Beiträge von Waschbaer

    Hallo Lynielle,

    auch hier noch mal herzliche Willkommensgrüße.

    Deine Offenheit finde ich erst mal gut. Du solltest aber auch bedenken das du hier im offenen www schreibst wo jeder Außenstehende mitlesen kann. Mit deinem etwas unglücklich gewähltem Threadtitel wirst du viele Zugriffe haben.

    Zitat

    Hier im Ort kennt man mich nur als die exzessive Lynielle, die sich von und mit jedem und so.

    Der Widererkennungswert steigt.

    Zitat

    Einsamkeit ist schlimm. Wenn soziale Kontakte fehlen.

    Die meisten Menschen brauchen soziale Kontakte. Wie diese Kontakte aber entstehen ist immer verschieden. Bei manchen entstehen sie durch Sport, andere gehen in einen Verein usw. Bei anderen wiederum entstehen die Kontakte durchs saufen. Bricht das Saufen dann weg, gehen auch diese "sozialen Kontakte" verloren. Natürlich kann daraus erst einmal Einsamkeit entstehen. Aber im laufe der weiteren Nüchternheit werden diese Kontakte anders bewertet werden. Neues wird sich auftun. Dein oberstes Ziel sollte erst mal ein erreichen der ersten Nüchternheitswochen sein. Mit der Zeit verändert sich dabei wahrscheinlich dein ganzes Empfinden. So ist es bis heute bei mir. Wenn der Nebel sich allmählich lichtet, kommt manchmal ein anderer Mensch zum Vorschein. Bleibe stetig dran an deinem Vorhaben nun ein abstinentes Leben zu führen. Daraus ergeben sich mit Sicherheit neue wertvollere Kontakte.

    Ich wünsche dir einen guten Start in eine zufriedene Zukunft.
    Lieben Gruß
    Nobby :wink:

    Hallo zerfreila,

    dein geschriebenes hört sich sehr zufrieden an. Ich freue mich mit dir.
    Ich finde es für mich immer wieder wichtig kleine und große Ziele vor Augen zu haben.
    Du machst es vor wie es gehen kann. Ziele bestimmen den Weg wo es lang gehen soll. Gut so.

    Lieben Gruß
    Nobby :wink:

    Liebe Seidenraupe,

    Zitat

    Danach steht eine große Familienfeier
    an, der ich mich nicht entziehen kann.

    das sind für mich Sätze die ich, jetzt nüchtern, nie verstehen werde. Wirst du da, unter Androhung von Gewalt, hin transportiert. Oder bezieht sich das "nicht entziehen" auf eine alkoholfreie Feier ? Nun eine Erklärung zu meinem nicht verstehen. Ich habe nach über einem Jahr Trockenheit Urlaub an der See gemacht. Dort bin ich vormittags durch ein Aussenlokal an einem großen Steg durchgelaufen. Ich dachte mir nichts dabei. Dann trank ein Mann genau vor mir sein Bierglas leer. Ich hatte danach permanenten extremen Saufdruck. Der Tag war für mich gelaufen. Ich stand wieder einmal am Anfang und spürte das ich noch einiges über meinen Gemütszustand/Suchtgedächtnis lernen muss.

    Lieben Gruß
    Nobby :wink:

    Hei Seidenraupe,

    Glückwunsch zu 10 Wochen Nüchternheit. Das aktive
    Leben hat mich nun auch schon lange Zeit erwischt.
    Heute reichen oft die Stunden an einem Tag nicht aus um die schönen Dinge wieder erleben zu dürfen.

    Schönes Wochenende
    Lieben Gruß
    Nobby :wink:

    Hallo Seidenraupe,

    Zitat

    Aber ich frage mich, warum mir mein Kopf immer wieder so übel mitspielt!?

    weil du und ich alkoholabhängig sind.
    Genau das habe ich mir immer wieder vor Augen gehalten. Ich wusste ich bin Alkoholiker. Ich wusste auch wenn ich diesem Verlangen nachgebe, das alles wieder beim Alten endet. Immer wieder sagte ich mir, das ich mit der Nüchternheit auf dem einzigen richtigen Weg bin.
    Das half mir auch über so manches Verlangen hinweg. Weiterhin habe ich alles erdenkbare umgesetzt was ich hier gelesen hatte. Das meiste Verlagen erstickte ich immer wieder im trinken von unzähligen Mengen an alkoholfreien Getränken. Das halte ich bis heute so.
    Was mir immer wieder geholfen hat, ist das aufschreiben der Gedanken in meinem Tagebuch. Die vielen Tipps und Mutmachenden Worte blieben nicht ohne Wirkung. Teste doch mal für 3 Monate den geschützten Bereich. Dort gibt es für alle Notfälle auch einen SOS Thread. Wenn du morgen wieder wach wirst, wirst du dich bestimmt darüber freuen, ohne Alkoholausdünstungen und mit freiem Kopf den Tag beginnen zu können.

    Lieben Gruß
    Nobby :wink:

    Hallo

    Noch nie zuvor hatte ich mich in einem Forum ausgetauscht.
    Als ich mich hier mit Angstgefühlen anmeldete, ahnte ich nicht,
    das das Forum zu einem großen Teil meine heutige Lebenssituation so mit gestalten wird.

    Herzlichen Glückwunsch Karsten, das du solange deine Vision von einer Online Selbsthilfegruppe umgesetzt hast.

    Auch gilt mein Dank den Mod´s und den vielen Usern die immer wieder ununterbrochen zum Nachdenken anregen.

    Lieben Gruß
    Nobby :D

    Hei Seidenraupe,

    sieben Wochen ohne Alk. ist schon eine gute Zeit. Ich kann mich noch gut an Tage erinnern, da schaffte ich keine sieben Stunden. Das du jeden Tag an Alk. denkst, sehe ich nicht als Nachteil. Mich hat es sehr davor gestützt den Alk. als Nebensache beim trocken werden zu betrachten. Das hört sich jetzt erst mal komisch an. Aber dadurch das der Alk. ständig präsent in meinem Kopf und Gedanken war, stellte ich auch sehr schnell fest, wie extrem meine Suchtstruktur war. Es vergingen nicht viele Stunden ohne den Gedanken des Trinken wollen. Dadurch fing ich aber auch an, über jede Situation nachzudenken. Was würde Alk. mir in der XY Situation bringen, was würde damit besser oder schlechter gehen ? Alles, aber auch wirklich alles, stellte ich im Bezug zum Alk. in Frage. Dazu war ich in trinkenden Zeiten ja niemals in der Lage. Mit der Zeit stellte ich dann so langsam fest, das der Alk. in meinem Körper, nur immer kontraproduktiv zu bewerten ist. Nichts, aber auch gar nichts wurde durch den Alk. verbessert. Selbst die trügerischen Hochgefühle entpuppten sich als Luftschlösser. Dazu passt so schön dein Satz.
    "Das Leben ohne Alkohol ist seeehr viel entspannter"
    Dem habe ich nichts hinzuzufügen.

    Lieben Gruß
    Nobby :wink:

    Hei Seidenraupe,

    Zitat

    Vielleicht auch einmal in die hinteren Ecken des Schrankes nach Altlasten schauen...

    tue dir dann unbedingt einen großen Gefallen und mache das nicht alleine ohne deinen Mann.
    Ich hatte mal am Anfang meiner Nüchternheit in einem Küchenschrank was gesucht. In einer Ecke, in der früher schon mal Flaschen versteckt waren, stand eine Spülflüssigkeit die so ähnlich wie Alk. aussah. Unmittelbar setzte mein extremes Verlangen ein.:?
    Gut das es zu diesem Zeitpunkt kein Alkohol war. Es war mir sehr lange Zeit eine Warnung. Meine Nüchternheit bestand da schon ein paar Monate.

    Lieben Gruß
    Nobby :wink:

    Liebe Seidenraupe,

    Zitat von Seidenraupe

    Ich habe mir jedenfalls ganz fest vorgenommen, dass Stress auf der Arbeit mich nicht wieder zur Pulle greifen lassen wird :!:

    das ist ein guter Vorsatz. Beim genauen Betrachten der einzelnen Trinksituationen verpuffen die " Gründe" oft ins Nirwana. Auch ich hatte oft nach dem Arbeitsstress Entspannung im Alkohol trinken gesucht. Immer wieder schwitzte ich am nächsten Arbeitstag bei den kleinsten Tätigkeiten meine vermeidliche Entspannung raus. Das wiederum, gegenüber den Kollegen, verunsicherte immer mehr. Ergo entstand schon Stress ohne erkennbare Anstrengung. Wehe dem es kam noch eine ungewöhnliche oder auch gewöhnliche Arbeitssituation hinzu. Immer wieder das nicht auffallen wollen, kam noch hinzu. Was diese Kombination ausmachte war ein sehr überhöhter Stresspegel. Wie der nach Feierabend oft wieder bekämpft wurde......! Was für ein schrecklicher Kreislauf.

    Heute empfinde ich auch noch manchmal Stress. Er ist aber so was von anders, als zu trinkenden Zeiten. Heute schaue ich, was den Stress verursacht. Ich durchleuchte für mich die Situation. So schön nüchtern, geht das heute ziemlich schnell. Fast immer finde ich für mich eine entspannende Gedankenstruktur. Wenn es geht, und es geht ziemlich oft, verlasse ich für einige Minuten den " Stressort". Danach kehre ich gelassener zurück und kann die Aufgaben besser bewältigen.

    Mir ist heute einfach sehr viel klarer, das alles ersetzbarer ist. Auch Menschen, ob nun mit oder ohne Stress. Wir sind nur ganz kleine Rädchen in einem riesengroßen Getriebe. Sehr einfach austauschbar.
    Den Stress den ich empfinde, bemerkt das Getriebe nicht mal ansatzweise. Wozu also mehr Gedanken machen als notwendig.
    Nur sollte es niemals in Gleichgültigkeit enden.

    Lieben Gruß
    Nobby :wink:

    Hallo Seidenraupe,

    Zitat

    dass nicht genug Austausch stattfindet, obwohl doch sehr viele hier lesen. Erstaunlich viele, wie ich finde.

    im offenen Forum kann ja das ganze www. mitlesen. Daher entstehen wohl die hohen Lesezugriffe.

    Einer der schönsten Geschenke der Nüchternheit ist für mich heute auch wieder das genießen der schönen Natur. So richtig gingen vorher viele Sachen ja gar nicht mehr. Die Gedanken kreisten ja vorher immer nur um das eine Thema, wann und wo gibt es das nächste Glas. Heute kreisen die Gedanken oft um schöne Stunden deren Inhaltlichkeit mein Leben bereichern.

    Ich wünsche dir noch viele schöne Wanderungen
    Lieben Gruß
    Nobby :wink:

    Hallo Seidenraupe,

    Zitat

    Guckst du keine Filme mehr, schaust auf der Straße weg? Ich finde es schwierig, nicht mehr mit Alkohol in "Berührung" zu kommen.

    am Anfang schaute ich mir keine Trinkszenen und auch keine Alk. Werbung an. Wenn es zu nervig wurde z.B. im TV gehe ich einfach raus oder schalte kurzzeitig um. Im laufe der Zeit, lernte ich für mich, solche Szenen im Kopf auszublenden. Ja, auf der Straße schaue ich bewusst weg. Es gibt für mich keinen Grund mehr, Alkohol trinkende Menschen in Straßenkaffees anzuschauen. Ich meide Ausflugsziele wo ich schon vorher abschätzen kann das dort getrunken wird. Im Zoo z.B. muss ich ja nicht ein Wasser ausgerechnet mitten in der Fressmeile trinken. Ne, da schleppe ich lieber was im Rucksack mit. Da wo ich mich heute am meisten aufhalte, in der schönen Natur vor unseren Innenstädten, gibt es eh keinen Alkohol. Es gibt hier einen sehr schönen Satz, den ich mir schnell zu eigen machte. Wer will findet Wege, wer nicht will findet Gründe. Danach richte ich heute mein Leben aus. Und es klappt prima. Der Alkohol hat dadurch heute eine ganz tiefe Wertigkeit bekommen.

    Zitat

    Ich bin dann mal weg - und melde mich nach einem, hoffentlich trockenem Urlaub wieder.

    ich gehe mal davon aus, das du mit "hoffentlich" das Wetter meintest.:D

    Ich wünsche dir erholsame Tage und ein gutes Nachhause kommen.
    Nobby :wink:

    Hallo Seidenraupe,

    Zitat

    Der Alkohol ist stärker als ich!


    als ich das für mich feststellen durfte gab es nur noch einen Weg.
    Der Alkohol musste weg aus meinem Leben und besonders aus meinem Sichtfeld. Hier habe ich dann das erste mal von Risikominimierung gelesen. Alles was ich dazu finden konnte versuchte ich in meinem beginnenden abstinenten Leben umzusetzen. Bis heute habe ich zum Alkohol fast keinen Blickkontakt. Das fast bezieht sich auf den nötigen Einkauf im Lebensmittelgeschäft. Auch da hatte ich zu Anfang mir gute Hilfe gesucht. Anfangs ging ich in keinen Lebensmittelladen. Später nur in Begleitung. Auch heute sorge ich noch dafür, nicht unbedingt alleine einkaufen zu gehen. ( Sicher ist Sicher) Bis auf diese wenigen Momente gibt es für mich keine nennenswerten Begegnungen mehr mit dem Alkohol. Am Anfang dachte ich immer, das geht gar nicht auf Dauer. Heute weiß ich genau das es sehr gut geht. Ich habe meine Wege gefunden. Gründe, dem Alkohol begegnen zu müssen gibt es heute keine mehr.
    So genug philosophiert.:)

    Lieben Gruß
    Nobby :wink:

    Hallo Seidenraupe,

    Zitat

    Du bist aber, glaube ich, in die "Geschlossene" gewechselt, oder?

    ja, ich bin nach kurzer Zeit in den erweiterten Bereich übergesiedelt. Zuerst war es mehr Neugierde, da ich dachte, dort die perfekte Trockenheit zu finden. Schnell durfte ich dann feststellen das es dafür kein Patentrezept gibt. Was mir dann sehr gefallen hat war der intensive Austausch mit nicht wechselnden Mitgliedern die schon lange hier ihren trockenen Weg gehen. So fand ich einen Zugang zu meinem eigenen Denken und Handeln.

    Zitat

    Nicht so toll finde ich weiterhin meine (unnötige) Unzufriedenheit.

    Diese Unzufriedenheit kannte ich auch schon viele Jahre. So wie ich in meiner trinkenden Zeit leben durfte, fehlte mir nichts. Ich hatte ( und habe) eine liebe Frau, eine nette Wohnung und eine gute Arbeit. Alles was ich erreichen wollte war also da. Trotzdem war ich oft sehr unzufrieden. Immer auf der Suche nach dem besonderen Etwas. Erst als ich viele Monate Nüchternheit hinter mir hatte, stellte ich fest, das diese Unzufriedenheit nicht mehr vorhanden war. Mit immer klarer werdenden Abstand zu meinen anfangs starken Alkoholverlangen wurde ich ruhiger und ausgeglichener. Die Unzufriedenheit oder auch innere Unruhe spürte ich immer weniger. Seit ein paar Monaten spüre ich wieder inneren Frieden mit mir selbst. Ich erkenne heute meine Lebenssituation als schön. Ich brauche keine Kicks und große Besonderheiten mehr. Ich schaue nicht mehr nach rechts und links was mir noch fehlen könnte, sondern geradeaus im jetzt und hier.
    Heute empfinde ich in meiner jetzigen Trockenheit eine große Fülle an Zufriedenheit.

    Zitat

    Meine Reise, auf die ich mich sehr freue, rückt nun näher.

    Gute Reise und zufriedenes Nachhause kommen.:)

    Lieben Gruß
    Nobby :wink:

    Hallo Seidenraupe,

    nun bin ich seit gestern zwei mal über deinen Nick gestoßen und habe erst mal ein wenig quer gelesen ob du es wirklich bist. Schön das du wieder her gefunden hast. Nicht so schön der Grund. Ich habe bis heute sehr großen Respekt vor dem Rückfall. Ich habe Angst dann nicht mehr aufstehen zu können um mir erneut Hilfe zu holen. Ich finde deinen erneuten Anlauf echt gut.:)

    Zitat von Seidenraupe

    Aber es ist schon so, dass ich den Alkohol immer wieder zu nah an mich ran kommen lasse, erst einmal geistig. Da liegt auch der Ansatzpunkt. Ich muss, bevor sich Trinkgedanken in meinem Kopf festsetzen, darüber sprechen und gegensteuern.


    Eins der wichtigsten Dinge für mich, die ich hier lernen durfte, war die Tatsache das mir kein Mensch auf der Welt das Alkohol trinken verbieten kann. Das habe ich hier erst gar nicht so richtig verstanden. :roll:
    Für mich stand fest, das der Alkohol für mich erst mal ein striktes Verbot darstellt. Daraus entstanden lange Zeit, in allen möglichen und unmöglichen Situationen, ständige Verzichtsgedanken. Immer und überall suchten meine Gedanken nach Gründen um dem Alkohol ein Eigenleben zu geben. Erst als ich dann anfing zu begreifen was mir hier manche vermitteln wollten, konnte ich meine selbst auferlegte Nüchternheit in einen Weg zur Trockenheit umwandeln. Ein sehr wichtiger Schritt war der ständige Austausch hier im Forum. Alle meine Gedanken, besonders die zur Alkohollust, habe ich hier eingetragen. Durch die vielen Rückmeldungen fand ich schließlich einen Zugang zu meinen suchtspezifischen Gedanken. Langsam aber stetig veränderte sich der Bezug zum Alkohol. Natürlich blitzen heute noch ab und an die Alk. Gedanken auf. Nur heute habe ich viele Möglichkeiten diese auch wahrnehmen zu können, um dagegen anzusteuern.

    Liebe Grüße
    Nobby :wink:

    Hallo Julia,

    Zitat

    Ich denke schon länger darüber nach, in den geschlossenen Bereich zu wechseln. Habe hier bei anderen oft gelesen, welche Vorteile das bietet. War mir nur bisher nicht sicher, ob ich nicht zu „neu“ dafür bin...?

    ob neu, alt, jung, lange oder kurz trocken usw. ist im geschlossenen Bereich nicht so wichtig. 8)

    Lieben Gruß
    Nobby :wink:

    Hallo Julia,

    Zitat

    Fiel und fällt es Dir denn leicht, Deine sinnvollen Inhalte herauszufinden und umzusetzen??

    nein, es war nicht so einfach eine, für mich, sinnvolle Freizeitbeschäftigung zu finden. Ich hatte ein paar Fehlversuche. Erst als ich mich auf die Zeit zu früheren Jahren besinnte, sind mir Dinge aufgefallen, die ich schon gemacht hatte. Da schaute ich was ich gerne gemacht habe. Nun knüpfte ich daran an und habe für mich etwas gefunden was mich total begeistert und ausfüllt. Es hat aber seine Zeit gebraucht. Zuerst zählte für mich das Durchhalten der angehenden Trockenheit. Damit war ich dermaßen beschäftigt, das mir zuerst gar nichts fehlte. Natürlich entstand auch bei mir erst mal eine gewisse Trägheit. So Dauernüchtern sah so ein Tag irgendwie freudlos und anders aus. Durch das weglassen des Alkohols fühlte ich mich teilweise bestraft. Ich verspürte, obwohl ich die Entgiftung aus freien Stücken gewählt hatte, erst einmal Verzicht. Daraus entstand eben auch meine Lustlosigkeit. Im laufe von vielen Wochen und sehr viel Forumsarbeit, begann ich meine Abstinenz anders zu sehen und zu beurteilen. Die Nüchternheit begann mir Freude zu bereiten. Immer mehr verstand ich das abstinente Leben nicht mehr als Bestrafung, sondern als Chance wieder ein ausgefülltes Leben führen zu können. Die Lust auf neue Dinge wurden geweckt. Heute halte ich mein Hobby für einen sehr wichtigen Teil meiner Trockenheit.

    Glückwunsch zu deinen 60 Tagen ohne Alkohol :)
    Lieben Gruß
    Nobby :wink:

    Hallo Julia,

    Zitat

    Für mich kann ich rückblickend sagen, dass ich mich in meiner Anfangseuphorie für „unsterblich“ und „mächtig trocken“ hielt.

    das Gefühl mächtig trocken zu sein kannte ich auch.
    Schnell musste ich dann für mich, selbst heute, feststellen, wie viel Arbeit oder besser gesagt wie viel Umdenken nötig ist um die Trockenheit zu erreichen. Noch immer tappe ich zu oft in Gedankenfallen.

    Zitat

    Aber „man“ sagt ja, der Weg ist das Ziel und ich bin unterwegs. Das ist schön, auch wenn es nicht immer schön, nicht immer leicht ist.

    als ich aus der qualifizierten Entgiftung nach Haus kam dachte ich " So das war's, nun lebst ohne Alk." Hier im Forum las ich vorher den Satz *nur nicht mehr trinken reicht nicht*.
    Ich konnte erstmal so richtig mit dieser Aussage nichts anfangen. Schnell stellte ich für mich fest, wie schwer dieser Weg ohne sinnvollen Inhalt wird. Also begann ich den Weg mit schönen Dingen auszuschmücken. So lebe ich nun auf dem Weg, in Etappen, zielorientierter und spüre nicht mehr so sehr das manchmal langsamere oder schnellere Vorrankommen. Den Weg, als ganzes vor Augen, aber das Ziel in Etappen angehen, bringt mich nun zufriedenstellend weiter.

    Liebe Grüße
    Nobby :wink:

    Hei Verena,

    Zitat

    Das lag auch daran, dass ich hier viel Hilfe bekam, aber nun von denen kaum noch jemand hier ist.

    das war für mich einer der Gründe in den geschlossenen Bereich rein zu schnuppern. Es hat mir dann so gut gefallen, weil hier nicht so ein ständiger Wechsel stattfindet. Aufkommende Lust auf Alk. kenne ich auch noch. Zum Glück hält es bei mir auch nicht mehr viel länger an. Ich habe gelernt es für mich zu akzeptieren. Heute kommt die Lust oft aus heiterem Himmel, so wie du es auch schreibst. Mir hilft dann oft ein Durchatmen und der Gedanke jetzt nicht mehr trinken zu müssen. Ich finde es dann als sehr entspannend die Situation heute so betrachten zu können. Alles geht, nichts muss. Heute gehe ich ruhig und entspannt meinen Weg weiter.

    Liebe Grüße und ein schönes Wochenende
    Nobby :wink: