Beiträge von kaltblut

    Liebe Nele,

    vor 6 Monate war ich frei, hatte abgeschlossen und begann neu zu leben. Bis zu dem Augenblick als die Hoffnung, die Liebe, der Glaube an einen tollen Menschen und all das mir selbst erdachte Gesülze mein Hirn wieder vernebelte. Sie nehmen ihre Gefühle alle wahr, nur irgendwie anders, nicht mehr wie wir, nicht mehr normal, aber normal war ich ja uach nicht mehr.

    In den letzten 3 Monaten kam da immer mehr hoch, von ihr, von uns, von mir, es musste so sein, sonst hätte ich es nie verarbeitet, selbst heute, da kann ich mich über die begriffenen und sich auflösenden Gedanken übergeben, heftig kotzen. Das muss man nicht haben, weil es nicht normal, sondern krank ist.

    Das was viele vor und hinter sich haben, ist eben nicht nur cutt und weg, es sitzt ganz tief in uns drin, manchmal muss es richtig tief auf- und raus geschnitten werden, es geht nicht so von alleine. Manchmal, da haben wir eine Chance zu verstehen und sind in der Lage unseren Weg zu gehen.

    LG kaltblut

    Hallo Ihr Lieben, seht mal,

    jeden ersten Donnerstag im Monat bin ich in einer Stadt, vielleicht heute in Eurer, mit meinem Bauchladen und verkaufe kleine Mittelchen. Kleine Fläschchen mit Glauben, Liebe, Achtung, Respekt, Kommunikation, Gelassenheit, Entscheidungen, Vertrauen, Hoffnung, Verständnis, Zerstörung, Zerrissenheit, Angst, Mut, Kraft, Glück, Freude, Trauer, los lassen, fest halten und ganz viele Lebensmixturen, Menschenchemie eben, was von dem und dem. Ihr könnt das auch als Waldblütenmarmelade, als Lebensgericht, fix und fertig gekocht zum sofortigen Verschlingen oder in Tütchen, für später, auch versandfertig, bekommen.

    Ayki, danke, ich lege Dir was aus die Seite. Die Geschäfte sind jeden Tag so gut, dass ich oft selbst Angst habe. Auf meinem Kopf thront ein Schild, da steht in dicken, fetten, leuchtenden LED-Buchstaben: 4 Wochen Rückgaberecht, auch angebrochen und die Leute stehen Schlange, wenn ich mit meiner Glocke laut bimmele und rufe: heute, Sonderangebot, nur heute.

    Das wäre ja jetzt auch alles prima, nur manchmal ist unbedacht das Falsche im Fläschchen, dann greift man auch noch zum falschen Fläschchen mit Falschen drin oder gibt das ganz Falsche den ganz falschen Leuten. Keiner merkt was und alles bleibt unheimlich kompliziert.

    Ich habe noch nie etwas zurückbekommen. Das macht mir richtig Angst, weil das alles schon längst in all den Leuten ist und gar nicht gebraucht wird, sie wissen es nur nicht.

    Wisst Ihr, wenn wir verstehen würden was da abgeht, würden wir es nicht verstehen, wir würden uns permanent verständnislos überholen. Erst wenn wir ganz loslassen, alles was an uns rum nagt aufgelöst haben und voller liebevoller Verwunderung dem Anderen bei seinem Meisterstück oder seinem größten Schrottstück zusehen können, einfach so, dann sind wir mit einem großen Teil unserer eigenen Krankheit im Einklang.

    Nun, ich bin auf einem Groll – Anschuldigung, Ausflipptrip, gegen meine Frau, gegen mich, gegen die Welt, ich reiße gerade alles aus den Angeln, irgendwas Falsches ist unter meiner Haut, da kann keiner was für, das muss da jetzt alles raus, das muss sich einfach auflösen. Es spielt gar keine Rolle ob sie und was sie und warum sie, es ist ihr Ding, meine Ding ist mein Ding.


    Holunder ist bald fertig, das gibt wieder Marmelade vom Feinsten, keine Worte, Taten.

    LG kaltblut

    Liebe Skye,


    die Heilungschance Deiner Co-Abhängigkeit ist doch sehr groß oder eher klein? Es gibt da ganz viele Auslöser und die können wir nicht alle sehen und Du machst schon so wahnsinnig viel, ich bewundere Dich immer, wo Du den Dampf hernimmst und wie Du an die Sache ran gehst.

    Und wenn wir dann gelegentlich ausbrechen und abheben, dann ist eigentlich nur eines sicher, dass wir wieder landen, so oder so.

    Unser Tun, unser Handeln, unser Denken, das gibt uns Kraft oder es nimmt uns plötzlich mit einem Schlag alles. Es liegt immer an uns. Skye, ich denke und ich fühle z. Zt. nicht gut von meiner Frau, aber sie ist die Gleiche, mit der ich einst Bäume ausriss, sie kann dafür nichts, es ist mein Denken, mein Leben, ihres ist ihres.

    Skye, ich habe auch Deine damals an mich gerichteten Worte in Erinnerung, auch als meine Frau sie Monate später las und meinte „so habe ich das nie gesehen, ich war ganz schön doof“ und es gab in den vergangenen Tagen geschichtliche Ausgrabungen in meiner Familie und meiner Kindheit, Trauriges, was durchaus erklärt warum ich jetzt einen weg habe, aber mein Vater ist lange nicht mehr, ich hatte mich liebevoll von ihm verabschiedet und auch wenn ich jetzt einige male heftig gegen seine Kiste getreten habe, er bleibt wie er gegangen ist.

    Was in unserer Birne rumturnt, das muss da weg, muss sich auflösen, wie eine Brausetablette. Wenn Du es dann aufgelöst hast, denkst Du, Du bist repariert, komplett, ganz, heil und ehe Du Dich umdrehst, fehlt Dir wieder was. Wenn Du das nicht findest, wer dann? Vielleicht ist das aber alles auch gar nicht so kompliziert, weil Du schon alles gefunden hast.

    LG kaltblut

    Hallo Ihr Lieben,

    danke für Eure Worte, danke dass Ihr da seid und das berührt mich jetzt viel mehr als der ganze Kappes.

    Da ist patsch nasses Denken und Regen hatten wir eigentlich genug. Mich geht das nichts mehr an, meine Sache ist meine, ihre die ihre und die Formalitäten dazwischen, da sollen sich andere Spezialisten drum kümmern, Therapeuten, Anwälte, wer auch immer.

    Ihr habt Angst gehabt ich kippe, klar bin ich, war OK, vielleicht brauchte ich es nochmals, dieses letzte Mal, dieses gewaltige Gefühl wie die Liebe, der Mensch, die gemeinsame Zeit, die Zukunft, glitschig durch die nassen Hände gleitet, diesen Schlag in die Fresse, um aufzuwachen, aus dem wiederholten Koma. Vielleicht hat das auch was mit dem Radikalen zu tun, kein Überlieben, kein Alk, keine Kippen, nix und einem Nebenbuhler, der meinen Mittelfinger zu spüren bekommt, richtig, wieder schonungslos Nüsse knacken.

    Ich danke an dieser Stelle meiner Frau, dass sie mich von dem Dreck befreit hat, ich bin stärker.

    Als ich vom Dach flog, da waren hier bei Euch all die auffangenden Hände und die sind mir sehr viel wert.

    Lasst uns einfach Gas geben. Ich habe für mich den ganzen traurigen grauen Teppich der vergangenen Jahre, gegen eine bunte Frühlingswiese, mit Gräsern, Blüten, Bienen, Spinnen, Fliegen und jede Menge umherschwirrendem Ungeziefer getauscht und das tut unheimlich gut. Da mache ich Waldblütenmarmelade draus.

    Es ist ein schönes Gefühl, an Menschen zu denken, die man gar nicht kennt, die man aufgrund ihrer aufrichtigen Gefühle und Geschichten besser kennt als seinen Partner und dann kommen einfach diese tiefen Gefühle, die freudigen Kullerdinger, freudig, nicht traurig. Da brauche ich nicht mehr über den Wert dieser Cyberwelt nachzudenken, weil hier bin auch noch lange zu Hause, zu jeder Tageszeit, von jedem Ort der Welt, auch noch wenn andere schon lange aus ihrer geschützten Burg entlassen wurden.

    Fühlt Euch ganz einfach ganz lieb gedrückt und danke, dass es Euch gibt.

    Kaltblut

    Liebe Charlotta,

    dieses Thema wird eines Tages zu einem irreparablen Vertrauensbruch. Du hast über das intime Alkoholproblem gesprochen. Das ist als würdest Du über Dein Liebesleben, Deine Neigungen und Wünsche und und und sprechen. Verstehst Du?

    Und nur wenn Du offen, ehrlich und gerade zu Deinem Problem stehst, wirst Du da raus kommen. Du aus Deiner Co-abhängigkeit, Dein Mann aus seiner Abhängigkeit.

    Meine Frau verachtet mich wegen des offenen Umganges, hat mich innerlich voller Scham verstoßen, flüchtet aus dem Umfeld, der Stadt und das führt zur Scheidung, tschüss, ganz einfach und das wiederholt sich Millionen Mal, wenn Du Dich buckelst wirst Du eben krumm.

    Duck Dich oder lebe, wenn Du vom Ducken krumm wirst, dann musst Du Deinen geraden Weg gehen und da liegt es in Deiner Hand über die Dinge zu reden mit wem Du willst, es ist Dein Problem, nicht seins.

    LG kaltblut

    Hallo Ihr Lieben,

    ich habe mir mit Mr. Fast die Wampe voll geschlagen, sonst hätte ich den Tag nicht überstanden und irgendeine Sch… angestellt.

    Paargespräch
    Ich habe zugesagt, nichts über unser Gespräch hier zu schreiben, bin Mundtod, stehe ich zu.
    Aber eines sage ich Euch, die Überschrift eines neuen Kapitels:

    Masochismus, die feine tränenlose Füße kleende Art der Liebes Filettierung
    Damit es auch kein wenn und aber, eines Tages keine einseitigen Profilierungsvorwürfe geben sollte:

    Lest dieses einmalige beschissene Ergebnis einer langen Irrfahrt:

    Ende
    Scheidung

    So, und jetzt lasst mich das erstmal verdauen, gebt mir einfach was Ruhe und da kann sagen wer was will, es ist unbezahlbar und ich bin tief dankbar, dass es Euch gibt, dass ich mich jetzt und hier ausschreiben darf.


    LG kaltblut

    Hallo Nele,

    genau das ist es. Wenn alle geradlinig diesen einfachen Weg verfolgen wurden, wäre vieles so einfach, aber weil da immer wieder Steine im Weg liegen, weil sie keiner so einfach wegräumen will und schon mal gar nicht einfach auf andere Kommandos hören kann, ist das meist mit langwierigen schmerzhaften Erfahrungen verbunden. Du bist auf einem guten Weg.

    Lg kaltblut

    Liebe Lacerta,

    ich habe mir erlaubt, meiner Frau viele Wünsche von den Augen abzulesen und zu erfüllen, etwas zu viel krank zu lieben und und und. Wenn das Hirn einmal verseucht ist, kann man eigentlich nur eine Bombe ins offene unbefriedigte Maul stecken. Bei einigen Partnern bedarf es keinen Bomben, da müssen es Atomsprengköpfe sein.

    Heute weiß ich durch die Zeit hier im Forum, dass ich meinen eigenen Schaden im Hirn habe, beseitigen muss und dass auch kann, weil ich nichts mehr in meine Birne lasse, was mich jeden Tag auf ein Neues aushöhlt und verblöden lässt.

    Sei sicher, wenn Du all den Schmerz, die Verzweiflung, den Ärger und die Enttäuschung aus Deinem Bauch heraus lässt, dann wird er auch gehen und Platz für schöne neue Gefühle hinterlassen.

    LG kaltblut

    Hallo Ihr Lieben,

    zuhause überkam mich ein Gefühl der gähnenden Leere, des Geschafft, des Neuanfangs, des Aufbauens.
    Ein Gefühl, diese kontrollierende, mächtige, erhabene Liebe, dieses wilde beherrschende Gefühl, dieses Liebe
    geben müssen um Liebesverlust auszugleichen, diese über 40 Jahre prägende Verlangen sei fort, Leidensdruck,
    Masochismus, fort, eine erfüllte schöne Leere.

    In diesem Augenblick der Leere, da überkam mich ein gewaltiges Verlangen nach eine Zigarette und ich weiß,
    wären irgendwo Zigaretten im Zugriff gewesen, das wäre es nach 4 Wochen gewesen.

    In diesem Augenblick der Leere, der nicht vorhandenen Kippen, da überkam mich ein Gefühl des Speichelflusses,
    ein Gefühl des Verlangens und ich weiß, hätte ich Zeugs im Hause gehabt, es hätte einen ungleichen Kampf gegeben.

    In diesem Augenblick habe ich zum ersten Mal in meinem Leben, nur für wenige Augenblicke,
    die direkten Zusammenhänge gespürt, sie wild und unbändig,
    gemeinsam durch mein Hirn hüpfen, tanzen sehen,
    wie sie umschlungen von mir Besitz ergreifen wollten.

    Liebe und Droge – Droge und Liebe – habt ihr Pech gehabt, Arschtritt, mein Glück.

    LG kaltblut

    NS: klar, ins Office, an den PC schreiben, lesen, weg

    Hallo Frau Meier,

    manchmal wurde ich gefragt, wie es mir geht, wie ich mich fühle, mir ging es eigentlich immer gut, weil ich nie so richtig Gefühle zugelassen habe, verdrängte und positiv, ne überpositiv gepolt war, erst als ich meine Frau traf. Für mich war das Reife, nicht etwas Kaputtes was da raus wollte. Hier ist eine ganze Menge rausgeblubt und ich hoffe, Du wirst auch noch viel schreiben.

    Ebenso wäre ich nie darauf gekommen, bzw. ich hätte es auch nicht angenommen, dass ich da was Kaputtes hatte und wir uns ganz gut ergänzen konnten. Weißt Du, meine Mutter wird mir Morgen erzählen, was für ein rebellisches unbändiges Kind ich war. Vorbei war das mit 14 und ich würde sagen, eigentlich gab es seitdem keinen so richtigen Aufstand mehr, die waren fortgesperrt.

    Ich drücke Dir die Daumen, dass Du hier die richtigen Zeilen findest und schreib weiter von Deinen Erfahrungen, was Du vor hast und mach was, für Dich.

    LG kaltblut

    Hallo Lacerta,

    schön dass Du hier gelandet bist, das Schreiben wird Dir helfen und uns. Du hast ja schon viel Erfahrung, mitgemacht und wirst bestimmt den Weg finden.

    Irgendwann, dann sitzen wir alle auf einen Stuhl, gelassen in uns gekehrt und denken: was war das?


    LG kaltblut

    Hallo, Ihr Lieben,

    es passieren da merkwürdige Sachen und noch merkwürdigere Erkenntnisse. Ich weiß nicht wie oft ich hier saß und dachte: „ Schraube los, wo ist das Werkzeug?

    Hier passieren sie, online, in diesem Forum und dafür bin ich Euch allen sehr dankbar. Ich bin Euch dankbar, dass ich all die Erfahrungen machen durfte und unverblümt in die Welt hinaus schreien durfte, was in mir ab geht, was ich erfuhr und dass ich niemanden deshalb verstohlen, versteckt oder falsch, misstrauend ansehen muss. Und wenn Ihr mich morgen aufsucht, mich im Einkaufszentrum treffen würdet oder sonst wo ansprechen würdet: ach, bist Du nicht der Spinner so und so? Ich würde einige Zentimeter wachsen, Euch lächelnd und stolz ansehen und sagen: ja, das Leben zu erfahren ist wunderschön und Du, kennst Du es?

    Wist Ihr, eigentlich bin ich nur hier, weil meine Frau alkoholkrank ist, einen Infarkt hatte und mit der sch.. Sauferei nicht brechen konnte, dieses Zeugs über Leben, Familie, Kinder, mir und allen Werten stand.

    Gut, ich habe hier festgestellt, es gibt eine Co Krankheit, Angehörige die Krank werden vom Kranken.
    Da kann man ja was tun, meine Frau ist entzogen und in Therapie, brauche ich also nicht mehr.
    Kippen, Fresssucht, Arbeitssucht und auch die eigene Alkoholsucht, weg damit, erledigt, unnütz.

    Zu viel Lieben, das war ja nun die Krönung, Abhängigkeit aus zu viel Liebe, Schmarrn, wer hat sich diesen Quatsch ausgedacht? Habt Ihr überhaupt eine Ahnung wie das Gefühl war, wenn jemand von Euch wehmütig schrieb: „Du musst Deine Frau sehr lieben“? Endlich verstand mich jemand. Ich wäre sofort mit derjenigen auf und davon und hätte sie kaputt geliebt, stiften gegangen wärt Ihr nach kurzer Zeit, trotz all Eurem unerfülltem Liebesdurst..

    Die Härte, die absolute Härte bleibt es aber unbeirrt nicht fortzulaufen, sondern in der Sch… zu wühlen, fest zu stehen und weiter die Ursachen zu suchen. Davor bin ich immer fortgelaufen. Mal ehrlich, was hat mein tadelloses Elternhaus mit der Sucht meiner Frau, mit mir zu tun? Was ein Schwachsinn- oder?

    Spedi, unser bayerischer Hardcore Champ verleit mir Flügel: Masochismus und ich dachte, was will der schon wieder mit seinen unverdaulichen knappen Worten? Spedi, was immer Du da in Deiner bayerischen SHG machst, danke und Treffer: von meinen 48 Jahren, habe ich fast alle bewussten mit unbewusstem Masochismus verbracht, Selbstverstümmelung, Leidensdruck, sinnlos verschenktes Tun, Handeln, Liebe, in der Erwartung geliebt zu werden.

    Die Krönung ist das Leben zu begreifen, zu leben, einfach zufrieden leben, uns.
    Frei sein, ein schönes Gefühl, leben, nicht gelebt werden.
    Also, sehen wir mal, es sieht klasse in mir aus.

    LG kalli kaltblut

    Hallo Cyberrat,

    auch ein herzliches Willkommen, klasse dass Du den Mut findest hier zu schreiben. Schreib von Deinem Weg, Deinen Erfahrungen, es hilft Dir und allen Lesenden. Hau rein und schreibe ein Buch. Übrigens werden hier einige ganz tolle Bücher empfohlen, besorge Dir eins und nehme es mit in Urlaub, es lohnt sich.

    Wenn wir auf die Außenstehenden, die klar Denkenden, die Unverliebten, hören würden, hätten wir eigentliche kein Problem, es würde sich alles in Schall und Rauch auflösen. Leider ist das nicht so, wir sind genauso krank, beschädigt, reparaturbedürftig, nur etwas anders.

    Du wirst damit umgehen lernen, Deine Entscheidungen treffen lernen, Dinge sehen und annehmen, die schon immer da waren, nur nie so gesehen wurden.

    Fahr erstmal in Urlaub, wenn Du irgendwie noch die Schlösser tauschen kannst, mach es, wenn Du Polizeisupport hast, schöpfe ihn aus, denk jetzt nicht daran wie es sein könnte und würde und wenn, sondern was Du und Deine Kinder für einen sch.. ertragen musstet. Kein Mensch hat das verdient.
    Knallhart betrachtet müsstest Du für die ganzen Betrügereien genau so sein:
    Raus schmeißen, nicht lieben, ein Teufel sein


    Lieben Gruß kaltblut

    @Spedi: vielleicht ist das auch der Grund, warum meine Jungs heute keine Probleme haben und von ihren Eltern, trotz Scheidung, etwas mit auf den Weg bekommen haben, was in meiner Familie fehlte: Nähe, Geborgenheit, Sicherheit im Hirn. Es ist ein schönes Gefühl an die 2 Kerle zu denken und zu sehen, dass da ein Kreislauf durchbrochen wurde.

    @ Ette: „ich sehe, du hast dein Motto erweitert“ – ja, auch eine klare Erkenntnis:

    Ich habe lange gelebt um zu arbeiten, aber ich arbeite um zu leben.
    Wir schaffen das stand für meine Frau, meine Co, für gegen Alk, aber es bleibt Arbeit.
    Es mag heute meine Lebensaufgabe sein, aber Arbeit ist nicht mein Leben.

    Gut, Ihr Lieben,

    der Trip geht weiter, aber in Kürze bin ich da und dann kann ich auch wieder was kochen, so richtig brauche ich auch nicht zu kochen, kleine Nikotinpölsterchen gibt es ja auch noch:

    Eigentlich fängt es in einem Buch so an:

    „Vater stand vor mir, wütend schnaubend, leicht rosarot anlaufend, mit erhobener Hand, bereit seinem jüngsten Sprössling den Hintern zu versohlen, um seiner unbeherrschten, unverstandenen, Choleriker Aggression freien Lauf zu lassen. Schlimm war es eigentlich nicht so richtig, eher angemessen, wenn es mal einen auf den Hintern gab, weil die hohe Hauswand des Nachbarn nächtlich mit rohen Eiern dekoriert wurde oder desgleichen Fahrzeug morgens mit dem rupfendem Getöse eines zersplitternden Gartenzaunes die Umgebung weckte, weil böswillige Jugendliche die Stoßstange des Wagens mit Vaters Abschleppseil verbunden hatten oder nach nicht besonders herauszustellenden schulischen Aktivitäten (zum Schutze der heutigen Jugend sollen hier keine Details erwähnt werden). Für heutige Verhältnisse vielleicht etwas überzogen, aber noch nicht wirklich knastreif. Klapsreif ist da schon akzeptabel.“


    "Er ist für immer in mir, der kleine quirlige Choleriker, der Hans Dampf, der Mann, der in seiner schwachen Phase, meiner aufkeimenden starken Zeit, meinen Respekt verlor, um ihn unbemerkt mit Anerkennung und Respekt, 1000fach auf Ewig zurück zu erlangen."


    Das war April 2006, jetzt sind wir aber im Juli 2007:

    Wenn da also wirklich irgendwo innen drin was Verdrängtes ist, wenn wirklich zwischen dem weichen Blumenkind und dem beim Wort „radikal“ aufbrausenden Erwachsenen paar Schrauben auf der Strecke geblieben sind, dann muss man suchen. Gemacht, getan, gesucht, irgendwie nicht mehr lustig.

    Wenn ein 13 jähriger bereit ist, seinem Vater eins auf die Fresse zu geben, wenn ein 10 jähriger, Aufmerksamkeitsdefizite hat, die schulischen Leistungen extrem von topp in hopp umschwenken, geschlitzt, gequalmt wurde und der Alltag nur aus Extremmist bestand, häufiger Krankheit, bis hin zum Röllcheneinwurf, wenn einige dumme und nicht akzeptable Gerüschte über Vater kreisen und da auch nur etwas dran sein sollte und meist ist vieles dran, wenn die noch sehr helle Mutter mit 86 J. eigentlich wenig über ihren Mann spricht und sagt, er hätte nie etwas getrunken, er aber mehrfach als Transportunternehmer den Schein fort hatte, wenn der Vater immer fort war, Spieler war und seine Kinder zu irgendwelchen Frauen mit nahm, dann stimmte da irgendwas nicht. Sie mögen sich nie offiziell vor den Kindern gestritten haben, aber wir haben eigentlich alle einen weg.

    Ich sehe meine Mutter, die Jahre nur heulend durch die Gegend läuft, weil dieser kranke Zocker und Choleriker, nie da war, mit dem Buchmacher verheiratet war, mich laufend zum Zocken mitnahm und ich freudestrahlend von ihm zu Hause abgesetzt wurde und rief: "schau mal, Mama habe ich von der und der…." Sie fing dann schon wieder an zu flennen, ich baute meinen Scheiß und erinnere mich daran, dass ich sie für ihr Weicheigetue und die Unfähigkeit dem Typen eins aufs Maul zu geben haßte, nie so weich sein wollte. Mit 13 war ich der King.

    Es gibt vieles was wir verdrängen, anders in uns tragen, aber es ist wie es ist, unänderbar, akzeptiert, schon lange Frieden.

    LG kaltblut

    Hallo Ihr Lieben,

    ich habe das Gefühl, Ihr wisst was ich meine. Es geht etwas im Hirn ab, da kommt etwas Befriedigendes, Erfüllendes auf mich zu. Ursache und Wirkung, Ohnmacht/Koma und Aufwachen, die ganze Palette halt, nur in einem anderen Stadium. Halt nicht mehr als der liebesblinde, gefühlsgesteuerte, erdrückende Ehemann und dann all die bis jetzt durchlaufenden Stufen, die hätte ich vor 1 Jahr weder gesehen, erkannt, noch akzeptiert oder angenommen.

    Warum bin ich überhaupt Co., was passiert, was geht da, was wird sein. Klar, wir wissen das nicht genau, aber wenn all die Menschen hier es sagen, wenn all die Fälle und Erfahrungen es belegen, wie kann ich dann auf die Idee kommen, dass es ausgerechnet bei mir, in meinem Leben anders sein wird?

    Also habe ich gewühlt, auf meine Art. In mir, tiefer und tiefer. Als mich meine Frau irgendwie verzweifelt im Suff anmachte, bevor sie in Entgiftung ging, dass in meiner Kindheit auch irgendwas gewesen sein müsste, meine Mutter dazu eigentlich nichts sagen konnte, wollte was auch immer, also alles voll OK war und der Typ in diesem Buch sein gedachtes Gedrucktes in mein Hirn brachte, da war da halt was. Steht alles auf meinem Papier und ich hätte nie und nimmer gedacht, dass so ein für mich bis gestern überflüssiger verdrängter Krams unser tägliches Handeln, unseren Tag, unsere Wochen, Monate, Jahre, sogar Jahrzehnte tief prägen.

    Dieses Wort „radikal“, als ich das hier fand, war das wie, als hätte ich immer schon danach gesucht. Irgendwann bin ich heute Nacht eingepennt, verstört ohne rechten Arm wach geworden, der war weg, baumelte irgendwie an mir rum, wie leblos, hatte ich noch nie, keine Durchblutung, dann kam sie und es war so angenehm, wie damals, wenn mich meine Oma in den Arm nahm.

    So, dat hammer jez, den Hammer haben wir gefunden. Haut mächtig rein, Birne klar, tolle Erkenntnis, gähnende erfüllte Leere, ein großartiges Gefühl und durchatmen. Da kann ich jetzt was mit anfangen.

    Da was im Busch war, hatte ich neulich meinen Hausarzt angerufen, klar ich bin „Kasse“, also Termin in 4 Wochen, Vorgespräch, Überweisung, und und und. Wahrscheinlich habe ich dann nächstes Jahr auch einen Therapeuten, also muss dazwischen irgendwas passieren und das ist eben hier passiert, danke Euch allen.
    Und dann stinkt es mir bis oben hin, wenn ich mir vorstelle, wie Menschen monatelang, jahrelang irgendwohin laufen, mit offenen Armen als Kassensparschwein empfangen werden und Therapie nach Therapie verpuffend abhandeln.

    @Elle: dafür bin ich doch auch hier, damit ich eins vor die Hörner bekomme wenn ich nicht weiter weiß und dankbar für jedes Wort. Es sind keine alten Kamellen, das sind für mich ganz neue Dinge. Warum passiert so etwas, kann oder soll es sich ein Leben lang wiederholen, kann man etwas ändern und was passiert da. Ist da eine Basis, Augen zu und durch oder ist das auch eine ewige Baustelle und wenn, wie bekomme ich das repariert. Sieh mal, es war ein sehr großes Geschenk, wie sich das alles bei meiner Frau entwickelt hat, dass sie für sich auf ihrem Weg ist und was ich daraus für mich lernen und erfahren durfte. Aber wir, Du, ich und jeder hier angemeldete Co., jeder stille Leser, hat sein Päckchen zu tragen, ein verdammt hartnäckiges explosives Päckchen, das uns unbewusst mächtig zusetzt. Wenn wir das nicht losbekommen, dann geht es irgendwann hoch und dann möchte ich nicht da stehen und meine Beine, meine Arme, meinen Kopf verlieren. Ich habe ein Recht darauf, es ist mein Leben.

    LG kaltblut

    Hallo Ihr Lieben,

    erstmal ganz schnell: Sohnemann hatte mal wieder Schwein gehabt. Kommt nach Hause, habe ihn erstmal gedrückt und er mir die ganze Story erzählt. Keine Drogen, kein Alk, übermüdet um 6h, in die Leitplanke, toll reagiert, Karre ist zwar Schrott, aber wieder einen Schutzengel gehabt. Als ich meinte: Junge, jetzt hast Du schon 2 verbraucht, die kleinen zählen wir nicht mit, da meinte er, nein 3, Kart hast Du vergessen. Stimmt, als er 10J. war, waren wir alle im Schumifieber, also Sonntagsmorgens auf die Kartbahn. Ich schaute auf den Monitor und dachte, oh den Kart hat es aber böse erwischt, Abflug von ganz oben, mit Überschlag aus der Steilkurve, dann blieb das Ding mit einem Hinterrad schräg nach oben und der Fahrer nach unten hängend auf dem Reifenstapel liegen. Krankenwagen und arme Eltern dachte ich und erkannte, dass es unser Helm war, der da baumelte. Schwein gehabt, bevor ich an der Stelle war, kam er schon lachend angerannt.


    Einige Erkenntnisse hier sind mehr als merkwürdig, ich sage nicht mehr bekloppt, einfach merkwürdig, weil ich sie zwischenzeitlich nicht mehr ablehne oder verspotte, sondern annehmen gelernt habe.

    Irgendwann habe ich hier etwas über Helfersyndrom und andere Abhängigkeiten, wie eben dieses zu viel lieben gelesen und dachte, den Schuh ziehst Du Dir ja nun nicht auch noch an, weg damit.

    Als ich einmal gefragt wurde, ob ich denn wieder heiraten würde, da sagte ich spontan, klar sofort. Mit großer Wahrscheinlichkeit und im Rückblick auf Dinge, vor deren Betrachtung und Hinterfragung ich mich hier monatelang verweigerte, die mir einfach zu kompliziert und zu blöde waren, kann ich heute mit ziemlicher Sicherheit sagen: ich wäre unbedarft in die gleiche Situation wieder hierein gerutscht und wieder und wieder. Vielleicht nicht mit Co.- und Alkoholsucht, aber mit irgendeiner „Gebrauchtwerden-“ oder „Anerkennungs-“ oder „Geliebtwerden-“ Sucht, mit Vielfresser-, Vielarbeiter- und einer klasse Vielverdrängungsmethode. Wahrscheinlich hätte ich gesagt, hallo da bin ich wieder, hat was aufe Fresse gegeben, aber sonst alles ganz toll und auch sonst und überhaupt.

    Es gibt diese Menschen, hier, bei Euch, auf diesen Seiten, die Größe, die Stärke und etwas Besonderes haben, uns genau das an der richtigen Stelle ins Hirn einpflanzen können, was uns zum Nachdenken und Begreifen bewegt. Plötzlich sehen wir Dinge, die einfach unheimlich und klar einfach vor uns erscheinen, immer schon da waren, wir haben sie einfach übersehen, wollten sie nicht sehen, waren zu, blind, taub und es stimmt auch: im Vergleich zur Alkoholabhängigkeit sind wir zwar meist körperlich etwas besser drauf, aber wir wollen vieles nicht sehen.

    Heute frage ich mich auch, was das eigentlich war, diese große Liebe, dieses verzehrende, quälende, überflüssige Gefühl, mit dem wir alle hier landen. In zahlreichen Themen wird über die Liebe gesprochen und wir zaubern uns da etwas ins Hirn, was mit der Grundstoff für die Abhängigkeit ist, meiner zumindest. Real ist die Liebe mein Alibi für all meinen transportierten, versteckten Müll, mit der ich herrlich alles rechtfertigen kann. Ich mag Liebe, lieben und geliebt werden ja auch, wenn es schön und nicht überflüssig lästig belastend bis quälend ist. Wenn wir hier landen, dann ist aus unserer großen unbändigen Liebe, eine gewaltige verstrahlte Müllhalde geworden, aus den einst strahlenden Verliebten sind zerbröselnde verseuchte Strahler geworden.

    Meine geliebte Frau hat mir letzte Woche eine erst verwirrende, dann ganz klare Nachricht übermittelt: „nach ausführlichen Gesprächen mit ihrem Therapeuten, hält sie ein Angehörigenseminar nicht mehr für angebracht, etvl. könnte ich, wenn ich es denn wollte, noch an einem Paargespräch teilnehmen und möchte Terminvorschläge einreichen.“

    Auf ihrer Baustelle hat sich somit eigentlich wenig getan, es ist immer noch wie „bring mir das Auto“, „hol mich vom Flughafen ab“, mach, tue, drehe und sei dankbar für mich da sein zu dürfen, lass dich gebrauchen, irgendwie nass, vom Großenwahn weiter übermaßlos verwirrt. Dabei träumte ich nur ganz einfach von einer liebevoll gereichten Hand. Sie hat nicht verstanden, dass meine Luft abgelassen ist, der selbst auferlegte Leidensdruck entwischen, fort ist.

    Sie hat es nicht verstanden, ich war in einer Dekontaminationskammer, mehrfach, wurde entseucht, entseucht und entseucht, gereinigt bis der Zeiger nicht mehr ausschlug, bis sich eine angenehme Wonne der unverseuchten Zufriedenheit, der reinen Gewöhnlichkeit, des loslassenden Seins ausbreitete.

    Ich mag ja die unendliche Geschichte, auch Baustellen werden uns unser Leben lang begleiten, aber die Tage werden langsam wieder kürzer und ich habe es mir verdient, für mich, für mein Leben, etwas, nur ein ganz klein bisschen reales unverseuchtes Glück zu fühlen, mich unbenutzt und ungebraucht selbst zu leben.

    Ich, für mich, stehe jetzt vor einem ganz anderen Problem und vielleicht fällt Euch etwas dazu ein:
    In der Vergangenheit bin ich einfach mal planlos in den Bus eingestiegen, irgendwohin gefahren, habe interessantes gesehen, erlebt und kam irgendwann schulterzuckend wieder an, falsche Richtung, war aber schön. Einige Leute standen dann immer noch an der Haltestelle und wussten nicht wohin. Ich dachte dann immer, traut euch einfach, was kann schon passieren. Heute kann ich gelassen an dieser Haltestelle sitzen bleiben, reglos dem bunten Treiben der fahrenden, stehenden und wartenden Menschen zu sehen, ohne selbst den Drang zu haben, irgendetwas machen zu müssen. Nur, ich habe keine Ahnung wozu das gut ist. Es ist einfach eine wundersame erfüllte Leere.

    Wenn ich in diesem Buch von Robin Norwood lese, dann geht mein Atem oft schwer und bedächtig auf und ab, finde ich mich, meine Frau und viele andere Menschen wieder, sehe warum was wie war, warum es nicht ist und was zu ändern ist. Als ich Euch fragte, warum soll meine Frau aufhören zu trinken, da kam die Antwort, damit sie zumindest die restliche Zeit bewusst erlebt.

    Irgendwann ändert sich etwas, begreifen wir Zusammenhänge, wie die kleinen Rädchen der Menschenmechanik ineinander greifen. Dann stellen wir überrascht fest, es gibt nichts zu greifen, wir halten es und es fließt einfach durch uns durch, wie die Liebe, wie der Glaube, wie die Trauer, wie die Sucht, wie die Schwerelosigkeit. Schwereloses, ungreifbares, leichtes Sein.

    Ist das alles kompliziert. Hätte ich einen Wunsch frei, ich wünschte mir die Menschenmechanik zu verstehen. Ich kann mit diesem Bewusstsein noch nicht so wirklich umgehen. Sich gut fühlen, wenn man gemeinsam krank ist, Liebe an der Qual messen, in das Unglück tanzen und wenn alles passt, alles richtig und OK ist, gesund ist, unser Hirn wieder richtig Tickt, was dann? Das ist alles irgendwie was oberverwirrend. Kann mir mal eben jemand dieses Buch abnehmen, vielleicht eine klatschen oder den PC ausmachen? Und Spedi, ich habe keine Ahnung ob ich gerade Masern oder eher Mums oder Windbeutel bekomme.

    LG kaltblut

    Hallo Innocent,

    auch ein herzliches Willkommen. Das ist eine sehr traurige Geschichte. Hat Deine Frau jetzt ein Alibi zu trinken, hast Du eines zu bleiben, alles weiter auf Deine Schultern zu legen?

    Dieses Einlullern und Einlallern, wir haben da wenig Chancen und wenn sich dann noch herausstellt dass wir genau das brauchen, dass das einer unserer geheimem Lebenswünsche ist, ist das dann nicht bekloppt? Da las ich diese komische Zeile: Grad der Liebe am Grad der Qual messen und dachte wie bekloppt sind die Menschen denn, wie oberbekloppt bin ich denn? Es gibt Dinge, die gehen über unsere Vorstellungskraft, aber wir lernen, arbeiten daran und finden aus der Verwirrung.

    Wenn Du konsequent gewesen wärst, wärst Du fort gewesen. Dein Druck hätte nichts bewirkt, nur äußerlich, mach Dir keine Vorwürfe, Du hättest es nicht steuern oder kontrollieren können. Bei meiner Frau und mir wollte das irgendwer nicht mehr oder es klappte nicht oder ich verweigerte mich aus Suffgründen, ich habe sogar mein Pröbchen untersuchen lassen, ich möchte nicht mehr wissen wie es anders gewesen wäre, es wäre ein Desaster. Sie hatte immer die Vorstellung, Schwanger, Kind, Suff weg. Nichts wäre fort gewesen. 12, 13,14 Jahre hätten sich nur wiederholt, nur anders, schlimmer.

    Da meine Frau abends immer gut dabei war, wir über alles toll redeten, eine unglaubliche Kommunikation hatten, nur nicht über Alkohol, habe ich viele Gefühle aufgeschrieben und für den Morgen hinterlassen, wenn sie nüchtern war, aber es war nie so richtig angekommen, nicht nüchtern, nicht mit dem richtigen Pegelstand, es folgten Vorwürfe und Rechtfertigungen auf Rechtfertigungen, aber nie etwas Klares zum Thema Alkohol.

    Mit klarem Kopf, hätte ich unsere abgesagte Hochzeit abgesagt lassen sollen und auf das Hochweißchen verzichten sollen. Das sind die wunderschönen Stofffetzen, die an diesem besonderen Tage der Eheschließung von Angehörigen liebevoll an ihren Fahrzeugen befestigt werden, um möglichst lange dem besonderen Moment zu gedenken. Die Sonne vergilbt sie, die Umwelt ergraut sie, die Natur lässt sie zerstauben, auflösen, bis dass sie fort sind, zerfetzt, sich im Wind aufgelöst und verteilt haben.

    Wie die Angehörigen der Alkoholiker, langsam aber stetig, unendlich der Lebenskraft beraubt, entzogen, zerteilt, verteilt, ausgesaugt, innerlich zerfetzt.

    Du wirst hier viel Kraft finden, um kein Hochweißchen zu werden.

    LG kaltblut