Beiträge von Waschbaer

    Hallo Julia,

    durch meine sehr gelebte Risikominimierung vermeide ich bis heute den direkten Kontakt zu Alkohol. Als ich ca. 3/4 Jahr schon meine Nüchternheit auslebte ging ich früh morgens zu einer Nachbarin um ihr zum Geburtstag zu gratulieren. Der erste Blick viel sofort auf ein stehendes Glas Sekt. Ich spürte wie meine Beine schwammig wurden.
    Wenn ich heute schon vorher weiß, das vor meinen Augen Alkohol getrunken wird, werde ich mich freiwillig nicht in die Situation begeben. Egal wie ich zu dieser Person stehe.
    Höre einfach auf dein ungutes Gefühl.

    Lieben Gruß
    Nobby :wink:

    Hallo Julia,

    auch von mir, hier noch mal ein Herzliches Willkommen.

    Zitat

    Wieder zu enttäuschen, erneut mein Gesicht zu verlieren, vor meinem Mann und der Kleinen …

    Erst als ich die Abstinenz für Mich als einzigen richtigen Schritt akzeptierte empfand ich die Dauernüchternheit als gut. Zu oft habe ich versucht für meine Frau mit dem trinken aufzuhören. Schnell machte sich Frust breit, nie hatte es lange angehalten. Selbst die Entgiftung machte ich nicht unbedingt für mich. In den ersten Wochen wurde mir aber schnell klar welchen großen Schritt ich da für MICH getan habe. Nun konnte ich sie angehen, meine Trockenheit, für Mich.

    LG Nobby :wink:

    Hallo Tina,

    wenn ich zurückdenke gab es noch keinen Tag ohne unserem Forum.
    Da ich ausschließlich hier meine SHG gefunden habe verbrachte ich
    in den ersten Monaten mehrere Stunden am Tag mit lesen. Die Nüchternheit
    auf Dauer zu halten war mein Ziel. Hier fand ich viele Informationen wie es
    gehen könnte. Noch heute schaue ich weiterhin ein bis zwei mal am Tag ins Forum.
    Da ich mich fast ausschließlich im geschützten Bereich bewege und manche
    Tagebücher regelmäßig verfolge empfinde ich mich als Teil einer gut
    funktionierenden SHG. Ohne diese Gruppe wäre ich vermutlich nicht so
    weit gekommen.

    LG Nobby :wink:

    Hallo Hartmut,

    Zitat

    Des öfteren habe ich das Gefühl das Erwartungen an die heile Welt ein Bestandteil des Trocken werdens ist

    Erwartungen ? An welche heile Welt ? Die Welt schert sich einen Dreck darum ob ich trocken bin. Einzelne Personen freuen sich mit mir. Das ist mir heile Welt genug.

    Zitat

    Deswegen würde mich mal interessieren was der Einzelne eigentlich von seiner Trockenheit erwartet oder erwartet hatte

    Mein Tag bestand seit Jahren aus arbeiten, saufen und schlafen. In zurechnungsfähigen Zeiten wusste ich das das Leben mal anders verlief. Das wollte ich zurück. Heute besteht mein Tag aus arbeiten , schlafen und ganz vielen gut tuenden Freizeitaktivitäten. Ich nehme wieder am aktiven Leben in der nicht heilen Welt teil. Durch meine Trockenheit kann ich heute zumindest meine kleine Welt wieder so gestalten das es oft gemütlich wird. Wenn ich heute auf die schönen Dinge schaue, die ich wieder mit meiner Frau erleben darf fühle ich mich sehr wohl in unserer/meiner heilen Welt. Einer der wichtigsten Hilfen war dein einfacher und genialer Satz: "Tun muss man Tun". Wie war.

    Gruß Nobby

    Hallo Verena,

    ne, so viel kalte Tage zu Ostern kenne ich, so viel ich weiß,auch nicht.
    Aber die Vorfreude auf die wärmeren Tage kenne ich schon immer.
    Schade das du nicht in der geschlossenen sitzt.
    Hier gibt es viele Fototreades 8)

    Schöne Ostertage
    Gruß Nobby :wink:

    Hallo ihr lieben Besucher.

    Danke für eure netten Einträge.

    Der Weg geht nun weiter. Meine Zuversicht wächst mit jedem trockenen Tag. Einer der wichtigsten Aspekte der Trockenheit ist der regelmäßige Austausch in unserer ( einer) SHG. Viele Sachen waren mir am Anfang meines Weges gar nicht so bewusst. Unter Risikominimierung verstand ich am Wegbeginn nur die selbstverständliche Alk. freie Wohnung. Das da wesentlich mehr zugehört durfte ich hier erstmals erfahren. Natürlich kann ich nicht jedem Alk. aus dem Weg gehen. Das ist in unserer Gesellschaft fast unmöglich. Aber ich gehe zu keinem Ereignis freiwillig hin wo Alk. in Mengen konsumiert wird. Oft verstehen meine Bekannten nicht, wie ich dann noch Spaß im Leben haben kann. Ich würde doch dann viele schöne Sachen verpassen. Dazu stelle ich nur für mich fest wie viele Sachen ich verpasst habe weil ich getrunken hatte. Heute habe ich so viele Möglichkeiten schöne Dinge zu unternehmen ohne mit Alk. in Berührung zu kommen. Durch meine neue, sehr abwechslungsreiche Freizeit, gestalte ich heute den Inhalt nach meinem Empfinden. Das konnte ich sehr viele Jahre nicht mehr. Ich bin froh den Diktator Alkohol ins Exil geschickt zu haben. Dort lauert er nun auf meine Unachtsamkeit. Durch den guten Austausch hier werde ich aber meine Schutzmechanismen stetig weiter ausbauen.

    Ich bleibe auf meinem schönen neuen Weg.

    Viele Grüße
    Nobby :wink:

    Hallo TB

    Heute ist es also mal wieder so weit. Mein "Trockengeburtstag". Die Freude die ich heute darüber erwartet habe blieb aus. Nichts veränderte sich. Nun was habe ich erwartet. Erleichterung ? Erkenntnis, das es doch ohne das Suchtmittel Alkohol geht ? Oder sogar ein gewisses Gefühl von geschafft. Nix ist geschafft. Nie und nimmer. Meine Lust auf Alkohol ist noch viel zu groß um in Euphorie auszubrechen. Ich habe für mich viele wichtige Dinge geändert. Lebe mit vollem Bewusstsein nach dem für mich sehr wichtigem Baustein der Risikominimierung. Er ist für mich zur absoluten Selbstverständlichkeit geworden. Das einzige was sich zum Glück bis heute verändert hat ist der Sucht/Saufdruck. Den verspüre ich immer weniger. Als ich hier eingetroffen war konnte ich mir ein dauerhaftes abstinentes Leben noch gar nicht vorstellen. Das hat sich heute grundlegend verändert. Ich brauche den Alk. nicht mehr um mich fälschlicherweise glücklich und zufrieden fühlen zu können. Heute entsteht die Zufriedenheit aus ganz anderen Gegebenheiten. Natürlich laufe ich nicht von morgens bis abends mit breit grinsendem Gesicht in der Gegend rum. Auch erlebe ich noch Tiefs und Hochs im Wechsel. Aber meine allgemeine Verfassung im Gegensatz zu Alk. trinkenden Zeiten hat sich extrem verändert. Heute gehe ich Probleme viel offensiver und lösungswilliger an. Zu Trinkzeiten wurden sie rigoros weitergeschoben. Wenn der Berg zu groß wurde gab es mehr Gründe zu saufen. Das brauche ich heute nicht mehr. Das der Alkohol für mich eine große Gefahr darstellt und mein jetziges Leben wieder schnell verändern kann, möchte ich mir immer und immer wieder vor Augen halten. Das Forum als Plattform und seine darin befindenden lieben Menschen bietet mir oft einen guten Halt meinen jetzigen Weg weiter führen zu können.

    Nobby :D

    Hei Verena,

    Zitat

    Aber meine Angst ist, dass es vielleicht irgendwann nicht mehr reicht mich nur abzulenken. Dass es nicht mehr hilft.

    dann wirst du trinken , weil du dich dafür entscheiden willst. Ich glaube nach meinen 22 Monaten nicht mehr an ein "zufälliges" trinken. Heute empfinde ich längere Zeit keine Alkoholgedanken. Schwups sind sie dann ,ohne erkennbaren Grund, zwischenzeitlich da. Ich erkenne heute darin die Krankheitssymptome. Ich habe sie heute für mich einfach angenommen. Ich weiß das ich noch eine Weile damit leben werde und muss. Ich wünsche mir einfach das die trockene Zeit diese Gedanken und Gefühle weitgehend in den Hintergrund verschieben wird. Ich glaube das diese Zeit bei allen unterschiedlich sein wird. Bei unangenehmen Dingen kommen heute bei mir die Gedanken an Alk. schneller als bei schönen Sachen. Ablenkung durch Tee oder Kaffee trinken, in sehr ruhiger Umgebung, helfen mir heute am meisten.

    Lieben Gruß
    Nobby :wink:

    Hei Verena,

    es gibt Situationen in der ich mir mein Saufdruck nicht erklären kann. Dann nehme ich ihn einfach als Gegebenheit der Krankheit an. Früher habe ich mir oft über diese Krankheit Gedanken gemacht. Durch den aufkommenden, aushaltbaren, Saufdruck erkenne ich aber heute eben auch einen Teil der Krankheitssymptome. Heute weiß ich, es geht auch wieder vorbei. Viel ablenken hilft mir heute oft. Schreien ist auch besonders gut. Im Auto geht das prima ob aus Freude oder aus Frust.

    Ich wünsche dir noch schöne druckfreie Feiertage.
    Lieben Gruß
    Nobby :wink:

    Hallo

    Vorgestern hatte ich ein Erlebnis das mich fast aus meiner Bahn geworfen hätte. Ich schaute mal wieder einen Spielfilm. In dem Film wurde so wie sehr oft Alk. konsumiert. Noch vor ein paar Monaten schaute ich da immer weg. Seit längerer Zeit triggert mich da zum Glück meist nichts mehr. Ich habe heute beim Fernsehen schauen reichlich andere Getränke zu meiner Seite stehen. Das ist für mich eine gute Sache. Nun in dem Film wurde auch wieder Alk. getrunken. In einer Szene trank ein Mann seinen knapp eingeschütteten Schnaps.
    Gleichzeitig stieg in mir das totale Verlagen nach diesem. Der Wunsch nach Schnaps war plötzlich so groß das ich nichts dagegen machen konnte. Es hielt dann nur so ein paar Minuten an. Zu meiner Überraschung sagte ich dann zu meiner lieben Frau " Hättest du mir gerade eine Flasche Schnaps hingestellt, hätte ich wohl getrunken"
    Darüber habe ich dann einen Tag nachgedacht. Hätte ich getrunken ?
    Meine Antwort wäre 99% zu 1% zum Ja ausgefallen. Nun wurde mir mal wirklich bewusst wie wichtig ein Alkohol freies Zuhause ist. Ich habe diese Szene dann für mich weiter durchgespielt. Was wäre wenn ich mich angezogen hätte und losgefahren wäre zum Einkaufen. Ich hätte genug Zeit zum Denken gehabt. Ich hätte vom Anziehen bis zur nächsten Einkaufsmöglichkeit ca. 20-25 Min. Gehirnaktivitäten gehabt. Hätte ich dann getrunken ? Meine Antwort wäre nun mit ehrlichem Blick 90% zu 5% zum Nein ausgefallen. Nun wo sind die fehlenden 5% ? Unberechenbarkeit ? Nun bin ich fast 22 Monate trocken. Sind dann solche Geschehnisse noch normal ? Ich selber weiß es nicht, da ich in den letzten 10 oder 15 Jahren nur mal wenige Tage ohne Alk. war. Das Erlebte war gut für mich. Ich sehe es als große Warnung vor Leichtsinnigkeit an. Leichtsinn kann mir schnell mein jetzt schönes Leben zu Nichte machen. Das möchte ich nicht mehr. Auch erkenne ich dadurch immer wieder wie sehr ich noch am Anfang einer "echten" Trockenheit stehe.

    Gruß Nobby

    Hei Verena,

    meinen Glückwunsch zum "neuen" Führerschein. Du hast viel für dich getan. :D
    Leider musste ich mal wieder feststellen das deine neuen Beiträge nicht als E-Mail Benachrichtigungen eingingen. Ich beobachte ja per Mail manche Threads. Nur die Übermittlung vom offenen Forum klappen nicht immer. Ich werde mal ne neue E-Mail Adresse einrichten um zu schauen ob es dann besser funktioniert. Oh, jetzt lasse ich meine Gedanken in deinem Thread.

    Bis dann
    Nobby :wink:

    Hallo Angie,

    nichts, aber auch gar nichts kann den Schmerz über ein geliebtes Tier kaschieren.
    Als ich meine Katze nach 13 Jahren gehen lassen musste war ein großes Loch entstanden.
    Sie war einfach mehr als nur ein Tier.
    Heute schaue ich oft auf die schönen Momente die ich erleben durfte.
    Auch heute noch kommen immer mal wieder die Tränen. Na und.
    Liebe lässt sich nicht einfach auslöschen besonders nicht durch Alkohol.
    Ich weiß heute das durch den Alkohol der Schmerz nur verstärkt wurde.
    Er war einfach nicht mehr real.
    Die Trauer um den geliebten Hund wird langsam gehen und die schönen Erinnerrungen werden in den Vordergrund rücken.
    Ich habe es so erleben dürfen.

    Gruß Nobby