Beiträge von juergenbausf

    Moin,

    ist mir auch völlig rätselhaft, warum es eine wichtige Frage sein soll, ob der andere nun "Säufer" oder "Alkoholiker" ist.
    Entscheidend ist doch, was ich möchte und ertragen möchte.
    Ich habe den Eindruck, Co-Abhängige machen sich jeden Morgen "vor Angst vor eigenen Entscheidungen und vorm Leben in die Windeln"
    und sind froh, wenn der Partner "auch in seine Windeln gemacht hat", damit sie nur darin putzen können.

    Nu ja - jeder wie er es braucht.

    Gruß Jürgen

    Moin girasole,

    Zitat

    Nur 1% der Männlichen Bevölkerung trinkt nicht missbräuchlich Alkohol? Hui das finde ich pessimistisch.
    Also ich hab im leben schon einige kennengelernt! Ich bin davon überzeugt, dass mehr Männer keine Probleme haben, auf alk zu verzichten.

    Es ist schon allein interessant die Reaktion auf die frage zu sehen "kannst du dir ein leben ohne Alkohol vorstellen?"
    Da hab ich durchaus schon antworten bekommen wie "ja klar"

    also ich war auf 3% gekommen - in der Addition derer, die gar keinen Alkohol trinken. Das halte ich für realistisch.
    Das war ja Deine Frage - ein Leben ohne Alkohol.
    "Ja klar" kann ich auch auf so ziemlich jede Frage antworten, wenn ich will.
    Ob ich das umsetzen kann, das "abzuklopfen" ist doch das Entscheidende.
    "Nachtigallen" gibt es viele.

    Gruß Jürgen

    P.S.:

    Ahoi, Du redest sehr offen über Deine Gedanken und Gefühle und ich empfinde die als sehr normal ( Wut und Neid ) .
    Deine reflektierte Offenheit ist die beste Basis dafür, etwas zu ändern.
    Und - mein Tip - setze die Prioritäten richtig.
    Deine Persönlichkeitsentwicklung sollte für ein paar Jahre höhere Priorität haben als eine Beziehung.

    Gruß Jürgen

    Moin,

    ja, kaleu bringt es mit drastischen Worten auf den Punkt.
    "Normal" wäre abhaken, Kontakt auf das Notwendige reduzieren,
    sich um sein Leben kümmern.
    Er kümmert sich um sich.
    Sie kümmert sich um sich.
    Aber was ist schon "normal", wenn es nie erlernt wurde.
    Jetzt gilt es hart daran zu arbeiten, sich um sein Leben zu kümmern, nicht über andere zu reden oder zu grübeln, nicht zu telefonieren, um die Probleme anderer zu hören, die von den eigenen Baustellen ablenken sollen ...

    Was die Flasche für den Alkoholiker, das ist der Kranke für den Co-Abhängigen. Finger weg von der "Flasche".

    Gruß Jürgen

    Moin mäuki,

    Zitat

    Dieser Satz.......er kam von dir Jürgen:
    Wer niemand anderen schädigt, darf sich selbst zugrunde richten - so isses eben.

    Ich finde damit macht man es sich verdammt einfach.Dann müßte man auch jeden Selbstmörder von der Klippe springen lassen.Würdest du zugucken?Er schadet ja niemanden.

    Alkoholismus ist für mich immer noch eine Krankheit,deren Ursachen sehr tiefgründig sein können.Und auch das Uneinsichtige kann zur Krankheit gehören.Da kann man auch Mitleid oder meinetwegen Mitgefühl haben.

    ich greife bei Lebensgefahr selbstverständlich ein und rufe ggf. den Rettungswagen. Bei jeder Erkrankung. Wir beide wissen - hoffentlich - dass ein Alkoholiker jeden Tag zu einer anderen Klippe geht. Es macht keinen Sinn, hinterherzugehen, es sei denn ich möchte in der Sache komplett mitdrinstecken. Es macht auch keinen Sinn, weil ich ihn nicht einweisen lassen kann, obwohl "hinterher" geleugnet wird, über Jahre Herr seiner eigenen Sinne gewesen zu sein. Das ist ein Widerspruch - gerade auch im rechtlichen Sinne.

    Gruß Jürgen

    Moin girasole,

    Zitat

    Am 9.7.13 war mein erster Eintrag hier im offenen.
    Und was soll ich sagen- es geht mir besser als je zuvor.
    Ich bin viel weniger krank, meine depressiven Schübe sind weniger oft und weniger schlimm.
    Ich habe gerade sogar zum ersten Mal seit der Diagnose nun die längste Episode, in der es mir einfach nur gut geht.

    super, nun "einfach" dafür sorgen, dass es so bleibt ... :roll:

    Gruß Jürgen

    Moin Matthias,

    Zitat

    naja - irgendwie schon - s tut irgendwie weh - is auch bissl "wut" dabei ...
    lässt sich schwer beschreiben ^ - jedenfalls kann ich mich überhauptnich freun, wiedermal recht zu haben.

    mir tut sowas nicht leid, weil Mitleid ja Selbstmitleid erzeugt und nicht hilft.
    Mitgefühl und Trauer eher, weil ich die Sache ja "ansatzweise" nachvollziehen kann ...
    Es war sein freier Wille zu trinken, insofern war es wohl sein Weg.
    Ich kann nur versuchen, im Gespräch zu bleiben und Hilfsangebote machen, wenn jemand aussteigen will.

    In dem Moment, wo ich bezweifele, dass es sein freier Wille ist und ihn nicht mehr voll respektiere, müsste ich ihn unterbringen und entmündigen.
    Bekanntermassen sind dem hohe Hürden gesetzt und das ist auch gut so.
    Ich entmündige ja auch keine Nikotinabhängigen, Medikamentenabhängigen, schwer Fressüchtige etc. obwohl die sich auch mit Ansage "umbringen" bzw. ihre Lebenserwartung stark verkürzen.
    Was soll da die Sonderstellung des Saufens ?
    Wer niemand anderen schädigt, darf sich selbst zugrunde richten - so isses eben.

    Gruß Jürgen

    Moin Doc,

    aus einem anderen Faden.

    Zitat

    ...Weisst du, ich bin ein "Ganz oder Gar nicht"-Typ. Das war auch beim Trinken so. Wenn dann habe ich richtig zugelangt, halbe Sachen gab es nicht...das habe ich fürs Leben übertragen. Ich wollte trocken werden und habe das ganz durchgezogen. Nun beschäftige ich mich mit mir selbst und will auch das ganz durchziehen. Es geht ja nicht von alleine weg.

    Glückwunsch dazu - beste Voraussetzungen an der Abstinenz genausoviel oder mehr Spass zu haben wie am Saufen seinerzeit.
    Ich bin auch eher solch ein "digitaler" Typ.
    Ich saufe nicht mehr; mit grossem Engagement für "die Sache" Abstinenz.

    Was ich allerdings mit Abstinenz besser hinbekomme, ist die Frage wieviel Zeit ich mir für "Ganz" nehme ...
    Ich halte mich heute deutlich mehr zurück, wenn die Rollen der "Schlüsselmeister" und "Torwächter" und die Orden verteilt werden sollen,
    denn Überengagement - auch wenn ich den Job könnte - tut mir gar nicht gut.
    Ich gönne mir mehr Ruhe, Zeit, kleine Freuden.

    Gruß Jürgen

    Zitat

    Ich glaube übrigens nicht mehr an Ausnahmen, denn in genau diesem Moment tappe ich bereits wieder in die Co-Falle.

    :idea:

    Daher erübrigen sich dann auch Forderungen, die realistischerweise keiner erfüllen kann oder wird.
    Wenn 3 von 100 Frauen bzgl. Abstinenz zu mir passen würden, 20 mir gefallen, werden von den 20 mir vermutlich 17 erzählen,
    sie schaffen das mit der Abstinenz, obwohl sie es nie schaffen werden oder wollen ...
    Ich fordere keine völlige Alkohol-Abstinenz von einer Partnerin, in meinem Haus schon.
    Auch unter 4 Augen bei Ihr würde ich sicher nicht der Flasche Wein oder anderen alkoholischen Getränken beiwohnen.

    Gruß Jürgen

    Moin girasole,

    Zitat

    Genau das meinte ich übrigens - kannst Du mir etwas aus deiner EIch-Erfahrung berichten?
    Beiläufige bemerkungen bezogen auf Alkohol zb? Also wäre eine häufige ERwähnung von Akohol etwas, woraus du deine Schlüsse ziehst?

    ok.

    1. Date
    Frau bestellt sich nachmittags n' Alsterwasser, ich einen Milchkaffee.
    Beim 2. Treffen ähnlich, sie fragt sofort: Bist Du trockener Alkoholiker ?
    Nach Feierabend gehörte die Flasche Wein zum Entspannen bei Ihr dazu, sie hatte ja auch 'n harten Job ...
    Aus die Maus.

    2. Date
    Frau bestellt sich beim 1. Treffen im Restaurant Wein zum Essen dazu. 2 Schoppen. Ok.
    Beim 2. Treffen nachmittags nochn Piccolo oder sowas zur Torte.
    Gestresste Alleinerziehende, "erfolgreiche" Frau mit Fulltime-Job und Hang zum Saufen ...
    Aus die Maus.

    3. Date
    Der Italiener bringt irgendwelche Kurzen vom Essen. Ich sage "Nein, danke für mich nicht". Sie: "Trinkst Du keinen Alkohol?". Ich sage: "Nein, nicht mehr." Sie: "Toll, dass Du das geschaffst hast ...".
    Aus die Maus, denn entweder soff ihr "Noch-Mann" oder jemand anderes und hat es nie geschafft, damit aufzuhören. Ich war raus. Passte aber eh' nicht. Aus die Maus.

    usw. wobei nicht jedesmal der Alkohol zu "aus die Maus" führte ...
    So manches mal passte einfach Ihr "Kostüm" nicht zu meinen "langen Haaren" ... oder oder oder ...

    Gruß Jürgen

    P.S.:

    Zitat

    Ich habe dann also klar gemacht, dass es mich nur ohne Alkohol gibt.

    Das schränkt Deine mögliche Partnerwahl in der Tat auf Nichttrinker ( ich schätze: max. 2% der männlichen erwachsenen Bevölkerung ) und langjährig abstinente Alkoholiker ( ich schätze: max. 1% der männlichen erwachsenen Bevölkerung ) ein.

    97 von 100 "Kandidaten" werden die von Dir gewünschten Bedingungen also nicht erfüllen können oder wollen.
    Jede andere Annahme oder Forderung wäre unrealistisch.
    Ich würde niemals (mehr) versuchen, einer Frau das Rauchen auszureden, als Bedingung dafür, dass sie meine Partnerin sein oder bleiben darf.
    Es funktioniert nicht "für einen Mann". "Für eine Schwangerschaft" schon eher.

    Gruß Jürgen

    Hi girasole,

    ok.
    Dann vermute ich mal, dass Du die "Herren" in der Menge im Internet "aufgabelst".
    Da muss wohl jeder mal durch ... :D
    Ich habe das vor 3-4 Jahren mal 3 Monate probiert, kam nach 6-8 Treffen mit durchaus respektablen Frauen zu dem Ergebnis, dass diese Art der Partnersuche nichts für mich ist.
    Ich war bereits nach 6-8 Treffen genervt und hätte vermutlich gefühlte 50-100 Dates machen müssen, um eine passende Partnerin zu finden.

    Endgültig den Zahn zog mir die Frau, die sich am Sonntag nachmittag telefonisch mit mir 1 Std. unterhielt, sich mit mir fürs kommende Wochenende verabredete und mir dann Montag nachmittag 'ne SMS sendete, sie würde absagen, sie hätte sich grad verliebt.

    Gruß Jürgen

    Moin girasole,

    Zitat

    Gibt es eine Art Frühwarnsignale bei nassen Alkoholiker?
    Konkret: wenn ich Menschen kennenlerne, derzeit so einige Winken - wo sollte meine Alarmglocke bzgl Akoholkonsum angehen?

    vielleicht weniger "Kandidaten" und dafür mehr Zeit zum Beobachten und Kennenlernen ?
    Mir ist auch nach wie vor unklar, ob Du mit der "Methode" einen Partner oder nur "Ablenkung" und "Selbstbestätigung" suchst ...
    Ich denke Du solltest "Suchmethode" und gewünschtes Ergebnis noch mal genauer hinterfragen.
    Kommt mir noch etwas unausgegoren Deinerseits vor - ich denke Du wirst nicht böse sein, wenn ich das von hier aus so sage
    - ist ja eh weit weg und ich "sehe" ja nur was ich lese und das was zwischen den Zeilen steht ...

    Ich z.B. würde diverse Fragen, die Du stelltest gar nicht direkt fragen.
    Ich würde mir alles anhören, anschauen, geschickt kritische Themen durch beiläufige ungerichtete Bemerkungen plazieren und dann meine Schlüsse aus den Reaktionen und Antworten ziehen.
    Ich hätte solche Fragen für mich abgeklopft, bevor ich mit einer Frau eine Beziehung eingehe / ins Bett steige.
    Ich bin da logischerweise aber auch recht gut drauf "geeicht", da ich Erfahrung mit Sucht habe.

    Gruß Jürgen

    Moin,

    ich denke zunächst mal auch in einem offenen Bereich in einem offenen Faden habe ich logischerweise "keine privaten Rechte".
    Jeder, der die Forenregeln einhält und dort schreiben kann - aufgrund der Login-Berechtigungen - der kann das eben.

    Petter hat eine Bitte um Abweichung davon ausgesprochen, dummerweise "musste" er das öffentlich - da PN nicht funktioniert - und Matthias ist der Bitte nachgekommen.

    Damit sollte der Fall (vorerst) erledigt sein.
    Ich selbst habe ja in einem anderen Fall mir das "nicht verbieten lassen", wobei die "Bitte" damals aber auch ganz anders vorgetragen wurde.

    Gruß Jürgen

    Moin Matthias,

    Zitat

    ein/e alkoholiker/in is alkoholkrank unabhängig davon, ob sie/er von seiner das weiß oder das für sich anerkennt.

    Ich hoffe für Dich, Du rauchst nicht mehr als 10 Zigaretten am Tag, sonst würde ich Dir jetzt eine Nikotinabhängigkeit bescheinigen, Dich als krank bezeichnen und Dich sofort zum Arzt fahren wollen ...
    Ich hoffe für Dich, Du hast keinen BMI über 30, sonst würde ich Dir jetzt eine Adipositas bescheinigen, Dich als krank bezeichnen und Dich sofort zum Arzt fahren wollen ...

    Ich denke, mit der Feststellung dass andere krank sind, komme ich in der Regel nicht weiter.
    Es macht mehr Sinn, die negativen Auswirkungen des Handelns ganz sachlich darzustellen und eigene Konsequenzen zu ziehen ...

    Gruß Jürgen

    Moin manni,

    ich würde niemals Wahrsager spielen, wer wie lange abstinent bleibt oder nicht.
    Ich freue mich vorbehaltlos für jeden, der nicht (mehr) trinken muss.

    Ich kann Dir bestenfalls sagen, wenn Du Dich in gefährliche Situationen begibst, nicht ob Du darin umkommen wirst.
    Raubtierdompteure, Formel1-Fahrer und Fallschirmspringer begeben sich ja auch in gefährliche Situationen, sie kennen die Gefahr aber sehr genau und dürften (hoffentlich) immer nüchtern sein ...
    Eine bekannte Gefahr ist ungefährlicher als eine unbekannte oder unterschätzte.

    Gruß Jürgen

    P.S.: Je ehrlicher und mehr Du über Deine Gedanken und Handlungen redest, desto ungefährlicher wird es werden, da mehr Selbstreflektion einsetzt ...

    Moin Doc,

    Zitat

    denn Euphorie kann noch gefährlicher für einen trockenen Alkoholiker sein als Trauer.

    definitiv.
    Sie ist gefährlicher.
    Die meisten Rückfälle passieren aus dem Verhalten "Leichtsinn / Arroganz" gegenüber dem Alkohol !
    Das Gefühl Euphorie begünstigt diesen Verhaltensfehler, weil es die Aufmerksamkeit schwächt.

    Deshalb bremse ich mich immer, wenn ich Euphorie bzgl. meiner Abstinenz verspüre.

    Deshalb zähle ich abstinente Kalenderjahre und fange im 1. Meeting des Jahres jedesmal bei Null wieder an.
    Erlaube mir Freude über und Stolz auf ein vergangenes abstinentes Jahr. Einmal. Und gut. Nicht mehr und nicht weniger. Ganz bewusst.

    Stolz auf andere geleistete Dinge ist völlig ok.
    Euphorie in anderen (sicheren) Zusammenhängen auch.

    Gruß Jürgen

    Moin,

    Zitat

    Schuld, Scham, der Wunsch, sich nicht völlig entwertet zu fühlen ...

    ich hatte das Glück, mit solchen Gefühlen bzgl. des Saufens nicht belastet zu sein.
    Einerseits habe ich zwar früh aufgehört, andererseits denke ich schon, dass es damit zu tun hat, dass ich auch andere Personen ob ihrer schwierigen Lebensläufe nie "entwertet" habe und immer versuche den einzelnen Menschen zu sehen.

    Also: Je weniger Vorurteile Du gegen Alkholiker hast oder behälst, desto leichter wird der Weg.
    Ich habe seit meiner Abstinenz viel in der Obdachlosenszene und in Selbsthilfegruppen viel ehrenamtlich gearbeitet, es hat mir auch sehr viel gegeben.

    Gruß Jürgen