Beiträge von kaltblut

    Hallo Ihr Lieben,

    mit Andachtsadventsstille im Kopf, ging mir immer wieder das „Warum“ durch den Kopf. Warum gehen die Beziehungen auseinander, warum verschiebt sich so viel, warum passt so viel nicht mehr? Schön dachte ich, es ist einfacher sich Gründe zu suchen, dass es nicht mehr passt, einfacher neue Partner zu finden, einfacher den Fragen aus dem Weg zu gehen und überhaupt: vieles ist einfacher wenn man nicht mehr dran denkt.

    Meine Großmutter nahm mich früher in den Arm, drückte und streichelte mich und alles war wieder gut.
    Meine Kinder hatten auch den ganzen Rattenschwanz von Neurodermitis, über Krupp, mit Dauerticket für die Notaufnahmen und all die üblichen Schreianfälle. Trotzdem, wir nahmen sie in den Arm, hielten sie, streichelten sie und oft genug war alles wieder gut, einfach so. Wir sind keine Kinder mehr, da ist niemand, bei dem wir uns einfach fallen lassen können, der uns auffängt, einfach so, warum eigentlich nicht?
    Warum kann unser Superhirn, unsere Edelmasse, unser Denkapparat nicht einfach sagen: Schatz, ich will das alles wieder gut ist und der andere sagt: klasse, ich auch, dann ist ja alles wieder gut.

    Warum eigentlich nicht? Weil unser Hirn zu kompliziert denkt? Weil zwei Hirne zu komplziert denken, zu weit fort sind von unserer kindlichen Gefühls- und Gedankenfreiheit?

    Damit ich zukünftig nicht mehr so kompliziert bin, versuche ich mein Hirn etwas auf spedistischen Minimalismus zu schrumpfen, kein Schrumpfhirn, komprimierte kurze Gedanken die ein sich ausdehnendes Feuerwerk durch das kleine Wort „durch“ in meinem Kopf zünden können. Nur wenn ich dazu bereit bin, wenn ich in mir „bin“, es in mir habe, nur dann passiert es, kann es überhaupt passieren. Wenn ich stundenlang über irgendwas grübele, quatsche und schreibe, bringt mich das nicht wirklich weiter, es muss drin sein, im Herzen, im Blut, in unserer Seele und dann geht alles wie von selbst:

    Leben durch Leben
    Sein durch Sein
    Glaube durch Glaube
    Liebe durch Liebe
    Gelassenheit durch Gelassenheit
    Loslassen durch Loslassen
    Einlassen durch Einlassen
    Vertrauen durch Vertrauen
    Verstehen durch Verstehen
    Selbstbewusstsein durch Selbstbewusstsein
    Ehrlichkeit durch Ehrlichkeit
    Offenheit durch Offenheit
    Angst durch Angst
    Kapitulation durch Kapitulation
    Zweifel durch Zweifel

    Vielleicht denkt Ihr ja jetzt ich denke wieder zu kompliziert. Nun, es gab da eine Zeit, da habe ich an meine Frau, an meine Ehe, an unsere Zukunft, an unsere Liebe geglaubt, zweifellos vertraut, gelassen, losgelöst, ehrlich und offen, waren wir angst- und zweifelfrei verbunden. Wir - sie mit mir, ich mit ihr - wir. Gibt es irgendeinen Grund, warum das nicht wieder so sein kann, warum nicht „alles ist wieder gut“ sein kann?

    Vielleicht fallen Euch ja Situationen ein, wo das Eine nicht zum Anderen passte und es funktionierte nicht, passte nicht, ich habe viele, sehr viele dieser Unpässlichkeiten, dieser Zweifel durch Zweifel. Heute mag ich sie nicht mehr, genug.

    Lieben Gruß Kaltblut

    Guten Abend,

    ich vermisse Herrn Stoffel und übernehme zu später Stunde noch schnell das "Adventsdrücken". Ansonsten habe ich mir mit Genuß "Wutporbe" mit Jack Nicholsen reingezogen, immer wieder, wenn mir was fehlt hole ich mir da zukünftig Anregungen.

    Lieben Gruß Kaltblut

    Hallo Tihaso,

    ja, das ist krank, Du stehst mitten in einer Bierpfütze, wenn Du Dir den Schuh anziehst, wenn Du da kein Wasser drüber kippst, dann schnell in einem Fass. Lass Dich von Deinem Hirn nicht veräppeln, es ist nicht Dein Ding, war es nie und wird es nie.

    LG kaltblut

    Hallo Leon,

    ist das schon so lange her? Klasse zu lesen, wenn sich etwas ändert, in Bewegung kommt oder wie in Deinem Fall, geändert hat.

    Die Übersensibilisierung geht wieder und sie wird da sein, wenn Du sie brauchst.

    LG Kaltblut

    Hi Ayki,

    hätten se nicht, haben se aber un watt jewesen wäre wenn, wer weiß dat (verblüffend wie ähnlich sich Berlin und Köln sein können). Weißt Du, jetzt bist Du eine knackige erwachsene Frau, kein unerfahrener Hüpfer mehr, so was wie ein Kerlmagnet, ich denke mal, Dein Ex wird noch ganz schön dicke Backen machen.

    Was ist denn in die Hose gegangen? Ayki, jetzt geht es doch erst richtig los und Dein Kämpfen, lass es mich mal so ausdrücken:

    „Der Kampf zwischen Frau und Mann wird belohnt mit Leben.“


    „Aber jetzt ist es so, und jetzt geht es mir gut. Und ich wünsche meinem Mann, dass er es schafft und durchhält.“

    Was ich meiner Frau wünsche, wünsche ich meist auch mir selbst, irgendwie egoistisch, habe ich hier gelernt.


    Also, die Entgiftung meiner Frau war nach 5 Tagen abgeschlossen, die wollten das Bett frei haben. Da wir aber nicht miteinander sprachen, sie keinen Schlüssel mehr hatte, konnte sie nicht weg. Das war gut, für uns beide.

    Was immer Du machst, es ist heute nicht Deine Baustelle, denk daran und lass Dich heute nicht neu einnehmen, nicht Deine Baustelle, seine. „Aber jetzt ist es so, und jetzt geht es mir gut, heute.“

    LG Karl

    Hi,

    mein Notfallplan vor der Wanne:

    Hirn abstellen, reden, anrufen, sprechen, raus, Frischluft und wer immer greifbar ist, der wird gepackt zum Quatschen – auch raus aus dem Forum, das Forum ist wichtig, aber die Stille erdrückt mich, wenn denn mal das Badewasser zu heiß wird.

    LG kaltblut

    Guten Tag Ihr Lieben,

    heute habe ich verpennt - und? Habe ich gebraucht.

    Wenn Buchstaben hart sind, muss man sie erweichen, formen, schmiegen, bis sie zu einem weichen, anschmiegsamen Angorawollpüllöverchen werden. Im Winter trägt man sie unten drunter, nah am Herzen, wenn sie nicht kratzen.

    Kratzbürsten sind was ganz anderes, manchmal wie Kunstblumen oder künstlichen Weihnachtsbäume, fast natürlich, fast lebend, aber tot, herzlos, nicht anschmiegsam. Manchmal bin ich eine Kratzbürste, weil es in mir unwohl juckt, dann werde ich herzlos, zu harten Buchstaben.

    Harte Buchstaben gehören in die Suppe, gekocht, weich gemacht, bis sie wieder auf der Zunge zergehen. Manche kann man auch polieren, dann strahlen sie wieder, kratzen nicht mehr.

    Entweder oder ist wie harte oder weiche Buchstaben.
    Sowohl als auch ist wie strahlende, polierte, weiche, anschmiegsame, herzliche, lebende, freudige Buchstaben, gefällt mir besser. Morgen koche ich Linsensuppe, da kommen dann auch Kartoffeln rein.

    Infarkt – Alkohol – trocken – neues Leben – was steckt in diesen harten Worten für herzliches Leben.

    Lieben Gruß Kaltblut

    Liebe Ayki,

    ich finde es ganz große Klasse, was da so beim Vater Deiner Kinder abgeht. Bei meiner Frau war es so: Selbstständig und ausgerichtet auf die Anonymität einer ambulanten Behandlung. Als das nicht nur für schwierig umsetzbar, sondern auch noch für wenig Erfolg versprechend eingestuft war (hängt natürlich von den Umstände und jeder einzelnen Person ab), haben wir uns Kliniken angesehen.

    Damals dachte ich noch, warum ansehen, nehmen was sie bekommt soll sie, auch noch aussuchen, wo sind wir denn hier und dann stand für sie fest, 7 Tage stationären Entzug, nahtlos 8 Wochen LZT. Die termine verzögerten sich dann was, aber dann….

    Es war die wichtigste Entscheidung in ihrem Leben. Den Rest weißt Du ja, es ging ab wie eine Rakete.

    Lieben Gruß Karlblut

    Hallo Ihr Lieben,

    Betriebsblind, kennt Ihr den Begriff? Da wird man versetzt, von Oben nach Unten oder von Unten nach Oben.

    Lebensblind, wenn man nicht mehr so ganz dabei ist und dann muss man Ordnung schaffen, sonst wird man versetzt. Wenn das Leben nicht mehr blind ist, wenn wir uns auf uns besinnen, haben wir wenig Gelegenheit blind umher zu stampfen. Unser Leben ist keine Kartoffel, es ist viel zu wertvoll um da rum zu stampfen.


    Lieben Gruß Kaltblut

    Hallo Ihr Lieben,

    wenn der Meister des Alexanderplatzes, meiner scheinbaren lieb gewonnenen Wahlheimat, Alfred Döblin, der Ansicht ist, „Das gefährlichste Organ des Menschen ist der Kopf“, dann bekommt ihr aus meinem Kopf das härteste Gefährliche.

    „Das Härteste sind Buchstaben!“

    Ihr könnt mich noch fortsperren, „Solange Du da bist“, was in diesem Roman steckte, aber was dieses kleine Netzwerk von geistigen Kerntupfern für Reaktionen anrichten wird, in mir, wenn ich es verständlich gemacht habe, verstehe, begreifbare harte Buchstaben, geformt zu fühlenden Worten, Texten, Seiten in einem Buch, in unseren Bäuchen, ich habe keine Ahnung was sein wird, wenn es geschrieben ist, ich hoffe nur, dass sich mein Hirn mit jeder Zündung mit dehnt, hohlen Platz habe ich genug. Ich weiß, Ihr werdet es verstehen, die Veränderungen, beide, die „Unbeugsamen Gebeugten“.


    Lieben Gruß Kaltblut

    Hallo Ihr Lieben,

    Ette, auserkennen, danke, mal wieder aufhören zu denken und fühlen, mach ich.

    Irre, bekloppt hat ja was mit dumm zu tun, also Unverständnis. Da waren auch Klischees, von 2 blonden Friseusen, die mit ihrer lokalen Einfachheit und brillanten Klarheit enorme anzuerkennende Veränderungen in ihre Gesellschaft brachten, unbemerkt, natürlich, einfach geniale Friseusen, ausgestattet mit unbezahlbarer Menschlichkeit. Einmal im Monat werde ich mir da einen Therapieplatz gönnen.

    Wir sind, wer wir sind und je mehr ich grübele, erkenne, begreife, mich entwickele, von mir weg und aus mir heraus gehe, je mehr verändert sich. Ein Muss, weil nichts so bleibt wie es war. Die Erinnerung an die Vergangenheit, an totes Vergangenes, HH, Hirnheilung, kann nur heute und in der Zukunft erfolgen, die Genialität liegt in der Einfachheit, die in meinem untrainierten Hirn zu kompliziert wurde. Ich will weiter gehen, „einfach“, langsam in die Zukunft, Schritt für Schritt. Ich freue mich auf den 6.12., auf Kidman und Kurt den Eisbären, auf Philip Pullman, auf den goldenen Kompass und hoffe für die Produzenten, dass sie die gewaltige Trilogie mit ihren Bildern nicht zerschossen haben. Ich spiele eine Hauptrolle in diesem Film, verliere um zu gewinnen, alles, meine Frau spielt mit, wir alle spielen da mit, wenn wir nicht von Buchstaben, wenn wir uns von unseren Gefühlen bewegen lassen.

    Wisst Ihr, ich habe kein Geld, keine Macht, nichts, aber ich bin immer noch nicht mittellos, ich habe gewaltige Mittel, ich bin mein mächtigstes Mittel und nur mein Boss weiß wirklich welche atomaren Kräfte in meinen Zauberberg hausen. Wenn sie noch nicht frei wurden, in der Vergangenheit können sie es nicht mehr, gestern war gestern, heute, morgen, übermorgen schon.

    Ich habe mit einem neuen Kapitel begonnen. Ich habe mir gerade wieder einen verpasst, so was wie einen Co-Rausch. Dumm gelaufen. Ich gebe den Rausch hiermit zurück, an meinen Nebenbuhler und ich werde ihn mir bedeutungsvoll in meinem Hirn zergehren lassen, mit allem was unser Körper an Verdauungssäften produziert, bis hin zum endgültigen Betätigen der Villeroy&Boch Taste, verbunden mit dem befreienden Geräusch der Spülung in meinen Ohren.

    Die Worte, die Zeilen verändern sich, wir verändern uns. Ich muss sie oft mehrfach lesen, meine, Eure, die Bedeutung neu erfahren, manche klingen selbst in heiklen Situationen sanft, beruhigend, gelassen, andere schreiend, tobend, stürzend, trauernd, klagend, freudig bis glücklich. Sie lesen sich nicht wie sie geschrieben sind, nicht wie aneinander gereihte Buchstaben, sie klingen wie wir sind, wie wir sie fühlen, unser Sich verändert sich, laufend, der Klang verändert sich, laufend.

    Ich verstehe das ja alles selbst nicht. Ich kann nicht mit meiner Frau diskutieren, sie ist mit dem Mund, mit den Lippen, mit dem Hirn anders geschaltet als ich. Das ist so, als würde eine gerade pfeilschnelle Magnetbahn über meine alten Schienen mit Jim Knopf im Lummerland umhertuckern. Wenn ich auf den Punkt komme, dann hängt sie Schienen los im Raum und wenn sie Gas gibt, dann habe ich noch gar keine Kohlen nachgelegt. Ich rede, klar und verständlich zu anderen, bekomme Resonanz und es funktioniert, ich bekomme dieses Gefühl was da in mir ist bei ihr nicht nicht ausgesprochen, nicht rund gedacht, nur aufgeschrieben. Teilweise hier, in meinen PC, in Briefen oder Blöcke und sie, sie beginnt ein großes Schweigen. Ich kann die Augen schließen, denken und fühlen und dann fühle ich, all die Energie im Körper, wie sie zu Buchstaben wird, zu Wörtern, wie soll ich da mit meiner Frau kommunizieren? Ich bekomme nichts raus und sie nimmt nichts auf, wäre da wenigstens ein Schrederer, gäbe es Schnippsel irgendwas. Es geht nicht, sie steht vor dem Zauberberg, buddelt sich rauf und runter und kann nichts damit anfangen. Verbuddelt sich in sich selbst. Wofür liest sie tausende Bücher, wenn sie zu Buddelbrocken werden? Ich habe keine Ahnung von Literatur, aber für mich ist das heute unerfüllte Selbstbefriedigung durch andere. Ich möchte die Gefühle genießen, das was mich erfüllt, es erfühlen.

    Was ist denn jetzt diese Liebe, die Abhängigkeit des Unbekannten, des Unbegreifbaren, des Unerfüllten, was für einen Sinn gibt diese Liebe? Was für einen Sinn gibt mir meine Ehe, gibt mir meine Frau, gibt mir die Liebe zu meiner Frau? Was für einen Sinn sieht sie? Sinnloses Denken bis zur atomaren Hirnschmelze. Ich nenne das Kapitel:

    „Der unerfüllte Zauberzustand des bestiegenen Besteigers im Zauber der Selbstbefriedigung durch andere“, wobei ich dem Unerfüllten noch gerne mehr losen Inhalt geben würde.

    Ja, ich kann voll und ganz ohne meine Frau leben und existieren. Ich habe Dinge hier gelernt, die weit über meinen Verstand hinausgehen. Ich habe Dinge erfahren, die ich früher mit Übernatürlichem verband, es ist das Verständnis meiner Gefühle. Vielleicht bewege ich mich auch nur immer weiter von meiner Frau weg, weil sie mir nicht folgen kann. Ob wir die Richtigen sind? Ist es nicht vollkommen egal wer da zusammen ist? Äußerlichkeiten verändern sich, Verhalten verändern sich, Gemeinsamkeiten verändern sich, Gefühle verändern sich. In dem Augenblick wenn der Rammeldamast abgelegt ist, die Endorphinproduktion normal wird, beginnt die Wonne des Gewöhnlichen, Alltag. Die Frage müsste vielleicht anders sein: wir finden sich die richtig Passenden einfacher, problemloser, schneller? Vielleicht bin ich in allem durch Ungeduld überfordert, ich habe gerade erst gelernt still zu sitzen, noch tiefer in mich hineinzuhorchen. Was wäre die richtig Passende, wenn sich alles laufend ändert? Warum schneller, wenn es so lange dauern muss? Ich denke auch dass, es viel einfacher ist, jemanden zu finden, wo all das vorgeformt und passend bereit liegt, wie ich es mir wünsche, wie sie es sich wünscht, aber wir haben alles in uns und wir haben uns für einander entschieden. Es ist alles in uns, wir haben es nur noch nicht ausgepackt. Vielleicht haben wir auch nur dieses weihnachtliche Gefühl des Päckchenauspackens, die Freude am anderen verloren.

    Ich denke, es ist einfacher etwas zu erzählen, wenn ich neu bin, als wenn ich nach Jahren splitternackt vor einem Partner liege und wir ganz tief in uns rein sehen können. Vielleicht können meine Frau und ich nicht mehr damit umgehen, wenn wir so tief in uns hineinblicken, sie klar, unvernebelt, ich klar unverliebt oder wir sehen einfach nur in die falschen Ecken. Sehen wir mal was wir sehen werden.

    Erich Fried, Vorübungen für Wunder, was steckt da alles drin, was für atomare Hirnkraft.


    Liebe Grüße Karl

    Hallo Ihr Lieben,

    meine Erkenntnisse des Monats:

    Zwei blonde Friseusen, eigentlich spricht man da von Witzfiguren.
    Ich habe sie erlebt, still und beobachtend, zuhörend, lauschend, welche gewaltigen therapeutischen
    Worte von zwei blonden Friseusen an ihre Kundinnen ausgesprochen wurden.
    Ich überlege mir deshalb, ob ich über diese Witze nochmals lache.


    4% unserer Gefühle wandern ins Hirn zum Bewusstsein, 96% bleiben Unbekannte
    Der Wind knallt gegen ein Baugitter, das fliegt schwingend auf die Straße. Rückspiegel, Linksschwenker, Glück gehabt, vorbei, statt, mitten durch Auto. Als ich vorbei bin, kommen die Abläufe ins Bewusstsein.
    1km weiter, Regen, dunkel, 7er biegt langsam, bedächtig auf die Hauptverkehrsstraße, hält, fährt, hält, fährt, steht auf der Straße, Irrer, Rückspiegel, Linksschwenker, Glück gehabt, vorbei, statt, mitten ins Auto. Als ich vorbei bin, kommen die Abläufe ins Bewusstsein. 2km weiter, kleiner KA fährt vor mir ungeachtet der sich ändernden Verkehrsführung geradeaus, über zwei Spuren, vor mir, volle Kann in die Eisen, Glück gehabt, vorbei, statt, mitten ins Auto. Als ich vorbei bin, kommen die Abläufe ins Bewusstsein. Gewaltig was in 96% steckt.

    Wie soll ich begreifen, was um mich herum passiert, in mich einfließt?


    Ungesund gedacht, Zähne verbissen, Zahnkrone geplatzt, weg, Biss verschoben, weitere Zähne beschädigt, abgebrochen, kaputt, Kettenreaktion. Erkenntnis: öfter zum Zahnarzt gehen, aber der kann nur flicken, also muss schon vorher was passieren. Wie im Leben, wenn es im Hirn stimmt, stimmt es, wenn nicht, geht eins nach dem anderen hin. Man kann es stoppen, reparieren, aber heilen, heilen können wir nur selbst, in uns.

    Teure Erkenntnis, 3x Keramik, watt nix koss es nix, manchen kostet es das Leben.


    Ansonsten, hat es sich gerade auserkannt.

    LG Kaltblut

    Hi Elocin,

    Suchtgedächtnis? Klar haben wir eines, vielleicht wird da was anderes produziert, vielleicht denken wir anders, verstecken unser Ego vor anderem, statt es bewusst fortzuballern, aber das was da ist, das ist letztendlich bei uns allen gleich. Mach Dich mal ganz nakisch, ganz frei von dem was Du siehst und spürst und merkst und denkst. Genau das, dass was Du da siehst und spürst und denkst, das ist das, was mich die letzten Wochen verrückt machte. Da ist das, was mir hier schon vor 1 1/2 Jahren gesagt wurde, ich werde es nicht verstehen, hieß das da.

    Als ich las, dass von 100% rationalem Verständnis, bis heute nur 4% in meinen Kopf gelangt sind, vorher noch weniger da waren, dann weiß ich jetzt so ungefähr, was Glauben sein kann, sich auf 96% Unbekanntes verlassen und das bedeutet sich auch auf sich selbst zu verlassen oder Verlassen, alleine zu sein. Was wir also wirklich in die 96% legen, werden wir wohl nie erfahren, aber vorstellen möchte ich mir auch nicht, dass 96% 24mal eine Multiplikation des bisher Erlebten, des Begriffenen bedeuten.

    LG kaltblut

    Hallo Ihr Lieben,

    meine Entwicklung der letzten Wochen fängt bei einem „aha, nur das noch“ an und wandert dann immer weiter. Fast jeden Tag öffnen sich neue Türchen, irgendwie wie Weihnachtskalendertürchen, jeden Tag eine Überraschung und durch.

    Eigentlich habe ich mir alles aufgeschrieben, in mir, aber so richtig verstanden habe ich vieles nie. Vielleicht eher wie das fahren auf dem Motorrad. Ich bin kein Champ und mit fast 50 Jahren werde ich auch keiner. Viele knallen einfach an mir vorbei, weil sie gefühlvoller und beherrschter fahren, Dinge, die ich erst richtig nach 30 Jahren auf 2 Rädern fühle. Andere schämen sich für Kurvenbremser oder reißen nur auf dem Highway den Hebel auf, schauen mir verträumt hinterher. Ich fahre, wie es mir gut tut und da gehört eine gewisse Unabhängigkeit dazu und manches Mal auch von den runden, teuren Zahlenschildern.

    Verstehen kann ich vieles auch nicht. Da geht eine Abhängige in Therapie, verändert sich plötzlich in einem Maße, das mir Hören und Sehen vergeht und wieder passiert da etwas Unbegreifliches. Die Einstellungen und Vorstellungen gehen von theoretischem Wissen in Angewandtes über und mein Kopf brummt, kann das wieder nicht verarbeiten. Das Alte wird dauernd von Neuem abgespalten. Türe auf, Türe zu, weg mit dem was noch nicht draußen ist. Es ist, als hätte ich ein Alibi für den Unverstand des Untergrundes. Das, was jetzt in der Türe steht, das Neue, schreit nach Umgang, nach Verstand, nach Empfängnis, es ist der Anfang der Befriedigung. Mein Job ist der Umgang damit, bis ich es befriedigt mit Verstand empfangen habe, zu sein.


    „Stopp und warum waren die entscheidenden Gedanken“

    Stopp: weiter gehe ich nicht, länger fahre ich nicht, mehr esse ich nicht, halt, stopp, nicht Ende, nicht erledigt, nicht und tschüss, einfach nur Stopp und stehen, ein gekoppeltes sowohl als auch Stopp. In meinem täglichen Ablauf, war das Schwierigste, einfach stehen zu bleiben.
    Stehen bleiben bei meiner Frau, bei Freunden und Bekannten, Geschäftspartnern, in der Hektik des Jobs, des Alltages, stehen bleiben, keine Entscheidung zu treffen und alles einfach einmal von allen Seiten genau zu betrachten. Dieses ruhige, entspannte, gestoppte Betrachten habe ich nie gelernt, aber es gewaltig was mir dabei über den Weg lief.

    Plötzlich sehe ich Menschen, die wie ich umherkreisen, rappeln und zum Überflieger mutieren, ganze Gruppen, Firmen, Konzerne, die unstrukturiert umherirren. Menschen die ruhig, in sich gekehrt da sitzen und gestoppt betrachten, sind eher selten, weil störend, gegen den Strom schwimmend, sie bergen etwas Unbekanntes. Ich sah es überall, life. Wie die Matrix. Es hat mich wahnsinnig gemacht. Auf einer Weltmesse als gestoppter Beobachter zu sein, statt als aktivierender Macher. Ich habe noch nie so deutliche Zusammenhänge gesehen.
    Es war wie der kleine Prinz, auf einer angehaltenen Kugel sitzend und aufzunehmen, was um mich, auf dem Stand, in der Halle, in dieser riesigen Messe, der Branche passiert. Langsam, ganz langsam stupse ich diese Kugel an und sie beginnt sich in die andere Richtung zu drehen.

    Plötzlich erkenne ich mein Gegenstück, das was mir fehlt, wonach ich lechze, sabbere und scharf bin, was uns fehlt, was wir wollen und nicht haben, will wir es schon längst erblindet in uns tragen. Ich sehe die berührten fehlenden Stücke des Gegenübers. Wir matrixen. Heute ist es die Matrix matrixen. Früher waren es Legosteine, die einfach zusammengesteckt wurden.

    Ich sehe meine Frau, wie sie etwas sagt und wie es in mir schmerzt.
    Ich sehe mich, wie ich darauf antworte und es in ihr schmerzt.
    Ich sehe mich, wie es mich schmerzt, wenn es ihr schmerzt.
    Ich sehe mich, wie ich nach Zuneigung lechze, es schmerzt, beim Erkennen des Schmerzes.
    Ich sehe mich und je mehr Zuneigung, Liebe ich will, darum bettele, dummes Zeugs rede, wie schlecht es mir geht, wie unendlich geliebt ich doch werden muss, weil ich wieder irgendwas gemacht habe, was noch nie jemand machte und fort gestoßen werde, weil niemand aus Hampelmännern Kraft schöpfen kann.
    Ich sehe den unbedarften, liebenden, Erfüllten, der es nicht nötig hat zu betteln, den, der ist, dem es zu fliegt, einfach so, das Glück, die Liebe und halte den Schmerz angstvoll in meiner hand, sehe ihn an, durch ihn hindurch, fühle ihn, er ist fort, weg, gegangen.

    Wir matrixen uns zu Tode, statt einfach Stein auf Stein zu sein.

    Ich sehe mich, den Alki, den Alkhasser, den Co. und empfinde es anders, als Teil des Ganzen, als Teil dessen, für das ich bisher keine Sicht hatte, das Sein.

    Es hat Zeit gebraucht.

    Sie haben dieser Tage alle gesoffen. Flaschen, Gläser und ich saß dazwischen, nahm die Veränderungen wahr, ich war nicht mehr abgestoßen, nicht angezogen, ich war einfach dazwischen. Neutral, objektiv, ich sagte zuvorkommend nein, für mich bitte nicht oder die Gläser wurden unbeachtet mit Designertröpfchen gefüllt, die in anderen Bäuchen landeten. Ich habe meinen Frieden geschlossen, mit dem Alk, dem Co, dem Hass, dem Vergangenen.


    Warum: ich habe das nie gelernt, mein Sein hatte einen anderen Sinn.

    Als ich gefragt wurde, wo vor ich gerade am meisten Angst spüre, musste ich schlucken.
    Ja, es sind Beziehungskracher, wenn ich Rede, wenn meine Frau spricht, wenn wir kommunizieren, wenn wir gut und schlecht drauf sind, was wir wie warum sagen, wenn ich die Reaktionen greifen kann. Es war nicht meine Frau, keine Angst die Existenz zu verlieren, nicht die Herausforderungen einer neuen Branche, nicht das Unbekannte unseres Konzerns, auch nicht die Krankheiten, es war die Angst nicht verstehen zu können und zu schnell in den Zustand des Mitdrehers zurück zu verfallen – zulassen zu begreifen, um sich zu vergreifen. Normalität, es ist Normalität in diesen alten Zustand zurückzufallen, nur das umgehen und verarbeiten, die Erkenntnis aus diesem Zustand, das Warum, es gehört dazu.

    Nichts sagend zu verstehen, was ein Weg. Ich werde ihn weiter gehen um zu begreifen, wie gleich unsere Strukturen sind.

    Genau du musst….. und und und meine Reaktion: Nackenhaare hoch, warum muss sie da immer rum hacken und mir zeigen, wie gebildet und intelligent sie ist. Meine Reaktion, warum nur gehe ich darauf ein, ich bin das was sie nicht ist, gelassen, unstrukturiert, beruhigend für ihre innere Unruhe. Ich bin aber noch mehr, hier und dort habe ich Vorzüge, die sie nicht hat, wo ich mich im Vorteil fühle, ich fühle es, Rechnen z. B. , Gefühle z. b.,
    einfaches Tun, statt zu verharren. Gesundes ergänzen. Was mache ich? Rechtfertigungen,
    runterspielen, abbauen, sie hochheben, sei nur nicht böse mit mir, lauf nicht fort.

    Wie sollen sich zwei einpendeln? Diese Frage steht mit einem Warum?
    Warum, wenn es so viel einfacher ist die Augen zu verschließen?
    Warum, wenn es statt im Palast auch unter der Brücke trocken bleibt?
    Warum, sich irgendeinen Schwachsinn an die Backe kleben?

    Warum nicht, wenn es das Leben fordert, will, so sein soll?

    Mein Leben fordert es, das Leben meiner Frau fordert und wenn wir das hinbekommen, wenn wir zu uns, zu unseren Versprechen stehen, wollen und können, dann wird etwas passieren, was gemeinhin als Wunder bezeichnet wird. Aber aber aber……

    Da ist es wieder, ich muss etwas sagen, meinen Senf abgeben, mich unbemerkt rechtfertigen, labern und bin schwammig, aufgelöst, daneben, fühle mich schuldig, sinnlos.

    Die Frage ist nicht wer, wann, wo mit wem, sondern warum? Warum klappt es nicht, wenn beide eine Sprache sprechen und warum dort, wo man sich nicht versteht, wo unterschiedliche Sprachen, Kulturen, Denkweisen die Barrieren überwinden, uns eins werden lassen, unsere Gedanken, unsere Gefühle. Sollen die glücklichen Paare alle kaputt sein, alle was an der Schüssel haben? Alle? Nur die Paare die durchhalten, es sein lassen, ihre Partner, Partner sein lassen, die haben die Weisheit gelöffelt?

    Aber – die Bedeutung der Fragen verschwindet, sie werden bedeutungslos, unwichtig. Liebe ist nicht aufliebbar, wie Flasche leer oder Colinchen voll, Liebe ist Sein, der Sinn.


    LG kaltblut


    NS: aus Geschriebenem:

    Martin ist in meinem Traum erschienen, wir fahren mit Gabs auf den Berg, in den Schnee, gehen die Stufen der Aussichtsplattform bis ganz nach oben und befinden und auf dem Dach der Alpen. Alptraum, welche Aussicht- und, was fühlst du frage ich ihn? Ich süre hier oben Nähe, sagt er. Alpinisten, sage ich, lasst uns die Klamotten ablegen und fühlen, wie es ist, nackt, ohne Schutz, in klirrender Kälte hier zu sein- und, was fühlst du frage ich ihn nackt. Ich fühle mich hier oben nackt noch größere Nähe.

    Da platzt es aus mir laut heraus: kannst du dieses Buch nicht einmal aus der Hand legen, brauchst du immer und überall etwas zum Festhalten, in uns, auf der höchsten Alp, im Alptraum, immer und überall, einfach so und ich riss ihm das Buch aus der Hand, schleuderte das schwarzen, ledergebundene Buch über die Brüstung zu Tal.

    Und- was fühlst du, fragte ich? Sie steht still, bewegt sich nicht, die Erde, alles bewegt sich, schnell, an mir vorbei, ich stehe, ich stehe still und beobachte, das Leben, das mir geschenkt wurde, mich, die Welt, das Leben, das Sein.

    Life - einige Jahre zurück, Businessmeeting bei Zürich, Martin hält seine Begrüßungsansprache im großen Saal vor versammelter Mannschaft: …und ich begrüße auch unseren Geschäftsführer aus Deutschland, Karl schläft, wie immer, riesen Applaus, erwischt. Aileth aus Israel, unnahbar, erhaben, ausstrahlend, ich bin eine verzaubernde Zauber-Wüstenblume, für diese Welt zu schade, nicht nur verzaubernd, betörend und mit allen ausgestattet, was das Hirn eines erfahrenen Managers an richtigen Fleck schlagen lässt, hielt ihren Vortrag über neue Sicherheitskonzepte und bekam kräftigen Applaus, gepaart mit den paarungsfreudigen Blicken einer steifen, unruhigen wilden Kerlhorde und danach, ich auch, etwas, nicht steif, sonder Applaus.

    Im organisierten Bustransfer, fuhren wir genau auf diesen beträumten Berg, im Sonnenschein, mit Gletschereis, stampften wir die Aussichtsplattform, qualmend und japsend nach oben. Die steife, tiefer gelegte und aufgetunte SL-Horde, war von sich selbst umzingelt, umgarnt von einer aufblühenden Wüstenblume, riss Witzchen und war gut drauf. Nach ausreichender Frischluft und späterem Dinner, war ich nur noch müde und wollte in die Kiste, schließlich war ich um 4h morgens los, in die Schweiz, hatte die übliche 7h Tour mit meinen bescheidenen Understatement Renault in knappen 5h gepackt. Klar, die Karre hatte auch was, man sah es nur nicht. Klar, wenn beim SL-Fahrer das Limit erreicht war und ich vorbei zog, da schon. Aileth war auch müde und wir trafen uns am Auszug, alle trafen sich irgendwie am Aufzug als Aileth den Spielplatz verlies. Aileth und ich stiegen ein und wir waren weg. Ich habe keine Ahnung, was die Meute dachte, aber Aileth und ich wir haben morgens zusammen gefrühstückt, sind gemeinsam nach Zürich gefahren, haben uns die Stadt angesehen, stundenlang geredet, einige unserer Kollegen getroffen, die dumm drein sahen, aber das störte uns nicht. Aileth fragte mich noch, ob nicht noch eine Nacht länger bleiben möchte. Ich bin gefahren, nach Hause, zu meiner Frau und als ich mit erfüllten Gedanken leer von ihr empfangen wurde, habe ich mich zurückgewünscht, dahin, wo mich die SL-Fahrer neidvoll vermuteten. Aileth habe ich nie wieder gesehen, wir haben nie etwas miteinander gehabt, aber für eine ganz kurze Zeit, ganz lange tiefe Gefühle freigesetzt.

    Jetzt bin ich wieder auf dem Dach, schwebe. Sie steht still, bewegt sich nicht, die Erde, alles bewegt sich, schnell, an mir vorbei, ich stehe, ich stehe still und beobachte, das Leben, das mir geschenkt wurde, mich, die Welt, das Leben. Nackt, ohne Bibel in der Hand, die Liebe, sie möchte mich fliegen lassen, „Seine“ unvollendeten Süchte wollen mich hinunterziehen, ich schwebe, einfach so, frei und friedvoll.

    Hallo Ihr Lieben,

    da ich die letzte Zeit sinnlos und durcheinander war, muss ich das einfach mal hier loswerden:

    Ein riesiger Auftrag eiert seit Monaten rum, das Ding wurde nicht rund, es kostet jetzt viel Geld, der Kunde hat storniert. Ich habe mir Vorwürfe gemacht nicht genug Gas gegeben zu haben, meine Leute angemacht,
    es auch auf meinen ganzen privaten Krams geschoben, meinen Hirnbrei und stand wieder vor einem männlich dummen „Entweder oder“. Der Kunde wird bald geschluckt, storniert was geht, bereinigt seine Bilanzen, das Ding konnte gar nicht passen, selbst wenn alles gepasst hätte, es wäre etwas Stinkendes kleben geblieben. Ich habe dem Kunden gedankt, da er unbewusst größeren Schaden vermieden hat. Es ist alles für was gut.

    Meinen Rhythmus habe ich auch was umgestellt. Ich lese jetzt morgens was mehr, weil abends ist der Kopf so voll, morgens ist alles so schön heile, aufgeräumt und als erstes schreibe ich auf, was mir so aus dem aufgeräumten Hirn entgegen springt. Dann lese ich gerade etwas Frau Zurhorst 2, „Liebe dich selbst…“ und da falle ich doch im Bett liegend um: der Wolfram Zurhorst, ihr Kerl, der schreibt genau das, was ich in meinem Hirn seit Tagen gesund backe und mir mühevoll Stückchen weise auf Papier quäle um es auch nur ein wenig zu begreifen. Der Mann weiß genau warum ich mit meiner Frau nicht klar komme. Kerle, das sind keine Mädchenbücher, zieht Euch die Eva 2 rein, das Grüne. Ich bin dem Mann dankbar für seine Erfahrungen.

    Aber dass ist noch nicht alles. Wir haben hier Krähen und ich sah eine mitten auf der Straße: die hatte eine Nuss im Schnabel, flog hoch, lies das Ding fallen, nahm es in den Schnabel, flog hoch, lies es fallen, ich habe aufgehört zuzusehen, wie unermüdlich oft dieser freche Räuber rauf und runter flog. Irgendwann wird er die Nuss wohl geknackt haben, irgendwann, wenn ihn kein Auto erwischt hat Er musste aber nur etwas höher fliegen, vielleicht noch was höher und er wäre ganz einfach ohne große Anstrengung ans Eingemachte gekommen, ein schlauer dummer Vogel, wie ich.

    Nicht das Ihr jetzt meint, ich danke der Krähe, ne, „mir selbst, ich danke mir – Kalli an Kalli“.

    Das mag Euch jetzt merkwürdig vorkommen, oberegoistisch, arrogant oder esoterisch abgehoben – und?
    Das ist Euer Ding, nicht meins, ich danke mir, dass ich all die Dinge der vergangenen 1 ½ Jahre erfahren und etwas begreifen durfte. Ängste, Schmerzen, Verluste, Loslassen, mich, meine Süchte, meine Flecken, meine kranken Hirnströme. Ich weder noch ganz lange was an der Knecke haben. Meine Frau hat über ein Jahr gebraucht, um mein „dem sing“, also unser rheinisches „dem seine“, in ein relativ gut funktionierendes „dessen“ in meinem Hirn zu wandeln. Trotzdem ist da manchmal ein Hirnstotterndes DDDD, was denkt ihr denn was da in meinem Hirn abgeht, wenn ich den Kindheits-Beziehungs-Ich-Suchtduden aufschlage.

    Gelegentlich oft, habe ich Euch mit Kraftausdrücken beklotzt. Für mich besteht zwischen Aufbeugen und dem Klotzen eine Verbindung. Die Hilflosigkeit meines kerlchen Verstandes. Danke für Euer Verständnis.
    Meine Worte sind eigentlich Bedeutungslos, aber auch manchmal schwer, prägend, wie ich es hier immer wieder finde, bei Euch, von Euch und dafür danke ich Euch. Eure Threads haben mir dabei geholfen weit über das Getue der dummen Krähe hinaus hoch abzuheben. Es sind einige Worte von hier, einige Sätze von dort, Sinn, der nur in meinem Kopf, nur für mich existiert, Zeilen die in ihrer Gesamtheit einen ganz neuen tiefen Stempelabdruck in mir hinterlassen. Das Stempelpaket hat eine Eigendynamik entwickelt, eher so wie ein multipler Tausendstempelfüßler, der durch mein Hirn wandert.

    Es tut nicht weh was Aua Aua zu sein, so lange ich, für mich keinen Schaden nehme, meins. Ich habe festgestellt, dass Bekloppt wie ein Kotelett, zwar oft zu trifft, aber irgendwie nicht gut ist. HH für Hirn Heilung mag ich mehr, es wurde gleich in meinen Bauchladen aufgenommen und ich denke, dass ich mir noch lange viele heilende Pflaster verpassen werde.

    Ich wünsche Euch von ganzen Herzen, Euch selbst zu verstehen.

    Liebe Grüße Kalli Kaltblut

    Hallo Lillith,

    oft werden Alkoholiker viel älter als die Angehörigen und dann wird gestaunt, wie abgelaufene Schuhe auf dem Müll landen, aber die Socken eigentlich noch ganz gut sind.

    Sieh mal, ich habe immer noch eine ganz liebe und von mir sehr begehrte Frau. Sie hat viele Entwicklungen mitgemacht, ich auch. Wäre sie nicht gewesen, wäre ich anders, wäre ich nicht gewesen, wäre sie anders. Wir beide leben z. Zt. sehr gesund und mit guten Aussichten, aber ob da nochmals ein „Haben“ sein wird, das weiß keiner, weil uns genau das unter gewissen Umständen dahin bringen könnte, wo wir sicher nicht hin wollen. Du hast genau das Richtige getan.

    Du und ich, wir wissen, dass wir auf einem guten Weg sind und nur so haben wir eine Chance unseren „Mann“ zu stehen oder „Frau“ sagt man das? In Anbetracht der Tatsache, dass Frauen eigentlich das stärkere Geschlecht sind, möchte ich heute meine „Frau“ stehen.

    LG Kaltblut

    Hallo Ette, hallo Ihr Lieben,

    plötzlich hab ich meinen Glauben und viele gute Vorsätze verloren, weil ich wieder irgendwo landete, wo ich eigentlich nicht aufgestellt werden wollte. Da war ich schon einmal, vor einem Jahr, länger her oder gestern oder morgen wieder, aber es ist jedes Mal anders, eine neue Erfahrung. Ette, stimmt, ich würde Dir nicht glauben, würde ich nicht selbst drauf kommen, komische Sache.

    Ich war schon einmal da, als Kind:
    Damals gab es noch keine PC´s, wir zockten und hockten zusammen. Ich lernte schnell Skat, weil immer daneben sitzen und zuschauen war langweilig. Alle waren Zocker, richtige Zocker. Sonntags, nach dem Essen wurde gezockt, Tischdecke weg und ein neues Blatt auf den Tisch. Wenn man 32 Karten nach halten kann, dann ist Skat ein übersichtliches und berechenbares Spiel. Vater konnte das, Profizocker. Es war schon interessant zu erleben, wie alle nur gegen ihn gewinnen und ihm die Hosen runterziehen wollten. Das war aber auch ein Choleriker und pingeliger Nachkarter ohne Grenzen. Jede Karte wusste er und hat seine Mitspieler jedes Mal zur Sau gemacht, wenn nicht richtig bedient wurde. Wenn Bruder 1 da war, war er fällig, der verdient Kohle, den machen wir hin. Wenn Bruder 2 dabei war, der beschiss laufend, also spielte ich gegen ihn. Aber alle hatten nur ein ganz begieriges Abzocken im Kopf. Was da für Energien frei wurden, dabei sollte das Spiel doch Spaß und Freude bereiten.

    Da schreien sich erwachsene Kerle lauthals an, lassen die Karten durch das Zimmer fliegen, springen sich fast an die Gurgel, sprechen den ganzen Abend nicht mehr miteinander, für fünf, zehn oder zwanzig Pfennige. Ich habe das nie verstanden. Irgendwann habe ich „Schwachsinn“ gedacht und es machte mir nichts mehr zu verlieren, die anderen hatten einfach was an der Schüssel. Ich verlor, nicht im Uferlosen, Pfennigkrams, der auch für mich vom Taschengeld bezahlbar war, aber es machte Spaß, richtig spaß. Es wurde einfach ausprobiert was wäre wenn, z. B. wie es ist ein riskantes Spiel zu gewinnen oder was passiert wenn Bruderherz mich unter dem Tisch anstößt, damit ich ein Pfund reinknalle und ich gebe ihm eine Sieben, wie rot kann Paps Kopf werden, wenn ich falsch bediene und die Karten nicht nach halte usw. Es ging ja um nichts, um Pfennige, ich denke gerne daran, was da manchmal abging.

    Wisst Ihr, Bruder eins lebte von hochkarätigen Zahlen, ein knallharter Typ und kann immer noch keine 32 Karten nach halten, er würde heute genauso abgezockt wie damals. Bruder 2 spielte sein ganzes Leben noch falscher und versteht immer noch nicht die Gesetze des Ramsch. Fast jeden Abend hat er einen verloren, aber so dick, dass alle ihre Knete zurück hatten. Er würde diese Dinger auch heute noch verlieren. Paps ist nicht mehr, aber ich habe immer noch Spaß daran, am Zusehen, wie andere Gewinnen. Über 40 Jahre sind vergangen.

    In so einer Beziehung, können wir auch ganz schön doof sein, Schwachsinn veranstalten, uns anstrengen, lernen, tun, machen, verbiegen und die Jahre gehen. Wir sind Gewinner, Abzocker, Abgezockte, irgendwas, auch wenn die Pfennige zu Talern mit vielen Nullern werden, es fehlt etwas und dann fliegen die Karten lauthals durch das Zimmer. Damals habe ich nicht verstanden was es war, ich war einfach anders als die anderen und hatte Spaß dabei, heute will ich es wissen, was ich nicht verstehe und nicht verstand.

    Ich fange nochmals von vorne an, bei mir, in mir, mit mir, vielleicht koche ich ja ne Blutwurst, sehen wir mal.

    Bis denne Kaltblut