Beiträge von chinablue

    Liebe Monty,

    also mit SHG habe ich so meine Probleme. Für meine eigenen Krankheit gibt es genug SHG, aber ich lese lieber im Internet, informiere mich und das reicht mir.

    Da ich ja nicht die Alkoholikerin bin sehe ich mich auch nicht verpflichtet in eine SHG zu gehen. Mir bringt das hier bestimmt viel mehr. Und wenn er in einer Therapie mehr über sich lernt, dann ist das gut für ihn, da muss ich nicht zwingend dabei sitzen.

    LG chinablue

    Liebe Monty,

    sicher denke ich an mich. Wieso sollte ich an ihn denken. Er hat es in der Hand etwas zu ändern, nicht ich.

    Folglich will ich es für mich. Und ja, ich gönne mir etwas. Jeden Tag ein bisschen mehr, denn ich sehe, dass es so nicht bleiben kann.

    Und ich kann nur betonen: ohne Eure Berichte und Erfahrungen würde ich bestimmt noch weiter zuwarten. Diese Hoffnung ist bei mir noch nicht so verzweifelt. Ich sehe es sehr realistisch - so denke ich. Entweder oder. Aber ich wüßte doch gerne, wohin die Reise geht.

    Heute arbeitet er vormittags. Da bin ich auch alleine mit den Kindern. Das ist nicht der Punkt. Vor ein paar Jahren war er geschäftlich viel unterwegs, da war ich quasi alleinerziehend. Also für mich ist das kein Problem, aber eben die Ungewissheit, ob er es für sich bis zum Ablauf der Frist in den Griff bekommt.

    Und dann? Wie greift die Therapie? Inwieweit werden Angehörige da mit einbezogen? Kann mir dazu jemand etwas schreiben?

    LG chinablue

    Liebe Monty,

    ja, das denke ich auch. Konsequenz ist das Zauberwort. Warum warten? Es wird nicht besser. Warum auch? Alles geht so weiter. Ist doch bequem und man hat immer noch einen Dummen, der alles glauben soll. Nein, ohne mich.

    Jedoch vor der Trennung habe ich schon etwas Angst. Dennoch, was habe ich von einer Partnerschaft mit Suff? Er arbeitet und säuft. Das war es. Klar, er arbeitet, um Geld zu verdienen. Aber Geld ist nicht alles und ich erwarte doch etwas anderes von einer Partnerschaft.

    Die Frist läuft. Also vorerst abwarten, wenngleich ich ungedudig werde. Das ist nicht meine Stärke.

    LG chinablue

    Liebe Feeli,

    ganz lieben Dank für Deine Zeilen.

    Wenn ich hier so lese, dann bekomme ich schon den Eindruck, dass kein Paar den Alkohol als Paar übersteht. Das gibt mir doch zu denken, lieber gleich zu gehen.

    Also die geschilderte Version eins von Dir will ich garnicht erleben. Wenn er sich todsaufen will, dann ohne mich. Das brauche ich nicht. Das ist dann keine Liebe sondern Selbstaufgabe.

    Und die zweite Version läßt bei mir Hoffnung keimen. Eigentlich fühlt er sich ja nicht wirklich wohl. Aber welcher Alkoholiker tut das schon? Er will auch - so denke ich- sein Bild nach außen aufrecht halten, wenngleich ich doch schon angefangen habe hier und da seine Alkoholprobleme anzudeuten bzw. zu schildern. Ich hoffe, dass es den Druck von außen verstärkt.

    Außerdem bin ich mit meiner Krankheit auch immer sehr offen umgegangen, folglich erwarte ich das auch von ihm!

    LG und ein schönes WE
    chinablue

    Liebe Aurora,

    dass ich so gut sortiert und entschlossen klinge liegt ganz entschieden an diesem Forum. Ich habe genug gelesen, um zu wissen, dass Warten mich nicht weiter bringt.

    Mein Mann hat im März einen guten, langjährigen Freund verloren, der jahreslang gesoffen hat. Er starb einsam und verlassen, fern von seiner Familie, denn seine Frau hat ihn auch vor ein paar Jahren schon vor die Tür gesetzt. Ich verstehe nicht, wie mein Mann mit diesem Bild vor Augen so weitermachen kann. Vielleicht aber erinnert er sich, dass sein Freund mit 46 als ganz armes "Schwein" gestorben ist. Drastischer geht es doch eigentlich nicht. Der Tod hat ihn damals sehr mitgenommen.

    Warum konntest Du die Liebe nicht weiter aufrecht halten? Er wurde doch trocken? Hast Du Kinder? Ich will nicht darauf hinaus, dass Kinder einen Vater brauchen, nein, das ist es nicht.

    Mein Mann und ich haben schon einige Sachen in unserer Ehe verarbeitet. Das stimmt mich optimistisch. Ich selbst bin chronisch krank, war vor 10 Jahren auch zeitweise gelähmt und habe nur mit viel Disziplin wieder gut laufen gelernt. Das hat er alles mit getragen und mich unterstüzt. Das soll nicht heißen, dass ich nun alles mit tragen werde. Aber ich rechne es ihm an.

    Dennoch lasse ich auch aufgrund meiner Krankheit nicht alles so nahe an mich heran, versuche immer den nötigen Abstand zu wahren. Hoffentlich klappt das auch weiterhin.

    Auch Dir ein schönes WE
    LG chinablue

    Liebe Aurora,

    danke für Deine Antwort.

    Mir ist klar, dass ich für niemanden lügen MUSS. Ich wollte damit lediglich ausdrücken, dass er noch (?) nicht in solch einer Phase ist, dass er mich zum Lügen bewegen wollte.

    Anders ist es mit seiner Lügerei. Alles was Alkohol betrifft wird doch von ihm schön geredet und micht gerade realitätsgerecht dargestellt. Dies führt schon dazu, dass mein Vertrauen auf Null ist. Und ich mache mir keine Illusionen: er ist alkoholabhängig. Auch wenn er mal weniger bis garnichts trinkt. Dazu bin ich realsitisch genug.

    Und in wiefern sich dabei die Liebe halten läßt ist auch fraglich. Ich denke, wenn er jetzt die Zeit verstreichen läßt, dann war es das auch. Ich will einfach keine Kraft in solch eine Beziehung stecken. Dazu habe ich hier zuviel gelesen und gelernt. Entweder der Betroffene will es, oder ich kann reden wie ich will.

    Und was die Phasen des Nichttrinkens betrifft: er schafft sie nichtmehr. Der Entzug im Urlaub war die Hölle. Da habe ich ihn auch noch vor den Kindern gedeckt. Zwischenzeitlich habe ich es unserem ältesten Sohn gesagt. Er hatte auch schon mit bekommen, dass ich im Keller den versteckten Alkohol suche. Damit ist aber jetzt auch Schluss. Soll er sich das Hirn wegsaufen, mir auch egal. Die Frist steht, kroteskerweise 3 Tage vor unserem 17. Hochzeitstag.

    Der Psychiater, mit dem er gesprochen hat ist ein Jugendfreund von mir, der in eine andere Stadt gezogen ist und dort eine Professur für Suchtkrankheiten hat. Mein Mann kennt ihn kaum, eigentlich nur von 2-3 Familienfeiern, da wir mit seiner Mutter enger befreundet sind. Er hat meinem Mann Hoffnung gemacht, dass er es ambulant schaffen könnte, denn die Voraussetzungen wären gut. Er macht ihm auch einen Kontakt in einer hier ansässigen Ambulanz. Also der erste Schritt war von meinem Mann getan worden. Ob er den nächsten macht bleibt abzuwarten, auch wie es dann weitergeht.

    Und was mich betrifft? Das kann ich Dir dann sagen, wenn die Frist erreicht ist. Solange überlege ich mir, wie ich mein Leben alleine gestalte. Was ich mit 3 Kindern alleine mache, wie es uns finanziell danach gehen wird etc. Aber momentan warte ich, ob er tätig wird.

    Klar, warten heißt untätig sein. Aber diese paar Tage lasse ich es noch so sein. Und wenn nichts passiert, dann fliegt er raus. Es klingt für mich hart, aber dann sehe ich auch keinen Sinn mehr zuzusehen, wie er verfällt. Und vielleicht habe ich dann doch die Hoffnung, dass er schneller zur Vernunft kommt.

    Und was mache ich, wenn er in 3 Monaten zur Vernunft kommt? Dann weiss ich nicht, ob ich noch Kraft für einen neuen Versuch habe.

    LG Chinablue

    Hallo,
    nachdem ich hier einige Schicksaale schon gelesen habe stellt sich mir eine Frage: Bei wem hat es mit der Partnerschaft trotz Alkohol und anschließender Trockenzeit geklappt? Und wenn ja, wie war/ist es?

    Zu mir: ich bin 43, verh, habe 3 Kinder und mein Mann (auch 43) trinkt. Vorrangig am Abend, um runter zu kommen und dann schlafen zu können. Ohne Alkohol kann er fast nicht einschlafen.

    Nun waren wir im Sommer im Urlaub und ich habe ihm erklärt, dass ich so nicht weiter leben will. Zuzusehen, wie er sich kaputt macht, darauf habe ich keine Lust.

    Er hat dann den ganzen Urlaub keine Tropfen Alkohol getrunken. 0,0% Bier hat er zu Hauf konsumiert. Aber es war alkoholfrei (auch nicht 0,3%). Er meinte, dass es ihm gut tun würde. Nun, dazu hat dann wohl jeder so seine eigene Meinung. Die ersten 3 Tage konnte er nicht schlafen, war zittrig und schwitzig, aber nach 3 Tagen ging es ihm sichtlich besser. Er war ein anderer Mensch.

    Dann kam zu Hause wieder der Alltag und der STress im Job. Nach und nach hat er dann wieder getrunken und ist in die alten Verhaltensweisen gestürzt.

    Ich habe ihm nun ein Ultimatum gestellt. Entweder er macht eine Therapie oder er kann ausziehen. Gestern hat er einen Arzt konsultiert, denn angeblich will er so nicht weitermachen. Er hat mir jedoch schon mehrfach versprochen, mit dem Alkohol aufzuhören, sagt jedoch selbst, dass er es nicht schafft.

    Nun meine Frage: wie seht ihr die Chancen, dass er die Kurve bekommt. Er ist eigentlich noch nicht richtig unten. Ich muss noch nicht für ihn lügen. Er macht noch seinen Job ohne Probleme. Eigentlich könnte er so vielleicht noch ein wenig weitermachen. Lediglich seine Leber hat Gamma GT von 800. Das spricht schon Bände.

    Wem ging es ähnlich? Ich freue mich über einen regen Austausch.