Hallo Hartmut,
an dem Tag, wo ich den Entschluss gefasst habe, aufzuhören, hatte ich einerseits das Empfinden, dass ich die Kontrolle über das Trinken verloren habe, konnte mir aber andererseits nicht direkt eingestehen, dass ich alkoholabhängig bin.
Dachte halt, ich bin ja unter der Woche trocken - kann ja keine Alk-Abhängigkeit sein.
Dann habe ich meinen Kater vom Vortag abklingen lassen, und bin von da ab trocken geblieben.
Geändert habe ich sonst gar nichts. Damit fange ich gerade erst an.
Aber ich hatte schon damals den Vorsatz ein für allemal mit dem Trinken aufzuhören, weil ich natürlich schon zig-mal versucht hatte, meinen Konsum zu kontrollieren, was immer nur ein paar Wochen funktioniert hat. Und ich habe mir selber auch eingestanden, dass es immer mehr Alk in den letzten Jahren geworden ist. Das waren dann leicht mal eben eine Flasche Wein und auch mal 2 Kurze dazu.
Das führte zu einem Gefühl der Scham und des Versagens gegenüber meiner Umgebung und meiner Familie.
Nach den ersten Wochen Trockenheit kam dann eine gewisse Euphorie auf: jetzt schaffst Du es endlich!
Nach dem Abklingen der Euphorie ist bei mir das sichere Gefühl geblieben, ohne Alk geht es mir definitiv besser: ich bin leistungsfähiger, meine Schlafprobleme haben sich gebessert, und ich bin endlich mal ehrlicher mit mir selber.
Deshalb kommt ein zurück zum Alk für mich nicht in Frage. Außerdem habe ich hier im Forum jetzt etliches gelesen, was mir das Risiko eines Rückfalls drastisch vor Augen führt.
Deswegen habe ich auch angefangen, meine unmittelbare Umgebung über meine Alkohohlkrankheit aufzuklären. Das schließt meine Familie ebenso ein, wie meinen engeren Kollegen- und Freundeskreis (bin ich aber noch nicht ganz fertig).
Ich denke, dass dadurch auch die Hemmschwelle für mich höher gelegt wird, rückfällig zu werden.
Gruß
Ralf