Beiträge von juergenbausf

    Hallo c2... ,

    ich sehe es ganz einfach:
    Da ich nicht mehr trinke, benötige ich keine wissenschaftliche Erklärung, warum ich trank.
    Ich erkenne aber an, daß Du Dich gern intensiv mit den Dingen beschäftigst.
    Ich weiß nicht, ob es Dir beim Nichttrinken nütze sein wird.

    Sich hier auszutauschen ist aber schon einmal ein Schritt zu einem positiven Lebensgefühl,
    denn Du kannst anderen viel geben und ( so Du willst ) lernen, wie andere Menschen "ticken".

    LG Jürgen

    Hallo Linde,

    wenn es diesen Titel braucht, um einige Co-Abhängige hier aufzurütteln, dann soll es gut so sein.
    Ich habe da meine Zweifel, aber das eigene Leben in die Hand nehmen können eh immer nur die Betroffenen.

    LG Jürgen

    Hallo c2... ,

    die Erkenntnis, daß ich nicht mehr trinken will, und die schlichte Akzeptanz, Alkoholiker zu sein, haben mich am weitesten gebracht.
    Einfach abstinent leben und Priorität 1 drauf legen, daß es so bleibt.
    Ich lese auch viel, aber die Wissenschaft und die Statistik sind was für die Tribüne.
    Ich stehe an der Seitenline des Spielfeldes.

    LG Jürgen

    Hallo,

    ich hätte da jetzt doch mehr auf echte Erfahrungsberichte gehofft.

    Ich hab ja nichts dagegen, wenn mir jetzt einer aus seinem Leben erzählt:

    " Als ich nach 3 Jahren wieder eine Partnerin suchte war das zu früh und ich vergaß alles was ich die 3 Jahre vorher gedacht habe ... usw ..."

    Oder: "Seit ich mit 45 durch Suff berentet bin, führe ich ein schönes zufriedenes Leben, einen Job oder eine Partnerin brauchte ich nie wieder, ich hab ja meine SHG ..."

    oder: " Ich war so kaputt, ich brauchte für das eigentliche Geschäft der Genesung 15 Jahre - mehr war bisher nicht drin."

    oder, oder, oder ...

    LG Jürgen

    P.S.: Ich benötige keine Tips, wie ich jemanden kennenlernen kann.
    Und - ich kann über die bisherigen Antworten durchaus auch lachen.

    Hallo samsu,

    ich kenne die Situation selbst, da ich mich gerade in einer ähnlichen befinde.
    Alleinstehend seit einem Jahr, am Stadtrand wohnend, recht ländlich und einsam hier, insbesondere im Winter.
    Ich spielte gerade die letzten Tage mit dem Gedanken, einen "Fred" mit dem Titel "Hunger auf Leben" zu starten.
    Ich merke mehr und mehr, daß es mir hier zu einsam wird und hier sicher keine Frau abends an meiner Tür klopfen wird.
    Daher orientiere ich mich seit einiger Zeit wieder mehr Richtung Stadt.
    Neben dem Sport ( alktechnisch harmlos ) gehe ich mittlerweile auch ab und an freitags nach der Selbsthilfegruppe "auf den Swutsch".
    Ich suche mir dann eine Location mit Live-Musik und fahre eher allein dorthin oder mit anderen Leuten, die nicht trinken, denn ich hätte keine Ambitionen noch den Fahrer für angetrunkene Freunde zu spielen.
    Ich muß allerdings einräumen, daß ich nie ein Gesellschaftstrinker oder Kneipentrinker war und insoweit die Rückfallgefahr durch die "Ansicht" trinkender Menschen für mich persönlich geringer ist als für einen ehemaligen Kneipentrinker.
    Ich bin nun seit mehreren Jahren stabil abstinent und kann dies für mich persönlich schon einschätzen.
    Ich möchte ausdrücklich frisch abstinenten Alkoholikern davon abraten, in den ersten 12-24 Monaten sich zu undosiert "ins Nachtleben zu stürzen".

    Dennoch wollte ich genau Deine Frage auch mal zur Diskussion stellen an andere, die in ähnlicher Situation sind oder waren.
    Wie seid Ihr neben der Arbeit an der Abstinenz "zurück ins Leben" gekommen ? ( Arbeit, Freundeskreis, Beziehung )

    LG Jürgen

    Hallo,

    wenn es hilft, Alkoholkonsum in der Gesellschaft etwas mehr zu "stigmatisieren", dann soll es gut sein.
    Rauchen z.b. ist ja in den letzten 10-20 Jahren wesentlich "verpönter" geworden.
    So mindestens mein Gefühl, ich habe nie geraucht und kann das vielleicht dadurch ganz gut beobachten.
    Es ist heute durchaus in, nicht zu rauchen.
    Ich würde mir wünschen, das wäre beim Saufen auch irgendwann so, denn
    dann würden viele von vornherein gar nicht anfangen, Alkohol zu konsumieren.

    Saufen ist im Grunde genauso sinnlos wie Rauchen.

    LG Jürgen

    Hallo Georg,

    Zitat

    Ich gehe wöchentlich zum Meeting der Anynomen Alkoholiker (bin dort sogar zum Sprecher gewählt worden), lese und schreibe inzwischen stundenlang hier in diesem LEBENswichtigen Forum und habe heute Morgen den Antrag für eine ambulante Therapie ausgefüllt. Vielleicht versteckt sich meine Ernsthaftigkeit gelegentlich unter dem Deckmantel der Flapsigkeit - aber sie ist omnipräsent.

    huch, zum Sprecher gewählt - und das mit einer 17-tägigen Abstinenz innerhalb eines Jahres ohne nennenswerten Abstinenzerfolg ?
    Schon mal drüber nachgedacht, ob Ihr das dort alle nicht ernst genug nehmt ?

    LG Jürgen

    Hallo tom,

    die Sache mit dem "unechten" Alkoholiker kenne ich auch.
    Umso besser, ich habe auch nicht die Absicht ein "echter Alkoholiker" zu werden.
    Wie ich oder andere das Ganze nennen, ist sowieso recht egal, für mich ist entscheidend: Ich bin raus aus diesem "Spiel".

    LG Jürgen

    Hallo Georg,

    Zitat

    ich werde heute wieder zu meinem AA-Meeting schreiten und das zweite Mal in Folge verkünden: "Hab seit dem letzten Meeting nix getrunken".

    das finde ich gut. Bleib einfach dabei, gehe einmal die Woche zum Meeting und verkünde "die frohe Botschaft".
    Mich haben diverse SHGs in den vergangenen Jahren im Umgang mit Menschen sehr voran gebracht und abstinent geblieben bin ich natürlich auch.

    LG Jürgen

    Hallo Georg,

    Zitat

    Kürzlich hörte ich den Spruch:
    "Wen Gott liebt, den lässt er Alki werden."
    Zugegeben, etwas provokant. Ich hätte gut drauf verzichten können. Aber ein Körnchen Wahrheit könnte dabei sein...

    aha ??? Ganz "wilde" These aus einschlägigen Kreisen vermutlich.

    "Wen Gott liebt, den läßt er kennen, daß er Alki geworden ist und danach handeln ..." würde noch einen Sinn machen ...
    Die Mehrzahl aller Alkis stirbt ohne diese tiefere Einsicht - woran auch immer - und mit wem auch immer - Gott oder Teufel.

    LG Jürgen

    Hallo flower,

    ich persönlich kann es auch nicht verstehen, obwohl ich zumindest den Weg in diese Richtung kenne.
    Ich konnte aufhören, bevor ich mir und anderen wesentlich schadete.
    Ich bewerte es insgesamt als einen Teufelskreis aus Suchtmittelabhängigkeit und Depressionen.
    Ich denke, es ist ein "Selbstmord auf Raten".
    Ein fortgeschrittener Alkoholiker siehst gar keinen Sinn mehr im Leben.

    LG Jürgen

    Hallo miezekatze,

    ich stelle immer wieder fest, daß mein Bedauern der Situation von Co-Abhängigen begrenzt ist.
    Wo mein Bedauern endet, ist vermutlich der nächste "A...tritt" seitens des Süchtigen nicht weit.
    Für mein Empfinden rennst Du immer wieder hin, um ihn Dir abzuholen.
    Das dürfte Deine "Krankheit" sein.


    LG Jürgen

    Hallo,

    ich kann es leider nur "mantraartig" immer wiederholen.
    Ich würde einem Alkoholiker frühestens seine "Trockenheit" abnehmen, wenn er sich mindestens 1 Jahr aus eigenem Antrieb
    erkennbar und nachvollziehbar mit Priorität 1 um seine Abstinenz und seine Persönlichkeitsentwicklung kümmert.

    LG Jürgen

    Hallo miezekatze,

    die Allgemeinheit kann mit "trockener Alkoholiker" im allgemeinen mehr anfangen als mit "abstinenter Alkoholiker".
    Das dürfte aus meiner Sicht auch schon alles sein.
    Natürlich ist die Rückfallgefahr innerhalb der ersten 1-3 Jahre recht hoch
    und insoweit nehme ich Leute, die sich "trockener Alkoholiker" nennen erst nach 1-3 Jahren Abstinenz und entsprechendem Verhalten "ernst".

    Insgesamt sehe ich persönlich in den Begriffen "trocken", "nüchtern" , "halbtrocken", "mit der Faust in der Tasche trocken", etc. eine Überbewertung der Krankheit Alkoholismus, denn beim Raucher spricht man ja auch nur vom Raucher und Nichtraucher, obwohl Nikotinsucht genau wie Alkoholsucht eine gefährliche Erkrankung ist.
    Es unterscheiden sich lediglich die sozialen Folgen der Sucht.

    Ich lebe abstinent und habe nicht vor, wieder zu trinken.
    Das ist meine Priorität 1 im Leben.
    Ob ich "trocken" bin, überlasse ich dem Urteil anderer, mir reicht meine Abstinenz und persönliche Weiterentwicklung völlig aus.

    LG Jürgen