Beiträge von purzelbaum

    Zitat von gavris

    Wisst ihr was mein Problem ist: Dass ich (und ich geb das ehrlich zu, auch wenn es nicht gut ankommt) den Alkohol immer noch als Freund, als Retter in bestimmten Situationen sehe. Ich glaube, ich habe meinen Tiefpunkt noch nicht erreicht. Und das ist es, wovor ich mich fürchte. Viele der hier anwesenede trockenen Alkohliker, erlebten einen absoluten Tiefpunkt - den hatte ich eig. nicht, auch wenn es schon einige Male sehr blamabel und abstoßend war.

    hey gravis,

    also ich helfe mir jetzt so, dass ich mein tiefpunkte aufschreibe und wenn sie wieder in vergessenheit geraten, will ich sie mir immer wieder durchlesen, immer wieder in erinnerung rufen....

    mir ging's genauso, dass nach einer geraumen zeit viele ereignisse verblasst sind....dieser fehler soll mir jetzt einfach nicht passieren...

    Zitat von gavris


    UND: Ich seh momentan keine anderen Möglichkeiten, um meine Probleme zu lösen. An sich selber zu arbeiten ist ja gut und schön, aber ich habe das Gefühl, dass ich immer das Häufchen Elend bleiben werde, das ich bin, und kein anderes Leben führen kann.


    das geht dir doch nur im moment so, weil du gerade im seelischen entzug bist....das war bei mir ganz genauso, manchmal hielt es sogar bis zu 4 tagen an....ich war enorm depressiv.....glaube mir "ES WIRD WIEDER BESSER", auch wenn du dir es im moment nicht vorstellen kannst!

    Zitat von gavris

    Das heißt, dass ich nicht weiß, warum ich den Alkohol überhaupt aufgeben sollte, da es ja sowieso nicht besser wird - nein es wird sogar schleche, das sagt halt mein Gefühl!


    die antwort ist doch wohl klar: du willst leben....verdammt mach endlich die augen auf.....noch ist es nicht zu spät.....

    Zitat von gavris


    Schreibe diesen Beitrag gerade unter Tränen, und es ist ja gerade Selbstmitleid, das einen Menschen zerfrisst. Aber ich bin noch trocken, weil ich ich ja auch noch in der Klinik liege, aber was dann????

    überlege ob du eine stationäre behandlung oder eine ambulante entwöhnung machst, aber werde aktiv und mache etwas dagegen!!


    Zitat von gavris


    PS: Bin froh, dass die mich in der Klinik überhaupt aufgenommen haben, bin ja schließlich nicht das, was man unter einem schweren Alkohliker versteht (einige Flaschen Schnaps täglich), sondern jemand der 2 bis 3 mal wöchentlich einiges an Alkohol trank.

    noch bist du vielleicht kein schwerer alkoholiker, aber ich denke darum gehts jetzt auch gar nicht !!! fakt ist: alkoholismus, egal in welchem stadium ist CHRONISCH und nicht heilbar.....sie ist immer da und wird dich ein leben begleiten....für mich war das auch ein langer weg das zu erkennen und leider habe ich es auch erst letzte woche gerafft - aber jetzt ist mein ziel klar: kein alkohol mehr!!!

    denk mal drüber nach.....

    lg

    Zitat von Noodles

    kennst du das denn auch, dass du, wenn du dem Alkohol erst einmal stand gehalten hast, anfängst die Krankheit zu bagatellisieren und zu glauben, sie wäre so schlimm gar nicht?

    hey noodles,

    ich kenne das nur zu gut - ich war über 5 monate trocken und dann wurde mir gesagt,dass ich ja schon ewig nichts mehr getrunken habe und ich es auch immer wieder in meinem umfeld gesehen habe.......dann kam die bagatellisierung und dann die rückfälle....

    glaube mir, danach fühlst du dich noch mieser und schlechter als früher nach irgendwelchen alkoholexzessen....

    ich habe hier im forum viele leidensgeschichten gelesen und es gibt so viele menschen die nach ihrem trocken werden sehr schwere tiefschläge hatten und sie blieben trotzdem trocken - davor habe ich soviel respekt und diese geschichten haben mich so ungemein berührt, dass ich diesem beispiel folgen möchte.....


    lg

    Zitat von Noodles

    ich würde aber mal fast behaupten, dass dies (zumindest für mich) nicht ganz so schwer ist, zumindest nicht so schwer, wie sich gedanklich vom Alkohol zu lösen. Ich halte irgendwo immer noch am Alkohol fest und denke, dass wenn es mir besser geht, ich ja wieder normal trinken kann. Während ich das schreibe, weiß ich eigentlich, dass das niemals so sein wird, aber manchmal verliere ich mich in diesen naiven Gedanken.

    hey noodles,

    das kenne ich nur zu gut diese gedanken - aber wie gesagt, wenn man diese gedanken hat heisst das eigentlich schon alarmstufe "ROT"...

    Zitat von Noodles

    Ich weiß einfach nicht, wie ein Leben ohne Freundin und ohne Alkohol in meiner Freizeitgestaltung aussehen soll--es ist ein bitteres Eingeständnis, aber es ist so. Obwohl ich Sport mache, lese, eine Tochter und viele Interessen habe, fühle ich mich dann immer so leer. Mir ist es peinlich, aber ohne Alkohol fühle ich mich tatsächlich leer.


    okee, irgendwie findest du scheinbar noch keinen richtigen halt im moment, sehe ich das richtig?
    was machst du denn beruflich?? bist du zeitlich ausgelastet oder hast du viel freizeit??
    du musst gucken, dass du dein tagesablauf gut strukturierst...wenn du zeit hast, hilft oft auch schon ein spaziergang & frische luft...
    was ist mit freunde?? wissen die bescheid - hast du jemanden mit dem du reden kannst, der dir nahe steht?

    fragen über fragen ;)

    Zitat von Noodles

    Die Vorfreude auf das Trinken fehlt, auch das Gefühl, den Kater überwunden zu haben, wieder neu ins Leben zu starten, das waren für mich echte Highlights. So bescheuert sich das anhört. Irgendwie vergesse ich in vielen Momenten den ganzen Scheiß, den der Alkohol oder ich mir selber mit dem Alkohol angetan habe.
    Aber es ist so typisch für mich, gestern war ich stärker als der Alkohol und schon relativiere ich wieder meine Sucht---ich muss´diesen gedanklichen Teufelskreis schnell möglichst unterbrechen, sonst drehe ich mich ja auf ewig und drei Tage in einer endlos Spirale, nur ich weiß verdammt nochmal nicht wie?
    Hast du Rat?
    Lg, Noodles

    mir hat es geholfen einen notfallplan zu basteln! das war mein größter fehler, dass ich diesen plan nicht im vorfeld hatte....ich war schon über 5 monate trocken und hätte ich diesen plan vor ca 7 wochen gehabt, wären wahrscheinlich meine rückfälle gar nicht passiert....

    also, ich habe mir erstmal gedanken darüber gemacht, wen ich anrufen könnte, mit wem ich mich treffen könnte wenn es "akut" wird...., was ich tun könnte z.b. zum sport fahren und mich komplett auspowern

    dann habe ich mir noch kleine "helferchen-zettel" gemacht, die überall in meinen sachen verteilt sind z.b. portemonnaie, timer, tasche, jacke, hosen-/rocktasche einfach überall - sie sollen da sein für mich, wenn die situation verdammt brenzlig wird und der teufel wieder auf meiner schulter sitzt und sich breit macht ;)
    auf diesen zettel stehen klar definierte stichpunkte, die mich in dem moment wachrütteln sollen und mich schnell von dem ort verschwinden lassen, an dem ich mich gerade befinde...


    desweiteren habe ich eine art tagebuch begonnen, wo ich alles aufschreibe z.b.
    - wie der ablauf meiner rückfälle war, um zu sehen wo die ursachen lagen
    - meine tiefpunkte im alkoholrausch
    - was ich nie wieder erleben möchte...
    - ängste & sorgen
    - meine ziele für die zukunft/einen festen plan
    - stärken/schwächen
    - liste mit den dingen, die mir freude bereiten/ die ich gerne tue

    na ja und zu guter letzt habe ich mich vor ein paar tagen hier im forum angemeldet und lese viele leidensgeschichten usw.....das hilft mir verdammt gut!

    ich hoffe, ich konnte dir ein bisschen helfen.....


    man kann viele dinge/krankheiten im leben nicht beeinflussen, aber diese krankheit können wir beeinflussen, indem wir nicht mehr trinken....sei stark...du schaffst das !!!

    lg

    hey noodles,

    bleib stark - ich bin das beste beispiel - ich hab nachgegeben und nach fast einem halben jahr alles über den haufen geworfen....danach wird alles nur noch sehr sehr viel schlimmer...

    du hast hier soviele leute um dich herum, die dich genau verstehen und dir zuhören und dir helfen....für mich ist das jetzt das wichtigste überhaupt, dass es menschen gibt die für mich da sind und dass ich mit dieser krankheit nicht allein bin....

    gruß

    hoppegarten :

    ja damit hast du recht - das ist auch dieses mal alles klarer....

    ich glaube, dass ich immer wieder so leichtsinnig wurde hat auch damit zu tun, dass viele leute aus meinem umfeld die sache schön geredet haben und gesagt haben "ist doch alles gar nicht so schlimm"....

    da ich mich in gewissen momenten auch gerne lenken und leiten lasse, habe ich dann eine umkrempelung meiner gedanken zugelassen....

    aber die fehler habe ich erkannt und werde genau hier ansetzen, um nicht wieder in diese falle zu tappen....

    lg

    Zitat von Noodles

    anderseits, glaube ich, dass einige (gerade von den Trinkern) auch hoffen, dass ich irgendwie wieder trinke und dann doch wieder der Alte bin, aber das juckt mich nicht ganz so, sondern spornt mich eher noch an, nicht zu trinken--nur, dass ich wieder genauso denke, fühle und handle, wie zu meinen Trinkerzeiten macht mir große Sorgen und muss unbedingt behandelt werden, weil sonst halt ich dem Druck nicht ewig stand..da muss ich auch ganz ehrlich sein

    hey noodles,

    genau das gleiche kenne ich und das hat mich zu meinen letzen rückfällen geführt.... viele meiner freunde und bekannten haben auch gehofft, dass alles wieder so wird wie früher und ich mittrinke und was soll ich sagen:

    - vor ca 7 wochen hatte ich meinen 1. rückfall und
    - vor 1,5 wochen meinen 2. rückfall....

    und auch ich habe zuvor meinem alten muster sehr genähert....ich bin wieder öfter ausgegangen und hatte oftmals die gleichen gefühle....meine rückfälle hatten sich damit also schon mehr als angkündigt und ich habe es nicht erkannt.....FATAL.

    seitdem weiß ich, dass ich noch bewusster mit dem ganzen thema umgehen muss, noch achtseimer sein muss und gut für mich sorgen muss, sofern das kleinste anzeichen aufkommt...

    ich war leider zu leichtsinnig und naiv - die folge waren 2 rückfälle und heftige depressionen bis hin zu leichten suizidgedanken......

    also tue dir selber einen gefallen und bringe du dich nicht in diese situation....

    einen ganz lieben gruß

    Zitat von preha


    Wie magst du denn deinen Tagesablauf ändern??

    Mir z.B. hilft es jeden Morgen um 5.00-5.30 aufzustehen und dann zu walken..Herrlich!

    hallo preha,

    mein tagesablauf war in den 5 monaten, wo ich bereits trocken war, super. bin früh morgens aufgestanden zum sport und dann zu meinem job - alles war super.

    nach meinem 1. rückfall vor ungefähr 6/7 wochen habe ich dann mit dem sport aufgehört - völliger fehler - ich weiß - aber irgendwie fehlt mir die kraft, energie & lust dazu.... ich nehme es mir fast jeden tag vor und dann schiebe ich es doch wieder auf den nächsten usw...

    na gut.....vielleicht klappt es ja ab morgen wieder....

    ab nächste woche beginne ich ein aufbausemester für mein studium und ich bin guter dinge!! die zusage dafür habe ich erst vorgestern bekommen.
    es wird meinem tagesablauf ganz neu strukturieren und ich freu mich wahnsinnig drauf.

    meinen kleinen nebenjob habe ich aus scham letzte woche eh gekündigt und von daher musste auch unbedingt was neues her...
    finanziell wird es alles ein hartes halbes jahr und ich muss zusehen, dass ich das irgendwie alles schaffe und mich nicht unterkriegen lasse....
    einen kleinen nebenjob bräuchte ich bestimmt nochmal, aber gut "step by step"....

    ich denke auch, dass sich das mit diesem trinken eingeschlichen hat, weil ich als student auch mal die eine oder andere vorlesung ausfallen lassen konnte um mich auszuschlafen und auszuruhen.... der kleine nebenjob war auch nicht jeden tag und so konnte man seinen tagesplan immer von alleine gestalten....es gab einfach kein richtige struktur...

    ich hoffe so sehr, dass mir das alles ab nächste woche super gelingen wird. große angst habe ich dennoch! angst davor, weil das ein intensiv-kurs ist, d.h. 40-stunden/woche mit anwesentheitspflicht und jede woche freitag eine klausur....
    das bin ich gar nicht gewöhnt, aber ich denke, dass ich das schaffen werde!
    es ist halt eine komplette lebensumstellung für.......

    hmm, na gut - schauen wir mal....

    lg

    hallo hoppegarten,

    Zitat von hoppegarten

    Ein Tiefpunkt, der dich an deine psychischen und physischen Grenzen geführt hat.
    Schlimm, aber aus diesem Tiefpunkt kannst du auch Kraft schöpfen, nämlich indem du dir im Klaren bist, dass du einen solchen niemals mehr erreichen möchtest, was damit einhergehen muss, dass du nicht mehr trinkst.

    Du erkennst ja im Nachhinein sicher den fatalen Mechanismus.

    Wärst du nüchtern geblieben und hättest deinen Schlüssel verloren, hättest du alles mit nüchternen Gedanken regeln können. Und alles andere auch.
    Der Alkohol hat dich so weit gepusht, dass dir alles, sogar das Wichtigste, nämlich dein Leben, egal war und dass aufgrund von nebansächlichen Dingen.

    Die Frage ist jetzt, ob du erkennst, dass Alkohol dir nicht gut tut.

    die frage, was eigentlich noch passieren muss, habe ich mir schon oft gestellt - das schlimme ist bei mir, dass ich nach einiger zeit die schlimmen phasen immer wieder vergessen habe und mich in den sog des alkohols wieder hineinziehen lassen habe, weil ich gedacht hab "ach geht schon, diesmal passt du einfach besser auf auf dich" !!!

    genau aus diesem grund, möchte ich mich intensiv um meine abstinenz kümmern. das heisst in erster linie für mich: mich jeden tag daran zu erinnern, dass meine abstinenz 1. priorität hat und das mit hilfe von kleinen helferchen, die ich mir gebaut habe!

    ich habe mir viele neue klare ziele gesetzt und diese werde ich nur mit der abstinenz erreichen - das ist mein größtes fundament dafür!!


    Zitat von hoppegarten

    Wichtig ist, dass du erstmal einen klaren Kopf bekommst, auf keinen Fall trinkst, um dich wieder besser zu fühlen und ruhig bleibst, auch wenn das leichter gesagt als getan ist.

    Du weißt ja aber an sich schon, wenn du dich hinterfragst, dass der Alkohol dir keine besseren Gefühle bringt oder die Probleme behebt, sondern viel mehr dafür sorgt, dass du dich in der Spirale immer weiter nach unten bewegst.

    ja, dass weiß ich - ich bin auch gerade dabei - mit hilfe einer art tagebuch - genau zu gucken und zu analysiere, wodas eigentlich herkommt....

    also die eigenschaften zu suchen,die mich denken lassen, dass ich sie mit alkohol leichter habe oder erreiche....wie z.b. locker & unbeschwert sein, selbstbewusster usw....

    und dann muss ich wirklich mal zusehen, dass ich diese eigenschaften auch normal haben kann und nicht nur unter alkoholeinfluss...

    also es gibt ein riesigen haufen arbeit!!!!!!!!

    aber ich bin bereit und denke, dass ich seit letzte woche einen guten neustart gemacht habe mit besseren voraussetzungen!

    lg

    hallo brad,

    Zitat von brad

    Ich kannn dir nicht viel aufbauendes sagen leider, dafür gehts mir selbst noch zu bescheiden und ich versuch jeden Tag da raus zu kommen. Aber eines ist klar: da rauskommen können wir jetzt nur OHNE Alkohol!

    Und wenn ich nur einen kleinen Gedanken an Alk denke, führ ich mir sofort meinen Tiefpunkt vor Augen und die Gedanken sind weg!

    danke für deinen tip ;)

    ich bin unter anderem auch dabei mir einen notfallplan zu basteln....das sieht bei mir gerade so aus, dass ich mir ganz viele kleine helferchen-zettel geschrieben habe - die überall in meiner tasche, handy, timer, jacke sich befinden - damit ich im fall der fälle diese bei mir habe und nochmal auf einen blick habe, was passiert ist und was nie wieder passieren darf!!!

    denn so blöd und naiv es sich anhört - bei meinen letzten 2 rückfällen, habe ich diese gedanken komplett verdrängt und nur daran gedacht: "ach das geht schon puppi - bei den anderen gehts doch auch - locker bleiben, das kriegste schon hin"...

    und schwupps war das erste glas wein in mir und das 2. folgte gleich....

    das ist echt als wenn ein teufel auf meiner schulter sitzt und mir meine vernünftigen gedanken aus dem kopf bläst....

    hach, das ist so verflucht alles und das obwohl ich schon auf so einem gutem weg war....aber irgendetwas hat mir scheinbar gefehlt....ich war leichtsinnig und nicht achtsam genug....

    na gut, wie gesagt, alles geht bei mir nochmal auf den button "start" und ich versuche es dieses mal anders zu machen!!!

    lg

    hallo preha,

    ich habe seit letztem we viel nachgedacht und am dienstag mich dazu entschieden, es diesmal anders zu machen.....ich habe schon 5 monate vor dem 1. rückfall geschafft, also ist es jetzt an mir den richtigen weg zu finden...

    als erstes habe ich das thema ABSTINENZ zu meiner 1. priorität gemacht, dann habe ich begonnen eine art tagebuch zu schreiben, wo ich alles hineinschreibe, was mich belastet/beschäftigt usw....aber auch wie mein plan ist/prioritätenliste....alle fragen die in mir auftauchen....meine geschichte wie es zu den rückfällen gekommen ist, um herauszufinden was dafür ausöser war...

    dann bin ich auf dieses forum gestoßen letzte woche und habe sehr viele leidensgeschichten gelesen....zu guter letzt meine therapeutin + shg...

    mein ziel ist, dass ich es dieses mal durchhalte und dieses thema nie wieder vernachlässige und leichtsinnig werde....

    also alles beginnt für mich vorn, aber dieses mal viel viel intensiver und bewusster!

    lg

    Zitat von Kaleu

    Hallo Purzelbaum,

    bist Du aktuell noch suizidgefährdet oder dahingehend wieder stabilisiert?

    Gruß

    Kaleu

    nach meinen 2 rückfällen hatte ich schon solche gedanken, weil ich mich als versagerin gesehen habe....aber das würde ich einfach nicht mehr meinen umfeld antun...das sind ja auch nur gedanken, die mir passieren wenn ich alkohol getrunken habe bzw. danach, weil ich nicht damit klarkomme!

    ansonsten bin ich diese woche schon ganz stabil, was dieses thema betrifft....habe auch keine alkoholgedanken....sondern beschäftige mich seit letzte woche intensiv mit dem thema alkoholsucht und abstinent werden....

    das habe ich zwar schon seit mai getan, aber nicht so intensiv und ich glaube, dass ich auch vergessen habe meine abstinenz immer als 1. priorität zu setzen - aus diesem grund und verschiedenen anderen sachen kamen die 2 rückfälle - denke ich!!!

    ich bin einfach zu leichtsinnig mit dem thema umgegangen!!

    hoppegarten :

    danke, ja ich weiß, du hast recht mit dem was du sagst, aber es ein verdammt harter kampf gegen sich selber, sich nicht immer wieder unterzukriegen lassen....

    das schamgefühl ist halt noch verdammt hoch, wahrscheinlich klar, der letzte rückfall ist 1,5 wochen her....also bin ich noch extrem dünnhäutig....

    ich hoffe, das es bald besser wird und ich stärker werde!!!

    lg

    ich holte tief luft und rief ihn an - es gab streit, er war super enttäuscht von mir und sehr verärgert!!!

    ich fuhr dann auf dem nachmittag nach hause!

    er schrie mich an und war sehr sehr sauer - klar!!!

    ich kam mir so nutzlos vor und vor allem wusste ich nicht, wie ich das anstellen konnte - so etwas völlig hirnloses....
    wir stritten und er machte schluss mit mir...
    alles brach zusammen, ich war völlig labil und wusste mir nicht zu helfen - ich machte mir eine flasche wein auf und trank ein glas (es war montag abend!!!)

    meine gedanken wurden schlimmer und unerträglich - ich wollte einfach nicht mehr denken, ich wollte dieses kopfkino auslöschen - ich hatte keinen bock mehr darauf....
    also dachte ich: "gut, nimmste einfach ne schlaftablette + 1 glas wein - dann schläfste erstmal - ganz feine püppi!!"

    denkste.... 1 stunde später war ich hellwach und wieder kopfkino...ich nahm noch ene tablette und trank noch einen schluck wein.....das ganze spiel setzte sich so fort, da ich immer wieder nach kurzer zeit erwachte und das theater vor augen hatte...
    zum schluss, weiß ich noch dass ich völlig im rausch war und mir es auf einmal egal war, ob ich noch lebe oder nicht, da ich mich als der schlechteste mensch der welt fühlte...
    nachts um 3 oder 4 uhr schrieb ich einen abschiedsbrief für meinen freund indem ich mich für alles entschuldigte und ich mir keinen anderen ausweg mehr weiß....
    ich hatte zum schluss bestimmt 30 - 40 tabletten geschluckt und den rest der flasche wein....

    ich schlief dann endlich ein....

    am nächsten morgen wollte mein freund nach dem rechten sehen und kam ins schlafzimmer, er versuchte mich zu wecken...es ging natürlich nicht und er rief den notarzt......

    ich lag 2 tage auf der intensivstation und kam absolut nicht mehr klar mit meinen schuldgefühlen....

    hey,

    danke für eure antworten....

    also ich werde mal ein bisschen mehr über mich erzählen...

    wie gesagt, war (bin) ich ein quartalstrinker, meistens endete es in einem ordentlichen rausch. da ich mich immer in kreisen bewegte, wo das so üblich war und "normal" war, habe ihc es auch immer wieder verdrängt, welches problem da eigentlich besteht...

    im märz diesen jahres war es mir zuviel mit der feierei und ich bin das erste mal zu einer suchtberatung gegangen...meintrinkverhalten wurde als grenzwertig eingestuft und wir wollten es intensiv beobachten...

    na ja und dann kam mein geburtstag, der zwar nicht im vollrausch endete, aber auch definitiv mit zuviel alkohol im blut....

    danach versuchte ich mich zusammenzureißen....

    es war ein samstag abend, ich war allein zu haus und bekam einen anruf, ob ich mit alten bekannten nicht etwas trinken möchte....
    nebenbei gesagt habe ich nein-sagen-problem.....!!!

    also musste man mich nur zwei-dreimal bitten und nochmal anrufen und ich stimmte zu....ichfuhr also dorthin und wir tranken wein....eigentlich kein problem, da aber bei den bekannten auch völlig fremde menschen bei waren wollte ich locker sein und trank etwas mehr...
    (das ist mit ein grund gewesen, dass ich sehr viel getrunken habe, da ich normalerweise ein verdammt zurückhaltender, schüchtener mensch bin)

    es kam wie es kommen musste: ich war betrunken! wie ich das taxi nahm weiß ich gerade noch so.... zu hause angekommen habe ich bemerkt das mein haustürschlüssel verschwunden war - na prima!!! ich war total betrunken und hatte angst meinen freund anzurufen, da dieser dachte, dass ich ganz brav und artig zu hause bin....gut also habe ich versucht den schlüsseldienst anzurufen...leider erfolglos, entweder weil ich zu betrunken war oder weil ich etwas verkehrt gemacht habe...
    na ja jedenfalls bin ich in meinem vollrausch zur nächsten kneipe und hab natürlich erstmal noch einen schnaps drauf getrunken, weil ich verzweilfelt war und hilflos und einfach nicht wusste was ich jetzt tun kann....im nachhinein so DÄMLICH!!!!
    ich habe dann einen freund von mir erreicht und bin zudem hin, allerdings wusste ich, dass der auch noch unterwegs war (es war so nachts um 2 oder 3 uhr)...
    also ich dahin und habe weitergefeiert damit ich gar nicht an mein angestelltes chaos denken muss...oder besser gesagt wie ich das problem lösen kann!!!
    anschließend bin ich zu meinem freund mit nach hause!!! wir haben erstmal geschlafen!!! dann kam tag 2: ich stand mit einem heftigen kater auf und ich erinnerte mich an mein problem: der schlüssel ist weg und ich war eine nacht ohne ein wort zu meinem freund zu sagen nicht zu hause und er wusste noch immer nicht wo ich war - PRIMA!!!
    auf dem tisch stand noch ne angefangene flasche prosecco und irgendein schnaps - also kippte ich mir das nächste hinein (weil es ja so viel einfacher und entspannter für mich war)....fazit war, ich brauchte nicht viel und war gleich wieder voll und legte mich wieder ins bett....
    am montag war mir dann kotzübel, ich war völlig depressiv und wusste noch immer nicht wie ich es meinem freund beibringen soll, was jetzt eigentlich wirklich alles passiert ist...
    ich holte tief luft und rief ihn an

    Ich bin neu neu hier und lese schon seit fast einer Woche in diesem Forum...dann habe ich mich endlich angemeldet!

    Mein Trinkverhalten: "Quartalstrinkerei" mit dem einen oder anderen Kontrollverlust. Danach verfiel ich immer in totale Depressionen- tagelang!!!

    Nach einem einschneidenen Erlebnis im Mai 2010 habe ich mich in eine ambulante Entwöhnungstherapie begeben. Alles war total gut und es ging wieder bergauf....ich war 5 MOnate trocken und dann kam der 1. Rückfall, vor ungefähr 6 Wochen und dann der 2. Rückfall vorletztes WE...

    Ich bin ziemlich fertig gewesen, da sich einiges ereignete und ich am Boden zerstört war...

    Dann habe ich mich aber zusammengerissen und angefangen zu überlegen, was eigentlich passiert war....und wie es zu den Rückfällen gekommen ist...
    Ich habe begonnen alles aufzuschreiben was in mir vorgeht, damit ich den Ursachen endlich auf dem Grund gehen kann....

    Mein Problem ist aber genauso wie bei Euch, ich falle immer wieder in ein so großes Tief, denke darüber nach, was wohl passiert ist und was ich getan habe, was die anderen über mich denken....und ich schäme mich so sehr, dass ich in den Boden versinken möchte....
    Ich kann damit absolut nicht umgehen und bin immer wieder verdammt depressiv und das alles wegen diesen leichtsinnigen Rückfällen, weil ich mich selber überschätzt habe und gedacht habe ich kann das vielleicht doch mit dem Trinken....so ein verdammter Trugschluss...

    Na ja jetzt heißt es natürlich immer nach VORN sehen und es dieses Mal besser machen, aus meinen Fehlern zu lernen....doch was bleibt ist trotzdem das Ungewisse, wie die anderen über mich denken und in welche unangehmen Situationen ich vielleicht noch kommen werde....diese Grübelei zermartert mich völlig....seit dem letzten WE (2.Rückfall) kann ich nicht viel schlafen, immer wieder wache ich auf und denke darüber nach, was passiert sein könnte und belaste mich mit Selbstvorwürfen und einer enorm großen Selbstverachtung...

    Ich weiß, dass das ncihts bringt, aber ich komme einfach nicht heraus aus diesen Gedanken....

    Vielleicht könnt Ihr mir ja einige Tipps geben, wie ich besser damit umgehen kann???

    LG

    hallo gravis,

    habe eben alles mit schrecken gelesen. mein beileid!!! ich hatte auch einen rückfall vor ca einer woche und der war alles andere als witzig.

    ich hoffe, dass du trotz allem dich nicht unterkriegen lässt.

    glaub mir - egal wie schwer diese situation zu meistern ist, aber es wird alles wieder besser....du musst jetzt den kopf oben behalten und dir helfen lassen...

    mir hilft am meisten, dass ich weiß, dass ich nicht "allein" bin, sondern dass du hier im forum ganz viele menschen hast, die auch an dieser krankheit leiden....

    ich würde mich freuen, von dir bald wieder zu lesen....wünsch dir ganz viel kraft!!!

    lg

    N'abend!

    Ich bin neu neu hier und lese schon seit fast einer Woche in diesem Forum...

    Auch mir passierte diese Quartalstrinkerei mit dem einen oder anderen Kontrollverlust.

    Nach einem einschneidenen Erlebnis im Mai 2010 habe ich mich in eine ambulante Entwöhnungstherapie begeben. Alles war total gut und es ging wieder bergauf....ich war 5 MOnate trocken und dann kam der 1. Rückfall, vor ungefähr 6 Wochen und dann der 2. Rückfall vorletztes WE...

    Ich bin ziemlich fertig gewesen, da sich einiges ereignete und ich am Boden zerstört war...

    Dann habe ich mich aber zusammengerissen und angefangen zu überlegen, was eigentlich passiert war....und wie es zu den Rückfällen gekommen ist...
    Ich habe begonnen alles aufzuschreiben was in mir vorgeht, damit ich den Ursachen endlich auf dem Grund gehen kann....

    Mein Problem ist aber genauso wie bei Euch, ich falle immer wieder in ein so großes Tief, denke darüber nach, was wohl passiert ist und was ich getan habe, was die anderen über mich denken....und ich schäme mich so sehr, dass ich in den Boden versinken möchte....
    Ich kann damit absolut nicht umgehen und bin immer wieder verdammt depressiv und das alles wegen diesen leichtsinnigen Rückfällen, weil ich mich selber überschätzt habe und gedacht habe ich kann das vielleicht doch mit dem Trinken....so ein verdammter Trugschluss...

    Na ja jetzt heißt es natürlich immer nach VORN sehen und es dieses Mal besser machen, aus meinen Fehlern zu lernen....doch was bleibt ist trotzdem das Ungewisse, wie die andere über mich denken und in welche unangehmen Situationen ich vielleicht noch kommen werde....diese Grübelei zermartert mich völlig....seit dem letzten WE (2.Rückfall) kann ich nicht viel schlafen, immer wieder wache ich auf und denke darüber nach, was passiert sein könnte und belaste mich mit Selbstvorwürfen und einer enorm großen Selbstverachtung...

    Ich weiß, dass das ncihts bringt, aber ich komme einfach nicht heraus aus diesen Gedanken....

    Vielleicht könnt Ihr mir ja einige Tipps geben, wie ich besser damit umgehen kann???

    LG

    hallo peter,

    ich bin neu hier und habe in der letzten nacht deine ganze geschichte gelesen!

    ich war so sehr berührt davon und konnte einfach nicht aufhören bis ich alles zu ende gelesen habe.

    du hast so viel durchgemacht und hast das dennoch so super gemeistert - das verdient wirklich den größten respekt.

    in deiner geschichte habe ich sehr viel mut gesammelt, mut für meinen weg und das ich ihn dieses mal schaffen werde.

    ich hoffe, dass du irgendwann deine geschichte hier fortsetzt und ich wieder von dir lesen kann!!!

    viele liebe grüße aus berlin