Beiträge von Petter

    Liebe Freunde,

    früher habe ich mir immer so idiotische Ziele gesetzt, die ich sowieso nicht erreichen wollen würde: aufhören zu rauchen und aufhören zu trinken - und von letzterem vielleicht "ein bisschen" weniger. Dahinter stand natürlich mein Wunsch, mit dem Mist aufhören zu können. Aber meine Neujahrswünscherei war unrealistisch und auch ein wenig Alibi. Und wenn ich nach einem Ziel gefragt werden sollte, hatte ich damit auch eine "schön" vernünftige Antwort. Heute denke ich, diese Wünscherei hatte mein Gehirn nie erreicht, sie war reines Geblubber wie geistlose Blasen im Sprudelwasser.

    Heute ist das bei mir meistens anders. Bekomme ich einen "Rappel", wie zum Beispiel, gesünder leben und mehr Sport machen zu wollen, dann mache ich das auch. Aber ich "gelobe" es nicht öffentlich, weder vorher, noch danach. Ich mache es irgendwann und setze mich nicht mehr unter Druck.

    Ganz besonders viele "Ich will..." sind es bei mir in diesem Jahr geworden:

    Ich will aus meinem geliebten und so schrecklich verwundeten Ahrtal ziehen können und niemanden damit verletzen.
    Ich will nicht mehr in einem Katatstrophengebiet leben.

    Ich will akzeptieren, daß ich nach der Flut genug Menschen geholfen habe und es nun auch gut ist.

    Ich will nach vorne schauen, mein Haus verkaufen, umziehen und in der alten Heimat neu ankommen, beruflich und privat.

    Ich will wieder in einer lebenswerten Umgebung leben und Kraft tanken können, wenn meine Seele das braucht.

    Das sind dieses Jahr meine Wünsche und das Beste daran ist: ich werde sie alle umsetzen, denn sie sind trotz ihrer Größe realistisch.

    Ohne Alkohol, trocken und nüchtern in Körper und Kopf, schaffen wir alles. Es ist ein wunderbares Leben, daß wir imstande sind zu gestalten, wenn wir den Weg aus der Dunkelheit immer wieder gehen können. Ich wünsche uns allen Kraft und Mut, all unsere Steine aus dem Weg zu räumen für ein zufriedenes Jahr 2022.

    Danke fürs Lesen!

    Peter

    Was geht Euch durch den Kopf - wie sind Eure Ziele und Wünsche?

    "Das Schlimme an der Alkoholsucht ist, dass so viele Menschen das gar nicht begreifen, was das eigentlich bedeutet. Und wie schlimm das eigentlich ist, jemanden zu drängen."

    Hallo Risu,

    danke für diesen großartigen Satz. Der erste Satz könnte glatt das Ende eines Dokufilms über Alkohol sein. Und der zweite Satz tut richtig weh, weil er so wahr ist.

    Weil so viele Menschen nicht begreifen, wie schlimm die Alkoholsucht ist, wird es ja vermutlich so verharmlost. Immer wenn es beispielsweise in der Politik Ansätze zur Änderung mit Alkoholverkauf oder -konsum gibt, sind die Befürworter zum Konsum immer die Gleichen. Und schaue ich die mir genauer an, sind sie schon aufgrund ihrer rosigen Gesichtsfarbe als aktive Trinker zu erkennen und machen dann auch noch Lobbyarbeit für Winzer oder Brauereien oder "Verein der Clubs" und sowas. ... "So schlimm ist das doch gar nicht." Immer und immer wieder.

    Solange so viele Politiker und auch von Interessenverbänden gekaufte Politiker (denn nichts anderes sind diese Menschen, die den Lobbiysten zuhören) dem Suff und dem Rauchen das Wort reden, solange werden auch Menschen wie deine Mutter denken "Ach, das ist doch nicht so schlimm." .. Das Umdenken braucht viel Zeit. Meine Mutter war bis zu ihrem Tod der Ansicht, daß wer will, auch aufhören könne und alles eine reine Willenssache sei. Ich habe es versucht zu erklären - sinnlos. Aber vielleicht will ich später als 80jähriger auch nichts von jungen Menschen hören, die alles besser wissen? :D

    Danke nochmal für deinen guten Satz!

    Peter

    Hallo Kiki,

    gut, daß du hier bist! Eins verstehe ich nicht:

    es ist Deine Wohnung. Warum eine Frist bis Ende Januar? Rechtlich mag das wichtig sein, aber: so, wie er sich verhält, ist es allerhöchste Zeit zu handeln, gerade nachdem du ihm nun die Kündigung ausgesprochen hast. Sobald er sich auch nur noch einmal daneben benimmt, lass ihn von der Polizei aus der Wohnung holen und wechsle dann sofort das Türschloß. Das kann alles schwer nach hinten losgehen, wenn er andauernd schwer betrunken ist. So ein Mann hat in der Nähe kleiner Kinder nichts zu suchen und in Deiner Nähe auch nicht. Das hat niemand verdient. Darum: raus mit ihm, so schnell wie möglich.

    Klar ist das sehr schwer, ich verstehe Dich! Aber wie schwer wäre auszuhalten, wenn etwas passiert und du es hättest verhindern können, wenn er nur zeitig aus Deinem Umfeld weg gewesen wäre!

    Liebe Grüße
    Peter

    Liebe Freunde im Forum,

    das Ende ist nah - Gottseidank. 2021 hat mich fast umgebracht und in der Folge der Flut mein Leben auf den Kopf gestellt. Dabei bin ich noch gut dran. Vielen geht es viel, viel schlechter. Das weiss ich und ich bin dankbar, daß ich so gut davon gekommen bin. Dennoch war ich die vergangenen Tage stinkig, sauer, ungehalten. Ich wollte diese Gefühle nicht, aber manchmal überkommt es einen eben. Jemand sagte mir in Zusammenhang mit der schrecklichen Flut "Es hat alles seinen Sinn, Peter." ... Das hat mich sprachlos gemacht. Das sind so Sätze, bei denen ich mich übergeben könnte.

    Zu sagen "Es hat alles seinen Sinn." empfinde ich als selten bescheuert und als Schlag in die Fresse. Ich habe diesen selten doofen Spruch schon öfter gehört, auch von Geistlichen, bei denen ich dann eher dache sie seien von allen guten Geistern verlassen. Soll ich mal dem Geistlichen, der in der Flutnacht aus seinem Pfarrhaus sieben Menschen hat sterben sehen diesen Spruch mit auf den Weg geben? Kann ich nicht mehr, denn er ist in der Psychiatrie. Oder soll ich es meinem Nachbarsjungen sagen, desse Vater einige Wochen vor der Flut jung an Corona starb und dessen Mutter gerade an Krebs stirbt? Der Junge hat die Flutnacht im Dachfirst überlebt und seine Mutter am nächsten Morgen durch Schlamm, Geröll und an toten Menschen vorbei aus dem Dorf geführt. "Es hat alles seinen Sinn?" ... Nie. Dieser Spruch hat einen fatalistschen und esoterischen Geschmack. Er ist geschmacklos und ich mag ihn in keiner Weise. In der Natur hat vieles Sinn - der Kreislauf des Lebens ist ungeheuerlich und kann auch brutal sein. Wir alle suchen ständig nach Erklärungen für dies und das... aber manchmal bekommen wir keine Erklärungen für das Leben und das ist dann mitunter schwer auszuhalten. Dafür ist Gemeinschaft da und die Fähigkeit der Menschen zu Empathie und Hilfe. Das ist sinnvoll. Und hilft.

    Mit 2021 habe ich abgeschlossen, keine Träne weine ich diesem Jahr nach.

    Das neue Jahr kann kommen und ich weiss, es wird uns allen Gutes bringen :)

    Danke fürs Lesen

    Peter

    Hallo Risu,

    wie schön, daß du wieder da bist!

    "Ich musste erstmal Staub wischen" fand ich besonders lustig, schön gesagt, danke!
    Ging mir auch mal so ähnlich, nur der Vergleich kam mir nicht in den Sinn. Nun bin ich schon wieder eine ganze Zeit wieder da.

    Drei Jahre. Super, Risu. Das Leben neu leben, das erlebst du gerade. Schau nicht betrübt zurück, was du alles versäumt haben könntest - schau nach vorn und mach einfach, was dir am besten gefällt. Aber da bist ja schon richtig dabei :)

    VIele Grüße
    Peter

    Dieses Thema ist sehr bewegend. Ich hatte schon länger vor, hier zu schreiben, aber mich noch nicht getraut. Heute traue ich mich.
    Die Überschrift habe ich geklaut. Aus dem Requiem von Paul Hindemith.

    Denen, die wir lieben


    Der Erste war T., der Lebensgefährte meiner besten Freundin. Groß gewachsen, schlaksig, schüchtern. Und meist unglaublich nett, wenn er nicht gerade seine „Tage“ hatte, an denen ich nicht verstand, warum er so komisch war. Geahnt habe ich es, denn ich habe ja schließlich selber gesoffen, war also ein Profi was den Konsum von Alkohol betraf. ... T. sagte oft nichts, auch wenn man sich mal zufällig im Treppenhaus begegnete. Es kam mir vor, als würde er die Luft anhalten. Einmal sagte ich ihm „Du kannst ruhig atmen, ich tu´dir nix.“ und dann atmete er durch. Eine Welle von Schapsduft nebelte mich ein und die Verbindung mit seinem Rasierwasser war besonders schräg. Eines Tage starb T. „plötzlich und unerwartet“, wie man so sagt, auf der Toilette seiner Wohnung. Im Krankenhaus nahm uns der Arzt beiseite und fragte „Was um Himmels Willen ist mit ihrem Freund gewesen? Seine Organe hatten den Zustand eines 80ig-Jährigen. „Zwei Flaschen Vodka waren mit ihm los. Jeden Tag.“ sagte seine Freundin. … T. Wurde 35 Jahre jung.

    Der Zweite war M., ein etwas nerviger Kollege, nett eigentlich, der leider nie die Grenze erkannte, wenn man mal für sich sein wollte. So wurde er manchmal in der Kneipe an den Tisch gelassen, manchmal nicht. Eines Tages kam M. nicht mehr und der Wirt sagte: „M. ist im Krankenhaus. Krebs. Nicht heilbar.“ … Zweimal habe ich ihn besucht. Es ging ihm schnell schlechter. „Der Alkohol hat seinen Darm aufgelöst.“ hiess es. Was natürlich Unsinn ist. Aber eben auch nicht ganz. Der Alkohol hatte auch bei M. Spuren hinterlassen, innen drin. In der Seele und noch viel stärker in seinem Körper. Wir brachten ihm Zeitungen und Illustrierte. Was liest man, wenn man bald stirbt? Es geht eigentlich nur um Abschied nehmen und darum, Zeit totzuschlagen, bis man tot ist. Es war schlimm. Als er tot war, erreichte uns ein Brief in der Kneipe, in dem er Abschied nahm: „Ich wäre gerne noch ein wenig bei Euch geblieben.“ und ich schämte mich zutiefst, weil ich ihn nicht einfach immer an meinen Tisch in der Kneipe gelassen hatte. … Die Beerdigung übernahm das Sozialamt. Wir waren fünf Anwesende. Vielleicht die größte Ansammlung in seinem „Leben“, und er hat es hoffentlich fühlen können.

    Die Dritte war P., eine wundervolle Frau aus Südeuropa, mit Temperament und voller, lauter Stimme. Wo sie her kam, gab es keine Arbeit, die auch nur halbwegs anständig bezahlt wurde. So kam sie als Fremde nach Berlin und landete mit einem fürchterlichen Deutsch in einer Kneipe. Keine schlechte Kneipe, das muss ich auch heute noch sagen. Keine Kaschemme, eher gut durchmischt mit Menschen aller Schichten. P. war eine unglaubliche Frau hinter dem Tresen. Lachend, laut, witzig. Niemanden schloß sie aus und sie selber wurde auch nie ausgeschlossen. Ihr Deutsch blieb rudimentär, aber man verstand alles, und was man nicht verstand, war auch nicht so wichtig. Sie kam mir vor wie das pure Leben. Eine beliebte Bezeichnung. Bei ihr passte das.
    „Irgendwann gehe ich zurück. Wo es warm ist!“ und das glaubte ich ihr sofort. Die Deutschen waren ihr manchmal zu stur und ich verstand ihren Wunsch gut. P. starb, wie M. ... Im gleichen Krankenhaus, ähnliche Diagnose und in atemberaubendem Tempo. Danach konnte sie zurück in ihre Heimat. Wo es warm war.

    Der Vierte war MM. Ein Künstler. Ein Gourmet. Ein Zauberer hinter dem Tresen. Groß, empathisch, schwul wie ich. Ein wenig Glamour im tristen Kreuzberg der 80er Jahre. „Peter – Framboise?“ .. Bei ihm gab es keinen ordinären Schnaps. Alles hatte seinen Namen und nichts war gewöhnlich. Das machte ihn aus, er machte aus allem etwas Besonderes und man durfte sich einen Augenblick im Leben als etwas besonderes fühlen. Manchmal sah ich ihm seine tiefe Traurigkeit an. Nie hat er mir erzählt, warum. Das Verhältnis Wirt – Gast hat er professionell gehalten und wenig von sich preisgegeben. Man konnte seine Sorgen loswerden, er hörte zu und nickte. „Framboise, Peter“? … Nur bei seiner Alkoholsucht konnte er nicht mehr professionell sein. Ich sah ihn immer wieder, wie er sich in einem unbeobachteten Moment glaubte und einen Schnaps runterkippte. Damals hätte ich ihm gern geholfen. Aber wie soll ein Alkoholiker einem Alkoholiker helfen, wenn beide in Alkohol ertrinken. Er wurde dünner und dünner. Auch er: Krebs. Speiseröhre. Zuviel Schnaps. Zuviel Qualm. Er starb und ich fühlte mich plötzlich sehr allein in der Kneipe.

    Der Fünfte war C., ein Freund. Ein Feingeist, ein Literat. Ein Mensch mit Uhrwerkqualitäten. Oder mit extrem eingeschränktem Leben, wie man das sehen will. Alles ging nach Plan. Seine Spaziergänge, seine Einkäufe. Immer alles zur gleichen Uhrzeit. Anrufen sollte man ihn besser nie. Er hasste es, wenn sein „Tagesablauf“ durcheinander kam. Sprechen konnte man mit ihm nachts, wenn er pünktlich um halb eins in der Kneipe auftauchte wie gerade frisch geduscht. Es war wie ein Ritual: wir unterhielten uns über Politik, Literatur und lästerten über die anderen Gäste. Einmal lieh er mir viel Geld. Ich wollte mein Leben ändern und eine Qualifizierungsmaßnahme machen, nur das JobCenter wollte nicht. Da gab er mir das Geld und sagte „Mach!“ und ich tat es. Später habe ich das Geld in Raten zurückgezahlt. Als ich trocken wurde, war er einer der ganz wenigen, die das nicht verstehen konnten oder wollten. Ich wusste, daß er vor seinen Kneipenbesuchen und danach trank. Bis er nicht mehr in die Kneipe kam. Schlaganfall in der Wohnung. Niemand weiss, wie lange er dort lag. Die Polizei schätzte 14 Tage. Die Beerdigung war erschütternd.

    Ich habe alle überlebt und gerade noch rechtzeitig den Absprung geschafft. Niemand wurde auch nur annähernd so alt wie ich heute bin. Alle starben durch Alkohol. Ich habe sie alle lieb und werde sie nicht vergessen. Ihnen widme ich heute meine Gedanken, an Heiligabend in diesem fürchterlichen Jahr 2021.

    Danke fürs Lesen.
    Peter

    Hallo LeaLux!

    Was ist das denn?
    Nach 10 Jahren willst du dir das noch antun?
    Das würde ich noch nicht einmal ansatzweise verstehen.
    Es ist seine Sache, wenn er säuft und meint, er sei kein Alkoholiker. Mach´dir doch bitte keine Gedanken dazu. Es wird DIR nicht helfen.
    Alles was du da schreibst, schreit nach: "Pack´deine Sachen und geh´." Lass ihn ziehen und beginne dein eigenes Leben.

    Gut gemeint:
    Peter

    So lange begleitest du mich schon, Dante? Ich denke, da muss ich mal von Herzen "Danke!" sagen.

    Viele Freunde hatten bei meinen Wohnort- und Arbeitswechseln den Eindruck, ich würde vor etwas fliehen. Aber es war keine Flucht. Es war mehr ein Nachholen all dessen, was ich durch jahrelangen Alkoholmißbrauch versäumt hatte, es war geradezu ein Abenteuer. Von Arbeit zu Arbeit habe ich mich verbessert, jede Stelle wurde ein wenig besser. Ich musste in späten Jahren lernen, was Mobbing am Arbeitsplatz bedeutet, aber auch was Ausbeutung ist. Die Wohnortwechsel waren lustigerweise gar kein Problem: nachdem ich nüchtern wurde, strotzte ich vor Energie und wollte alles kennenlernen. War die Arbeit nicht, wie ich mir das vorgestellt habe, oder hatte man mich bei den Arbeitsmodalitäten hinters Licht geführt, habe ich eine neue Stelle gesucht und bin weitergezogen. Heute denke ich manchmal, ich hätte den kleinen Umzugstransporter fast kaufen können :) Wenn ich richtig gerechnet habe, waren das neun Umzüge in fünf Jahren, heute eine Horrorvorstellung für mich und von außen betrachtet kann ich dich verstehen, Dante: das sah wirklich nach Flucht aus!

    Im Ahrtal bin ich gerne geblieben, hier stimmte wirklich alles und ich habe keinen Tag gedacht, hier wieder wegzugehen. Aber nun ist es eben doch anders gekommen. Die Flut hat mich Demut vor der Natur spüren lassen. Sie hat mir gezeigt, daß nichts im Leben selbstverständlich ist und bei allem unglaublichen Glück, daß ich in der Nacht gehabt habe, bin ich nun doch Betroffener, wenn auch indirekt. Die letzten Monate waren von Fassungslosigkeit und Trauer geprägt - die nächsten Monate will ich nach vorne schauen, wieder auf der Suche nach einem besseren Leben und: endlich wieder mal umziehen. :lol:

    Peter

    Na, dann will ich auch mal ;)

    Ich komme ja eher aus der Klassik, darum heute von mir und zu den Feiertagen ein Stück von Bach, daß mir Trost gibt wie kein anderes.
    LG Peter

    Externer Inhalt www.youtube.com
    Inhalte von externen Seiten werden ohne deine Zustimmung nicht automatisch geladen und angezeigt.
    Durch die Aktivierung der externen Inhalte erklärst du dich damit einverstanden, dass personenbezogene Daten an Drittplattformen übermittelt werden. Mehr Informationen dazu haben wir in unserer Datenschutzerklärung zur Verfügung gestellt.

    Hallo Ladybird!

    Darf ich es heute mal kurz & knackig machen? Du schreibst:

    "Eigentlich könnte ich es allein besser haben. Ja ich sehen mich nach einem Ideal. Das gibt es nie. Aber ich bin auch nicht perfekt."

    Du hast dich hier angemeldet - auf der Suche nach Antworten und nach einem besseren Leben.

    Da alles kannst du erreichen. Für deinen Sohn und für dich.

    Du musst für deinen Sohn und dich sorgen - nicht für deinen trinkenden Mann.
    Schlittere nicht weiter in die Co-Abhängigkeit, als du schon vielleicht bist.
    Nach allem was du beschreibst, wird es dir mit deinem Partner immer schlechter gehen.


    Worauf wartest du?

    LG Peter

    Hallo Ladybird,

    herzlich willkommen auch von mir. Schön, daß du den Weg ins Forum gefunden hast!

    Was du aus deinem Leben beschreibst, lässt dir nicht viel Spielraum. Und in einigen deiner Sätzen klingt das ja auch schon durch: "... ich kann ihn nicht gesund lieben." war ein Teilsatz, der mich richtig angefasst hat. Damit hast du es sehr genau getroffen, auch wenn das sehr traurig klingt - und ist.

    Dein Partner zeigt keine Einsicht und ohne diese Einsicht wird es für ihn und für euch bergab gehen wie auf einer Rutschbahn. Ohne Einsicht keine Heilung und so wie er nach deinen Schilderungen alkoholisch unterwegs ist, brauchen wir nicht mehr darüber reden, ob er Alkoholiker ist. Im Grunde ist es auch völlig unerheblich: wichtig ist jetzt vor allem dein Leben und wie du es leben möchtest.

    Du bist gefragt, Ladybird: an dir liegt es, dein Leben und das Leben deines Jungen zu einem lebenswerten und schönen Leben zu machen. Das kannst du.
    Lies dich mal weiter bei uns ein. Ich bin ganz sicher, daß dir viele Freunde hier beiseite stehen werden. denn mit dieser schlimmen Situation bist du nicht allein!

    Viele Grüße

    Peter

    Hallo Welsh,


    heute habe ich dich um Verständnis gebeten, daß hier manchmal ein ruppiges Wort fällt.

    Nachdem ich die ein oder andere Reaktion auf deinen Beitrag gerade ein drittes Mal gelesen habe, entschuldige ich mich bei dir für meine Bitte.

    Einige sind hier so ruppig und rechthaberisch unterwegs, daß mir der Atem stockt.
    Da mir dieser Ton bei zweien schon mehrfach aufgestoßen ist, werde ich Beiträge dieser beiden Freunde zu meinem eigenen Schutz nicht mehr lesen.

    Ich muss nicht alles lesen. Und in dieser Tonlage schon gar nicht.

    Trotz mancher Bedenken, weil ich dein Vorgehen für leichtsinnig gehalten habe, lese ich dich gern und nehme teil an deinem Weg in die Trockenheit.

    Leichtsinnig war ich nämlich auch. Es gibt keinen allgemeingültigen Weg in die Trockenheit, jeder ist anders unterwegs.

    Das du nunmehr erstmal nur noch lesen willst, kann ich gut nachvollziehen.


    Viele Grüße,

    Peter

    Hallo Welsh,

    erstmal Glückwunsch zu Tag 165! Das ist doch mal ne Hausnummer. Super.

    Ich habe auch die Konfrontation mit dem vorher gesucht, recht bald nach meinem Trockenwerden. Die Reaktionen der ehemaligen Sauffreunde war von "toll" bis "langweilig" oder dem verständnislosen "warum trinkst du nix mehr?!"
    Ich habe mich bestätigt (und das war leichtsinnig), daß ich in Gesellschaft der Freunde nicht mehr trinken muss. Gleichzeitig (und das war gut) wuchs ein gewisser Ekel vor diesen Leuten und ihrem Trinkverhalten. Aber der Leichtsinn, sich dem auszusetzen, war nicht ungefährlich für mich und unterschwellig habe ich das auch geahnt. Vielleicht haben wir beide da eine ähnliche Persönlichkeitsstruktur. Mann will es wissen! :roll:

    Wenn man plötzlich in der Lage ist und erkennt, daß andere Menschen ganz normal trinken (z.B. ein Glas Wein zum Essen und dann Wasser), dann versteht man, was mit einem los war. Schön, daß du im Urlaub diese Erfahrung machen konntest. Schon dafür hat es sich gelohnt.

    Hey... niemand hier ist ungnädig mit dir ;) ... Lass es mich so sagen: wir sind in einem Forum für alkoholkranke Menschen und / oder deren Angehörige. Hier wird oft Klartext geschrieben und das ist gut so, denn wo sonst sollte man das machen können. Wir alle sind irgendwie betroffen und wenn jemand anklopft ist Hilfe fast immer garantiert - inklusive klarer Worte, die nicht immer willkommen sind. Aber: wir sind auch Menschen und manchmal kommt das eine oder andere Wort zu rupppig rüber, ist aber sicher nicht immer so gemeint. Als Alkoholiker sind wir auch empfindlich und empfänglich für sowas, wir haben vermutlich sensiblere Antennen. Trag´es uns nicht nach. Lächle und mach weiter. Ich freu mich auf deinen Tag 166!

    Peter

    Guten Morgen Hanseat,

    auch von mir eine gute Reise - in den Urlaub und zu den neuen Ufern.
    Selbst wenn es nicht klappt, bist du schon einen wichtigen Schritt weiter als viele andere Raucher: du beschäftigst dich intensiv damit und das ist ja nichts anderes als Vorbereitung.

    Es ist DEINE Vorbereitung in ein freies, nicht von der Nikotinsucht bestimmtes Leben. Egal, wann du das schaffst.

    VG Peter

    Ach... ist das alles lieb von Euch. Ich bin so gerührt. Vielen, vielen Dank. Ich werde Euch natürlich teilhaben lassen, wie es weitergeht.

    Ground zero passt, lieber Hanseat. Nun muss ich das nur noch einige Monate ertragen und das ist schon deutlich weniger als die Zeit, die ich bislang in diesen Trümmern verbracht habe. Auch das macht mir Mut.

    Nun habe ich also schon zwei neue Freunde im Norden :) Ich glaube, es sollte dann mal ein "Onliner-Treffen" oder sowas in der Art geben. Das wär´doch was.

    In diesen Tagen habe ich Urlaub. Es ist mir ganz recht, ich kann mich fallen lassen und überlegen, wie ich vielleicht was angehe. Für Umzugsplanungen ist es viel zu früh, aber ich kann ja mal "vor"denken. Auch das hilft und heilt. Vorhin war ich einkaufen. Allein die zwei Kilometer zu Penny sind ein Albtraum. Schlamm, Dreck, fehlende Straßenbegrenzungen, kaputte Ufer. Ich habe beschlossen, ab sofort ein paar Kilometer mehr und in einer andere Richtung zu fahren, damit ich das "umschiffe".

    Obwohl ich noch gar nicht weiss, wo und wie genau ich in ein paar Monaten wohnen werde, richtige ich mich irgendwie schon ein. Das oberste Ziel dabei ist: Gemütlichkeit & Ruhe. Weitblick ins Grüne. Klar, alles etwas idealisiert, aber wünschen kann ich mir das doch :)

    LG Peter