Hallo Uwe, hallo Matthias,
Zitat
euphorie is ne feine sache und hat m.e. n riiesen "heilungspotential" - gefährlich wirds, wenn die euphorie plötzlich und unerwartet aufhört.
deshalb weise ich gerne drauf hin, dass sie aufhören wird.
ich meine nur die Euphorie über Abstinenz an sich.
Ich habe ( und oder erlaube ) mir weder ausgeprägte Trauer oder Selbstmitleid über meine Trinkphase und auch keine Euphorie über meine Abstinenzphase.
Das ist die Euphorie, die am Anfang auftrat, wenn ich an der Kasse am Supermarkt den Säufer vor mir seine Flasche auf das Band legen sah und dachte "ha, das arme Schwein, Du hast das hinter Dir, Du bist schlauer ..."
Heute denke ich gar nichts mehr zu der Angelegenheit. Wenn ich sowas mal sehen sollte, dann sehe ich eine Flasche, einen Menschen und mache mir keine Gedanken mehr über ihn und mich.
Das ist die Euphorie, die am Anfang auftrat, wenn ich zufällig bei einem Konzert o.ä. in eine Menge von Menschen - vielleicht sogar Bekannte - geriet, die sich kräftig "Alkohol verabreichten". Und ich dachte: "ha, die armen Teufel, die müssen das noch tun, ich habe das hinter mir ..."
Heute denke ich weder über deren Leben nach, noch erlaube ich mir zu denken, dass ich es für immer hinter mir habe.
Ich weiss nur, dass ich es nicht mehr möchte und tue viel dafür, dass ich es nicht mehr muss.
Freude, ggf. Euphorie darüber, dass ich ein schönes Leben habe, erlaube ich mir jeden Tag. Hat aber nichts unmittelbar mit Alkohol zu tun, sondern mit einem schönen Spaziergang mit Hund bei Sonnenschein, mit wachsender finanzieller Unabhängigkeit und der Freiheit, meine eigenen Lebensvorstellungen unabhängig von finanziellen Zwängen zu verwirklichen. Freude, dass ich lebe. Freude, daß ich vergleichsweise gesund bin. Freude, dass ich Menschen habe, mit denen ich reden kann. Freude, dass ich Dach überm Kopf, Wärme, zu Essen habe und um mein Überleben nicht täglich kämpfen muss.
LG Jürgen