Beiträge von Petter

    hallo toby,


    ein rückfall ist geschehen - das kann passieren.

    nun steh´wieder auf und geh´zum arzt.

    mach´dir nun keine vorwürfe in der art "was wäre wenn und überhaupt".

    guck nach vorne, du weisst ja, daß es sich lohnt!

    bitte lass´uns teilhaben, wie es dir geht und wie du es packst.


    alles gute für dich sagt peter

    guten morgen zusammen,

    mein kopfkino hat seit tagen dauervorstellung und ich kriege nur ganz
    langsam eine pause hin. tausend dinge schwirren mir durch den kopf,
    die ich zu ordnen versuche. es sind viele ungereimtheiten und einige
    ungewissheiten - und schon aus der mathematik weiss ich, wie schwer es
    fallen kann, mit "unbekannten" zu arbeiten. jedenfalls ging mir das
    so, denn ich war eine totale niete in mathe. und so versuche ich
    wieder mal nach der devise "eins nach dem anderen" und "was nicht
    geht, dass lass´halt liegen..." bei mir selber zu klarheit zu gelangen.

    ich denke tag und nacht an das nächste halbe jahr, an meine
    arbeitssituation, meine unmögliche chefin. aber ich weiss auch: nur
    ICH habe die möglichkeit, etwas zu ändern... ICH muss AKTIV werden,
    andere tun es nicht.
    unabhängig davon, ob ich nun einen festvertrag bei meiner firma
    bekomme oder nicht habe ich mich heute nacht entschlossen, mich in
    norwegen zu bewerben. es tut MIR gut und ich nehme das heft des
    handelns wieder in die hand. die unverschämtheiten meiner chefin haben
    mich seit wochen gelähmt; sie hat mir dinge vorgeworfen, die sachlich
    falsch und menschlich niederträchtig sind und ich verharre wie das
    kaninchen und halte still. was für ein blödsinn....

    nach dem aufstehen habe ich alle norwegisch-unterlagen rausgekramt und
    beginne noch heute mit zwei direkten bewerbungen. ich habe gestern
    abend zwei flüge nach stavanger und bergen für september gebucht -
    dort sind die firmen, die mich ermuntert haben, mich zu bewerben. ich
    weiss, was ich kann und was nicht und bin mir sicher, mit mindestens
    einem arbeitsangebot zurückzukommen. warum soll ich mir dieses mobbing
    auf dem niveau von edit Martin antun, wenn ich woanders
    erwünscht bin?

    alle anderen fragen zum thema "umzug ins ausland" habe ich mal ganz
    resolut unter den tisch gefegt - besonders beziehung und liebe... da
    muss ich auch noch ran - aber erstmal kommen nun die berwerbungen dran.

    WEIL ich trocken und nüchtern bin, weil ich -auch durch aa und euch-
    vom alkohol lassen konnte, bin ich heute, wo ich bin. ich muss mich
    nicht WEGmachen und betäuben vor lauter angst und unklarheiten. ich
    versuche, alles anzugehen, was mich beschäftigt... nacheinander,
    stück für stück und mit der größten ruhe und gelassenheit, die mir
    HEUTE möglich ist.


    peter

    guten morgen zusammen.

    ich merke gerade, daß ich auf verschiedenen baustellen tanze.. im
    grunde ist das nicht gut, weil ich mir mal vorgenommen hatte: "eins
    nach dem anderen". aber das klappt leider nicht immer und ich merke es
    auch oft erst zu spät. manchmal ereignen sich die dinge auch mit einer
    eigenen dynamik und ich bin wieder mal machtlos. in diesem augenblick
    loszulassen und mir zu sagen: "ok, dann isses eben so" fällt mir
    ausgesprochen schwer.

    meine chefin macht mir jeden tag zu schaffen. nächsten monat steht an,
    ob ich einen festvertrag bekomme oder nicht. sie behandelt mich
    herablassend und zum teil hinterhältig. als führungskraft ist sie
    ungeeignet und macht vielen das leben schwerer, als nötig. ich denke
    wieder einmal über einen kompletten umzug nach norwegen nach und habe
    zwei angebote von dortigen arbeitgebern. kann ich das? dort allein
    leben, als schwuler mann irgendwo in der pampa? ich weiss es wirklich
    nicht.

    immer mehr versuche ich in diesen tagen mehr auf meinen bauch zu hören
    und die rationalen gedanken beiseite zu schieben... manchmal würde
    ich von mir selber wünschen, laut zu rufen: "JA, ICH WILL!" - aber
    was um himmels willen?

    das wichtigste ist, daß ich auch heute nicht trinke. ich brauche mich
    nicht mehr WEGzumachen und zu betäuben... früher hätte ein kleiner
    anlass genügt. heute weiss ich, daß ich alles bewältigen kann - wenn
    ich trocken und nüchtern bin und denke. egal, was kommt!

    allen eine gute trockene zeit:

    peter

    hallo zusammen.


    die nacht war hustig und schnupfig.
    ich hatte zeit zum grübeln ;)

    wann war ich soweit zu erkennen, dass ich mein leben gegen die wand fahre?
    wann war ich soweit zu erkennen, dass ich mich umbringe?

    jahrelang habe ich mir etwas vorgemacht und jahrelang habe ich
    gebraucht, um meinen tiefpunkt zu erreichen und zu akzeptieren.
    über dieses "jahrelang" habe ich schon oft bitter nachdenken
    müssen... das "was wäre gewesen wenn..." hat mich noch lange
    beschäftigt.
    genauso, wie ich irgendwann hinnehmen musste, dass ich ein vom alkohol
    abhängiger, süchtiger und unfreier mann bin, musste ich erkennen, dass
    es sinnlos ist, der vergangenheit bitter hinterherzusehen.

    "heute" zu leben und "nur für heute" clean zu sein, hat mich gerettet.
    es hat mich irgendwann auch davor bewahrt, die dinge vor mir
    herzuschieben: eines tages konnte ich erkennen: "hier ist schluss..
    HEUTE mache ich es anders." wie furchtbar lange habe ich gesagt:
    "wenn ich erstmal trocken bin.... , dann... " bli bla blub... UNSINN,
    vollkommener unsinn und eine nasse denke, die mich jahrelang davor
    "bewahrte", trocken zu werden.

    auch heute bin ich froh und sehr glücklich, das erste glas stehen zu
    lassen. das leben hat mich wieder und ich habe das leben wieder.
    trocken und nüchtern.
    seitdem kann ich auch wieder unbeschwerter an "morgen" denken.

    pläne für sein leben zu machen ist vollkommen sinnlos für einen säufer.
    auch das zu erkennen, macht mich traurig und glücklich zugeich.
    denn ich hatte großes glück und konnte aufhören.


    die dicke erkältung hat mich immer noch im griff... die
    krankschreibung "nagt" nicht mehr an mir, auch wenn ich weiss, wie
    meine chefin darüber denkt und mir genau das nicht gut tut. aber ich
    kann es nicht ändern und versuche auch hier, mehr gelassenheit an den
    tag zu legen.


    allen einen guten und trockenen tag

    peter

    hallo zusammen.

    ich versuche mal, auf den ersten beitrag einzugehen und schreibe, wie es bei mir ist.

    egal, was für ein produkt ich in den händen halte, in dem alkohol sein könnte: ich nehme mir die zeit und lese genau die inhaltsstoffe durch.

    wenn ich doch mal (was selten vorkommt) etwas gekauft habe, in dem alkohol ist, werfe ich es in dem augenblick weg, in dem ich es merke.

    wenn ich ein produkt gekauft habe, in dem hundertprozentig kein alkohol drin ist aber ich das gefühl habe, es riecht irgendwie doch danach, werfe ich auch dies weg.

    meine schwester hat mich mal mit einem eis verwöhnt, das irgendwie créme brulée oder so hiess... keine ahnung, was genau das ist. ich habe probiert und gesagt: "nein danke, das ist mir zu heikel" ... dann habe ich den hersteller angeschrieben und als antwort bekommen: "kein alkohol enthalten". ich esse dieses eis trotzdem nicht, denn allein der geschmack sagt mir: "alkohol!" - auch wenn gar keiner drin ist.

    auch produkte wie "schwarzwälder kirschtorte" - selbst wenn in diesem gebäck ausnahmsweise mal kein alkohol drin sein sollte, würde ich nicht mehr essen... in dem fall wäre es allein der name, der suggeriert: "alkohol!"

    ich bin damit so ungeheuer vorsichtig, weil ich nie wieder in die dunkle hölle der abhängigkeit möchte. ich will ein freier mensch bleiben, der sich frei entscheiden kann - ohne den zwang der sucht, die mich zerstören würde.

    je mehr ich mich damit beschäftigt habe, desto mehr habe ich diese ganzen überlegungen in mein trockenes leben integriert. ich mache das alles schon fast ohne nachzudenken.

    peter

    die bayern habe es uns allen und den politikern, die immer wieder ausnahmen von der ausnahme genehmigen, vorgemacht:

    bis auf dieses eine oktoberfest gibt es in bayern ab dem 1. august keine ausnahmen für kneipen mehr.

    in vielen ländern europas ist dies der standard - und er ist gut. das rauchen wird weiter stigmatisiert und genau das ist der richtige weg, finde ich.

    ich hoffe sehr, daß das bayerische volksbegehren schule macht und deutschland insgesamt nichtraucher-freundlicher wird :)

    ... und ich bin mir sicher: nach dem qualm kommt der suff auf die tagesordnung ...


    peter

    hallo zusammen,


    ein ungutes gefühl und nicht wissen, wie ich mich heute richtig
    verhalte bestimmt mein denken.. fast die ganze nacht lief das kopfkino.
    ich bin krank, seit ein paar tagen schon.. ich röchle mir den husten
    aus den bronchien und die nase läuft, ich habe kopf- und
    rückenschmerzen und mache mir noch bis zuletzt gedanken, ob ich zur
    arbeit gehe oder nicht. ich traue mich nicht, mich krank zu melden.
    meine chefin ist schwierig, sie mag mich nicht und ende november steht
    die entscheidung an, ob mein arbeitsvertrag in einen unbefritsteten
    vertrag umgewandelt wird oder nicht. bei einer krankmeldung sehe ich
    sie schon grinsen...

    das ist zum mäuse melken - da bin ich ohnehin schon völlig schlapp,
    kann vor husten und auswurf nicht schlafen und dann kommen noch die
    fragen "krank melden, nicht krank melden" dazu..

    gerade habe ich mich entschieden - für mich und für meine gesundheit,
    gleich gehe ich zum arzt und lasse mich nochmal untersuchen und dann
    krank schreiben.

    zu meinen saufzeiten war ich oft krank... es war ein willkommener
    anlass, noch mehr zu trinken und das gemütlich zuhause - während ich
    aller welt mitteilen konnte, wieeeee schlecht es mir doch ging und
    ohne hemmungen weiter soff und mich WEGtrank... bis in die
    besinnungslosigkeit.

    heute ist das thema bei mir natürlich auch mit dieser vergangenheit
    belastet... ich lasse mich selten krank schreiben und das auch nur
    mit einem schlechten gewissen... das ist vollkommen bescheuert.

    "AUF SICH ACHTGEBEN" heisst doch auch: sich ernst nehmen, auf die
    signale des körpers hören... immer diese menschen, die es einem noch
    schwerer machen... ich habe immer noch kein mittel gefunden, wie ich souverän mit krankheiten und krankmeldungen umgehe.

    aber krank gemeldet habe ich mich nun. und gleich gehe ich zum arzt.

    allen eine schöne und trockene zeit.

    peter

    guten morgen zusammen,

    hier tippt (endlich mal wieder) peter aus hamburg. ich bin ein
    alkoholiker und heute wieder zufrieden und trocken.

    vier jahre ist es auf den tag genau her... der 23. juni war mein
    erster trockener tag nach weit über fünfzehn jahren suff.
    den abend zuvor habe ich mich mit meinem teddy, einer flasche wasser
    und einem telefon neben mir in einen sehr unüberlegten kalten entzug
    gestürzt.
    ich habe es irgendwie überstanden - und an diesem tag begann mein
    neues leben.

    stundenlang habe ich im internet alles mögliche über alkohol gelesen
    und aufgesaugt... ich hatte verstanden und hingenommen, dass auch ich
    ein alkoholiker bin.
    ich "landete" in verschiedenen gruppen in meinem trockenen leben -
    aber die erste war HIER :)

    mein leben habe ich auf den kopf gestellt seitdem. alles, wirklich
    alles ist besser geworden.

    ich bin den richtigen weg gegangen - den einzigen weg, der mir blieb.

    ein paar monate habe ich mich etwas zurückgehalten. seit einem jahr
    mache ich eine "kurzzeit-therapie" die mir gut tut, die mich aber auch
    hier im forum hat zurückhaltend werden lassen... mit
    der therapie habe ich nochmal eine ganz eigene persönliche inventur
    gemacht. ich habe einer wildfremden person mein leben erklärt und bin
    über viele dicke steine in meinem leben gestolpert. einige habe ich
    beiseite geschoben, andere muss ich noch "umschiffen" und / oder
    verstehen.

    auch nach dem suff ist mein leben ein ganz normales leben - aber ich
    bewältige es ohne alkohol viel besser und vor allem zufriedener und
    gesünder :)

    auch wenn es kitischig klingt: es ist nachwievor traumhaft, aus der
    dunkeln hölle des alkohols rausgekrabbelt zu sein. meine dankbarkeit
    wird nie aufhören.

    DANKE an alle, die mich bis hierher begleitet und an mich geglaubt haben.

    uns allen wünsche ich eine wunderbare trockene zeit und allen neuen hier
    viel kraft und einen tollen start in ein besseres, trockenes leben!

    peter

    guten morgen zusammen!

    auf nachfragen habe ich einer meiner schwestern einen ausdruck meines "drei-jahres-fadens" geschickt, natürlich nur den text und keinen bezug hier auf das forum. sie hat meinen text durchgelesen und mir eine tolle mail geschickt, in der sie mir mitteilt, wie sehr sie sich für mich und für sich freut... für mich, weil es mir tausendmal besser geht und für sich, weil wir wieder einen schönen und oft fruchtbaren kontakt haben.

    was mich immer wieder wundert ist, dass mich die meisten menschen um mich herum nicht als den säufer wahrgenommen haben, der ich war. mein aufrecht erhalten der fassade scheint ziemlich gelungen gewesen zu sein. die kraft, die dieses aufrechterhalten gekostet hat, an das ich jetzt durch meine schwester erinnert wurde, war enorm... ich denke, das weiss jeder von hier, der ähnliches auch "gelebt" hat...

    *schnipp*

    im augenblick geht es mir ganz gut... ich mache weiter meine therapie, ich gönne mir zweimal im monat massagen und auch sonst versuche ich, ganz entspannt durch den tag zu kommen und die freizeit, die ich habe, zu geniessen. auf der arbeit bin ich mittlerweile so entspannt, dass sich einige kollegen manchmal wundern und nicht begreifen, warum ich meistens guter dinge bin. immer wieder natürlich halte ich "rückblick"... auf meine situation vor ein paar jahren und mein relativ entspanntes leben heute. diesen rückblick halte ich zum einen, weil ich stolz auf mich bin und mich auch gern in meinem erfolg ein wenig "bade" :)
    ich halte ihn aber auch, um mich immer wieder und immer wieder an das elend zu erinnen, dass ich hinter mir habe.

    das GESTERN nicht zu vergessen, nicht zu verdrängen und dankbar zu sein für das, was ich HEUTE bin und habe, dass ist mir in fleisch und blut übergegangen... ich werde dafür sorgen, dass das auch so bleibt.

    ich wünsche uns allen einen entspannten und trockenen sonntag!

    peter

    guten morgen zusammen,

    danke für dieses wunderschöne lob, isbeau. ich kann mich nur wiederholen: wenn die schilderung meiner nassen zeit jemandem hilft den mut zu finden, sich hier im forum anzumelden, macht mich das sehr, sehr glücklich. schliesslich ging es mir auch so, dass die verschiedenen lebenschilderungen der teilnehmer mir ein gefühl gegeben haben, dass ich nicht allein bin mit meinem problem. als nasser alkoholiker ist man allein - aber man schafft den ausstieg meist nur zusammen mit anderen... allein DAS anzunehmen, ist schon ein riesenschritt und -erfolg, wenn man es begriffen hat. dieses forum ist ein toller weg, sich mit anderen auszustauschen, sein ängste loszuwerden und sich langsam ein neues leben aufzubauen.

    die ersten trockenen wochen übrigens, isbeau, habe ich auch in diesem hype "ich-breche-jetzt-in-ein-neues-leben-auf" gelebt... ;)

    die "dinge" beim namen zu nennen, gefühle zuzulassen, die probleme des tages HEUTE anzugehen und mit meinen gedanken nicht ins übermorgen zu schweben... das alles sind sachen, die ich erst mit der zunehmenden trockenheit begriff. sie kamen alle zu verschiedenen zeitpunkten und ich habe ziemlich lange gebraucht, um zu begreifen, was eigentlich mit mir geschieht. mir selbst ZEIT zu geben (eben: geduld...), mit ALLEM, was mit meinem leben und mit meiner sucht zusammenhängt, das war und ist nicht immer einfach. es ist ein andauernder prozess... und er ist nur trocken zu verstehen und zu bewältigen.

    "erst trocken und dann nüchtern" :)

    gestern kam mir eine diskussion wieder in den kopf, an die ich mich erinnere... sie war am anfang meiner trockenheit hier geführt worden und wird es wohl immer wieder - obwohl man darüber nicht diskutieren muss. "von den alten hasen lernen" oder so ähnlich... es ging darum, ratschläge der schon länger trockenen menschen ANZUNEHMEN ... auch wenn man viele dinge am beginn der trockenheit gar nicht begreift. unsere krankheit alkoholismus ist schwierig und vielschichtig, sie ist gemein und letztlich oft tödlich. aus meiner kleinen erfahrung kann ich nur sagen: "hört zu, versucht zu verstehen und bleibt erstmal einfach nur trocken." alles andere kommt später... geniesst erstmal das wunderschöne erlebnis der trockenheit, geniesst die rückkehr in das leben.

    *schnipp* :)

    ich wünsche uns allen eine gute und nüchterne zeit.

    peter

    hallo kindi!

    ich habe zu beginn alles entsorgt, was unmittelbar mit meinem saufen zu tun hatte: gläser vor allem natürlich.

    danach flog auch der rest langsam raus:

    untersetzer, korkenzieher, flaschenöffner, sektkühler... alle diese dinge.

    heute habe ich nichts mehr aus meinem früheren trinkerhaushalt, was ich mit dem alkohol in verbindung bringen würde. für mich war das wichtig..., denn es unterstrich auch meinen neuanfang.

    mein neuer flaschenkühler für heisse sommertage ist übrigens von einem mineralwasser-hersteller :)

    ja, es ist auch ein ritual... aber ein GUTES! denn es ist der anfang eines freien, selbstbestimmten lebens... da gönn´ ich mir doch gern ein paar rituale!!

    lieben gruss
    peter

    hallo pfundi!

    herzlichen glückwunsch zu deinem entschluss, dein leben trocken und nüchtern anzugehen! und herzlich willkommen hier im forum - hier bist du richtig :)

    deine vorstellung hat mir schlagartig vor augen geführt, was geschieht, wenn ich nicht auf mich acht gebe. die symptome, das verhalten eines nassen alkoholikers, das nicht mehr erkennen, wann es zu spät ist - das alles kommt mir sehr bekannt vor.

    ich bin alkoholkrank und habe keine kontrolle über mein trinkverhalten. mir bleibt aber ein zufriedenes, trockenes und nüchternes leben - ein ganz wunderbares übrigens ;)

    ich freue mich, deinen weg hier miterleben zu können!

    peter

    hallo zusammen,

    es freut mich tieeerisch, wenn jemand tatsächlich wegen meines kleinen beitrages den mut findet, sich im forum anzumelden... *freu*
    das zeigt mir wieder: ich bin auf dem richtigen weg...!!

    *schnipp*

    manfred schrieb: "Tja, es ist schon nicht immer leicht, die Balance zu finden … " ... recht hat er wieder!! ;)

    *nochmal schnipp*


    am sylvestertag und an neujahr habe ich gearbeitet... sylvester hatte ich einen ruhigen dienst und zwischendurch genug zeit, NACHzumerken, was mir 2009 gebracht hat und was nicht. über eines war ich zum tausendsten mal dankbar: meine trockenheit und mein klarer kopf... es war mein vierter jahreswechsel ohne alkohol.. und auch wenn ich an solchen tagen meistens sehr melancholisch drauf bin: ich bin so unsagbar froh, auch diese melancholie mit unbenebeltem kopf erleben zu können. zu saufzeiten habe ich mich an diesen feiertagen total abgeschossen und war schon früh völlig betrunken, unberechenbar und zu nichts zu gebrauchen.

    das jahr 2009 war das erfolgreichste für mich seit vielen jahren. erst wollte ich schreiben: seit ich trocken bin - aber das stimmt ja gar nicht, denn ich muss auch die vielen nassen jahre mit einbeziehen... insofern war es das erfolgreichste jahr für mich seit sehr, sehr vielen jahren... ein normaler job, eine schöne wohnung, eine schöne stadt, in der ich lebe. allein das zu würdigen, ist mir einen moment des innehaltens wert. denn wenn ich es klar betrachte, ist das alles andere als selbstverständlich. mein leben wäre furchtbar weitergegangen oder geendet, wenn ich die kurve nicht bekommen hätte...

    auch wenn es mich manchmal überwindung kostet und weiter kosten wird: ich werde niemandem die hand verweigern, der vom alkohol weg will und der hilfe sucht. ich werde niemals finanzielle hilfe leisten - ich werde aber wege zeigen, wie es funktionieren kann und eine art "gehilfe" versuchen zu sein. mein weg in den alkohol, mein nasses leben und der weg aus dem elend heraus sind ein großer teil meines lebens....... "nur", weil ich nun trocken bin, bin ich kein anderer mensch.

    gestern stieg eine frau mit einem schönen großen schwarzen hund in meinen bus... vollkommen "zugeschneit"... mütze und schal verdeckten das ganze gesicht. sie setzte sich und taute langsam auf... ich habe erst beim zweiten hinsehen bemerkt, dass sie alkoholikerin ist. das mir jemand wirklich leid tut, kann ich nicht sagen, aber es ist so ein "ach je... die arme frau." wie dem auch sei: ich dachte kurz daran, sie irgendwo hinzufahren, wo sie hinwollte, denn meine schicht war fast zu ende. da bemerkte sie plötzlich, dass sie im falschen bus war und wankte wieder hinaus ins schneegestöber... - und als ich sie hinauswanken sah, dachte ich: "nein peter, die ist noch nicht so weit... sie will keine hilfe.."
    aber heute fällt mir ein: es ist winter... wie schnell kann man stürzen, wie schnell liegt man in einer dunkeln einfahrt und keiner bemerkt einen?

    ich werde die augen offen halten... und ich werde hilfe anbieten - das kann ich tun. ob diese hilfe angenommen wird, ist dann etwas völlig anderes.

    allen ein schönes, erfolgreiches und vor allem trockenes jahr 2010.

    peter

    hallo zusammen,
    hallo schattenspringerin,

    für mich sind diese sätze wie "alles hat seine zeit" auch keine leeren worthülsen (mehr).

    im gegenteil: sie sind kurz und prägnant; sie helfen mir durch diese kürze, zu erkennen, was wirklich wichtig ist. sie sind für mich auch ein sehr wichtiger baustein für die struktur in meinem leben.

    struktur war das wichtigste am anfang meiner trockenheit - und ich muss sie immer wieder beachten und neu erfinden, denn das leben ändert sich auch ständig.

    struktur gibt halt. nach jahrelangem "dahinleben" im suff und dem einzigen ziel: der wiederbeschaffung von alkohol ist es unglaublich wichtig, in sein trockenes leben struktur hineinzubringen.

    .. mit geduld und mit struktur im alltag meistert sich das trockene leben besser... :)


    peter

    hallo zusammen,

    peter hier. auch in dieser jahreszeit, die so oft mit "gemütlichkeit" und glühwein in verbindung gebracht wird, bin ich ganz normal trocken, mit meinen ganz normalen alltagsproblemchen. ich nenne sie ganz bewusst "problemchen", weil ich immer wieder versuche, sie ins verhältnis zu setzen und mich damit wieder runterzuholen, wenn mich mein gemüt berherrscht..

    klingt vielleicht etwas konfus - ich versuche, deutlicher zu werden.

    es geht zum einen um die weihnachtsfeier in meiner firma, zu der ich nicht gegangen bin. ich wurde auch nicht wirklich gefragt, ob ich komme... der satz lautete: ".. du kommst doch .." und ich feiger heini sage "ja", weil ich somit 1. schnell aus der schusslinie war und 2. nicht NEIN sagen musste... zukünftig werde ich stets sagen: "... ich weiss es nicht ..." - dann bin ich nicht unhöflich, muss aber auch niemanden belügen. ich habe überhaupt keine lust auf diese veranstaltungen "gemütlichen zusammenseins" mit meinen kollegen, die sich dann mit zunehmenden bierkonsum verbrüdern und was weiss ich noch tun. nein, ich will das nicht und ich mag das nicht.

    zum zweiten war ich die ganze woche nicht wirklich stabil, mir kommen schnell die tränen, weil ich in alten beziehungen scheinbar sinnlos feststecke und erst gaaanz langsam begreife, dass auch dies wieder zu meinem nüchternen leben gehört...: zulassen, loslassen, geduld aufbringen... und dann erwische ich mich, wie ich fast auf die uhr schiele und denke: "schon wieder fünf minuten um und keine geduld gehabt" :roll:

    diese ganzen alten weisheiten: "geduld und spucke", "gut ding will weile haben", "alles zu seiner zeit"... und so weiter, diese ganzen sprüche gibt es glaube ich nicht von ungefähr.. und wieder muss ich begreifen, dass ich nichts kontrollieren kann, das ich die dinge besser auf mich zukommen lasse und dann in ruhe entscheide, wie ich weiter vor - und mit mir umgehe.

    ich war gerade einkaufen und auf dem rückweg habe ich mir mein leben auf einer zeitschiene vorgestellt... meine saufzeit nimmt darauf natürlich immer noch einen riesenplatz ein. "um himmels willen", denk ich dann... ich habe doch zeit.. ich saufe nicht mehr und ich habe mir verdient, geduld zu haben. niemand hetzt mich in meiner entwicklung - außer mir selbst.

    warum bin ich nur so ungeduldig mit mir?

    danke fürs lesen!

    peter

    hallo zusammen und hallo EineUnterVielen!

    das sind fragen, die ich mir schon öfter gestellt habe - sie weichen gar nicht vom thema ab, finde ich. sie sind sogar sehr wichtig.

    ich versuche es mal "abzuarbeiten" ;)

    die erste frage, ob jemand mir hätte helfen können, da rauszukommen, beantworte ich mit nein. ich hätte jede hand ausgeschlagen, weil ich mich ja nicht als alkoholiker sah... jedenfalls nicht offen. ich habe einmal meine schwester gefragt: "warum habt ihr mich nicht aufgehalten?"... das würde ich heute vielleicht als hilfe sehen. sie hat mir gesagt: "weil wir alle angst hatten, dich dann völlig zu verlieren." diese sicht habe ich nie gesehen... im nachhinein ist das entsetzlich zu hören und es zeigt sehr deutlich, dass ich mich gegen alle hinweise auf meinen alkoholismus gestemmt hätte.
    nein - ich hätte keine hilfe angenommen. und als ich erkannte, dass ich sterbe, wenn ich so weitermache, brauchte ich keine hilfe mehr: ab dem augenblick war der schalter in mir umgelegt.

    die jahrelange finanzielle unterstützung durch meine mutter war die zweite frage. ich bin sehr sicher: es wäre besser gewesen, sie hätte den geldhahn zugedreht... dann wäre ich hart gefallen und vielleicht hätte ich mir viele weitere nasse jahre erspart. aber vielleicht wäre ich auch völlig abgedreht... ich weiss es nicht. aus logischer sicht jedenfalls sage ich ganz klar: keine unterstützung ist besser.
    meiner mutter kann ich übrigens raten, was ich will: sie würde keines ihrer kinder "hängen" lassen, hat sie noch nie getan, auch wenn diese kinder viel kummer gebracht haben. da sie die zusammenhänge und die krankheit alkoholismus nicht versteht und auch nicht wirklich verstehen will, würde sie sicher genauso handeln und mir wieder geld schicken, schweren herzen allerdings... weil sie ja weiss, wohin dieses geld "fliesst"! raten würde ich ihr dazu aber selbstverständlich nicht.

    wenn ich menschen sehe, die es nicht schaffen, aus diesem fürchterlichen loch wieder herauszukrabbeln, befällt mich eine tiefe ohnmacht, die mich ganz tief drinnen ankratzt... ich sehe mich, ich sehe freunde. und jedesmal kommen mir dann wieder die tränen. nichts ist selbstverständlich und viele umstände sind dafür verantwortlich, dass man aus diesem selbst verursachten elend wieder herauskommt: manche schaffen es, manche nicht. wer meine hand möchte, dem reiche ich sie, wenn derjenige den echten willen zeigt, sein leben umzukrempeln. ich dränge meine hilfe niemandem auf, denn das wäre vergeblich... so wie es auch bei mir vergeblich gewesen wäre.

    GLÜCK gehört übrigens auch ein bisschen dazu, wieder ein mensch zu werden... so bitter das klingt. nicht jeder hat glück... so ist das wohl leider.

    danke fürs lesen!

    peter