Beiträge von kaltblut

    Liebe Ayki,

    am Samstag könntest Du ja eine lange Unterhose von Ette anziehen, nur so als Tipp, gegen kalte fünf Buchstaben. Alles kann richtig und falsch sein oder beides zusammen, dass bestimmst nur Du. Es dauerte Monate, um mich von meiner Frau zu verabschieden und genauso lange habe ich mit offenem Mund neben ihr gestanden und zugesehen, wie sie plötzlich eine Denke hatte, die ich mir einfach nicht verstellen konnte. Da waren Zweifel über Zweifel und nochmals Zweifel am Zweifel, dann kam die Angst und ging auch wieder.

    Gestern noch, da sagte sie Dinge, da blieb mir einfach die Spucke weg, das waren immer meine Einstellungen, jetzt waren die bei mir weg und kamen von ihr, erst habe ich gestaunt und dann hat es richtig gut getan. Alles verändert sich und so lange Du das festlegst, das was für Dich gut ist, kann das alles sein.

    LG kaltblut

    Guten Morgen, Ette, schön dass Du da bist.

    Lange Unterhosen, Ette, über den Kopf damit. Ich erinnere mich an die ersten Streichelmennomonate von Ette und dann, jeden Morgen gucken was es aufbauendes Gutes von Ette gibt. Wäre ich nur die Hälfte der Tage so ausgeglichen gewesen wie Du, könntest Du mir jetzt noch paar Päckchen mit Wäsche schicken, ich würde gleich waschen, bügeln, alles ordentlich sortiert vor Heiligabend zurücksenden und die langen Dinger auf dem Kopf tragen.

    Ette, immer mal drüber schlafen, alles wird gut, ist gar nicht so schlimm.

    Lieben Gruß, lange Co-Unterhosen, Wahnsinn Kaltblut

    Liebe Ayki,

    lass Dir von mir nichts einreden, nicht von einem älteren Kerl, ja, alles ist auf dieser Welt möglich. Wie Du den Kerl noch lieben kannst? Du wirst es uns sagen.

    Übrigens: "das ist nicht so einfach", das ist wohl jetzt der größte Vorweihnachtheuler der Woche, aber verstehen wird Dich jeder können.

    Hau rein und immer feste drauf.

    Lieben Gruß Karl

    Hallo Archi,

    auch ein herzliches Willkommen. Es gibt hier eine ganze Menge zu erfahren und Du wirst auch erfahren, warum jemand alleine sein möchte Ein Grund wäre zu trinken, ein anderer sich vom Trinkenden zu erholen.

    Die Einschätzung, ob jemand Alkoholiker ist, ist für den Außenstehenden kaum möglich.

    Seht Ihr Euch am Wochenende oder täglich und wenn Du nichts machen könntest, was würdest Du dann machen?

    Schreibe es runter, es wird Dir helfen den Durchblick zu bekommen.

    Lieben Gruß kaltblut

    Zitat von Ayki79

    Ich denke manchmal, ich liebe ihn immer noch - trotz allem - im gleichen Moment packe ich mir aber auch an den Kopf und frage mich, wie bescheuert ich eigentlich bin...

    Warum? wie war das...das sehe ich nicht so...

    Das Geilste am Leben ist zu leben!

    LG Karl

    Liebe Ayki,

    wir sind doch Weggefährten und kennen uns jetzt ganz gut. Die Einzige die etwas gegen ihren Ex haben könnte, ist doch eigentlich die Ex. Alles andere, liegt doch im Rahmen dessen, was ihr wollt, was ihr zulasst, wenn Ihr zusammen spazieren könnt, ist doch klasse und wenn was noch nicht denkbar ist, dann denkst Du vielleicht irgendwann darüber nach. Alles ist möglich.

    Wenn Du Dich erinnerst, habe ich ganz laut Scheidung gerufen und wenige Wochen später, stand ich als trainierter Online-Co da, meine Frau zog an mir vorbei wie eine Rakete und vor lauter Schiss habe ich mir laufend in die Hose gemacht, überall Haare in der Suppe gesucht. Ich denke gerade schmunzelnd daran, wie ich nur im Kopf hatte: nass, nass, nasses Denken und meine Frau erzählte mir mit trockenster Denke etwas, dass ich fast schon wieder in Hose mache. Wenn ich auf die Uhr schaue, Sylvester vor einem Jahr habe ich Tschüss gesagt und erst jetzt bin ich weg von ihrer Baustelle, eigentlich nur noch auf meiner, ohne Garantien, ohne Versicherung, ohne Seil, weil keiner weiß was morgen ist und anderseits, haben wir nicht nur Träume von einer gemeinsamen Zukunft, wir machen sie gerade. Wenn Dein Ex das ernst meint, dann geht er ja bald auf LZT und Du ziehst Dein Ding weiter durch.

    Du hast Dir ein großes Wissen erarbeitet, Bücherstapel durchgearbeitet, bist ganz gerade und hart geworden, zu Deinem Ex und irgendwie auch zu Dir und jetzt wirst Du eben wieder was weicher, Weihnachtsstimmung, Du packst das, erst danach kommt Frühlingsstimmung, Haus und so, da hast Du noch so viel Zeit.

    LG kaltblut

    Hallo Ihr Lieben Wilden,

    mir geht da was nicht aus dem Kopf: unbefriedigt durch mangelnde Befriedigung.

    Funktionierend, mit Wünschen, Verlangen und Vorstellungen fällt es mir schwer, auf Nähe, Zärtlichkeiten und, und, und zu verzichten, das ist ein Grundbedürfnis, wie essen und trinken. Es ist meine Sache, ob ich regelmäßig eine Herrenvergnügungsanstalt aufsuche, sonst wo rummache oder „ohne“ damit leben kann, in allen Fällen bin ich nicht nur für die Vergnügungsminuten selbstverantwortlich, sondern auch für die Konsequenzen. Da kann ich noch so egoistisch werden, wenn mein Partner mich in den Ar.. tritt, dann ist das so, die Konsequenz eben.

    Wenn es mal nicht mehr funktioniert und das kann bei mir durchaus morgen vorbei sein, z. B. als Co überfordert, Pumpenprobleme und Mittelchen zur Blutdrucksenkung rein, dass war es dann oder es wird dann anders, aber irgendwas bleibt dann Vergangenheit.

    Was dann, Trennung, weil ich meine Frau, die alles gut verarbeitet hat und hungrig wird, körperlich nicht mehr befriedigen kann und so und überhaupt?

    Bei dieser Konfrontationen bleibt jeder unabhängig und selbstständig, da wird auch jeder seine Prioritäten anders setzen. Genauso wie ein trockener Alkoholiker immer wieder rückfällig werden kann, kann ein Co immer wieder rückfällig werden oder aus X Gründen eine mangelhafte Befriedigung eintreten und da hat es jeder in Hand, Grenzen zu ziehen und nach seinen Bedürfnissen den Weg einzuschlagen.

    Ich stelle mir jetzt einmal folgendes vor: meine Frau und ich, wir überstehen das ganze Szenario, Alk, Co, mit allen Rauf und Runter, bleiben ein glückliches Ehepaar mit tiefen Gefühlen für einander. Dann wird es Frühling und irgendwas funktioniert nicht richtig. Wegen dem bisschen hin und her wieder alles kaputt? Ich denke mal laut für mich: das geht heute vorbei, gut, vor 20 Jahren hätte das was länger gedauert und vielleicht wären die Prioritäten tatsächlich andere gewesen, aber wir haben das schon in der Hand.

    Aber davon mal unabhängig: ein Freund meinte einmal, meine Frau und ich, wir hätten nichts Prägendes erlebt, keine Kinder gezeugt und und und. Wenn man gemeinsam so einen Weg durch gestanden hat, dann ist man geprägt und vieles bekommt einen anderen Wert.

    LG Kaltblut

    Hallo Emma,

    klar wirst Du da sensibel, das legt sich. Courage, für was, für unänderbare andere? Wenn Du Dir die Folgeteile vom goldenen Kompass ansiehst oder die Bücher von Pullman mit auf Deine Reise nimmst und rein ziehst, der Bär ist der Held, der Held stirb, der hat Courage, wir für uns und das ist eine ganze Menge. Ich schrieb mal, der Bär, das bin ich. Damals fühlte ich mich noch so, jetzt nicht mehr, jedem das seine.
    Wir können die Welt nicht ändern, aber uns, dann ändert sich etwas.

    Es gibt Dinge, die mach ich und die mag ich nicht mehr, das war vor paar Monaten anders. Paar dumme Bemerkungen und Sprüche, die kommen schon gelegentlich, meistens lacht keiner drüber, doch ich, in mich rein, aber ob dass Courage oder Sarkasmus oder Nussknackertechnik ist, keine Ahnung.

    LG Kaltblut

    Hallo Ihr Lieben, hallo Kim,

    ich mach auch mal ein Kerzchen an, aber eher um mich was zu entfrösteln. Diese Jungs, die Juniorgeneration, ich dachte die pennen noch, ne, die waren schon längst mittags auf der Piste. Das war wohl mein heißester und schärfster 3. Advent aller Zeiten, auf dem Bike, kaum einer unterwegs, frische Luft, Sonne und auch was Gefrorenes auf der Straße, da ging mir mal was die Muffe. Wir sind hier ja nicht in den Alpen, bergisches Land, halbhollandflach, aber schön war es doch und ich ganz klein gefroren.

    Vielleicht nächste Woche noch neuer TÜV und dann packen wir das Stück weg, bis Spedi die Gummikuh geputzt und geölt hat.

    Das war heute ein wunderschönes unbezahlbares Erlebnis, nein, meine Frau kann dadurch nicht ersetzt werden. Sonst ist hier alles in Butter. Ich führte noch ein Telefonat mit einem Bruder, der in Köln schnell noch was Himmel un Äd essen war, sich einige Kölsch rein gezogen hat und mit seiner Frau auf der Autobahn ist. Dabei erzählte ich ihm von SHG und Therapeuten und erfuhr, dass ich wohl nicht mehr so richtig alle im Kopf habe. Ihr glaubt nicht wie froh ich bin, dass in 12 Jahren, wenn ich sein Alter erreicht habe, mein Kopf immer noch anders ticken wird und das ich froh bin, all die Erfahrungen gemacht zu haben, seit ich hier landete, dank Euch..

    LG, schönen 3. Advent und die Kerzen ausmachen nicht vergessen kaltblut

    NS: Smilla, ne, ich kann doch nur Salsa, aber da kommt man immer so ins Schwitzen

    Hallo Emma,

    ich kann den Mann schon verstehen und habe auch schon von enormen Energien gehört, die Alkoholiker und Cos zur Tarnung entwickeln, aber das Cos Treppen abbauen ist schon sehr extrem, irgendwie doch wie einsperren, Keller, Licht aus, Schlüssel rum und tschüss.

    Jetzt erkläre einmal Bibi, wie sich so eine Situation heilen lässt.

    Vielleicht findest Du ja einen Weg diesen Mann mal hierher zu lotsen und ich denke, wir haben hier doch einige stille Co-Kerle die lesen, die auch viele Fragen haben, die auch irgendwas demontieren, meistens sich selbst. Männer an sich, brauchen sich mit Cokrams nicht zu beschäftigen, sie haben es einfach drauf, bis sie einen drauf bekommen.

    Ich habe einen Bruder, der trinkt, er meint es sei normale Kultur, blabla, aber gut, seine Frau ist die eigentliche Abhängige. Sie trinkt seit über 25 Jahren und er wusste (weiß) nicht was ein Co ist, nicht, dass sein kontrollieren, überwachen, sein ganzes Verhalten dazu gehört. Der Mann macht nichts anderes und trotzdem hat sie ihn ausgetrickst: Sie fährt am Wochenende ihre Mutter pflegen. Erst hat er sie noch gefahren, dann wollte er Bezahlung fürs Benzin und Fahren, weil er dachte: dann fährt sie nicht mehr und er hat alles wieder im Griff. Dumm gelaufen, jetzt fährt sie mit dem Zug, jedes Wochenende fährt sie ihre Mutter pflegen und haut sich zu. Verrückte Welt, wir ändern sie nicht, aber uns.

    Frauen können doch Männer verführen, warum verführt Ihr die nicht mal nach hier - ins Forum?

    Lieben Gruß kaltblut

    Zitat von Bibi31


    Vielleicht will der mich ja gar nicht mehr wenn er sich verändert... das könnte sein... Dann hätte er ja n Grund mir zu sagen das er mich sch... findet, du nimmst mir ein wenig mehr Mut Kaltblut obwohl das sicherlich nicht Deine Absicht ist....

    Liebe Bibi,

    ich mag Dich ja auch und deshalb ist es meine volle Absicht Dir zu sagen, dass es tausend Möglichkeiten gibt, aber nur Du entscheidest für Dich, was für Dich gut ist, nicht Dein Kerl, nicht wir, niemand außer Du selbst.

    Wenn Du glaubst, Du bist eine tolle Frau und machst das von Deinem Freund abhängig oder von uns oder von wer weiß wem, dann hast Du was zu tun.

    Sieh mal, ich bin von meiner Frau weg, wir sind wieder zusammen und es kann funktionieren, „kann“, Garantien, Versicherungen gibt es keine. Wenn ich anfange für meine Frau zu denken, mich verlasse oder mich von ihrem Denken abhängig mache, dann habe ich einiges zu tun und muss anfangen meinen Kopf zu waschen.

    Emma hat eine Entscheidung getroffen, macht ihr Ding, das tut ihr heute gut, was morgen oder übermorgen ist, wer weiß das, aber jetzt macht sie das für sich, aus ihrer Sicht das einzig Richtige und da muss ich ihr einfach die Daumen drücken, anderes gibt es gar nicht.

    Bibi, was soll ich Dir denn für Mut nehmen? „Selbst hilfe“ Du kannst Dir nur selbst einen verpassen oder selbst Mut schöpfen. Sollte ich was schreiben, was Dir nicht passt, dann ist das Dein Ding, ich kann nur aus meiner Sicht schreiben, aber wenn es weh tut, dann ist was dran und da könntest Du mir noch so dicke fette Giftpfeile schicken, die kämen immer wieder zurück, einfach so.

    Lieben Gruß Kaltblut

    Hallo Bibi,

    schön, dass Du wieder hier bist und ich finde es große Klasse, dass Du zu Dir stehst.

    Warum müssen Paare auseinander gehen, stell Dir einfach folgendes vor:

    Dein Kerl wäre trocken, plötzlich ist das ein ganz anderer, willst Du den noch?
    Du stellst plötzlich einige Veränderungen an Dir fest, alles verändert sich wieder, willst Du den immer noch?
    Er sieht Dich mit anderen Augen, will er Dich noch?
    Später sieht er die Veränderte, will er die noch?

    All das kannst Du nicht wollen, das passiert einfach so oder auch nicht.

    Da sind Kinder, was ist denn für die gut?

    Was ist für Dich gut? Da wirst Du vielleicht feststellen, dass es andere Wege gibt, die besser für Dich und Deine Kinder sind, auf denen Du Dich einfach besser fühlst und dann trennt man sich, was ganz Normales oder eben nicht.

    Liebe Grüße Kaltblut

    Hallo ihr, hallo Bibi,

    das legt sich alles in ein, zwei Tagen bestimmt wieder, schlaf noch mal drüber. Einerseits bin ich mir nicht im Klaren, ob Du uns hier aufmischen willst, das wäre dumm, da ist jeder sehr empfindlich und andere da zähle ich mich zu, sind sehr empfindlich geworden. Deshalb kann ich aber immer noch als Elefant im Porzellanladen ganz schön unbeholfen sein und ich habe schon einiges von mir gegeben, wo ich heute den Kopf schüttele. Ich erinnere mich aber auch daran, wie froh ich war einiges hier abladen zu dürfen und dass es Menschen gibt, die weder ein Forum kennen, noch sonst wo ihre innersten Dinge abladen können, nicht bei Freunden, nicht in Gruppen, nicht bei Partnern und ihre Gedanken nicht rauslassen können, das ist schlimm.

    Warum soll Dich denn keiner verstehen? Du sprichst von etwas ganz Natürlichem, aber unsere Schamgrenzen sind sehr unterschiedlich und da müssen wir uns gegenseitig anpassen. Das Thema Sexualität ist ein ganz massiver Auslöser in unserem Suchtverhalten und dabei denke ich nicht nur an Suchtmittelabhängige, sondern auch an Verlangen und Verlagerungen. Wenn das Thema Dauerbefriedigung Dein einziges Problem ist, dann sei glücklich. Genieße dieses kleine Übel so lange Du kannst.

    Meine Mutter meinte als ich noch ein kleiner Schreihals war: wer will, bekommt gar nichts.
    Das hat also nichts mit der körperlichen Bestückung zu tun.

    Bist Du Dir im Klaren darüber, was Du willst, mit wem, von wem, von uns?

    Ich bin heute hier, weil ich irgendwann feststellte, dass meine Frau gar kein Problem mehr hatte, ich war das Problem, ich wurde zu ihrem und meinem Problem. Du hast gerade ein riesiges Problem, wenn Du wirklich darüber nachdenkst und uns hier nicht auf die Schüppe nimmst. Im ersten Fall wird es Dir niemand verübeln, schreib weiter, Du wirst bestimmt die richtigen Worte finden, in zweiten Fall, vergiss es.

    Übrigens, mein Bruder nennt seine Frau „die Säuferin“, in einem Ton, da kommt Dir so viel Hass entgegen, dass es Dich würgt und dann fällt es mir nicht leicht zu schlucken. Jetzt überlege Dir was, was Du ganz besonders nicht magst und ich hauche es Dir liebevoll ins Ohr. Wie fühlst Du Dich dann? Rattenscharf oder hinterlässt bei Dir etwas Bitteres? Als ich mir eingestand, dass ich auch ein Alkoholproblem habe und es später das erste Mal aussprach, da hatte ich größere Probleme, als würde ich mit offener Hose durch eine Hotelhalle laufen. Es bleibt immer was hängen. Ungefähr das Gleiche wie „Du hast da aber eine süße riesige Warze auf der Nase“. Nur, mich hat noch nie jemand für die Krankheit abgewertet, noch habe ich meine Frau respektlos mit ähnlichen Bezeichnungen betitelt. Aber ich denke, dass sich die Hilflosigkeit vieler Partner oft nur so ausdrücken lässt und die Antwort ist genau das Gegenteil von dem, was man will.

    Ich betrachte das jetzt mal mit dem nötigen Ernst und auch wenn Bibi sich schamvoll verstecken sollte (warum eigentlich?):

    Irgendwann habe ich von meiner 1. Frau was gewollt. Sie nicht, weil sie genau dann, aus mir heute verständlichen Gründen nicht wollte. Wir hatten damals schon zwei prächtige Jungs produziert und waren auch sonst scheinbar ganz OK. Da habe ich mehr gearbeitet und sie mehr nicht gewollt. Die Spirale drehte sich weiter und weiter, dann wurden wir geschieden. Heute denke ich, wir hätten es vermeiden können, aber wir haben es damals nicht anders gewusst.

    Dann habe ich neu geheiratet. Meine Frau und ich, wir sind, funktionstüchtig, alles funktionierte und da wir ziemlich tüchtig glücklich waren, war für mich auch vieles sonst ganz OK. Für mich mehr, für sie weniger, sie bekam einen Infarkt, seitdem lerne ich, jeden Tag neu und da ist einiges nicht lebenswichtig. Normal war auch, dass es Zeiten gab, wo ich meine Frau und ihren Geliebten hasste, normal war es auch, dass meine Frau plötzlich ganz andere Gedanken hatte als ich und mit mir nichts mehr anzufangen wusste, da bekam ich sizilianisches Blut.

    Dieser kleine Nebenbuhler, der damalige Hausfreund meiner Frau, ihr Flaschengeist, der lag grinsend auf mir, unter mir und wollte auch mich, ich habe gekämpft und bin mit einem riesigen Nussknacker durch die Weinregale gelaufen und habe harte Nüsse geknackt, weißt Du was, das waren immer nur meine eigenen. Heute kann ich den Typen respektvoll ansehen, ungeknackt platzt der von alleine, wie eine Seifenblase. Die Erfahrungen haben sehr wehgetan und viele einschneidende Veränderungen mit sich gebracht. Ich habe keine hohe Stimme bekommen, aber manches kam mir aus den Ohren.

    Meine Frau und ich, wir lernen sehr viel, uns, wir lernen uns ganz neu und wenn wir das schaffen, dann haben wir auch eine Chance andere Dinge neu zu erfahren. Aber „wollen“, wollen ist vorbei, Befriedigung kann man sich kaufen, in allen erdenklichen Variationen, das ist wollen, ich träume davon es geschenkt zu bekommen, von der Frau, die sich für mich, für die ich mich entschieden habe, einfach so, ohne zu wollen und dann klappt schon wieder mit dem Stümpchen.

    Lieben Gruß kaltblut

    Hallo Ihr Lieben,

    meine Mutter hatte Recht, wenn sie so vor 45 Jahren zu dem widerspenstigen Blöckkind sagte:

    „de Geiß wollt ne lange Stätz, un krät a klei Stümpsche“

    Wir sind alle so, so wie meine Mutter sagte und sie weiß was, weil sie bald 87 Jahre wird.

    Lieben Gruß Kaltblut

    Hallo Ihr Lieben,

    damals, habe ich gefragt, wo der Unterschied zwischen Hilfe für einen Kranken und einen Alkoholkranken ist? Es wurde gesagt: ein Kranker lässt sich helfen, er würde alles dafür tun, um gesund zu werden, der Alkoholiker nicht, der denkt nur an sich, seinen Bedarf und die Angehörigen bleiben auf der Strecke.

    Damals, da fragte ich: warum soll sie mit dem Trinken aufhören, wenn die Aussichten keine Aussichten sind? Da wurde gesagt: um die Zeit bis zum nächsten Infarkt bewusst zu erleben.

    Damals, stieg ich aus, sie nahm fremde Hilfe an, wurde trocken, für sich und dann war sie es und zog an mir vorbei wie eine trockene Feststoffrakete, die von allen mit großen Augen beäugt wird. Wisst Ihr eigentlich, dass ein Rückfall, heute, etwas anderes wäre als vor einigen Monaten? Es würde mich nicht mehr auf Abwege bringen, ich ging meinen Weg und würde es als Test für uns beide sehen.

    Damals, da fand ich laufend neue Gedanken, die mich betrafen, nur mich, nicht sie, Krankes in mir, dass es zu richten galt. Meine eigenen Abhängigkeiten, Liebesbedarf, Überliebe, Helfersyndrom, Kontrolle, Kindheitserlebnisse, Masochismus, fehlender Selbstwert, keinen Egoismus, unkoordiniertes Handeln, Ausweichen vor der Angst, der Stille, dem Alleine sein, Schuldgefühle, Wiederholungen, Fortlaufen, Erkenntnis und ich war noch nie auf mich ausgerichtet, jetzt musste ich. Alles war dafür und dagegen, alles war schon längst in mir, ich habe es nur nicht gesehen.

    Neulich noch, da fand ich, dass meine Frau immer negativ gepolt war und platzte, aus mir unerklärlichen Gründen, denn ich machte doch gar nichts, außer jedes Mal wenn ich den Mund aufmachte und irgendeinen negativen Krams von mir lies, vielleicht noch gepaart mit männlicher, unbefriedigter Wortwahl, da wurde sie gereizt, dumm gelaufen, ich habe es nicht verstanden, bis ich jedes Wort selbst spürte.

    Irgendwann ist ausgerichtet, läuft alles gerade in der Spur, ist ausgesehen. Bis es nicht mehr geht. Dann kommt etwas Neues auf uns zu, auf dem gleichen Gleis. Dann ist alles unbedeutend, vergessen, gestern, weil wir nur heute, hier und jetzt leben. Ein lieber Mensch hat mir gerade eine Schelte verpasst, schade, aber es ist seine, nicht meine, ich brauche das nicht anzunehmen, früher hätte ich mich gegrämt. Dann sehe ich es wieder: das Wenige was ich begreifen kann, was tatsächlich in mein Bewusstsein wandert, was ich sehen, fühlen, spüren, riechen, schmecken und hören kann. Ein Nichts, gegen all das Unbekannte, was täglich von mir ins Hirn aufgesaugt wird.

    Ich habe das Denken abgestellt, es war ein schönes Wochenende, wir hatten Spaß, den goldenen Kompass haben wir gesehen und uns seit langem das erste mal wieder „verstanden“. Wir haben über Dinge geredet, über die wir schon lange nicht mehr redeten und waren einfach nur offen. Ich hatte Angst, dass es nie mehr so sein würde. Ich habe ihre Hand gespürt, ihren Kopf auf meiner Schulter und ich weiß nicht so richtig, wem es mehr „gut“ getan hat, ihr oder mir und sie hat sich einfach beim Spazierengehen eingehackt, Kleinigkeiten, die normal sind, für uns waren sie es nicht mehr, nicht wirklich.

    Es gibt Missverständnisse und Dinge, die sich zwischen Menschen aufbauen können, die tun einfach nur weh, wenn man sie betrachtet oder auch nur falsch deutet. Ich war auch vor kurzem eifersüchtig, auf was eigentlich? Heute ist es mir egal, das war es auch schon am Donnerstag, als ich los fuhr, da hatte ich schon losgelassen. Trotzdem tat es gut zu spüren, dass es kein „auf was eigentlich gibt“. Nachdem einiges aus meinem Kopf ist, vieles geklärt wurde, können wir anderen Dingen gelassen entgegensehen, wir haben alle Zeit die wir haben und wenn wir eine Chance haben, dann werden wir sie nutzen.

    Da sprach eine Frau von „kaputt gekümmert“, dass sie die Nase so voll hat von all den Menschen, die irgendwas geben und irgendwas wollen, als verdeckte Gegenleistung, dass sie nichts mehr annimmt, die Menschen nicht mehr an sich ran lässt. Als ich das hörte hatte ich ganz schön Muffe, dass meine Frau mich zukünftig auch ablehnen würde, weil sie vielleicht mich, mein Tun und Handeln, vollkommen ablehnen würde, ablehnen muss, um zu sich selbst zu finden. Das ich so handeln müsste, dass wir nicht mehr miteinander sprechen würden, nicht mehr reden könnten. Dabei wäre „wird schon wieder, alles wird gut“ so einfach und das ist es auch.

    Vieles ist nicht so wie es scheint und noch viel mehr scheint anders als es sein sollte. Also lassen wir mal alles so im Raum stehen, ohne zu klammern, ohne etwas zu wollen, es „wird schon wieder, alles wird gut“.

    Es gibt auch Menschen, die sagen, ich empfinde zu viel für meine Frau. Kann ich zu viel empfinden?
    Ab wann ist zu viel zu viel, wenn es mich krank macht oder wenn es mir zu gut tut oder wenn andere es sagen?

    Was hindert mich daran, mit meiner Frau wieder glücklich zu werden, ein zufriedenes Leben zu führen? Nichts, denn es wird schon längst. Was mich wirklich hindert? Meine Gedanken- ich habe einige Tage nicht über irgendwelche tiefsinnigen Gedanken gegrübelt und es ging mit gut, einfach nur gut. Ich möchte noch mehr von dem „nur gut“.

    Alles was ich will geht nur, wenn es in mir ist, durch mich passieren kann, wenn es in ihr ist, durch sie passieren kann und ich wünsche mir, dass wir noch viel passieren lassen - wir haben alle Zeit die wir haben.


    Vielleicht ist es irgendwie wie beim Lampen aufhängen:
    Wir haben eine Lampe gekauft, irres Teil, schwer, wie macht man das fest, wenn die Altbaudecke mit Rigibs was abgehängt ist? Die Decke weg und den alten Stuck aufarbeiten, aber es hat seinen Grund, dass irgendwer die Decke einzog. Der Baumarkt ist voll von Ideen, die Fachleute haben noch Bessere und meine Kumpels, die haben noch viel bessere Ideen, fast Patent reife Ingenieursarbeit kommt da zusammen, Maßarbeit vom Feinsten. Dann gehe ich die Sache an, was denkt Ihr was da abgeht? Richtig, Chaos, strukturierter, gedachter, klarer, aufgezeichneter Hirnschrott. Kalli nimmt die Leiter, die Bohrmaschine, bohrt „ein“ 3mm Testloch, trifft gleich auf Holz, Hacken rein, hängt unverwüstlich bombenfest an der Decke. Genauso und nicht anders kann das im Leben auch gehen. Kann, wenn ich mir nicht selbst im Hirn rum stehe.


    LG Kaltblut

    Hallo Emma,

    das eine vom anderen zu trennen, das was unser Hirn sagt, was uns gut tut, was uns runter reißt, was wir verstehen, was wir fühlen, was wir nicht fühlen und einfach so passiert. Das ist alles so kompliziert und wenn ich denke etwas zu verstehen, passiert genau das Gegenteil, einfach so.

    Emma, und genau dann, wenn ich aufhöre verstehen zu wollen, da breitet sich Gelassenheit aus.

    Genau dann, wenn mein rheinischer Fatalismus besitz von mir ergreift und sagt: et is noch immer jood jegange, Jung, dat Mädche kritt sich schon widder, dann kommt bestimmt meine Frau ans Telefon und ruft. Duuuu und Dein Fatalismus, ich hasse das……..

    Damit ist Deine Frage beantwortet: wir führen eine „hoffentlich wird alles wieder gut“ Fernbeziehung, mit dem Ziel, in Kürze wieder ein gesundes Ehepaar zu werden.


    Das Unbezahlbare, was das ist? Der Eine säuft sich kaputt, der Andere liebt sich kaputt, was länger oder schneller geht, wer weiß das wirklich. Unbezahlbar ist die Erkenntnis, dass es neben ganzen unwirklichen Gefühlen immer noch einen Kopf gibt, der uns da raus holen kann, wenn wir das zulassen.

    Viele Grüße und weiter immer weiter Kaltblut

    Liebe Emma,

    2004, das Jahr in dem wir im August heiraten wollten, hatte ich sehr große bedenken, irgendwie ein dummes Gefühl, dass das mit meiner Frau nicht so richtig klappen könnte, erste Suchthinweise und Auffälligkeiten, die ich vorher so nicht gesehen hatte. Abstürze, Hochzeit verschoben. Die Vorträge über gesundes Trinken, Kontrolle und Lebensgenuss und und und, die waren einnehmend, einleuchtend und verständlich, irgendwie wissenschaftlich. Wie auch immer, meine Frau machte eine Therapie, 12 oder 20 Stunden, bei der Charitas. Da sie funktionierte, alles wieder im akzeptablen Bereich war, sie ihren Job packte und auch sonst so alles OK war, stand in meinem Hirn: Therapie, sie trink kontrolliert, alles wird gut, wir packen das. Ich unterstelle ihr noch nicht einmal irgendwas, wir haben es beide nicht besser gewusst. Erst 2 Jahre später bemerkte ich, meine Frau hat von allem gar keine Ahnung, sie weiß nichts, bzw. nur was ihr die Sucht tarnt. Wir heirateten, im Dezember.

    Ich werde Dir noch etwas verraten: es war Irrsinn unter diesen Voraussetzungen eine Ehe einzugehen, aber es war der wertvollste Irrsinn, den wir bisher angestellt haben. Was immer aus uns wird, wir haben Unbezahlbares für unser Leben gelernt.

    Fühl Dich, dann weist Du was Dir gut tut oder nicht.

    LG Kaltblut

    Lieber Moonshine,

    schön, dass Du wieder da bist und Dich in fremde Hände begeben hast. Was ist für Dich Positives? Wenn ich Dich lese, hängt da eine ganze Menge in Deinem Nikolaussack, aber Du bist auf einem guten Weg, warum packst Du nicht einfach weiter aus? Hier im Forum z. B. oder gehst in eine Selbsthilfegruppe. Weißt Du was, ich hätte mir nie träumen lassen, mich einmal so sehr auf eine SHG zu freuen, geschweige Termine und Reisen darum zu bauen.

    Dein Thread heiß: Zerbreche völlig an der Situation. Das Brechen wird aufhören.

    Lieben Gruß Karl