Beiträge von juergenbausf

    Guten Morgen @all,

    ich schreibe mal ein paar Worte zum Thema "zorny creatives".
    Ich habe irgendwann mal ein Schaubild gesehen, das Charaktere/Persönlichkeiten von Menschen in 4 Quadranten eines Kreises darstellte.
    Ich habe es leider nicht wiedergefunden, auch nicht via google.
    Ich fand mich damals im Quadrant "zorny creatives" wieder.
    Wie die anderen Quadranten hiessen weiss ich leider nicht mehr.
    Im Grunde war es so dargestellt, daß man die Grenze zu den anderen Quadranten seitlich nicht überschreiten kann, sondern sich nur über den Mittelpunkt des Kreises den anderen nähern kann.
    Der Mittelpunkt stellte dann sowas wie das "Auge" dar, der Punkt völliger Gelassenheit und Ausgeglichenheit.
    Ich fand das damals sehr treffend.
    Es half mir auch zu verstehen, dass ich jeden Menschen so nehmen muss, wie er ist und wir uns nur über den Mittelpunkt des Kreises hinweg austauschen oder treffen können.
    Ich habe das Gefühl, dass ich mich in den letzten Jahren dem Mittelpunkt angenähert habe, in meinen Jugendjahren war ich doch recht weit aussen im Quadranten "zorny creatives"
    und mein Zorn war noch oft übermächtig.

    In diesem Zusammenhang habe ich oft "verbale Gewalt" angewendet, da ich physische Gewalt verabscheue und in meiner Jugend sehr oft ertragen musste.
    Ich kann die Nähe von Gewalt quasi heute noch "riechen" oder "physisch spüren".
    Ich habe in meiner LZT einige Leute kennenlernen "dürfen", die diese Ausstrahlung von Gewalt quasi "über die Haut ausschwitzten".
    Ich denke, einem Menschen, der das nicht so wie ich spürt, kann ich das nur schwer vermitteln.
    Das erzeugte in mir einerseits Angst ( was ich anfangs gar nicht begriff, ich bin 1,98m gross ) und dann auch unterbewusst Verachtung und "Gegengewalt" in Form von Worten.
    Es dauerte Wochen, bis ich begriff, dass ich das Bedürfnis hatte mich an diesen Menschen für die in meiner Kindheit erlittene phsysische Gewalt stellvertretend zu "rächen".
    So fing ich an, diese Menschen mit Worten ins Lächerliche zu ziehen und zu demütigen, sobald Ihre Aura von Gewalt mich "umwehte".
    Erst nach Wochen begriff ich, dass auch "verbale Gewalt" von diesen Menschen empfunden wird und sie dann kein anderes Ventil als "physische Gewalt" kennen.
    Ich bin daher heute viel vorsichtiger mit "verbaler Gewalt" geworden, da ich begriffen habe, dass sie zwar legal ist, aber letztlich genauso verletzend sein kann wie physische Gewalt.
    Gelingt nicht immer, wie der geneigte Leser feststellen wird.

    Falls mir jemand helfen könnte, dieses Schaubild mit den Quadranten wiederzufinden, wäre ich sehr dankbar.

    LG Jürgen
    ------------------------------------------------
    Meine Meinung. Keine Suchtberatung.

    jamor ,

    ich danke Dir für Deinen Kurzlebenslauf.
    Ich persönlich möchte Dir ans Herz legen - bevor Du den Schwerpunkt auf Suchthilfe für Andere legst - einige abstinente Jahre mit Selbsthilfe zu verbringen.
    Ich persönlich lebe jetzt 1,5 Jahre abstinent, würde aus Gründen der Eigenstabilisierung und Glaubhaftigkeit frühestens nach 5 Jahren Abstinenz in die Suchthilfe für Andere einsteigen (wenn überhaupt) .
    Ich empfinde Dich auch (noch) nicht als glaubhaft und authentisch.
    Selbstverständlich nehme ich Dir den guten Willen ab und schreibe Dir diese Zeilen nicht um Dich zu ärgern, sondern um Dir zu helfen, mögliche Diskrepanzen zwischen Selbstbild und Fremdbild zu verkleinern.

    LG Jürgen
    ------------------------------------------------
    Meine Meinung. Keine Suchtberatung.

    jamor ,

    Zitat

    Wer denkt, dass ich mich in eine "höhere" position begebe, denkt sich automatisch "klein".

    ich halte mich mit Mutmaßungen was oder wie andere denken zurück.
    Insoweit verzichte ich auf Mutmaßungen über Dich oder Deine Gedanken.
    Ich verzichte auch auf Mutmaßungen, wer sich hier groß oder klein denkt.
    Ich sage nur, wie es bei mir angekommen ist.
    Ich steige aus dieser Fragestunde jetzt aus.
    Möge es Dir etwas bringen.

    LG Jürgen
    ------------------------------------------------
    Meine Meinung. Keine Suchtberatung.

    jamor ,

    Zitat

    Also ich wünsche Euch allen einen wünderschönen Tag..geniesst die Sonne

    schick doch bitte mal welche nach Norddeutschland.
    Danke. :D

    LG Jürgen
    ------------------------------------------------
    Meine Meinung. Keine Suchtberatung.

    @all,

    ich hab mal drüber nachgedacht, warum ich gestern so ablehnend war.
    Sicherlich ist meine Grundtendenz im Moment eher "unausgeglichen".
    Ich kenne mich ganz gut, insofern kann ich damit umgehen.

    Ich hätte auch freundlich und nichtssagend antworten können, denn auf die meisten der Fragen gibt es Standardantworten, die auch so gekommen sind.
    Bei mir liegt es wohl in der Tat daran, daß ich diese Art der "frontalen" Kommunikation mit Menschen, die ich kaum kenne, überhaupt nicht mag.
    Ich mag es auch nicht, wenn sich andere Menschen durch Ihre Sprache in eine "höhere" Rolle begeben.
    Das ist mir häufiger bei - aus meiner Sicht - "schlechten Therapeuten" aufgefallen.
    Ich habe erfreulicherweise auch ein bis zwei andere Therapeuten kennenlernen dürfen, die mir zunächst zuhörten und dann erst in eine gleichberechtigte Kommunikation einstiegen.

    Ich glaube auch nicht daran, daß ich die Rückfälle anderer Menschen verhindern kann - das können sie nur durch Selbstverantwortung und Selbsterkenntnis.

    LG Jürgen
    ------------------------------------------------
    Meine Meinung. Keine Suchtberatung.

    jamor ,

    mir fällt auf, daß Du versuchst, anderen Leuten hier "etwas aus der Nase zu ziehen".
    Ich verstehe Selbsthilfe primär so, daß jeder das von sich anspricht, worüber er reden möchte - nicht als Fragestunde.
    Mit Deinem Verhalten begibst Du Dich in die Rolle eines "schlechten Therapeuten".
    Hab ich schon gehabt.
    Danke.

    LG Jürgen
    ------------------------------------------------
    Meine Meinung. Keine Suchtberatung.

    gavris ,

    das mit den Ideen und dem Umsetzen kenne ich von mir auch.
    Ich habe einige ausgefallene Ideen und bestimmt die kreativen Fähigkeiten dazu, aber ich schaffe die eigenmotovierte Umsetzung über längere Zeit einfach nicht.
    Da hilft es wohl nur, an kleineren Ideen zu arbeiten.
    Oder die Phantasien an das für mich Machbare anzupassen.
    Zu hohe Erwartungen an mich selbst schaden mir selbst, da ich durch die mangelnde Umsetzbarkeit dann mich selbst frustriere.
    Das ist gefährlich. Da muss ich mich oft selbst schützen.

    LG Jürgen
    -----------------------------------------------
    Meine Meinung. Keine Suchtberatung.

    Hallo Uwe,

    ich denke, die Gegebenheiten werden sich auch wieder ändern.
    Ein Forum "lebt" ( hoffentlich ) davon, daß Veränderungen durch das Kommen und Gehen und die Entwicklung von Menschen stattfinden.
    Eine Pause kann jeder mal gebrauchen.
    Gute Zeit!

    LG Jürgen
    ------------------------------------------------
    Meine Meinung. Keine Suchtberatung.

    jamor ,

    ich hoffe Du zählst mich nicht zu denen, deren Seelenleben und Reaktion auf Deine Beiträge Dich überrascht hat.
    Ich werde Dir unter diesem Titel hier auch nicht berichten, was sich konkret alles in meinem Leben verbessert hat.
    Über die gestiegenen Fähigkeiten hatte ich ja berichtet.

    Ich kann gut damit leben, daß andere Forumsmitglieder aufgrund anderer Lebensumstände möglicherweise grad verbittert, frustriert, wütend sind.
    Es kann auch mal Jahre dauern, solche Lebensumstände Stück für Stück zu ändern. Sie werden schon berichten, sobald sie es möchten.

    LG Jürgen
    ------------------------------------------------
    Meine Meinung. Keine Suchtberatung.

    gavris ,

    ich kann Dir nur die aus meiner Sicht wichtigen Schritte sagen:

    1. Morgen zum Arzt, um die Sache mit den Depressionen zu besprechen. Die werden ja nach der Saufnacht nicht besser sein.
    Sprich auch die Sache mit dem Alkohol an, wenn Dein Arzt es nicht bereits weiss.

    2. Ich kann nur empfehlen, eine SHG vor Ort aufzusuchen. Gerade für depressiv veranlagte Menschen ist der persönliche Kontakt zu Mitmenschen wichtig
    - auch wenn es manchmal schwer fallen mag. Ich spreche aus eigener Erfahrung.

    3. Bleib hier im Forum am Ball, dies ist eine wertvolle Ergänzung zu Schritt 1 und 2, da hier fast rund um die Uhr ein Ansprechpartner zu finden ist
    und hier aufgrund der großen Anzahl an Beteiligten auch ein großer Wissenschatz zum Umgang mit Alkoholismus vorhanden ist.

    Bleib am Ball, selbst wenn der Rückfall nicht sofort zu stoppen sein sollte.
    Scham, Selbstmitleid, Selbstvorwürfe wegpacken und nach vorn schauen.

    LG Jürgen
    -------------------------------------------------
    Meine Meinung. Keine Suchtberatung.

    jamor ,

    P.S.:
    Meine schlechten Phasen gehen mit Abstinenz wesentlich schneller vorbei.
    Ich kann viel besser daran arbeiten, daß es mir wieder gut geht.
    Ich kann viel besser daran arbeiten, daß es mir erst gar nicht (selbstverursacht) schlecht geht.

    Das - und nur das - hat sich durch meine Abstinenz verändert.

    P.P.S:
    Es gibt auch viele Nichtalkoholiker mit schlechtem S**. Aber schön, daß wir drüber gesprochen haben.

    LG Jürgen
    ------------------------------------------------
    Meine Meinung. Keine Suchtberatung.

    jamor ,

    ich halte nicht viel davon, Hochphasen oder Tiefphasen im Leben vom Thema Alkohol abhängig zu machen.
    Ich hatte gute Phasen mit Alkohol, ich hatte schlechte Phasen mit Alkohol.
    Ich hatte gute Phasen mit Abstinenz, ich hatte schlechte Phasen mit Abstinenz.
    So ist das Leben. Da muß ich durch.

    Ich gönne Dir Deine gute Laune und daß es Dir gut geht, es gibt aber auch Menschen, denen es körperlich grad nicht gut geht
    und denen grad von Frauen/Männern "nicht die Tür eingerannt" wird, obwohl sie nicht trinken.

    Ich bin froh, daß es mir gut geht - was auch immer dazugehört.

    LG Jürgen
    ------------------------------------------------
    Meine Meinung. Keine Suchtberatung.

    jamor ,

    Zitat

    Ich sehe viele welche ohne erhebliche Probleme mit ihrem Alkoholismus durchs Leben durchwursteln und sich daher auch nicht genötigt fühlen etwas zu ändern.

    an dieser Stelle bin ich auch froh, daß ich 10 Jahre ordentlich getrunken habe statt 30 Jahre mittelmässig.
    So kam ich früher zur Einsicht und habe vielleicht 20 Jahre Saufen gespart. (wird die Zukunft zeigen müssen)
    Das ist aber auch schon alles.

    LG Jürgen
    -----------------------------------------------
    Meine Meinung. Keine Suchtberatung.

    jamor ,

    das ist ja mal ne Argumentation, die das Pferd von hinten aufzäumt.
    Klingt für mich eher nach "Problem schön reden".

    "Ich bin froh, begriffen zu haben, daß ich ohne Alkohol viel besser klarkomme - trifft es bei mir wohl eher."

    Die Betonung liegt dabei auf begriffen.

    LG Jürgen
    ------------------------------------------------
    Meine Meinung. Keine Suchtberatung.

    @BC,

    aber bitte nicht in diesem Thread ... :shock:
    Wir wollen doch den geraden Weg nicht verlassen... :D
    Wie wärs mit 'nem Thread zum Thema "Thread zerschiessen" ?

    LG Jürgen
    ------------------------------------------------
    Meine Meinung. Keine Suchtberatung.

    Die Kunst ist es wohl, allen zuzuhören und nicht jedem jederzeit etwas dazu zu sagen.
    Ich lese hier einige, von denen ich mich frage, an welchem Tag sie denn zuletzt mal nichts geschrieben haben, sondern einfach nur gelesen.

    LG Jürgen
    ------------------------------------------------
    Meine Meinung. Keine Suchtberatung.

    jamor ,

    Abschiedsritual - warum nicht. Wenn es mich persönlich stärkt.

    Ich habe allerdings in der LZT auch einige kennengelernt, wo ich dachte und erleben durfte:
    "Je größer das Ritual, desto kürzer der Abschied."

    LG Jürgen
    -----------------------------------------------
    Meine Meinung. Keine Suchtberatung.