Hallo und guten Abend,
ich habe den Tag gut gefüllt, aber nicht abgefüllt erlebt. Ich bin froh, einen guten Start geschafft zu haben und bekomme von mehreren Seiten Unterstützung!
Tom: Es gibt wohl viele Alkoholiker, die sehr "Willensstark" sind und ihr Leben sehr lange auch mit übermäßigem Alkoholgenuss managen. Ich habe meinen Haushalt mehr oder weniger gut hinbekommen, war trotzdem zuverlässig und habe auf der Arbeit so gut wie nie gefehlt. Ganz am Anfang, also bei meinem ersten Entzug, dachte mein Mann "Sie ist stark, sie schafft das ohne große Probleme", so nach dem Motto "Gefahr erkannt - Gefahr gebannt". Das war ein großer Irrtum.
Du kannst auf drei trockene Jahre zurückblicken. Das ist toll! Ich möchte das in drei Jahren auch können...
Nulch: Deine Gedankengänge kommen mir seeehr bekannt vor! Wie oft habe ich gedacht: "Du bist doch völlig verrückt, trinkst, obwohl du genau weißt, es schadet dir!". Sich wider besseren Wissens mit Alkohol zu schaden, kenne ich zu genüge. Die Mechanismen waren immer die gleichen. Und trotzdem sind wir keinen Idioten, sondern einfach krank. Genau dieses kaum nachvollziehbare Verhalten macht die Sucht aus. Sich selbst als kranken Menschen anzunehmen, zumal es eine von der Gesellschaft verurteilten Krankheit ist, war mir bisher nicht wirklich gelungen. Im Kopf weiß ich das schon, aber...
Genau da liegt mein jetziger Ansatzpunkt.
Exitlight: Auch ich hatte vor langer Zeit, sozusagen zwangsweise, ein (fast) trockenes Jahr, nämlich während der Schwangerschaft und Stillzeit. Später habe ich immer von der schönsten Zeit meines Lebens gesprochen - sicher nicht nur wegen der tollen Erfahrung, eine Schwangerschaft zu erleben. Mir war eigentlich immer klar, dass der weitgehende Verzicht auf Alkohol wesentlich dazu beigetragen hat.
Viele Grüße
Seidenraupe