Beiträge von juergenbausf

    @all

    Ein Alkoholiker / Suchtkranker ist per Definition rückfallgefährdet.
    Nur ein toter Alkoholiker kann keinen Rückfall mehr haben.
    So einfach ist das.

    Das, was dann unter dem Thema "Rückfall" passiert kann die unterschiedlichsten Formen annehmen und hängt - laut der Theorie, daß man dort wieder einsteigt, wo man ausgestiegen ist -
    auch davon ab, in welchem Stadium der Alkoholkrankheit ich ausgestiegen bin.

    Der Erwartungsdruck (Angst ! ) anderer wird naturgemäß umso höher, je später ich ausgestiegen bin, weil die zu erwartetenden Folgen verheerender sind.
    Wer - mal angenommen - jahrzehntelang Vertrauen Angehöriger mißbraucht hat, sollte auch damit leben können, daß es Jahrzehnte dauert, Vertrauen wieder aufzubauen.

    Bevormundung würde ich dabei nicht akzeptieren, die kommt bei mir aber auch bisher nie auf, weil ich mich erkennbar selbst intensiv um meine Abstinenz und Persönlichkeitsentwicklung kümmere.
    Wenn es jemand nicht versteht, erklär ich es ihm auch gerne 3-mal.

    LG Jürgen


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    Meine Meinung. Keine Suchtberatung.

    Hallo gipfel,

    gut, daß es wieder zum Thema zurückgeht. :D

    Zitat

    nochmals zurück zum thema.

    Erwartungen an einen Alkoholiker

    Ich stelle mir dabei mal folgende Situation vor:

    ich lerne eine trockene Alkoholiker kennen, gehe eine Partnerschaft aber nur dann ein, wenn sie mir verspricht trocken zu bleiben.
    Das erwarte ich einfach von ihr.

    Wer würde denn hier dieses Versprechen annehmen oder abgeben können ?


    1. Mit einer Alkoholikerin, die keinen ernsthaften Abstinenzwillen hat, würde ich niemals eine Beziehung eingehen.
    Wahrscheinlich würde ich mir "die Sache" sogar mindestens ein Jahr anschauen, bevor ich da an Beziehung denke.

    2. Ich habe nicht die Absicht wieder Alkohol zu trinken und werde Alles dafür tun, daß ich nicht rückfällig werde. Mehr kann und werde ich niemandem versprechen. Ich bin ein Mensch und kein Hellseher.

    2. Es macht keinen Sinn, solche Versprechungen abzufordern. Ich käme auch niemals auf die Idee, von einer ehemaligen Raucherin als Partnerschaftsbedingung dieses Versprechen einzufordern.

    3. Ich kann aber zurecht klarstellen, daß ich mich im Falle eines anhaltenden Rückfalls trennen werde. Ich werde sicher nicht eine Beziehung mit einer Kettenraucherin oder einer aktiven Säuferin führen.
    Dafür ist das Leben zu schön und zu wichtig.


    LG Jürgen

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    Meine Meinung. Keine Suchtberatung.

    @spedi,

    Dein Beitrag hat mich etwas betroffen gemacht.

    Zitat

    Dieses Forum "lebt" nur ganz einfach auch von der Kommunikation, die nicht über offene Artikel geschieht - über PB. Und da haben mich nun doch einige Nachrichten erreicht, in denen mir Mitglieder brühwarm die PN anderer Mitglieder "zugespielt" haben. Von daher weiss ich es ganz einfach... stocksimpel... nix Medium...

    Es sind halt hier -wie anderswo auch- eine ganze Menge Feiglinge da, die nicht den Mut haben, Ross und Reiter zu benennen, und statt dessen lieber "hinten rum" stänkern.

    Für mich ganz einfach Nestbeschmutzer, von daher: kein Grund zur Panik...

    1. Es ist wirklich schade, wenn hier hinter dem Rücken ( aus Feigheit ? ) über Dich geredet wird.
    2. Es ist ebenfalls schade, wenn Leute, die solche PNs erhalten, selbst zu feige sind, dem Absender klare Ansagen zu machen, sondern dies an Dich weiterleiten.
    Also Leute - macht Euch gerade.
    Fordert Stänkerer auf, sich direkt mit Ihrem "Feindbild" auseinanderzusetzen.
    3. Es gibt Argumente für und wider Dein Verhalten der "klaren Kante".
    Pro überwiegt bei weitem.
    Ich erlebe in anderen SHG, daß diverse "Trockene" keine klare Kante haben.

    LG Jürgen

    Melanie ,

    ich lese relativ viel, aber in letzter Zeit nicht mehr so viel im Bereich der Co-Abhängigen.
    Das hat allerdings eher den Grund, daß ich denen, die sich dort im Kreise drehen, auch mit klaren Worten nicht helfen kann.

    Bzgl. des Themas Co-Abhängigkeit habe ich mich als "Nichtwissender" schon vor längerer Zeit mal bei Wikipedia informiert.
    Von Suchterkrankung steht da nix, eher was von Persönlichkeitsstörung.

    LG Jürgen

    Nun ja,

    ich kann an einen anderen Menschen nur die Erwartungen haben, die er an sich selber hat.
    Kann ich von einem Ehepartner erwarten, daß er mir 50 Jahre s***** treu ist ?

    Daß Alkoholiker zu Co-Abhängigen "mutieren", daran glaube ich persönlich so nicht. Wenn, dann waren sie es vorher schon.

    Ich halte Co-Abhängigkeit eher für ein eigenständiges "Verhaltensmuster" bzw. "Persönlichkeitsstörung".

    Ich z.B. neige überhaupt nicht dazu.

    Jürgen

    hmhh,

    im Grunde stellt sich die Frage so für mich nicht mehr.
    Abstinenz hat Prio 1 - da gibt es keine Diskussion, fertig, aus, Feierabend.

    Nur ohne Alkohol bin ich dauerhaft in der Lage, die Dinge, die mich an meiner Zufriedenheit hindern, zu erkennen, zu priorisieren und einer Lösung zuzuführen.

    Seit ich nicht mehr trinke, bin ich deutlich geduldiger, friedlicher, harmonischer, kompromißbereiter, lösungsorientierter geworden.

    LG Jürgen

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    Meine Meinung. Keine Suchtberatung.

    Hallo metallus,

    ich kann Deine Frustration nachempfinden.

    Jetzt gilt es, sich anders zu verhalten als früher bei Frust.
    Ich hätte früher aus Frust zur Flasche gegriffen - heute kämpfe ich für meine Gesundheit ( und meine Rechte ) .

    Kämpf um das, was Du erreichen willst - nämlich Abstinenz.
    Geh zur Suchtberatung, sprich mit Denen, leg ggf. Widerspruch ein.
    Ggf. gibt es andere Kostenträger, die das übernehmen ( z.B. Krankenkasse )

    Wenn Du Deine Abstinenz an die 1. Stelle stellst und das auch allen anderen Personen und Institutionen durch Deine Beharrlichkeit zeigst, wirst Du auch Erfolg haben.

    LG Jürgen

    @iGude,

    seit ich nicht mehr trinken möchte, steht Abstinenz in meinem Leben mit höchster Priorität ganz oben auf der Liste.

    Insoweit ergibt sich automatisch, daß ein Job, eine Beziehung, alle Dinge, die meine Abstinenz gefährden langfristig hintenan stehen und verändert werden müssen.
    Was dies nicht gefährdet, kann so bleiben.

    Daß Dein Job Deine Abstinenz gefährdet, hast Du recht anschaulich erfahren und beschrieben. So kam es jedenfalls bei mir an.
    Insoweit besteht akuter Handlungsbedarf, damit die beschriebene Situation nicht wieder eintritt.

    Du kannst und wirst eine Lösung finden.

    LG Jürgen

    lohokla ,

    ein Alkoholiker, der nicht mehr saufen will, findet jede Menge Hilfe bei

    - Ärzten
    - Suchtberatungen
    - Kliniken
    - Selbsthilfegruppen

    Dort ist die richtige Adresse.
    Wer dort nicht hingeht, will nicht wirklich aufhören.
    An seinen Taten kannst Du ihn erkennen.

    Hilfe von Angehörigen oder Freunden oder Bekannten ist nicht erforderlich, schon gar nicht von Co-Abhängigen, die keine Konsequenzen aus seinem Fehlverhalten ziehen können.

    LG Jürgen

    sonnenblümchen,

    jede Grenze, die verhindert, daß ich wieder trinke, ist gesund.
    Und Lebensqualität kann nur jeder für sich persönlich definieren.

    Da ich kein Gesellschaftstrinker war, ging ich eh kaum in Kneipen, Biergärten.
    Auf Motorradtreffen schaue ich heute nur tagsüber vorbei.
    Ich werde sicher nicht mehrere Tage auf Rockfestivals fahren.

    Jürgen

    @all

    Um es mal nicht so abstrakt zu machen, meine persönliche Linie ist:

    - ich fasse keine Alkoholflasche, kein Glas mit Alkohol physisch an
    - alkoholfreie Wohnung, ohne jegliche Kompromisse
    - kein Alkoholkonsum in meiner Gegenwart in Wohnung der Freundin
    - ich nähere mich alkoholisierten Menschen nicht unnötig, kein Kuss für die Freundin, keine Umarmung von Betrunkenen etc.
    - besondere Vorsicht bei Partys in geschlossenen Räumen, engen Räumen

    LG Jürgen

    sonnenblümchen,

    daher die von mir vorgeschlagene bewußte vorsichtige Konfrontation damit.
    Ewiges Vermeiden kann die Rückfallgefahr bei einer ungeplanten
    plötzlichen Konfrontation erhöhen.
    Da sollte jeder in sich hineinhören, was er sich zumuten kann und
    was er vermeiden kann und sollte.

    LG Jürgen

    Hallo schnuffig,

    ich möchte Dir gar nichts beweisen.
    Ich möchte sachlich auf Gefahren hinweisen.
    Du hast die Situation bestanden, es wird Dein Vertrauen in Deine Abstinenz stärken.
    Meine Anregung - überfordere Dich nicht.

    Jürgen

    @spedi

    Ich teile Deine Ansichten inhaltlich weitestgehend.
    Ich habe das Gefühl, daß sich in den letzten Tagen der Umgangston deutlich verschärft hat.
    Ich halte es für sinnvoller, dies etwas zurückzufahren, ohne die inhaltliche Linie zu verlassen.

    Es kann durchaus sinnvoll sein, sich als Alkoholiker gezielt, geplant und dosiert in Konfrontation mit Alkohol zu begeben.
    Die Bewältigung einer Risikosituation führt nämlich zu einer erhöhten "Selbstwirksamkeitserwartung" und insgesamt zu einer geringeren Wahrscheinlichkeit eines Rückfalls
    in einer künftigen überraschenden Situation.
    So habe ich es in meiner Therapie mit dem Therapeuten besprochen und in seiner Gegenwart eine Konfrontation mit Alkohol gezielt und dosiert durchgestanden.

    Bei der von schnuffig beschriebenen Aktion handelt es sich nach meiner Einschätzung um eine zu riskante Aktion, da sie ohne Therapeut, ohne Begleitung und ohne stabile Abstinenz stattfand.
    Schlichtweg Leichtsinn und Selbstgefährdung.

    Jürgen

    Hallo Dagmar007,

    wie lange ist er denn "abstinent"?

    Ich vermute unter einem Jahr und aufgrund der Verhaltensweise,
    gehe ich davon aus, daß er die Sache noch unterschätzt und es sich
    lediglich um eine "Trinkpause" handelt.

    Anrufen würd' ich dafür nicht extra, sprich ihn drauf an, wenn Du ihn persönlich mal wieder siehst.

    Die Sache ist nicht eilig. Das leben ist lang.

    Jürgen

    Nun,

    da Du nicht die Betroffene bist, möglichst neutral verhalten.
    Fremdschämen abgewöhnen. Euphorie aber auch. Schweigen lernen.

    "Ich freue mich, daß er sich wegen seiner Alkoholsucht behandeln läßt." sollte reichen.

    Jürgen