Beiträge von juergenbausf

    Hallo carmelita,

    bei Auswärtsparys mit Deinem Mann halte ich nur 2 Regeln für wichtig.

    1. Wenn Du gehen möchtest, sollte er immer ohne lange Diskussionen mit Dir an einem Strang ziehen.
    Oder Du kannst getrennt fahren und er nimmt ein Taxi.

    2. Dafür ist es sinnvoll, daß er auswärts in Deiner Gegenwart maßvoll trinkt, denn (stark) Betrunkene fangen sonst gern mal die Diskussion an.

    Ihr packt das.

    LG Jürgen

    Hallo carmelita,

    da haben wir uns sicher fehlverstanden.
    Ich meinte, keine alkoholischen Partys bei Euch.
    Woanders kann Du ja jederzeit entscheiden, ob Du (mit) hingehst oder frühzeitig gehst.
    Das solltest Du aber im Vorfeld mit Deinem Mann klären.
    Entweder getrennt hinfahren oder wenn Du sagst Feiderabend, dann Feiderabend ( für Dich oder beide ) .

    LG Jürgen

    Hallo carmelita,

    ich habe mich auch sehr über den Beitrag von pink-lady für dich gefreut, denn das zeigt doch,
    dass es geht und du auf Deinem Weg mit Konsequenz auch etwas erreichen wirst.

    Zwei Dinge stimmen mich noch nachdenklich, Du schriebest:

    Zitat

    Trotzdem werde ich einige Sachen fordern mussen und das mit Konsequenz (Alkfreies Zuhause, keine Abstürze mehr unter meinem Dach usw...)

    Zitat

    Ich habe ihm klar gemacht, dass es nun eben am Anfang der Fall sein wird und ich von Fall zu Fall entscheiden werde, ob ich mir das antue oder nicht.

    1. Bei einem alkfreien Zuhause kann es gar keine Abstürze unter Deinem Dach geben. Klares Indiz, daß Du das alkfreie Zuhause nicht konsequent genug einplanst und einforderst.

    2. Ich kann Dir nur dringend davon abraten, von Fall zu Fall über Grundlagen Deiner Abstinenz zu entscheiden.
    Lege die Spielregeln für mindestens 1 Jahr unverrückbar fest. Halte Dich ohne wenn und aber daran.
    Dann, frühestens nach einem Jahr, denke nüchtern und bei vollem Verstand darüber nach, ob Du die Spielregeln wieder ändern/aufweichen möchtest.

    Ich wünsche Dir viel Erfolg, Biss und Durchhaltevermögen.
    Es geht um Dein Leben und Deine Zukunft.

    LG Jürgen

    Hallo claro,

    Zitat

    Mein Handy bleibt tagsueber zu Hause.
    Die vielen Anrufe machen mich nur unruhig, ich luege, vertroeste, verpreche Dinge, die sowieso nicht gehen.

    ich nehme an, dabei geht es auch oder gerade um finanzielle Verpflichtungen.
    Ich telefoniere niemals mit Gläubigern.
    Schriftlich läßt sich alles in Konzentration und Ruhe regeln und ich kann genau die Dinge zusagen, die ich auch einhalten kann.
    So schone ich meine und die Nerven der Gläubiger.
    Ich habe mich allerdings immer aktiv um die Regelung meiner Zahlungsverpflichtungen gekümmert - auch als ich noch trank -
    und so hat jeder sein Geld bekommen - ggf. eben in langjährigen Raten.

    LG Jürgen

    Hallo carmelita,

    schon gestern, als ich im Bett lag, dachte ich ich war vielleicht etwas zu hart zu Dir.

    Am Anfang Deiner Abstinenz ( mind. 6-12 Monate ) ist für andere Dein Handeln wichtiger als Dein Reden.

    Insgesamt scheint es mir wichtig, daß Du Dich bzgl. Deiner Abstinenz mit Deinem Mann besser abstimmst bzw. Dich da durchsetzt.
    Die feuchtfröhlichen Abende werden mit Dir so nicht mehr stattfinden können - so Du Deine Abstinenz ernst nimmst.
    Wenn Deinem Mann seine "Geselligkeit" ( = Saufen ) wichtiger ist als Deine Abstinenz, wirst Du handeln müssen.

    Ich habe seinerzeit eine 16-wöchige Langzeittherapie gemacht und damit einer deutliche Zäsur auch nach außen hin erkennen lassen.
    Dies habe ich auch weitgehend allein durchgezogen, ich wollte das selbst regeln.
    Ich hatte allerdings keine Partnerin "am Bein", die mich behindert hätte.

    LG Jürgen

    Hallo carmelita,

    mach diesesmal einfach ernst, dann werden Deine Angehörigen Dich auch ernst nehmen.
    Es ist nicht wichtig, was sie am Anfang dazu sagen.
    Im Grunde können sie es ja nur besser finden, wenn Du nicht mehr trinkst.
    Wo bitte soll also "die große Neuigkeit" sein ?

    Zitat

    Sie sollen ja wissen, dass es eine Krankheit ist und nichts damit zu tun hat, dass ich einfach nur ein schlechter oder schwacher Mensch bin.

    Mit der Einstellung wirst Du nicht weit kommen, es sei denn Du verhälst Dich für alle Zeit danach.
    Wenn es denn eine Krankheit ist, begib Dich in die beste ärztliche Behandlung, zeige Selbstverantwortung und lebe abstinent.
    Ich würde niemals einen Rückfall mit "der Krankheit" begründen.
    Es ist mein freier Wille zu trinken oder nicht zu trinken.
    "Die Krankheit" liegt lediglich darin, daß ich wenn ich trinke über das gesunde Maß hinaus trinke.

    LG Jürgen

    Hallo prinzessin,

    ich freue mich sehr für Dich, daß Du hier etwas mehr angekommen bist.
    Der Ton hier mag manchmal "etwas rüder" sein als in anderen Foren, dafür ist aber auch eine klare Linie drin,
    was meines Erachtens fürs abstinent bleiben sehr wichtig und am zielführendsten ist.
    Abstinent werden ist nämlich nicht schwer, abstinent bleiben ist die eigentliche Aufgabe, der es sich zu stellen gilt.
    Du kannst das auch schaffen und wirst hier alle erdenkliche Unterstützung bekommen, solange Du das abstinent bleiben
    an Priorität 1 in Deinem Leben setzt.

    LG Jürgen

    Hallo prinzessin,

    ich denke, es ist eine gute Übung, auszuhalten, daß andere Menschen auch mal "das Falsche" über Dich denken.
    Ich habe mir angewöhnt, Dinge, die auf mich nicht zutreffen, einfach nicht so ernst zu nehmen und einfach nicht sofort zu kommentieren.
    Mir ist es in den ersten 2 Jahren meiner Abstinenz desöfteren passiert, daß andere Menschen mich in eine "andere Schublade" packten
    als die in der ich mich sah.
    Auch das ist der Preis des offenen Umgangs mit dem Thema Alkoholabhängigkeit.

    LG Jürgen

    Hallo pink-lady,

    Zitat

    Seit 1 Jahre lese ich nun in diesem Forum und ich halte mir immer wieder vor Augen, wieviele Neulinge etliche Threads schreiben, sich verteidigen, keine Kritik hören möchten, um dann in der Versenkung zu verschwinden. Für mich erscheckend.

    das ist der Normalfall - aus welchen Gründen auch immer.

    Ich rege mich daher nicht unnötig über "spezielle Wege" der Abstinenz auf,
    denn letztlich wird die Zeit zeigen, ob es erfolgreich ist.
    Ich sitze hier warm und trocken und das ist die Hauptsache.
    Ich kann nur meine Meinung abgeben - so schonend und doch klar wie nötig.
    Ich kann nur meinen Weg beschreiben und darlegen, wo bei mir mögliche Stolpersteine lagen.

    LG Jürgen

    Hallo prinzessin,

    Zitat

    Wie ihr alle richtig sagts, an jeder Ecke lauert "die Gefahr" und ich bin keine gute Läuferin - ich will mich lieber stellen. Ich bin zu wütend auf den Alk und was er mit mir hat machen können, als dass ich ihm ausweiche. Ich stell mich vor ihm hin und sage "NEIN"! Mit mir nicht mehr! Du kannst mich mal!

    der Alk hat gar nichts gemacht, Du hast ihn mißbräuchlich eingesetzt.
    Gäbe es keinen Alk hätte es auch Dope sein können ...


    Zitat

    Der Alk ist für mich ein Teufel und ich will und werde ihm die Stirn bieten.

    ich halte das für Nonsens. Der "Teufel" ist in Dir, der der den Alkohol mißbrauchen möchte.
    Du wirst mit ihm Deinen Frieden schließen müssen. Nix Hass und so weiter.


    LG Jürgen

    Hallo anonymous,

    insgesamt kommt bei Deinen Ausführungen rüber, daß Du im Moment noch nicht bereit bist, den Alkohol endgültig stehen zu lassen.
    Das ist wohl das, was in kurzen Worten mit "erstmal austrinken lassen" gemeint war.
    Ich habe dies seinerzeit auch nicht als böse oder verletzend, sondern als realistisch empfunden,
    denn letztlich ging es mir bei meinen beiden mehrmonatigen Trinkpausen nach den Rückfällen genau so:
    Ich musste seinerzeit monatelang wieder trinken, bis die nächste "Katastrophe" eintrat.

    Ich wünsche Dir, daß Du es zur Suchtberatung schaffst und dort verbindliche Abmachungen treffen kannst.

    LG Jürgen

    Hallo anonymous,

    ich denke, der Schlüssel liegt in den beiden Wörtchen: Ohne nachzudenken.
    Ich würde Dir empfehlen, ggf. ohne Termin oder einer Suchtberatung oder SHG zu gehen und
    dann sofort und ohne nachzudenken das zu machen, was ihr in dem gemeinsamen Gespräch für richtig, logisch und sinnvoll erachtet.

    LG Jürgen

    Hallo anonymous,

    Zitat

    Verstehe ich nun nicht wieso ich mich sofort in Behandlung begeben sollte?
    Mir geht es gut - habe keine Entzugserscheinungen, keine Probleme ohne Alkohol weiter zu Leben

    ich kann die Antwort verstehen, meine eigene Erfahrung mit zwei Rückfällen nach mehrmonatigen Trinkpausen zeigt allerdings eine ganz andere Entwicklung. Ich war auch nur psychisch vom Alkohol abhängig und hatte keine Entzugserscheinungen.

    Ich geriet jeweils für mehrere Monate wieder in "die Fänge des Alkohols" und es benötigte jeweils eine "Katastrophe" um wieder aufzuhören.
    Insoweit war mein Tip: "Begib Dich in Behandlung" durchaus ernst gemeint.
    Das kann eine Suchtberatung sein, ein Gespräch mit dem Arzt, der Dich schon mal wegen Alkoholabhängigkeit behandelt hat und natürlich helfen Gespräche in SHG und Forum auch.

    Vielleicht gibst Du uns auch einen Tip, wie wir Dir sonst ganz konkret helfen können ?

    LG Jürgen

    Hallo,

    ich finde es jetzt schwierig, anonymous... einen ganz konkreten praktischen Tip zu geben.
    Der beste Tip ist: Begib Dich sofort in ärztliche Behandlung. Ohne nachzudenken.

    Wenn ich über meine zwei mehrmonatigen Trinkpausen vor einigen Jahren nachdenke, so brauchte es damals einige Monate, um mich "wieder zu sammeln" und einen neuen Anlauf zu nehmen.
    Dummerweise brauchte es auch jeweils eine neue "Katastrophe", um die Gefährlichkeit meines Alkoholkonsums einzusehen.

    LG Jürgen

    Hallo nyana,

    es gibt immer wieder schöne Worte für einfache Dinge.
    Abstinent leben - kein Suchtmittel konsumieren.

    Ich kam irgendwann an den Punkt, daß ich bereit war ALLES in Frage
    zu stellen und ALLES zu tun, damit ich die Finger vom Alkohol lasse.
    Ich lebe seitdem abstinent, ich hoffe es bleibt so und ich tue einiges dafür.

    Worte wie "trocken", "nüchtern", "Trinkpause", "Kapitulation", "Tiefpunkt" usw. dienen oft nur als "Gehhilfen" für Alkoholiker.
    Viele Dinge davon sind vieldeutig und können oft erst im Rückblick bewertet werden.

    Ich z.B. halte nichts davon, jemandem der nach mehreren Jahren Abstinenz rückfällig wird im Nachhinein mangelnde Trockenheit, keine Kapitulation, keinen Tiefpunkt usw. "zu bescheinigen".
    Ich weiß nämlich, daß jemand der heute so über andere redet und sich selbst als trocken, nüchtern, erleuchtet usw. sieht nach dem ersten Wiedergenuß seines Suchtmittels in der genau gleichen Lage sein wird.

    LG Jürgen

    Hallo Georg,

    Zitat

    Inzwischen fühle ich mich so gefestigt, dass mich auch ein Rückfall nicht mehr von meinem Weg abbringen wird. Auch ich liebe dieses schon erwähnte Lied der Toten Hosen "Steh auf, wenn du am Boden liegst..." Denn es ist keine Schande zu fallen. Und wenn man sieben Mal fällt, muss man halt achtmal wieder aufstehen.

    in dem unterstrichenen Teil Deines Beitrages liegt der gedankliche Fehler.

    Kein Alkoholiker der Welt kann sagen, was passieren wird wenn er wieder trinkt.
    Es ist unvorhersagbar, was dann passiert.
    Es ist unvorhersagbar, wie lange das Aufstehen dauert und ob es gelingt.
    Ein Bekannter sagte mal: "Ich hatte nur einen Rückfall, aber der dauerte 18 Jahre".

    LG Jürgen

    Hallo c2...,

    Zitat

    Darauf läuft's hinaus, denn die Ratten sind nicht mehr "trocken", sondern von ihrer Sucht(!) geheilt. Bezogen auf Alkohol: Vor Leberzirrhose, Korsakow-Syndrom und Tod sind sie natürlich nicht geschützt!
    Ich gehe davon aus, dass die Suchtforschung sehr gut voran kommen wird, denn schließlich ziehen hier Markt (Absatz), Finanzminister(Steuern) und Krankenkassen (Kosten durch Suchtkrankheit) an einem Strang.

    na wenn es denn heilt von Trunkenheitsfahrten mit/ohne Verletzten, Gewalt unter Alkohol, Depression durch Alkohol, sozialer Verwahrlosung, Kotzen, Einnässen, Mangelernährung usw...
    "Löschen" des Suchtdrucks (wenn vorhanden) dürfte ja noch einen Sinn machen,
    Löschen des Gedächtnisses dürfte das "Spiel" nur von vorn beginnen lassen - bis zur nächsten Löschung.
    Und das wollen wir doch alle nicht, oder ???
    Ich halte eh nichts davon, rückwarts zu denken.
    Ich nehme keine Drogen mehr ein.

    LG Jürgen

    Hallo kolibri,

    Zitat

    ausserdem bleiben einige mindestens 5 tage bei uns, da wurde letztes jahr non stop gesoffen.
    ich weiss nicht was ich machen soll. die ganze zeit hat mich alkohol gar nicht mehr so interessiert.
    ich kann mich doch nicht die ganze zeit verkruemeln, ich moechte doch auch zur familie gehoeren.

    ich beneide Dich nicht, ich würde das definitiv nicht mitmachen.
    Ich wünsche Dir, daß Du die Priorität auf Deine Abstinenz und nicht auf die "Familienfeier" legen kannst,
    was auch immer das dann für Dich im einzelnen bedeutet.

    LG Jürgen