Beiträge von juergenbausf

    Hallo Hartmut,

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    Als ich trocken werden durfte hatte ich meine Nüchternheit an erster Stelle gesetzt und als oberste Priorität angesehen . Da gab es auch keine Ausnahmen ob im Beruf , in der Familie oder andere vermeidbaren Situationen, wo gesoffen wurde oder ich in Kontakt gekommen wäre.

    ich ersetze "trocken" durch abstinent und zu Nüchternheit sage ich unten was.

    Wenn Nüchternheit = Abstinenz von allen Suchtmitteln + Verstand zur Risikominimierung + Gefühlswahrnehmung in nicht planbaren Situationen dann passt es für mich.

    LG Jürgen

    Hallo,

    Zitat

    Nun, wie es scheint, habe ich meinen Tiefpunkt wohl noch nicht erreicht.

    das ist schade für Dich.
    Schweigen ist falsch - damit staust Du nur Agressionen an.
    Werde ärgerlich oder trenne Dich - sonst wirst auch Du krank.

    LG Jürgen

    Hallo aionic star,

    Zitat

    Und auch wenn ich mich trennen wollte, ich wüsste nicht wie. (und will ich auch nicht).

    na dann ist doch alles bestens.
    Handlungsanweisungen für ein "harmonisches Zusammenleben" mit einem aktiven Alkoholiker wirst Du hier aber eher nicht erwarten können.
    Soweit ich das erkennen kann, sollte der Wille etwas an sich und seinem Leben zu verändern schon vorhanden sein.

    LG Jürgen

    Hallo prinzessin,

    Zitat


    Ich möchte nun sagen, bis jetzt dachte ich, ich gehöre zu den Glücklichen, die das Aufhören ohne "Nebengeräusche" schaffen.

    diese "Glücklichen" gibt es meines Erachtens gar nicht. Entweder spüren sie Ihre Gefühle und Gedanken nicht ausreichend oder sie wollen nicht drüber reden und wollen wieder trinken.
    Gedanken an Alkohol sind völlig normal am Anfang der Abstinenz, neu ist nur mein Umgang damit.

    LG Jürgen

    Hallo Cora,

    Zitat

    Die Leute, die mit mir aus der Therapie gegangen sind und bis heute nichts getrunken haben sind extrem Willensstark, haben ein gesundes aber nicht übertriebenes Selbstbewußtsein und genau da will ich auch hin.

    ich kann Dich verstehen, mein Weg war und ist ein anderer.
    Ich arbeite daran, mich selbst besser zu erkennen und mit mir gut umzugehen, nicht daran so zu werden wie andere wirken.
    Ich wirke übrigens sehr willensstark auf andere, bin einer offenen Chipstüte aber nach wie vor und wohl lebenslang hilflos ausgeliefert.

    LG Jürgen

    Hallo Cora,

    Zitat

    Die Leute, die mit mir aus der Therapie gegangen sind und bis heute nichts getrunken haben sind extrem Willensstark, haben ein gesundes aber nicht übertriebenes Selbstbewußtsein und genau da will ich auch hin.

    ich kann Dich verstehen, mein Weg war und ist ein anderer.
    Ich arbeite daran, mich selbst besser zu erkennen und mit mir gut umzugehen, nicht daran so zu werden wie andere wirken.
    Ich wirke übrigens sehr willensstark auf andere, bin einer offenen Chipstüte aber nach wie vor und wohl lebenslang hilflos ausgeliefert.

    LG Jürgen

    Hallo Carpenter,

    Warum ich Alkoholiker bin, ist mir total egal, seit ich akzeptiert habe, daß ich einer bin und nicht mehr trinken möchte.
    Ich empfehle keinem Heroinabhängigen den unnötigen Umgang mit seinem Suchtmittel, also empfehle ich es auch keinem Alkoholiker.

    Die Erkenntnis, süchtig zu sein, bestimmt meinen Umgang mit der physischen Existenz / Anwesenheit meines Suchtmittels.
    Diese Handlungsmaxime (= meine Grundbausteine) trenne ich komplett von meiner Persönlichkeit, meinen Gefühlen etc. ab, sie gelten immer, ohne Ausnahme.
    Damit kann ich locker 98% meines Alltags abdecken.

    Dennoch läßt sich in unserer Gesellschaft der Kontakt zu Alkohol schlechter vermeiden als der Kontakt zu Heroin. Nachdem ich gelernt habe, sehr sorgfältig auf meine Gefühle und Gedanken zu horchen und alle Arroganz und vermeintliche Stärke abzulegen, kann ich allen Situationen mit Alkohol begegnen, die mich nicht aus meiner Mitte bringen.

    Die Frage warum ich getrunken habe, spielt lediglich für die Beurteilung von Rückfallgefahren in den verbleibenden 2% der Lebenssituationen eine Rolle.
    Trank ich aus Trauer, Schmerz oder Euphorie / Leichtsinn, dann sollte ich diese Gefühle von der Anwesenheit von Alkohol und von Gedanken an Alkohol abtrennen.
    Das erfordert dauerhaftes kognitives Verhaltenstraining, Erarbeitung, Durchführung und Verinnerlichung von Handlungsalternativen.

    LG Jürgen

    Hallo carpenter,

    Zitat

    Die komplett andere Alternative wäre, an diesem Wesenszug zu arbeiten...aber dann würde mir etwas verlorengehen ...

    ich probiere mittlerweile die Dinge einfach aus. Vielleicht gewinne ich ja mehr als verlorengeht !? Versuch macht kluch ...
    Wesenszüge an mir, die mir immer wieder unnötigen emotionalen Ärger verursachen, stelle ich durchaus auch in Frage, denn emotionaler Ärger schadet im wesentlichen mir.

    Ich frage mich viel öfter als früher, ob mein Selbstbild wirklich mir entspricht.

    LG Jürgen

    Hallo Carpenter,

    Zitat

    So ähnlich ist das mMn. mit Energien, die man selber zur Verfügung hat...der trockene Zustand verleiht einem scheinbar mehr Energie und man ist schnell dabei, diese zusätzlichen Energieen wieder in Dinge zu investieren, die nicht wirklich wichtig sind. Dann ist man letztendlich genauso weit wie vorher, baut sich unnötig emotionalen Druck auf, wo man grade jetzt damit anfangen sollte, diesen Druck abzubauen.

    ich finde diese Erkenntnis auch für mich durchaus erörterungswürdig.
    Wenn ich merke, daß mir eine Diskussion hier zu viel emotionalen Druck verursacht, dann kann ich auch mal ein paar Stunden, Tage mich zurücknehmen und einfach nur lesen, nicht gleich antworten, Dinge wirken lassen, emotional "deseskalieren" - sowohl für mich als auch für andere.
    Ich bin hier für meine Abstinenz und nicht, um immer Recht zu haben oder zu behalten.

    LG Jürgen

    Hallo,

    Zitat

    Ich denke ich habs deutlich geschrieben warum ich nicht krank machen kann,weil ich dann kein Arbeitslosengeld bekommen würde,weil ich noch kein Jahr dort arbeite.

    während der Krankschreibung wächst Dein Arbeitslosengeldanspruch weiter.
    Wenn Du also z.B. bisher 8 Monate dort beschäftigt bist und dann 4 Monate krank, so wurden für 12 Monate Beiträge zur ALV entrichtet und Du hast 6 Monate Anspruch auf ALG1.

    LG Jürgen

    Hallo c2 ... ,

    Zitat

    Die Alkoholkrankheit zählt dazu. Es kostet den Kranken auch nach der Einsicht große Überwindung, sich einem Arzt anzuvertrauen. Es kostet ihn auch Überwindung, sich hier anzumelden und sich mitzuteilen. Besonders schlimm: er kann nicht einmal eine gemütliche Opferrolle einnehmen, denn er hat sich die Krankheit selbst zugefügt. Damit geht also keiner gerne hausieren.

    da sehe ich einen Widerspruch zu der von Dir an anderer Stelle ausgeführten genetischen Veranlagung etc. Was denn nun ? Der Kranke ist bestenfalls genauso leichtsinnig mit Alkohol umgegangen wie 95% aller anderen Erwachsenen.

    Ich nehme übrigens auch keine Opferrolle ein, weil dies nicht weiterhilft. Ob es eine Krankheit ist oder nicht ist mir sogar relativ egal, hat aber zugegebenermaßen die Entwöhnung bei mir vereinfacht, da die Rentenversicherung die LZT bezahlt hat und nicht ich aus eigener Tasche.
    Ich akzeptiere auch die für "die Krankheit" empfohlenen Behandlungsformen wie Abstinenz und SHG.
    Ich akzeptiere dies aber eh schon aus innerer Einsicht mir nicht mehr schaden und anderen helfen zu wollen.
    Scham bzgl. der Alkoholabhängigkeit ist bestenfalls für die unter Alkohol angerichteten "Missetaten" angebracht und erforderlich.
    Da hat der "Alkoholiker" im allgemeinen Sprachgebrauch mehr auf dem Kerbholz als der "Alkoholabhängige".
    Ich rede daher lieber von "Alkoholabhängigkeit", da es die Sache sachlich und wertneutraler darstellt. Die "Alkoholabhängigkeit" ist - soweit rechtzeitig erkannt und adäquat behandelt - auch nicht schlimmer als eine "Nikotinabhängigkeit", "Essucht", oder oder oder ...

    LG Jürgen

    Hallo c2 ...

    Zitat

    Denn sonst könnte noch der Verdacht aufkommen, dass es sich teilweise um Selbstdiagnosen handelt. Und das wäre ja wirklich abwegig, unverantwortlich und gefährlich, nicht wahr?

    also die Alkoholabhängigkeit war bei mir definitiv "eine Selbstdiagnose", da keine körperlichen Schäden offensichtlich und keine körperliche Abhängigkeit vorhanden war. Ohne eigene Einsicht hätte dies also niemand diagnostizieren können und diagnostiziert. Der Arzt und die Suchtberatung sind aber meiner Selbstdiagnose gefolgt und haben dann "Alkoholabhängigkeit" auf den Krankenschein etc. für die Rentenversicherung geschrieben.
    Ich schäme mich dafür nicht mehr als für meine "Chipstütenleereßsucht".
    Hat mir manches vereinfacht.
    Primärdiagnose war Depression.

    LG Jürgen

    Hallo Erik,

    das sind ja mal gute Nachrichten nach so langer Zeit der Nichtmeldung.
    Ich möchte Dir zusätzlich empfehlen, Dich regelmäßig - also z.B. 1x die Woche - mit dem Thema Deiner Abhängigkeit und Erhaltung der Abstinenz hier im Forum oder in einer Live-SHG zu beschäftigen.

    Mag zwar anstrengend klingen - falls Du das bisher nicht tatest - aber auch bei der Erhaltung der Abstinenz gilt: von nix kommt nix.

    LG Jürgen

    Hallo dorothea,

    mit dem "Revierverhalten" von Frauen kenne ich mich naturgemäß nicht so aus.
    Da ich die Menschheit als Teil der Schöpfung insgesamt betrachte, wäre es für mich absurd, anzunehmen,
    daß das in Tierrudeln zu beobachtende "Revierverhalten" in Rudeln von Menschen nicht auftritt.

    Ich - als Mensch - kann das reflektieren ( immerhin ) und wenn ich es bei mir bemerke ggf. gegensteuern.


    LG Jürgen