Beiträge von chinablue

    Zitat von elfi68

    Wenn er Kontakt zu Leuten sucht, die eben keinen Alkohol anbieten, weil sie ihn nicht selbst trinken, so finde ich, ist das ein Weg in die richtige Richtung.

    Liebe Elfi,

    wenn er den Kontakt suchen würde, dann würde er sich in professionelle Behandlung begeben.

    Ich kann auch nur an Dich appellieren, dass er eine Entgiftung unter ärztlicher Überwachung macht. Den Link kann ich nicht genau nennen, aber es ist hier auch eine Erklärung nachzulesen. Mit einfach aufhören wäre es "zu einfach" und zu gefährlich. Mein Mann hat es beim 1. Mal ambulant gemacht und unterstützende Tabletten bekommen, um ggf. eine nachhaltige Epilepsiegefahr zu minimieren.

    Mit nur aufhören ist es eben nicht getan. Und ganz wichtig: er muss es wollen, wenn nur Du es willst, dann reicht es nicht. Das habe ich für mich gelernt, denn "nur" Druck ändert seinen Willen nicht. Aber stetiger Druck regt bei manchen vielleicht doch ein Umdenken an und beschleunigt den Prozess.

    Viel Glück für Dich, dass 2011 so wird, wie Du es Dir wünschst.

    LG chinablue

    Hallo Elfi,

    in der letzten Zeit habe ich gelernt, dass sich ein Alkoholiker so perfekt verstellen kann und so strategisch arbeitet, dass alles nach außen gut aussieht, nur um weiter seiner Sucht nachgehen zu können.

    Wie schon berichtet hat mein Mann auf meinen Druck hin einen ambulanten Entzug gemacht. Ich war sehr glücklich und mir gefiel der Mensch, der kurz aus dem Alkohol auftauchte viel, viel besser, aber dann kam der Rückschlag.

    Rückblickend denke ich, dass er noch nicht so weit war. Er schob das Thema noch weit von sich, machte alles mit sich selbst aus und trank dann auch wieder.

    Jetzt ist er stationär (allerdings wird er Montag entlassen, da er wieder arbeitet und wird dann mitte Februar nochmals für 3 Wochen stationär gehen) und er spricht ganz anders. Gestern hatten wir ein gemeinsames Gespräch mit dem Arzt und dieser zeigte uns den Suchtdruck auf. Mein Mann sprach erstmals wirklich von seinem Problem, so dass ich das Gefühl hatte er sieht es nun endlich ein.

    Da mein Mann auch selbständig ist, viel aufgebaut hat und ein hohes Arbeitspensum bewältigt (für ihn rückblickend der Hauptgrund zu trinken) kann ich mir evtl. ein klein wenig in Dich hineinversetzen.

    Ich kann Dir nur versichern, dass ich ihn jederzeit wieder rauswerfen würde, denn das war der Moment, wo er erstmals eine einschneidende Konsequenz erfahren hat.

    Den Besuch bei den Bekannten würde ich als strategische Hinhaltetechnik werten, denn DU erwartest dabei etwas, was er hofft in Dir zu wecken. Aber trocken wird er davon m.E. nicht. Gerne täusche ich mich, ich wünsche es Dir von Herzen.

    LG chinablue

    Hallo Elfi,

    genau Deine Frage habe ich mir vor ein paar Wochen auch gestellt.

    Ich bin seit 17 Jahren verheiratet, aber seit 22 Jahren schon mit meinem Mann liiert. Der Alkohol wurde schleichend immer mehr. Was ist zuviel? Irgendwann ist es eben zuviel. Als ich meinem Mann im November Druck machte begab er sich in einen ambulanten Entzug (würde ich Deinem Mann als erstes auch empfehlen, denn einfach so den Alkohol ohne ärztliche Kontrolle abzusetzten kann im Extremfall lebensgefährlich sein) und war für 2 Wochen ohne Alkohol.

    Einen Tag vor Weihnachten habe ich rausbekommen, dass er wieder trinkt, also einen Rückfall hatte. Heiligabend feierte ich nur der 3 Kinder zuliebe und am 25.12. habe ich ihn dann aus dem Haus geworfen. Ich hatte gehofft, dass er sich in stationäre Behandlung begeben würde, aber ich sagte nichts davon. Er wollte ich melden, sobald er "untergekommen" sei. Als ich am Mittag nichts gehört hatte rief ich in der Klinik an und erfuhr, dass er sich sationär hat aufnehmen lassen. Ich wollte nicht mir ihm reden, lediglich wissen, wie er sich entschieden hatte.

    Zwischenzeitlich hat er in diesen wenigen Tage doch etwas gelernt (so hoffe ich) und kommt morgen für ein paar Stunden zu Besuch. Er behauptet nun, den Willen zu haben, keinen Alkohol mehr zu trinken. Alles, was er zuvor so wachsweich formulert hatte revidiert er jetzt und ich habe den Eindruck er steht jetzt auch dahinter.

    Er weiss auch, dass ich ihn nicht noch einmal zurücknehmen werde. Das nächste Mal bleibt meine Tür geschlossen. Viele in der Klinik haben keine Familie mehr. Das sollte auch abschreckend wirken (versicherte mir der Arzt) und ihn zum nachdenken anregen. Die ambulante Betreuung war rückblickend zwar ein Einstieg in das Thema, jedoch hat sich mein Mann nur sehr oberflächig mit seiner Alkoholsucht auseinandergesetzt. Diesmal ging es mehr an die Wurzel und auch an die Einstellung.

    Nun, ich bin nicht viel weiter als Du und auch ich kann gegenwärtig nur hoffen, dass mein Mann sich für die Familie und gegen den Alkohol entscheidet, aber der Rausschmiss m.E. das einzig richtige.

    Ich wünsche Dir viel Kraft und hoffe, dass Du die für Dich richtige Entscheidung triffst.

    LG chinablue

    Hallo, hier bin ich wieder. Gestern hat mir mein Mann auf mehrfache Nachfrage gestanden, einen Rückfall zu haben. Alles nicht so schlimm, meint er.

    Angeblich wüßte der Arzt Bescheid und er soll es selbst probieren. Einen größeren Müll habe ich selten gehört. Nun ja, es ist Weihnachten und dieses Fest verbringt man(n) schon gerne im warmen heimischen Wohnzimmer, oder????

    Der Kinder wegen habe ich dann Weihnachten gefeiert und ihm gestern abend klar gemacht, dass er seine Sachen packen kann. Heute morgen ist er dann gegangen und hat in einer Klinik um Aufnahme gebeten. Da ist er nun, denn er hat bei mir nur trocken eine Chance wieder aufgenommen zu werden. Aufgrund beruflicher Termine hatte er ohnehin für Ende Januar eine stationäre Aufnahme geplant gehabt. Ferner war angedacht, sofern er die Entgiftung zu Hause nicht schaffen sollte, ihn zwischen den Jahren stationär aufzunehmen.

    Nun, ein Schritt vor, 2 zurück. Vielleicht war es etwas viel Schnee für die Schwalbe, die sich nach der ambulanten Entgiftung gezeigt hat.

    Ich denke ihr kennt es alle selbst und ich schreibe hier nichts neues, aber so ist es.

    Noch weiter schöne Weihnachten

    Hallo Baffi,

    sicher, Alkohol nimmt Energie. Aber ist es dem Süchtigen in diesem Moment nicht wichtiger seine Energie auf die Sucht zu fokusieren? Solange noch keine Bereitschaft da ist, die Prioritäten zu verändern, genau so lange ist der Alkohol Lebensgrundlage Nr. 1.

    Ich denke durch das Verschieben der Prioritäten und der Einräumung, dass Alkohol nicht alles im Leben sein kann, ergbit sich erst die Möglichkeit andere Dinge wieder wichtig werden zu lassen, sofern sie mit dem Alkohol nicht zu vereinbaren waren.

    Viele Alkoholiker leben in einer Partnerschaft. Ich denke das eine schließt das andere nicht aus. Und bis zu einem gewissen Punkt soll Alkohol ja auch kreativ machen (sagte mir zumindest mein Mann) und bei unliebsamen Arbeiten unterstützend wirken (wahrscheinlich weil man sich soweit betäubt, dass auch stupide Dinge erträglich werden).

    Ich wünsche Dir auf jeden Fall ganz viel Erfolg, dass sich Dein Leben ohne Alkohol so entwickelt und zu Deiner Zufriedenheit verläuft, wie Du es Dir erwünschst.

    Dennoch glaube ich, dass wenn Dir die von Dir genannten Punkte so wichtig gewesen wären, Du schon früher aufgehört hättest zu trinken. So wie Du es jetzt auch beschlossen hast, da Dir doch etwas im Leben fehlt, was Du nun gerne möchtest und auch ernsthaft verfolgen willst. Privat ist es noch nicht zu spät, beruflich schon, denn Dein Examen kannst Du nicht noch einmal machen.

    Also ganz viel Erfolg, dass sie Dein Leben ohne Alkohol so bewegen läßt.

    Hallo Baffi,

    mit großem Interesse habe ich Deine Vorstellung gelesen. Ich vertrete hier die andere Seite der Abhängigen, ich bin die Frau eines seit fast 3 Wochen trockenen Alkoholikers, der auch auf der Suche nach einer Selbsthilfegruppe ist und dabei ist, sich zu finden. Ohne Alkohol.

    Ich muss mich einerseits auch neu finden, Alkohol hat mir noch nie etwas bedeutet. Und anderseits will ich mich auch in die Situation versetzen können, dass diese Droge eine dominierende Rolle spielen kann.

    Zitat: Hat der Alkohol allein schuld daran, dass ich viele Sachen und Erfahrungen nicht habe, die ich gerne hätte? Ich weiß es nicht. Mitschuld hat er aber sicher. Zitat Ende.

    Mir drängt sich die Frage auf: welche Sachen und Erfahrungen hast Du denn nicht aufgrund Deines Alkoholkonsums gehabt? Oder welche Sachen willst Du dieser Situation beimessen? Hat nicht jeder im Leben Träume, die einfach nicht realisiert werden und daher Träume und Wünsche bleiben? Aber das ist doch bei allen Menschen so. Wer hat schon der perfekte Leben und wer definiert es?

    LG

    Hi amibraut,

    wegen Deiner Literaturfrage kann ich Dir das Buch "Lieber schlau als blau" empfehlen.

    Dort sind u.a. viele Fragebögen enthalten, die entweder als Therapiegrundlage genommen werden können bzw. aber auch das eigene Trinkverhalten kritisch reflektieren lassen. Vielleicht hilft Dir das weiter. Bei einem großen Internetbuchhandel kannst Du ein paar Seiten Probe lesen.

    Viel Erfolg.

    Zitat von zwergi

    Ich habe kein genaues Datum genannt. Ich war so unsicher, wie groß ich den Zeitraum wählen soll. Außerdem stehe ich kurz vor der Prüfung, also kann ich mein Ultimatum vielleicht selbst nicht einhalten...

    Liebe Zwergi,

    für mich bist Du noch nicht so weit, dass DU die Situation unerträglich findest, sonst würdest Du etwas tun.

    Und damit bist DU so ziemlich in der Co-Spirale gefangen.

    Ja sicher wird er Dir alles versprechen, aber solange Du ihm keine Konsequenzen zeigst, wird er so weiterleben und auch weiter saufen.

    Es wird immer wieder ein "jetzt paßt es nicht" geben. Prüfungen mit einem besoffenen Partner zu schreiben ist für mich auch nicht gerade die beste Alternative.

    Es ist Dein Leben und Du mußt wissen, was Dir gut tut und was nicht. Wenn ich von Herzrasen geplagt wäre, dann wollte ich diese Situation nicht länger als nötig erleben.

    Lass Dich abends schön von ihm im Bett bequatschen, aber wirklich ändern wirst Du so an dieser Situation nichst. Du redest Dir die Welt schön, so wie er sich die Welt schön säuft. Ich verstehe einfach nicht, worauf Du wartest. Er hat ein Alkoholproblem und das wird durch Warten nicht besser sondern im Laufe der Zeit nur schlimmer.

    Und auch wenn ein gestelltes Ultrimatum (um Dir mal einen Zeitraum zu nennen: bei mir waren es 14 Tage, aber mir war die Zeit viel zu lange, denn mein Mann hat sie fast ganz genau ausgenutzt, da es mit den Terminen bei den Ärzten nicht sooo schnell geklappt hat, wie ich es gerne gewollt hätte) abläuft heißt es ja auch nicht, dass es so wird, wie Du es gerne sehen würdest. Vielleicht will er einfach weiter saufen?

    Zitat von zwergi

    Doch soll ich ein Ultimatum setzen? Einen Zeitraum vorgeben? Von jetzt auf gleich? Ein Monat?! Wie handhabt man das am besten?!

    Ich hab so Angst! Was ist, wenn er sich für den Alkohol entscheidet?!
    Okok, die Frage kann ich mir selbst beantworten! Dann weiß ich, welchen Stellenwert unsere Beziehung hat! Dann sollte ich wohl wirklich gehen...

    Aus meiner Erfahrung würde ich ein Ultimatum setzen. Einerseits ist es jetzt evtl. schwer kurz vor Weihnachten Termine zu bekommen, aber wo ein Wille ist ist auch ein Weg. Anderseits ist die Entgiftung über Weihnachten auch sehr diskret.

    Ja, und wenn er den Alkohol vorzieht, dann kannst Du Dir sicher sein, dass Dein persönliches Tief erst noch kommen würde. Willst Du das erleben????

    Und die Antwort auf evtl. Familienplanung erübrigt sich dann auch.

    Es tut mir wirklich leid, wenn es Dir beim lesen hier schlechter geht. Aber so ist nun einmal das Leben: Hart und ungerecht.... Nein, Spaß beiseite. Er muss eine Änderung wollen, sonst hast Du keine Chance. Und wenn er weiss, dass er Dich verlieren könnte, dann sollte ihm das Anreiz genug sein. Du kannst nur gewinnen: entweder einen trockenen Freund oder Dein Leben ohne Alkohol in einer Beziehung. Es lohnt sich.

    Hallo Zwergi,

    wie gut kann ich verstehen, dass Du Angst hast etwas anzudrohen, dessen Umsetzung Du vielleicht (momentan) garnicht willst.

    Ich habe meinen Mann Mitte November vor die Entscheidung gestellt: Alkohol oder Familie.

    Wenn er sich für den Alkohol entschieden hätte, so wäre ich mehr als traurig und unglücklich gewesen, da ich an meiner Ehe festhalten wollte. Dennoch: wenn ich ihm nicht die Frist gesetzt hätte, dann würde er noch weiter saufen.

    Nur aufgrund des Drucks hat er sich einen Termin zur ambulanten Entgiftung geben lassen (er hat die komplette Zeit weiter gearbeitet, das war bestimmt nicht einfach) und diese auch gemacht. Es sind zwar erst 2 Wochen vorbei, aber er hat sich nun für eine Therapie angemeldet und ist auf der Suche nach einer SHG. Er war bei der Drogenbeauftragten an seinem Arbeitsplatz und liest nun auch entsprechende Literatur, die ihm sein Arzt empfohlen hat.

    Ich will damit sagen, dass er sich nun bewußte geworden ist, dass er Alkoholiker ist und er gegen die Sucht angehen muss.

    Wäre ich weiter die verständnisvolle Ehefrau geblieben, dann wäre nichts passiert. Sicher, er geht arbeiten, versorgt mit mir die Kinder etc..und er trinkt "nur" am abend, aber trotzdem will ich nicht einen abends ständig alkoholisierten Partner um mich herum haben. So habe ich mir meine Ehe nicht vorgestellt. Und so wollte ich auch nicht weiter in einer Ehe leben. Das wäre ein Kompromiss.

    Viel Kraft und auch Erfolg, dass es so wird, wie Du es Dir wünschst. Aber ich denke nicht, dass zuwarten Dich weiter bringt.

    LG

    Hallo Sammi,

    auch ich bin hier ein relativer Neuling. Aber eines habe ich hier schnell gelernt: Fristen setzen und dann handeln.

    Mein Mann trank rückblickend wohl 2 Jahre sehr viel. Die Leberwerte waren schon mehr als auffällig. Und trotzdem hörte er nicht auf.

    Wo ist die Grenze, wie fange ich an? Das waren meine Fragen. Als wir im Sommer im Urlaub waren merkte ich, wie sehr er den Alkohol brauchte und wußte von da ab an, dass er Alkoholiker ist.

    Ich redete mit ihm und er machte auf mein Drängen einen kalten Entzug (das würde ich nichtmehr machen, heute bin ich schlauer). 5 Tage unseres Urlaubs waren die Hölle, den Kinder erzählte ich, dass der Vater sich den Magen verdorben hatte. Zurück zu hause fing er dann langsam wieder an, log was den Alkohol betraf und fiel wieder in alte Muster rein.

    Keiner in meinem Umfeld ahnte etwas von seinem Alkoholkonsum. Bei uns macht er sogar am Morgen die Kinder und ich schlafe noch. Er macht seinen Job und funktioniert. Aber am abend fällt er in sich zusammen. Ich denke er hätte diese Rolle noch ein wenig spielen können, jedoch ohne mich. Was ist das für ein Leben, wenn der Partner nur nach Alkohol stinkt und schnarchend im Bett liegt?

    Ich habe ihm dann Anfang November eine Frist gesetzt: Entweder er geht zu einer Therapie oder er kann zum 1.12. ausziehen und Weihnachten alleine feiern (wir haben 3 Kinder, also keine so leichte Entscheidung für mich, aber ich würde des tun). Einerseits ging mir alles zu langsam, aber just Ende Novemer kam er in die Gänge und startet eine ambulante Entgiftung. Sie war nun am WE vorbei und es ist wirklich ein Unterschied.

    Unseren ältesten Sohn (er ist 14) habe ich auch -schon als ich die Frist gesetzt habe - davon in Kenntnis gesetzt, dass sein Vater ein Alkoholproblem hat. Ich fühlte mich so wohler und gab meinem Mann auch noch mehr Druck, vor seinem Sohn sein Leben in den Griff zu bekommen.

    Nun ist er eine Woche trocken. Sicher, jetzt beginnt die eigentliche harte Zeit, aber er sucht sich gerade eine SHG und outet sich als Alkoholiker. Das Einsehen kommt immer mehr.

    Daher mein Ratschlag an Dich: setzte Fristen und handle. Finanziell kann diese Situation nicht aufgewogen werden. Der Preis ist viel zu hoch.

    LG chinablue

    Liebe Gotti und liebe Nici,

    sicher, eine Schwalbe macht noch keinen Sommer.

    Aber eines habe ich hier (schon bevor ich mich angemeldet habe, also beim ersten Lesen) gelernt: das Warten, Schieben und Vertagen bringt bei einem Alkoholiker kein Stück. Entweder er fügt sich seiner Umgebung und verzichtet auf den Alkohol (dabei muss ER den Willen haben und nicht die anderen) oder aber er wird nie oder schwer trocken und dann ist jeder Tag, den sich ein Angehöriger bemüht, zuviel des Guten.

    Da mir selbst Alkohol nichts bedeutet sollte es mein Mann auch einfacher haben, den Reizen zu widerstehen. Ob er die Kraft und Ausdauer hat, bleibt abzuwarten. Mir ist es jedoch Ernst, denn ich will mein Familienleben in dieser Form nicht weiter hinnehmen.

    Auf jeden Fall werde ich weiter berichten.

    Euch beiden wünsche ich auch alles Gute und viel Kraft, die von Euch eingeschlagenen Wege zu gehen

    LG chinablue

    Hallo an Alle,

    nun, die letzten Tage ist viel passiert. Aufgrund meines Drucks beginnt mein Mann wohl einzusehen, dass ein "weg vom Alkohol" wohl der einzige Weg ist, in der Familie zu bleiben.

    Seit Montag macht er eine ambulante Entgiftung. Er hat zwar die letzten Woche weniger getrunken, jedoch wurde ihm wohl abgeraten, den Alkohol plötzlich ganz wegzulassen, ohne Ersatzmedikamente zu nehmen. Montag stand er gänzlich neben sich und seit Dienstag sieht man ihm schon eine leichte positive Veränderung um die Augen herum an.

    Ich weiss, dies ist ein kleiner Schritt, aber er ist ihn nun gegangen. Die Alternative wäre gewesen, am 1.12. bei uns auszuziehen. Das will er absolut nicht. Auch die Möglichkeit des ambulanten Entzugs ist ihm lieber gewesen. Sollte dies nicht klappen, so MUSS er zwischen den Jahren in die Klinik (und das bedeutet für mich die allerletzte Chance für ihn).

    Waren wir es ab wie es weitergeht. Für mich gibt es keine Zukunft mit Alkohol. Das habe ich ihm klar gemacht und ich habe den Eindruck, dass er an sich arbeitet. Nächsten Montag bekommt er dann weitere Möglichkeiten aufgezeigt, wie die Therapie fortgesetzt wird. Ferner wollte er sich auch an seinem Arbeitsort (ist schon ein gutes Stück von unserem Wohnort entfernt) eine SHG suchen. Ich bin gespannt.

    LG und Danke für die Kommentare

    Liebe Nici,

    Deine Zeilen gefallen mir sehr gut.

    Du bringst es auf den Punkt. Sicher, warum bin ich hier, wenn alles glatt läuft?

    Das mit dem Druck sehe ich auch jetzt anders. Ich bin schon dazu übergegangen zu sagen: " Du musst nicht, es ist Deine Sache".

    Heute morgen war er beim Arzt und hat sich die Überweisung für die Suchtklinik geholt. Der Termin ist leider erst am 29.11. Für mich eine lange Zeit. Ich will die Trennung, wenn er es nicht in den Griff bekommt. Entweder oder lautet es für mich. Du hast absolut Recht Dein Leben und das der Kinder in den Vordergrund zu stellen. Und wenn Dein Mann noch immer trinkt, dann stelle ich mir das absolut schwer vor.

    Zitat:
    Was ich aber anfange zu tun, ist, dass ich nach mir schaue, in wie weit ich wirklich so sachlich und klar mit der Sache umgehe.
    Und ich frage mich, wenn ich es wirklich tue, warum bin ich dann hier ?

    Ich sehe darin keinen Widerspruch. Wenn ich von einem Thema betroffen bin, dann will ich mich informieren, austauschen etc. Wenn ich nähe, dann gehe ich auch in ein Handarbeitsforum, vielleicht auch wenn ich es gut kann und dann mit meinen Tipps anderen helfen will. Und wenn ich eine Weile nicht nähe, dann kann ich doch trotzdem die Seite toll finden. Es zeugt von Interesse und Auseinandersetzung. Aber für mich nicht zwangsläufig von Betroffenheit.

    Ich habe für mich entschieden, dass wenn er noch weiter trinken sollte, dass er dann unser Leben verlassen MUSS. Meine Kraft reicht nicht aus, das alles zu ertragen. Ich will leben und atmen ohne von der Thematik, die nicht die meine ist, erdrückt zu werden. Da bin ich mir sicher. Ich will dann nichtmehr zurückschauen, sondern mein Leben ohne ihn gestalten. Das will mein Mann wohl nicht. Er hat die letzten Tage mehr und mehr eingesehen, dass es sein Problem ist. Wie er aber damit umzugehen lernt, vermag ich noch nicht zu sagen.

    Ja, auch das Vertrauen muss wieder mühsam aufgebaut werden. Es ist Arbeit, aber ich denke jede Beziehung ist Arbeit und verlangt danach gepflegt zu werden. Warten wir es ab.

    Ganz lieben Dank für Deine Zeilen und Dir viel Kraft für den Weg mit Deinen Kindern

    Liebe Grüße

    Hallo Apollonia,

    irgendwie sind wir in einer ähnlichen Phase. Mein Mann hat Ende November einen Termin in der "Alkohol-Amulanz". Die letzten 4 Tage ist er zu Hause trocken, aber das war er auch schon einmal im Urlaub und ist dann - ohne Therapie - wieder rückfällig geworden. Und nun startet er von neuem. Ich habe ihm auch eine Frist gesetzt und bin gespannt, wie er die Therapie beginnt.

    Auch ich frage mich, ob es unsere Aufgabe ist den Alkohol wegzuräumen, oder ob es Bestandteil des Eingeständnisses ist, dass der Abhängige alles selbst eliminiert. Vielleicht kann dazu jemand etwas sagen.

    Ansonsten wünsche ich Dir ganz viel Kraft für den morgigen Tag und wünsche Dir, dass ein neuer Abschnitt beginnt.

    LG chinablue

    Hallo Gotti,

    wieso bitte soll ich mich noch mehr mit mir beschäftigen? Nun, ich denke, dass ich mir viel Gutes tue. Eigentlich ist die Gesundheit meines Mannes wirklich das Puzzleteil, welches mir fehlt. Klingt jetzt vielleicht etwas unglücklich ausgedrückt, aber es ist so.

    Ja, ich lese, viel und gerne. Ich nehme mir die Zeit, wenngleich es bei 3 Kindern sich eher auf den Abend verlagert.

    Und ja, ich habe Hobbys, nähe gerne, stricke und häkle... für mehr reicht die Zeit nicht, auch wenn ich mir mehr Freiräume schaffen sollte.

    Und 3. meine Freundin war heute morgen zu Besuch. Ich habe auch Zeit und Freiräume mir das zu gestalten.

    Ich sehe mich nicht als wartendes Etwas, nein, das bin ich nicht,

    Wie schon an anderer Stelle geschrieben: ich selbst bin chronisch krank und habe mich mit dieser Situation mehr als arangiert. Ich bin nicht unselbständig und hilflos. Wenn ich das wäre, dann würde ich schon heute im Rollstuhl sitzen und mein Leben als beendet ansehen. NEIN ich kenne mich und kann auch mit mir umgehen. Das ist nicht mein Problem. Da mein Mann beruflich viel unterwegs war kann ich sehr wohl mit mir meine Zeit gestalten und auf mich hören.

    Und wie schon an anderer STelle geschrieben: ich will in keine SHG vor Ort. Das habe ich vor über 10 Jahren bezüglich meiner Krankheit entschieden und werde es auch bezüglich meines Mannes Krankheit so halten.

    Und nein, erschlagen hast Du mich mit den Ratschlägen nicht, aber ich bin wohl doch etwas anders als die Einschätzung meiner Postings es wohl annehmen läßt. Jeder hat nun einmal eine andere Ausgangsposition und eine andere Persönlichkeit.

    Die Stärke, die ich aus meiner Krankheit und dem Umgang mit ihr ziehe ist jedoch nicht unbedingt mit anderen Erfahrungen gleichzusetzen.

    Wenn ich etwas bin, dann ist es ungeduldig und hippelig, weil ich endlich wissen will, wohin die Reise geht. Und Geduld ist bestimmt keine Stärke von mir, da ich gerne handle und die Situation bestimmt. Vielleicht sollte ich daran arbeiten.

    LG chinablue

    Ja, Monty, das ist mir klarer als ihm, logischer Weise.

    Dennoch frage ich mich, wie der Tiefpunkt aussehen muss. Muss er immer drastisch sein? Oder reicht eine Einsicht? Gibt es auch "sanftere" Tiefpunkte? Muss es eine Trennung (wenn auch nur auf Zeit) sein?

    Ich denke ich bin eigentlich noch ziemlich am Anfang. Vielleicht würden andere dies noch eine Weile mitmachen. Aus Bequemlichkeit? Aus Hoffnung? Wer weiss?

    Ich will nicht Hoffen, dass er aufhört zu trinken. Er wird es nicht, wenn ich keinen Druck mache. Also mache ich Druck in einem noch recht gutem "Zustand".

    Heute hat er sich einen Arzttermin gemacht, um sich die Überweisung in die Ambulanz einer Suchtklinik geben zu lassen. Übermorgen sollte ich dann wissen, ob er es macht. Aber auch hier glaube ich, dass er es machen wird, eben weil mein Druck auf ihn groß ist. Aber reicht das? Er muss es wollen, das habe ich ihm gesagt und er hat mir versichert es wirklich zu wollen.

    Es wäre alles zu perfekt, um klappen zu können. Das sind meine größten Zweifel. Der Weg ist mir noch zu kurz, vergleichen mit anderen "Karrieren". Und dann frage ich mich: kann das so laufen? Daran zweifle ich. Aber ich lasse mich auch gerne eines anderen belehren.

    Danke für die Kraft. Die kann ich gut gebrauchen, denn ich merke, dass es mich viel Energie kostet, wenngleich ich eigentlich nur auf die Umsetzung seiner Frist warte.

    LG chinablue

    Liebe Gotti,

    manchmal habe ich da so meine Bedenken, ob Gespräche ankommen. HEute bin ich nicht so gesprächig und er hat sich beklagt, dass er doch nun eine Frist hätte und damit die Fronten geklärt wären. Folglich könnte ich dann doch ganz normal und nett sein. Aber ich kann es nicht.

    Er meinte, dass er ja zur Therapie gehen würde und wir dann den Weg GEMEINSAM gehen. Da habe ich gleich widersprochen, denn es ist SEIN Weg und nicht meiner. Wieso soll ich mir das aufladen. Wenn ich meine Krankheitsbehandlungen habe, dann ist das auch mein Weg und nicht seiner. War es noch nie. Klar, wenn er etwas ändert, dann stelle ich mich ganz sicher nicht in den Weg, aber ER muss etwas ändern (WOLLEN).

    Genau wie Du schreibst: Er muss den richtigen Weg finden, Alleine!

    Und wie recht Du hast, denn es kann jedem passieren und keiner ist sicher vor solch einem Einschnitt. Aber ich muss gestehen, dass mir hier die "Lebensläufe" mit positivem Ausgang besser gefallen, als der Weg der Trennung. Aber manchmal - oder auch oft?- muss es eben doch sein.

    LG chinablue

    Liebe Aurora,

    also Druck gibt er nicht weiter. Er ist eher sanft, ich bin die von uns Beiden, die Druck macht.

    Dennoch kommt es mir sehr bekannt vor, dass alle Arbeit im Haushalt (aber dafür hast Du doch eine Putzfrau...) an mir hängen bleibt. Außerdem ist unser Mittlerer auch nicht sp pflegeleicht, d.h. er bringt mich oft an meine Grenzen und mein Mann ist oft anderer Meinung, wie wir durchgreifen sollten.

    Ob ich klammerer weiss ich nicht so recht. Klar, das Finanzielle ist schon schwierig und würde bestimmt ein Abstieg bedeuten. Aber das kann nicht der Grund sein alles zu tolerieren.

    Und ich habe eben keine Lust in ein Fass ohne Boden meine Gefühle zu investieren. Daher entweder - oder. Und ja, Ekel, wenn er nach Alkohol riecht habe ich schon. Ich hasse diesen Geruch und habe auch noch eine extrem empfindliche Nase. Alleine der Geruch der Poren ist oft abschrecken... Aber ich denke das dürften hier die meisten kennen.

    Es macht mich sehr traurig, dass Du das Vertrauen nicht wieder aufbauen konntest. Aber anderseits hast Du ja Deine Weg gefunden und bist - so denke ich - heute glückicher und zufriedener. Also muss man/frau nicht immer an Dingen festhalten, die es nicht wert sind.

    Und ja, Deine Kurzfassung war klasse. Ich versuche mir hier mehr und mehr ein Bild für meine Chancen und meine Hoffnung zu machen.

    LG chinablue

    Liebe Gotti,

    die "kranken" Jahre, ja das sind die Jahre, die einen prägen. Ich will keine "kranken" Jahre, aber wenn ich ein wenig rechne, so komme ich auch auf schon 2 kranke Jahre. Wie auch immer ich sie definieren will.

    Eigentlich bin ich stark und ich denke, dass ich für mich klar komme. Ich sehe mich nicht als resigniert. Noch vielleicht. Manchmal habe ich den Eindruck, dass wir noch in einer sehr frühen Phase sind. Und gerade daher will ich erst garnicht Zeit und Raum lassen für eine noch tiefere Phase der Demütigung und Kränkung. Das will ich nicht erleben. Entweder er rafft es oder er soll gehen.

    Auch heute habe ich ihm - nachdem er sehr lieb und nett ist - mit Nachdruck gesagt, dass die Frist läuft und er sich ansonsten zum 1.12. eine Wohnung suchen kann. Und wenn er keine hat, dann soll er in eine Pension. Da er 1 Stunde Fahrt entfernt arbeitet bietet sich das geradezu an (um ganz abzustürzen).

    Bringen eigentlich tiefere Gespräche mit einsichtigen Alkis etwas? Heute hat er noch nichts getrunken. Konnte ab 4 Uhr heute nacht nicht mehr schlafen. Wahrscheinlich trinkt er dann heute abend wieder, um es bis 4 Uhr nachts wieder zu schaffen. Es ist doch immer das gleiche. Klar, er kommt nicht weg, aber die Hilfe kommt auch nicht auf dem Silbertablett!

    Er muss etwas tun.

    LG chinablue