Beiträge von kaltblut

    Hallo zusammen,

    Ette :
    vielen Dank für Deine lieben Worte, aber ich habe am Wochenende auch einiges vergessen, da ich noch einige dumme Aufforderung erhalten, z. B. den Keller zu entrümpeln, nur, da steht nichts von mir drin.

    Weißt Du, aus Liebe fallen lassen, was für ein Elend, sich selbst zu kasteien, damit der Andere Dich noch mit triumphierendem Lächeln kastriert. Glücklich sind die Verstörten, die nicht lieben, sich nicht binden können und bei der kleinsten Unstimmigkeit reiß aus nehmen, das waren eigentlich immer die, die ich als Bindungsproblematiker bedauert habe, aber irgendwie gehöre ich jetzt dazu.

    Das war am Wochenende, aber so langsam nimmt meine neue Existenz ihre Formen an und ich fühle mich heute richtig gut, so gut, wie schon lange nicht mehr und freue mich auf den Termin mit dem Schornsteinfeger. Wisst Ihr was ich jetzt festgestellt habe: es hat die letzten Monate oder fast 2 Jahre etwas Wichtiges gefehlt: viel Gequatsche und Kontakt zu anderen Menschen.

    Als wir damals zusammenzogen, hatten wir viele Gäste und täglich unseren Festschmaus, aber im Laufe der Zeit wurden es weniger und weniger, dafür immer mehr Anonymität, kein Kontakt zu den Nachbarn, eingeschlafener Freundeskreis, Geschäftsfreunde wurden nicht mehr eingeladen, zur Familie immer weniger und sogar meine Kinder sagten nicht mehr: wann kocht ihr mal wieder was Leckeres.

    Seitdem ich da raus bin, habe ich so viel schönes Gequatsche gehabt und neue Menschen kennen gelernt, das ist einfach wie Balsam für die Seele, es tut gut, hat mir sehr gefehlt und ich werde nicht mehr darauf verzichten.

    All denen, die, die glauben es geht nicht mehr, kann ich nur sagen: es geht immer weiter, nach jedem Regen kommt auch Sonnenschein und "es sein lassen" kann zu etwas Wunderschönem werden.

    Mein Motto " wir schaffen das" hatte in den langen Monaten viele Bedeutungen bekommen. Heute steht es für "geschafft, das Seinlassen"

    Ja, hier im Forum, da ward Ihr manchmal der einzigen Zuhörer, Tag und Nacht, Ihr habt einiges bewirkt und ich bin froh, dass es Euch gibt, danke.

    Lieben Gruß kaltblut

    Lieber Tristan,

    klasse, dass Du so viel Persönliches von Dir gibst und schreibst.

    4 Jahre sind schnell vorbei und wie Du sicher gelesen hast, sind auch nach vielen Jahren Rückfälle nicht selten. Es gab bestimmt Zeiten, da habt Ihr Euch über ein verbranntes Hühnchen amüsiert und jetzt siehst Du in die verqualmte Küche und könntest platzen.

    Sprachschwierigkeiten, andere Kultur und, und, und, da sind Welten aufeinander getroffen. Wir werden nicht verstehen können was, warum zur Abhängigkeit führt und unsere von Liebe getrübte Blindheit macht den Rest.

    Du kannst jetzt strampeln und alles Mögliche der Welt versuchen, es wird dort enden wo ich auch war und der einzige Weg daraus ist all Deine Trümpfe zu nutzen und Tschüss zu sagen. Dein Job wird Dir viel Ausgleich verschaffen. Wenn ich das richtig verstehe, seit Ihr 2 Jahre verheiratet, womit Du ziemlich schmerzlos da rauskommen solltest.

    Meine Frau ist 3 Wochen trocken. Sie hatte in 3 Jahren Kindesentzug, abgesagte Hochzeit, Infarkt, Post vom Anwalt und vieles mehr, alles nichts genützt, auch die Liebe hat keine Chance gegen den Flaschengeist, erst die vollendete Tatsache alleine zu sein und alles zu verlieren machte sie wieder und hoffentlich für immer klar. Wir sind jetzt getrennt, dazu hat es seit Juni 2006 bis jetzt gebraucht.

    Ich wünsche Dir Kraft und hart zu bleiben kaltblut

    Hallo resque110,

    herzlich willkommen. Du kannst noch, noch viel mehr, noch viel länger als Du denkst, aber denken, das musst Du, an Dich, an die Kinder.

    Es gibt hier unzählige Erfahrungen, Berichte und Du wirst noch oft den Kopf schütteln. Vielleicht gibt Dir das Lesen und Schreiben halt, aber ein Patentrezept gibt es leider nicht, auch deshalb nicht, weil jeder eine andere Grenze hat.

    Vielleicht können Dir andere sagen, wie sie vorgegangen sind, wir hatten nicht so einen harten Fall, aber ich bin getrennt und dazu hat es viele Monate gebraucht. Meine Frau steht in Kürze vor dem Nichts, aber da muss sie durch, das ist ein Stück ihres Weges.

    Vielleicht prüfst Du mit einem Anwalt wie es aussieht, ich denke, da gibt es viele Möglichkeiten, bei Ehen unter 2 Jahren und den geschilderten Umständen, geht das nach dem Trennungsjahr oft schnell und um das Trennungsjahr wirst Du nicht rumkommen.

    Wo sie hin soll? Hier geht es um Dich, nur um Dich, sonst bist Du bald da, wo sie hin soll.

    Fassen wir zusammen: Gesundheitsamt, Jugendamt, Polizei, sie nicht klar, keine Besserung in Sicht, Du angeschlagen und vor allem: die Kinder. Was wäre aus Deiner Sicht die Lösung?

    Ich wünsche Dir viel Kraft das alles durchzustehen.

    Viele Grüße kaltblut

    Liebe Roxy,

    das Sein lassen, das ist das Schwierigste. Meine Frau habe ich verlassen und jeder Gedanke an sie und den ganzen Krams schmerzt unendlich tief. Wir hatten keine anderweitigen Affären, keine Wutausbrüche und keine Erniedrigungen, außer, dass ich diesen selbst zerstörenden Flaschengeist nicht mehr akzeptiere.

    Ich habe heute x-mal eine Mail angeklickt und wollte antworten, aber es ist alles gesagt, alles. Die Antwort auf mein Schweigen sind jetzt Drohungen, Boshaftigkeiten und Gemeinheiten. Dieses Sein lassen, führt entweder zur vollkommenen Abwendung oder es wird uns irgendwann eine neue Chance geben.

    Meine Frau wollte immer dass ich sie so nehme wie sie ist. Mache ich jetzt, als Abhängige auf dem Weg in ein neues Leben, zusehen wie sie es schafft, zusehen wie sie es nicht schafft, zu erfahren, wie sie einen neuen Flaschenträgerträger gefunden hat, aber ich werde es nie mehr sein und unsere Chancen sind ganz gut, wenn ich es sein lasse.

    Weißt Du, ich habe in meiner Bude gesessen, das alte Bett aufgebaut und gedacht: ja, das ist jetzt meine Bude, mein Leben, frei von der Flaschenträgerei und es tut unendlich gut.

    Ich wünsche Dir die Kraft nicht weich zu werden und drücke Dir ganz fest die Daumen, weil Du sonst in einem Monat, in einem Jahr oder in zehn Jahren immer wieder vor der gleichen Situation stehst, nur in zehn Jahren bist Du 10 Jahre mehr co-abhängig.

    Liebe grüße kaltblut

    Liebe Lavendel,

    ich verstehe Dich nur zu gut, aber ich weiß nicht mehr, wie durchgeknallt man eigentlich sein kann.

    Jetzt ist sie bald 3 Wochen trocken, ich denke, in einigen Monaten wird es schon wieder und merke gar nicht, wie sie sich in die andere Richtung entwickelt, in ihre Richtung, mit jedem Tag immer weiter weg,
    ein Teil unseres Seins.

    Weg, fort und nicht mehr dran denken, leben und aufatmen. Erledigt. Es ist wie es ist.

    Lieben Gruß kaltblut

    NS: Peters Zeilen, ich hätte sie schon vor langer Zeit verstehen sollen.

    Lieber Peter,

    das sind tolle Zeilen, voll ins Schwarze und - was hätten sie vor 1 Jahr, vor 6 Monaten bewirkt? Nichts. Weil ich nichts wusste, weil ich es nicht angenommen hätte.

    Deine nackten und klaren Zeilen sollten ganz oben stehen, festgesetzt, dass jeder darüber stolpert, täglich, immer wieder.

    Der Betroffene muss seinen Weg gehen, wie wir unseren und alles andere, macht alles nur schlimmer.

    Lieben Gruß kaltblut

    Liebe Freunde,

    zunächst entschuldigt, dass ich 3 Monate abgeschaltet habe. Das Thema Alkohol musste raus aus dem Kopf, aber es lässt sich nicht abschalten und das ist gut so. 2 tolles Bücher gekauft, und worum geht’s?

    Vielleicht meine wichtigste Entscheidung, auch wenn einige denken werden: ein Durchgeknallter, was will der denn hier noch? Dann will ich Euch folgendes sagen:

    - es geht hier um mich, um mein Leben
    - mir geht es gut, so gut wie noch nie zuvor, richtig gut
    - ohne dieses Forum wäre nichts in Bewegung gekommen
    - danke an Euch alle
    - und täglich melden sich neue Stimmen, die noch keine 8
    Monate haben, denen es schlecht geht
    - der Beitrag von karl_germany hat mich sehr berührt

    Update:
    Weihnachtsgeschäft und Vorbereitung auf 2007, keine Zeit die Existenz zu gefährden oder rumzueiern. Blitzschnell waren die Wochen rum. Dann wurde mein Hund mit 13 Jahren eingeschläfert, nein Hunde werden getötet, so steht es im Bericht und er hat mit seinem letzten Blick, mit seinen letzten Gesten den traurigen Abschlusspunkt gesetzt.

    1.Januar - da habe ich zu mir gesagt: das Jahr wird anders werden, schön, erfolgreich, lebensfroh, einfach klasse, dieses Jahr wird mir gut tun, das wird mein Jahr.

    Letztmalig alles zu Papier gebracht, klar was ich will, erwarte und wie es sein soll, meine Entscheidungen – Punkt. Keine Rücksicht auf Liebe, Ehe, Abhängigkeit, Folgen, Herzinfarkt, was alles mitspielte, mich viele Monate lähmte, auflöste und niemandem geholfen hat, alles nur verschlimmerte.

    Ihr habt es mir zeitig gesagt, aber ich wollte stärker sein.

    Meinen Teil der Wohnung endgültig gekündigt, sofort was viel Besseres nur für mich gefunden, die ganze Wohnung voller heller lebensfroher Sonne, neu eingerichtet, am 8.2.07, wenn ich zurück bin, wird der kleine Rest meiner Sachen eingepackt und umgezogen, in meine 4 Wände. Telefon, Internet, Strom, alles gekündigt, umgemeldet und fertig. Nein, noch weiter: ich habe jetzt ein Singlebett.

    Ja, so lange habe ich es noch ausgehalten, gehofft, gestrampelt und immer wieder Liebe und Hoffnung aufkeimen sehen.

    Sie, keine 46kg mehr, geschockt vor der Wirklichkeit, in Therapie begeben, wieder voller Hoffnung und entzieht, kalt, 7. Tag. Sie nimmt die Situation an und plant aber gleich 6 neue Zimmer mit Ehemann in ihrer Heimat. Das ist jetzt 100% ihr Ding, ich stehe nicht mehr hinter ihr, nicht mehr vor ihr, es ist jetzt einfach so und noch klarer kann ich es nicht zum Ausdruck bringen. Sie lehnt den stationären Entzug ab und denkt „alles wird gut“. 7. Tag., ja ich rechne es voller Verwunderung an, aber das ist es nicht.

    Es ist Platz in meinem Leben, aber nicht für ihren Flaschenfreund und die Uhr unseres Scheidungsjahres tickt ununterbrochen weiter, die Monate gehen so schnell vorbei.

    Wisst Ihr, ich möchte meine Frau nicht verlieren, ich liebe sie, aber in aller Konsequenz hat es über 8 Monate für diesen Schritt gebraucht, es ging vor und zurück, rauf und runter, aber jetzt gehe ich keinen Zentimeter zurück: er oder ich und ich bin schon weit fort, lasse sein.

    Bis bald kaltblut

    Lieber Karl,

    wir können uns wehren und machen was wir wollen, einmal angebissen, kommen wir schlecht los. Wir, die Angehörigen. Du hast Erfolg, denkst klar und hast die Mittel. Hier und heute musst Du leider annehmen, dass das alles wenig wert ist.

    Karl, wir schaffen es uns an den Haaren aus dem Misst zu ziehen, unseren Weg zu gehen, viel zu bewegen, aber hier sind wir hoffnungslos verloren und müssen das lernen was wir nicht können: sein lassen.

    Sorry, wenn ich Dir in Deinem Bemühen nicht weiterhelfen kann, aber das hier ist ihr Ding und mit jeder Tat, mit jeder gut gemeinten Bemühung, wirst Du ungewollt den Rückwärtsgang einlegen. Du wirst es vielleicht nicht verstehen, nicht annehmen, noch nicht, es gibt nichts zu verstehen, es ist einfach.

    Sein lassen, Karl, das wird für Dich eine schwierige Prüfung, die Schwierigste.

    Ich wünsche Deiner Frau alles Gute und Dir die Kraft, sein zu lassen.

    kaltblut

    Hi Yorkie,

    danke für Deine Worte und klasse Deine Entwicklung zu lesen, ich freue mich riesig mit Euch.

    Schlafstörungen können viele Ursachen haben, denk mal dran, muss nicht nur der Alk sein. Männer schnarchen nun mal mehr oder weniger und ganz ehrlich: ich möchte es keiner Frau auf Dauer zumuten, aber es ist kein Argument sich was in die Birne zu schütten, wie meine oft sagte, aber was sich hinter manchen Türen abspielt ist einfach grauenhaft. Wie auch immer, irgendwo hatte jemand geschrieben, finde es nicht mehr, sorry, „freu Dich über die zusätzlichen Stunden, der Körper holt sich den Schlaf, wenn er ihn braucht“ und vielleicht ist genau das die Zeit, die Du geschenkt bekommst, um einige klare Gedanken zu fassen.

    Wir fallen immer wieder einmal in ein Loch, rauf und runter, so ist das Leben. Wirtschaftliche Probleme? Die werden ziemlich klein, wenn andere Lebensinhalte stimmen. Was sind die denn gegen 2 Monate, gegen 20 Jahre Knast? Kein Cash in de Täsch, aber mit der gesunden Einstellung zum Leben kommt auch der Rest, denk daran, wie groß alle Probleme sind, wenn es innen drin nicht stimmt, wie klein sie sein können und was ihr für eine tolle Basis habt. Wenn es mal wieder nachts nicht klappt, „Die Wand“, von Malen Hausdorfer, und durch.

    Das Forum hat mir unendlich geholfen und ich lese immer wieder, welche riesigen Vulkane hier aufbrechen, Vulkane, von denen ich jetzt weit weg bin. Ich weiß nicht was morgen wäre, wenn noch andere wirtschaftliche Lawinen dazukämen, aber das wäre erst morgen und heute ist kein Platz dafür da.

    Keine Verzichtsgedanken, Yorkie, ich dachte eher auch an Respektlosigkeit und das enge Freundschaften auf diesem Weg so einen Knacks bekommen. Ist schade, aber wir sind halt alle unterschiedlich.

    Ja, wir sind auf einem Weg, einem losgelassenen, langen Weg. Karsten schrieb irgendwo was von jammern, bei uns gibt es nichts mehr zu jammern. Es gibt nur einen Weg: es ändert sich einiges oder tschüss. Ich war acht Tage weg und hatte riesengroße Sorgen, für was? So ein Trennungsjahr ist schnell vorbei und entweder wächst man wieder zusammen und damit meine ich nicht in der Kiste oder man geht getrennte Wege, wie bei jeder anderen angeknacksten Ehe auch, dafür ist ja ein Trennungsjahr da.

    Ja, wir müssen erst da unten ankommen, um wieder klar zu kommen, denken zu lernen und neu aufzubauen, eine Basis zu finden, die Ihr jetzt nach über 2 Monaten habt. Für mich heißt das, sich nicht weiter in Alkoholproblemen zu verlieren, nicht den Beschützer oder Änderer spielen zu wollen, fertig. Mein Problem habe nur ich, Du nicht, meine Familie nicht, sonst keiner, so wie Du nur Deins hast. Sie hat ihr Problem und ich kann nur die Schulter zucken. Immer wieder fallen wir in diese Löcher, das Jammern, hat so viel Kraft, Energie, Leistung, Geld gekostet und das geht nicht. Ich habe Freunden, Bekannten, Familie gesagt, sie sollen mich sofort stoppen, wenn ich von dem Thema anfange, weil das aus meinem Kopf bleiben muss, da ist kein Platz für und das tut gut. Wenn wir das für uns hinbekommen, dann ist es voll OK, denn es gibt genug Alltag, der uns rauf und runter schießt. Sehen wir also einmal, wo wir hin geschossen werden.

    Ich drücke Euch ganz fest die Daumen, dass sich noch viele Knoten lösen und das werden sie, glaub einfach daran.

    Lieben Gruß kaltblut

    Hallo Ihr Lieben,

    es war nach meiner Abreise bis jetzt Funkstille zu Hause. Sie hat 2 Tage so getan, als hätte sie keine Post vom Anwalt bekommen und mich zum Bahnhof gefahren. Dann kam eine SMS „Du willst die Scheidung, kannst Du haben“. Sie an keine Leitung mehr gegangen, kein Lebenszeichen. Sorgen, über Sorgen, weil sonst was hätte sein können. Irgendwann habe ich es akzeptiert und nicht mehr probiert sie zu erreichen. Als ich gestern Morgen heim kam, schlief sie friedlich. Keine Spur von irgendwas, aber eine Überweisung an einen Psychotherapeuten, ausgestellt von ihrem verhassten Hausarzt lag da und ein Institutzettel, mit der Aufschrift 3 Monate Wartezeit und sie meinte später, sie habe Termine und ab 17.00h können wir reden, das war doch schon einmal was. In der Hinsicht passiert also was, eine gute Entscheidung von ihr und ein sehr großer Schritt. Wir haben geredet, u. a. darüber, dass sie ein Problem hat, es in den Griff bekommen möchte, es nicht geht, aber in die Landesklinik geht sie nicht, sie will das anders lösen und zu meiner Überraschung meinte sie noch, dass ihr Job ihr nicht genug einbringt und sie sich noch nach Alternativen umsehen will. Ich war platt.

    Auf unsere Beziehung, auf unsere Ehe, hat das zunächst wenig Einfluss. Ich liebe meine Frau nach wie vor, aber das ist jetzt alles zweitrangig, denn was sein wird, lassen wir einfach offen. Ich habe akzeptiert, dass ich so oder so meinen Weg gehen muss, keine Zeit, Lust und Kraft mehr habe, mich von Gefühlen und trüben Aussichten nach unten ziehen zu lassen, es ist einfach keine Zeit mehr dafür übrig, hier geht es jetzt um meine Zukunft und wenn die Ehe nicht mehr zu retten ist, dann ist es halt so, deshalb hört die Erde nicht auf sich zu drehen.

    Aber, ich möchte hier noch etwas ganz anderes anfügen, was mich sehr nachdenklich gemacht hat:

    Abstinenz für mich, das ist meine Entscheidung, ob ich ein Problem mit Alkohol habe oder nicht spielt keine Rolle. Mein bester Freund, selbst kein A-Problem, kennt meine Situation und auch meine Entscheidungen. Einige Abende an der Hotelbar wurde mein O-Saft respektiert, aber bei passender Gelegenheit hießt es immer wieder: jetzt werde mal wieder normal, werde wieder der Alte, trink mal ein Bier, Du hast kein Problem. Zig Versuche wurden abgewehrt, aber irgendwann, beim Abendessen, hatte er es in Gesellschaft geschafft, mich in eine Zwickmühle gebracht und ich hatte ein Bier drin. Am Folgetag, gleiches Spiel und siehe da, er wurde sauer, weil ich mich nicht gehen lies. Nun, ich hatte kein Folgeproblem damit, außer dass ich schwer enttäuscht war:

    1. von mir, weil ich nicht „Nein“ sagte und mich „überrumpeln“ lies
    2. von ihm, weil er keinen Respekt vor meiner Einstellung und den eventuellen Folgen gehabt hat.

    Etwas ist dadurch kaputt gegangen, ein Knacks in 20 Jahren enger Freundschaft. Jetzt erst verstehe ich, wie schwierig es ist allem zu widerstehen, welch hohen Preis die Abstinenz verlangt und wie die Umwelt damit umgeht, auch der beste Freund. Ich habe jetzt doppelt Respekt davor, was ein trockener Alkoholiker leisten muss.


    Lieben Gruß kaltblut.

    Hallo Elfe,

    wenn Du nicht normal bist, dann nur weil Du es so denkst, Du bist voll normal und alles was Du schreibts, zeigt dass Du ganz und gar normal bist. Vielleicht müssen wir genauso erst ganz unten ankommen, um wieder klare Entscheidungen treffen zu können, wie die anderen auch.

    In meiner ersten Ehe habe ich mich als Kerl ähnlich verhalten. Kein S…, habe ich halt länger gearbeitet, größere und tollere Projekte arrangiert, die im Größenwahn endeten. Wenn ein Projekt gut verlief dachte ich, meine Frau steht schon freudestrahlend und erwartungsvoll in der Türe, wenn ich auf den Parkplatz rolle. Das sie aber dachte, mit jedem Projekt hat der Kerl weniger Zeit für mich und die Kinder, auf die Idee bin ich nie gekommen, hätte es nie verstanden. Das spielte sich dann nach oben, einerseits jahrelange Ablehnung, andererseits 20 Stunden Arbeit und lange Reisen, bis zur Scheidung, der Rausch, der war nur ein anderer.

    Liebe Elfe, zieh das Ding durch, mit ein paar Minuten Spaß lösen sich seine Problem nicht, er kann es nicht verstehen. Ist doch klasse, Putze zu Hause, Klamotten fein gewaschen und gebügelt, gekocht, alle versorgt und zum Alk noch auffrischende Glückhormone für nothing. Was will man mehr?

    Du fragst Dich, ob Du damit leben kannst, wenn er sich zu kippt und Dir später einen Brief hinterlässt: Du bist schuld? Frage Dich das Gleiche nochmals, wenn Du Dir vorstellst, so richtig neu glücklich zu sein. Es ist nicht Dein Ding, Dir seine Schuhe anzuziehen.

    Ich war einige Tage fort, kein Lebenszeichen von meiner Frau und ich dachte nur, tot im Bett, Herzanfall, Delirium, Entzug, in Panik auf und davon, Polizei, Notruf anrufen, Kinder hinschicken, Vermieter anrufen und und und. Ich war die ersten 3 Tage überall mit meinen Gedanken, nur nicht da wo ich sein musste, gestern Morgen schlief sie friedlich, meine Gedanken waren in den falschen Hirnzellen gewesen.

    Als Kerl kann ich eine Frau vielleicht nicht ganz verstehen, aber ich verstehe, wie man von einem betrunkenen Partner so angeekelt sein kann, dass man ihn von der Bettkante stößt, Liebe, toll und klasse hin oder her. Andererseits muss meine Frau noch allerlei Herzkrams schlucken und da blieb auch der Restspaß auf der Strecke, Frust auf beiden Seiten, wenn sie wollte, war was im Tee und ich angewidert, umgekehrt, sie nüchtern und ich wollte was, dann kam die Retourkutsche. Wir werden erst dann wieder ein Eheleben haben, wenn ich nicht mehr angewidert bin und sie bock auf mich hat, sonst läuft nichts, natürlich auch nicht wo anders, verstehst Du, entweder es wächst wieder zusammen oder das Trennungsjahr ist schnell vorbei und tschüss.

    Vor kurzem lief wieder der tolle Film über das Leben Tina Turners im Fernsehen. Besorge ihn Dir und entscheide wer von Euch Ike und wer Tina ist. Weißt Du, meine kleine, zarte, zierliche Frau, kann morgens wie Tina und abends wie Ike sein.

    Lieben Gruß kaltblut

    Hallo Ihr Lieben,

    fassen wir einmal 3 Jahre zusammen, so wie viele es könnten, nach wenigen Monaten oder vielen Jahren:

    Große Liebe und blind vor Liebe – alles änderte sich in meinem Leben
    Zusammengezogen – raus aus dem Alltag, Veränderungen bringen Veränderungen
    Nach ½ Jahr erster Absturz, das wird schon, geht vorbei, das schaffen wir
    Nach 1 Jahr 1. großer Gau, 1. Begreifen, da stimmt was nicht, aber das bekommen wir hin, wir schaffen das
    Angepasst, Normalität, stabilisiert, geheiratet, gelegentliche Ausraster, egal, wir schaffen das
    Alles verdrängt, angenommen, eingenommen in Co-Abhängigkeit, mit Kontrolle, Beschaffertätigkeit, angepasstem Trinkverhalten, Ohnmacht, Hilflosigkeit und und und – wir schaffen das
    2 ½ Jahre trotzdem glückliches Leben, denn große Liebe, blind vor Liebe, weil, wir alles schaffen
    Nach 2 ½ Jahren - sie Infarkt
    Eskalation, weil sich doch nichts ändert, sich Schuhe anziehen, die nicht passen, dieser Dreck über allem steht und immer noch keine Ahnung von den Alkoholkrankheiten, der Sucht, der Co-Abhängigkeit, denn große Liebe, blind vor Liebe und tausendmal zerplatzt die Hoffnung wie Seifenblasen.
    Ärzte, Berater, SHG, Forum – lesen, lesen, lesen, Fragen über Fragen, begreifen, loslassen und doch immer wieder klammern und hoffnungslos den Dingen gegenüber stehen.

    5 Monate verarbeiten

    Jetzt bin ich im 6. Monat, das ist fast wie eine Schwangerschaft, der Bauch wird dick und rund, es kommt was, es passiert was, etwas, was alles verändert, wenn es denn da ist.

    Was haben die 6 Monate also gebracht?

    Ich habe meine eigene Situation begriffen, bin abstinent, klar im Kopf, gehe meinen Weg, habe rumort, aufgeschrien, gestrampelt, getreten, aufgegeben, dulde keinen Nebenbuhler. Ja, die große unendliche Liebe, Respekt, Achtung und Akzeptanz des Anderen, alles ist immer noch da, uneingeschränkt und tief, aber ohne ihn, ohne Alk, ich halte mich für mehr wert als er und ich schaffe es ohne ihn zu leben und wenn es denn so sein soll, ohne sie zu leben.

    Im Klartext: diese 6 Monate haben mir sehr viel gegeben – mich verändert, Leben und nicht gelebt werden, ich bin auf dem richtigen Weg.

    Und bei ihr: wer weiß es, seit vorgestern hat sie dicke Backen vom Zahnarzt, schluckt Penecillin, nichts getrunken, der liebenswerteste Mensch auf Erden und wieder der Gedanke: da passiert was, Hoffnung, bis zum nächtlichen Blub und Trabatonis Satz: Flasche leer.

    Anwaltspost wird heute im Briefkasten sein und das Trennungsjahr offiziell eingeläutet.

    Viele steckten oder stecken in vergleichbaren Situationen, deshalb danke für Eure Beiträge, dass Ihr mir mit Eurem Mut Lebensberichte zu schreiben so viel geholfen habt, durch Eure Antworten, Euer Lesen und dass ich hier schreiben durfte und auch weiter sein darf, dass es dieses Forum gibt. Ich hoffe, dass noch viele Betroffene hier ihren Weg finden.

    Ich bin jetzt erstmal wieder auf Reisen und dann sehen wir weiter, ob es einen Kaiserschnitt oder eine Normalgeburt gibt oder ob was richtig in die Hose geht.

    Lieben Gruß und bis bald kaltblut

    Hallo zusammen,

    vor 16 Jahren, meine Kids waren 2+4, da wurden wir angemacht, weil sie schon so früh am PC saßen und einige Familien hielten uns Kontakt- und Kommunikationsverlust durch Computerverblödung im Kindesalter vor, aber sie hatten genauso Freunde und Spielpartner wie andere auch. Wenn sie heute am PC sitzen und lernen oder sonst was treiben, dann macht es laufend pling und plong und ich bin mir sicher, dass sie weit mehr Kommunikation haben, als ich in diesem Alter.

    Dieses Forum mag der Schlüssel zur Weißheit sein oder auch nicht, es ist nicht für alle gleich nutzbar, es mag vieles nicht ersetzen und nicht jeder mag die gleiche Wellenlänge haben, aber es „ist“, weil es lebt. Es ist für mich besonders wertvoll, weil ich zu jeder Zeit, von jedem Ort, lesen und aufschreien kann und wenn jemand „schäler Kopp“ zu mir sagt, dann kann ich darüber nachdenken, nachlesen und wieder nachdenken, schreiben, daran arbeiten, verstehen und begreifen. Mit jedem geschriebenem und nachlesbarem Wort entsteht etwas Unwiderrufliches.

    Es gibt Gespräche mit Freunden und Fremden, die mir mehr gaben, als Gespräche in SHG, bei Ärzten oder Beratern. Es gibt hier im Forum Dinge, die so wie sie hier stehen weder so ausgesprochen, noch mich so erreicht hätten. Vieles, was über mache Lippen kam, war kurze Zeit später weg, aber hier steht es immer noch. Kein Therapeut, kein Arzt kann sich so viel Zeit nehmen wie sie von Moderatoren und Teilnehmern eingebracht wird. Ich wage zu bezweifeln, dass in irgendeinen Wartezimmer die Einsicht käme, die ich manchmal nach dem Xten Klick auf ein Thema finde. Wichtig ist für mich, was es in mir bewirkt und das ist unbezahlbar viel.

    Und da sind wir beim Zitat „wenn Du das Forum für Dich richtig nutzt, ist es besser als jede SHG sein kann.“

    Unwichtig ist für mich deshalb auch, ob das Forum wichtiger ist, sein soll oder kann, weil das nur im Ermessen jedes Einzelnen liegt und für mich ist es meine wichtigste Unterstützung in einem alkoholfreien Leben, im Umgang mit meiner Frau, mit meinen Problemen klarzukommen.

    Übrigens, als ich das erste Mal auf Enter drückte, da war es für mich nicht viel anders, als mit Fremden darüber zu sprechen, nein belastender, weil es hier für jeden und für eine lange Zeit geschrieben steht, Anonymität hin oder her.

    Viele Grüße kaltblut

    Hallo zusammen,

    war gerade beim Anwalt, hatte wohl heute Morgen eine dumme naive Überfrusteinstellung: Anwalt, der wird’s schon richten. Wenn der Arzt sagt: 6 Monate wenn sie so weiter machen, wenn die Tochter einen Abflug macht, wenn ich den Abflug mache, wenn die Existenz zu Harz 10 wird, keine Ahnung, was ich mir vom Anwalt versprochen habe und Tschüss, hier ist die Scheidung, wir sind jetzt getrennt oder hör mit dem Alk auf und wachgerüttelt? Da kann ich so viele Betonpfeiler köpfen wie ich will: so lange es nicht von ihr kommt, vergessen, abschreiben, erledigt.

    Rose : Du hast so Recht und immer wieder falle ich über meine eigenen Latschen. Loslassen, mache ich jeden Tag im Job und trage problemlos alle Konsequenzen, nur hier nicht. Wie krank bin ich eigentlich? Wenn Du an Deine Tochter denkst, an 7 Monate, dann weißt Du, dass Du Deine Entscheidung, Deine Tochter nicht mehr eintauschen möchtest und etwas unbezahlbar Schönes geleistet hast, für Dich, klasse.

    @ AYKI79: Ja, alles nun von ihr und man kann nichts dagegen tun. Sie kommt ins Büro und der andere Mensch ist da. Die blühende Klare, das Gestern vergessen und alles strahlt. Ich würde mich jederzeit und immer wieder sofort aufs Neue verknallen. Konsequenz: ich müsste auch noch unsere Geschäftsbeziehung kappen, wenn sie weiter schwimmt. Das ist alles ein ganz großer Sch.

    lavendel : am 03.11.06 habe ich dann auch 18 Tage voll, mal sehen was bis dahin im Kopf ab geht und ich hoffe das Beste für Dich, so oder so.

    Diandra : gib mir 10% Deiner breiten Schultern, Dein Verständnis, Deine unglaubliche Kraft macht mir immer wieder Mut.

    Trennung, ja das geht, Abstand, ja das geht, kein Kontakt, geht nicht, Scheidung bis auf weiteres vergessen, es gibt ja immer noch ein Trennungsjahr und erst dann kommt das Aufwachen. Wie auch immer, der 16.10.06 gilt als Datum für den Beginn des Trennungsjahres. Also, wenn es drauf ankommt, ändert sich für sie im Trennungsjahr nichts. Ein Versorgungsrecht, das hätte sie halt nur begrenzt und stürzt dann irgendwann in einem Jahr oder später ab, klasse Polster, aber das ist mir jetzt auch ziemlich gleichgültig, weil ich eine trockene Frau haben will, sonst keine. So, dann schmolle ich mich mal aus.

    Und jetzt drehe ich die Uhr einfach mal weiter, aus, tschüss, vorbei, alles ist schön, treffe in einem Jahr eine Neue und meine erste Frage wird sein: trinkst du Alkohol? Und dann mache ich es wie die anderen, schmücke ich mich als Opa mit einer jungen Braut, weil die so unbedarft und unerfahren sind, keine Probleme im Leben bereiten. Hallo Betonpfeiler, ich will jetzt den ganzen Mist aus meinen Kopf haben, dafür ist da kein Platz, weg und fort. Ich versuche mich jetzt mal weiter zu sammeln, nichts an andere zu schreiben, weil ich nur noch Stuss von mir gebe und reibe mir den Betonstaub aus den Augen.

    LG kaltblut

    Hallo Ihr Lieben,

    wir könnten in Stein hauen, was wir wollen, was wir wissen, was sein muss und sein soll und trotzdem eiern wir rum, weil so viel für so wenig aufgegeben wird, aus unserer Sicht.

    Seit Juni bin ich im Forum, das sind jetzt bald 5 Monate und nach 21/2 Jahren habe ich erstmals die Augen geöffnet bekommen, begriffen womit wir es hier zu tun haben. Bruder 1, Bruder 2, Schwager 1, ex Schwager 2+3, Schwägerin 1+2, gute Freunde und und und, alle abhängig und ich, auch nicht viel besser dran gewesen, alles tolerierte Teile unserer Gesellschaft, ein Stück „Wonne der Gewöhnlichkeit“, Normalsein im Alltag, es stößt mich ab.

    @ Maria+Lotte: Danke für Eure lieben Worte, ja, ich hole mir meine Kraft zurück und hier im Forum finde ich viel Kraft. Ich werde wieder anfangen etwas zu tun, was auch Kraft bringt, zu meditieren, zu lesen, zu laufen, Sport zu treiben und und und. Jetzt bin ich noch der Schizophrene, der Bärenstarke, der keine Kraft mehr hat, aber wir haben den schönsten Oktober seid Jahren, machen wir was draus.

    @Yorkie: Kennst Du nicht den Spruch: ist doch eh alles egal und rein damit. Weiß Du warum es meiner ex Frau und den Kindern heute recht gut geht? Weil wir keinen Rosenkrieg hatten, keine Raten an Anwälte zahlen mussten. So oder so, der ganze Krams bleibt an mir hängen. Sie schmeißt sich weg, nimmt ihre Wünsche und Zukunft mit in den Mist und schmeißt mich dazu auf die Müllkippe. Der Trotzkopf sagt: sch… drauf, alles nichts wert, ich lasse mir nichts aufzwingen. Richtig, und genau da setzt es aus. Passiert das in unserem Job, heißt es weg, bei Mitarbeitern, heißt es weg, bei Aufträgen, heißt es Firma weg, nur in unserer Beziehung, ja, ich weiß, da darf es auch nicht anders heißen, also kann es nur heißen: lieber ein Ende mit Schrecken, als ein Schrecken ohne Ende, durchatmen, aufatmen.

    lavendel : wir haben fast einen gleich langen Eiertanz aufgeführt und jetzt, nach Monaten mussten wir die harten einleitenden Worte einfach annehmen: er oder ich, Trennung und Tschüss. Während dieser Monate haben wir das immer wieder aufs Neue gelesen, erschreckende Härtefälle, Erniedrigungen, Elend und immer wieder „Abhängigkeit“. Es ist töricht auch nur einen Gedanken daran zu verschwenden, aber wie mag sich ein Abhängiger fühlen, der vergessen hat loszukommen zu wollen? Weiß du noch: „mit Steinen schmeißen?“ Wie bekloppt sind wir eigentlich? Sie sagte einmal: und, was kommt als Nächste, dass du es nur gut mit mir meinst? Da fallen mir die Worte meines Vaters ein:
    Ihr Frauen geht jetzt mal raus, wir Männer müssen entscheiden was mit dem Jungen passiert, ich 12 Jahre alt und die Kerls wollen entscheiden Internat und weg, 6 Wochen Zwangsaufenthalt in Birmingham wurden draus, mit dem Resultat: kein englisch gelernt, aber ich lehrte allen deutsch. Hätte ich die 6 Wochen genutzt um zu lernen, wäre mir viel erspart geblieben, hätte ich nur einmal einen Stein an die richtige Stelle abbekommen. Nur, ich war 12 Jahre, womit sollen wir bei einem Alkoholabhängigen werfen, mit Betonpfeilern, Erdbeben, Vulkanausbrüchen? Was bleibt ist …und Tschüss. Ich drücke Dir die Daumen auf Deinem Weg und plötzlich stellen wir fest: es gibt noch viel mehr auf dieser Welt.

    Gestern konnte sie nicht weg- im Auto, auf dem Nachhauseweg, als es langsam wieder hochkam, keine Chance sich in die Küche, ins Bett, vor den PC oder ins Bad zu verdrücken. Kommentar: nicht schon wieder die Leier, nicht jeden Tag aufs Neue, du kennst meine Antwort, kein Verzicht, keine Abstinenz, ich bin runter auf unter 1 Flasche und das reicht erstmal und was soll das überhaupt, für dich ist doch sowieso schon alles abgeschlossen. Der Schizophrene von uns bist doch du, du bist doch mit einem Bein immer weg und mit dem anderen machst du einen auf große Liebe. Später brach dann noch einiges auf und sie schrie: was denkst du denn, meinst du das geht alles einfach so an mir vorbei und der Drucker musste dran glauben. Ich dachte schon an Notarzt, weil ihr Herz so raste und jetzt bin ich trotzdem froh, dass etwas arbeitet.

    Jetzt war ich 3 Jahre konsequent, habe mich voll und ganz mit allen Problemen für eine, für „die Eine“ entschieden, bin nicht fortgelaufen, nicht ausgebrochen und habe fest gestanden. Jetzt habe ich Anwaltstermin und muss mich gegen meine Konsequenz, gegen die Frau, die mir wichtiger als alles andere ist entscheiden, …und Tschüss, das ist alles so besch…, was passiert denn jetzt? Etwas loslassen, in Liebe fallen lassen, etwas? Jetzt geht das Ding am A.., konsequent halt, schickt mir einen Brückenpfeiler aus Beton, vielleicht hat jemand so was im Keller.

    LG kaltblut

    Hallo Ihr Lieben,

    jetzt hänge ich in der Luft und versuche die Tage bis zur nächsten Reise rum zu bekommen. Ich traue mich eigentlich nicht zu schreiben, weil ich meine Frau wieder haben will und akzeptieren muss, dass ich sie nicht bekommen werde, also Entscheidungen treffen muss. Wir sind seit 5 Tagen zurück = 5 Nächte Jetlag, nichts gepennt und nur gegrübelt, nicht vom Jetlag, vor Entscheidungsangst.

    Es war ein toller Urlaub, viel gesehen, super Wetter, beeindruckende Stadt. Geändert hat die gemeinsame Zeit mit Kindern und raus aus dem Alltag nichts. Vielleicht, dass ich am 5. Urlaubsabend die kommenden Abläufe nach einigen Frustattacken abends noch einmal zur Sprache gebracht habe und am nächsten Morgen bei ihr, wie gewöhnlich, alles wieder fort war. Keine Ahnung, was ich mir erhofft hatte, aber vor den Kids war die „Tarnung“ im Urlaub fast perfekt.

    Der starke Kerl hatte sich einlullern lassen und war auf sich selbst sauer. Abends, wenn der Druck zu groß wurde, ging es im Dunkeln zum Weinladen. Alleine konnte ich sie nicht gehen lassen, da einige dunkle Gestalten da rum liefen und ich Angst hatte, dass ihr etwas passieren konnte, also bin ich doch mit. Nachdem wir alle einmal ihren Nachmittagsfrust abbekommen hatten und mein Junge und ich uns nicht an das morgendliche Aufwachszenario anpassen wollten, sind wir halt morgens solo losgedüst und haben etwas mehr unternommen. Es wäre schade um die schönen Stunden gewesen.

    Zurück, erst einmal das Lager aufgefüllt und aufgetankt. Dann Lifekino, mit dem Titel: „wir sind wieder da“. Ihre Tochter war ja noch zu Besuch. Wir sitzen mit Jetlag abends vor der Flimmerkiste, mit Blick auf das Bett. Sie schwankt unter die Bettdecke, stellt ihr Nachtgläschen ab, schüttet es in einem Schluck rein, dreht sich um und schläft. Da hat sie so viele Tage vor der Tochter getan als ob und nichts mehr wahr genommen.

    So, jetzt sitze ich also hier, drücke mich vor den ungeliebten Entscheidungen und Gesprächen. Sie weicht allem aus oder ich komme erst spät um das Sofa einzunehmen, wenn sie schläft. Ich weiß nicht mehr, ob ich diesem verdammten Alk nur alles in die Schuhe schiebe, ob alles OK wäre, wenn er weg wäre, aber ich weiß, dass ich meine Frau liebe wie am ersten Tag und es nur trocken weiter geht. Ich habe jetzt keine Lust mehr rum zu eiern, auf schönes Wetter zu wachten und muss Entscheidungen treffen.

    Das tägliche Szenario sieht jetzt so aus:
    Sie ist um 12h fit und der Mensch den ich liebe. 18h erstes Gläschen, spätestens 21h ist die Flasche leer, Frau 2 ist erwacht und sieht mich nur noch mit angewidertem Blick an, schläft kurze Zeit später, wird 2 Stunden später wieder wach, sucht mich, sieht mich, geht in die Küche, trinkt ein Glas und wieder ins Bett, 2 Stunden später gleicher Ablauf. Tag für Tag der gleiche Ablauf. Kontrollierter Runtertrinkquatsch ist vorbei. Gestern Nacht habe ich mich erwischt, dass ich dachte: trink dir einen, dann macht es nichts mehr aus, kannst wieder pennen und erledigt, bin um ihren Vorrat rum geschlichen und habe mir dann eine Dose Nüsse und ein herrliches Feigen-Apfel-Omelette rein gezogen, Anfall überstanden, paar Kilo ist mir das wert..

    Da jetzt Saison ist, frage ich mich erstmals wie das in ihrem Geschäft eigentlich laufen soll. Was andere tagsüber erledigen, konnte sie halt bis zum Infarkt gut bis spät in die Nacht erledigen. Nur drehen jetzt die Medikamente zeitig den Strom ab oder sie dreht ihn selbst ab. Also wird das Ding in wenigen Wochen eskalieren, ihre Selbstständigkeit, ihre Einahmen für den Unterhalt eines ganzen Jahres gehen den Bach runter und ich habe keinen Kopf dazu, ich habe selbst 24 Std. am Tag genug zu tun.

    Mein ganzer Ehekrams ist kopiert und ich bespreche morgen mit dem Anwalt was zu tun ist, vielleicht bringt es noch was. Ich stecke mit ziemlich klarem Kopf fest und weiß was ich will, diese tolle Frau, die bis 18h eine andere ist, nicht die, die sich ab 18h verändert und keinen Nebenbuhler aus der Flasche.

    Und noch eines: stundenlanges Lesen hier im Forum hilft wieder Fuß zu fassen, zu erfahren wie viele in gleichen oder festgefahrenen Situationen stecken, ermutigende und weniger ermutigende Entwicklungen zu verfolgen und Antworten zu finden. Manche Worte, die „Trennung“ beinhalten, sind immer noch wie Ohrfeigen, aber richtig. Ein lieber Coatch meinte vor Jahren: denk mal drüber nach, du musst selbst drauf kommen, versuch ich.

    Lieben Gruß kaltblut

    Hallo Ihr Lieben,

    bevor ich weg bin, wollte ich noch was loswerden:

    Die Wohnung ist nicht gekündigt, da habe ich mir Stress gemacht, da ich von Quartalskündigung ausgegangen bin. Es wäre Schwachsinn gewesen, ich komme nicht damit klar, schmeiße die Brocken hin, müsste 2 Wohnungen bezahlen, renovieren usw, die Möbel stehen auf der Straße, Dezember, Januar, Februar ist Hochsaison, lange Nächte und keine freie Minute, geändert hätte sich nichts und das will ich doch, darum geht es. Ich bin nicht im alten Trott, nicht eingelullert von Bauchgefühlen, von Liebe und Verlangen, nur klar im Kopf, er oder ich, aber nicht mit unrealistischen „alles oder nichts“ Verlusten, das sagt der Kopf. Ich kann mich trennen, ausziehen, trage nach wie vor keinen Ring, meine Schränke bleiben leer, meinen Urlaubskoffer packe ich jetzt im Büro, aber eine Ehefrau kann man nicht rauswerfen. Druck und Konsequenz sind OK, sie hat verstanden.

    Sie hat mir ein Buch über gesundes Schlafen mitgebracht, schläft jetzt selbst viel durch, sah seit langem morgens nicht gerädert aus, im Gegenteil, sehr gut und der Verbrauch sinkt weiter. Vielleicht hat sie sich mit der Reise etwas vorgenommen, nicht die letzte Reise, sondern die erste in einen neuen Start und ich muss daran arbeiten, wieder zu Vertrauen und darf den Kopf nicht in den Sand stecken. Sie hat Angst vor ihrer Tochter, was passiert und wie sie damit umgeht, dass sich vieles wiederholt. Sie meint, sie schafft das und wir haben über die Konsequenzen des kalten Entzugs gesprochen.

    Wisst Ihr, es ist so einfach den Partner zu tauschen, die Nächste bitte, überall auf der Welt werden die Suchenden mehr, aber das kann es nicht sein. Ich möchte nicht zu den ewig Suchenden zählen. Ich war wieder Lebemann, sie eingefleischte Singlefrau und Ihr könnt Euch vorstellen, da fielen genug Anpassungshobelspäne, auch ohne Alk. Wir müssen da jetzt durch, er oder ich und wenn „er“ es wirklich vereitelt, dann ist das ein verdammt hoher Preis, aber auch dann dreht sich alles immer weiter.

    Es steht auch oft geschrieben: Entzug, neues Denken, Partner weg. Das hat mich sehr beschäftigt und belastet. Manchmal habe ich gedacht, wofür das alles, wenn es hinterher sowieso anders läuft. Aber wenn eine Beziehung nur durch Loslassen wächst, kann sich alles nur so oder so entwickeln, sehen wir mal, es gibt Hoffnung. Wenn ich Diandras Thema und viele andere verfolge, dann sehe ich auch was Menschen machen, leisten, ertragen können, wie es noch mehr belastet, wie traurig manche Entwicklungen sind, wie noch mehr Tränen fließen und nichts greifbar wird. Ich bin Euch dankbar, dass das alles hier festgehalten wird, weil ich 2 ½ Jahre nicht wusste, womit wir es wirklich zu tun haben und viele werden nie den Weg hierhin finden. Überall auf der Welt, zu jeder Zeit, Menschen, Fragen und Antworten finden, was ist das für eine tolle Zeit.

    Nachher, zum Abendessen, wird es alkfreien Sekt geben, habe ihn im Kühlfach gesehen, freudestrahlend wird sie einschenken. Ich werde sagen, sorry, das sieht aus wie Sekt, schmeckt bestimmt auch so, aber wenn ich das trinke, dann ist es so, als fällst Du über mich her und ich habe keine Lust, hinterher sind wir beide sauer und das wollen wir doch nicht. Ansonsten wird das Thema jetzt eingeeist, verdrängt, weg, ich will packen, in Urlaub.

    Wir haben in der Firma kistenweise Süßigkeiten und immer wenn ich da vorbei lief, dann musste ich einfach was reinstopfen. Es hat Monate gedauert den Krams nicht mehr zu sehen. In den letzten 20 Jahren war ich nie unter 92kg, eher gut verteilte 100kg, mal 105kg, aber ich gucke jetzt jeden Morgen, ob ich schon unter 90kg bin. Ich weiß nicht , ob mein Lebenswandel die Kilos purzeln lässt, ob ich wirklich auf Wein oder Bier verzichten soll oder muss, ich kann es einfach und es macht mir mit jedem Erlebnis mehr Spaß. Ich werde immer mehr anders und es ist einfach toll anders zu sein. In China leben so 1.5 Milliarden Menschen, die keinen Alkohol vertragen, da bin ich anders, hier normal, bin ich halt hier jetzt anders, und? Wisst Ihr, wo ich mich richtig drauf freue, auf einige dumme Gesichter E/Oktober: big Germans always drink beer, Tsintao? ….ich trinke Tee und habe mir vorgenommen, mindestens 20 Sorten genau zu studieren.

    In diesem Sinne, lasst uns davon träumen, dass im Urlaub einiges in Ordnung kommt und ich versuche nicht hierher zu kommen, weil auch dieses Loslösen ein Stück „Alltag“ sein muss.

    Bis bald und liebe Grüsse kaltblut


    @Yorkie: Du schreibst wie jemand, der festen Boden unter den Füßen hat, 1+4 Monate, das ist was, klasse. Ja, das Forum kostet Zeit und es ist gut hier zu sein. Ich Drücke Dir die Daumen, es geht immer weiter.

    Hallo ABC,

    Co-Abhängigkeit ist nicht mit unserer grundsätzlichen Lebenseinstellung gleichzusetzen.

    Es gibt Menschen, die für jeden Handschlag etwas zurückverlangen und es gibt Menschen, die ohne zu Verlangen etwas bewegen. Ich würde mich weder als nicht krank, noch als krank bezeichnen, wenn ich etwas für eine Leistung fordere, noch wenn ich es aus Goodwill ohne Gegenleistung mache oder mich bewusst oder unbewusst in eine risikoreiche oder abhängige Situation begebe. Sich bedingungslos um Menschen und Probleme zu kümmern, ist für mich grundsätzlich nicht krank.

    Wenn mir morgen etwas auf die Birne fällt, dann bin ich für jeden Menschen dankbar, der sich meiner noch ohne Gegenleistung annimmt. Wenn ich aber stur jede Hilfe und Einsicht ablehne, wird auch keiner kommen, es sei denn, es gibt von mir Abhängige, die ich bewusst oder unbewusst lenke und die werden dann irgendwann sagen: und tschüss.

    Dieses …und tschüss müssen wir erlernen, der eine früher, der andere braucht länger. Bei mir waren verschiedene Auslöser und nach Monaten explodierte es. Als ein Freund, mit dem ich gelegentlich um die Häuser zog meinte: wie jeden Tag Wein, tickst du noch sauber? Also hat ein unbedeutender Spruch bei mir viel bewirkt. Dazu festgestellte Veränderungen bei mir bzw. Signale des Körpers oder manch ausgefallene Sonntagstour, ferner als ich anfing das Thema zu studieren, hier im Forum, in Büchern, auch als ich in Liebesbriefen blätterte, in denen ich es oft, schon am Anfang unserer Beziehung zum Ausdruck brachte oder als ich, so klein, unbedeutend und lächerlich es klingt, sie meinte: „bringst du den Karton noch nach oben“ und ich das erste Mal sagte „deine Flaschen trage ich nicht nach oben“.
    Das war für mich ein großer Schritt.

    Was ausschlaggebend war bleibt offen, ich weiß nur, dass dieses Zeugs nicht gut ist, ich es nicht will und keine Frau möchte die abhängig ist, die ihr Leben, ihre Zukunft, ihren Kerl und alles was uns wichtig ist hinter den Wein stellt. Da ich mich immer weiter davon abwende, ist zwangsläufig kein Platz in meinem Leben für Alkohol und auch nicht für eine alkoholkranke Partnerin.

    In dem Fall könntest Du es als positiv betrachten, dass ich auf einem guten Weg bin, von beidem geheilt zu werden, von meiner Abhängigkeit (können oder nicht, es gibt nichts schön zu reden) und von meiner Co-Abhängigkeit, aber was es bei meiner Frau bewirkt, das ist noch ganz offen. Es geht rauf und runter, es festigt sich alles, auch weil es hier so vieles zu lernen und so nette Menschen gibt.

    Lügen, Misstrauen, Ehrlichkeit und ein ganz offener Umgang, haben für meine Frau und mich eine ganz große Bedeutung, Grundvoraussetzungen jeden Vertrauens, jeder Beziehung. Trotzdem ist alles weg, wenn der Alk zuschlägt, Türen zu und erledigt.

    Was Du auch immer machen wirst, es arbeitet in Dir und das ist wichtig, für Dich. Dein Rätsel stelle ich in Frage. Du glaubst doch nicht, dass die Liebe vor Geschädigten und geänderten Einstellungen halt macht. Sie wird irgendwann wieder zuschlagen, erbarmungslos und wunderschön, das ist das Leben und ich denke gerne an die verliebten 80jährigen, die neulich im TV waren und möchte auch mal so sein.

    Liebe Grüsse, ganz viel Kraft und gute Entscheidungen kaltblut

    Hi Skye,

    Du bist an allem Schuld, und? Wenn ich Dich richtig verstanden habe, dann ging es Dir richtig gut, als Du Dich losgeeist hast, von Schuldgefühlen, Abhängigkeit und und und, das war wie frische Luft einatmen. Lass Dir nichts einreden, Du hast die einzig richtige Entscheidung getroffen, für Dich, auch wenn andere damit nicht einverstanden sind, es nicht können, weil sie selbst auf dem Pulverfass sitzen, das jeden Tag durch die kleinste Veränderung hochgehen kann.

    Dein Vater kann es vielleicht nicht mehr verstehen, aber Du, wenn Du Dich gut fühlst, spürst was wichtig für Dich ist.
    Einen Eimer Regenwasser abzukommen heißt nicht abzusaufen, Du gehst Deinen Weg. Es tut sicher sehr weh, aber stell Dir vor Du gingst nach Australien, Kanada oder Brasilien und kämst nur noch 1x im Jahr zu Weihnachten nach Hause, dann hättest Du den nötigen Abstand. Ich weiß, das ist weit hergeholt, aber es ist Dein gewählter Weg, der Dich zufrieden macht, bleibe dabei und wenn Du es kannst, unterstreiche Deine Stellung indem Du den auf unbestimmt verlegten Termin noch weiter verlegst. Angst, musst Du die wirklich haben, ändert sich etwas dadurch, nur bei Dir, Du wirst nicht schlafen und rumhüpfen wie aufgedreht. Denk einfach daran, dass Du nicht mehr frisch geschlüpft bist, sondern jetzt auf Deinen Beinen stehst, mit Deiner Meinung.

    Sieh mal, nach dem Infarkt meiner Frau, stand bei mir alles still. Bis zu dem Tag, als ich akzeptierte, dass man auch mit Infarkt und Alk steinalt werden kann, muss nicht, kann aber. Sie wird sich freuen wenn Du kommst, geh nur wenn Du es zulassen kannst. Was Dir auch immer vorgehalten wird, es ist nicht mehr Dein Ding.

    Viele Grüße und nach jedem Gewitter reißen die Wolken auch wieder auf kaltblut

    Hallo zusammen,

    wisst Ihr was, es kann sich im Leben nicht alles um Alkohol und die dadurch verursachten Probleme drehen, weil wir sonst nicht mehr mitbekommen, was es alles für schöne Dinge gibt. ABC fragt, gibt es auch positive Berichte? Erschreckend wenig und eine Trennung, nur wegen dem Alk ist ein so hoher Preis. Es gibt so viele andere Trennungsgründe, aber ein Muss, weil es sonst nicht geht, bleibt bitter.

    Beim Lesen bin ich in viele Themen versunken und musste tatsächlich feststellen, Liebe, Liebe, Liebe, Liebe. Es kommt mir so vor, als würde die Liebe tatsächlich für jedes Töpfchen das passende Deckelchen suchen und irgendwann kommt das Erwachen. Liebe, kannst Du Dich hier nicht raushalten?

    Mein Ältester und ich waren gestern mit dem Motorrad unterwegs. Da ist es mir wieder aufgefallen, wie klasse das ist und noch was. Meine hat fast 3mal so viele PS wie seine, aber abhängen kann er mich locker, auch andere die 150PS haben. Ich vertraue ihm blind, dass er in jeder Situation weiß wie er sich zu verhalten hat, wann er Gas gibt, ausschert, warten muss, zu bremsen hat und wann die Reifen rutschen. Wenn er dann hinter einem Bus oder LKW für kurze Zeit aus dem Rückspiegel verschwindet, dann kommt trotzdem das Gefühl auf, wo steckst der denn, was passiert? Vielleicht ist das etwas Grundsätzliches was in uns verankert ist, bei dem einen mehr und der andere kann einfach Tschüss sagen.

    Sie liest, legt es weg, verarbeitet und nach dem ersten Schluck ist alles vergessen. Nein, kein Zuschütten, da läuft vielleicht wieder was im Verborgenen und ich erwische mit den Gedanken, mal schnell im Keller nachzusehen, krank und ich habe keinen Bock mehr darauf. Auf jeden Fall passiert etwas, es steht seit Tagen kein Rettungsweinglas am Bett. Ja, da stand quasi 3 Jahre eines, anfangs habe ich gedacht, na ja sie liest ja noch so lange bis tief in die Nacht, warum nicht, später habe ich es immer entsorgt, weil es oft genug umgekippt und sich über die Bücher ergossen hat.

    Ihr fragt Euch sicher, wie ich das mitbekomme, wo ich doch ausgezogen bin. Stimmt nicht mehr, Büro und Auto sind voll mit meinen Sachen, der Bürostuhl ist schlecht zum pennen, unser Sofa ist besser, wir reden, sehen uns noch an und es brodelt. Vielleicht auch weil alles ganz klar auf Papier steht: Unterhalt, Kündigung, Konsequenzen, Forderungen, Zeiten, Vorstellungen und hinten drauf schreibt die Veränderte nachts: steck es dir in den…. Wo die Liebe ist? Sie ist immer noch da und die Gedanken, dass alle gemeinsamen Träume wie Luftblasen zerplatzen hauen nach wie vor rein, zumal sie so oft die „Normale“ ist. Es ist schlicht „doof, genauso wie unsere „ohne Dich ist alles doof“ Servietten.

    Vor 3 Jahren haben wir täglich 2 Stunden telefoniert, sie fühlte sich geborgen, hat sich das erste Mal geöffnet, glücklich gefühlt, damals darauf vertraut dass ich anders bin, in meine Arme voll und ganz fallen lassen, das erste Mal mit 41 Jahren, jetzt gibt es wieder einen vollen Fangschuss. Kann es das denn wirklich sein, alles für die Sucht? Teufelchen hat mir zum Einstieg darum gebeten nachzudenken, ob es ihr gut geht, nein es geht ihr sehr schlecht. Wenn ich vor die Wahl gestellt würde, topp oder hopp, ging es mir nicht anders, aber er muss weg.

    Ich bleibe hart, habe mir was Möbliertes angesehen, wenn wir aus dem Urlaub kommen, dann bin ich nur 10 Tage da und wieder ins Ausland. Das wird jetzt alles passend gemacht- so oder so, er oder ich, ganz, aber nicht etwas und es ist trotzdem schön an Vergangenes und das was sein könnte zu denken. Wohnungskündigung? Mal sehen was morgen passiert, aber fest steht, ich schieße mir damit mächtig ins Bein, muss noch geordnet werden.

    Positives, ja gibt es. Heute war ich bei einem Italo-Weinspezialisten essen. Dabei habe ich mir die ganzen Kollektionen in einer ganz neuen Art intensiv angesehen, die schönen Formen, Verschlüsse, Etiketten und mit großem Abstand gedacht: dieses Sch..zeugs macht alles kaputt. Der Kellner war entrüstet als ich dann für den Freund und mich nur Wasser bestellte, er war aber ganz schnell fort, weil ich ihn auch auf eine ganz neue Art angesehen habe.

    Happy Weekend und LG kaltblut

    NS: versuche mich jetzt mal auf den Urlaub einzustimmen, Montag geht’s ab.