Hallo Perla!
Danke für Deine Ausführungen, sie waren sehr interessant für mich.
Nachdem ich selbst eine 19jährige Tochter habe, befasse ich mich zur Zeit relativ intensiv mit dem "Abnabelungsprozess" ... 
Wir haben auch eine sehr, sehr enge Beziehung zueinander, meine Tochter und ich. Es gab bei uns ebenfalls keinen Vater im eigentlichen Sinne, dafür aber viele aufwühlende Gerichtsprozesse.
Wir stehen uns sehr nahe und reden über (fast) alles.
Mein Ziel und mein grosser Wunsch als ihre Mutter ist es, dass eine unabhängige, selbstbewusste und glückliche Frau aus ihr wird. Eine die ihren Weg geht, und ihren Weg auch dann weiter geht wenn es mich einmal nicht mehr gibt. ´Nach jedem Gespräch, nach jeder Diskussion (insbesondere jetzt, wo es um Studienwahl, usw.geht) betone ich ihr gegenüber, dass ich meine Aufgabe in einer beratenden Funktion sehe, es aber ganz wichtig sei, dass sie macht was sie will und nicht was Mama möchte.
Ganz kleinweise stosse ich sie Zentimeter für Zentimeter aus dem Nest. Das ist ein neuer Lebensabschnitt und eigentlich ein sehr spannender. 
Gewisse persönliche Dinge halte ich tabu für meine Tochter: Meine jetzige Ehe zum Beispiel. Über diese Beziehung würde ich niemals mit ihr diskutieren und es war auch nie Thema, ob nun mein Mann gut oder nicht gut ist oder ob er zu viel Raum einnimmt und etwa wichtiger sein könnte als sie. Das ist meine ganz persönliche Sache, und meine Tochter hat sich da rauszuhalten. Sie weiß dass ich sie liebe und immer für sie da sein werde und das sollte reichen.
Ähnlich sehe ich es mit meiner Trinkerei oder Sucht. Das ist meine Baustelle und ich hatte mit meiner Tochter zu diesem Thema nur ein einziges. langes Gespräch.
Nun freut sich meine Tochter über mich: Ich sehe ja völlig anders aus, rede anders und gebe mich anders, bin ausgeglichener und kann jederzeit Autofahren.
Für meine Tochter ist dieser Zustand, nun nach knapp 7 Monaten, eigentlich schon zur Selbstverständlichkeit geworden. Sie hat seinerzeit natürlich auch viel Schlimmes mitbekommen. Aber ich ich habe den Eindruck, "Kinder" blenden die negativen Ereignisse ganz schnell aus, und gewöhnen sich rasch an das Neue, Positive - sie leben einfach im Hier und Jetzt.
Was ich ausdrücken wollte: Trockenheitsarbeit ist MEINE Sache. Ansprechpartner für event. Unpässlichkeiten oder Fragen sind mein Arzt, das Forum, eine SHG ..... aber nicht meine Tochter.
Ich möchte nicht behaupten, dass meiner der bessere Weg ist, sondern ich wollte Dich nur wissen lassen, wie ich zu diesem Thema stehe.
Vielleicht regt Dich der eine oder andere Gedanke an, wenn nicht betrachte es einfach als Austausch!
Ich lass Dir einen lieben Gruß da!
Paula