Beiträge von Lindi

    Hallo Nys,
    wie gesagt, ist hier ja kein Pferde-Forum .... aber das, was Du beschreibst, kommt mir ziemlich bekannt vor.
    Ich bin jetzt irgednwie nicht so spirituell veranlagt, aber gerade beim Dressur-Reiten kann man da schon manchmal den Eindruck bekommen, es gaebe das was "uebersinnliches", eine magische Verbindung oder so.

    Dabei ist es wohl eher so, dass Tiere allgemein, und besonders Pferde (weil da eben der Koerperkontakt eine so grosse Rolle spielt) nur einfach viel genauer wahrnehmen, welche Signale man selbst sendet, ohne sich dessen bewusst zu sein.
    Ich nehme es jedenfalls immer als eine Art Spiegel und hinterfrage, warum heut so und nicht wie gestern...
    Klar, manchmal sind sie auch einfach stur und unwillig oder grell oder auf Krawall aus.
    Aber meistens liegt es eben an mir. Bin ich fusselig, unkonzentriert, verspannt, wie bitte will ich dann erwarten, dass das Pferd unter mir geloest und locker durchschwingt?
    Ich stell mir das halt immer so vor, dass es besonders im Trab erfordert, dass das Pferd sich rueckhaltslos oeffnet, mich in die Bewegung einlaedt, mitnimmt. Bin ich ein fester, verspannter Klotz obendrauf, wird es das nicht tun und "zu machen". Sich schuetzen. Vorsorglich anspannen und verspannen....
    *Aachja* da koennt ich jetzt ewig schwadronieren, wie Du merkst.

    Ich nehms wie gesagt immer als guten Gradmesser fuer die eigenen Befindlichkeiten.
    Lindi

    *hihi* .... nee, ich wollte eigentlich nicht "pferdeln", dafuer hab ich mein Extra-Forum....
    Es war eine Metapher fuer: nicht alles, was Du ersehnst, macht Dich gluecklich. Und manchmal kommt das Glueck ganz unfeurig daher .... und das ersehnte Feuer ist aufregend, aber es wird (oder kann) Dich zerstoeren.
    So wars gemeint.
    Lindi

    Hallo Nys,
    aaaalso ... es ist ein bisschen schwierig, Dir was direkt zu sagen, weil ja ein Teil im Geschlossenen steht, ein Teil hier und ein Teil bei den Trockenen.... Du es ja auch in gewisser Weise bewusst vermeidest, hier einen "Ablauf der Ereignisse" zu schildern (was ich respektiere, natuerlich!) und es ueberdies noch ziemlich verwickelt zugegangen zu sein scheint ...
    ----
    Aus eigener Erfahrung kann ich Dir sagen: es wird NICHT besser!

    "Ohoooo" hoer ich jetzt einige rufen, wie kann sie nur sowas sagen, etc,pp.

    Nein es wird nicht besser mit der Zeit, weil das, was ICH so lange vermisst hatte (bei uns lagen drei Jahre zwischen 1. Kennenlernen und "Beziehung" ... und dann auch erst mal Fernbeziehung ueber 2 500 kilometer) also jedenfalls das, was ich so ersehnte, war nicht "er", sondern meine Projektion auf "ihn".
    Und die Projektion, das Wunschbild, ist ja meins, mein eigenes, hausgemachtes und wird durch Zeit/Disatanz eher staerker, als schwaecher.
    -----

    Und so ein bisschen scheint mir das auch bei Dir der Fall zu sein. Denk mal, Du waerst wirklich mit ihm richtig zusammen (auch wenn Du nicht willst)... wie gross schaetzt Du die Wahrscheinlichkeit ein, dass Du Dich frueher oder spaeter genau in der Rolle/Position wiedergefunden haettest, die JETZT seine Ehefrau innehat? Ehrlich gesagt, sie ist relativ gross. ...auch wenn Du das aus deiner jetzigen Perspektive nicht so sehen kannst/willst.

    Bleibt also zu fragen: was sahst Du in ihm, welche Deiner Wuensche/Beduerfnisse deckte dieses "Phantom" ab, woher kommen sie, lassen sie sich anders abdecken....usw. Alles Fragen und Antworten, die IN DIR liegen - nicht in ihm...

    Vielleicht ist ein Denkanstoss fuer Dich dabei?
    Taet mich freuen.
    Lindi

    P.S.: Ich schreib Dir jetzt ein anderes Beispiel, das Du sicher verstehst.
    Ich hatte Jahrelang ein Pferd, ein richtig lieber, treuer, braver, ehrlicher Kumpel. Nur....nur......es "fehlte" was. Wie oft hab ich mich tierisch aufgeregt, weil er eben so lahm, so langweilig, so unfeurig war. Und ihn manchmal uber Gebuehr gezwiebelt, Dinge versucht zu forcieren, die einfach nicht "drin" waren. Bei der Dressur, vor allem.
    Dann habe ich mir einen PRE-Hengst gekauft....der hatte alles, Feuer, Stolz, das Quentchen Unbezwingbarkeit was mich so anturnt....bloss, leider, ist er nicht mein "Freund". Im Augenblick haben wir einen Nicht-Angriffspakt, aber ich muss immer schwer aufpassen, sonst kippt das Ganz schnell. "Spass" macht er manchmal wenig, gefaehrlich ist es auch ab-und-zu, manchmal hab ich die Hoen gestrichen voll ...... und nun wuensche ich mir meinen treuen Kumpel zurueck.....

    Hallo Be-Nigma
    ich schreibe sonst eigentlich nicht hier in dieser Sparte ....es steht mir nicht zu, finde ich. Ich lese aber oft hier, weil ich viele Ansaetze der Lebensbewaeltigung und Lebensgestaltung die hier angesprochen werden, auch fuer mich interessant finde (bin "Angehoeriger").

    Nur bei der geschilderten Situation, im Ausland, allein, ueberfordert, Rechtsunsicherheit.....das kann ich Dir nur allzugut nachfuehlen. Ich lebe auch im Ausland, und obwohl EU, ist es eben doch nicht "alles gleich" wie zu Hause (bis auf Wetter).

    Vorab: wenn Du Dir Sorgen um das mangelnde Sozialnetz machst, und das ist in einigen Laendern deutlich Loechriger, als in Deutschland, dann ist das Einzige, was Dich "drin" haelt im System, Dein Job und die daraus folgende KV.

    Du solltest also wenn irgend moeglich nicht drauf warten, bis Du die Kuendigung erhaelst ..... und Dich wie ein Kaninchen in Deinem BAu verkriechen!

    Ob Du in der Firma noch eine Zukunft siehst, ob alle tuscheln.....ist JETZT erst mal egal.
    Gibt es da einen Betriebsrat?
    Erkundige Dich ueber Deine Rechte! Denn die Tips mit dem Kuendigungsschutz bei Krankheit, auch Alkoholkrankheit, das ist inD. so, klar, in anderen Laendern nicht unbedingt!

    Also verschaff Dir ueber diesen Punkt Klarheit, vielleicht auch bei dem Hausarzt, der kann Dir zumindest sicher weitere Ansprechpartner nenne und evtl. auch ueber die Leistungen der Sozialversicherung/KV informieren!

    Komme der drohenden Kuendigung zuvor, unbedingt! Unternimm was, vorher! Auch wenns schwer faellt, mach den ersten Schritt, solang Du noch ein Sicherheitsnetz hast (KV)!

    Wie es dann weitergeht, mit dem Job, dem Wohnort, de Zukunft .....das sind ungelegte Eier, im Augfenblick.
    Gruesse einer Exil-Deutschen OHNE Krankenversicherung!!!!! Ich weiss also, was ich da sage!
    Lindi

    Bei den beiden "XY"-lons in meinem Leben handelte es sich grundsaetzlich um "starke" Maenner. Entscheider. Macher. Typische spanische Machos, halt :wink:
    Ich war eher Diejenige, die Entscheidungen abgegeben hat - um hinterher ueber das Ergebnis meckern zu koennen, falls es nicht sooo dolle war, oder wenns gut war, innerlich zu denken, ja, so haette ich das auch gemacht/gekonnt.
    Dazu kommt der Spezialfall, dass ich bei Vielem auch wirklich nicht wusste, wie das geht, was ueblich ist, wie die Rechtslage ist, wen ich ansprechen muss. Vor allem bezueglich Behoerdenkram usw.... und dann kommt es schon gelegen, wenn Einer da ist, der das uebernimmt, macht, "Macht" auch .......
    Und dann im Gegensatz dazu, die Machtlosigkeit zu erleben, meine Machtlosigkeit...die auch in gewisser Weise "Lustvoll" ist, eine s****-Komponente hatte.
    Mit Trinken und Nicht-Trinken hat das in erster Linie jetzt nicht sooo viel zu tun.
    Das kam halt dazu .... und die Macht, die ich vorher (freiwillig) abgegeben hatte, wurde DANN benutzt/ausgenutzt. Was ich dann ja auch nicht wollte, mich gewehrt habe. Und natuerlich in Folge dachte, "Wenn er bloss nicht trinken wuerde, dann waere ja alles Paletti".
    Dass das Uebel nicht im Trinken lag, sondern schon vorher, im unausgewogenen Machtgefaelle....das sind dann halt so die unangenehmen Selbsterkenntnisse.

    Aber, es gehoeren zwei dazu. Insofern hat es dann schon "gepasst", fuer Beide Seiten.
    Ein in sich gefestigter Partner haette sich schon weit vorher dagegen gewehrt, "meine" Anteile mit zu uebernehmen....

    Insofern auch hier ....das Opfer ist immer auch Taeter und umgekehrt.
    Mit der Beschreibung von *Nala* koennte ich mich sofort identifizieren....und ich bin kein Alkoholiker.

    Es geht wohl eher um grundleghende Charakter-Zuege. Und meine "passen" eher zum Alkoholiker, als zum "Co". Warum ich nicht trinke, ist mir, je mehr ich hier lese, umsomehr ein Raetsel....aber gut, besser so rum, als anders rum.
    Lindi

    Paddy
    Ich weiss nicht,ob es zielfuehrend und fuer den TE hilfreich ist, ihm das Etikett "Coa-Abhaengig" aufzupappen und dann, im naechsten Schritt zu entstempeln...zu entwerten, in gewisser Weise.

    Der TE hat bisher nur beschrieben, dass er mit dem Alkohol-Konsum seiner Partnerin konfrontiert wurde und dass ihn das (verstaendlicherweise) geschockt hat.
    Nicht mehr und nicht weniger.

    Dass er von sich aus sofort den Gedanken an Beziehungsabbruch hatte .... spricht gegen eine Co-Abhaengigkeit. Trotzdem bricht fuer ihn eine Welt zusammen, Schock, Wut....Entsetzen, Trauer, Fassungslosigkeit.

    Das sind doch Gefuehle, die erschuetternd sind, seine Welt aus den Angeln heben ..... da bringt es ihm wenig, wenn er gesagt bekomt "Ja Du bist aber doch gar nocht Co, alles halb so wild also" ....

    Auch wenn es denjenigen von euch, die damit kaempfen so scheint, als drehe sich die ganze Welt um das Co-Spiel ..... dem ist NICHT so.

    Wie das mit dem Rollenverstaendnis allgemein so ist .... waere vielleicht wirklich ein Thema fuer einen gesonderten Thread. Das hat ja nichts mit Co/Alk zu tun ......und noch viel weniger mit dem TE.

    Auch bei mir gab es die "klassische" Aufteilung ..... einfach, weil unser Auto aelter ist, oft was dran gemacht werden muss , ich mit Bohrmaschine und Hobel wenig zusammenbringe ..... dafuer am Herd schon eher...... deswegen bin ich aber noch lang kein "Heimchen" und unterdrueckte Hausfrau.....

    Contenance, bitte!
    Gruesse, Lindi

    Hallo Zimttee,
    ja, das ist doof, wenn man den Eindruck haben muss, Aerzte/Berater haben selbst ein Problem....und koennen das dann nicht auseinanderfummeln....
    Ich bin mal mit meiner Katze zum Tierarzt, weil sie waehrend der Rolligkeit doch "ausgekommen" war .... und mir nur zu klar war, was das dann in 8 Wochen bedeutet. Bei Hunden z.B. gibt es eine "Pille danach" und ich wollte fragen, ob es das bei Katzen auch gibt.
    Anstatt einer Antwort "Ja oder Nein", habe ich einen Moralschwangeren Vortrag bekommen, der ganz und gar nicht Sach-Orientiert war.
    HAette sie gesagt, "Ja, das gibt es, aber ich verschreibe es aus persoenlichen Gruenden nicht"....haette ich ja zumindest was damit anfangen koenn, mit der Aussage.

    Noch viel doofer ist es, wenn sowas bei psychischen Anliegen passiert. Auch ein Grund, warum ich persoenlich eher Therapie-Kritisch bin .... da muesste es dann wirklich "passen", bevor ich Jemand in meiner Seele rumfummeln lasse....
    Gruesse, Lindi

    Hallo Hiob,
    hab grad im "anderen" Thread gesehen, dass Du wieder da bist....und was les ich dann hier? Fast nur gute Nachrichten! Na, das ist doch mal ..... nen Apfelsaft wert ;)
    Ja, klar, das Haus muss noch und die Scheidung .... aber das Wichtigste ist doch erst mal, dass ihr (Du und Deine Kinder) gut im neuen Leben angekommen seid. Job hat geklappt, supi. Wohnung mit Garten hat geklappt, supi, Unterstuetzung in der Kinderbetreuung ist vorhanden, supi...
    Ach Hiob, das hoert sich wirklich gut an.
    ---
    Ja, manchmal ist da die Wehmut .... aber sie wird kleiner werden.

    Alles Gute weiterhin,
    Lindi

    Lieber Stefan,
    Das WARUM, das WARUM .....

    Ohne Deine Freundin zu kennen .... vielleicht hilft es Dir, wenn Du Dir bewusst machst, dass "das Problem" vermutlich nichts mit Dir oder eurer Beziehung zu tun hat ....sondern mit irgendwas in IHR, was seinen Ursprung weit vor "eurer Geschichte hat....

    Das "Trinkverhalten" mit Flaschen verstecken spricht fuer eine laengere Uebung/Gewohnheit....Abhaengigkeit. So. Da stehts jetzt, das Wort, was Du nicht hoeren willst. Jemand der in einer Phase seines Lebens mal mehr trinkt, als gut/ueblich ist, tut das eher nicht!

    Hm....die "Fahne", die Speranza anspricht.....angeblich ist Vodka eines der beliebteren Getraenke bei Alkoholikern, weil es eben keine oder kaum eine Fahne macht. Anders als Bier oder Wein....

    Auch wieder ein Hinweis, dass sie da schon gut geuebt hat und auch weiss, wie es um sie steht. Ganz innen drin. Zugeben wird sie es aber ums verrecken nicht.

    Gruesse, Lindi
    P.S.: sind die Pinkel-Katzen denn ihr? Auch etwas "voll verrueckt", denn Katzen tun sowas eigentlich nicht, oder nur, wenn sie emotionalen Stress haben, aus Protest, sozusagen....

    Hallo Stefan....
    das Einzige, was ich an Deiner Geschichte "voll verueckt" finde ist, dass Du sie aus Deiner Wohnung schmeissen moechtest, es Dich ekelt sie ueberhaupt jemals gekuesst zu haben....und dann aus lauter Frust an IHREM Auto den Turbo erneuerst. Wenn Du DEIN Auto aufgemockelt haettest.....waers "normaler" gewesen.

    Der Rest, die Verdraengung Ihrerseits, die Aggressivitaet, als Du sie auf das Problem angesprochen hast .... ist "normal". So "normal" wie eben ueberhaupt irgendwas im Zusammenleben mit Alkoholikern sein kann.

    Was nun nicht so klar aus Deiner Geschichte herausgeht ..... was nu?
    Oder kannst Du es noch nicht wirklich glauben und wuerdest lieber morgen aufwachenund es waere alles nicht wahr?
    Oder sie erklaert, dass sie nur die Flaschen sammelt, um immer eine Blumenvase parat zu haben, fuer alle Faelle....und dass sie den Inhalt nach dem Kauf natuerlich sofort in den Ausguss gekippt hat und dass sie das niemals nicht getrunken hat......

    Wie sieht Deine Standortbestimmung aus?
    Gruesse, Lindi

    Liebe Angy,
    ich moechte Dir nicht sagen "Tu dies, lass Jenes" .... dafuer ist jede Einzelne Situation zu individuell. Beide involvierte Persoenlichkeiten zu komplex. Es laesst sich ja nicht auf das "nur Trinken" reduzieren. Dann waers ja einfach ... einfach zu beurteilen, aber auch einfach zu "verurteilen"......
    ----
    Ich mochte Dir eine Erfahrung von mir da lassen.
    Vielleicht kannst Du sie verwerten, vielleicht nicht.

    Ich war irgendwann an dem Punkt, an dem ich mit meinem XY kein Wort mehr geredet habe, wenn er betrunken war. Und ich meine wirklich kein einziges verd* Wort. Noch nicht mal "Hallo" wenn er betrunken an der Tuer war.....woher ich das immer wusste? Nun, unser Hund zeigt das ganz deutlich an ...... kommt XY "normal", sprich nuechtern, eilt sie Schwanzwedelnd die Treppe runter. Kommt er betrunken, wird sie aengstlich, kriecherisch, steht oben am Treppenabsatz, starrt auf die Tuer, kommt wieder zu mir und verkriecht sich bei mir. Und das, obwohl "er" dem Hund niemals was getan hat ...allein die Streitereien, die lauten Worte, meine Anspannung reichen, dass der Hund Angst hat...und es in Verbindung bringt mit "Ohweh, Herrchen hat den gewissen Gang, fummelt am Tuerschloss, jetzt geht DAS wieder los".

    O.K. Also denk ich dann "Shit" .....ziehe mir die Schuhe an und gehe SOFORT aus dem Haus, mit dem Hund. Muss ja eh Gassi. Ganz nebenbei erspare ich mir damit die "Gespraeche" .... denn obwohl ich ja weiss, was davon zu halten ist, naemlich gar nix, wirkt manches ja doch nach, beginne ich drueber nachzudenken, wie das jetzt gemeint war.....oder nicht, oder wie.....

    Mit der Methode gelang es mir, nach und nach Abstand zu gewinnen. Ich rede mittlerweile auch im nuechternen Zustand nicht mehr ueber das Thema Alkohol. Ich rege mich nicht mehr auf, ich werfe ihm nicht mehr vor, ich frage nicht mehr nach, ich bin nicht mehr sauer, ich bin nicht mehr traurig .....es ist MIR EGAL.

    Und, wundersamerweise, stelle ich fest, dass damit zumindest bei "Meinem" scheints ein wesentlicher Reiz fehlt. Er damit AUCH immer bezweckt hatte, mich aufzuregen, mich besorgt zu machen, sozusagen zu erzwingen, dass ich auf ihn reagiere, ihm sozusagen meine Liebe zeige....und sei es auch nur in Form von Streit und Schreiereien (Beidseitig).

    Jetzt, wo einfach nichts mehr kommt, von mir, auch kein "betont eisiges Schweigen", was ja auch wieder eine Reaktion waere......macht es ihm keinen SPASS mehr! Jedenfalls deutlich weniger oft .....

    Damit ist zwar nichts gewonnen, er trinkt ja immer noch, wenn auch seltener, und unsere Beziehung hat den Charakter einer partnerschaftlichen Liebesbeziehung verloren .....ist sogar offiziell beendet (auch wenn wir noch zusammen wohnen) .... Das war der Preis und die Folge ..... aber damit habe ich meinen Frieden und auch meine Freiheit wiedergewonnen. Zumindest was die "Beziehung" und die "Wechselwirkungen" betrifft.

    Gruesse, Lindi

    Liebe Nys,
    das hast Du jetzt aber schoen formuliert.
    Das, was ich von Dir gelesen habe (also das im offenen Bereich) laesst mich erstaunen ....Du hast einen ganz schoen weiten Weg geschafft...auf dem Weg der (Selbst-) Erkenntnis.
    Nur das gefuehlte Erleben "will es noch nicht einsehen" zumindest manchmal.
    Aber das wird sich auch annaehern, mit der Zeit.
    Zuerst finden die Erkenntnisse ja nur auf intellektueller Ebene statt, dann "diktiert" der Kopf dem Herz, was es fuehlen darf ....und irgendwann zieht das Herz nach und "versteht".
    ----
    *Hmm* Selbstlose Liebe ..... schwierig. Die gibt es wohl wirklich nicht. Irgendwas "erwartet" und bekommt man ja immer zurueck .... was genau man zurueckbekommt ist ja ganz unterschiedlich ....und soll auch gar nicht mit gut/schlecht bewertet werden.
    Wenn man nur "Lieblosigkeit" zurueckbekommt, hoert sich das erst mal gemein und ungerecht an. Aber irgendwas in der Person will/sucht diese Lieblosigkeit ja fast schon "bewusst". Sei es, weil sie meint, nichts besseres/anderes verdient zu haben, sei es weil dann ein Kanal fuer Selbsthass/Welthass offen ist, sei es, weil man dann in der Opferrolle um Mitleid heischen kan...was auch immer.
    Das kann nur jeder fuer sich selbst wissen, was genau "man zurueckbekommt" und warum man genau das will, was man bekommt. Sonst wuerde man sich ja trennen, wenn die Waage wirklich soooo auf der einen Seite haengt.
    -----
    Ich bin ein tierlieber Mensch, aber einige Organisationen im Tierschutz gehen mir sowas von auf den S...enkel. Das sind eher Ansammlungen von "Gestoerten", die mehr schaden als nutzen...aus einer voellig ueberzogenen Helfer-Rolle heraus. Was hilft es den Schlachtpferden, wenn einzelne Transporte freigekauft werden - Genau. Nix.
    Im Gegenteil, damit wird der Markt angekurbelt, noch mehr Masse produziert. Dafuer spende ich nix. Nicht einen Euro.
    Das ist nun nur ein Beispiel. Das Thema als solches gehoert nicht hierher.
    -------
    Aber die kommen sich auch immer so irre selbstlos vor und erwarten gesellschaftliche Bewunderung fuer ihren Einsatz.
    Dabei befriedigen sie ganz egoistisch ihren persoenlichen "Knall".....

    Aber das darf man nicht sagen, klar.....
    Lindi

    Hallo ihr Beiden,
    @Cora: Du hast Recht mit Deiner Anmerkung, dass Alk-Konsum und (uebermaessiger) Qualm eng miteinander verknuepft sind und sich gegenseitig triggern koennen...
    Diese kleine Sammlung ist ja auch nicht nur fuer mich allein gedacht, sondern eben auch fuer Andere.
    Wobei ich persoenlich nicht aus der Sparte der Trockenen komme, sondern von den Angehoerigen......
    Ist aber sicher ein Punkt.

    @s.z: Deine Strategie koennte fuer mich hilfreich sein. In dem Sinne wirklich versucht aufzuhoeren habe ich noch nie. Mal halbherzig hier und da, bissl einschraenken.
    Was ich allerdings gemerkt habe, es faellt mir relativ leicht, bestimmte Situationen gedanklich abzukoppeln. Z.B. "Nicht im Auto" oder "nicht draussen in der Natur".
    Nach einiger Zeit habe ich in den abgekoppelten Situationen dann auch kein Verlangen mehr. Das koennte ich ja erst mal ausweiten. Immer mehr "hier nicht und da auch nicht" einfuehren....
    Besonders schlimm sind halt die typischen Situationen, morgens beim Kaffe, nach dem Essen, etc.

    Mal schauen, ob sich die Sammlung noch weiter anreichert..... bin gespannt.
    Gruesse, Lindi

    Ich dachte mir, ich mach mal einen Thread zu dem Thema auf.
    Es gehoert ja im weiteren, sehr weiteren Sinne auch zum "Suchtfrei und Bewusst leben".
    Beim Lesen stolpere ich immer wieder ueber einzelne Aussagen dazu und finde es schade, dass die so "verstreut und versteckt" untergehen.
    Z.B. hatte Garcia mal Jemand geschrieben: " Denk dran, es ist nur die Vorstellung an eine Zigarette, die schoen ist....die Fluppe qualmen nicht wirklich".
    Ich muss das jetzt mal so frei zitieren, weil ich wirklich nicht wuesste, wo ich das gelesen habe und es auch nicht mehr wiederfinden wuerde.

    Es geht mir NICHT um eine weitere Grundsatzdiskussion, wie schaedlich das doch ist und wie unsolidarisch gegenueber der Allgemeinheit und so weiter.

    Was ich gerne moechte, ist eine Sammlung kleiner "privater" Tips und Erfahrungen. Z.B. an anderer Stelle schrieb Jemand, er haette Zigarettenstummel in einem Etui mit sich rumgetragen und bei Geluesten daran geschnuppert....denn kalte Kippen riechen auch fuer einen eingefleischten Erzraucher nicht wirklich lecker.

    Auch Erfahrungen dazu "wann das Schlimmste" vorbei war waeren schoen.

    Und ja - ich moechte gerne aufhoeren und wuensche mir so eine Art Notfallkoffer.
    Wer mag mir helfen, ihn zu packen?
    Gruesse, Lindi

    Marie04
    Ich bin zwar nicht Jonas, aber ich habe die von Dir aufgefuehrten Zitate als absolut ironisch aufgefasst. Gnadenlos ueberzeichnet und ins Absurde gefuehrt....mit dem Hintergrund, dass manch eine(r) vielleicht doch mal drueber nachdenkt, welche Motive wirklich hinter dem eigenen Verhalten stecken. Bloss zu peinlich, das einzugestehen. Also wird lieber was von wegen "Ich liebe ihn aber" oder "Ich bin halt nun mal leider Co." erzaehlt.

    Ich habe den Eindruck, Jonas moechte den Begriff ein bisschen differenzierter und praeziser verwendet sehen. Ich habe nicht den Eindruck, dass er Jemand persoenlich hier damit "meint" oder abwerten will.

    Aber das kann er ja morgen selbst schreiben, wie er das nun gemeint hat.

    Ich habe auch den Eindruck, dass halt viel zu viel Verschiedenes mit dem "Co"-Maentelchen verdeckt wird. Wenn man der Definition, die Jonas gegeben hat folgt, sind sogar die Wenigsten hier wirklich "Co" . Das heisst aber nun im Umkehrschluss nicht, dass das erfahrene Leid weniger schlimm waere oder weniger Zerstoererisch auf die Persoenlichkeit des Angehoerigen wirkt.....aber es ist eben keine Co-Abhaengigkeit (laut der Definition).

    Gruesse, Lindi

    Hallo Jonas,
    verstehe ich Dich richtig, per Definition ist also die echte Co-Abhaengigkeit an eine stoffliche Sucht gebunden, auch wenn sie der Co-Abhaengige nicht selbst konsumiert. Wuerde ja auch eher dem Namen "Mit-Abhaengig" entsprechen....
    Alles Andere haette dann einen anderen Namen, wobei es durchaus nicht so ist, dass es deswegen nur "Pipifax" und "Weiberkram" ist.
    Mir hat der Begriff "Beziehungs-Sucht" gut gefallen, auch wenn sich einige dagegen gestraeubt haben. Es klingt vielleicht verharmlosend, weniger schlimm .... mangelnder Selbstwert, gefuehlte Unfaehigkeit fuer sich zu bestehen, Helfersyndrom, Ja-sager Reflex, etc, etc, koennen aber ebenso destruktiv sein.
    Wobei es dabei dann nicht ausschlaggebend ist, ob Alkohol oder Buttermilch das Getraenk der Wahl ist, das ist richtig.
    Insofern ist es wohl nur eine begriffliche Ungenauigkeit den Namen "Co-Abhaengig" fuer das alles zu verwenden......dem Leid der Betroffenen ist es egal, wie das dann genau heisst, oder?
    Gruesse, Lindi

    Hallo Zimttee,
    dass Du nicht wieder bei Deinen Eltern wohnen willst, ist glaub ich deutlich geworden....das ist auch bis zu einem gewissen Grad "normal", also dass man irgendwann sich abnabeln will.....Dass Dir Deine Eltern dieses Recht abschneiden (wollen),ist dann wieder weniger normal....
    Du brauchst das gar nicht gross erklaeren.....Wohnung suchen, einrichten, in einem Nebensatz mitteilen - Punktum.
    Schwieriger wird es wohl, sich dann auch abzugrenzen .... kannste nicht....komm bitte schnell vorbei, Mama hat wieder .... undwasweissich.
    Was mir bei Dir halt auffaellt, Du hast immer so ein verdammt schlechtes Gewissen, bei allem "normalen" was Du tust oder tun willst.....in Deinem Alter bin ich ein Jahr nach Paris gegangen...und glaub mir, meine allerletzte Sorge dabei war, mir zu ueberlegen, wie mein Eltern das finden......ich glaube ich habe mich auch nicht sonderlich oft gemeldet, so alle 2 Monate "Ich lebe noch, mir gehts gut" so ungefaehr.
    ----
    Aufgrund meiner Umstaende werde ich wohl auch jetzt erst mal zu meinen Eltern ziehen... und ich bin doppelt so alt wie Du, meine Eltern dementsprechend....das wird auch nicht einfach, die haben halt ihre eingefahrene Routine, ein bisschen "Altersstarrsinn" mag auch dabei sein.... da freue ich mich auch nicht drauf .... eben genau aus den Gruenden, die Du auffuehrst, beobachtet werden, alles so machen muessen, wie sie das auch tun ..... aber es ist ihr Haus und ich bin dort "Gast" .... also Zaehne zusammenbeissen, sich anpassen und baldmoeglichst den Abflug machen......
    Und wohlgemerkt, meine Eltern sind ganz liebe Leutchen und ich mag sie sehr!
    Es ist einfach normal, dass man als Erwachsener nicht mehr in die Kind-Rolle zurueck will, weshalb auch immer!
    Lindi

    Oh, Mist, Zimmtee ...
    habs grad gelesen, mit den Dokumenten ....das ist ja Hammerhart ....
    sonst haette ich naemlich vorgeschlagen den "Referatsort" einfach zu verschweigen/einen Anderen zu nennen und nur ne Handy-Nummer zu hinterlassen..."Luegen" taet ich sowas in dem Fall dann mal nicht nennen, eher *hm* eine Selbst-Schutzmassnahme.....

    Ueberlegs Dir gut...Du hast ja gesagt, dass Du eh etwas laenger gebraucht hast fuer alles ... und nun noch ein halbes Jahr verlieren, und wer weiss, wo sie Dich DANN hinschicken, evtl noch naeher....

    Und auch 25 km koennen ziemlich viel sein, wenn man einfach kein Auto hat 8) ...... falls Du wirklich eine Wohnung in der Naehe findest, waer das ja sogar glaubhaft.

    Ohmann, das ist nicht einfach.....
    Lindi

    Huuuuh, Oldie, jetzt wirds aber ganz waaaaarm....ziemlich heiss.....gluehend heiss.......

    Ja, genau: ANGST nochmal im Dreck zu landen, das ist es wohl.....
    Denn dass ich da bin, wo ich bin, hatte ja mal urspruenglich als "freie Entscheidung" angefangen, als hoffnungsfrohes Zukunftsprojekt, in dass ich alles investierte, an inneren Werten, an Materiellem....und sieh, wo es hingefuehrt hat....

    Wenn ich so drueber nachdenke (dank euch!) ... ist es wohl genau das. Solange ich mein Leben irgendwie gelebt habe, relativ angepasst, soweit auch "erfolgreich" ...ging es ja immer "irgendwie" gut...und dann raffe ich mich EINMAL auf, tue wirklich etwas, was mir wichtig war, setze mich ein, mache, roedele......und rausgekommen ist nun DAS!

    Irrsinnigerweise bleibt wohl die unbewusste "Lernerfahrung": wenn Du was machst, kommt nur Sch.... bei raus....also lass es lieber....
    So klar habe ich das noch nie analysieren koennen!
    Vielleicht kommt aus der verstandesmaessigen Klarheit ja auch der Antrieb, zu handeln?
    Ihr werdet es erfahren....
    Lindi