Beiträge von Seidenraupe

    Hallo Schattenspringer,

    na klar ist eine Gruppe nur so gut wie deren Teilnehmer und Leitung! Gestern waren wir zu viert. Das wäre auch o.k., wenn sich alle einbrächten und zum Thema Alkohol diskutiert würde bzw. Erfahrungen ausgetauscht würden. Wenn aber ein Teilnehmer sehr zurückhaltend ist, ein anderer irgendwie ein bisschen `abgedreht´ist und der dritte einen relativ langen Vortrag über seine Yoga-Aktivitäten berichtet, dann nehme ich für mich, mit meinem Thema, nicht viel mit nach Hause. Der Yoga-Mensch ist nett und hat interessant erzählt, aber bringt mich nicht weiter. Hinzu kommt, dass zwei von ihnen nächste Woche nicht mehr dabei sind. Also wäre es schon gruppendynamisch gesehen günstig, wenn neue Teilnehmer kämen.

    Heute bin ich im zweistelligen Bereich angekommen und 10 Tage trocken, immerhin. Ich fühle mich sehr gut und habe weiterhin kein Verlangen.

    Liebe Grüße

    Seidenraupe

    Hallo Harry,

    oh weh, das hört sich nicht danach an, dass deine Frau trocken bleibt / bleiben will...
    Die Aussage deiner Frau muss für dich wie eine Bombe eingeschlagen haben. Das tut mir sehr leid. Warum ist sie denn überhaupt in eine LZT gegangen? Und wie kommt es, dass sie schon ein halbes Jahr dauert? Ich dachte, nach einem Vierteljahr, spätestens nach vier Monaten, wird nicht weiter finanziert.
    Ich wünsche dir ganz viel Kraft!

    Gute Nacht!

    Seidenraupe

    Hallo,

    ja, das ist wirklich ein schwieriges Thema! Manchmal ist es wahrscheinlich unumgänglich sich zu trennen, aber nicht immer zwingend notwendig. Ich bin sehr froh, dass mein Mann sich nicht von mir getrennt hat. Nun verhalte ich mich mit Alkohol im Blut (und in der Birne) auch nicht übermäßig auffällig, aber anders schon - meine ich jedenfalls. Neulich sagte mein Mann, dass wenn er nicht das Gefühl hätte bzw. sähe, dass ich am Ball bleibe und etwas für die Trockenheit tue, dann wäre es sehr viel schwieriger. Dann würde es über kurz oder lang zur Trennung kommen. Das möchte ich auf keinen Fall!

    Die tägliche Gruppe heute war leider nicht so interessant. Es wäre schön, wenn nächste Woche neue Teilnehmer dabei wären.

    Heute Abend gehe ich mit meinem Mann zum Sport. Bewegung tut mir immer gut.

    Viele Grüße Seidenraupe

    Hallo Schattenspringer,

    natürlich ist es wichtig, sein Trinkverhalten zu analysieren und bestimmte Muster zu erkennen. Da ich mehrere Jahre mehr oder weniger rund um die Uhr getrunken habe, ist das nicht an einzelnen Situationen festzumachen. Es gab Umstände, die eine höhere Trinkmenge zur Folge hatten, aber getrunken habe ich u.a. auch um die Entzugserscheinungen zu betäuben. In den Trinkpausen habe ich versucht herauszufinden, warum es immer wieder zu Rückfällen kam. Da gibt es ein paar mir bekannte auslösende Faktoren. Aber dieses Wissen darum verhinderte nicht den nächsten Rückfall. Für mich ist es glaube ich wichtig, mir immer wieder vor Augen zu halten, dass ich krank bin.
    Besonders in Zeiten, wo es mir gut geht, darf ich nicht leichtsinnig werden. Mein Gehirn hat Fehlschaltungen und die dürfen nicht zum Zuge kommen.

    Ich bin heute von der Ärztin weiter krank geschrieben worden. Nun kann ich mich in Ruhe auf mich konzentrieren und weiterhin zur täglichen Gruppe gehen. Und hier schreiben.

    Liebe Grüße Seidenraupe

    Guten Morgen alle zusammen,

    mein neunter alkoholfreier Tag beginnt nun! Ich freue mich auf ihn.

    Harry, aber genau das ist es doch: Ich habe aufgehört, mir diese Fragen zu stellen. Es gibt keinen, aber auch wirklich keinen Grund zu trinken! Es ist immer die Sucht mit ihrem verdammt guten Gedächtnis.
    Du hörst dich ziemlich resigniert an. Stimmt das? Ich wünsche deiner Frau eine erfolgreiche Therapie!

    Gruß Seidenraupe

    Hallo und guten Abend,

    ich habe den Tag gut gefüllt, aber nicht abgefüllt erlebt. Ich bin froh, einen guten Start geschafft zu haben und bekomme von mehreren Seiten Unterstützung!

    Tom: Es gibt wohl viele Alkoholiker, die sehr "Willensstark" sind und ihr Leben sehr lange auch mit übermäßigem Alkoholgenuss managen. Ich habe meinen Haushalt mehr oder weniger gut hinbekommen, war trotzdem zuverlässig und habe auf der Arbeit so gut wie nie gefehlt. Ganz am Anfang, also bei meinem ersten Entzug, dachte mein Mann "Sie ist stark, sie schafft das ohne große Probleme", so nach dem Motto "Gefahr erkannt - Gefahr gebannt". Das war ein großer Irrtum.
    Du kannst auf drei trockene Jahre zurückblicken. Das ist toll! Ich möchte das in drei Jahren auch können...

    Nulch: Deine Gedankengänge kommen mir seeehr bekannt vor! Wie oft habe ich gedacht: "Du bist doch völlig verrückt, trinkst, obwohl du genau weißt, es schadet dir!". Sich wider besseren Wissens mit Alkohol zu schaden, kenne ich zu genüge. Die Mechanismen waren immer die gleichen. Und trotzdem sind wir keinen Idioten, sondern einfach krank. Genau dieses kaum nachvollziehbare Verhalten macht die Sucht aus. Sich selbst als kranken Menschen anzunehmen, zumal es eine von der Gesellschaft verurteilten Krankheit ist, war mir bisher nicht wirklich gelungen. Im Kopf weiß ich das schon, aber...

    Genau da liegt mein jetziger Ansatzpunkt.

    Exitlight: Auch ich hatte vor langer Zeit, sozusagen zwangsweise, ein (fast) trockenes Jahr, nämlich während der Schwangerschaft und Stillzeit. Später habe ich immer von der schönsten Zeit meines Lebens gesprochen - sicher nicht nur wegen der tollen Erfahrung, eine Schwangerschaft zu erleben. Mir war eigentlich immer klar, dass der weitgehende Verzicht auf Alkohol wesentlich dazu beigetragen hat.

    Viele Grüße

    Seidenraupe

    Hallo HansHa,
    das sehe ich etwas anders oder vielleicht differenzierter. Ich gehöre zu der von dir angesprochenen Gruppe und bin mal wieder am Anfang. Ich hatte in den letzten acht Tagen eine einzige Situation, wo das Suchtgedächtnis sich meldete und mir für einen Augenblick Druck verschaffte. Aber seit Freitag habe ich überhaupt kein Verlangen / kein Bedürfnis Alkohol zu trinken. Ich kenne inzwischen viele trockene Menschen. Bei jedem ist es etwas anders. Der eine hat vielleicht in der Anfangszeit mehr Schwierigkeiten, der andere erst nach längerer Abstinenz. Es stimmt sicherlich, dass jeder irgendwann in schwierige Situationen kommt, aber wenn ich jetzt schreibe, ich habe kein Verlangen, dann ist das so. Ich habe keinen Grund (mehr) mich selbst zu belügen / zu täuschen. Ich genieße Tage, wo mich das Suchtgedächtnis in Ruhe lässt. Ich weiß aber auch, dass es immer wieder Situationen geben wird, wo ich aufpassen und reagieren muss.

    Gruß Seidenraupe

    Hallo zusammen,
    bin gerade von der Gruppe zurück. Es war nur ein kleiner Kreis von fünf Betroffenen und der Psychologin anwesend. Ich bin nett empfangen worden und konnte mich gut einbringen. Nun muss ich sehen, wie lange ich diese von Mo bis Fr täglich stattfindende Gruppe besuchen kann. Das hängt von der Länge der Krankschreibung ab. Morgen bin ich wieder bei der Ärztin. Ansonsten habe ich das Gefühl, dass es doch endlich `KLick´gemacht hat und ich mich als kranken Menschen annehmen kann. Das ist nicht so einfach, wo ich doch fast immer alles im Griff hatte, eine starke Frau bin. Dass der Alkohol mich im Griff hat, habe ich lange nicht wahrhaben wollen.

    Ich wünsche allen einen schönen Tag

    Seidenraupe

    Guten Abend Schattenspringer,
    heute ist der siebte Tag ohne Alkohol! Ich bin zufrieden und optimistisch. Froh bin ich darüber, dass ich überhaupt kein Verlangen habe. Könnte ruhig so bleiben. Wenn ich aktiv bin, geht es mir gut. Ich versuche aber schon auch immer wieder Entspannungsphasen einzubauen. Eine großartige Massage habe ich mir heute spendiert.
    Auf morgen bin ich gespannt. Es ist aber nicht ganz neu für mich. Vor längerer Zeit war ich schon einmal während einer Krankschreibung dort. Ich muss mich ein bisschen überwinden, wieder hinzugehen, aber damals fand ich die Institution gut.

    Allen Lesern eine gute Nacht

    Seidenraupe

    Guten Morgen,
    ich habe recht gut geschlafen und freue mich auf diesen Tag. Es ist erstaunlich, wie schnell sich das Lebensgefühl ändert! Ohne Alkohol habe ich viel mehr Energie und positive Gedanken.
    Für morgen habe ich mich zu einer "täglichen Gruppe" angemeldet. Diese dauert eine Stunde und wird professionell angeleitet. Mal sehen, was mich erwartet. Aktiv sein ist für mich die Devise.

    Allen einen schönen Tag
    Seidenraupe

    Hallo HansHa,
    da hast du bestimmt recht! Vielleicht sollte ich besser sagen: "... hoffe ich zukünftig anders mit umgehen zu können." Das Verlangen wird kommen, und dann möchte ich es als einen Teil der Krankheit sehen. Verlangen vergeht aber zum Glück wieder.
    Seidenraupe

    Hallo Pierre, hallo Tom, es tut gut, so schnell Antworten zu bekommen!

    Tom, wie lange dauerte deine zweite LZT und hat sie dir mehr bzw. anderes als die erste gebracht? Ich war 2006 in einer Klinik. Es war eine gute und wichtige Zeit, aber wohl noch zu früh für mich. Leider.

    Gruß Seidenraupe

    Hallo iwona-w, ich bin neu im Forum und möchte dir nur sagen, dass ich deinen schönen und ermutigenden Weg schon eine Weile mit verfolge! Danke für deine frische, lebensbejahende Art! Auch durch dich bin ich bei diesem Forum hängengeblieben und schreibe nun selber. Danke und liebe Grüße
    Seidenraupe

    Hallo Schattenspringer,
    danke für deine nette Begrüßung! Beim vielen Lesen in den letzten Monaten habe ich schon einiges mitnehmen können. Aber ich werde erst jetzt aktiv, weil ich glaube nun auch wirklich so weit zu sein. Ich habe mir fest vorgenommen, alles für die Trockenheit zu tun.
    Seidenraupe

    Guten Tag liebe Forenteilnehmer!
    Ich bin 49 Jahre alt und trinke seit meinem 17. Lebensjahr regelmäßig Alkohol, überwiegend Bier. Schon Ende der 80er Jahre wusste ich, dass mein Trinkverhalten nicht normal ist. Trinkpausen gelangen mir nicht. Ca. 2001 steigerte sich mein Konsum deutlich und 2003 war es dann soweit: ich begann morgens zu trinken. 2006 gelang mir mit Hilfe einer Ärztin die erste Trinkpause. Seitdem hatte ich viele Trinkpausen und genauso viele Rückfälle. Natürlich weiß ich, dass ich krank bin, aber das so richtig für mich annehmen konnte ich bisher nicht. Gerade, wenn ich nicht trinke und es mir gut geht, fühle ich mich nicht krank. Nach meinem letzten Rückfall fühlt es sich anders an. Ich bin krank und möchte meine Krankheit endlich zum Stillstand bringen. Und das geht nur ohne den ersten Schluck Alkohol.
    Ich möchte dauerhaft abstinent leben und zukünftig Verlangenssituationen erfolgreich bekämpfen!
    Es wäre schön, wenn ich mich hier mit anderen Betroffenen austauschen könnte.
    Heute ist mein sechster trockener Tag.
    Vielen Dank für`s Lesen!

    Seidenraupe