Beiträge von heidi13

    Hallo Berkel,

    viele Deiner Verhaltensweisen (Perfektionismus, Hilfsbereitschaft, keine Hilfe annehmen können) kenne ich auch - aber ich finde, sie sind ja per se eigentlich nicht schlecht. Ich versuche einfach, Extreme zu vermeiden und Mittelwege zu suchen.

    Eine grosse Hilfe sind für mich meine Freundschaften und andere Sichtweisen.

    Wenn ich im Recht bin, fordere ich das inzwischen ein. Das konnte ich auch lange nicht. Aber mit jedem Mal mehr wird man da sicherer.

    Worin ich mich scheinbar von vielen EKAs unterscheide, ist meine Entscheidungskraft. Wenn ich mich für was entschieden habe, ziehe ich das konsequent durch. Wie hältst Du es damit?

    Lieben Gruss,
    Heidi

    Hallo Linde,

    mein Weihnachten war katastrophal. Das schlimmste, an das ich mich erinnern kann.

    Mein Erzeuger war mal wieder besoffen - ich hab mich zurückgezogen, weil ich ihn nicht mehr ertragen kann und hab nur geheult. Mein jüngerer Bruder versucht immer noch, heile Welt zu spielen, so dass wir 2 nun auch noch ein gestörtes Verhältnis zueinander haben. Und das obwohl wir uns immer besonders gut verstanden haben.

    Ich war SO froh, als ich 3 Tage später wieder bei mir daheim war und wieder Ruhe & Frieden & mein Kätzchen auf meinem Schoss hatte.

    Nächstes Jahr tu ich mir den Zirkus nicht mehr an. Wenn Mama nicht so krank wär, wär ich nicht hingefahren - aber ich wollte ihr helfen und hab gekocht, geputzt, aufgeräumt, etc.

    Liebe Grüsse,
    Heidi

    Hi Mikesch,

    das Buch ist eine erweiterte Neuauflage - also kein wirklich neues Buch.

    Ich bin ganz zuversichtlich, dass ich eine gute Richtung eingeschlagen habe.

    Zitat

    Bei mir ist neben der Liebe zu mir auch wieder das Öffnen für andere dran, das Thema bewege ich seit über 2 Jahren und jetzt tut sich auch was und Wege öffnen sich

    Schön, dass sich bei Dir Wege öffnen. Das tönt doch gut :D

    Damit habe ich in punkto Freundschaften kein Problem. Ich habe sehr gute, tiefe, langjährige Freundschaften und pflege die auch emsig. Beziehungstechnisch mauere ich aber kräftig und kann mich nicht wirklich auf einen Mann einlassen. Ich bin ein glücklicher Single und will das vorerst auch nicht ändern. Jetzt bin einfach ich dran.

    Es Grüessli
    Heidi

    Hallo Mikesch,

    danke :)

    Ich hoffe, ich darf die Buchtitel hier einstellen ...

    Ausgewählt habe ich:

    Was tun, wenn der Partner trinkt?
    Ein Mutmachbuch für Frauen von Toby Rice Drews, Manfred Balkenhol

    Familienkrankheit Alkoholismus: Im Sog der Abhängigkeit
    von Ursula Lambrou


    Was ihr enorm viel hilft, ist, dass ich mich ganz ganz ganz klar auf ihre Seite und vor sie gestellt habe. Ohne wenn und aber. Obwohl ich immer das "Lieblingskind" meines Vaters war. Und auch ihrer Familie gegenüber setze ich klare Signale.

    Das alles geht nicht spurlos an mir vorüber (habe viele graue Strähnchen bekommen). Aber ich nutze das als Chance, um endlich vieles aufzuarbeiten und zu begreifen, Verhaltensmuster zu erkennen und zu durchbrechen.

    2011 steht für mich unter dem Motto: "Jetzt bin ich dran" - mit der Selbstliebe ist es bei mir nämlich wie bei vielen EKAs nämlich nicht weit her. Daran muss ich dringend arbeiten.

    Lieben Gruss,
    Heidi

    Liebe Shirley,

    es kommt etwas Bewegung in die Sache.

    Mama ist gesundheitlich wieder einigermassen auf den Beinen. Bestrahlungen sind überstanden, sie kann sich mehr oder weniger wieder selber versorgen. Schwere Sachen heben, lange Auf-Sein ohne Ruhepausen sind noch nicht möglich. Aber immerhin.

    Weihnachten war ich "daheim". Es war schrecklich. Ich rede ja nach wie vor nicht mit meinem Vater. Ich kann einfach nicht mehr. Seine Schauspielereien (er hat mehrere Gesichter und spielt viele Menschen gegeneinander aus) habe ich durchschaut und ertrage ich einfach nicht mehr. Sobald er den Raum betreten hat, bin ich gegangen. Blau war er natürlich auch wieder.

    Mama habe ich ein Buch zum Thema Alkoholismus geschenkt und sie erkennt sich in vielem wieder. Auch, dass sie mit ihren Verhaltensweisen ihn total unterstützt hat, wie er sie manipuliert hat, etc. Gestern kam mal wieder eine Selbstmordandrohung, die sie mit "dann häng Dich doch auf - mir egal" quittiert hat. Später kam er angedackelt, als ob nichts gewesen wär.

    Sie wird stabiler, arbeitet an sich und hat endlich keine Schuldgefühle mehr. Das Buch ist ein echtes AHA-Erlebnis für sie. Ähnlich geht es mir mit meinem Buch (speziell für EKAs).

    Bis Ende Januar werde ich mir das Panoptikum dort aber nicht mehr geben - ich muss mich selber schützen und mein eigenes Leben leben. Wir telefonieren aber nach wie vor täglich lange und wenn sie mehrere Stunden sitzen kann, hole ich sie mal für ein paar Tage zu mir (wenn sie denn will - sie kann ihn ja nicht allein lassen *seufz* ..)

    Liebe Grüsse,
    Heidi

    Hallo Linde,

    ich versuche, auch in anderen Threads zu antworten. Lese auch viel.

    Vom Typ her bin ich aber sicher "Marke Einzelkämpfer" - darauf wurde ich geeicht.

    Momentan reflektiere ich viel und erkenne viele meiner Verhaltensmuster.

    Liebe Grüsse,
    Heidi

    Ach Trinity ..

    Ist es nicht schrecklich genug, dass uns nicht nur unsere Kindheit und Jugend genommen wurde? Nein - wir müssen uns auch noch mit dem Gefühl herumschlagen, Vater / Mutter im Stich zu lassen, wenn wir einfach nur in Frieden unser eigenes Leben leben wollen.

    Ich rede seit einigen Wochen nicht mehr mit meinem Erzeuger (ich kenne ihn NUR als Alkoholiker), weil ich ihm einfach nicht verzeihen kann, wie er mit meiner Mama umspringt. Wie er sie nach der Diagnose "Krebs" behandelt hat und immer nur um sein eigenes Ego kreist.

    Weihnachten war ich zwar "daheim", habe aber ausser "Lass mich in Ruhe" kein Wort zu ihm gesagt. Stundenweise war ich alleine in einem anderen Zimmer und hab geheult, weil ich seine Anwesenheit nicht mehr ertrage und er schon wieder total besoffen war.

    Das schlimme ist, dass das auch einen Keil zwischen meinen jüngeren Bruder und mich treibt. Der würd gern weiter "heile Welt" spielen. Ich kann das nicht mehr. Es quält mich. Alles quält mich und ich bin froh, wieder daheim bei meinem Kätzchen zu sein.

    Du bist nicht allein. Ich schicke Dir ganz viel Kraft für Dein eigenes Leben und das Loslassen-Können.

    Drück Dich lieb
    Heidi

    Hi Dobby,

    ich denke, Du hast genauso wenig oder viel falsch gemacht wie ich. Ich hatte das auch alles nicht verdient.

    Aber es gibt dafür einen sehr treffenden Spruch:
    "Es gibt einen, der dem anderen etwas antut und einen anderen, der es sich antun lässt"

    Nach vielen sehr schweren Wochen (auch mit vielen Selbstzweifeln, das volle Programm eben) weiss ich heute, dass ich mir so etwas nie mehr werde antun lassen und bin viel stärker als damals.

    Das wünsche ich Dir auch!

    Jetzt vorerst wirst Du aber leider noch etwas Geduld brauchen, bis Du alles verarbeitet hast. Es wird jeden Tag ein bisschen besser werden - sei zuversichtlich und gräm Dich nicht allzusehr. Es wird Dir - irgendwann - sicher besser gehen ohne sie.

    Grüessli
    Heidi

    Hallo Nescimus,

    warum nur tut man das seinen Kindern an?

    Ich kann das nicht verstehen. Ich bin auch Alkoholikerkind und es ist unglaublich, welche Last man trägt und wie lange es dauert, das zu verarbeiten.

    Klar - bin ich auch hoch belastbar und habe meine Überlebensstrategien - doch zu welchem Preis? Ist es DAS wert?

    Ehrlich - ich wäre glücklich gewesen, hätte sich meine Mama von dem Suffkopf getrennt. Wir alle leiden immer noch drunter. Ich kann das einfach nicht verstehen.

    Viele Grüsse
    Heidi

    Hallo Nescimus,

    warum nur tut man das seinen Kindern an?

    Ich kann das nicht verstehen. Ich bin auch Alkoholikerkind und es ist unglaublich, welche Last man trägt und wie lange es dauert, das zu verarbeiten.

    Klar - bin ich auch hoch belastbar und habe meine Überlebensstrategien - doch zu welchem Preis? Ist es DAS wert?

    Ehrlich - ich wäre glücklich gewesen, hätte sich meine Mama von dem Suffkopf getrennt. Wir alle leiden immer noch drunter. Ich kann das einfach nicht verstehen.

    Viele Grüsse
    Heidi

    Hoi Dobby,

    für mich wäre das "Davonlaufen", aber jeder Mensch ist ja anders und reagiert anders.

    Mir hat in der Situation geholfen, darüber nachzudenken, was ich eigentlich verloren hab und was genau ich eigenlich nachtrauere. Die Tiefphasen hatten ja deutlich überwogen. Ich hatte zum Glück dann auch viel Arbeit und konnte mich da reinstürzen - nachdem ich dort schon immer alle privaten Probleme gut ausblenden konnte, war das für mich hilfreich.

    Als ich kurz vorm Durchdrehen war, weil meine Gedanken nur noch darum gekreist sind, habe ich mir absolutes Redeverbot über ihn auferlegt. Um mal von dem Trip runterzukommen und auch mal wieder andere Gesprächsthemen haben zu können.

    Zum Verarbeiten selber habe ich aber sehr lange gebraucht und es ist auch alles immer wieder hochgekommen. Die Einsicht, dass ich mich SO nicht behandeln lassen will, war dann der Wendepunkt.

    So war es halt bei mir. Aber wie gesagt: jeder Mensch ist anders und verarbeitet anders. Wie auch eine körperliche Wunde dauert es einfach, bis es verheilt. Geb Dir Zeit und hab Geduld.

    Lieben Gruss,
    Heidi

    Hey Dobby,

    geb Dir Zeit. So schnell geht das alles nicht.

    Bei mir hat es nach meiner schrecklichen letzten Partnerschaft fast 1 Jahr gedauert, bis ich halbwegs drüber weg war. Auch bei mir war das Ende kurz vor Weihnachten, was ich ziemlich schrecklich fand.

    Das Problem bei solchen On-Off-Beziehungen ist, dass sie wahnsinnig intensiv sind - und zwar nicht nur im negativen, sondern auch im positiven Sinn. Ich für meinen Teil will allerdings nie wieder ein solches Wechselbad der Gefühle erleben.

    Alles Gute und lieben Gruss,
    Heidi

    Hallo Schlumpf,

    ich glaube, den schmerzhaften Prozess, zu erkennen, dass der Alkohol dem Vater / der Mutter wichtiger als alles andere ist und das Gefühl, ungeliebt und zurückgestossen zu sein, machen wir EKAs alle mit.

    Der Alkohol ändert die Persönlichkeit und ich muss traurigerweise sagen, dass mein Vater sich tot gesoffen hat. Er lebt zwar (leider) noch, aber die besoffene Hülle, die in nicht ganz so nassen Phasen in Selbstmitleid ersäuft, hat mit der Person, die er vor langer, sehr langer Zeit war, nichts mehr gemein.

    Es ist bitter. Schlichtweg bitter und in mir kommt immer noch oft Wut hoch. Ich kann ihn aber nicht ändern, nur mich selber und muss mich distanzieren, abgrenzen, schützen.

    Bitte schau auf Dich, Dein Leben und Dein Wohl. Das ist so wichtig - ich habe das erst sehr, sehr spät erkannt.

    Liebe Grüsse,
    Heidi

    Hallo Lara,

    mein Erzeuger ist auch im Seniorenalter und säuft seit mehreren Jahrzehnten (ich kenne es nicht anders).

    Solange er nicht aufhören will zu saufen, wird er es nicht tun. Da kannst Du gar nichts machen. Gleiches gilt für Deinen Opa.

    Ich kann die Lebensgefährtin Deines Opas sehr gut verstehen - ich würde mir meinen Lebensabend auch nicht von einem besoffenen Partner versauen lassen wollen. Ich wünschte, meine Mama würde endlich Konsequenzen ziehen und gehen / ihn rauswerfen.

    Der einzige, der etwas ändern kann, ist ER. Niemand sonst. Gutgemeinte Hilfe ist leider zwecklos.

    Hab Sorg - zu DIR!

    Liebe Grüsse,
    Heidi

    Zitat

    Ich will mal Kinder haben, heiraten... Er will keins davon. Würde es aber wohl mir zu liebe machen!

    Das wäre für mich schon bei einem Nicht-Alkoholiker Grund genug, meine Beine in die Hand zu nehmen und zu flüchten.

    Ich habe mir mein Leben lang anhören dürfen: "Ich wollte ja keine Familie und deswegen sauf ich .." (stimmt zwar nicht - er hat schon vorher gesoffen). Bitte bitte bitte - tu DAS keinem Kind an. Alki-Vater und dann noch von ihm nicht wirklich gewollt.

    Das hat doch keine Zukunft.

    Mein "Glück" ist, dass ich mehrere hundert Kilometer weg bin und mir das Elend nicht so oft ansehen muss.

    Meine Mama hat es nie geschafft, sich von ihm zu trennen. Leider. Jetzt hat sie eine schwere Krebs-OP hinter sich und muss erst mal gesund werden. Deshalb bin ich zur Zeit oft dort.

    Ich kann sie in dem Punkt absolut nicht verstehen - ich selber bin seit fast 11 Jahren glücklich geschieden und eher der "Lieber ein Ende mit Schrecken als Schrecken ohne Ende"-Typ, der auch sehr hart und konsequent sein kann.

    Aber wie gesagt: es ist ihr Leben. Ich kann ihr ebensowenig helfen wie ihm, wenn sie es nicht selber will.

    Ich kann Dich gut verstehen. Meine Wut, dass ich nie wirklich eine Kindheit hatte, ist auch riesig. Und ich werde ihm das nie verzeihen können.

    Aber ich akzeptiere es als Teil meiner Geschichte und versuche es einfach, besser zu machen. Momentan stecke ich alle meine Energie in das Erlernen von Selbstliebe statt in das Retten-wollen von jemandem, der das gar nicht will. Ich grenze mich auch von meiner Mama ab und sage ihr, dass ich ihr Verhalten falsch finde, es aber ihre Entscheidung ist und ich mich da nicht weiter einmische. Ich kann nicht ihr Leben leben.

    Mein Erzeuger denkt auch, es ist kein Problem, wenn man täglich trinkt. Und Alkoholiker ist er natürlich auch nicht. Ist doch völlig normal, 1-2 Mal pro Woche so besoffen zu sein, dass man kaum mehr stehen kann.

    Mein Erzeuger war im Januar auch auf Intensiv - wurde morgens um 3 besoffen auf der Strasse gefunden und eingeliefert. Ich hatte ihn nicht besucht. Warum auch?

    Leider kann ich den Kontakt nicht ganz abbrechen, weil meine Mama es nicht schafft, sich von ihm zu lösen und sie meine Hilfe im Moment noch braucht. Weihnachten wird also bestimmt wieder ganz super toll werden.

    Danach flüchte ich wieder in meine eigene Welt.

    Warum denkst Du, Du müsstest ihm irgendwas schenken? Er hat Dir Deine ganze Kindheit und Jugend versaut. Hat er es verdient, ein Geschenk zu bekommen? Wofür denn?

    Wenn es Dir wohler ist, kauf eine Kerze oder Seife und pack es schön ein - alles andere ist in meinen Augen vergebene Liebesmüh.