Beiträge von kaltblut

    Hi Yorkie,

    man sagt: erstmal drüber schlafen, morgen ist alles anders – alles wieder gut?

    Weißt Du, ich habe ihr oft gesagt: sie mal Liebes, die Leute sehen wie glücklich wir sind, spüren unsere Liebe und vieles ging von selbst, das war tatsächlich so, es gingen wie im Märchenfilm Türen auf, Disziplin, Freiheit und Unternehmergeist hin oder her. Dieses Jahr lande ich den größten Flop meiner Geschichte. Ich bin einige Monate neben mir, es geht durch Fleischwölfe, rauf und runter, aber hätte sich anders wirklich etwas geändert? Nein, alles dreht sich weiter und wird so wie es sein soll, mit oder ohne Trennung.

    Das Forum ist wichtig für Dich, nicht nur das Lesen, auch das Schreiben, also packe die Tastatur aus, hau rein und lasse mich noch etwas lesen, bevor ich abfliege.

    Liebe Grüße kaltblut

    Hallo Silke,

    sie doch einmal nach unter dem Thema von LangesLeben, „Können Bluttests Aufschluss geben?“
    Ein Freund hat die MPU Geschichte einmal mitgemacht, da soll auf Wochen jeder Tropfen nachweisbar sein.
    Wie Lilly12 schreibt, kann der Arzt den richtigen Test steuern. Aber was soll es beweisen, Deine Unsicherheit, Dein Misstrauen, das wird Dir dadurch nicht genommen. Meine Frau hat stolz um ihre Tochter gekämpft, wie eine Löwin und mit jedem Brief der Gegenseite kam ein Hammer, sie hatte erstklassige Werte, schwenkte den Wisch freudestrahlend und erklärte mir alles, ihre Tochter hat sie trotzdem nicht bekommen. Damals wusste ich nichts von einem Unterschied zwischen Leberwerten und Sucht, für mich hieß das: Leberwerte OK, kein Alkoholproblem, wird sich schon geben, alles schön. Heute ist alles schön doof.

    Das Du hier bist, das ist doch ein guter Anfang, es geht um Dich, darum das Du morgens aufwachst, einen schönen Tag hast, aus dem ganzen Sog raus kommst und feststellst, sein Problem ist nicht Deins. So einfach und so verdammt schwer.

    LG kaltblut

    Liebe kati,

    nehmen wir mal an, er hat wirklich aufgehört und Du brauchtest keine Angst mehr vor Rückfällen zu haben, auf jeden Fall erstmal Hut ab. Er wird sich verändern und das wird von Dir ganz bewusst wahrgenommen, vorher waren es 2 Menschen, die Dich 10 Jahre geprägt haben, jetzt ist einer fort und der andere sortiert sich neu. Es kommen endlich all die Dinge, die Du Dir über die Jahre gewünscht hast. Jetzt bist Du dran, auch Deine Krankheit muss verschwinden, vielleicht für Dich das härteste Stück Arbeit, aber Du schaffst das, glaube daran, ich drücke Dir ganz fest die Daumen.

    LG kaltblut

    Hallo LangesLeben,

    klasse Frage, das habe ich auch immer gedacht: Blutwerte OK, dann macht es ja nichts, der Körper meldet sich schon, wenn er nicht funktionieren will. Nur Blutwerte sagen nichts über die Abhängigkeit aus.

    Ein Arzt meinte einst auf eine gezielte Frage: was soll ich aus den Werten sehen, ich bin nicht bei der Polizei und teste nicht für ein Straßenverkehrsdelikt und mache keine MPU. Sie können ja auch am Tag vor der Blutentnahme einen drauf gemacht haben, da lässt sich aus den üblichen Werten nicht viel ablesen. Es gibt Vermutungen, aufgrund des Gesamtbildes eines Patienten, aber die kann ich nicht so genau laut ansprechen. Sofern gezielt darauf getestet wird, dann kann man als Arzt seine Schlüsse ziehen, aber diese speziellen Alkoholtests, wie für die MPU, die sind kein Standard. Sind die Leberwerte und andere Werte gesund und unauffällig, lässt sich wenig daraus schließen, na ja wie gesagt, der Vortag kann ja auch feucht fröhlich gewesen sein.

    LG kaltblut

    Hallo Ihr Lieben,

    es bleibt alles wie es ist-
    mein Fordern = Erpressen, erpressen lässt sie sich nicht, sie möchte runter trinken, es selbst kontrollieren, ohne Druck, ohne Fremde Hilfe, schon gar nicht in eine Klinik und überhaupt, was bilde ich mir ein davon etwas zu verstehen, nicht schon wieder, Du hast doch sowieso schon mit allem abgeschlossen, ach Du wolltest wissen wie mein Leben aussehen soll, bis heute, ups das habe ich glatt überlesen. Thema aus ihrer Sicht erledigt, nimmt ein Buch und liest - in aller Konsequenz wäre es das gewesen. Aber ich bin penetrant hart, wie die Wand, die immer von unserem Hund angepinkelt wird, die steht länger als unsere Beziehung und wird noch lange stehen. Ich spüre wie es in ihr brodelt, arbeitet und ich werde täglich nachlegen, bis es nicht geht, vorbei ist. Es erinnert mich an etwas, an meine Brüder, die mich einst zwangen, den Teller aufzuessen, im Dunkeln, auf dem Lokus, Stunden am Tisch sitzen zu bleiben. Ich habe nie aufgegessen, manchmal flog der Teller durch das Zimmer, manchmal gab es einen auf den Hintern, unverständliche trotzige Dummheit, aber ich bin trotzdem gewachsen, es gibt nichts zu verstehen, er oder ich.

    Paar Tage noch, die Reise, auch das geht alles sehr schnell vorbei. Eines kann ich aber sagen, die Kinder und ich, wir werden so oder so viel Spaß haben.

    LG kaltblut

    Liebe Silke,

    herzlich willkommen. Wir sind einige, die gleich denken, fühlen und sich auflösen, so als würdest Du Deine Hand in Salzsäure legen, wenn Du sie wieder raus ziehst, dann ist es meist zu spät, aber Du kannst noch etwas tun, weiter leben. Wenn Du mir ein Stück Deiner Gedanken gibst, passt es genau an die richtige Stelle im meinem Hirn, ins Hirn von einigen Millionen und Du bist hier nicht alleine.

    Es gibt tolle Erfolgsgeschichten, beeindruckende Werdegänge und es gibt diesen Tag, der Dich verändert, bei mir waren es 3 Jahre, bei anderen ein langes Leben. Ich liebe meine Frau deshalb nicht weniger, aber es gibt nur noch ihren Freund, den Alk oder mich, der Typ muss da weg. Als ich meine Frau kennen lernte, redete sie was von „seriell monogam “, damals wusste ich weder was es bedeutet, noch dass es eine Ausnahme geben würde, ein Stück selbst gewählte Lebensqualität, Wein, ihren Freund, der Alk. Ein Verräter Silke, das ist der Alk, nicht Du, Du bist nur aufgewacht. Wenn Du jemanden nicht magst, dann gehst Du ihm aus dem Weg und wenn er Dir permanent hinterher läuft, dann muss er weg. Du gibst ihm die Hand und sie ist weg, ein Bein und weg, behalte alles, weil Du alles noch brauchst, ab diesem gewissen Tag. Es gibt Höhen und Tiefen und ich wäre vielleicht auch wieder ein glücklicher Mensch, wenn ich jetzt Inkonsequent wäre, aber ich will nicht mehr seriell monogamer Nebenherläufer sein. Wir haben noch alle Türen offen, alles ist möglich, wenn er geht und ich hoffe, dass es schon bald in Eurem Gartenhaus sehr ungemütlich wird.

    LG und viel Kraft kaltblut

    Hallo Ihr geduldigen Leser,

    wer sich fragt, was denn eigentlich da passiert, wie sich fast aus heiterem Himmel alles ändert, wo die grenzenlose Liebe geblieben ist, dem kann ich nur folgendes berichten und bitten, die eigene Liebe, die blendenden Gefühle einmal für 5 Minuten beiseite zu nehmen:

    Bevor ich in die Klinik ging, übrigens, alles tipp topp, habe ich nochmals alles schriftlich zusammengefasst, incl. der vorbereiteten Wohnungskündigung, meiner klaren Forderung: „Er oder ich“ und der verbindlichen Aufforderung, sich bis heute Abend zu ihren weiteren Lebenswünschen zu äußern.

    Die Hoffnung stirbt zuletzt und mit diesen Gedanken vollzogen sich beeindruckende Änderungen ihres Trinkverhaltens, mit denen ich noch nicht gerechnet habe und ich erhielt eine liebevolle SMS: „ich versuche es, aber ich kann nichts versprechen“. Ich habe nur noch gedacht: was für eine unglaubliche Frau und wollte Euch gleich zuerst fragen, was ich jetzt mit dieser veränderten Situation tun soll, denn es steht ja im Forum wo der kalte Entzug enden kann.

    Heute Morgen kam ich aus der Klinik und wollte kurz duschen und ins Büro. Ihr Freund hatte wieder zugeschlagen, gestern Abend, irgendwann nachdem wir noch ein so schönes nüchternes Telefonat hatten. Sie empfing mich mit den Worten: warum ich seit 6.40h hier rumlaufe, sie hätte auf die Uhr gesehen und meine Schritte auf dem Parkett gehört, ich hatte Turnschuhe an, es war 9.30h und sie sah aus wie nach einem Schleudergang mit 1600U/min.

    Nein, ich darf nicht so naiv sein zu glauben, dass es ohne professionellen Entzug geht, aber ein Funke Glaube und Hoffnung kann das Ruder ganz schnell wieder rum reißen und uns da aufstellen, wo wir nicht hinwollen und das tut so verdammt weh. Jetzt habe ich einen Termin beim Scheidungsanwalt vereinbart, er soll seine Kanonen laden und klar zum Ausdruck bringen, er oder ich. Es reicht, keine Gedanken um ihr Parfüm.

    Heute Abend möchte ich wissen, wie sie sich ihr weiteres Leben vorstellt und was sie bereit ist zu tun, für sich, schriftlich, aus ihrer Feder und kein: „ich versuche es, aber ich kann nichts versprechen“. Es geht jetzt alles Schritt für Schritt, in die eine oder andere Richtung.

    LG kaltblut

    Hi, sorry, da ist ein Missverständnis aufgetreten:

    Suchtverhinderung = entsorgen wo was drin ist, Mundwasser, Lebensmittel, Medikamente usw. und alles in der Theke kontrollieren.

    Parfüm muss man ja nicht gleich schlucken, aber es wird auf die Haut aufgetragen und von den Poren aufgenommen, in reinster Form, 80-95% und wenn ich bedenke was in irgendwas ist, wo vielleicht nur ein Hauch drin ist, halte ich das dagegen für eine ganze Menge, dazu muss man nicht im Duftwässerchen baden.

    Viele Grüße kaltblut

    Hi Yorkie,

    was hast Du erwartet? Alles abschütteln wie eine Fliege? Einmal = immer, wir lernen damit umzugehen, hab Geduld. 23 Tage sind so kurz und doch eine so unglaublich lange Zeit. Heute wünsche ich mir 23 Tage und würde alles dafür geben. Du hast so Großartiges erreicht.

    LG kaltblut

    Liebe Skye,

    ja, wir sind frisch aus dem Ei geschlüpft, reißen den Hals auf und warten auf Futter, es dauert noch etwas bis wir, ich zumindest, selbstständig die Körner verputze. Es sind Worte wie Deine die verändern, mich und aus dem Nest werfen, immer fester auf meinen wackeligen Beinen stehen lassen. Nicht verstehen, bedeutet schlicht, ich kann nicht nachfühlen, was man wie als Kind, bis zur erwachsenen Frau empfindet.

    Skye, 3 Jahre sind nicht das Leben. Es gibt Dinge, die ich nicht verstehen kann, wo es so wenig Zugang gibt, wie zum Verständnis des „warum“ und es ist gut, dieses „warum“ nicht verstehen zu wollen. Ich habe mir vorher weder Gedanken über Alkohol, noch über mich, A in der Familie oder bei Freunden gemacht. Ich erinnere mich an einen guten Freund, dem ich gelegentlich aus der Sch… half, es machte mich damals stolz, thats it. Als „Frischgeschlüpfter“ prasseln die Geschichten anderer aus jedem Winkel auf mich ein und ich erkenne erst in diesen Monaten, mit was wir es hier zu tun haben. Frau, Familie, Freunde, Geschäftspartner, überall und es wird uns nicht mehr loslassen, auch nicht auf einer einsamen Insel. Ich gehe durch Geschäfte und zähle anhand der Schritte die Verkaufsflächen, die Menge, den Umsatz, die Beteiligten, zähle den Verbrauch bei einen Geschäftsessen, rechne hoch, runter und stufe ein, das ist erst der Anfang, aber ich weiß, es ist nicht mein Leben. Es wird immer diese Tage geben und es ist gut, dass wir sie haben.

    Was Du schreibst, wird vielen helfen, die sich in ihrem Ei befinden, so wie mir auch und ich finde das Bekenntnis von Hexe sehr wertvoll.

    LG kaltblut

    Liebe Nonens,

    schön, dass Du da bist. Lang wird Dein Thema sein, wenn es plötzlich klick gemacht hat und aus Nonsens Ernst wird. Manches wird wie ein Gewitterhagel auf Dich einschlagen, Du wirst es fort schieben, nicht wollen, abstreiten und mit grenzenloser Liebe rechtfertigen und irgendwann in einem dunklen Kellerloch sein. Ich war dort, vor 5 Jahren, als zwei verliebte Menschen mich spüren ließen, wie schön es ist glücklich zu sein und mich unbewusst da raus holten. Es begann eine schöne Singlezeit, die bald mit einer neuen Partnerschaft, Ehe und allem Glück dieser Erde gekrönt wurde. Dachte ich. Manchmal, da schreibe für mich Geschichten die das Leben schreibt. Es hat mir immer Kraft gegeben, wenn mal was in die Hose ging, z. B. über unsere Liebe, wie toll diese Beziehung, wie klein das Problem Alkohol ist, wie unbedeutend, „wir schaffen das“, aber vor kurzen fehlte eine Abschlusszeile. 3 Worte stellten alles auf den Kopf: „oder auch nicht“ und es war ein langer Weg dahin. Ihre Lieblingsworte stammen von Erich Fried „Dich, Dich sein lassen“ und beinhalten einen Freifahrtschein. Sie beinhalten jetzt auch meine Lieblingsworte: „Dich sein lassen“.

    LG und ich wünsche Dir unbegrenzte Kraft kaltblut

    Hallo Ihr Lieben,

    es ist alles schlimmer als ich es je gedacht hätte. Ich finde das Thema nicht mehr, in dem darum ging, dass man nicht mehr weiß was gesagt wurde bzw. Gedächtnislücken vorhanden sind. Ich hatte immer gedacht, dass wenn messerscharfe, klare, präzise und in keiner Weise an den Pegelstand erinnernde Äußerungen kommen, wenn jemand freie, ungehemmte Reden schwingt, gigantische Diskussionen führt, bei denen selbst Literaten ihr Buch zuklappen und aufmerksam zuhören würden, dass man weiß was man sagt. Ich habe meine Frau dann immer bewundernd angesehen und gedacht, was für ein unglaubliches Wesen.

    Sie weiß von all dem nichts. Es ist wie ausgelöscht, fort, ach, dass soll ich gesagt haben. Ich könnte noch einzelne vergessene Passagen, Ausrutscher verstehen, aber halbstündliche und längere Galaauftritte?

    Ich habe letzte Nacht nur noch da gesessen und gedacht: du brauchst jetzt einen Schluck. Ich habe mir alles reingekippt, den ganzen Liter Milch und es hat tausendmal besser geschmeckt. Darüber freue ich mich richtig.

    LG kaltblut

    Hi Yorkie,

    wie Du raus kommst hast Du selbst schon lange erkannt. Sieh einmal, Du hast das große Glück selbst zu entscheiden, wann Du wie was machst. Du kannst Fehler machen und sie ausbügeln, Du kannst dem Motor Sprit geben und ihn abschalten, nach rechts gehen, nach links, viele können das nicht, werden nie im Leben den Mut haben, nie die Freiheit kosten können, werden nie leben, sie müssen gelebt werden, weil sie es nie gelernt haben, Du schon. Du brauchst etwas frische Energie, ist doch ganz normal oder glaubst Du an Übermenschen?

    Schau hinter die Fassaden, nirgendwo greift ein Zahnrad präzise in das andere, nicht im DIN-Land, nicht im Überfliegerland China, nicht beim Tonangeber USA, nicht bei Unterdrückten. Mach Dein Ding weiter, Du hast schon so viel bewegt und Du hast den passenden Werkzeugkasten um etwas zu basteln, für Dich, hau rein.

    LG kaltblut

    Hallo Skye,

    ich verstehe Dich und doch nicht, weil Du über viele, viele Jahre Deine Erfahrungen gemacht hast. Dieses Forum lebt, es lebt von den Themen, den Kommentaren, von den Aktiven, den stillen Lesern und weil wir uns Luft verschaffen können, Luft zum Atmen. Oft tragen wir über Monate Dinge in uns, lassen sie nicht heraus, aber wenn sie geschrieben sind, dann sind sie raus, stehen hier, schwarz auf weiß, unwiderruflich und es tut gut. Es tut gut zu lesen und festzustellen, wir sind nicht alleine. Es ist gut, wenn das Hirn erwacht, zu arbeiteten beginnt.

    Ich danke Dir für Deine ausführlichen Zeilen und denke daran: „es sind nicht die vergangenen Jahre, die uns bewegen, es sind die Kommenden“.

    Skye, meine Frau ist die Tochter einer (oder einer trockenen) Alkoholikerin, wir wissen es nicht, da sie im Alter von 20 Jahren jeglichen Kontakt abgebrochen hat. Sie hat ihre eigene Tochter 10 Jahre behütet und geschützt, damit sie nicht erlebt, was ihr widerfahren ist und die Tochter wurde ihr – heute - „zum Glück“ entrissen, hat sich entfremdet und ist meist abgewandt.

    Alles Gute für Deinen Weg kaltblut

    Update:

    Gestern traf ich zunächst eine vollkommen veränderte Frau und hätte fast Hoffnung bekommen.

    In drei Jahren hatten wir zwar Auseinandersetzungen, aber noch nie, das was später kam. Wir hatten immer Respekt vor der anderen Person, Achtung und Akzeptanz. Doch gestern, es glich einer Theatervorführung, von der Bühne schmetterten Forderungen, als wäre nichts passiert, dann Vorwürde, Erniedrigungen, Beleidigungen und ich war das Publikum. Nein, nie mehr butterweich, ich habe nur gefragt: „willst Du auf Deinen Freund verzichten“.

    LG kaltblut

    Verständnis hin oder her, es bleibt realistischer Schwachsinn.
    Wozu es bisher geführt hat und was noch kommt:

    Vorher:
    Verlust der sicheren Wohnung, des Unterhaltes
    Verlust des Umfeldes
    Verlust des Kindes
    Verlust des Lebenspartners
    Verlust materieller Werte, Auto etc.
    Verlust des Jobs und keine wieder Einstiegsmöglichkeit
    Verlust der Freunde und Bekannten
    Verlust schöner Lebenszeit

    Seit dem Ortswechsel vor 2 1/2 Jahren:
    1 Suizidversuch
    Verlust eines neuen Freundeskreises
    Isolation aus dem Umfeld
    geistiger und körperlicher Raubbau
    Infarkt

    Jetzt:
    Verlust der Familie
    Verlust der Ehe/Partner
    Verlust der Selbstständigkeit/Existenz
    Verlust der Wohnung
    Verlust des Unterhaltes
    Verlust der Sicherheit
    Verlust der Liebe
    Verlust des Lebens

    Es gibt kein Verstehen, es ist wie es ist, wie Erich Fried sagt: „Dich Dich sein lassen“

    Hallo Ihr Lieben,

    der Schuldige ist schnell gefunden, ihr habt Recht. Aber es gibt keinen Schuldigen, es gibt nur ein Annehmen, Abwenden oder Vernichten, keine Schuld. Ich kann nicht mehr mit zwei Frauen und einem Nebenbuhler leben, das ist jetzt so.

    Tatsache ist, dass wir eine für mich, nach geplatzter erste Ehe, wo Job und „ich“ Jahre an erster Stelle standen, sehr enge Kommunikation hatten und vieles zusätzlich schriftlich machten. Abends ein liebes Wort, wenn der andere vorzeitig morgens aus dem Haus ging, eine liebe Antwort hinterlassen oder uns Luft verschafften, wenn etwas unausgesprochen blieb und im Raum stand. Tausende Nachrichten. So blieb eigentlich nichts unausgesprochen. Nur „Er“ war immer da. Wenn ich zurückblättere, „Er“ war meist verdrängt, aber immer ein Thema, in irgendeiner Form stand „Er“ immer zwischen uns, schon von Anfang an. Mal zog ich mit, mal war er akzeptiert, mal verdrängt, aber immer da.

    Es gibt nur Entzug, in aller Konsequenz, vollkommene Abstinenz und wenn wir uns dabei ganz entfremden und trennen, wie oft hier geschrieben wurde, dann ist es so, aber es gibt keinen Weg zurück, keinen Weg zurück in Duldung, Verständnis, Verstehen wollen oder, oder, oder, weil nichts mehr ist wie es war. Papa, sei stark, sagt mein 20jähriger Sohn, er hat mich oft weinen und verzweifeln sehen und er hat Recht.

    Ihre Tochter ist 13, wir fliegen bald mit den Kids in Urlaub, es wird auf einen getrennten Aufenthalt hinauslaufen. Stornieren? Nein, die Kinder werden uns den Weg zeigen.Ich fragte, hat sie ihren neuen Pass? Das Verhältnis Mutter/Tochter ist seit 3 Jahren gestört, extrem wenn sie mitbekommt, dass sie etwas getrunken hat, dann ist Funkstille und Ablehnung. Sie meint, sie habe oft angerufen und SMS´s geschickt, bekomme aber keine Nachricht und sie habe doch wirklich tagsüber nichts getrunken, als sie zu besuch war, ging sie um 10h ins Bett, hat geschlafen und kann doch nichts mitbekommen haben. 1 SMS und freudestrahlend kommt die Antwort ins Handy, alles OK, freue mich riesig drauf. Wie kann man glauben, dass ein Kind, mit unverwirrten Sinnesorganen, die Person nicht deutet, nichts riecht, nichts fühlt, nichts sieht, „Er“ schon wieder.

    Sie hat mir einst einen Vortrag über Alkohol gehalten und ich dachte, sie weiß genau wovon sie spricht, was in ihr und mit ihr abgeht. Sie weiß nichts, gar nichts und die damaligen SHG-Gespäche, die Therapien, alles fort, geblockt oder nie dort gewesen.

    Nun, sie nennt mich jetzt „sch... Gutmensch“, weil ich an allem Schlechten noch etwas Gutes finde, aus Sch… Sahne quirle und jetzt geht es um meine Forderung (gekürzt):
    -------------------------------------------------------------------------------------
    „Ich lebe mit 2 Menschen, 2 Frauen und eine hat zu dem einen Freund, den ich nicht akzeptiere.
    Du magst es sehen wie Du willst, meine Entscheidung und Forderung ist eindeutig, ganz klar:

    Er muss weg – für ihn ist kein Platz in unserem Leben, nicht in Deinem, nicht in meinem.
    Alles was in 3 Jahren, in tausenden Schriftstücken steht, betrifft nur ihn.

    Er oder Du.
    Er oder ich.
    Tochter oder er.
    Die Jungs oder er.
    Familie oder er.
    Freunde oder er.
    Berlin oder er.
    Ehe oder er.
    Zukunft oder er.
    Leben oder er.

    Nicht für mich, nicht für alles andere- für Dich.

    Alles andere ist unwichtig.
    Er oder Du.

    Dein Mann“.
    -------------------------------------------------------------------------------------
    In diesem Sinne bin ich auf alles gefasst, zu allem bereit und verfaulte Wurzeln erholen sich, etwas frische Erde, Wasser und die Blätter sprießen wieder, meine Blätter.


    Skye : das ganze Leben ist ein Geben und Nehmen und wir lassen uns manchmal mehr aufladen als wir tragen können, aber das gehört zum Leben, zu unserem Leben, beim einen mehr, beim anderen weiniger, dazu bedarf es nicht einmal einer Co-Abhängigkeit. Viele meiner Freunde haben eine "etwas Beziehung", ich halte es mit "voll und ganz", dazu gehörte bisher auch diese Abhängigkeit. Ich verstehe Dich und musste Deine Zeilen erst mehrfach verarbeiten, jetzt wo ich wieder in der Realität gelandet bin. Danke für Deine Worte, Du hast eine Menge erlebt, viele Jahre, ich bin dagegen gerade erst geschlüpft und Du kannst stolz darauf sein, auf dem richtigen Weg zu sein.

    @Annika: ja, warum geht so etwas kaputt, warum so auf einen Schlag, aus dem Nichts, wie können wir uns einfach so verändern, wenn ich Deine Worte, die von Teufelchen, meine u. a. nachlese. Weil es für etwas gut ist, auch wenn wir es jetzt noch nicht sehen.

    @megafrau: die Liebe ist grenzenlos. Als mein Vater im Delirium ging, kein Alk, nach 2 ½ Jahren Dialyse, habe ich mich für ihn gefreut, weil morgen wieder die Sonne aufgeht, mal verhangen, mal mit Eis und Schnee, aber sie ist da, so wie er immer bei mir ist. Wenn etwas Schönes geht, kann etwas noch Schöneres kommen, wer weiß es.

    @Yorkie: ich weiß nicht warum ich umkippte, „den letzten Weg gehen wir zusammen“, viele haben gewusst dass es nicht geht. Viele Menschen haben nicht das Glück, eine Firma, Mitarbeiter, Freunde, Kunden, Fremde, alles verknüpfen zu können und Kraft daraus zu schöpfen. Gestern hat mir ein Geschäftsfreund sein Familiendrama erzählt und ich dachte- wie kann es sein - er auch? Es gibt viele Aufgaben, die uns helfen den Kopf frei zu bekommen. Ich freue mich über jeden Deiner Erfolge und drücke Dir fest die Daumen. „Wir schaffen das“ steht jetzt für „uns“, die aus der Co + Abhängigkeit heraus kommen und wollen.

    @Karsten: danke, dass dieses Forum lebt. Ich habe mich oft gefragt, was ich eigentlich hier stundenlang mache, ob ich forumkrank bin, statt zu klotzen und mich um mein Geschäft, um „Alltägliches“ zu kümmern. Weil dieses Forum lebt und zu viele nicht. Über 3 Millionen Alkoholiker, über 10 Millionen Betroffene, tatsächlich dürften es weit mehr sein, 1/3 der Bevölkerung? Wir sind nicht alleine. Du, Ihr alle spendet Hoffnung und Leben.

    LG kaltblut