Beiträge von Petter

    Liebe Freunde!

    Wie damit umgehen, wenn jemand im nahen Umfeld der Arbeit ein Alkoholproblem hat?

    Es ist ein Thema, das immer mal wieder aufploppt. Seit vielen Monaten denke ich "Spreche ich den Kollegen an, wenn ja wie?". Einmal habe ich ihm gesagt: "Hey, hast du eigentlich was getrunken vor dem Dienst?", was mir eher rausgerutscht ist und ich so gar nicht sagen wollte. Die Antwort "Ich habe mich gerade vorher frisch rasiert." hat mich sprachlos gemacht, weil sie so überzeugend aus dem Lehrbuch sein könnte, indem die Leugnung des eigenen Alkoholproblems Thema ist. Ich habe das auf sich beruhen lassen und mir überlegt, das beim nächsten Mal anders anzugehen.

    Das aber haben mittlerweile Firma und Vorgesetzte getan. Alles haben was gerochen, alle haben was geahnt. Nur der Kollege tut so, als sei nichts. Er steht nach Schnaps stinkend vor mir und behauptet allen Ernstes, er habe nicht getrunken. Das ist schon sehr erstaunlich. Er hat das Unternehmen betrogen, indem er Arbeitsleistungen angab, die er nie geleistet hat. Seine berufliche Lage ist nicht einfach und er tut nachwievor so, als würden wir alle spinnen. Eigentlich hatte ich vor, in einer ruhigen Pause mit ihm zu reden und von mir zu berichten. Das werde ich aber lieber erstmal nicht tun, denn ich kann nicht einschätzen, was er mit seinem Wissen über mich anstellen würde. Momentan lügt er uns und sich an. Da scheint mir der Anstoß von Hilfe fast sinnlos.

    Peter

    Als Beobachter von manchen Feinheiten der Gesellschaft bin ich immer wieder erstaunt, wie schnell sich fast alle - Impfbefürworter und Impfgegner - an neue Umstände, Wörte und Verhaltensweisen anpassen können. Wer hätte vor einigen Monaten gedacht, daß wir uns Masken tragend mit Begriffen wie "Booster", "Herdenimmunität", "Inzidenzen", "Systemrelevenz" und wer weiss noch alles beschäftigen würden. Das Robert-Koch-Institut habe ich beispielsweise nie wahrgenommen, so prima haben wir unbeschwert von gefährlichen Viren gelebt. Ich weiss nicht, wann ich das Wort "Impf-Assi" das erste Mal benutzt oder wo ich es aufgeschnappt habe. Ich habe es mal einer Kollegin meiner Schwester entgegengeschleudert, die als Krankenschwester ungeimpft in Krankenhäusern und Pflegeheimen arbeiten darf. Auch manchen Fahrgästen habe ich gesagt, daß ich "impf-Assis" ungern in den Zügen sehe. Mit diesen Bemerkungen ist schon mal klar, wo ich stehe ;) Übrigens habe ich nicht ein Medikament in Erinnerung, bei dem auf dem Beipackzettel stünde "Einnahme mit Alkohol empfohlen" was schon deutlich macht: Alkohol und Medikamente sind eine ungute Mischung. So klar so einfach, oder? Warum sich darum also einen Kopf machen. Nass habe ich das ganz anders gesehen und keine Rücksicht auf Einnahme-Empfehlungen oder meinen Körper genommen. Das ist lange her. Beim Impfen war ich offensiv vorn dabei und bin es bis heute. "Den Impf-Assis verdanken wir viele Kranke und Tote." sage ich gern meinen ungeimpften KollegInnen. Eine will nun eine Eigenbluttherapie machen statt Impfung. Ich habe ihr das gleich mal für die nächste Erkältung mit emfpohlen. Rheuma-Salbe oder Tiger-Balsam auf die Stirn kann auch helfen - für die bessere Durchblutung des offenbar unterversorgten Hirns :)

    Systemrelevante Grüße: Peter

    Guten Morgen Fabienne,

    gut hast du das bisher gemacht! Ich habe mal eine Frage, ohne nun den ganzen Verlauf zu lesen: er weiss aber nichts von deinem bevorstehenden Umzug, oder? Weisst du schon, wie du das angehen willst? Das wird ja kaum unbemerkt bleiben, spätestens am Tag des Umzugs, und sollte wirklich gut geplant sein, damit es ruckzuck erledigt ist.

    Deine Beobachtung, er sei vermutlich schizophren, beschreibt die Sucht ziemlich gut. Mal so, mal so... und das in ganz kurzen Wechseln. So war ich leider auch...

    Gruß Peter

    Hallo Tami,

    na, Glück gehabt! Diese Entscheidung wurde dir von außen abgenommen. Aber wie du schon schriebst, wirst du wieder vor einer solchen Situation stehen, in der du dich entscheiden musst. Gut, daß du dir darüber klar bist! Du möchtest es heute ignorieren, weil es dich zuviel Kraft kostet, die du woanders für brauchst. Ich sage dir: du kommst nicht drum herum. Es ist eine wichtige Entscheidung und aus meiner Sicht gehört sie zum "Gesamtpaket" der Bewältigung.

    Diese Woche hast du viel auf die Beine gestellt. Ich glaube dir, daß du stolz bist und freue mich für dich. Du bist auf dem richtigen Weg. Natürlich ändert sich etwas zwischen euch: du änderst dich, bekommst mehr Selbstvertrauen und das merkt er, es wird ihm Angst machen und er wird versuchen, sich ein wenig darauf einzustellen und zu ändern. An seiner Sucht aber wird das kaum etwas ändern, befürchte ich. Darum ist es gut, wenn du auf deinem eingeschlagenden Weg bleibst.

    Lieben Gruß, Peter

    Hallo,

    weder noch. Beides finde ich ganz schön riskant, Welsh-Dragon.

    Ich kann dein Bedürfnis nach Normalität verstehen. Auch ich bin anfänglich in meine früher Stammkneipe rein. Aber was soll ich mit meinem Kaffee und meinem Wasser und nüchtern im Kopf bei meinen Trinkfreunden, die sich stetig und sicher wegballern? Für mich hat das sehr schnell keinen Sinn gemacht. Erst als ich diesem Wunsch nicht mehr nachgegeben habe, lernte ich andere Menschen kennen.

    Urlaub? Das würde ich mir aber sehr gut überlegen.

    Viele Grüße, Peter

    Och ne ... vier Sternchen und ein Pokal :)) Früher hab ich darauf gar nicht geachtet, heute werde ich rot :oops:

    Liebe Freunde, liebe Optimistin. Letztere zuerst: ich bin selten neidisch. Aber dein Nickname hat es in sich. Den hätte ich auch nehmen können. Wunderbar! Ich danke dir ganz herzlich für deinen Zuspruch und das tolle Lob. Nicht zuletzt deine Nachricht hat mich angepiekst, das Projekt anzugehen.

    Projekt hört sich hochtrabend an. Aber es steckt mehr darin, als ein paar Geschichten. Heute habe ich früh morgens einen Brief geschrieben. Eine A4-Seite mit dem Titel "Flut-Geschichten / Anfrage". Dahinter steckt meine Idee und die Bitte und Aufforderung an mögliche Menschen, mit denen ich über ihr Schicksal während und nach der Flut reden möchte, sich mir zu öffnen. Ich bitte um deren Vertrauen. Ich biete ihnen Anonymität und ich sage zu, nichts ohne ihr Einverständnis zu veröffentlichen. Ich habe ihnen einen Link mitgeschickt, damit sie erkennen, wie ich schreibe. Zusätzlich überlege ich als Zeichen des Vertrauens, Ihnen zu erzählen, daß ich anonymisierte, sehr persönliche Geschichten über Alkoholismus in Kurzgeschichten geschrieben habe und auch, daß ich selber ein trockener Alkoholiker bin. Noch bin ich nicht sicher, ob ich das tun sollte, aber vielleicht hat hier jemand dazu seine Gedanken. Ich wäge noch ab, ob das zur Vertrauensbildung hilfreich oder notwendig ist, bin aber nicht sicher.

    Heute war in meinem Buch "Kraft zum Loslassen" wieder ein sehr passender Spruch: "Warten Sie ab, bis die Zeit reif ist. Es ist selbstzerstörerisch, Dinge auf die lange Bank zu schieben; aber ebenso selbstzerstörerisch ist es, zu früh zu handeln, bevor die Zeit reif ist." Ich habe das wunderbar auf meine Lage übertragen können. Es ist zu früh, zu gehen. Es ist aber nicht falsch, sich damit auseinanderzusetzen. Vielleicht habe ich mit dem Schreiben ein gutes Werkzeug (wieder-) gefunden, um diese fürchterlichen Monate heile zu überstehen und auch anderen zu helfen.

    Ich danke ganz herzlich fürs Lesen und das ich so vieles hier lassen kann.

    Peter

    Fabienne,

    das wird sich ändern! Indem du diese Schritte gehst, wird dein Selbsbewusstsein steigen - und zwar ganz schön doll :)

    Noch etwas wird sich ändern, wenn du eigenen vier Wände und deinen Schutzbereich hast: du wirst neue Freunde finden. Dein gestärktes Selbstbewusstsein wirst du ausstrahlen, glaub mir. Das wirkt anziehend und *schnipp* schneller als du glaubst, kennst du neue Leute.

    Motivier´dich für DEIN neues Leben! Es wartet nur auf dich - aber du musst es dir nehmen!

    Das ganze Gegrolle und die Beleidigungen und ätzenden Kommentare deiner Schwiegereltern und deines Mannes werden auch kommen - aber du weisst ja, von wem es kommt.

    Immer wieder Schwamm drüber und nach vorne gucken, sagt dir:

    Peter

    Guten Morgen Fabienne,

    vorhin hast du geschrieben: "Ja mal sehen, wie ich das nun anstelle....es fällt mir schwer irgendwo einen Anfang zu finden..".

    Den Anfang hast du hier gemacht, Fabienne. Bei uns im Forum. Es dürfte kaum einen besseren Ort geben, im das loszuwerden, woran dein Leben gerade zugrunde geht. Aber nicht nur das: du kannst endlich aussprechen, wie sehr dich deine Situation belastet und du bekommst hier viel Unterstützung, Hilfe und Ideen, was du machen könntest. Du bist auf dem richtigen Weg und hier im Forum ist dein Anfang. Für ein besseres Leben, ohne mobbende Schwiegereltern, die ihren saufenden Sohn vergöttern. Diese Baustelle - deine Baustelle!" besteht geich aus mehreren üblen Kleinstbaustellen, die du unmöglich zusammen fertigstellen kannst. Zumal die anderen drei Beteiligten keinen Anlaß sehen und haben, etwas zu ändern: denn du machst ja gewissermaßen mit, musst mitmachen. Du, nur du kannst es ändern, für dich und deine Kinder - und deinen Hund, denn der gehört auch dazu! Der Weg ist bestimmt nicht leicht, aber mit dem Ziel vor Augen bin ich sicher, daß du das schaffst!

    Liebe Grüße, Mut & Kraft wünscht dir Peter

    Guten Morgen liebe Freunde,

    ich bin noch sehr berührt, wie intensiv ihr an mich denkt und meine Beiträge lest. Natürlich liegt ihr vollkommen richtig, daß ich mir psychologische Unterstützung holen muss. Ich habe einige Male mit der Trauma-Psychologin telefoniert, die mich seit dem Schienen-Suizid vor meinem Zug betreut hat. Auch werde ich das nächste Psychologen-Team für mich in Anspruch nehmen, daß hier im Dorf von Haus zu Haus geht. Momentan mache ich im Grunde Aufarbeitung und Bewältigung auf verschiedenen Ebenen: eine Ebene seid ihr - die Freunde hier im Forum. Eine andere sind meine Spaziergänge abends durch das Dorf und auch das Wohnen hier überhaupt. Und der dritte und nicht unwichtige Punkt ist die Arbeit, die ich sehr gerne mache und bei der ich mich im Moment fast erhole. Ich komme allerdings nicht drumherum, mich diesem gigantischen Elend zu stellen und es zu bewältigen. Das will ich auch.

    Vielleicht entwickelt sich noch etwas mehr daraus. Mein Freund hat mich aufgefordert, die einzelnen Geschichten aufzuschreiben. Die der Nachbarn, der Kollegen und die Geschichten derer, die nicht mehr sprechen können. Es würden kurze Geschichten, ganz ähnlich meinen Kurzgeschichten zu Alkoholismus die ich am Ende meines nassen Lebens geschrieben habe. Damals habe ich mich an alle erinnert, mit denen ich "alkoholisch" in Verbindung war. Ich habe die Menschn in den Geschichten anonymisiert, habe Namen und Orte verändert und losgeschrieben. Bis heute habe ich nur ganz wenigen Menschen davon erzählt - die Geschichten schlummern ausgedruckt in einem Ordner und noch auf einer Datei. Das Schreiben war auch damals Bewältigung meines nassen Lebens und hat ganz wunderbar funktioniert. Vielleicht fange ich einfach mal an, bei meinen Spaziergängen mit den Nachbarn zu reden und sie mit ihrem Einverständnis aufzunehmen und ihnen und mir eine Stimme zu geben. Ich weiss, ich kann das.

    Seit ich trocken lebe, habe ich versucht, mir Gutes zu tun und auf meinem trockenen Weg die Freunde von gestern nicht zu vergessen. Das mache ich heute noch. Wenn ich Menschen in Tunneln oder Park liegen sehe, betäubt von Alkohol und mehr, sehe ich sie als meine Freunde. In dem ich mir helfe, helfe ich anderen. Ich glaube fast, ich habe eine ganze Menge aus allen Selbsthilfegruppen gelernt und mitgenommen, merke ich gerade :lol:

    Danke fürs Lesen! Peter

    Hallo Welsh-Dragon,

    schön, daß du hier bist! Bin dein Jahrgang und auch trocken. 125 Tage Leben ohne Alkohol. Wow.. Ich kann nachfühlen, was das für dich bedeutet und gratuliere dir ganz herzlich!

    Es scheint so, daß du gerade alles richtig machst, um trocken zu bleiben. Eine richtige Entscheidung war, dich hier anzumelden!

    Lieben Gruß, Peter

    Liebe Freunde,

    danke Morgenrot und AufDerSuche für eure Antworten. Ich erwarte auf meine "Berichte aus dem Grauen" eigentlich keine Antworten, weil ich das kaum jemandem zumuten mag. Aber natürlich freue mich mich trotzdem sehr über Antworten. TEILEN ist ja nicht nur MITTEILEN. Es ist ein Geben und Nehmen. Ein Schöpfen aus der Kraft und den Erfahrungen der Freunde hier. Ich weiss nun, daß Ihr recht habt und ich werde mir Hilfe suchen. Die Leute der Malteser und anderer Hilfsorganisationen laufen immer wieder durch das Tal. Bei nächster Gelegenheit schnappe ich die mir! "Nun bin ich auch mal dran!" :lol: dachte ich gerade. Die Flut ist zu groß und grausam gewesen, warum soll ich das allein bewältigen. Danke für Euren Antoß!

    Lieben Gruß, Peter

    Hallo Tami,

    das ist ja nicht nur eine Frage, die sich für dies nächste Treffen stellt: "Gehe ich oder gehe ich nicht?".

    Es ist möglich, daß sich dein Freundeskreis im Laufe der Zeit ändert, wenn du dich von deinem trinkenden Mann zurückziehst. Du schreibst, daß dort immer Alkohol aufgetischt wird, aber du nichts trinkst. Stört dich das eigentlich nicht, wenn andere um dich herum alle trinken? Mir geht es so, daß ich recht schnell die Lust verliere zu bleiben, wenn andere mehr und mehr beschwippst sind und irgendwann Dinge zwei- oder dreimal erzählen. Dann danke ich freundlich für den Abend und gehe :)

    Bei mir steht am 11.12. die übliche Weihnachtsfeier an. Trotz Corona... Das allein wäre schon bedenklich für mich. Aber zudem endet die Weihnachtsfeier immer damit, daß viele betrunken sind und sich daneben benehmen. Ich gehe seit drei Weihnachtsfeiern nicht mehr hin, es ist mir zu blöd und es ist für mich verschenkte Zeit. Im ersten und zweiten Jahr fragten die Kollegen noch "Du kommst doch auch?!", nun fragen sie nicht mehr. Es ist normal geworden, daß ich nicht komme und es ist mir egal, was sie denken.

    Die Frage, die du dir heute stellst, ist auch eine Frage, die dein neues Leben berührt, Tami. Die Antworten sind nicht immer ganz leicht, aber letztendlich ein Weg zu (d)einem besseren Leben.

    Lieben Gruß, Peter

    Liebe Freunde,

    morgens aufzuwachen, mit klarem Kopf und Verstand - das ist das Beste, was ich mir vorstellen kann. Auch nach gut 15 Jahren ohne Alkohol habe ich in meiner Erinnerung den Alk-Nachgeschmack im Mund und das zermatsche Gefühl im Kopf. Wie schön, daß ich mein Heute nüchtern erleben darf.

    Gestern habe ich erfahren, wie meine Kollegin die Flutnacht überlebt hat, und das werde ich hier teilen: Ihre Wohnung im ersten Stock wurde bis zur Zimmerdecke mit Wasser und Schlamm gefüllt, innerhalb von 10 Minuten. Türen und Fenster wurden wie von Bomben eingedrückt. Sie wurde mit rausgeschwemmt und hat sich auf einem Sarg treiben lassen, der vom gegenüberliegenden Bestattungshaus rausgetrieben worden war. Der Sarg stieß an ein Gerüst der Kirche, die für Bauarbeiten eingerüstet war. Das war ihre Rettung: das Gerüst der Kirche. Sie kletterte hoch und hat die Nacht durchnässt von oben überlebt - und alles andere Unaussprechliche an sich vorbeirasen sehen. So etwas ändert das Leben eines Menschen. Gestern haben wir uns das erste Mal wiedergesehen.


    Vieles ändert sich durch die Flut. Grundlegendes wird infrage gestellt und Grundvertrauen ist bei fast allen Menschen massiv verloren gegangen, Angst kommt hoch. Baue ich wieder auf? Darf ich überhaupt wieder aufbauen? Was ist, wenn sich das mit der Sturzflut wiederholt? Wasser und Schlamm sind tödlich. Auch ich habe diese Angst tief in mir. Sie wäre noch viel schlimmer, wenn ich nicht trocken wäre. Ich hätte nun wieder tausend Gründe, um mich zu betäuben. Den Schmerz dieser Monate auszuhalten bringt mich täglich mehrfach an meine Grenzen. Massiv und ohne Vorankündigung wollen die Tränen raus, ich kann es kaum beeinflussen, aber das bekomme ich immer ein wenig besser in den Griff. Bislang war es wichtig das zulassen zu können, nun bin ich soweit das ich denke "Nein!" denn es darf mich nicht beherrschen. Die Zukunft ist wichtiger. Ohne Alkohol, trocken und nüchtern, um das Ungeheuer Flut vom 14. Juli nicht zu meinem Lebensschwerpunkt werden zu lassen. Es sind so viele Fragen offen und so viele wichtige zu entscheidende Dinge kann ich noch nicht entscheiden. Ruhe, Geduld und Durchatmen. Immer nur für heute und immer mit ein wenig Zuversicht. "Das wird schon!" ist mein hundertfacher Gedanke jeden Tag.

    "Meine" Bahnstrecke wurde vorgestern zu einem kleinen Teil wiedereröffnet. Ich habe Menschen am Bahnsteig und an Bahnübergängen weinend und winkend erlebt. So schön kann es sein, wenn ein kleines bisschen Normalität zurückkehrt.


    Danke das ich dies schwere Zeug hier lassen darf.

    Peter

    Guten Morgen Tami,

    Glückwunsch zum eigenen Konto! Das ist ein sehr guter Schritt in deine Unabhängigkeit und für deine Reise ins "Unbekannte", wie du schreibst.

    Ich war mal bei einem Arzt, als ich noch trank und habe mich ihm schämend offenbart, daß ich zuviel trinke, auch die Menge habe ich ihm gesagt und das ich endlich damit aufhören möchte. Das war so eine Überwindung! Da schaut der mich über seine Brille hinweg an und sagt: "Na, ein bisschen Spaß will man doch aber auch haben im Leben, nicht wahr!". Das war natürlich ein guter Grund, erstmal weiterzumachen. Ärzte sind eben nur Ärzte und die Gefahr, daß man an jemanden gerät, der mit dem Thema Sucht überfordert ist, ist gar nicht so klein. Aber das Verständnis dafür wird deutlich mehr. Du bist mit deinen Sorgen einfach an den falschen Arzt gekommen. Gottseidank gibt es aber auch andere Ärzte und auch du wirst einen finden, der dich versteht.

    Ein schlechtes Gewissen brauchst du wirklich nicht zu haben! Zitat: "Ich gebe die Hoffnung nicht auf, aber begebe mich zugleich auf eine Reise ins mir Unbekannte." ... Das zeugt wirklich nicht von einem schlechten Gewissen - das zeugt von überlegtem Handeln und davon, daß du dich nun schützt, daß du andere und bessere Wege für dich suchst. Du musst handeln, wenn du nicht untergehen willst. Du machst das alles richtig: umsichtig und konsequent. Für dich und für ihn.

    Lieben Gruß! Peter