Beiträge von Lindi

    Hallo Habangst,
    ich hoffe ich habe Dich nicht verschreckt! Weisst Du, hier lese ich sehr viele, traurige Lebensgeschichten. Deine hat mich jedoch sehr stark beruehrt. Da ist mir der Hut hoch gegangen. Wir Anderen hier sind letztendlich alle erwachsen, und so hart das klingt, in gewisser Weise selbst fuer die Situation verantwortlich, in der wir uns befinden.
    Bei Dir sehe ich das etwas anders, Du warst einfach viel zu jung damals.

    Melde Dich bitte und schreib uns einfach, ob es Dir gut geht! Ich mache mir Sorgen um Dich!
    Lindi

    Liebe Habangst,
    Dir wurde geraten, erst mal zu dieser Freundin zu ziehen....
    Das hat mehrere Vorteile:
    - Du bist erst mal nicht ganz allein, faellst in kein schwarzes, einsames Loch
    - sie weiss von Deinem Problem, das macht es leichter
    - es kann ganz schnell ueber die Buehne gehen, wenn Du willst, schon heute abend.....pack die katzen in den Transporter, Zahnbuerste und eine U-Hose, ein T-Shirt, und dann bist Du weg!
    - so viele Moebel werden Dir in der jetzigen Situation wohl nicht gehoeren, Buecher und alles Andere holst Du spaeter, am Besten unter "Begleitschutz" Deiner Freundin. Die bekommt vorher Anweisung, jedes "Gespraech" zu blocken. Rein in die Wohnung, Zeug in Kisten, raus aus der Wohnung.
    - gemeinsam mit der Freundin kannst Du kloenen, Dich ein wenig ausruhen, nach einer definitiven, kleinen Wohnung fuer Dich suchen, oder in eine nette WG mit anderen Leuten in Deinem Alter.

    Sofort eine Wohnung uebers Knie brechen, die Du eigentlich nicht bezahlen kannst.....pass auf, dass Du Dir durch "rumjobben" um Kohle beizubringen nicht die Zukunft verbaust!

    Es gibt Sozialwohnungen, die sind teilweise richtig nett. Hatte mal selbst so eine, da wuerd ich heute sofort wieder einziehen. Geh zum Soazialamt und frag da. "Bezugsberechtigt" (so heisst das), bist Du in Deiner Situation auf jeden Fall

    Dieser Mann liebt Dich nicht, das haben Dir einige Andere auch schon gesagt! Er nuetzt es Gnadenlos aus, dass Du mit damals 15 ueberhaupt nicht in der Lage warst, Dich gegen ihn durchzusetzen. Und er hat es ja gut verhindert, dass Du das jemals lernen konntest.
    Abgesehen davon, was das fuer ein Licht auf seinen Charakter wirft, eine Minderjaehrige aus Problematischer Familie emotional abhaengig machen..... das ist kaum besser, als sich eine S**-Sklavin per Katalog aus Thailand bestellen!

    Du willst doch ein selbstbewusstes, eigenstaendiges Leben fuehren, als liebende Frau und irgendwann evtl. Mutter....mit dem Typen wird das NIE moeglich sein,egal ob er trinkt oder nicht! Der wird das nie zulassen, dass seine kleine S**-Maus (entschuldige den Ausdruck, so seh ich das) einen eigenen Kopf entwickelt. Der Typ ist gestoert!

    Lindi

    Nun,
    aus Deinen Betraegen geht er hervor, dass er "Nicht-Deutscher" ist.....vermutlich so aus Sued-Osten. Ich bin hier im Suedwesten (Spanien) und es ist erstaunlich, wie gross die Mentalitaets-Unterschiede doch sind. Hier definieren sich Maenner in ihrer Rolle immer noch ueber das "Geld"-Heimbringen. Sie gehen arbeiten, verdienen und damit ist ihr Beitrag zur "Familie" erfuellt. Kinder und Haushalt ist Frauensache. Gehen die dann auch arbeiten, haben sie ein Problem, denn der Mann sieht es zwar gerne, dass ein zusaetzliches Einkommen da ist, von Gleichwertiger Partnerschaft kann da aber nicht die Rede sein.
    Auch bei gemeinsamen Aktivitaeten "glucken" die Frauen und reden ueber kindererziehung, Hashalt, Einkaufs-Tipps, etc, die Maenner stehen zusammen in einer anderen Ecke und reden ueber "Maennersachen". Jagen, Angeln, Autos, wer sich gestern grad mal wieder den "Gong" gegeben hat, etc.
    Unterschaetze diesen Punkt nicht, auch wenn Dein Mann evtl. schon laenger in Deutschland lebt und Du davon ausgingst, er sei voll akklimatisiert. So Rollen-Bilder sitzen sehr tief.
    Lindi

    Liebe Joanne,
    ích bin relativ neu hier im Forum. Dein Thread war jedoch einer von denen, die ich mir durchgelesen habe, am Stueck.

    Was sich von Seite 1 bis Seite 78 wie ein Leitmotiv durch Deine Beitraege zieht, ist "Wir machen nichts zusammen". Das kommt so oft, das predigst Du bestimmt auch sehr oft Deinem Mann..... Da taet ich auch blocken, an seiner Stelle.

    Dieses "Nichts gemeinsam unternehmen" hat fuer mich sehr wenig mit seinem Problem zu tun. Nur Du dachtest scheinbar, wenn er nur aufhoert zu trinken, dann spazieren wir wieder Haendchenhaltend durch den Fruehlingswald.....und bist nun entsetzlich enttaeuscht.

    Was sind denn SEINE Interessen (oder waren es mal)? Gehst Du denn mit zum angeln? (Mein Freund ist auch angler, ich weiss wie oede das ist, obwohl er es gerne sieht, wenn ich mitgehe.....) Evtl. koenntest Du es mit einem Picknick verbinden, an den Angelplatz fahren, Picknick bereiten, er geht danach Fische aergern und Du machst derweil einen Spaziergang mit Deiner Tochter?
    Nur so als Idee.
    Vielleicht ist es unabhaengig vom Alk einfach auch ein ganz "normales" Beziehungsproblem?
    Gruesse, Lindi

    Hallo Emma!
    Soll ich es Dir wirklich sagen? 30 Grad, alles blueht, T-shirt-Wetter....noch Fragen? So am Anfang dachte ich, dass mich das etwas aufheitern wuerde, anstatt schon im November an Lichtmangel-Depri rumzunagen. Mittlerweile ist es so, dass es normal ist. Die Sonne scheint, heute, morgen und uebermorgen auch. Immer. Wenn es mal regnet, dann in Form von spontanen Gewittern, oder bestenfalls mal ne Nacht lang. Dauerregen nie! Und was passiert, man findet es normal, nicht weiter erwaehnenswert, sozusagen.

    Ja, Tunnelblick, keinen Ausweg sehen, alles in schwaerzesten Farben sehen. So gehts mir gerade.

    Was ich am erschreckensten finde, und deswegen hatte ich eigentlich den Thread aufgemacht, ich habe kein Bauchgefuehl mehr. Nicht, dass ich frueher immer die Oberklasse Entscheidungen getroffen haette, aber es waeren halt Entscheidungen, bei denen ich damals dachte, dass musst Du jetzt so-und-so machen....mal schaun, was bei rauskommt.

    Jetzt herrscht nur noch wirres Chaos, ich hoere meinen "Inneren Berater" nicht mehr. Liegt sicher auch daran, dass es die letzten 10 jahre so war, dass JEDE Entscheidung, JEDER Schachzug ein Schritt weiter in die Kacke war.

    Ein Sprachproblem habe ich nicht, eher ein "Klassen"-Problem. XY Nr. eins war von Beruf "Sohn", Erbe mehrerer Fincas, nur eine Frage der Zeit, bis der Goldregen einsetzt. Demenstprechend war das Umfeld. XY Nr. 2 ist Bauarbeiter. Intelligent und eigentlich ein netter, interessanter Mensch.... meine Freunde oder Bekannten von frueher haben "ihn" aber nicht akzeptiert, bzw. den Kontakt zu mir bewusst einschlafen lassen. Und wie die "Freunde" eines Bauarbeiters mit Alk-Problemen aussehen, das brauch ich hier ja wohl niemand naeher zu erklaeren.....Danke, kein Interesse.

    Frauen als "Einzelwesen" zu sehen, ist hier nicht so ueblich. Hoechstens untereinander. Also Frauen-Freundschaften. Leider bin ich in einem Alter, wo die Gespraechsthemen meiner weiblichen Mitmenschen Kinder sind. kinder, nochmal Kinder, dann der Mann und dann kommt erst mal laenger nichts. Und selbst dann taet ich mir das gut ueberlegen, persoenliche Sachen zu erzaehlen. Wie das in Doerfern halt so ist. Lieblingsbeschaeftigung ist.....der Tratsch.
    Lindi

    Hm, ich habe so den Eindruck, der allgemeine Tenor lautet "Geh zurueck - und gut iss". Doch leider ist es ja nicht so, dass ich vorher ein rund-um gluckliches Leben gefuehrt haette, das ich jetzt wieder aufnehmen koennte. Lediglich hatte ich damals keine Materiellen Sorgen, da ich ja einen Job hatte, den ich jetzt nicht mehr habe und vermutlich auch nicht so schnell bekomme....
    Ansonsten erinnere ich mich an Deutschland und habe sofort "GRAU" vor dem inneren Auge. Graues Wetter, graue Leute, graue Lebensperspektiven. Rein in den Zug, ins Buero, raus aus dem Zug, es ist schon dunkel, es regnet, Haustuer auf, Niemand da, Haustuer zu, Fernseher an, Fernseher aus, ins Bett. Wecker klingelt, es ist dunkel, aufstehen, es regnet, rein in den Zug....usw.usw.

    Ich bin damals nicht allein wegen XY ausgewandert, er war lediglich der Faktor, der mir den Mut und Antrieb dazu gegeben hatte.

    Daher jetzt die grosse Unsicherheit, ob das wirklich der Stein des Weisen ist. Im ALLERBESTEN FALL ist es so wie vorher. Wahrscheinlich ist es genauso, nur schlechter....

    Auf der Anderen Seite kann ich mir das auch nicht ewig mehr ueberlegen. Denn im Augenblick lebe ich weder hier, noch dort. Also eher gar nicht.
    Auch wird es die offene Hinteruer "Elternhaus" irgendwann nicht mehr geben. Juenger werden sie naemlich auch nicht......
    Lindi

    @ an alle, erst mal vielen Dank, fuer eure Beitraege.

    Den Umzug als solchen, den koennte ich schon regeln. Hab ja eh so gut wie alles weggeschmissen und es gibt im Internet so "Beiladungs-Versteigerungen", d.h. Du gibst an, wieviel Kubikmeter Krempel du von a nach b schippern willst und die Speditionen reichen Angebote ein, der guenstigste gewinnt. Papierkram waere innerhalb der EU ja nicht erforderlich.

    Es ist eher so die Frage WILL ich zurueck. Gescheitert, arm, runtergekommen....dann ehemaligen Bekannten zu begegnen, "Na wie gehts Dir denn so, was machst Du denn beruflich, etc" Ein Graus!

    Pittchen , Du verstehst das mit dem Pferd, vermutlich hast Du selbst eins.... oder ein anderes Haustier. Er ist jetzt 26, soweit noch gut in Schuss, bis auf eine ausdiagnostizierte Lahmheit. Deswegen ist er seit etlichen Jahren in Rente, ich reite ihn nicht mehr. Er ist auf einer Koppel untergebracht, die mir eine Bekannte kostenlos zur Verfuegung gestellt hat, damit da nicht so viel Gras drauf ist (brandgefahr im Sommer), also enstehen da so gut wie keine Unkosten. Nach D. transportieren, oder ihn da unterzustellen bei den Preisen....NoGo!

    Spanijoggel . Du bist also da auch schon durch. Und offensichtlich wieder rausgekommen, das macht Mut. Ja, das mit dem "Post nicht oeffnen" das kenn ich auch sehr gut. Man WEISS das es dadurch nur schlimmer wird, aber trotzdem liegt der Umschlag geschlossen auf der Kommode, bis der Gerichtsvollzieher anrueckt.....

    Das mit der "Hilfe in Deutschland" ist auch seeehr relativ!

    - edit, bitte nichts über dritte Personen ins Internet stellen, Linde -

    In Deutschland haette ich meine Eltern. - edit -

    Von meine Freunden dort ist niemand mehr uebrig, noch nicht mal meine allebeste herzensfreundin. Die guckte mich schon bei den letzten Besuchen so an, als sei ich ein Fettfleck auf der Designerbluse. Ich glaube auf solche Freundschaften muss ich verzichten, das tut nicht gut.

    Meine beiden Schwestern kaempfen selbst. Da waere nicht viel Unterstuetzung zu erwarten, was sollten sie auch tun oder sagen, sie stecken ja auch bis zur Halskrause in Probs. s.o.

    Und natuerlich habt ihr Recht, man kann die Verantwortung fuer sein Leben nur selbst tragen. Logisch. Klar. Fuer jeden "normalen" Menschen! Dass das ein Depressiver NICHT kann, obwohl er weiss dass er koennen muesste, das versteht nur jemand, der es kennt.

    In psychologischer Behandlung bin ich natuerlich nicht. Wie sollte ich mir das leisten koennen? Habt ihr da Erfahrungen, gibt es da Moeglichkeiten?
    Lindi

    Hallo Tina,
    vielleicht ist es nicht so deutlich geworden WO genau mein Problem ist. Ich war erst mal so beschaeftigt, die "Geschichte" zu schreiben.
    Zum zweiten Mal bricht also mein Leben zusammen, wegen Alkohol, obwohl ich nicht trinke.....und das alles ist nicht spurlos an mir vorbeigegangen. Ich war immer schon leicht depressiv veranlagt, hatte das aber in meinen "frueheren" Leben soweit im Griff, dass ich zumindest halbwegs meinen Verpflichtungen nachkommen konnte (Arbeit, etc). Nun bin ich derart deprimiert im wahsten Sinne des Wortes, dass ich handlungsunfaehig bin. Nachts habe ich so schwere Angst-Anfaelle, dass ich nicht schlafen kann, oder wenn ich es versuche,von so schrecklichen Erinnerungen befallen werde, dass ich das Licht wieder anmache und lese. Bis morgens. Den Tag ueber bin ich dann natuerlich zu nichts zu gebrauchen, geschweigedennn in der Lage, Tatkraeftig ein neues Leben zu beginnen. Oder einen Job zu suchen oder ein ueberzeugendes Bewerbungsgespraech zu fuehren.Seit einem Jahr lese ich die Millenium-Trilogie, immer wieder, nicht weil ich das Buch soo spannend finde, aber beim letzten Riesen-Krach habe ich angefangen, fast all meinen Besitz wegzuschmeissen, wegen dem Umzug....eben auch die Buecher. Moebel, Kleider, fast alles. Meinen Pferde-Opa muesste ich auch einschlaefern, denn verkaufen will ich den alten Knaben nun wirklich nicht mehr. Und das bring ich irgendwie nicht uebers Herz. Letztes Fruehjahr war "die Grube" schon ausgehoben, der Mitarbeiter der Muellkippe fragte, wann ich den Kadaver nun bringe, und ich stand vor dem Loch auf der Muellkippe und dachte, hier soll also Dein langjaehriger Kumpel verscharrt werden...auf der kommunalen Muellkippe. Noch mehr Albtraeume. Und das Gefuehl, gar nichts gebacken zu bekommen. Mich selbst zu verlieren, alles, was mir etwas bedeutete geht den Bach runter.
    Und dann gehe ich heim und lege mich ins Bett. Und kann wieder nicht schlafen. Und gruebele und finde keinen Ausweg.
    Seit einem Jahr ist unser Kuehlschrank kaputt und es ist kein Geld fuer einen Neuen da. Versuch mal, was zu kochen, wenn Du bei 40 Grad keinen Kuehlschrank hast.... Und dann geht ER in die Kneipe und laedt alle Schnorrer ein, die er "Freunde" nennt....und ich habe oft tagelang nichts zu essen. Wirklich. Nichts!
    Krankenversichert bin ich hier auch nicht, da ich ja keine Arbeit habe. Es gaebe zwar die Moeglichkeit, so eine Art "Sozial-Krankenversicherung" zu bekommen, mein Freund ging mit mir zur Behoerde, die Sachbearbeiterin erklaerte: "dann brauchen wir dieses Papier und jenes Dokument, blablabla" das hat mich so verschreckt, dass ich es nicht beantragt habe. Ich brauche jemand, der mich an der Hand nimmt, und guck mal, ist doch nicht so schwer, da gehen wir jetzt gemeinsam zum Meldeamt..." Und genau das hat mein Freund frueher fuer mich getan, dieses "an die Hand nehmen". Jetzt hingegen kommt nur noch "Wenn ich Dich rausschmeisse, landest Du eh in der Gosse.!"
    Und genau das ist meine Befuerchtung. Ich WEISS ja dass ich diese Schwaeche habe, dieses "Nicht-Anpacken-Koennen" von Schwierigkeiten, oder, noch schlimmer, Behoerdenkram.
    Im Moment sehe ich mich ausserstande, selbstaendig zu leben. Das heisst, ich muss natuerlich schauen, dass ich meine eigenen psycho-Baustellen behebe. Und weiss nicht, wie. Das Alkohol-Problem meines Partners ist nicht allein Schuld daran, hat es aber so verschaerft dass es krass ist. Ich pflege mich nicht mehr. Kleide mich "irgendwie", ist doch scheissegal. Da ich meinen Kleiderschrank schon abgebaut habe, liegen die Klamotten auf zwei Haufen. Einer fuer "sauber" einer fuer "schmutzig". Esse "irgendwas", was halt grad da ist. Reis mit einem Tick Oel drauf und etwas Knoblauch, damit es wenigstens nach irgendwas schmeckt......
    Und DAS wird sich nicht aendern, bloss weil ich umziehe. Dieses Problem zieht mit mir um und macht mir Angst. Und laehmt mich. Und hindert mich, hier endlich das Handtuch zu werfen.

    Hallo,
    ich schreibe, weil ich Rat brauche. Es ist schwer, kurz zusammenzufassen, ich versuche es jedoch. Vor 10 Jahren lernte ich die "Liebe meines Lebens" kennen. Er war Spanier, wir lebten ein Jahr zusammen, in der Zeit stellt ich fest, dass er sich in Deutschland nicht einleben konnte (wollte) und so zogen wir nach Spanien, um uns eine eigene Existenz aufzubauen. Er fuhr schon vor, ich blieb noch ca. 3 Monate, um mein bisheriges Leben "abzuwickeln", Job kuendigen, Wohnung aufloesen, Versicherungen kuendigen, etc. Schon in dieser Zeit kamen erste "Warnhinweise", die ich jedoch nicht sah. Ich erinnere mich, dass ich nach der 24-Stuendigen Fahrt anrief, um zu sagen, dass ich nun bald da sei. Er solle schon mal den Kamin anschmeissen. Gehofft hatte ich auf ein romantisches Abendessen im neuen Heim und im neuen Leben. Als ich ankam, war das Haus stockdunkel, das Auto stand vor der ca. 50 Meter entfernten Kneipe, wo ich meinen Traummann so vollgesoffen vorfand, dass er mich kaum erkannte. Und das, obwohl ich ja von unterwegs angerufen hatte, ich sei in ca. 2 Stunden da. Das war der erste Hieb, es sollten noch unzaehlige folgen. Das ging ein Jahr so. In dieser Zeit wurde es finaziell immer enger, denn die neue Existenz, die wir geplant hatten, kam natuerlich nicht in Gang. Meine finanziellen Reserven schwanden.....dann kam es zu einer Aussprache in einem Restaurant, in der ich ankuendigte, ich wuerde mich trennen, wennn das so weiter ginge. Das naechste, was ich von meinem Partner erfuhr, war als die Polizei am naechsten Morgen vor der Tuer stand und mich informierte, mein Freund sei bei einem Autounfall toedlich verunglueckt und im Auto verbrannt. dass er betrunkem war wusste ich, denn ich war nach der Aussprache nach hause gelaufen und hatte ihn trinkenderweise dort zurueckgelassen. Dann folgte die Trauer, die Existenzangst, der Auszug aus dem Haus (das seiner Familie gehoerte), der Verkauf unserer Pferde (das wickelte seine Familie ab, die auch das Geld einstrich...). Ich war wie gelaehmt. In dieser Zeit erfuhr ich auch, dass mein Partner wohl auch Kokain konsumierte, was den rapiden Schwund meiner Geldmittel erklaerte.....dann lernte ich ein Jahr spaeter einen netten Mann kennen, es war nicht die grosse Liebe, aber er war so liebevoll und wie ich dachte, zuverlaessig und ich fuehlte mich so einsam. Meine Geschichte kannte er (ich lebe in einem kleinen Dorf) und erzaehlte mir, er trinke nicht, da sein Vater Alkoholiker war. Na gut. Am Anfang lief auch alles Bestens. Dann zogen wir zusammen und ich bemerkte, dass er eben doch trank. Erst mal nicht weiter auffaellig fuer hiesige Verhaeltnisse. Dann hatter er einen leichten Bagatellschaden, der Nachbar zeigte ihn an, Fuehrerschein-Entzug fuehr ein Jahr. Ich fuhr in zur Arbeit und holte ihn ab. In dieser Zeit soff er mehr als vorher. Und nahm eines Tages doch das Auto. Trank, und hatte prompt einen Auto-Unfall, bei dem er schwer verletzt wurde. Nachfolgend kam die Verhandlung, erneuter Fuehrerscheinentzug, Geldstrafe, die wir nicht zahlen konnten, da er vor dem Unfall Selbstaendig war und waehrend der Reha (2 1/2 Jahre) natuerlich kein Einkommen da war. Fast waere er ins Gefaengnis gekommen, jedoch hat seine Familie die Geldstrafe beglichen.
    Je schlimmer unsere Lage wird, desto mehr trinkt er. Und kommt nach hause, um Streit anzufangen. Soll man ihm glauben, bin ICH an allem Schuld. Diese Vorwuerfe, dass ich Schuld sei, sind so absurd, dass ich das am Anfang unter "Besoffenes Gelaber" abgelegt hatte. Es wiederholt sich jedoch so oft und Neuerdings auch in nuechternem Zustand, dass ich denke, er meint das tatsaechlich so.
    In letzter Zeit noergelt er an ALLEM herum, was ich tue, wie ich Autofahre, wie ich koche, wie ich den Haushalt fuehre... nach und nach sickert das eben doch ins Unterbewusstsein. Wenn man jeden Tag hoert, "Du taugst nichts", bleibt es irgendwann eben doch haengen.
    Mein Problem bei der Sache ist, dass ich finanziell abhaengig bin, im Ausland lebe und keine Freunde habe. Irgendwie habe ich sogar den Verdacht, dass er das bewusst so manipuliert, dass ich keinen Kontakt finde. Nicht direkt ueber "Verbote", aber eben sehr geschickt.
    Ich war eigentlich eine selbstbwusste Person, hatte einen gutbezahlten Job und Freunde. Doch jetzt sieht es ganz Anders aus und mein Selbstbewusstsein ist im Keller. Ich habe keine Perspektive, der einzige Ausweg waere, zurueck nach Deutschland zu gehen. Aber 46 Jahre alt und seit 10 Jahren keinen Job mehr....wer stellt mich denn bitte in Deutschland ein? Was erwartet mich da ausser Hartz 4 ?
    Gerade heute Nachmittag kam er angetrunken nach Hause, die Hose vollgepisst, unrasiert, holte Geld und torkelte wieder von dannen. Ich sah ihn auf der Strasse, einen gebeugten Mann, der aelter aussieht als er ist, ungepflegt, alleine vor sich hinbrabbelnd, wie unser "Dorfdepp" hier....mich hat es schier zerissen. Da ich weiss, dass es wieder Streit gibt, wenn er kommt, werde ich nachher mein bettzeug und den Hund ins Auto bringen und im Feld uebernachten. Auch das nicht zum ersten Mal......