Beiträge von Immergrün

    Hallo Bridget,

    ich habe das Gespräch mit meinen Vater nicht gesucht. Ich habe nur mit meiner Mutter geredet und ihr gesagt, dass ich den Kontakt minimieren werde. Ich wollte mit ihm darüber nicht reden. Weil ich wusste, dass er es nicht einsieht, dass er Alkoholkrank ist. Er hat sich mir dann aufgedrängt, mich beschimpft usw. Ich habe dann gesagt, dass ich mir von einem Alkoholiker nichts sagen lasse. Er war baff, meinte, er hat nur ein kleines Alkoholproblem. Er wird sich ändern bla bla bla.

    Nächsten Tag war alles vergessen. Aber seit ich das Thema angsprochen habe, habe ich weniger Kontakt zu ihm. Mir tut das sehr gut. Er wollte es am Anfang nicht akzeptieren und hat immer wieder den Kontakt gesucht. Ich bin oft gegangen, und habe ihm gesagt, dass er wiederkommen kann, wenn er nüchtern ist. Aber wenn er nichts getrunken hat, kann er solche Gespräche nicht führen. Deshalb lässt er mich nun in Ruhe.

    Ich habe Regeln aufgestellt, an die sich mein Vater halten muss. Wenn er es nicht macht, gehe ich. Selbst wenn er bei mir Zuhause ist. Und meine wichtigste Regel ist, dass ich nicht ans Telefon gehe, wenn er anruft. Und wenn ich ihn anrufe, nur vormittags. Ich wäre beinah einmal schwach geworden, da es mein Geburtstag war. Am nächsten Tag habe ich dann erfahren, warum er angerufen hat. Er hatte mal wieder Stress...

    Ich schweige nicht mehr über die Alkoholkrankheit meines Vaters. Ich erzähle es auch nicht jedem, aber wenn mich jemand danach fragt, erfinde ich keine Ausreden mehr.

    liebe Grüße
    Laura

    Hallo gartenblume,

    ich glaube, wenn man damit bewusst umgeht, kann man es lernen, Konflikte zu lösen ohne sich selber zurück zunehmen.

    Man lernt als Kind, dass man immer gehorchen muss, sonst lieben einen die Eltern nicht. Ich war immer die brave Tochter. Keine eigene Meinung.

    Aber wenn man langsam anfängt, auch mal in den Konflikt einzutreten, und versucht diesen anzunehmen und seine Meinung sagt, und gemeinsam eine Lösung gefunden hat. Merkt man, dass das gar nicht so schlimm ist. Diese Erfahrung habe ich machen können und hat mich weiter gebracht. Am Anfang ist es ungewohnt, aber mit der Zeit wird es leichter.

    liebe Grüße
    Laura

    Hallo Gartenblume,

    du darfst eigene Wertvorstellungen haben.

    Für mich ist auch schon ein Klaps auf den Po zu viel. Ich ertrage es nicht, wenn ein Kind körperlich bedroht wird. Wie sollen dann Kinder lernen, dass Gewalt falsch ist. Oder wollen die Eltern, dass ihre Kinder gewalttätig werden.

    Ich finde, dass du viel geschafft hast. Wenn deine Kinder wissen und spüren, dass du sie liebst. Ich wusste das oft nicht. Bei uns gab es keine Umarmungen und bei uns wurde auch nichts über Liebe gesagt.

    Mir wurde nie körperliche Gewalt zu gefügt, und als meine Mutter einmal die Hand ausgerutscht ist, hat sie sich Tage später noch entschuldigt. Diese Denkweise habe ich also von meiner Mutter.

    liebe Grüße
    Laura

    Hallo gartenblume,

    wie soll man merken, dass man auch wichtig ist, wenn der eigene Vater einen für unwichtig erachtet. Aber wie sehen dich deine Kinder?

    Was empfindest du für deine Kinder? Glaubst du, dein Vater kann nur annähernd das fühlen? Was ich damit sagen will, ist das du dich doch glücklich schätzen kannst, so zu fühlen. Du liebst deine Kinder. Und ich sehe da deinen Vater als Verlierer.

    Aber das ist seine Entscheidung. Wenn er entschieden hat, dass du nervst, weil du willst, dass ihm es besser geht, dann musst du es akzeptieren. Sein Leben funktioniert. Warum sollte er es ändern?

    Er hat dich geschlagen, kein Vater hat das Recht, sein Kind zu schlagen. Sowas ist schlimm, sowas ist grausam. Ein Vater muss sein Kind beschützen und nicht die Gefahr sein. Redest du darüber? Die Bekannten, die dir ein schlechtes Gewissen einreden, wissen die davon? Gesteh dir selber, dass das Schlimm ist. Dann kann dir auch niemand ein schlechtes Gewissen einreden.

    liebe Grüße
    Laura

    Hallo Sonnenstrahl,

    du lebst doch! Einfach ins Ausland gehen, ohne Plan. Für mich heute unvorstellbar.

    Was ist denn dein Ziel? Ich habe gestern erst darüber nachgedacht. Eigentlich kann es im Leben kein Ziel geben. Wenn man beim Sport ins Ziel läuft, ist das Spiel zu Ende. Ziel hat also was mit enden zu tun. Natürlich gibt es im Sport viele Ziele. Und so ist es auch im Leben. Wie sagt man so schön. Der Weg ist das Ziel.

    Mir fällt es auch schwer, meine kleinen Fortschritte anzunehmen. Auch was ich in den letzten Jahren erreicht habe, kann ich nicht wirklich annehmen. Aber das Leben ist kein Wettbewerb. Jeder darf es sich so gestalten wie er will.

    Und kleine Rückschläge gehören zum Leben. Ich kenn das von mir, ich nehme mir so viel vor, dass das gar nicht schaffbar ist in der Zeit, in der ich es schaffen wollte. Wenn ich merke, dass ich es nicht schaffe, will ich aufgeben. Aber diesen Punkt habe ich erkannt, und sage mir, es ist nicht schlimm, länger zu brauchen.

    Und wenn dir nach schreien ist, dann schrei.

    Aber ganz wichtig ist es auch, sich selber Auszeiten zu gönnen. Man muss nicht jeden Tag was schaffen.

    liebe Grüße
    Laura

    Hallo Angelika,

    auch von mir ein herzlich Willkommen hier im Forum.

    Es gibt keinen richtigen Weg seine Eltern darauf anzusprechen. Als Kind denkt man immer, man darf die Eltern nicht in Frage stellen. Ich hatte es leichter, mein Vater hat mir eine böse mail geschrieben und ich habe ihm einfach geantwortet, dass ich solche emails ignorieren werde, die er im Suff schreibt. Und dass er in meinen Augen ein Alkoholiker ist.

    Wahrscheinlich hätte es sonst länger gedauert. Ich habe es ihm danach aber auch oft noch ins Gesicht gesagt. Ich habe ihm verboten, mit mir im angetrunkenen Zustand zu reden.

    Ich habe in der Zeit für mich erkannt, dass ich auch Erwachsen bin, und mich von meinen Eltern nicht wie ein Kind behandeln lassen muss. Und ich darf auch gegenüber meinen Eltern meine eigene Meinung vertreten.

    Heute sage ich ihnen was ich denke. Mein Vater sieht es natürlich anders, er ist kein Alkoholiker. Aber nur weil er so denkt, ist es nicht richtig. Deshalb beschränkt sich der Kontakt auf ein Minimum. Er erwartet eine Entschuldigung. Er bestraft mich wie ein kleines Kind. Nur macht mir das heute nichts mehr aus.

    Ein Alkoholiker wird sich erst ändern, wenn sein Leben für ihn nicht mehr funktioniert. Aber das Leben funktioniert für meinen Vater sehr gut. Er hat keinen Grund sich zu ändern. Und so lange er sich als Opfer sieht, wird er sich nicht ändern. Diese Erkenntnis, dass das Leben meines Vaters für ihn funktioniert, hat mir geholfen loszulassen.

    Es war für mich ein schwerer Weg, dass zu akzeptieren. Aber heute befasse ich mich mit meinen Problemen, die ich jahrelang weggeschoben habe, weil ich nur meine Eltern unterstützt habe.

    liebe Grüße,
    Laura

    Hallo Discoboffi,

    ich denke auch immer, dass ist doch nicht so schlimm. Andere haben es viel schlimmer als ich. Aber wenn es für mich schlimm war, dann darf ich das auch so annehmen. Ich muss mich nicht mit anderen vergleichen. Ich darf bei mir bleiben.

    Wenn du den Brief abschickst, wirst du wahrscheinlich eine Antwort bekommen. Willst du da? Willst du dich weiter mit ihnen auseinandersetzen?

    Ich habe mir abgewöhnt, auf mails von meinem Vater zu reagieren. Ich will die Antwort nicht. Die Antwort wird genauso sein, wie die erste mail. Er hat keine Schuld, ich bin Schuld. Egal von welcher Seite ich rangehe, wir drehen uns im Kreis. Solange ich nicht sage, ja du hattest Recht ich entschuldige mich für mein Verhalten, werden wir nie klar kommen. Aber ich habe nichts falsch gemacht in meinen Augen. Und das zählt für mich. Ob er das anders sieht, ist nicht wichtig.

    Wie war denn das letzte Jahr für dich? Hast du die ganze Zeit an sie denken müssen? Was fair ist oder nicht, ist doch nicht wichtig. Du bist kein kleines Kind mehr, was erzogen werden muss. Du bist Erwachsen, du hast ein Recht auf deine eigene Meinung.

    liebe Grüße
    Laura

    Hallo Gartenblume,

    ich war vor kurzen in einer ähnlichen Situation. Ich hatte meinen Vater nichts zu Weihnachten geschenkt und ihn auch nicht gesehen. Ich habe ihm auch keine Neujahrsgrüße zukommen lassen. Das erste Mal in meinem Leben, dass ich das geschafft habe. Hätte ich vorher nicht geglaubt. Mir ging es so gut, ich war stolz auf mich. Er hatte sich zwar gemeldet zu Weihnachten, aber das war für mich eine Provokation, auf die ich nicht eingegangen bin. Dann tauchte er eine Woche nach Silvester auf, mit einem Weihnachtsgeschenk.

    Peng, schlechtes Gewissen da. Weihnachten war aber vorbei und sein Geburtstag stand vor der Tür. Ich wollte ihn an seinem Geburtstag weder anrufen noch hingehen. Jeder Geburtstag wird nur als Grund genommen zu trinken. Also habe ich mit meinen Geschwistern beschlossen, dass wir zusammen ein Geschenk besorgen. Mein Bruder übernahm das. Dann lag es bei mir rum. Nur wie übergibt man ein Geschenk, wenn man auf keinen Fall die Person sehen will. Ich hab es dann jemand mitgegeben, der gratulieren fuhr.

    Damit war für mich die Sache erledigt. Schlechtes Gewissen beruhigt.

    Heute ärger ich mich, dass ich es gemacht habe. Er ist danach wieder ausfallen geworden. In eine Art und Weise die ich nicht mehr hinnehme.

    Die letzten Monate haben gezeigt, dass er prima sein Leben hinbekommt. Er brauch mich nicht. Was aber viel wichtiger ist: ICH BRAUCH IHN NICHT!!!

    Lass ihn los. Hör auf, ihn kontrollieren zu wollen. Auch wenn du der Meinung bist, du musst das machen, weil es sich gehört, weil du höflich bist. Musst du es nicht machen. Alkoholiker legen sich die Sachen so zurecht, dass sie passen. Du kannst noch so freundlich und hilfsbereit sein, wenn sie ein Haar in der Suppe finden wollen, finden sie es.

    Er hat sein Leben und es funktioniert.

    Vor einem Jahr habe ich mir nicht vorstellen können, dass ich mir keine Sorgen mehr um diesen Mann machen könnte. Aber es geht. Der Alkohol ist sein Leben. Wenn er das so will, dann muss ich das akzeptieren. In meinem Leben ist kein Platz für Alkohol und das muss er akzeptieren.

    liebe Grüße
    Laura

    Hallo Mia,

    ich verletzt öfters meine Mutter mit meinem Verhalten. Ich habe ihr klar gesagt, dass ich nichts mehr mit meinem Vater zu tun haben will. Sie soll aufhören über ihn zu reden, wenn sie mit mir spricht. Sicher ist es für sie nicht einfach, dass einzustellen und jedes mal wenn ich sie unterbreche, tut es ihr weh. Sie geht davon aus, dass sie versagt hat. Sie als Mutter ist für die Beziehung Tochter-Vater verantwortlich. Das denkt sie. Aber das stimmt nicht.

    Ich finde, meine Mutter verletzt sich dadurch selbst. Ihre Sichtweise ist für mich falsch.

    Also wenn die anderen dich so wie du bist akzeptieren würden, würdest du sie auch nicht verletzten. Sie erwarten, dass du dich an etwas anpasst. Aber warum darf nicht jeder er selbst sein?

    Ich schiebe alles weg, was mit ihm zu tun hat. Ich will davon nichts wissen. Nicht von ihm und auch nicht von irgendjemand anderes.

    Ich tu mich auch schwer, meine Gedanke richtig zu vermitteln. Mir fallen selten die richtigen Worte ein. Harmonie war für mich immer wichtig. Aber Streit gehört dazu. So kann man sich weiterentwickeln. Kritik ist doch wichtig. Jeder hat das Recht auf seinen eigenen Standpunkt. Es gibt mehr als einen Weg. Bei uns in der Familie gab es nur den Weg unseres Vaters. Andere Meinungen und Standpunkte wurden nieder gemacht.

    Wenn man also weiterdenkt, war das nur eine vorgetäuschte Harmonie.

    Sollte Harmonie nicht bedeuten, dass jeder seine Meinung haben darf und dennoch jeder akzeptiert wird. Das man gemeinsam eine Lösung für Probleme findet.

    Meine Vergangenheit hat mich dazu gemacht, wer ich heute bin. Jetzt möchte ich noch nicht damit abschliessen. Ich will noch meine Schlüsse daraus ziehen. Manche Situationen würde ich heute anders machen, vielleicht kommt in der Zukunft eine ähnliche und ich kann auf mein Wissen zurückgreifen.

    Durch meine Vergangenheit sind meine Augen offener und das will ich behalten.

    liebe Grüße
    Laura

    Hallo Dinha,

    ich weiß keine Antwort auf deine Frage. Ich habe überlegt, was ich machen würde. Aber mir fällt nichts ein. Ich bin überzeugt, dass mein Vater nie an den Punkt kommt.

    Deshalb kenne ich mich damit überhaupt nicht aus. Aber einen Entzug sollte man nie alleine machen, er sollte das mit seinem Hausarzt besprechen.

    Aber ich finde es ganz wichtig, dass du dennoch Abstand nimmst. Wenn dein Vater wirklich Hilfe haben möchte, wird er sich finden.

    Es ist nicht deine Aufgabe ihn zu retten. Ich weiß, dass ist sicher schwer. Ich bin mir nicht sicher, ob ich es schaffen würde. Wobei für mich das letzte Jahr so schwer war, und er mich so oft enttäuscht und verletzt hat, dass ich ihm sicher nicht helfen würde. Ich würde ihm höchstens eine Liste mit Anlaufstellen geben.

    Wenn er sich wirklich ändern will, dann schafft er es auch allein. Dir hilft er doch auch nicht, oder?

    liebe Grüße
    Laura

    Hallo LebenOhneLeben,

    du hast bestimmt immer alles im Griff? Beziehungsweise du versuchst alles im Griff zu haben. Das hört sich jetzt für mich so an. Ich kenne das ja von mir. Mein Kopf weiß immer alles besser als mein Bauch.

    Ich wollte mich am Anfang dahinter verstecken, dass mein Vater Alkoholiker ist. Ich bin das Opfer. Das wollte ich eine Zeit ständig laut sagen. Bis ich mich dabei selbst genervt habe. Auch wenn ich das Opfer bin, es kommt mich leider keiner retten.

    Es hat sich ja nichts geändert. Gut ich bin nicht Schuld. Aber, wenn ich nicht anfange, aktiv Dinge zu ändern, bin ich doch Schuld. Es ist mein Leben und wenn ich es möchte, dann kann ich es ändern. Es ist nicht einfach, alte Verhaltensmuster abzulegen. Aber wenn man aktiv damit umgeht, dann ist es möglich.

    liebe Grüße
    Laura

    Hallo Ela,

    ich erwische mich auch heute noch, dass ich versuche meinen Vater verstehen zu wollen. Aber das ist nicht möglich. Er lebt in einer komplett anderen Welt.

    Ich habe letztes Jahr mein Bild vom perfekten Vater, von der perfekten Familie losgelassen. Ich habe nur diesen Vater und den will ich nicht. Ich habe lange Menschen nicht verstanden, die ein Familienmitglied wegstoßen. Mir wurde immer beigebracht, Familie ist das Wichtigste. Egal was der Vater macht, er ist euer Vater.

    Aber das heißt ja, dass er einen Freibrief bekommt, mit mir zu machen was er möchte. Das meine Gefühle/Werte/Wünsche egal sind, beziehungsweise seine mehr wert sind. Jetzt steh ich für mich an erster Stelle und nicht mehr er.

    Am Anfang war es schwer, wenn ich zum Beispiel wusste, dass er in der Nähe war, musste ich hallo sagen gehen. Ich bin höflich. Aber nachdem ich gemerkt habe, dass er es nicht macht. Habe ich damit aufgehört, natürlich hatte ich in der ersten Zeit ein schlechtes Gewissen. Aber warum sollte ich ihm entgegenkommen, wenn er sich wie ein kleines bockiges Kind verhält! Seine Antwort war dann: "Ich bin der Vater."

    Es ist schwer, sein perfektes Bild loszulassen. Aber lieber hier und jetzt leben, als ständig zu hoffen, dass sich etwas ändert. Nur ich kann meine Situation verändern. Mein Leben funktioniert auch ohne den Stress mit meinem Vater. Und du hast doch deine Tochter, du bist nicht alleine.

    Das wirklich schlimmste an der Sache ist, ich weiß, dass er mich liebt. Aber was nützt mir seine Liebe, wenn er mir immer wieder wehtut. Ich stell mir Liebe anders vor, und ich weiß, dass es anders geht. Also muss ich mich darauf nicht einlassen, wenn seine Liebe für mich falsch ist. Er hat durch sein Verhalten alle seine Kinder verloren, aber er sieht sich als Opfer. Und sein Verhalten ändert sich nicht, dabei haben es ihm alle erklärt, wo das Problem ist. Er trinkt und trinkt.

    liebe Grüße
    Laura

    Ja das habe ich mir schon gedacht, ich wollte nur noch mal nachfragen. Hast du denn schon mal mit einem Anwalt geredet?

    Ich kenn mich solchen Situationen nicht aus, mein Vater schreibt meistens mails. Und die kann ich als Spam markieren und seh sie nicht. Und anrufen tut er selten, wie gesagt, ich geh nicht ran. Eigentlich geh ich sowieso nur an Nummern, die ich kenne. Aber das mach ich nicht wegen ihm, sondern wenn jemand was von mir will, kann er mir einen Brief oder mail schreiben. Telefone sind nicht mein Ding.

    Es ist doch schon mal gut, dass sie nicht einfach vor der Tür stehen kann. Ich finde es furchtbar, dass jemand deine neue Nummer an sie weitergegeben hat. Aber zu Not, würde ich nochmal die Nummer wechseln. Dann hast du erstmal wieder Ruhe. Und falls du sie am Telefon hast, leg auf, ohne was zu sagen.

    Warum solltest du es denn nochmal sagen, dass du nicht mit ihr reden willst. Sie will es nicht verstehen. Darum ruft sie doch immer wieder an. Sie ist krank. Aber dennoch aus du ein Recht auf dein Leben.

    Versuch die von ihr abzugrenzen. Ich weiß, dass ist einfach geschrieben, aber nicht so leicht umzusetzen. Konzentiere dich auf dein Leben und auf deine Tochter.

    Vielleicht schaffst du dann an den Punkt zu kommen, dass dich die Anrufe in Abwesenheit kalt lassen. Wobei das natürlich nicht einfach ist. Ich habe bisher noch nicht die Möglichkeit, meinen Vater ganz aus meinem Leben zu streichen, und muss ihn manchmal sehen. Am Anfang war es sehr schwer für mich, aber mittlerweile tut mir das meistens nicht mehr weh und es regt mich nicht mehr auf.

    Liebe Grüße
    Laura

    Hallo Santos,

    willkommen hier im Forum.

    Ich kann nachvollziehen, wie du dich fühlst. Mein Vater trinkt seit Jahren, und mit jeder Trinkpause habe ich gehofft, dass er aufhört. Nur mein Vater sieht sich nicht als Alkoholiker.

    Im Endeffekt ist es aber der Weg deines Vaters. Wenn du sagst, dass es dir beim letzten mal schon so zu viel war, musst du es nicht wieder durchmachen. Du kannst deinen Vater unterstützen, musst du aber nicht. Aber woher willst du wissen, was er will? Vielleicht will er ja trinken. Und was machst du dann?

    liebe Grüße
    Laura

    Hallo Ela,

    es tut mir leid, dass du und deine Tochter so leiden. Es ist nicht schlimm, dass du so viel auf einmal schreibst. Manchmal muss man das rauslassen.

    Möchtest du keinen Kontakt mehr zu ihr? Vermutlich wäre das, dass beste für euch um erstmal zu Ruhe zu kommen. Wohnst du immer noch so weit von ihr weg? Ich würde auf keinen Fall mehr ans Telefon gehen, wenn sie anruft. Wenn mein Vater anruft, dann klick ich den Anruf weg. Er merk davon nicht und denkt ich bin nicht da. An einigen Telefone kann man auch Klingeltöne zu ordnen, ich höre also schon immer, wenn mein Vater anruft, und geh nicht mal zum Telefon.

    Ich glaube, man kann ein Kontaktverbot verhängen lassen. Bin mir aber nicht sicher wie. Hast du ihr denn schon gesagt, dass sie auch dich in Ruhe lassen soll? Oder nur, dass sie nicht mit deiner Tochter reden soll.

    Auch wenn sie deine Mutter ist, du musst dir das nicht gefallen lassen. Du hast das Recht auf ein eigenes Leben und du bist nicht für sie verantwortlich.

    liebe Grüße
    Laura

    Hallo schnuffig,

    ja darüber habe ich auch schon nachgedacht, besonders als ich dieses Forum gefunden und die Merkmale gelesen habe. Aber ab da, habe ich mich nicht mehr alleine gefühlt. Das gab mir eigentlich ein gutes Gefühl. Und ich bin auch wütend geworden.

    Wütend, weil mir meine Eltern die Möglichkeit genommen haben, mich frei zu entwickeln. Ich hatte immer Angst, wie meine Mutter zu werden. Es wurde mir seit ich klein bin eingetrichtert, du bist wie deine Mutter.

    Ich versuche mich aber auf diese Frage nicht mehr zu konzentrieren. Ich verfalle dann immer wieder in die selben Denkschleifen und finde keinen Ausweg.

    Ich denke aber, jeder wird sehr durch seine Eltern beeinflusst. Eigentlich ist doch jeder das Produkt seiner Eltern. Deshalb kann ich damit leichter umgehen.

    liebe Grüße,
    Laura

    Hallo schnuffig,

    ich sage mal danke für diesen Satz.

    Zitat von schnuffig


    Ich weiß auch trotz der ungefähr eine Tonne schweren Bücher die ich alle konsumiert habe, nicht genau wer ich bin, nur vergesse ich nicht mehr, dass ich wer bin und das reicht.

    Ich habe die ganze Zeit darüber nachgedacht, ob ich rausfinden muss, wer ich bin. Nur ich wusste nicht, wo ich anfangen sollte. Aber vielleicht sollte ich das mal so sehen. Danke, ich glaube, das habe ich grad gebraucht.

    liebe Grüße
    Laura

    Hallo Mia,

    mit Schuldgefühlen kenne ich mich aus. Sie überrollen mich manchmal wie aus dem Nichts. Ich fühle mich dann wieder für alles und jeden verantwortlich.

    Besonders schlimm war es vor einem Monat. Ich habe mich dann um einen Therapieplatz gekümmert. Einfach weil ich was für mich machen wollte. Ich habe einfach, alles von mir weggewiesen. Und wirklich nur Sachen gemacht, die mir wichtig waren. Alles andere war mir egal.

    Dann habe ich alles was ich in den letzten Jahren gemacht habe, für mich zusammengefasst. Und bin dann zum Entschluss gekommen, dass ich genug für meinen Vater getan habe.

    Ich will einfach nicht mehr. Ich will nicht mehr an ihn denken. Ich will ihn nicht mehr in meinem Leben. Da es nicht möglich ist, dass er sich an Absprachen und Regeln hält.

    Ob die Schuldgefühle nun weg sind, weiß ich nicht. Aber ich habe kein Mitleid mehr mit ihm. Weil wenn ich das habe, habe ich auch wieder Schuldgefühle, weil ich ihm nicht helfe.

    Ich weiß nicht, ob das anders möglich ist. Aber bei meinem Vater geht das nicht anders.

    liebe Grüße
    Laura

    Hallo dinha,

    ich hatte auch immer Phasen, wo ich schlecht geschlafen habe. Bei einer der schlimmsten habe ich mir sogar Schlaftabletten geholt. Ich musste sie dann nicht nehmen, denn nur das Wissen allein, dass wenn ich nicht schlafen kann, da Tabletten liegen, hat geholfen.

    Aber eigentlich habe ich die Schlafprobleme immer anders bewältigt. Ich habe mich ausgeklinkt. Ich bin einen Schritt zurückgegangen und habe nichts mehr an mich rangelassen. Ich habe dann immer komplett den Kontakt zu meinem Vater eingestellt. Ich habe jedem verboten über ihn zu reden. Irgendwann war er dann aus meinem Kopf weg. Ich habe mich bewusst auf andere Sachen konzentriert.

    Ich habe auch öfters die Diskussion mit meiner Mutter gehabt, was mein Vater alles gemacht hat für uns. Nun hat sie damit aufgehört, weil sie weiß, dass sie damit das Verhältnis zu mir kaputt machen würde. Alles was mein Vater gemacht hat, war seine Aufgabe als Vater. Er hat doch aktiv Kinder gewollt. Und alles was er in meiner Kindheit für mich gemacht hat, war seine Pflicht. Er ist der Vater. Und ich lass mir von niemanden erzählen, das ich für ihn da sein muss. Mal ganz ehrlich, damit würde ich seine Lebensweise unterstützen. Solange das Leben für ihn so funktioniert, hat er doch gar keinen Grund es zu ändern.

    Für mich ist das ein reiner Selbstschutz, dass ich ihn nicht mehr an mich ranlasse. Weil er hat sich nicht geändert, und so wie er ist, wird er mich immer wieder verletzen.

    Hast du schon mal daran gedacht, eine Therapie zu machen?

    liebe Grüße
    Laura