Liebe Aurora,
danke für Deine Antwort.
Mir ist klar, dass ich für niemanden lügen MUSS. Ich wollte damit lediglich ausdrücken, dass er noch (?) nicht in solch einer Phase ist, dass er mich zum Lügen bewegen wollte.
Anders ist es mit seiner Lügerei. Alles was Alkohol betrifft wird doch von ihm schön geredet und micht gerade realitätsgerecht dargestellt. Dies führt schon dazu, dass mein Vertrauen auf Null ist. Und ich mache mir keine Illusionen: er ist alkoholabhängig. Auch wenn er mal weniger bis garnichts trinkt. Dazu bin ich realsitisch genug.
Und in wiefern sich dabei die Liebe halten läßt ist auch fraglich. Ich denke, wenn er jetzt die Zeit verstreichen läßt, dann war es das auch. Ich will einfach keine Kraft in solch eine Beziehung stecken. Dazu habe ich hier zuviel gelesen und gelernt. Entweder der Betroffene will es, oder ich kann reden wie ich will.
Und was die Phasen des Nichttrinkens betrifft: er schafft sie nichtmehr. Der Entzug im Urlaub war die Hölle. Da habe ich ihn auch noch vor den Kindern gedeckt. Zwischenzeitlich habe ich es unserem ältesten Sohn gesagt. Er hatte auch schon mit bekommen, dass ich im Keller den versteckten Alkohol suche. Damit ist aber jetzt auch Schluss. Soll er sich das Hirn wegsaufen, mir auch egal. Die Frist steht, kroteskerweise 3 Tage vor unserem 17. Hochzeitstag.
Der Psychiater, mit dem er gesprochen hat ist ein Jugendfreund von mir, der in eine andere Stadt gezogen ist und dort eine Professur für Suchtkrankheiten hat. Mein Mann kennt ihn kaum, eigentlich nur von 2-3 Familienfeiern, da wir mit seiner Mutter enger befreundet sind. Er hat meinem Mann Hoffnung gemacht, dass er es ambulant schaffen könnte, denn die Voraussetzungen wären gut. Er macht ihm auch einen Kontakt in einer hier ansässigen Ambulanz. Also der erste Schritt war von meinem Mann getan worden. Ob er den nächsten macht bleibt abzuwarten, auch wie es dann weitergeht.
Und was mich betrifft? Das kann ich Dir dann sagen, wenn die Frist erreicht ist. Solange überlege ich mir, wie ich mein Leben alleine gestalte. Was ich mit 3 Kindern alleine mache, wie es uns finanziell danach gehen wird etc. Aber momentan warte ich, ob er tätig wird.
Klar, warten heißt untätig sein. Aber diese paar Tage lasse ich es noch so sein. Und wenn nichts passiert, dann fliegt er raus. Es klingt für mich hart, aber dann sehe ich auch keinen Sinn mehr zuzusehen, wie er verfällt. Und vielleicht habe ich dann doch die Hoffnung, dass er schneller zur Vernunft kommt.
Und was mache ich, wenn er in 3 Monaten zur Vernunft kommt? Dann weiss ich nicht, ob ich noch Kraft für einen neuen Versuch habe.
LG Chinablue