gela: hm, mein geschwister kennt dieses problem übrigens nicht, oder eher umgekehrt. was es macht, das macht es richtig, durchgeplant, konzentriert und ohne vom weg abzuweichen. das ist sicher auch nicht immer gesund, wenn ich da so drüber nachdenke ... und streckenweise das totale gegenteil von mir.
ob es wirklich anders funktioniert, oder ob man immer und immer wieder kleine tricks anwenden muss, weiss ich nicht. ich bin aber froh, dass es diese tricks gibt, sonst würd ich ja gar nichts auf die kette kriegen
was ich inzwischen fast ein bisschen lustig finde, ist es, wenn ich gesagt bekomme, dass ich so toll strukturiert und geordnet bin. ja haaa, als ob ich das freiwillig wäre!
und wenn ihr wüsstet, wieviel heimliche energie da rein fliesst!
Beiträge von superunknown
-
-
ich versteh dich ganz gut, schliesslich bin ich gerade dabei, zu erkennen, dass mich meine jugend (wenn es zum glück recht spät losging und recht "harmlos" war) doch mehr beeinflusst, als ich zugeben mag.
ich hab einfach mal einen halben zusammenbruch gehabt, ich konnte nur weinen, kaum reden und musste mich sehr sehr zusammenreissen um nicht völlig zu zerfliessen. danach war ich an sich erst einmal nur traurig, antriebslos, lustlos, unzufrieden, grüberlisch und fast ein bisschen depressiv. ich hatte nicht unbedingt panikattacken, sondern habe mich so fürchterlich machtlos gefühlt. als hätte ich überhaupt gar keinen spielraum zum handeln und kann nur dieses eine machen: den kontakt unterbinden.
einen mini-schritt weiter bin ich nun, denn ich kann sehr wohl kontakt haben, muss nur lernen, mit der familie zu reden, mich auszudrücken, nicht zu viel zu erwarten und den umgang lernen. das ist aber auch mein ausdrücklicher wunsch, den ich dem therapeuten mitgeteilt habe. er kann mir natürlich nichts versprechen, denn er weiss ja nicht wie die eltern reagieren, aber bevor ich den letzten schritt gehe, stehen da ja noch möglichkeiten im raum, die ich nutzen will. da arbeite ich gerade dran.dieses "von den socken gehauen" hat mich erschreckt. sehr sogar. neben der tatsache, dass auch ich zusammenbreche, wenn das berühmte tröpflein fällt (ich? zusammenbrechen? niemals! ich bleib stehen, egal was passiert!) war es einfach diese machtlosigkeit und endgültigkeit, die schlimm waren.
es war aber auch eine situation, auf die ich nicht vorbereitet war, keine warnung, keine ankündigung. hätte ich etwas gewusst/geahnt, dann hätte ich wahrscheinlich ignoriert wie immer und wäre gefahren. -
ich hab meinen kleiderschrank entrümpelt. hab mir eine freundin eingeladen, n käffchen gekocht und dann eine sehr amüsante modenschau hingelegt. jetzt bin ich einige klamotten ärmer, eine shopping-liste reicher und fühle mich befreit und organisiert.
"entsorgt" habe ich das ganze auch, wobei der noch tragbare teil (nur nicht mehr für mich, weil zu gross zu klein will ich nicht mehr) an einen freund geht, der das ganze über kontakte an ein frauenhaus gibt.
das shoppen setze ich dann ein andermal um. fällt nämlich nicht unter meine lieblingsbeschäftigung. aber immerhin weiss ich nun, was ich wirklich brauche. -
Hallo Gela,
interessant, dass du so eine Frage stellst. Ich hab mich noch nie gefragt, ob es ein "EKA-Problem" ist, aber ich tu mich auch schwer damit, mich voll und ganz zu konzentrieren.
Ganz besonders schlimm ist es dann, wenn irgendwo "Abschluss" draufsteht (die Abschlussarbeiten im Studium waren die reinste Hölle aber grössere und wichtige Hausarbeit habe ich öfter mal "so eben" geschrieben und die waren um längen besser. Aber auch bei der Arbeit tu ich mich schwer, wenn ein Bericht oder etwas anderes schriftlich ansteht)
Ich lass mich auch immer gern ablenken, schiebe auf oder schaff es nicht, anzufangen.
Allerdings habe ich herausgefunden, dass mich "deadlines" anspornen. Am besten eigens gesetzte. Bei der Arbeit klappt das sehr gut, besonders da ich sonst keine deadlines habe und sehr eigenständig arbeite. Hier nutze ich auch die gute alte to-do-Liste, abhaken ist einfach so ein befreiendes Gefühl.
Privat erzähle ich es Freunden, die sollen mich dann auch drauf ansprechen, ob ich dies und das denn nun endlich in Angriff genommen habe.
Dann sehe ich zu, dass ich mir ein bestimmtes Zeitfenster einräume, in dem ich etwas tun will. Dann weiss ich danach genau, danach ist Abschweif-Zeit, Kaffeetrinken oder sonst etwas drin. Wenn ich dann noch eine Verabredung habe, auf die ich mich freue, geht es noch besser. -
Hallo Fleons,
ich kann mir deine Verzweiflung gut vorstellen. Mein Vater hat gerade einen Rückfall hinter sich, der mich völlig aus der Bahn geworfen hat und ich wohne einige hundert Kilometer weit weg!
Ein Heim ist sicher keine Traumvorstellung, aber raus zu kommen kann ganz schön helfen! Einfach auch eine räumliche Distanz zu schaffen, sich das nicht mehr mit ansehen zu müssen und sich ganz auf sich zu konzentrieren.
Möglichkeiten gibt es sicher, das Jugendamt kann da bestimmt helfen! Neben dem Jugendamt gibt es auch immer soziale Einrichtungen aller Art, vielleicht können die auch unterstützen.Du bist nicht dafür verantwortlich, deiner Mutter zu helfen. Das muss sie ganz alleine tun.
Du kannst da gar nichts tun, ausser dich um dich selbst zu kümmern. Dir selbst Hilfe zu suchen, alle Möglichkeiten zusammenzusammeln.
Ich wünsch dir nur das Beste! -
Tag Heidi,
je das kenn ich auch, wenn auch in ganz anderer Form.
Auf der einen Seite will ich Anerkennung meiner Leistung und könnte platzen, wenn mir diese nicht ausgesprochen wird, sondern jemandem, der "weniger" leistet.
Auf der anderen Seite mache ich meine eigene Leistung immer ganz klein.
Da ich meine eigene Leistung aber immer ganz klein mache, unterstelle ich anderen dann auch gerne mal "Anstellerei", wenn sie jammern oder einfach auch mal klar ein Nein aussprechen oder definieren können, was ihnen liegt und was nicht (und dann eine Sache ganz bewusst nicht machen, anstatt zu sagen, da muss man halt mal durch).
Einen Ausweg habe ich (noch) nicht. Es ist aber ein Wesenszug an mir, den ich nicht besonders mag.
Zur Zeit versuche ich mir selbst vorzuhalten, was ich, ganz für mich, in meiner Situation geleistet habe, dies anzuerkennen und bewusst zu entscheiden, wie es für mich am besten weitergehen sollte. (Was nicht immer einfach ist, wenn der ein oder andere Mensch einen in eine Richtung drängen will, weil man da so tolles leistet und man ja dann auch ganz viel Anerkennung bekommt).
Es sind aber noch Babyschritte. Zumindest kann ich im Moment halbwegs zufrieden zurückblicken und meine nächsten Schritte genau überdenken, anstatt in die nächstbeste Richtung zu rennen, die sich gerade bietet.
Ob das jetzt bei mir ein EKA-Problem ist weiss ich nicht. -
du kannst ihm nicht helfen, du kannst nur da sein.
Das war es zumindest, was mein Partner immer war. Und genau das hat geholfen.
Eine Therapie wäre für mich aus ähnlichen Gründen nicht möglich gewesen. Wär ich aber auch noch nicht bereit zu gewesen.
Mein Partner war einfach da. Hat immer und immer wieder vorsichtig mit mir geredet. Möglichst mit etwas Pause zum "Aussetzer". Hat mir aber auch Grenzen gezeigt (wie zb, sich nicht beleidigen zu lassen, oder nicht "der Böse" zu sein). Das hat alles so seine Zeit gedauert, aber es hat funktioniert.
Irgendwann hab ich gemerkt: er geht dem Streit nicht aus dem Weg, aber er ist danach auch nicht weg. Er bleibt. Inzwischen "darf" er sogar laut anfangen zu lachen. Ich erkenne dann, dass ich wunderbar projeziere.
Wir haben zwar immer noch ab und an das Gefühl, leicht aneinander vorbeizufunken, aber wir redenredenreden. Bis es passt, mit der Frequenz.Vielleicht hilft das ja irgendwie.
-
Ich muss das jetzt einfach mal hier ganz für mich allein festhalten:
das und jetzt verwandelt sich in einen weg.
zum 1.: ich habe eine therapie angefangen. um beim nächsten mal nicht wieder aus den socken gehauen zu werden. um für mich die gesamtsituation (schönes wort, oder? ;-)) anzunehmen. um die spirale zu stoppen. um alte verhaltensmuster aufzubrechen und neue zu lernen. die ersten schritte waren gut, wenn auch schwierig. aber der weg gefällt mir. er tut mir gut.
zum 2.: der vater hat sich entschuldigt. die eltern machen gemeinsam eine thearpie. allein traut er sich nicht. zum ersten mal hat mein vater offen angesprochen, dass er alkoholiker ist.
das wird dann der nächste punkt in der therapie. das ist alles fürchterlich neu und macht mir glatt angst. obwohl es ja eine schöne entwicklung ist. es ist ein "huch, hilfe, wie geh ich damit um? was mach ich nun? das ist so schnell!" mit der entwicklung hätte ich einfach nicht gerechnet. seit wann wird auch in meiner familie auch geredet?
meine mutter ist ein schatz, wenn ich ihr sage, zu viel, dann respektiert sie meine grenzen. mein vater muss sie noch lernen, gibt sich aber ernsthaft mühe und akzeptiert inzwischen auch, dass mein tempo gerade etwas langsamer ist.
verwirrend. jetzt geh ich langsam schritt für schritt weiter. mit dem gedanken "wird schon", es kann nur besser werden. -
ich habe wieder mit dem Sport angefangen. Das ist eine gute Sache. Manchmal hab ich noch dieses keine Lust, zu kaputt, müde, keine Zeit, ich muss noch ... aber ich habe immer sehr sehr gerne Sport gemacht und nehme das als Zeit für mich. Und freu mich dran.
und das ein oder andere kleine "Projekt" nehme ich auch in Angriff. So Sachen wie etwas nähen (ich kann zwar nicht wirklich nähen, muss aber die Ideen im Kopf mal ausprobieren), kreativ werden, lecker kochen für mich ganz alleine. -
Liebe Anima,
ich rede mit meinen Freunden. Das hilft mir. Sie unterstützen mich indem sie da sind. Das finde ich sehr gut. Wirklich helfen, hm, das weiss ich nicht. Aber ich fühle mich nicht alleine. Ich habe meine Freunde aber auch drum gebeten, mir im Zweifel ehrlich zu sagen, wenn ich "zu viel" werde. Ich will ihnen auch nicht auf den Nerv gehen. (jaja, dieses "nicht so schlimm, keinem zur Last fallen und so weiter)
Also, ich glaube kaum, dass dein Hausarzt dich belächeln wird. Sollte er das tun, kannst du dir getrost einen Neuen suchen. Es ist doch eine gute Sache zu sagen, dass man alleine überfordert ist und Hilfe will. Das ist auch nicht empfindlich.
Ich fand den Schritt auch schwer. Ich dachte immer "haach, anderen geht es sooo viel schlechter" und "Is ja nicht so schlimm. da komm ich schon durch" Dann hab ich den Hausarzt mal gefragt, hatte ruckzuck ohne viele Fragen ein Rezept in der Hand und einen Haufen Adressen. Und einen Therapeuten, bzw. die ersten Termine. Und es tut gut.
Den Schritt musst du letztlich alleine machen. Den Therapeuten suchen, einen Termin machen. Und ich kann dir sagen, allein diesen Schritt zu machen erleichtert und ermutigt! (mich zumindest)
Liebe Grüsse! -
Tag Riona,
was ist schon "Norm" bei Alkoholikern?
Mein Vater war über Jahre immer wieder Wochen und Monate trocken. Und einige Menschen wollen es kaum glauben, dass er Alkoholiker ist. Sie sehen es auch kaum, dass er volltrunken ist. Und? Alkoholiker ist er und immer, wen ich zu Besuch bin, muss ich raten, in welcher Phase er ist. Fragen und Reden war Tabu. Vertrauen kann man da so jetzt nicht wirklich haben.
Wer weiss, was sich da hochgeschaukelt hat. Mutti sauer weil Vati trinkt, deshalb Vati sauer, deshalb trinkt er. Oder so ähnlich. Irgendein Problem hat er und haben sie miteinander. Aber das ist deren Problem. Da müssen sie miteinander kommunizieren. Zumindest ist es in meiner Familie so. Da es sich aber um meine Eltern handelt, habe ich mich geweigert, zuviel zuzuhören. Wenn der eine über den anderen gemeckert hat, war meine Antwort auch manchmal: Ihr wart schon immer so! Redet doch mal miteinander.
Was du erzählst, erinnert mich ein bisschen an meine Familie.
Da wird aber inzwischen tatsächlich geredet.
Ich habe immer versucht, mich da nicht reinziehen zu lassen. Genug Abstand zu halten.
Wie es jetzt weitergeht. Hm, das kannst du nur bedingt beeinflussen. Nämlich, wie es mit dir weitergeht. Was dein Vater und deine Eltern tun, stht auf einem anderen Blatt. Denen kannst du nicht helfen, das müssen sie selber tun.
Du kannst aber zusehen, dass es dir gut geht. Das ist erst einmal wichtig.
Alles Gute! -
spedi: da hast du wohl recht. das ist auf dauer nicht zu ertragen.
gerade wird er wieder trocken, verweigert sich aber jeglicher therapie oder hilfe. und ganz ehrlich: ein therapie ist bestimmt nicht die hundertprozentnonplusultralösung aber dann könnte ich hoffen, zu hoffen. weil er sich wirklich mal aktiv dagegen entschieden hat. nur aufhören heisst für mich, in ein oder zwei jahren das gleiche von vorne. das geht auch nicht.
dafür scheint meine mutter ziemlich aufgerüttelt. sie holt sich hilfe. das find ich ja gut. -
Hallo Anima,
ich kämpfe gerade mit meiner situation und habe kurz den kontakt zu den eltern unterbrochen. da ich mich aber ähnlich gefühlt habe wie du, mit dem melden und den sorgen habe ich mich zu einem gespräch mit meiner mutter durchgerungen, um ihr zu sagen, dass sie sich keine sorgen machen braucht, wenn sie nichts hört, da sie bei wirklich schlimmen dingen informiert wird (no news is good news) , dass ich nur soviel kontakt möchte, wie ich mir zutraue und erst dann mit dem vater spreche, wenn ich soweit bin.
sie hat mir offen und ehrlich gesagt, dass sie sich kontakt wünscht, meinen rückzug aber respektiert und fragte für den fall der wochenlangen funkstille, ob sie denn per sms ein "alles ok" meinerseits erfragen kann. bei grossen katastrophen darf sie anrufen, muss aber im zweifel damit leben, dass ich nur die eckdaten erfrage und dann das gespräch beende. damit bin ich einverstanden und fühle mich erleichtert, da ich mir jetzt keinen kopf über " aber wenn sie sich sorgen machen könnte, denke ich drüber nach und mach mir auch sorgen" machen muss.
zu deinen geschwistern mag ich nicht viel sagen, denn mit meinem geschwister kann ich glücklicherweise reden über alles. aber ein buch kann ein anstoss sein, den sie selbst annehmen oder ablehnen können.ich wünsche dir alles gute und viel kraft auf deinem weg!
-
ich bin mir noch nicht so ganz sicher, ob mein Vater sich wirklich gegen mich entschieden hat. noch nicht zumindest. Es ist das erste Mal, dass in der Familie überhaupt jemand so geplatzt ist. Oder gegangen mit der Ansage nicht wiederzukommen.
Und ob er meine Liebe verdient hat oder nicht, ist eine ganz andere Frage. Die kann ich so einfach nicht abstellen. Wahrscheinlich nie. Ich werd da auch einen Weg finden, damit umzugehen, da bin ich mir sicher.
Ich stehe gerade am Anfang eines ganz schönen Weges und es wird noch einiges auf mich zukommen.
Ansonsten scheine ich da einen hübschen Nachhall hinterlassen zu haben. Es war ganz und gar nicht meine Intention, aber meine Mutter geht in Therapie. Wow. Daneben hat sich mich lediglich gebeten, sie ab und an wissen zu lassen, dass es mir gut geht. Ansonsten hält sie sich völlig zurück. was ich auch sehr gut finde.
Mein Vater war zwar beim Arzt, hat aber (mal wieder) alles abgelehnt. Er will zu Hause entziehen. Das wundert mich alles nicht. Nächstes Jahr dann also die nächste Runde, mit Glück in zwei Jahren?
Jetzt seh ich aber erst mal zu, mich selbst wieder ganz aufzurichten. Nur, so ganz ohne Kontakt fühlt sich auch falsch an. Mit der Mutter sprechen für ein paar Minuten muss drin sein (wenn ich das will). Aus unerfindlichen Gründen geht es mir einfach besser, wenn ich weiss, was zu Hause los ist. Dann kommen die Knaller nicht ganz so spontan und hauen mich weniger um.
Aber wie heisst es so schön: Hilf dir selbst, dann hilfst zu dem Süchtigen. Wir werden da schon durch, was auch immer hinten bei raus kommt. -
na, nachdem ich eigentlich dachte, mir geht es gut, ich habe den weg gefunden und bin gewappnet für den nächsten rückfall, habe ich mir mal wieder beweisen lassen, dass alkoholiker einfach mal unmögliche menschen sind. un-mög-lich!
und gewappnet? naja ... ich habe einen schritt gemacht. einen schritt weg.
nach monaten, eigentlich fast 2 Jahren, der ruhe besuche ich die eltern und sehe mich einem völlig, aber wirklich völlig besoffenem vater gegenübergestellt. ich war so platt und von den socken gehauen, dass ich kaum was gesagt habe. ohne vorwarnung. ohne, dass mal jemand vorher mir was geflüstert hätte. ein hoch auf die dysfunktionale familie! am nächsten tag musste ich da mal meine meinung vertreten. ich bin gegangen. ich habe ihm gesagt, ich gehe und komme erst wieder, wenn er eine therapie macht. ich hab gesagt, dass es mir sch**egal ist, wer in seinen augen schuld ist. das er schuld ist. ganz alleine.
ich habe mich unter tränen verabschiedet. ich bin meiner mutter über den mund gefahren, dass ich in diesem moment kein einziges wort der entschuldigung oder sontwas hören will. das es mir genau in diesem moment völlig egal ist, wie es ihr geht und dass ihr der weg frei steht, genau das gleiche zu machen. ich hab ihr gesagt, dass sie sich hilfe suchen soll und ich mich melde, wenn ich mich gesammelt hab (sie hält sich dran. kein anruf. gottseidank)
ich bin weinend zusammengebrochen um mich dann keine stunde später in den zug zu schmeissen.
ich wusste immer, dass wenn es so einen rückfall gibt, dass ich weg bin. dass ich gehe. den kontakt abbreche. ich wusste, das wird weh tun. aber dass es so schmerzt?
der grundgedanke fühlt sich gut an. der weg an sich richtig. ich weiss, ich kann, will und muss mir das nicht noch einmal ansehen. auch nicht aus der ferne. ich habe gerade noch keine ahnung wie es weitergeht, nur, dass es weitergeht. ein schritt nach dem anderen.
ich habe meine schwester angemeckert, die ja nun absolut nichts dafür kann, mich zum glück wieder vertragen und zumindest wir halten uns. sie steht zu mir und meiner entscheidung. egal was passiert. das ist schon einmal gut. sie hat auch ihren weg gefunden.
wie ich mit meiner mutter umgehe, weiss ich noch nicht.
wie mit dem vater? weiss ich noch weniger!
mit mir? ich hab nächste woche einen ersten termin beim therapeuten. da geh ich jetzt nicht alleine durch. mag ja sein, dass ich die taffe sein könnte, die das macht. aber die energie und der kraftaufwand sind mir zu schade. es muss noch andere wege geben!
der rest wird sich finden. es graut mir vor dem, was noch kommen mag. oder auch nicht.
wie man liest, bin ich gerade nur wütend, traurig und völlig überfordert. das sieht hoffentlich bald ein wenig anders aus. ich wusste ja, dass es dazu kommen könnte. aber was hilft gerade das wissen?
gleichzeitig vermisse ich auch die möglichkeit, mal eben zum telefon zu greifen und den eltern die schönen dinge zu erzählen, die doch diese woche auch passiert sind. bam! weg ist sie, die schöne ruhige zeit.
entschuldigt diesen ausbruch.
es grüsst emotional überladen, the great superunknown!
das nächste mal hoffentlich ruhiger und gefestigter. -
Zitat von Mond_im_Fisch
so starte ich nun bewusst in meine aufarbeitung, indem ich versuche, mich als individuum zu sehen, für meine fehler und mein verhalten gerade zu stehen. ich werde einfach meinen weg gehen und für mich das beste heraus holen.
das find ich ne gute herangehensweise
ich glaub, es gibt eh kein patentrezept, nur sehr viele erfahrungen von vielen verschiedenen menschen. die können zwar helfen, indem man sie liest und sich überlegt welcher weg denn für einen vernünftig aussieht, letztendlich muss man aber seinen eigenen finden. der mag dem einen reichen, dem anderen helfen, dem nächsten nicht genügen und einem völlig abwegig erscheinen. dir kann er helfen.ich wünsch dir nen guten weg!
-
hey,
dann müsste es doch möglich sein, für deine mutter pflege oder hilfe zu beantragen.
kümmer dich bloss gut um dich selbst! ein zusammenbruch hilft weder dir noch deiner familie oder deiner mutter. und dein vater muss sich einfach mal um sich selbst kümmern. das ist nu wirklich nicht deine aufgabe!
Ich wünsch dir alles gute! -
liebe jessi,
nein, es ist nicht deine aufgabe, dich da reinzustecken, es ist deine aufgabe, dich um dich selbst zu kümmern.
was du schreibst, klingt ein bisschen nach meinem vater. er ist ein ganz lieber mensch, zauberhaft sogar, wenn er länger mal nichts getrunken hat.
aber du kannst ihm nicht helfen, da muss er selbst drauf kommen.
das einzige, was tu tun kannst, ist ein bisschen abstand gewinnen, zusehen, dass du klar kommst und das es dir gut geht.
das klingt sehr fies, hart und gemein. schliesslich wendet man sich von den eltern ab. aber es hilft.
mein vater hat mir nie wirklich etwas angetan, mich nicht beschimpft, geschlagen, oder sonstwas. und trotzdem habe ich mich stück für stück distanziert. und tue es immer noch, denn er trinkt ja immer wieder. andere mögen denken, dafür gibt es keinen grund, es ist anstellerei, er ist ja harmlos und nur ab und an ein bisschen betrunken,für mich reicht es aber ganz und gar, dass er trinkt. da braucht er nicht ausfallend zu werden.
ich lebe mein eigenes leben und teile es mit meinem vater, soweit es mir gut tut. seitdem bin ich um einiges entspannter und glücklicher. -
Hallo Tanja,
Linde hat schon recht, vergiss dich selbst nicht!
Hast du schon mal nachgehört, ob es für deine Mutter eine Hilfe gibt? Vielleicht gibt es da eine Möglichkeit über die Krankenkasse oder eine soziale Einrichtung.
Für Probleme mit dem Vermieter gibt es Mietervereine oder, bei keinem oder zu wenig Einkommen, Rechtskostenbeihilfe.
Ist deine Mutter in der Lage, sich dort zu informieren?Ich frage das, weil du schreibst, deine Mutter hatte einen schweren Schlaganfall, aber nicht, ob sie sich um alles alleine kümmern kann oder noch Langzeitschäden davon hat.
Um die Langzeittherapie muss sich dein Vater selber kümmern, schliesslich will er trocken werden und kann das nur allein schaffen.
ich wünsch dir alles Gute!
-
1: ja hast du. er verletzt dich mit. sonst wärst du nicht wütend und hättest auch keine angst um ihn.
2: rede mit ihm, wenn er nüchtern ist. aber häng nicht all deine hoffnung dran, dass alles besser wird.
mein vater war jahrelang funktionierender alkoholiker. er funktioniert immer noch. manchmal ist er sogar ne zeit abstinent.
aber all das reden hilft nicht. er fängt immer wieder an. inzwischen rede ich nicht mehr.
daher, auch zu 2: suche distanz.
ich habe meinen vater sehr lieb. aber ich versuche, ihn nicht mehr allzu nah an mich ranzulassen. ich wollte mich auch nicht mehr aufregen, also habe ich angefangen, mich stück für stück zu distanzieren. mir überlegt, ok, womit kann ich umgehen, was ist gut für mich. situationen, in denen ich mich immer aufgeregt habe, habe ich vermieden. damit habe ich dann auch immer wieder meinen vater vermieden, aber es ging mir besser. am anfang war das hart und traurig, aber einen besseren weg weiss ich nicht.
und deine angst kann ich nachvollziehen. ich warte auf den tag, an dem die ersten schäden bemerkbar sind. er wird fürchterlich werden.
ich wünsch dir alles gute!