Beiträge von kaltblut

    Hallo Ihr Lieben,

    heute ist einbesonderer Tag, ich war dabei, als etwas besonderes passierte, dann wollte es nur raus, weg, tief unten ins Hirn und ich stand aufrecht im Bett. Es steht geschrieben, dass man es alleine nicht schaffen kann. Das stimmt, ich bin nie alleine gewesen.

    Heute Morgen sind mir so viele wenn und aber, paradoxe, warum nicht, begegnet. Eine gestern noch Zugeknöpfte, die heute kurze Hosen auf dem Fahrrad trug und ich dachte, alle Achtung, hat die Beine. Eine ältere sehr kräftige Dame auf dem Fahrrad und ich dachte, woh, hat die sensationelle Waden. Ein junger zierlicher Hüpfer, der an mir vorbei hüpfte, dass ich aus dem Takt kam, stehen blieb, hinterher sah und dachte (nix von Hüpfern), wie kann so ein zierliches Ding nur so schnell laufen. Da fallen unendlich viele Dinge auf und ich dachte, was sind das für armselige Geschöpfe, die den halben oder ganzen Tag einen in der Birne haben und all die Feinheiten des Tages nicht mehr mitbekommen, sich im Eiltempo verleben.

    Bisschen was gestört hat mich der Gang auf die Waage, plusplus, eigentlich müsste das minus anzeigen. Wahrscheinlich wächst da was an mir, die Waden oder so.

    Ich werde ausziehen, einen neuen Meister suchen, der mir mit wenigen Worten, wenigen Gesten, die fehlenden Griffe zur Festigung meiner Technik vermittelt. Ich hatte einen, er ging sehr früh und lies mich mit meinen Gedanken alleine, aber da war meine Frau, sie hielt mich, drückte mich und sagte: jetzt bist du mein Mentor, sie war da, einfach da. Es gibt diese Menschen, die uns verändern, die bewegen, die etwas bedeuten. Es gibt Menschen, die sehe ich einmal im Jahr, wenige, manche alle 10 Jahre, manche habe ich nur einmal gesehen, manche werde ich nicht mehr sehen, sie sind in uns, ganz tief, sie sprechen mit uns, geben uns Rat, wir sind ihnen begegnet, wie ich Euch, vor über einem Jahr.

    Wann immer ich etwas habe, sieht jemand von Euch auf, legt sein Buch weg, macht den PC aus, kommt zu mir rüber, gibt mir Fünf und fragt wie geht es Dir, hast Du es verstanden? Gelegentlich drücken sich einige um mich rum und ich frage, was geht, hast Du verstanden und ich spüre, wir brauchen Stift und Papier, das ist nicht so einfach zu verstehen, ich verstehe es selbst nicht und wir schreiben gemeinsam.

    In den vergangenen 7 Wochen, da hat es in mich gehagelt, ist viel passiert, es war meine LZT, hier im Forum, eigentlich sind es 1 ¼ Jahre, aber die letzten Wochen, sie waren sehr real, gingen ins Tiefe, ins Unterhirn, unter den Bauch, dahin wo wir nicht denken, viel tiefer als das wo Kerle normal mit denken.

    Ich hatte tolle Unterstützung, eine liebe Kollegin, meine Frau, ja auch sie, meine Familie, Freunde, Menschen. Meine Frau, was glaubt ihr, sie war mir am Nächsten, als sie dachte weit fort, geschützt, unerreichbar hinter hohen Pazermauern zu sein. Da waren die unbekannten ganz Nahen, nicht real, nicht zum Anfassen und Drücken, nicht zum miteinander Aufwachen und zum Frühstückstisch dackeln, aber nah, ganz nah in mir. Vor wenigen Jahren hätte man mich noch als Psycho eingesperrt, heute gehe ich einfach auf Tour und besuche den einen und anderen Mal, weil ich mir frei genommen habe. Ich nehme mir das einfach mal heraus, dazu brauche ich mir nicht rein zu ziehen, ich habe alles schon längst in mir.

    Stoffel und ich, wir drücken uns jedes Mal, dann drücke ich seine Kids und sage: es ist nicht so wie ihr denkt. Dann schauen sie immer so ratlos und ich muss ihnen das erklären. Wisst ihr, in Deutschland und bla bla bla, dann lachen wir uns kaputt, streichen was im Haus für die große Party. Würde ich Euch auf Stoffels Party begegnen, ich würde wie ein Honigkuchenpferd breiter als breit strahlen. Nur Stoffel, passen denn alle überhaupt da rein, über 7000 Angemeldete?

    Bei Ette habe ich schon oft am Schreibtisch gesessen und all die verzaubernden Gedanken gelesen, da ist mir oft ganz anders geworden. Ette, oft muss ich einfach was von Dir in mich aufnehmen, dann lese ich das und noch mal und dann wir der so schwierige Stoff einfach ganz leicht, schwebend bunt, sehbar, greifbar, fühlbar und dann habe ich es begriffen.

    Als ich noch neben Muddi wohnte, da bimmelte sie oft abends und brachte was Frisches aus dem Garten mit, wie leicht man abhängig werden kann, aber ich brauche ja nicht viel, als Single und Appenzellerquittenstückchen wachsen nicht im Garten.

    Dia und Speedy sind meine Morgensterne, irgendwo habt ihr, seid ihr, werdet ihr das Hoffnungs-Nachschlagewerk, das Ereignisfach, ein Stück Leben. Ich liebe Euer Leben.

    Lavendel ist für mich die selbstsichere B9 Flitzerin, kennt alle Blitzer, kommt, parkt sicher ein, steigt elegant aus, geht und wenn ich an der Ampel an Deine Scheibe klopfe, dann lachst Du breit und erwachst aus den Morgengedanken.

    Bei Klaro war ich auch gelegentlich. Er ist einer dieser Meister, ein gelassenheits Seinlasser, manchmal habe ich ihn nur mal kurz mit dem Finger angestupst und saß 2 Stunden abgetreten auf seinem Küchenstuhl.

    Ayki ist für mich das Paradoxe. Sie könnte meine Tochter sein und hat die Reife einer starken gefühlvollen, erfahrenen Frau. Das Paradoxe ist, dass reife Frauen mit unerfahrenen Kerlen überfordert sind, sie wollen etwas Gestandenes, Älteres. Gestandene Kerle wollen meist junge Hüpfer, damit sie nicht überfordert werden, also 10-20 Jahre jüngere Dummerschen, die in scharfen Gewändern, Besen schwingend durch den Haushalt fliegen und dem eintreffenden Herrn lustvoll die Klamotten runter reißen. Paradox ist, dass Frauen eine deutlich höhere Lebenserwartung haben, Kerle früher abnippeln. Zum Schluss beißen sich alle in den Schwanz, weil sie überfordert sind, nie begreifen wie paradox das Leben ist und das alles einfach so zusammen passen kann..

    Spedi sehe ich oft als den platzenden Urbayern, der gewaltig auf der Schreibtisch klopft das der Monitor hüpft, die Kids auf dem Schoss und die Familie ruft: Papa was war.

    Elle sehe ich verträumt in Beuel sitzen, dann haue ich in die Bremsen, lege ihr schnell paar neue Seiten auf den Tisch und krache winkend weiter.

    An Annika muss ich auch manchmal denken, sie erinnert mich an einen blonden Engel aus dem Lipperland, da fallen mir immer schöne Sachen ein, aber ich darf dann nicht dran denken.

    Yorkie, treffe ich manchmal, wir quatschen dann über unsere Gleichungen, bis zu den Vierbeinigen.

    In der realen Welt, das treffen wir oft Menschen, sie hinterlassen nichts, keinen Eindruck, nichts, sie sind einfach, nichts. Hier sind so viele Menschen, Altbekannten, unbekannte Neue, Individuelle, manche gleichen sich, sie alle hinterlassen etwas, ein Stück von sich und jeder sieht was er sieht, Bleibendes, wir bedienen uns und nehmen was wir brauchen, einfach so.

    Meine Frau, stellt Euch vor, jahrelang habe ich diesen Irren, meinen Nebenbuhler, mit in der Kiste gehabt, egal was wir auch anstellten, egal ob wir nur ganz einfach erregt regungslos da lagen oder wild bebten, der Typ war überall dabei, bis ich ihm die Nüsse knackte, das müsst Ihr eigentlich gehört haben, Voigtländer Nussknacker, nicht die aus den Erzgebirge, Voigtländer, die haben diesen nachhaltigen leicht ätzend seufzenden Echoklang, wenn sie knacken, seine Nüsse. Jetzt ist er weg, die Schallwellen im Nacken, läuft und läuft, Maratonman, chancenlos. Meine Frau hat mir nie liebevoll die Hand gereicht, das war auch OK, es war ihr Ding nicht meins. Ich sitze oft an ihrem Bettchen, halte sie in meinen Armen, streichelte ihr sanft über den Kopf und erzähle eine Eurer Geschichten und dann hat sie diesen Blick, den ganz entspannten zufriedenen nasilabialfaltenfreien Babyblick und schnarcht.

    Wisst Ihr, wenn die Partner aus der LZT entlassen werden, dann sind alle ihre Drückeberger wieder in ihrem normalen Leben und was bleibt sind Gedanken, Erfahrungen, Erinnerungen, Gefühle, die müssen sie tragen, die müssen sie durch das Leben bringen, die müssen ihnen helfen immer da zu sein, wenn sie es brauchen, auf Knopfdruck und sie müssen immer wissen, wann sie auf das Knöpfchen drücken können, sollen, müssen.

    Wo ist der Unterschied zu uns?

    Sie haben nicht das Glück wie wir, real verrücktes zu Denken, sie müssen erst zurück, normal werden, um verrückt zu denken, einfach so. Ich denke an diesem Tag daran, was mir all die Monate hier gebracht haben, wie viel sie noch bringen werden, wie es ist Euch gefunden zu haben, wie schön das Seinlassen ist.

    Wenn der Mensch nicht komplett ist, nicht so wie wir, wenn etwas fehlt, wenn sie all die schönen Dinge nicht fühlen, nicht spüren, nicht sehen, nicht begreifen können, weil ihnen etwas fehlte, weil das bisschen Vorhandene noch zerstört wurde, vielleicht können wir ihnen sehend davon erzählen, es aufschreiben, damit sie es sich vorstellen können, wie Blinde.

    Vielleicht ist unser Co. irgendwann keine Dauerkrankheit mehr, vielleicht müssen wir nur selbst sehen lernen, unsere Blindheit überwinden. Da erkläre mir doch jetzt mal einer, wie er sehen soll, wenn ihm genau in diesem Augenblick etwas Geliebtes abgeschnitten wird? Irre, ist das alle kompliziert, ich liebe diese komplizierten Dinge, warum nicht?

    Ihr hattet Recht: man kann nichts verstehen, es gibt nichts zu verstehen, nur, wir wissen es schon lange, es ist alles in uns. Da fallen mir einige Vorwürfe meiner Frau ein, angenommen hatte ich sie nie, aber ganz tief innen drin, da waren sie schon, irgendwie. Sie war immer so stolz auf ihren Intellekt, ihr Bildung, ihre Belesenheit und manch einer vor mir muss ihr da ein Machtwerk in die Hand gelegt haben, das bei mir nicht zog. Weil, was nütz das alles, wenn ich nichts mit anfangen kann. Das ist so, als würde ich auf einer Goldmine sitzen und ein Plumsklo drauf bauen, unbrauchbarer Sche…. Tausende Bücher lesen und nichts rausziehen, für was so viel Lebenszeit verschwenden, Maßlosigkeit.

    Sie sagte einmal, war denn alles in unserer Beziehung so schlecht, bleibt denn nichts? Wir alle hatten einmal die tollste, schönste, erotischste und liebevollste erfüllte Zeit aller Zeiten. Kaputt ging das auch nicht nur durch den Alk, der war brachiale Auslöser. Der eigentliche Blitzeinschlag, war die Uneinsichtigkeit sich gegenseitig nicht mehr so zu nehmen wie wir waren, als wir uns mit großem Schrecken erkannten, selbst erkannten, gegenseitig erkannten. Das ist der Schwachsinn an sich, das Irre in uns.

    Neulich fuchste mich nochmals richtig eine blöde Bemerkung, ich wäre hier um mich zu profilieren, würde alles nur einseitig in mein Licht stellen. Funnie, hol die Nadeln zum Anstecken raus und lass uns HIHI-Luft ablassen:
    Meine Frau hat vollkommen Recht, ich bin hier um mich zu profilieren, um mich zu finden, mir mein passendes Profil zu verpassen, meins, gesund zu werden, es geht nur um mich, ich schreibe hier, meine Gedanken, nicht sie, nicht für sie, nicht um sie, sonst wäre ich in Ulm und nicht hier und ich bin eigentlich wieder ziemlich heile, komplett, ganz, gesund, gut was irre, ein verrückter Verrücker, warum nicht.


    Heute habe ich mir um 6.30h ein besonderes Frühstück gemacht:
    Zwieback, Kiwi, Dolomitenbergkäse, irren Appenzeller vom Käsepapst mit Quittengelee – warum nicht? Stellt Euch doch einfach mal vor, jetzt einen vergorenen Saft dazu, der würde doch alles kaputt hauen, dagegen ein grüner Tee, man kann sogar die Teepflücker sehen, wenn man will.


    LG kaltblut

    Hallo Barbara,

    ich habe nie gemerkt, dass es genug war. Erst habe ich fleißig mitgetrunken und alles war schön, ab und zu sind wir mal aneinander geraten, aber die Versöhnung war dann auch schön, aber mit Alkohol hatte das für mich nichts zu tun, im Nachhinein habe ich festgestellt, es ging immer nur darum.. Bis zum Infarkt. Da bin ich abgedreht. Leben nichts wert, Kids nichts wert, ich nichts wert, Job usw. alles wertlos. Dann landete ich hier und das wurde wie Ölbohren. Jede Woche ein neues Bohrrohr ansetzen und irgendwann war ich 3000 Meter unter der Erde und es sprudelte.

    Endstadium:
    Sie hat Entzug gemacht, ist in LZT, lebt, der Sch… bleibt hoffentlich zukünftig weg.
    Ich lebe abstinent, qualme nicht mehr, habe festgestellt, dass in meiner Birne einiges hohl war, bin da auch auf einiges gestoßen, leider nicht auf Öl, der Ölteppich hat sich ausgebreitet und wir werden irgendwann geschieden. Einerseits dumm gelaufen, anderseits hätte es nicht besser kommen können, wie man es nimmt.

    Hauptsache, bei Dir wird nichts verbohrt und Du findest den richtigen Weg, hier findest Du alles und alles was Du gibt’s, kommt vielfach zurück, deshalb nehme ich gerne was von Dir und schicke Dir gleich vielfach was zurück, Du wirst das packen. Übrigens, sei froh so sensibel bei dem Zeugs zu sein, ich war es nicht. Den Schlussstrich den machst Du, nur Du, aber eigentlich beginnt es dann immer neu.

    LG kaltblut

    Hi Ayki,

    unser Schreiben, die ganze wertvolle Zeit der Leser und beteiligten Schreiber, die uns immer weiter auf einen, sagen wir einmal „Normal-Natürlichen Weg“ zurückgebracht haben, hat uns ja verändert.

    Deshalb wissen wir jetzt, wie eingebrannt, wie seit Geburt in unseren Genen:

    - nicht passende Schuhe ziehen wir uns nicht mehr an, keine Erwartungen
    - Dinge, die uns nicht gut tun brauchen wir auch nicht und wollen wir nicht
    - Hilfe gibt es nur durch Loslassen, Fallenlassen, vielleicht noch durch Sack zu und drauf

    Und wenn mir jemand nicht gut tut, sei das ein Bruder, eine Schwester, eine liebe Frau oder sonst wer aus meinem Familien-, Bekannten-, Freundes- und Kundenkreis, dann muss ich da nicht hinfahren und Cut. Würde meine Mutter mit 86 Jahren anfangen zu bechern, ändern könnten wir es nicht, es wäre einfach nur „schade“.


    @ Nelly: also die Sache mit dem „toll“, danke, da hast Du vielleicht recht, ich bin toll=irre=durchgeknallt=verrückt=anders= ein irrer durchgeknallter Verrücker. Bleibt jetzt mal ernst. Meine Frau und ich hatten damals eine „Vogelhochzeit“, genau, nach dem Volkslied, bleibt einfach ernst, ja ohne „ö“, aber mit fidiralala…, deshalb musste ich aber trotzdem grinsen und könnt mir glauben, es war eine unvergessliche, einzigartige Hochzeit. Die Nester haben wir weg bekommen, aber ein bisschen Mist klebt schon noch in den Haaren, geht auch nicht weg, wie eingebrannter Taubendreck auf neuem Autolack.

    Da sind wir wieder bei den Vögeln: wenn Du sie findest und die Flügel hin sind, wenn es verheilt und alles wieder OK ist, dann kannst Du sie nicht im Käfig halten, nur Tür auf und weg. Dann musst Du Dich daran erfreuen, dass sie fort fliegen, einfach so und wenn der Habicht schon oben kreist, dann musst Du eben fort sehen, das ist die Natur, die repariert alles von ganz alleine. Dann ist Zeit im Hirn Platz für neue schöne Gedanken zu schaffen und sich an anderen Dingen zu erfreuen.

    Ruft mein Ältester an und meint: ich bin noch bei einer Freundin und komme gleich. Sagt der Vater: wie meinst du das, er wiederholt und die Freundin lacht, er saß was ratlos am Telefon, Kinder können so toll sein.


    @ Pummelchen: ja, wie Recht Du hast, vieles ist nicht verständlich, vieles bleibt auch vielen immer verschlossen und auch wenn ich denke manches heute zu verstehen, es wäre vielleicht besser nie darüber nachgedacht zu haben, andererseits: warum nicht.

    Nimm nochmals die Sabinerinnen, sie hielten alles in der Hand, den Tod der Familien, der Männer, ihr Leben. Jetzt kannst Du Dir aussuchen, wer von uns wann wo steht und was in seiner Hand liegt.


    Lg kaltblut

    Guten Morgen,

    das ist ja ein Wochenanfang, fehlen mir die Worte. Also, vor einigen Monaten hätte ich noch unverständlich weiter geklickt, vielleicht noch an unverständlichen tiefsinnigen Ladiekrams gedacht, heute kann ich langsam folgen und das macht das Forum für mich so wertvoll. Danke.

    Klasse Ette, was da so alles in uns passiert und dann stellen wir fest: doch nicht alles nur der doofe Alk. Ich drücke Dir die Daumen, das wird eine gute Woche.

    LG kaltblut

    Hallo zusammen,

    ziemlich merkwürdig, was da alles so abläuft. Ich habe meinen komischen älteren Bruder besucht, der, den ich eigentlich nicht mehr mit den A.. angeschaut habe. Für mich war der immer ein oberegoistischer über den Tischzieher und Halsabschneider, klar, auch vermeintlicher Alki, seine Frau hat es mir ja oft genug gesagt.

    Er meint über 40 Jahre Wein zu trinken und mit seiner Lebenserwartung von kurz bis einige Jahre, hätte er ein Recht darauf so zu leben wir er das für richtig hält und seinen Genuss zum Essen, den würde er sich nicht mehr nehmen lassen. Verstehe ich ja alles, wollen wir auch gar nicht dran rütteln. Ich dachte eben nur, er wäre der täglich abgefüllte, ist er aber nicht, abhängig, Grenzgänger erster Klasse, mag sein, was auch immer.

    Seine konkrete Antwort auf die Frage ob er Co. kennt war folgende: ich, wieso soll ich auch abhängig sein weil meine Frau säuft, ich trinke deshalb nicht mehr und nicht weniger, ich habe kein Problem. Das mit dem Zuhören und Verstehen, das üben wir dann noch, er weiß keinen Unterschied und bezieht Co. auf mit saufen. Er hat mir all die Verstecke gezeigt, die Tricks seiner Frau erzählt, seit über 20 Jahren, sogar Tonbänder, mit denen er ihr Gesülze aufnahm, um es ihr an nächsten Tag vorzuspielen, Aufgeschriebenes, um ihr Gesagtes wiederzugeben, er führt sogar ein Tagesbuch mit allen Ausrutschern. Wisst Ihr, ich hätte es nicht geglaubt, hätte ihn immer als den Irren bezeichnet, hätte ich diesen Krams nicht gesehen. Schwierig ihm was zu erklären, zumal er nicht verstehen wird, dass er von der Frau die er über 20 Jahre zu kontrollieren denkt, abhängig ist.

    Nun, eigentlich wollte ich ja auch was von ihm über unsere Kindheit erfahren, er ist ja schließlich 12 Jahre älter. Die Details wären jetzt was doof, aber unser toller Vater war hochgradig spielsüchtig, hielt sich offen 2 Frauen, eine für die Kinder, eine na ja. Der Bruder meint, sie spielten damals in den Trümmern, Vater war nie da, manchmal lief er mit der Tussi im Arm über die Straße, wir haben uns dann versteckt und ihn beobachtet, die anderen Kinder haben uns dann ausgelacht. Und- sagte er, kannst du dich erinnern, dass dein Vater nur einmal was mit dir gemacht hat, ehm, oh, ah, schwierige Erinnerung, perfektes Elternhaus.

    Co-Verhalten, schwierig alles zu verstehen, aber es kommt, Stück für Stück..

    Als ich ging habe ich ihn mir gepackt, gedrückt und der Kerl ist erschrocken auf Abstand gegangen. Ist schon komisch, einen Bruder zu haben, der mit 61 Jahren erstmals was Normales von sich gibt, der keine Nähe zulässt, vollkommen zerfressen von ewigen Gefühlskämpfen ist. Ich habe ihm gesagt: das üben wir aber noch was, bis du eines Tages in die Kiste gehst haben wir ja noch was Zeit, schließlich sind wir Brüder. Irgendwie war in seinen Augen, die übrigens keinen direkt ansehen können, ein schönes Funkeln.

    Anschließend haben meine Kids und ich paar Runden gedreht, der kleine Große stand stolz vor mir, na, so richtig kommst du wohl doch nicht mehr mit… einfach klasse solche Kids zu haben und sie zu drücken.

    Was macht der ganze Suff: er kann sogar Familien wieder zusammen führen.

    Eigentlich denke ich, dass jetzt die Zeit kommt, wieder gebündelt, ganz zu sein, Dinge im Leben zu verändern. Ich ändere Mal diesen Spruch da unten ab, weil, eigentlich habe ich hier eine ganze Menge erfahren, gelernt, begriffen und ganz tief innen drin geändert. Eigentlich ist aber auch vieles unänderbar und mein Lebensspruch war immer ein anderer:

    Sie standen dar und fragten sich warum und nur einer meinte: warum nicht.

    Lieben Gruß kaltblut

    Liebe Ette,

    was geht denn da? Vielleicht müssen wir mal zusammen laufen, ich mache zwar noch gewisse Erderschütterungen, aber das wird sich legen. Übrigens, das wollte ich schon die ganze Zeit sagen, als Du da von Laufen gesprochen hast, habe ich mir gleich die Dinger gekauft, also es sind nicht nur immer die verträumten, die strammen, die klaren, die verwirrenden und anleitenden Worte, manchmal auch Unbedachte, für viele Unbedeutende, jeder zieht was passendes für sich raus, meine neuen Schuhe passen und ich hatte einen geilen Sonntagmorgen am Fluss. Kein Mensch da, Hoppelmänner die auf dem Weg sitzen, eine abgelegte tote Maus, Sonnenaufgang, gewaltig, Düfte, Ruhe Natur und unserer Müllanlage duftet auch ganz schön weit. Zieh Dir mal den Schuh an, dass ich ohne Deine Anmerkung von einigen Tagen nicht in den Genuss gekommen wäre. Echter Genuss, übrigens, früher waren das giftige Dämpfe und vergorene Säfte, wie in dem Dreck der stinkenden Müllanlage.

    Wäre ich hier nicht gelandet, hätte ich jetzt vielleicht meine Jungs angerufen, ihnen was von schlecht oder müde oder sonstiges dummes Zeugs gefaselt, den Tag ausfallen lassen und mit meiner Frau ein Prickelfrühstück in Bett reingezogen. Kartenlegerin, ich mache mal drei Kreuze, warum macht die eigentlich?

    Dann gehen wir das mal mit dem Holunder durch: entweder wird was mit dem Blüten gemacht, die sind jetzt schon lange weg oder den Früchten, ohne Grünes dazwischen und wenn es Sommer bleibt, ist in 5-10 Tage Abräumzeit. Da sind dann auch Geschrumpelte im Topf, das sind die Besten, dicke fette Saftige, halbfertig gereifte, paar Grüne hüpfen immer mit rein. Und? Aufgekocht, schnell runter von der Platte, ausgepresst und Du hast eine wunderschöne Basis für alles Mögliche. Viel mehr Sorgen bereiten mir da die Brombeeren, die sind so mickrig wie noch nie, die werden nicht mehr, wachsen hier in Unmengen und sind unbrauchbar, also teuer zukaufen, das ärgert mich.

    Es kommt nicht drauf an was drin ist, nur wie wir es annehmen.
    Mal drüber schlafen, morgen ist alles wieder gut.

    LG kaltblut

    @ayki: nein, natürlich bist Du nicht so, konntest Du aber sein, manchmal, da hättest Du alles abgeschnitten, was Dir zwischen die Finger gekommen wäre und wenn dann 150 so gewesen wären und ich der einzige Koch, filettiert, aufgehängt, getrocknet, weg der Koch.

    Ette : die Leichtigkeit des Seins, Leben, Lieben, Sinn haben, hat es irgendwie alles, wenn man es nmmt wie es ist. Und Du hast Recht, wäre es nicht so gekommen wie es ist, woher sollte ich wissen wie es ist?

    Hallo Ihr Lieben,

    die Senta, 66 Jahre, toller Schuss, denke ich gerne dran. Das ist doch Unsinn, was haben denn 150 Frauen mit einem einzigen Kerl gemacht? Ach, der Arme, hi, schöner Gedanke, 150 Weibchen zu bekochen….

    Dieses morgendliche Läuferstündchen, also dieses Laufen mit Gehen, Beobachten, Riechen, Annehmen, Denken und Empfinden, in der Natur rumstochern, mit mir, mit meinem Boss, es hat mir gefehlt. Dieser kleine Pissfluss, der war heute sehr breit, alle Wege weg, nimmt alles mit um paar km weiter in den Rhein zu fließen, bald ist er wieder nur ein schlaffes Flüsschen.

    Dabei ging was Natürliches durch die hole Birne. Wenn ich hier losgehe, laufe, kommen irgendwann diese Gedanken, Zuckergedanken, kennt Ihr die? Weiter, komm schon, ja, du schaffst das, bis hier, bis da noch, weiter, hol dir dein Zuckerstückchen und nichts geht mehr, Luft raus.

    Dann fährt der Server hoch, ich denke an die vielen Berichte hier, an Fragen, an Gedanken, an Dia, wie die Wohnung wieder in Besitzt genommen wurde, wie ayki zur Furie wird, an Ette, wie sie morgens strammen Schrittes umherläuft, an Ilo, die irgendwo im Wohnwagen geladen auf ihrem Elsässer Filetgrundstück hockt, an Stoffel, wie er in die Tischplatte biss und das Schlafzimmer neu strich, an unsere Spe(e)dmasters, die geduldig ihre Päckchen tragen, an die stolze Herrin der 70 Mitarbeiter, an „gibt es auch Positives zu berichten“, an Schreihälse auf der anderen Seite, die heute ruhig und gelassen unbemerkt etwas Energie an mich abgeben, an die Menschen, die mir hier begegneten, auftauchten, verschwanden, blieben, die ich nie gesehen habe und mich irgendwie Tag und Nacht begleiten und an Pummelchens Frage, „Ist es eigentlich normal das man erst so einen Weg gehen muss um vielleicht mal sein Glück zu bekommen?“.

    Und plötzlich stehe ich wieder vor dem Haus, schweißgebadet, ich war so in Gedanken, ohne zu schnaufen, nass aber wie ausgeruht, Schritt für Schritt, fließende Bewegungen, ich habe es nicht gemerkt.

    Wisst Ihr, wenn über 50% unserer Partner rückfällig werden, davon nochmals ein großer Anteil im Laufe der Jahre, ein noch viel größerer Anteil seine Gedankengänge nie säubern kann, genau so viele oder noch mehr ungeheilte Co´s, die keine Therapie und Behandlung erhalten, wie soll das eigentlich funktionieren?

    Wahrscheinlich hat die Natur sich da nur was ausgedacht. So ein Wollknäuel durch geknallter Kranker kann man nicht einfach heilen, nicht mit Medikamenten und Hirnquatsch, die Natur kann das ganz von alleine. So ähnlich wie beim Laufen heute morgen, plötzlich war ich vor meiner Türe, patschnass, ich habe es nicht bemerkt.

    Vielleicht könnt Ihr es so verstehen:
    Ich habe damals Haus, Hof, Firma, Anerkennung, Geld, Macht, Eitelkeit, Stolz, alles verloren, nur das nackte Leben blieb, um lieben zu lernen. Ich brauchte alles nicht mehr, es war einfach.

    Ich habe geliebt und geliebt um die Liebe zu verlieren. Ich brauchte sie nicht mehr, sie ist einfach.

    „Es ist wie es ist“, Erich Fried, ein Mensch.

    Ich mag diese Gedanken, unbegreifbares Begreifen, es ist alles schon in uns (oxymoriert?)

    Ach ja, ich habe jetzt einen neuen, riesigen Riemen, Wahnsinnteil, Zahnriemen an der Karre, wo denn sonst?

    Schönes Weekend kaltblut

    Hallo Ihr Lieben,

    kennt Ihr eigentlich den Raub der Sabinerinnen? Habt Ihr gewusst, dass die Sabiner ein Volk in den Sabiner Bergen waren?

    Wie auch immer, damals soll es keine Bräute gegeben haben und die Kerls waren ganz schön scharf. Romulus der schlimme Finger soll dann mal große Party gefeiert haben und die Bräute mit seinen Mannen vernascht und mitgenommen haben, tja, war früher so, nix über die Kerls rum meckern. Eine nach der anderen soll dann ihren Kerl geheiratet haben, irgendwas müssen die schon gehabt haben.

    Als die Familien der Mädchen und die räuberischen Römer aufeinander losgingen, sollen die Bräute dazwischen gegangen sein und haben alles klar gemacht, ich glaube, sie haben damals schon frauliche unbändige Waffen eingesetzt. Tolle Story, mutige Frauen, viele dieser Frauen landen auch hier im Forum, viele sind oder werden zu Sabinerinnen.

    Denkt mal darüber nach, welche liebevollen Waffen ihr einsetzten könnte, denn eigentlich dreht sich alles immer nur um die Kiste und die Letzte, die ist meist aus verrottbarem Holz. Krank sind wir ja alle, ohne Ausnahme, aber unsere kranken Partner landen in der Regel eben was eher in der Kiste, 170cm tief.

    @ Stoffel: gelegentlich war ich oft in einem anderen Land, da nannten wir uns gegenseitig immer „Stoffel“, über 150 Jahre ist der Stoffel dort im fremden Sprachgebrauch, Du hast da einen bedeutenden Nick.

    @ Nelly: Danke, wären unter den Sabinerinnen Kerle gewesen, vielleicht wäre ich einer gewesen, wahrscheinlich hätte ich mich aber unter einem Rock versteckt, andererseits brauche ich mich nicht zu verstecken, weil ich in den Monaten hier kräftig Fell gelassen habe.

    @ Elle: wenn es ein krank lieben gibt, dann haben mich die Zeilen hier auf den Forenseiten gesund geliebt,
    ob es Bücher waren die Ihr besprochen habt oder Kommentare, vieles ist gut in mir angelegt.

    @ Spedi: Danke, ja, das Höchste, Heiligste und Wertvollste von allem: Leben, deshalb bin ich hier gelandet, sie hat ihres selbstverantwortlich in der Hand und meines ist mir ist heute auch viel mehr wert.

    @ Ette: genau, zurück zu den Anfängen, egal was da zeptiert und funktioniert. In 1-2 Wochen müsste der Holunder richtig reif sein, da Zauber ich was draus. Holundernachtisch, Marmelade, Kuchen, irgendwas mit Braten, mal sehen, Rheinischer Holunder-Sauerbraten, das wäre doch mal was, werde berichten, vor allem was meine Kids dazu sagen und wie ich die Farbsauerei wieder wegbekomme.

    LG kaltblut

    Hallo Ihr Lieben,

    an die Liebe will ich eigentlich gar nicht so viel denken, sie ist einfach, geistig, klar auch körperlich, weil ich anatomisch bedingt jeden Morgen zeitig daran erinnert werde. Wir Kerls haben das Zepter eben nicht in der Hand und die Meisten hier können das sowieso nicht verstehen, Ihr seid vom anderen Geschlecht und das bleibt unser Ding.

    Ich schaffe aber auch da gerade Abhilfe, habe mir Geelies gegönnt, richtige Runner, irre, nach 4 Jahren funktioniert das alles noch, langsam, Schritt für Schritt (@ Stoffel: 2 vor, 1 zurück geht nicht, nur nach vorne) und da riss heute wieder was auf, war zeitig am Fluss. Wenn Ihr dann spürt, wie die Lunge voll durchzieht, wie da was aufreist und Platz wird für tiefes Durchatmen, ein tolles Gefühl die ganze Natur einzuatmen. Ich war fast 1 Stunde weg, klar, nicht am Stück gerannt, aber alles und jeden über die Ufer schwappenden Tropfen habe ich genossen und den Fluss genau beobachtet, der bekommt gerade ein gigantisches Tempo, heißt das nicht Fließgeschwindigkeit, und wer in den Strudel gerät, ja, gut dass es Polder gibt.

    @ Ayki, suppi, eins haben wir ja dann jetzt wohl halbwegs drauf: am Deich stehen, zusehen wie alles gewaltig über die Ufer schwappt, sich im Polder verteilt, aber nicht mehr wild in den Fluten strampeln. Sind wir nicht alle etwas Spinner und wenn Spinnen ihre Netze bauen, sind das eigentlich wunderschöne Kunstwerke, wie die Liebe eigentlich und an für sich.

    LG kaltblut

    Hi, Ihr Lieben,

    Ihr findet hier auch Zeilen, wo ich dieses Zeugs gehasst habe, wären wir im wilden Westen gewesen, ich wäre wild umherballernd unterwegs gewesen, Kalli Kaltblut, steckbrieflich gesucht als Alkkiller.

    Wenn wir das Unvermeidliche annehmen, dann gehen für eine verschlossene Tür viele Fenster auf.

    Eines dieser Fenster ist einer meiner großen Brüder, viel beschäftigt, nie Zeit. Ich rief ihn vor kurzen an und er machte wieder auf viel über wichtig beschäftigt. Ich habe ihm gesagt, dass es mir ziemlich scheiße geht, er soll den PC ausmachen, die Klappe halten, sich gerade hinsetzen und mir zuhören. Hat er gemacht und am nächsten Tag eine SMS geschrieben: ruf immer an, wenn was nicht stimmt.

    Ich will Euch auch von einem Telefonat mit seinem Zwillingsbruder berichten, den ich gefressen habe, über 40 Jahre meint er Wein zu trinken, nur Wein, Kultur, Lebensfreude, Genuss, das ganz Programm, ein Materienkenner, ein belesener, hoch intelligenter Mensch, einer der behauptet, auch die Seuche zu kennen.

    Wir waren uns nie grün, seitdem ich 10 Jahre alt war und von 8 Jahren, hätte ich ihn getroffen, es hätte mächtig was auf die Fresse gegeben. Ich hab ihn richtig gehasst, diesen Bruder. Ich dachte immer seine Frau ist das arme Hascherl und bei so einem Kerl, da muss man einfach was an der Schüssel bekommen. Tatsache ist, er hat sie im Suff vor über 40 Jahren kennen gelernt und geheiratet. Sie hat nie den Führerschein gemacht, er meint wie denn auch. Sie haben keine Kinder, er meint, wie hätte das gehen sollen. Ich dachte immer der Spinner.

    Seit über 20 Jahren meint er auf sie zu achten, ihr das Zeugs zu entsorgen, den Ton anzugeben, der Bestimmer zu sein und eine klare Linie in seiner kaputten Ehe zu haben. Ganz schlimm sei es seit 3 Jahren, als sie aufhörte zu arbeiten, aber er habe alles unter Kontrolle und kennt alle ihre Tricks. 2 Abhängige.

    Ich habe ihn gefragt, ob er schon einmal etwas von Co gehört hat, wie gesagt, ein schlauer, belesener Mensch. Was ist das denn, fragte er? Über 20 Jahre Co. und ich denke, es ist kein Einzelfall. Ich möchte nicht in seiner Haut sein und bin dankbar, dass ich gelernt habe einen PC zu bedienen, hier die Seiten gefunden habe und nach relativ kurzer Zeit anfangen durfte, mein Leben auf den Kopf zu stellen. Was sind meine Monate gegen über 20 Jahre Sodom und Gomorrha.

    Dieser ungeliebte Bruder erklärt mir, dass seine schönste Stunde seit 20 Jahren eine wöchentliche Chorstunde in einer großen Kirche ist, weil er da alles vergessen kann und Kraft für die kommende Woche findet. So kann man sich über Jahrzehnte in Menschen täuschen. Wir treffen uns am Wochenende und ich glaube, wir werden das erste Mal normal miteinander reden.

    Und klar, die Liebe ist etwas Wunderbares, Wundersames, eben ein Wunder, wir haben diese Wunder in uns und dafür dürfen wir dankbar sein.

    LG kaltblut

    Hallo Ihr Lieben,

    vor 3 Jahren wollten wir heiraten und hatten es aus bekannten Gründen einige Monate verschoben. Seitdem hat sich mein Lebensrhythmus verschoben, Tag für Tag, eigentlich war ich das nicht mehr, ich bin kein Schieber.

    Heute weiß ich, dass alles ganz langsam wieder auf den richtigen Platz zurückkam, als ich begann mich selbst gesund zu lieben. Wisst Ihr, bei mir brauche ich nicht um irgendwas zu kämpfen, brauche ich keine Ängste zu haben, ich kann mich trauen, mir trauen, mich respektieren und achten, mit mir sprechen, mir zuhören, mich verstehen, ja auch mal bewusst weit die Klappe aufreißen oder einfach so im Regen am Rhein sitzen und was vorbeifließen lassen. Leute, ich bin mir viel wert, ich bin ich und das hatte ich bis vor kurzem fort geschoben. Vielleicht ist noch nicht alles voll am richtigen Fleck, aber es kommt, einfach so.

    Seitdem das „alles an mir mögen Programm“ wieder virenfrei läuft und der Speicher alles richtig verarbeitet, seitdem werde ich täglich zufriedener, gelassener, irgendwie glücklich, ich denke einfach anzukommen und plötzlich kommt nichts mehr hoch, ich brauche keine Sabbertücher mehr.

    Ich kam hierhin, weil meine Frau ein Problem hatte, dass ich selbst platt unter der Fliegeklatsche lag, wie sollte ich das begreifen. Ich denke mein Boss hat da was an den richtigen Stellen gedreht und ich kann es jetzt wieder als ein gewaltiges Geschenk betrachten, als das Größte, das was wir alle wollen, dass unsere Partner und Angehörigen wieder OK werden. Gibt es ein glücklicher machendes Gefühl als zu spüren, dass etwas passiert, dass es Veränderungen gibt, überall, auch in uns?

    Wozu werde ich jetzt noch benötigt? Finanzier meiner Frau sein, hört sich klasse an, aber sie hat alles was sie braucht schon lange in sich. Ihr halt geben, damit sie nicht abstürzt? 8 Wochen ersetzen nicht lange Säuferjahre, aber sie sind ihr Anfang, nur sie selbst kann sich Halt geben. Ich könnte noch als Wachser tätig werden, der ihr die Verantwortung für ihr Leben übergibt, auch das hat sie schon längst, wachsen liegt in ihrer Hand. Ach ja, da ist noch dieses Ding im Bauch, groß, stark, blind und schlaff machend, die Liebe, die kann man ja nicht einfach raus schneiden, fort werfen, recyceln. Wenn wir Sein lassen, können wir wieder Dinge wachsen spüren, gewaltige Dinge, einfach so, auch die sind einfach so in uns.

    Eigentlich bin ich etwas vollkommen Überflüssiges. Wenn man es begreift, wenn es fließt, wird eben vieles, wie anderes auch, überflüssig. Wenn das Co. sein vollkommen überflüssig ist, wie der Stoff an sich, ist vieles wertlos, eben überflüssig und dann kann ich es hören, dieses Knacken, dieses erbarmungslose Knacken seiner Nüsse. Frau Charitas meinte einmal, was ich schon alleine gegen die Seuche anstellen kann. Stimmt, unbedeutend wenig, aber ich werde, den ich liebe dieses Knackgeräusch.

    Nichts mehr schaffen, sich einfach dem Schwachsinn ergeben, annehmen, um aus dem Unverständnis zu lernen. Wie hätte ich das vor Monaten verstehen, annehmen, leben können?


    Alles Liebe kaltblut

    Hallo Innocent,

    bitte missverstehe den Kotzbrocken nicht, aber ich denke, Du hast da einige Brocken bis oben hin stehen und Dein mit irgend so einem Liebeskrams abgefüllter Bauch lässt den Krams nicht raus.

    Ette : in diesem Stadium sind es Zobies, lebende Untote, die wir nicht lebend gesund knutschen können, da gibt es nur noch Kopf abschlagen und dann, vielleicht und wenn und überhaupt gibt es ein Erwachen, aus dem Koma, für beide und welcher Weg dann jeder einschlägt, weiß heute keiner.

    LG kaltblut

    Hallo Nele,

    Kamele sind ganz besondere Lebewesen, mit hervorragenden Überlebenschancen in Extremsituationen.
    Es ist gar nicht mal so schlecht ein Kamel zu sein und vieles was schlecht aussieht muss nicht schlecht sein, schon gar nicht schlecht bleiben.

    Nele, ich hatte eben einen kleinen Anfall, das kommt dann schon mal nach all dem Krams, aber es gibt da noch Steigerungen, die gar nichts mit dem Krams zu tun haben, wo man mit aufgerissenen Augen ins Hirn grübelt und denkt: in welchem Film bin ich? Dann weiß man plötzlich, dass sich nicht alles um uns dreht und wenn wir nicht dafür sorgen, dass es uns gut geht, wer denn? Du wirst das Richtige machen, für Dich.

    Herzlichen Glückwunsch zum Hochzeitstag, ein schöner Tag.

    LG kaltblut

    Hallo Kotzbrocken,

    wenn Du noch einen kleinen Trick möchtest: nimm das schönste Bild, dann eines von vor Kurzem und ein aufgedunsenes Abgefülltes von jetzt, dann in den PC, auf den Monitor, nebeneinander und dann schaust Du Dir genüsslich den Verfall an, stell aber am Besten einen leeren Eimer gleich daneben, Du wirst ihn brauchen.

    Meine Frau stieg von Wein auf Wodka um, weil wir dieses bescheuerte Abkommen hatten: kein Alkohol in meiner Wohnung, wenn dann nur heimlich und kalter Entzug ging ja auch nicht. Schwachsinn. Der Verfall war klasse, sie hat sich einfach aufgelöst, sie hat nie gekotzt, nur ich.

    Innocent, wenn sie verrecken sollen, dann gibt es einen Grund dafür und wir können nichts dagegen tun, aber es ist keiner auf der Welt um zu verrecken und wir schon gar nicht. Einer schrieb hier mal: 14 Tage, dann fliegt sie und ich dachte, mein Gott, was ein eiskalter Brocken, wie recht der hatte. Jeder Tag, den Du Rotz und Wasser schwitzt ist es nicht wert, verlorene Lebenszeit, gewonnene Leidenszeit, aber wer will schon ans Kreuz?

    Wenn ich heute nochmals wählen könnte, ich würde aus einem eiskalten Wintertag einen Sofortflugtag machen. Plötzlich stehen sie vor Dir, gewandelt, neu und Du verstehst die Welt nicht mehr. Während Dir noch der Sabber runter läuft, klopfen sie Dir auf die Schulter und sagen: Kopf hoch, schaffst das schon.

    Junge, das ist das Leben, Du stehst gerade vor den aufregendsten und abwechslungsreichsten Jahren Deines Lebens. Wahrscheinlich wirst Du bald mehr erfahren, als Du Dir je erträumt hast. Hau rein. Ja, heute noch.

    LG kaltblut

    Hallo pooh,

    sieh mal, was Du da gerade machst ist eine riesige Geschichte für Dich, für Dein Leben, da geht es drum. Für diesen Schritt verdienst Du allen Respekt. Wenn Du zu Fuß durch unser Land läufst, durch die ganze Welt, wohin auch immer, dann kannst Du das so oft wiederholen wie Du möchtest, so lange Du laufen kannst. Wenn Du nicht mehr laufen kannst, weil Du in dem ganzen Sturm erstickt bist, hilft es niemandem. Du kannst zu Deinem Mann zurück, ihn neu kennen und lieben lernen, was auch immer, wenn es Dir gut tut oder den Stinkefinger hochhalten und Dich anders entscheiden, eben, wie es Dir gut tut.

    Pooh, es wird nie aufhören, Du hast dieses gewaltige Ding jetzt in Bewegung gebracht und das Leben hört erst in der Kiste auf, oft auf dann nicht, wie die vielen betroffenen A-Kinder hier berichten.


    LG kaltblut

    Liebe Ette,

    wenn Alks einen Schaden haben, haben Co auch einen Schaden, sonst wären wir ja keine Cos.
    Wären wir keine Cos, was wären wir dann, anders, nur Menschen mit Fehlern wie Cos und Alks?

    Wenn die einen lernen können, in sich, in vieles neu zu vertrauen, dann können wir das auch, einfach so, weil das alles in uns ist, wir sehen es nur nicht mehr. Plötzlich sind wir nicht krank vor Verletzung, nicht angreifbar, nicht geschützt, wir sind einfach.

    Wenn ich morgens den 7h Kaffee reinziehe, vor meinem Büro sitzend 10 Minuten den Kopf frei haben möchte, dann kann ein ICE vorbei knallen und mich fürchterlich stören oder die blöden Krähen können einen Krach zum Schießen machen oder beides kann ein angenehmer Teil des Ganzen sein.

    LG kaltblut

    Hallo Ihr Lieben,

    in den vergangenen Tagen wurde nochmals mächtig gegrollt, ich habe meinen Boss angemacht, angefleht, angerufen, seine Jungs angebaggert, nichts passierte, er hat mich einfach in meinem Mist sitzen gelassen und von den Beinen geholt. Da konnte ich mit Waldblütenmarmelade und Hirntröpfen um mich werfen wie ich wollte, nichts zu machen.

    Der Alk war damals weg, einfach so und die Leute sagten: habe ich schon immer gesagt, du hast gar kein Problem, nur mein Boss weiß es und ich vertraue ihm. Die Kippen, weg, einfach so und die Leute sagen, wenn ich das doch auch könnte, wenn sie nur glauben könnten wie einfach es geht und die tiefen Erkenntnisse der letzten Wochen, sie sind verarbeitet, ins Hirn, purer Lebenssaft, aber dieser Co-Krams, nix zu machen, das ging nicht weg, da konnte ich auskotzen was ich wollte. Bis ich feststellte, alles ist schon lange in mir gewesen, einfach so, weg, vielleicht ist das so auch nicht richtig verständlich ausgeschrieben, ich bin da ja immer was unverständlich, es ist ja nicht weg, nicht schwarz/weiß, nicht entweder oder, es ist einfach so wie es schon immer war, mit den Worten Erich Frieds gesagt: „es ist wie es ist“.

    „Drum stehet fest und lasset Euch nicht wieder unter das Joch der Knechtschaft bringen“.
    Habe ich damals verstanden, aber fest stehen und nicht bringen waren falsch verstanden.
    Es ist wie es ist, sich trauen, Dich dich sein lassen, alles andere ist nicht mein Ding.

    Wisst ihr, meine Frau hatte oft einen wütenden Spruch drauf, sie sagte: „Karl, was kommt als Nächstes….“
    2003 las sie ein Minutenbuch, nochmals und hat dieses Buch noch oft gelesen, es immer neu und anders verstanden, sie hat mich nie verstanden, nie die gleichen Sätze gedeutet. Ich bat sie nur mir liebevoll die Hand zu reichen, um sie vertrauensvoll gleich weiter zu reichen und erhielt sie nie. Wenn wir begreifen, dass es nichts zu begreifen gibt, ist oft vieles vergriffen.

    Ich wünsche meiner Frau, dass sie sich traut, dass sie liebevoll meinem Boss die Hand reicht.

    Ich tauche dann was ab, ganz weit, bis meine Arbeit aufgearbeitet ist und wisst Ihr worauf ich mich richtig freue: nächste Woche ist wieder Jahres-Bodycheck, mit allem drum herum, ich werde das Ergometer heiß fahren und auch mal paar Wochen weg sein, für meine hohle Birne, mein kaputtes Ego was tun, aber dann können wir uns ja alle mal zum Einmachen und für andere schöne Küchendinge treffen, vielleicht geht es bis dahin ja auch mit der neuen TV-Show weiter: wer bekommt Stoffel……..

    LG Kaltblut