Beiträge von Seidenraupe

    Hallo Tiuri,

    die psychische Abhängigkeit ist viel schwieriger in den Griff zu bekommen,
    da die körperlichen Entzugserscheinungen relativ schnell verschwinden...
    Ich wünsche dir eine gute Achtsamkeit mit dir selber, insbesondere was
    den Alkohol angeht :wink:.
    Vielleicht hast du ja tatsächlich gerade noch rechtzeitig die Kurve bekommen.
    Auf jeden Fall macht es immer Sinn, ohne Alkohol zu leben.

    Seidenraupe

    Hallo Max,

    leider habe auch ich am eigenen Leib sehr früh die Alkoholabhängigkeit mit meinen
    Eltern durchgemacht. Ich habe dann ganz anders getrunken... Aber darauf kommt es
    letztendlich nicht an. Da habe ich mir lange etwas vorgemacht. Theoretisch war
    mir so ziemlich viel klar, nur mit der Umsetzung haperte es.

    Du solltest auf keinen Fall den Weg ohne ärztliche Hilfe gehen! Warum auch?
    Abgesehen von der Scham, die auch ich hatte, hat es nur Vorteile und kann
    dein Leben retten.

    Seidenraupe

    Hallo Max,

    dein Eingeständnis schwarz auf weiß solltest du dir ausdrucken!
    Und dann ran und durch... Es kostet Mut, Kraft und Durchhaltevermögen, aber
    es lohnt sich. Wenn junge Menschen den Weg in die Abstinenz gehen, dann
    finde ich das bewundernswert. Ich war mehrere Jahre (eher) unglücklich,
    bevor ich meinen Weg fand.
    Ich wünsche dir Erfolg auf deinem Weg!

    Seidenraupe

    Hallo Step,

    alles Gute für das Jahr 2016!

    Ich bin mir ziemlich sicher, dass du nicht anders mit Veranstaltungen/Partys
    umgehen würdest, hättest du eine reale Gruppe! Genau dein Verhalten wird
    in meiner Gruppe propagiert... Immer eine Rückzugsmöglichkeit haben
    und diese auch gegebenenfalls nutzen. Manchmal vielleicht sogar absagen.

    Diese 5:2 - Ernährung klingt gut. Hast du feste Tage?

    Ist es nicht großartig, nun schon mehr als 1 1/2 Jahre frei durch´s Leben zu
    gehen?! Natürlich ist nicht alles schick, aber (fast) alles machbar :D !
    Gruß Seidenraupe

    Hallo dry,

    du alleine wirst merken, was du verändern musst,
    aber wenn nicht einmal beim Essen darüber nachgedacht wird,
    wie sollen dann größere Veränderungen stattfinden?
    Es ist übrigens erwiesen, dass immer ein Rest an Alkohol
    nicht verkocht...
    Ich habe nicht mein ganzes Leben verändert. Die größte
    Veränderung hat bei mir im Kopf stattgefunden.

    Wahrscheinlich würde Abstinenz deiner Partnerin auch gut tun, darum
    geht es hier allerdings nicht.

    Seidenraupe

    Hallo Tiuri,
    Ich zitiere dich mal:
    Denn Anzeichen habe ich schon an mir entdeckt. Hier eine kleine Auswahl:
    - Extra um kurz vor 22 Uhr noch einkaufen gefahren, um Wein zu kaufen und direkt zu trinken
    - Mit Geschäftspartnern zum Essen verabredet. Eigentlich ist kaum noch Zeit vorher, aber ich beeile mich um 5min früher da zu sein und an der Bar noch ein Bier zu trinken.
    - Im Betrieb gibt es oft zu Geburtstagsfeiern morgens eine kleinen Imbiss. Die meisten trinken 1/2 oder 1 Glas Sekt, ich meistens 2.
    - Auf Feiern/Geschäftsreisen/Hilfe beim Umzug von Freunden etc. freue ich mich v.a. wegen der Möglichkeit Alkohol zu trinken.
    - Oft koche ich Essen das zu Wein passt, nicht umgekehrt.
    ...[/quote]


    Als ich dies bei dir las, musste ich schmunzeln, erkannte ich doch alles wieder. Ich dachte:
    "Und da überlegt er noch, ob sein Trinkverhalten normal ist...!"
    Mein nicht abhängiger Mann würde niemals diese Verhaltensweisen an den Tag legen.
    Auch ich glaube, dass man entweder abhängig oder nicht abhängig ist. Allerdings sind die "Karieren"
    unterschiedlich, was die Länge der Abhängigkeit und die Trinkmenge betrifft. Manche trinken alleine,
    andere in Geselligkeit; manche trinken offen, andere heimlich; manche trinken "nur" Bier, andere Schnaps;
    manche trinken bis zum Umfallen, andere sind Spiegeltrinker...
    Aber alle haben etwas gemeinsam: Sie können nicht kontrolliert trinken (auf Dauer!).
    Dem einen fällt es leicht, nicht mehr zu trinken und er/sie verspürt keinerlei Verlangen, andere - und zu denen
    gehöre ich leider - werden immer wieder auf die Probe gestellt. Ich bin oft genug dem Suchtgedächtnis
    erlegen und habe dadurch meine vielen, vielen Anläufe gebraucht.

    Ich kann mich nicht der alkoholisierten Gesellschaft ganz entziehen. Aber ich kann entscheiden, auf was ich
    mich einlasse. Auch wenn ich denke, dass es mir nichts ausmacht, an alkoholgeschwängerten Feierlichkeiten
    teilzunehmen, so kann ich mir nicht sicher sein, ob das in der Situation dann auch noch so ist. Es ist wichtig,
    jederzeit früher gehen zu können. Und Nachwehen können leider auch unvorhergesehen auftreten.

    Im Übrigen sehe ich es heute ganz anders als noch zu meinen Anfangszeiten, ob andere mir
    zu liebe keinen Alkohol trinken sollten. Echte (nicht abhängige) Freunde trinken nur selten in meiner Gegenwart Alkohol... :D
    Mir wichtige Menschen wissen allerdings auch um meine Krankheit!

    Puh, für mich ist das hier ein ellenlanger Text geworden.

    Gute Nacht
    Seidenraupe

    Hallo Tiuri,

    ich habe noch nie Sprüche (auf mich gemünzt) gehört, und es hat mich auch noch nie
    jemand versucht zu überreden. Aber mein Suchtgedächtnis schläft nicht und kann ganz
    schön aktiv und hartnäckig sein...
    Ich fühle mich auf jeden Fall in alkoholfreier Umgebung sehr viel wohler und sicherer.
    Eingeschlossen habe ich mich allerdings auch nicht. Jeder muss für sich entscheiden,
    welche Situationen gefährlich sind. Ist manchmal nicht leicht.

    Seidenraupe

    Hallo Tiuri,

    für mich war/ist es gerade schwierig, wenn andere genüsslich, "normal" Alkohol
    trinken. Denn das würde ich ja auch gerne. Aber ich kann das nicht!
    Menschen mit einer starken Fahne oder sehr betrunkene Menschen stoßen mich
    eher ab...

    Weiterhin viel Erfolg! Es lohnt sich!

    Seidenraupe

    Guten Morgen,

    ich habe ausschließlich gute Erfahrungen beim sich Outen gemacht! Bei mir hat es Jahre (!) gedauert,
    bevor ich diesen Schritt wagte...
    Ohne Veränderung, ohne Hilfe wird nichts besser, ganz im Gegenteil! Die Verzweiflung wächst, die
    Spirale dreht sich immer schneller. Wir alleine haben es in der Hand, dies zu stoppen!

    Seidenraupe

    Hallo Freunde des Lesens,

    ich finde diesen Thread sehr gut, habe ich doch aufgrund dessen schon zwei Bücher
    gekauft, aber noch nicht gelesen!
    Meine Empfehlungen:

    Zwei alte Frauen von Velma Wallis. Es ist ein kleines, aber feines Buch, in dem es
    um Mut, Tapferkeit und positives Denken geht.

    Traum im Polarnebel von Juri Rytcheu. Ich bin zwar nicht so für die Kälte, aber in diesem
    Buch geht es um eine Geschichte im sibirischen Norden bei den Tschuktschen, die mich sehr angesprochen hat.
    Neben der Handlung (eine andere Lebensweise kennen zu lernen) sind die Naturbeschreibungen schön.
    Danach habe ich noch mehrere Bücher des Autors gelesen, die ich auch toll fand.

    Die Rose von Jericho von Sergio Bambaren. In Anlehnung an die Gebote der AAs beschreibt der Autor seine Loslösung vom "Stoff".

    Die Perlentaucherin von Jeff Talarigo. Eine Geschichte einer jungen japanischen Frau,
    die aufgrund einer Lepraerkrankung auf einer Insel mit anderen Erkrankten ausgesetzt wird. Sehr beeindruckend.

    So, erst einmal genug. Es gibt ja soo viele wertvolle Bücher...

    Seidenraupe

    Guten Morgen Jonas,

    auch für mich war das Outing bei der mir damals unbekannten Ärztin sehr befreiend!
    Ich war sozusagen von den Socken, als sie mir sagte: "Hut ab! Toll, dass Sie hier sind!"
    Ich hatte mit meinen Ärzten durchweg großes Glück...
    Vielleicht kannst du ja versuchen - falls du bis zum 4. warten möchtest -
    "moderat" zu trinken und so das gesundheitliche Risiko ein wenig zu reduzieren.
    Insgesamt wird es bestimmt kein Zuckerschlecken, aber der Weg in die Abstinenz
    lohnt sich seeeehr :D !

    Viel Erfolg,
    Seidenraupe

    Hallo Jonas,

    ein sogenannter kalter Entzug, also ohne ärtztliche Hilfe einfach nichts mehr trinken,
    kann lebensgefährlich sein! Du solltest also entweder heute noch zu einem Arzt/ Krankenhaus
    oder zum Supermarkt fahren. Hoffentlich hast du jemanden an deiner Seite!

    Auf keinen Fall solltest du heute alleine abwarten, was passiert!!

    Gruß Seidenraupe

    Hallo Jonas,

    willkommen im Forum!

    Das, was du von deinen seltenen Abenden/Nächten ohne Alkohol geschrieben
    hast, nennt man Entzugserscheinungen. Diese sehr unangenehmen Umstände
    bedeuten nicht, dass du deine schlimmen Erfahrungen von früher wieder
    durchmachen wirst, wenn du abstinent lebst.
    Ich lese aus deinem Beitag heraus, dass du sehr wohl leben möchtest. Dein
    Körper hat nun die (erste?) Notbremse gezogen! Nutze die Chance und nimm
    dein Leben in die Hand. Sicherlich brauchst du dazu Hilfe. Welcher Art musst
    du entscheiden. Es gibt sehr viele Möglichkeiten.

    Viel Kraft, Mut und Durchhaltevermögen wünsche ich dir!

    Gruß Seidenraupe

    Liebe Samsara,

    auch ich freue mich immer, von dir und deiner schönen Entwicklung lesen zu können!
    Zeit - das kostbarste, was wir haben... Ja, ich versuche nun meine Zeit möglichst
    mit mir angenehmen, sympathischen Menschen zu verbringen. Beruflich geht das nicht immer,
    aber privat bedeutet es für mich, in manchen Situationen ehrlich zu sein. Nicht immer einfach!
    Dafür ist die Zeit mit Freunden umso wertvoller.

    Ein schönes Wochenende wünsche ich dir mit dieser
    1112ten Antwort :wink:

    Seidenraupe

    Hallo Kate,

    willkommen im Forum!

    Ganz wichtig für mich war, dass ich immer an mich glaubte! Ich wusste,
    ich würde es schaffen - nur wann und wie wusste ich nicht...
    Aber nun, nach vielen, vielen Anläufen bin ich sehr viel weiter und lebe
    schon länger als ein Jahr abstinent und sehr zufrieden :D !

    Viel Erfolg
    Seidenraupe