Hallo,
ich schreibe, weil ich Rat brauche. Es ist schwer, kurz zusammenzufassen, ich versuche es jedoch. Vor 10 Jahren lernte ich die "Liebe meines Lebens" kennen. Er war Spanier, wir lebten ein Jahr zusammen, in der Zeit stellt ich fest, dass er sich in Deutschland nicht einleben konnte (wollte) und so zogen wir nach Spanien, um uns eine eigene Existenz aufzubauen. Er fuhr schon vor, ich blieb noch ca. 3 Monate, um mein bisheriges Leben "abzuwickeln", Job kuendigen, Wohnung aufloesen, Versicherungen kuendigen, etc. Schon in dieser Zeit kamen erste "Warnhinweise", die ich jedoch nicht sah. Ich erinnere mich, dass ich nach der 24-Stuendigen Fahrt anrief, um zu sagen, dass ich nun bald da sei. Er solle schon mal den Kamin anschmeissen. Gehofft hatte ich auf ein romantisches Abendessen im neuen Heim und im neuen Leben. Als ich ankam, war das Haus stockdunkel, das Auto stand vor der ca. 50 Meter entfernten Kneipe, wo ich meinen Traummann so vollgesoffen vorfand, dass er mich kaum erkannte. Und das, obwohl ich ja von unterwegs angerufen hatte, ich sei in ca. 2 Stunden da. Das war der erste Hieb, es sollten noch unzaehlige folgen. Das ging ein Jahr so. In dieser Zeit wurde es finaziell immer enger, denn die neue Existenz, die wir geplant hatten, kam natuerlich nicht in Gang. Meine finanziellen Reserven schwanden.....dann kam es zu einer Aussprache in einem Restaurant, in der ich ankuendigte, ich wuerde mich trennen, wennn das so weiter ginge. Das naechste, was ich von meinem Partner erfuhr, war als die Polizei am naechsten Morgen vor der Tuer stand und mich informierte, mein Freund sei bei einem Autounfall toedlich verunglueckt und im Auto verbrannt. dass er betrunkem war wusste ich, denn ich war nach der Aussprache nach hause gelaufen und hatte ihn trinkenderweise dort zurueckgelassen. Dann folgte die Trauer, die Existenzangst, der Auszug aus dem Haus (das seiner Familie gehoerte), der Verkauf unserer Pferde (das wickelte seine Familie ab, die auch das Geld einstrich...). Ich war wie gelaehmt. In dieser Zeit erfuhr ich auch, dass mein Partner wohl auch Kokain konsumierte, was den rapiden Schwund meiner Geldmittel erklaerte.....dann lernte ich ein Jahr spaeter einen netten Mann kennen, es war nicht die grosse Liebe, aber er war so liebevoll und wie ich dachte, zuverlaessig und ich fuehlte mich so einsam. Meine Geschichte kannte er (ich lebe in einem kleinen Dorf) und erzaehlte mir, er trinke nicht, da sein Vater Alkoholiker war. Na gut. Am Anfang lief auch alles Bestens. Dann zogen wir zusammen und ich bemerkte, dass er eben doch trank. Erst mal nicht weiter auffaellig fuer hiesige Verhaeltnisse. Dann hatter er einen leichten Bagatellschaden, der Nachbar zeigte ihn an, Fuehrerschein-Entzug fuehr ein Jahr. Ich fuhr in zur Arbeit und holte ihn ab. In dieser Zeit soff er mehr als vorher. Und nahm eines Tages doch das Auto. Trank, und hatte prompt einen Auto-Unfall, bei dem er schwer verletzt wurde. Nachfolgend kam die Verhandlung, erneuter Fuehrerscheinentzug, Geldstrafe, die wir nicht zahlen konnten, da er vor dem Unfall Selbstaendig war und waehrend der Reha (2 1/2 Jahre) natuerlich kein Einkommen da war. Fast waere er ins Gefaengnis gekommen, jedoch hat seine Familie die Geldstrafe beglichen.
Je schlimmer unsere Lage wird, desto mehr trinkt er. Und kommt nach hause, um Streit anzufangen. Soll man ihm glauben, bin ICH an allem Schuld. Diese Vorwuerfe, dass ich Schuld sei, sind so absurd, dass ich das am Anfang unter "Besoffenes Gelaber" abgelegt hatte. Es wiederholt sich jedoch so oft und Neuerdings auch in nuechternem Zustand, dass ich denke, er meint das tatsaechlich so.
In letzter Zeit noergelt er an ALLEM herum, was ich tue, wie ich Autofahre, wie ich koche, wie ich den Haushalt fuehre... nach und nach sickert das eben doch ins Unterbewusstsein. Wenn man jeden Tag hoert, "Du taugst nichts", bleibt es irgendwann eben doch haengen.
Mein Problem bei der Sache ist, dass ich finanziell abhaengig bin, im Ausland lebe und keine Freunde habe. Irgendwie habe ich sogar den Verdacht, dass er das bewusst so manipuliert, dass ich keinen Kontakt finde. Nicht direkt ueber "Verbote", aber eben sehr geschickt.
Ich war eigentlich eine selbstbwusste Person, hatte einen gutbezahlten Job und Freunde. Doch jetzt sieht es ganz Anders aus und mein Selbstbewusstsein ist im Keller. Ich habe keine Perspektive, der einzige Ausweg waere, zurueck nach Deutschland zu gehen. Aber 46 Jahre alt und seit 10 Jahren keinen Job mehr....wer stellt mich denn bitte in Deutschland ein? Was erwartet mich da ausser Hartz 4 ?
Gerade heute Nachmittag kam er angetrunken nach Hause, die Hose vollgepisst, unrasiert, holte Geld und torkelte wieder von dannen. Ich sah ihn auf der Strasse, einen gebeugten Mann, der aelter aussieht als er ist, ungepflegt, alleine vor sich hinbrabbelnd, wie unser "Dorfdepp" hier....mich hat es schier zerissen. Da ich weiss, dass es wieder Streit gibt, wenn er kommt, werde ich nachher mein bettzeug und den Hund ins Auto bringen und im Feld uebernachten. Auch das nicht zum ersten Mal......