Beiträge von elchtreiber

    Hallo HansHa,

    wie ich schon schrieb dachte ich bis zu dieser Attacke, dass es mir nichts aus macht.
    Das hat mich wachgerüttelt, und ich nehme Eure Hinweise sehr ernst, und werde mich darum bemühen, sie umzusetzen.

    Hallo Martin,

    mir geht es auch nicht darum, mich nicht zu "blamieren", sonder darum, dass jemand, der Bescheid weiss, es mir leichter macht, z.B. aus einem Restaurant zu gehen, wenn sich Druck aufbauen sollte.
    Z.B. ist es in vielen Restaurants ja üblich vor und / oder nach dem Essen ungefragt (!) einen Aperetif oder einen Schnaps auf den Tisch gestellt zu bekommen. Dann denke ich, ist es gut, wenn die Begleitung Bescheid weiss, warum ich dann einfach gehe.

    Gruß
    Ralf

    Hallo Hartmut,

    an dem Tag, wo ich den Entschluss gefasst habe, aufzuhören, hatte ich einerseits das Empfinden, dass ich die Kontrolle über das Trinken verloren habe, konnte mir aber andererseits nicht direkt eingestehen, dass ich alkoholabhängig bin.
    Dachte halt, ich bin ja unter der Woche trocken - kann ja keine Alk-Abhängigkeit sein.
    Dann habe ich meinen Kater vom Vortag abklingen lassen, und bin von da ab trocken geblieben.

    Geändert habe ich sonst gar nichts. Damit fange ich gerade erst an.

    Aber ich hatte schon damals den Vorsatz ein für allemal mit dem Trinken aufzuhören, weil ich natürlich schon zig-mal versucht hatte, meinen Konsum zu kontrollieren, was immer nur ein paar Wochen funktioniert hat. Und ich habe mir selber auch eingestanden, dass es immer mehr Alk in den letzten Jahren geworden ist. Das waren dann leicht mal eben eine Flasche Wein und auch mal 2 Kurze dazu.
    Das führte zu einem Gefühl der Scham und des Versagens gegenüber meiner Umgebung und meiner Familie.

    Nach den ersten Wochen Trockenheit kam dann eine gewisse Euphorie auf: jetzt schaffst Du es endlich!
    Nach dem Abklingen der Euphorie ist bei mir das sichere Gefühl geblieben, ohne Alk geht es mir definitiv besser: ich bin leistungsfähiger, meine Schlafprobleme haben sich gebessert, und ich bin endlich mal ehrlicher mit mir selber.

    Deshalb kommt ein zurück zum Alk für mich nicht in Frage. Außerdem habe ich hier im Forum jetzt etliches gelesen, was mir das Risiko eines Rückfalls drastisch vor Augen führt.

    Deswegen habe ich auch angefangen, meine unmittelbare Umgebung über meine Alkohohlkrankheit aufzuklären. Das schließt meine Familie ebenso ein, wie meinen engeren Kollegen- und Freundeskreis (bin ich aber noch nicht ganz fertig).
    Ich denke, dass dadurch auch die Hemmschwelle für mich höher gelegt wird, rückfällig zu werden.

    Gruß
    Ralf

    Hallo Murmeltier,

    nein ich möchte niemanden auf den Arm nehmen!

    Ich bin seit 4 Jahren trocken, und habe mit dem
    bisher herumstehenden Bier oder Wein noch nie
    ein Problem bekommen. Dann holte meine Frau
    aus einem bis dahin gefüllten Schrank eines Abends
    eine Flasche Cognac - und da hatte ich nach 4 Jahren plötzlich ein Problem.
    Da ich nie eine Therapie gemacht hatte und bisher auch keiner SHG angehört habe, sind das jetzt meine ersten Schritte, mein Leben umzubauen.
    Und ich weiß nicht so genau, was ich meiner Frau und Tochter zumuten soll / muss und wo es in Übertreibung
    übergeht. Der (ab)geschlossene Kühlschrank - nur für Getränke - löst bei mir nix aus (bisher), auch keine Gedanken über den Inhalt.
    Nach 4 Jahren stört mich mehr die Fernsehwerbung für Bier und div. Sorten Alkohol, ohne die man keine halbe Stunde Fernsehen sehen kann,
    und die diversen Plakatwerbungen. Alles penetrant und nervig für jemanden der dafür sensibel geworden ist.

    Hallo Martin,
    danke für Deine Einschätzung!
    Leider ist das für mich nicht so einfach, weil ich von der Haut her die sog. Balsam-Produkte nicht gut vertrage.

    Und z.B. ist Spiritus das einzige (!) zugelassene Mittel um Bremsbeläge zu reinigen (Hobby: Oldtimer).
    Was mich halt interessiert, sind die persönlichen Erfahrungen im Umgang mit solchen Kosmetika und Putzmitteln.
    Ich nehme aber Deine Einschätzung sehr ernst, und werde mal (weiter) nach Alternativen suchen.

    LG
    Ralf

    Moin,

    ich brauch mal einen Ratschlag.
    Da meine Frau hin und wieder mal abends ein Bier trinkt, wenn ich nicht da bin, habe ich jetzt den Alk in einen - abgeschlossenen - Kühlschrank verbannt.
    Damit aus den Augen - und aus dem Sinn.
    Seit ich mit meiner Frau über meine Abhängigkeit gesprochen habe,
    trinkt sie auch in meiner Gegenwart nicht mehr (dafür muss ich ihr unbedingt meine Anerkennung und Dank aussprechen!).
    Aber reicht das Eurer Meinung nach ?
    Ich benutze weiter Deo-Spray's, Rasierwasser und habe auch
    alkoholhaltige Reinigungsmittel und Spiritus im Hause.
    Für mich hat das mental erst mal überhaupt nichts mit Alkohol-Trinken
    zu tun. Wie haltet Ihr das ?

    Gruß
    Ralf

    Hallo,

    nun liegen die Weihnachtsfeiertage hinter mir.
    War schön. Familie und Kinder wieder im Haus, das kann ich inzwischen
    durchaus genießen.

    Das Ausräumen des Hauses vom Alk kommt nicht so gut voran, da muß
    ich mit meiner Frau noch mal sprechen.
    Sie möchte sich von ihrem abendlichen Glas Wein oder Bier nicht
    verabschieden. Da muss eine Lösung gefunden werden.
    Mir schwebt so etwas vor, dass sie ihr Bier oder Wein irgendwo
    unterbringt, und ich das Zeug nicht ständig sehe.

    Andererseits bin ich unter der Woche beruflich unterwegs und hab mir
    vor einem halben Jahr einen Wohnwagen zugelegt, der natürlich
    alkfrei ist.
    Mir ist gar nicht bewußt geworden, dass ich dort streßfreier bin als
    zu hause, wo mich der Kasten Bier oder die Flasche Wein immer
    daran erinnert, Nein - zu mir - zu sagen.

    Positiv war für mich, dass sich der Saufdrang - um nicht zu sagen
    Zwang - nicht wiederholt hat, auch wenn für unsere Gäste Wein
    auf dem Tisch stand.

    Wie ist das bei Euch, lassen solche Attacken irgendwann nach, oder
    kommt so etwas irgendwann einfach so hoch, auch noch nach
    vielen Jahren ? Bin ja erst seit 4 Jahren trocken, und das war die
    erste Attacke in dieser Intensität.

    Je länger ich hier im Forum lese, desto klarer wird mir, dass es
    noch etliche Punkte in meinem Leben gibt, die ich ändern sollte.
    Z.B. bin ich bisher mit einem Kollegen häufiger in einem Lokal
    chinesisch essen gegangen.
    Dort gibt es vorweg einen Aperetif und hinterher dann einen
    Schnaps. Mein Kollege weiß, dass ich nicht (mehr) trinke und greift sich
    dann das Zeugs.
    Aber ich werde wohl das Lokal wechseln. Unaufgefordert Alkhohl vor die
    Nase gestellt zu bekommen, ist für mich viel zu riskant.
    Und so gibt es wohl noch etliches, was ich im neuen Jahr in Angriff
    nehmen werde.

    LG
    Ralf

    Hallo,

    vielen Dank für die Unterstützung an Alle!

    es hilft mir wirklich weiter, zu lesen, was andere Betroffene denken
    und tun bzw. getan haben.
    Ich habe heute erstmals (!) mit meiner Frau geredet und ihr klar gemacht,
    dass ich Alkoholiker bin. Es war ihr wirklich noch gar nicht
    bewusst geworden.
    Andererseits habe ich die letzten Jahre auch nicht darüber geredet,
    weil ich immer dachte, das Thema ist jetzt erledigt.
    Bleibst Du eben trocken, ist ja kein Problem (denkste....).

    Ich muss erstmal lernen, mich auch zu öffnen, mit meiner Krankheit
    umzugehen. Und meine Umgebung zu verändern, trocken legen.

    Frohe (trockene) Weihnacht Euch Allen
    Ralf

    Hallo Hartmut,

    am Anfang stand bei mir der Selbstbetrug, wie wohl
    bei den Meisten: Ich bin doch gar nicht süchtig!

    Und dann habe ich an einem Abend - obwohl ich genau wusste,
    am nächsten Tag musst Du voll da sein, mir wieder die
    Birne zugedröhnt.
    Meine Frau hat mich dann gefragt "Warum machst Du das?".
    Werde die Frage wohl nie vergessen.
    Und dann war der Entschluss da, aufzuhören.
    Hab eben keinen Alkhol mehr angerührt - ohne Arzt, Entgiftung
    etc. War auch soweit kein Problem, da die physische Abhängigkeit
    nicht da war.

    Hat noch 2 Jahre gedauert, bis mir klar wurde, dass ich ein
    Alkholiker bin - jetzt trocken... und ich das akzeptieren konnte.

    Am Anfang war da noch öfter mal der Gedanke, jetzt ein Glas
    Rotwein zum Essen, ein Bier...
    Das wurde dann aber weniger und spielt jetzt in meinem Leben
    keine Rolle mehr.

    Bis auf diese Episode mit dem Cognac.

    Ich werde mich mal mit meinem Suchtgedächtnis etwas
    intensiver auseinander setzen, vielleicht komme ich so weiter .

    Gruß
    Ralf

    Moin,

    ich bin seit 4 Jahren trocken - und dachte ich hätte die
    Sucht im Griff. Nun, das ist ein Irrtum.

    Neulich holte meine Frau eine Flasche Cognac aus dem
    Schrank - und ich konnte mich kaum beherrschen.
    Dabei stand die Flasche da schon die ganzen 4 Jahre.
    Habe auch noch nie ein Verlangen gespürt, wenn meine
    Frau oder andere in meiner Gegenwart etwas trinken.
    Es steht auch ständig Alkhol bei uns zu Hause rum, ohne
    das es mich irgendwie in Versuchung bringt.

    Ich fühle mich jetzt vollkommen verunsichert, da ich
    fürchte, wenn sich solche Attacken wiederholen, werde ich
    auf Dauer damit nicht fertig.

    Vor 4 Jahren war ich eindeutig psychisch abhängig, habe
    mehrmals die Woche zu viel getrunken. Hang-Over's am
    Wochenende waren nicht selten.

    Und dann aufgehört. Kein Problem, kein Entzug, alles ok..
    Fühlte und fühle mich ohne Alkohol eindeutig besser.

    Was nun ? Brauche ich jetzt eine Therapie ?

    Grüße aus dem Norden
    Ralf