegen.
Es ist für mich keine Illusion, eines Tages wieder eine glückliche und zufriedene Ehe mit meiner Frau zu führen. Was ist daran Illusion, es gibt tausend Argumente die dafür sprechen und tausend die dagegen sprechen, bei ihr, bei mir und- warum nicht? Wir wollen das und haben das Zeugs es zu erlernen. Ich habe meinen Werkzeugkasten hier gefunden, gute Werkzeuge die funktionieren, ich brauche keine Goldauflage, im Gegenteil, wenn man es braucht, dann hat man meist nur ein untaugliches Mini-Bordwerkzeug und keinen üppigen Edelkasten, aber es muß funktionieren.
Weißt Du, meine Frau hat mal gesagt: alle hier wären beziehungsunfähig. Da haben wir uns aber gefegt, regt Euch also nicht mehr auf.
Haben wir je gelernt eine Beziehung zu führen, haben wir je gelernt uns zu führen? Wir sind - und das ist keine Illusion.
LG kaltblut