Beiträge von juergenbausf

    anonymous999 ,

    sobald ich einige Zeit nicht mehr trank, erschloss sich mir noch mehr die Sinnlosigkeit dieser "Feiern".
    In aller Regel wird nur ein Grund für ein Besäufnis gesucht, Inhalte bleiben auf der Strecke,
    es werden verzweifelt "Kurze" ausgeschenkt, um die "Stimmung" zu heben.
    Ganz davon abgesehen, daß ich nie der extreme Partytrinker war - aber nun erscheint es noch grotesker.

    LG Jürgen
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    Meine Meinung. Keine Suchtberatung.

    @all,

    dazu kann ich nur den "Slapstick" erzählen, daß in der Klinik, in der ich Langzeittherapie gemacht habe,
    im Sportbereich für die Geräte ein Desinfektionsmittel mit Alkohol verwendet werden sollte.
    Meine Nachfrage in der Verwaltung, ob daß nicht im Interesse der Alkoholiker zu ändern wäre, wurde negativ beschieden.
    Seitdem habe ich das Desinfizieren der Geräte eben der Putzfrau überlassen und dem nachfolgenden Nutzer ggf. eine Bakterie mehr.
    Das dazu - wie "ernst" selbst in Kliniken das Thema gesehen wird.

    LG Jürgen
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    Meine Meinung. Keine Suchtberatung.

    zerfreila ,

    ich halte es für zielführender und erfolgversprechender sich nur
    1-mal auf den Weg in die Abstinenz zu machen. Und dann eben richtig.
    Und eben erst dann wenn der Trinker wirklich die Schnauze voll hat und bereit ist, Alles für seine Abstinenz hintenanzustellen.
    19 "Fehlversuche" schwächen nur die eigene Zuversicht, es überhaupt schaffen zu können und sind daher eher kontraproduktiv.

    LG Jürgen
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    Meine Meinung. Keine Suchtberatung.

    @hannes,

    wenn Du nicht bereit bist, ALLES für Deine Abstinenz zu tun, fang erst gar nicht an.
    Es gibt aus meiner Sicht nur einen möglichen Weg, dauerhaft abstinent zu bleiben.
    Das ist das Bekenntnis, ein Alkoholiker zu sein, ohne "Wenn und Aber".
    Schlag Dir die eigenen Vorurteile über Alkoholiker aus dem Kopf, denn die machen Dir die Offenheit schwer.


    LG Jürgen
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    Meine Meinung. Keine Suchtberatung.

    Poster ,

    ich kenn diese Problematik mit dem wer oder was bin ich.
    Ich bin bis heute der Meinung, daß nur der Alkoholiker selbst die Diagnose Alkoholismus stellen kann.
    Denn nur diese Einsicht hilft, auf Dauer abstinent zu bleiben.
    Auch nur der Trinker selbst kann wissen wieviel und warum er trinkt.
    Ich bin allerdings auch der Meinung, daß mir persönlich die Selbstverantwortung und Verantwortung für andere am besten hilft.
    Insoweit hatte und habe ich nach wie vor ein Problem mit der Auffassung von Alkoholismus als Krankheit, die nur der liebe Gott oder eine höhere Macht nehmen kann.
    Ich sehe Alkholismus wie jede andere Suchtkrankheit auch ( Nikotinsucht, Essucht, Spielsucht, etc. )
    Wer nur das Suchtmittel austauscht, wird vielleicht sein Leben vorm Alkoholtod retten, aber kein besseres unabhängiges Leben führen.
    Und an Nikotinfolgen oder Fettsucht zu verrecken ist in keiner Weise besser oder intelligenter als am Suff zu sterben.

    LG Jürgen
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    Meine Meinung. Keine Suchtberatung.

    Eric ,

    ich kenne "Rückfallgedanken" bei unangenehmen Gefühlszuständen ( körperlicher Schmerz, seelischer Schmerz, Angst ( Panikattacken ) )
    sehr gut und kann Deine Situation einigermaßen nachvollziehen.

    Es ist auch relativ normal, daß mir solche Gedanken kommen, denn schließlich habe ich 8-10 Jahre in solchen Situationen zur Flasche gegriffen.
    Es ist also damit zu rechnen, daß ich eine ähnliche Zeit ( und damit eine gewisse Anzahl solcher Situationen mit einer anderen Handlungsweise )
    überstehen muß, bis solche Gedanken nicht mehr auftreten.

    Ich verkneife mir heute nach Möglichkeit die Euphorie über geleistete Abstinenz und verkneife mir, in Depressionen so tief hinabzutauchen wie früher.
    Die Dinge sollen normaler für mich werden, mein Leben ausgeglichener.

    Dazu ist es für mich z.B. erforderlich sich jeden Tag etwas vorzunehmen, das mein Umfeld ( Wohnung, Garten, Beziehung zu anderen Menschen )
    positiv verändert / angenehmer / schöner gestaltet.
    Es kann auch nur mal eine halbe Stunde sein - dennoch - so sehe ich mittlerweile jeden Tag den positiven Fortschritt in meinem Leben.

    Und - nobody is perfect - ich muß nicht jeden Tag alles richtig machen oder Bäume ausreißen.

    LG Jürgen
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    Meine Meinung. Keine Suchtberatung.

    Poster ,

    in aller Regel "darf" ich mir das Geschreibsel der AA von vor 75 Jahren in meine Sprache übersetzen.
    Als Agnostiker haben da viele angebliche Zusammenhänge zwischen Abstinenz und höherer Macht, Gott, etc. bei mir nicht so den Platz.

    "Kapitulieren" kann nur der aktive Trinker.
    Ich würde es als Einsicht, Wendepunkt, ggf. Tiefpunkt bezeichnen.
    Ein Alkoholiker a.D. geht dem Alkohol einfach aus dem Weg.


    LG Jürgen
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    Meine Meinung. Keine Suchtberatung.

    Eric ,

    ich lese Deine Texte gerne, weil sie ehrlich sind und von Kreativität zeugen.
    Ich denke, allein dies "zu Papier" zu bringen wird Dir Erleichterung und Zufriedenheit und Anerkennung derer bringen, die das Leben nicht nur "rosa" sehen (wollen) .

    Ich verbinde Abstinenz überhaupt nicht mit den anderen Problemen des Lebens. Sie hat nämlich rein gar nichts damit zu tun.
    Abstinenz löst keine Probleme, sie befähigt mich zur Lösung von Problemen.
    Das dauert naturgemäß einige Zeit. Ich denke da in Jahren.

    Das Wort trocken sagt mir im Zusammenhang mit Sucht rein gar nichts, abstinent drückt es klar genug aus.
    Keine Einnahme eines "abgelegten" Suchtmittels. Keine Kompromisse. 100 % .

    Von trockenen alten Eichen lese ich gern und "pinkel" gern mal dagegen - auch die brauchen Wasser zum Leben - ich bin halt ne "alte Sau".

    LG Jürgen
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    Meine Meinung. Keine Suchtberatung.

    viktoria,

    Zitat

    es war ein fehler, aber ich bin auch ein bissjen stolz auf mich dass ich freitag nicht wieder direkt zur flasche griff und es so als ausrutscher sehen kann.

    Ich würde solch einen massiven Rückfall nicht als "Ausrutscher" ansehen.
    Dringende Änderung der Pioritäten, Überheblichkeit über Bord werfen.

    LG Jürgen
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    Meine Meinung. Keine Suchtberatung.

    Poster ,

    ich habe ein Problem anderen etwas zu "mißgönnen", was ich 30 Jahre lang mehr oder wenig intensiv getan habe - Alkohol trinken.
    Ich schalte einfach den Fernseher ab.
    Kinder und Jugendliche sollten besser geschützt werden, Kampagnen wie "Kenn Dein Limit" finde ich ganz anschaulich und ansprechend.
    Ansonsten muß wohl jeder zum Brunnen gehen, bis er bricht.

    LG Jürgen
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    Meine Meinung. Keine Suchtberatung.

    @spedi, @all,

    die Metamorphose von der Sau zur alten Eiche ist mir in etwa so
    rätselhaft wie die Metamorphose vom abstinenten zum trockenen Alkoholiker.
    Vielleichts ists ja doch nur ne alte Sau, die denkt sie wär ne Eiche ???

    LG Jürgen
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    Meine Meinung. Keine Suchtberatung.

    @spedi,

    danke für das Bild "der alten Eiche".
    Wenn ich das mal aufgreife und verwende so habe ich desöfteren
    in diesem Forum den Eindruck, daß sich "die alte Eiche an der Sau" reibt.
    Ein Verhalten, von dem ich mich auch nicht ganz frei sprechen kann.
    Ich bemühe mich aber, auf die Sau zu warten, denn es könnte ja auch sein sie läuft vorbei - an der alten Eiche.

    LG Jürgen
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    Meine Meinung. Keine Suchtberatung.

    @all,

    ich kann sehr empfehlen, das Vier-Seiten-Modell von F. Schulz von Thun mal zu studieren.
    Dann wird manch einer besser verstehen was auch hier des öfteren passiert.
    Dieses Kommunikationsmodell hat 4 verschiedene Ebenen.
    Durch eine völlig sinnfreie Information auf der Sachebene z.B. kann ich am besten die Beziehungsebene zu einem Menschen abtesten.

    LG Jürgen
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    Meine Meinung. Keine Suchtberatung.

    @uwe,

    ich würde mich bestenfalls fragen, warum springe ich darauf an?
    Wenn ich denn darauf "anspringe".
    Wenn ich niemanden hier verletzt habe, werde ich eher nicht auf Vorwürfe an meine Person reagieren.
    Bei sowas habe ich nämlich in aller Regel nur eine "Stellvertreterrolle".
    Ich denke nicht daran, stellvertretend für andere hier "Haue" einzustecken.

    LG Jürgen
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    Meine Meinung. Keine Suchtberatung.

    @all,

    übertragen auf die "Co-Abhängigkeit" stellt der abhängige Partner auch ganz physisch den "stofflichen Teil" der Sucht dar.
    Auch hier gilt es, räumliche Distanz zum "Suchtmittel" herzustellen, um Verhaltensrückfälle zu vermeiden.

    LG Jürgen
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    Meine Meinung. Keine Suchtberatung.

    @all,

    die "Stofflichkeit" einer Sucht (Entzugssysmptome) ist je nach Sucht in einigen Wochen bis einigen Monaten überwunden.
    Die "Stofflichkeit" bestimmt nach dem Entzug bestenfalls Maßnahmen zur räumlichen Distanz vom Suchtmittel, um die psychischen Entzugssymptome zu mildern oder zu vermeiden.

    Es mutet für mich merkwürdig an, davon zu reden, man habe ja "nur" eine nichtstoffliche Sucht.
    Jede Sucht muss zum sehr überwiegenden Teil im Kopf "behandelt" werden, um abstinent zu bleiben und keine "Verhaltensrückfälle" zu erleiden.

    LG Jürgen
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    Meine Meinung. Keine Suchtberatung.

    @marco,

    ich habe diesen Geburtstag allein "begangen".
    Ich würde niemals auf die Idee kommen, dies mit anderen Personen zu "feiern". Ich bin nicht für andere Menschen abstinent - nur für mich.
    Ich spreche in der SHG oder im Forum vielleicht darüber, daß ich ein weiteres Jahr abstinent gelebt habe und akzeptiere dann gern Glückwünsche.
    Eine Party werde ich dafür sicher niemals ausrichten.
    So wichtig isser nun auch nicht, dieser einzelne Tag.

    In diesem Sinne : Herzlichen Glückwunsch ! und Gut !

    LG Jürgen
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    Meine Meinung. Keine Suchtberatung.

    @Karsten,

    so (extrem) meinte ich das gar nicht.
    Ich kümmere mich um meine Sucht, indem ich das Suchtmittel meide
    und mich in eine SHG und dieses Forum hier begebe.
    Dabei ist mir natürlich der Rat und die Meinung anderer Betroffener wichtig, sonst könnte ich ja auch Selbstgespräche führen.

    Was ich meinte, ist, daß jemand der meint ein Essproblem, ein Nikotinproblem, ein Internetproblem zu haben, sich halt entsprechende in ärztliche Behandlung, Therapie oder Selbsthilfegruppen begeben sollte.


    LG Jürgen

    @Karsten,

    ich glaub, ich schriebs mal an anderer Stelle, ich halte locker 40% unserer Gesellschaft ( Erwachsene ) für an irgendeiner Sucht leidend.
    Alkoholsucht, Essucht, Magersucht, Nikotinsucht, Co-Abhängigkeit, Spielsucht, Internetsucht, Arbeitssucht, etc ...

    Es hat ein jeder ein Recht darauf. Er darf so leben. Muss aber nicht.
    Es möge sich jeder um seine eigene Sucht und die passende Therapie kümmern.

    LG Jürgen
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    Meine Meinung. Keine Suchtberatung.

    Marie04 ,

    Zitat

    Aber nasse Alkoholiker machen oft alles und Jeden für ihre Sucht verantwortlich und begreifen oft jahrelang nicht dass nur sie selber etwas ändern können.

    ich denke, das passiert in aller Regel dann, wenn sie für Ihre Sucht von anderen ( z.B. dem Co-Alkoholiker ) angegriffen werden.
    Die begreifen es schon, die wollen oder können aber (noch) nicht aufhören. Deshalb suchen sie Ausreden, wenn sie angegriffen werden. Relativ menschlich.
    In den 8 Jahren, die ich mehr trank, hätte ich eine Frau, die mir Probleme deswegen macht, einfach stehen lassen.
    Ich brauchte ja niemanden, der mir "den A.... freihält". Deshalb brauchte ich auch keine Co.

    LG Jürgen
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    Meine Meinung. Keine Suchtberatung.