Hallo, danke für die Infos.
Genau das meinte ich damit, wenn es im Kopf nicht mehr richtig tickt,
das sich über zu viel Überflüssiges zu viele Gedanken gemacht werden.
LG kaltblut
Hallo, danke für die Infos.
Genau das meinte ich damit, wenn es im Kopf nicht mehr richtig tickt,
das sich über zu viel Überflüssiges zu viele Gedanken gemacht werden.
LG kaltblut
Hallo Belladonna, hallo hiippi,
verstehe ich ja alles, nur der Kopf, der arbeitet auch bei mir noch nicht so wie er soll und so lange ich mehrere Stunden täglich über Probleme nachdenke, wie gelähmt bin, Gespräche führe und Bücher rein ziehe, sollte ich irgendwann sagen: stopp.
Die praktische Unterscheidung zwischen „selbstverantwotlich“ und drohender Konsequenz
in der Partnerschaft ist ja nicht einfach.
- wird eine kranke Hälfte, zum Pflegefall, kommt die andere Hälfte dafür auf
- baut die kranke Hälfte Misst, ob Unfall, Ausgaben oder Sonstiges,
kommt die andere Hälfte mit dafür auf.
- fällt die gesunde Hälfte aus, kommt die kranke Hälfte nicht mehr klar.
- sagt die gesunde Hälfte: ich muss hier weg, kommt der nächste Trümmerhaufe.
- nur die kranke Hälfte ist nicht immer krank und die gesunde Hälfte brauchbar.
Also ist das Problem an sich „unser“, nur unser ist wieder nur meins, weil unser nicht da ist, wenn es da sein sollte. Es fällt mir verdammt schwer, die Dinge im Kopf zu ordnen, mich zu distanzieren, klare Grenzen zu setzen und konsequent zu sein.
Für den Co-Abhängigen heißt es zu sehen wie der andere so runterkommt, dass er sich selbst befreien will oder geht, bis in den Tod und dabei selbst nicht zu zerbrechen indem man selbst geht oder mit gehörigem Abstand betrachtet was passiert. Ich sehe hier zahlreiche Widersprüche an sich und die verstehen sich nicht so richtig mit Offenheit, Ehrlichkeit und was in meinem Kopf ab geht.
LG kaltblut
Hallo Jörg und Schorni,
die Frage, ob ich ganz trocken leben will, kann noch nicht mit einem klaren „Ja“ beantworten, aber es arbeitet und ich könnte. Wenn ich mich jetzt zwischen einem Leben ohne Alkohol und Offenheit und Ehrlichkeit entscheiden muss, dann für Letzteres.
Das ist aber auch nicht der Grund, warum ich mich in diesem Forum angemeldet habe, sondern weil ich in meiner Co-Abhängigkeit Dinge mache, die unnormal sind und Probleme mit sich bringen, die unverantwortlich sind.
@yorkie: 38 Tage ohne Alkohol ist eine tolle und beeindruckende Leistung, Hut ab.
Also, ich schaffe es abends auf Alkohol zu verzichten, auch mehrere Tage, trinke eigentlich nicht solo vor mich hin, „ Drinks“ sind eigentlich out, bzw. die Flaschen eher ungenießbar geworden, ich schütte den Wein aber auch nicht fort, wenn das Glas zum Abendessen auf dem Tisch steht. Manipulation höre ich jetzt, ja, es gibt so viel zu ändern.
LG kaltblut
Hallo,
danke für die Antworten. Eigentlich wollte ich folgendes schreiben: Manche Dinge kann ich mir nur in Zahlen vorstellen. Wie muss ich mir das sonst vorstellen? Trotz ärztlicher Überwachung kommt es zum Delirium oder zu Krampfanfälle oder kommt es dazu nicht, da Medikamente eingesetzt werden?
Zitat bzw. wie "Freund" schreibt:
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Tja, das etwas Schizophrene ist, dass die Co-Abhängigen sich teilweise sogar SHGs oder anderen Gruppen anschließen, um ihren eigenen Bedarf an Therapie zu decken, um den Alkoholismus besser verstehen zu können, ergo zu unterstützen, aber letztendlich (so sehe ich das persönlich) ... um das Leiden und die Sucht des Betroffenen zu verlängern.
Harte Worte, ich hoffe keinem zu nahe getreten zu sein, lasse mich aber gern auf eine Gegendarstellung ein.
Der Betroffene hat Maßnahmen zu ergreifen, die sein Leben lebenswert machen. Viele Co`s kapitulieren da einfach.
Gruß, Freund.
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Lassen wir es darauf beruhen, dass es für mich jetzt keinen Sinn macht zu wissen, wie sich meine Frau fühlt, falls sie einen Entzug erlebt.
LG kaltblut
Hallo Sebastian,
"Ich denke mal, Du bist schon, teilweise beeinflußt und manipuliert durch Sie"
Ja, das stimmt zu 100%, abhängig, verheiratet und verliebt - aber handlungsfähig und bereit etwas zu ändern.
LG kaltblut
Hallo Belladonna,
ich hatte mich in den vergangenen 14 tagen mächtig in die Sache hineingesteigert, das war nicht gut, für keinen. So wie das Wetter wieder deutsches Niveau erreicht hat, ist der Kopf auch wieder klar und da sieht vieles klarer aus. PN: weiß nicht wann das funktioniert, mal sehen.
LG kaltblut
Hallo zusammen,
hat jemand eine Antwort darauf, wie stark Alkohol-Entzugserscheinungen mit medikamentöser Behandlung sind bzw. wie man sich vorstellen muss?
Als starker Raucher habe ich 3 x im Leben aufgehört zu rauchen. Mit 28, das ging eigentlich und für 9 Jahre war es OK, mit 44, das war anstrengend, Flattern und 5 Tage Störungen, aber es war für gut 1 1/2 Jahre weg und vor 2 Monaten, durch den Infarkt meiner Frau. Das war mit dem vollen Programm verbunden, 8 Tage Flattern, Kreislaufprobleme, Schwindel, Kribbeln, Schlafstörungen, ich war ziemlich gereizt, habe geweint, geflucht und bin an die Decke gegangen. Eigentlich hat es 3 Wochen gedauert und zwickt immer wieder. Ziel war es außerdem abzunehmen und keine Süßigkeiten, Chips etc. als Ersatz rein zu ziehen, sondern Wasser, Obst, Gemüse in Bergen zu verdrücken. 5 kg sind weg. Ich habe das ärztlich überwachen lassen, Sport getrieben, alles ist im grünen Bereich und erledigt.
Nun die Frage: auf einer Scala von 1-12 würde ich die jeweiligen Entzugserscheinungen wie folgt bezeichnen: mit 28J = 1, mit 44J.=2 und jetzt = 4 (ich lag bei 50-60St.). Kann jemand aus Erfahrung sagen, ob und wie das im Vergleich zu Alkoholentzug zu betrachten wäre? Kann man das überhaupt vergleichen? Ich kann mir nicht vorstellen, was der Entzug bewirkt bzw. gibt es einen körperlichen Unterschied?
LG kaltblut
Hallo zusammen,
jetzt habe ich tagelang viel gelesen, erfahren, tolle Hinweise erhalten und vor allem wird der Kopf langsam wieder frei für klare Entscheidungen. Leider habe ich vergessen mich vorzustellen.
An dieser Stelle aber zuerst ein dickes Lob an die Betreiber der Seiten, an die Moderatoren, die ja nicht nur mit viel Zeit und aktiven Kommentaren beteiligt sind, sondern auch noch all die rechtlichen Pflichten des Forums beachten müssen, d. h., noch viel mehr Zeit investieren, das ist eine eine großartige Sache. Natürlich auch an all die Betroffenen auf beiden Seiten, die mir zeigen, dass es noch ganz andere Problemfälle und Schicksale gibt, als in meiner Ehe. Vielen Dank dass es Euch gibt.
Ich bin kaltblut, 48, aus dem Rheinland, Co-Abhängiger, 2 Jahre (wieder) verheiratet, verliebt wie am ersten Tag und je mehr ich in mich reinhorche, da frage ich mich, ob ich besser auch den Rest meiner Zeit trocken bleibe und abhängiger bin. Ich trinke regelmäßig, 1 - 2 Gläser Wein, zu Anlässen auch was mehr, es geht für einige Tage ohne, dann kommt die Lust auf ein Glas, aber wenn nichts da ist, geht es auch. Das sind Überbleibsel vergangener Jahre und hierzu möchte ich an anderer Stelle einige Fragen an die Erfahrenen stellen.
Wisst Ihr was ich manchmal gesagt habe: meine Kinder sind irgendwie zurückgeblieben, werden nicht erwachsen. Rauchen nicht, trinken nichts, keine Drogen, machen keinen Ärger, ganz anders als ihr Vater früher und ich war einer der Harmlosen (Kopfschüttler: ich bin mächtig stolz auf die Kinder und froh, dass sie sind, wie sie sind). Das war in, das machte uns stolz, wir gehörten dazu, das war unser Leben. Berufsschulpause, ab in die Kneipe, ein Kölsch, da waren wir 14, 15 Jahre alt und nicht 20 Jahre, wie es heute üblich ist. Im Job saß ich mit 22 J. mit Kunden in einer Bar, die älteren Herren gegenüber hatten schon glasige Augen und ich dachte, denen zeigst du mal was du verträgst. 2 Stunden später, ich weg, die immer noch genauso wie vorher, Profis halt, aber das gehörte zum Job, 3, 4 Tage die Woche und am Wochenende, Partys und Familienfeiern. Später kam der spezielle Kundenservice und gehörte zum Geschäft, zum Leben, zum Alltag. J R. Ewing und all die Fernsehleute machten das doch auch noch so toll vor, erst mal einen Brandy… 20 Jahre lang, da wurde kein Gedanke an die Folgen verschwendet.
Ich wollte meinem Bruder eine Kiste Wein zum Geburtstag schicken, ich habe sie nicht absenden können, weil ich dieses Geschenk plötzlich für etwas absolut Bescheuertes halte. Manchmal, da denke ich an Alkohol und bin mir nicht mehr sicher, ob mein Körper sagt, klasse, her damit oder ekliges verdammtes Zeugs, weg damit, weil ich mich innerlich bis zur Übelkeit hoch steigere.
Meine Frau hatte einen Infarkt, ist abhängig, aber das Problem, das habe eigentlich nur ich im meinem Kopf, sie hat keines. Wenn sie keines hat, worum mache ich mir eigentlich Gedanken, sage Reisen ab, fahre mit Freunden mit dem Zug in die Berge, steige plötzlich aus, fahre zurück um zu sehen ob alles OK ist? Es gibt Leute, die haben sich kaputtgelacht, aber das sind einfach nur Leute, dafür gibt es viele Freunde und Euch, die solche Verwirrungen verstehen und entwirren, danke.
Ich wünsche mir, dass noch viele Zuschauer den Mut finden, sich frei zu schreiben, weil es gut ist, gut tut und den Kopf frei für Überlegungen und Entscheidungen macht. Entscheidungen, die müssen getroffen werden, sonst laufen wir im Kreis, wie ein Hund der sich laufend versucht in den Schwanz zu beißen und irgendwann umfällt. Alles andere, das regelt die Natur von selbst, hört sich hart an, ist aber so.
Alles Liebe und viel Kraft wünscht Euch
kaltblut
Hallo Karsten,
keine Fragen, danke für den Hinweis, es gibt noch viel zu lernen, sehr viel.
kaltblut
Hallo,
also laut der Umrechnungsformel, errechnet sich doch der Promillegehalt wie folgt:
Trinke 0,25l Wein:100 x 12% x 0,8 = 24
------------------------------------------------- 0,32 Promille
Ich = 95kg x 0,8 = 76
Autofahren ja, besser nicht, bin Müde und schlafe ein.
Trinke 1,4l Wein:100 x 12% x 0,8 = 134
------------------------------------------------- 3,91 Promille
Ich = 49kg x 0,7 = 34,3
Dauer ca. 4 Stunden = ca. 0,2 Promille abgebaut = 3,71%o oder nach 37 Stunden nüchtern???
Trinke 2,8l Wein:100 x 12% x 0,8 = 269
------------------------------------------------- 7,84 Promille
Ich = 49kg x 0,7 = 34,3
Dauer ca. 8 Stunden = ca. 0,6 Promille abgebaut = 7,24%o oder nach 72 Stunden nüchtern???
Wie kann denn jemand um 11h nüchtern wirken und über 6%o haben?
Stimmt da die Rechnung noch?
Also, wenn ich eine Flasche Wein trinke, sind das 1,28 Promille, bei 95kg Körpergewicht und bedeutet morgens Probleme.
Wir kann denn meine Frau mit 49kg 2, 3 sogar 4 Flaschen trinken und mit einer rechnerischen Vollvergiftung fitt sein? Gelten hier andere Gesetze?
Danke für eine Aufklärung.
Lieben Gruß kaltblut
An Yorkie:
Danke für die PN, ist noch nicht freigeschaltet, antworte, wenn es dann frei ist.
Ihr Lieben,
ich denke verstanden zu haben, vielen Dank.
Sich den Tod zu wünschen, ihn als Alibi zu haben, lässt sich nicht toppen, es gibt keine Argumente, kein Mittel, sie will keine professionelle Hilfe, ich brauche sie.
Wisst Ihr, ich sehe sie an, denke du bist schön, finde immer Neue schöne Dinge, wir haben eigentlich keine Sorgen mehr, wir könnten so glücklich sein, alt werden und ich weiß, sie wird bald gehen.
Ja, Gewesenes, das kann tief sitzen, kann man nicht einfach raus schneiden und die Sucht, die braucht nur einmal drauf zu drücken und alles wieder dahin.
Wenn es so ist, dann muss ich halt die Kraft irgendwo herzaubern, um dabei nicht auf der Strecke zu bleiben und den Weg bis zum Schluss, den gehen wir gemeinsam.
Die Zeit geht so schnell vorbei, viel zu schnell.
Lieben Gruß kaltblut
Liebe Leute,
vielen Dank für Eure Zeilen. Leider konnte ich nicht gleich antworten, da ich erst einmal zur Besinnung kommen musste, nicht die Alkoholkranke ist die Kranke, sondern eigentlich habe ich die Probleme, ich werde nicht mehr damit fertig, sie schon.
Kaltblut, das kommt von Brauereipferd, so fühle ich mich, wie das vor die alte Kutsche gespannten Pferd, dass den Weg von alleine kennt und als Verteiler von Kneipe zu Kneipe unterwegs ist und ich bekomme mehr und mehr Probleme in den Spiegel zu sehen.
Wir waren kein erfolgreiches, vom Leben verwöhntes Paar, wir kamen beide aus Film reifen Situationen – Punkt. Alles was ich mache, anstelle und verbocke, dafür bin ich verantwortlich,
niemals würde ich meine Frau verantwortlich machen, alles was ich anstelle ist und bleibt mein Ding. Auch gibt es keine Schuld – Punkt. Ich habe die Situation gesehen, akzeptiert und jetzt komme ich nicht mit meiner eigenen Entscheidung klar, das ist alles, deshalb bin ich hier, weil ich mir irgendwie erhoffe, von so vielen Betroffenen einen verarbeitbaren Wink zu erhalten, auch mit dem Hammer, Hauptsache ich kann es verstehen.
Wisst Ihr, die Liebe kann Unglaubliches bewegen, wir haben eine große Liebe, die große Liebe und es ist schön zu spüren, wie Freunde und Bekannte sich vorstellen, einmal in ihrer Beziehung so glücklich zu sein wie wir es sind, aber diese Liebe, die macht gerade einen Abflug, in meinem Kopf, nicht in ihrem, in meinem. Wir haben sonst keine Probleme und wenn ich es akzeptieren würde, wäre alles schön.
Wenn wir z. B. einen Weg gefunden haben und über die Situation reden, bei kontrolliertem Trinken anlagen, sie alle und alles widerlegt und bei ihrem neuen und besten Argument anlangt: warum, warum, was habe ich noch davon, wenn ich sowieso keine Lebenserwartung habe, warum soll ich mir das antun, aufsteht und sich in einem großen Zug ein Glas rein kippt. Ja, da habt Ihr recht, ich kann zusehen, konsequent dazu stehen, schlucken, sie loben, meine Koffer packen oder mich übergeben. Mann, Kinder, Freunde, Selbst, Leben – nichts wert ist sicher falsch, die Sucht ist stärker als die Kraft für eines und ich glaube fest, dass meine Frau unendlich viel dafür geben würde, könnte sie stopp sagen.
Vielleicht könnt Ihr mir einen Rat geben:
Warum soll jemand das Trinken einstellen, wenn die Aussichten in Kürze den nächsten Infarkt zu bekommen relativ hoch sind?
kaltblut
Hallo,
ich freue mich diese tollen Seiten gefunden zu haben. Habe gelesen und gelesen, bin zur Beratung gegangen, hier und dort hin und jetzt hänge ich voll in der Luft. Ich schreibe es einfach einmal runter:
Als ich meine Frau kennen lernte, da war es ganz normal, beim Essen wurde Wein getrunken und ich staunte nicht schlecht, wie die kleine Zierliche 1 Flasche schweren Wein verdrückte, Respekt.
Als wir uns verliebten und die Wochenenden zusammen verbrachten, war es auch ganz normal, dass Wein getrunken und lustige Gelage abgehalten wurden. Wir hatten mächtig Spaß. Dann sind wir einmal ins Ausland, da gab es keinen Wein und da habe ich erstmals gespürt, dass da etwas nicht stimmte und sich Aggressivität breit machte. Damals hatte ich noch keine Ahnung, dass es eine Krankheit ist. Damals dachte ich noch: Frauen, das geht vorbei. Dann gab es Ärger, Abstürze, ich aus Protest, was für ein irrer Protest, wieder gequalmt, aber bald sah alles wieder ziemlich normal aus, wir kochten abends, quatschten, sie trank ihr Gläschen dazu, 1 Flasche, ab 20h die 2. Sie konnte ganz toll aufdrehen und nachts arbeiten. Nachtmensch, Schlafstörungen hieß es, soll ich statt dessen lieber Tabletten nehmen, hieß es, aber dass das eine mit dem anderen zusammenhängt und es sich um eine Verkettung von alkoholabhängigen Ereignissen handelte, seit Jahren, das kam mir erst später. Eigentlich passierte ja auch nichts Schlimmes, keine Auseinandersetzungen, Vorhaltungen oder Streitereien, bis ich es einmal ansprach und naiv voll ins Messer lief und die Ausraster bekam, die man nicht bekommen soll, wie Weinvernichtungsaktionen oder sie dann Versteckspiele. Dann gab es Beratungen, gemeinsame Gespräche, toll geht doch, nichts geht. Sie kocht, wäscht, macht den Haushalt, arbeitet selbstständig , verdient Geld, liest viel und wir reden viel, machen viel zusammen, damals hatten wir viele Gäste und Freunde zu besuch. Jetzt nicht mehr.
Wir heirateten, alles war ziemlich normal. OK, Wein gehörte zu unserem Tagesablauf, wie bei anderen Chips und Coke. Ich dachte: das packen wir. Nichts packen wir.
Dann kam der Infarkt, einfach so, unangemeldet, sie gerade noch mal von der Schüppe gesprungen. Kippen weg, Wein weg, toll. Auf in die Reha, da ging es mit gleich gesinnten Becherschwingern wieder von vorne los. Klasse, so eine Reha. Da bin ich das erste Mal ausgeflippt, sofern ich überhaupt ausflippen kann, durch den Telefonhörer und den Rand aufgerissen, ohne Konsequenzen.
Über das Sexualleben habe ich hier noch nichts gelesen, vielleicht gehört es ja nicht hier hin. Bei Männern, ist klar, geht kaum was durch die ganzen Medikamente, aber bei Frauen? Wir hatten unglaublichen, wunderbaren Sex, aber eigentlich nie nüchtern, wie mir später auffiel.
Ich habe nach 3 Jahren keine Ahnung, wie Sex mit meiner Frau ist, wenn sie nüchtern ist???
Die ganzen Infarktmedikamente haben ihr Verlangen nach Sex erst mal auf Eis gelegt, das ist jetzt eine Null-Bockrunde, noch schlimmer, ein angeekelt sein vor jedem Kontakt, jedem Kuss und jeder Annäherung.
Diese Frau half mir aus einem Tief, gab mir Kraft, Ausdauer, Stärke, Liebe und wir haben uns beide richtig gut getan. Jeder hat schließlich seine kleinen Probleme, was sind da schon 2 Flaschen Wein, im Vergleich zu meinen workaholic Stunden? Sie macht doch eigentlich nichts, außer, durch den Alk-Medikamentencocktail, jetzt schon abends und nicht mehr nachts einzuschlafen, die 2 Flaschen Wein etwas schneller zu trinken und bis morgens was länger durchzuschlafen.
Warum steht mir denn jetzt mein Job steht bis zum Hals, ist meine Power weg und mit jedem Korkenblup, mit jedem Aussetzer steigt meine Wut, meine Aggressivität, da ich an dieser Situation nichts ändern kann und meine Gelassenheit verschwindet. Wenn es darauf ankommt und der Wein ruft erkenne ich jetzt:
Mann – nichts wert
Kinder – nichts wert
Freunde – nichts wert
Leben – nichts wert
Alles Nichts wert, wenn der Alkohol ruft.
Also, wenn unserer Ehe, unsere Liebe gerettet werden soll, dann muss ich meine Frau fallen lassen, sie Konsequenzen spüren lassen, mich von ihr trennen, sie muss freiwillig in den Entzug wollen, man kann ihr nicht helfen, sie muss sich selbst helfen wollen und das macht ein Alkoholkranker nicht. Habe ich das so richtig verstanden? Nur so kann ihr geholfen werden?
Verstehe ich nicht – hätte sie das Leben gefährdende Krankheiten, Unheilbares, wäre sie voll zugedröhnt mit Medikamenten, launisch und streitsüchtig, unbeweglich, ein Pflegefall oder würde sie so irre schnarchen wie ich, vielleicht wäre das noch viel anstrengender, zermürbender, kraft raubender und da würde ich doch auch nicht sagen: und Tschüss…
Ich bin zum 2.mal verheiratet, aber da stand: in guten wie in schlechten Zeiten und nichts von …und Tschüss. Verstehe ich etwas falsch? Ich liebe meine Frau, krank oder gesund, nüchtern oder mit Wein im Blut.
Aber eines habe ich festgestellt: durch ihren Infarkt habe ich wieder aufgehört zu rauchen, treibe Sport, nehme ab, bin körperlich fit, profitiere also davon. Also sagt mir doch bitte was der richtige Weg ist. Gleichgültigkeit, gefühlvoll zu denken: hau dir die Haken voll, wenn ich wiederkomme hast du es vielleicht schon hinter dir, schön an deine Beerdigung zu denken?
Wisst Ihr, wie wunderschön es ist, wenn dieses zarte Wesen im Bettchen liegt, den Kopf zufrieden lächelnd dreht und mir einen morgendlichen Abschiedskuss auf die Lippen presst. Der Tag ist dann wunderschön, nur diese blöden Gedanken, die waren Anfangs nicht da.
Auf jeden Fall komme ich nicht damit klar, meiner Frau nur dann zu helfen, wenn ich sie fallen lasse und alternativ alles weiterlaufen zu lassen und mit anzusehen, wie sie in die Kiste wandert. Auch komme ich nicht damit klar, dass ich ihr Vorhaltungen machen soll, für irgendwelche Verfehlungen. Da sind doch keine, außer, dass sie Ihren Bedarf eindeckt,
etwas länger schläft als andere, vielleicht bald nicht mehr da ist.
Wahrscheinlich denkt Ihr, was hat der denn am Kopf, ja da wird etwas immer mehr nicht OK. Wie irre muss man eigentlich sein, wenn man anhand des Tonfalles und der Wortwahl des Partners auf das Zehntel genau weiß, wie der Pegelstand ist oder wenn der Partner zufrieden und glücklich einschläft und der andere zuckt und die Adern pulsieren?
Alles Liebe aus dem Rheinland kaltblut