Liebe Shirley,
es kommt etwas Bewegung in die Sache.
Mama ist gesundheitlich wieder einigermassen auf den Beinen. Bestrahlungen sind überstanden, sie kann sich mehr oder weniger wieder selber versorgen. Schwere Sachen heben, lange Auf-Sein ohne Ruhepausen sind noch nicht möglich. Aber immerhin.
Weihnachten war ich "daheim". Es war schrecklich. Ich rede ja nach wie vor nicht mit meinem Vater. Ich kann einfach nicht mehr. Seine Schauspielereien (er hat mehrere Gesichter und spielt viele Menschen gegeneinander aus) habe ich durchschaut und ertrage ich einfach nicht mehr. Sobald er den Raum betreten hat, bin ich gegangen. Blau war er natürlich auch wieder.
Mama habe ich ein Buch zum Thema Alkoholismus geschenkt und sie erkennt sich in vielem wieder. Auch, dass sie mit ihren Verhaltensweisen ihn total unterstützt hat, wie er sie manipuliert hat, etc. Gestern kam mal wieder eine Selbstmordandrohung, die sie mit "dann häng Dich doch auf - mir egal" quittiert hat. Später kam er angedackelt, als ob nichts gewesen wär.
Sie wird stabiler, arbeitet an sich und hat endlich keine Schuldgefühle mehr. Das Buch ist ein echtes AHA-Erlebnis für sie. Ähnlich geht es mir mit meinem Buch (speziell für EKAs).
Bis Ende Januar werde ich mir das Panoptikum dort aber nicht mehr geben - ich muss mich selber schützen und mein eigenes Leben leben. Wir telefonieren aber nach wie vor täglich lange und wenn sie mehrere Stunden sitzen kann, hole ich sie mal für ein paar Tage zu mir (wenn sie denn will - sie kann ihn ja nicht allein lassen *seufz* ..)
Liebe Grüsse,
Heidi