Beiträge von juergenbausf

    @spedi,

    ich denke, Du hast den IST-Zustand sehr gut und anschaulich beschrieben.

    Für den Forenbetreiber und die Moderatoren stellt sich die Frage, wie mit den aktiven Co-Abhängigen umzugehen ist.
    Aktive Alkoholiker werden ja zurecht in den Vorstellungsbereich und in professionelle Hände verwiesen.

    Ich bin mittlerweile, nach intensiver Lektüre auch der Co-Bereiche hier, zu der Einschätzung gekommen, daß die "Rückfallquoten" im Co-Abhängigenbereich noch höher liegen dürften als im Abhängigenbereich.

    Insoweit scheint mir diese Erkrankung noch schwieriger heilbar, insbesondere bei mangelnder Einsicht.
    Auch hier ist lebenslange Arbeit angezeigt, um keine Rückfälle zu erleiden.


    Jürgen
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    Meine Einschätzung. Keine professionelle Suchtberatung.

    Hallo,

    ich für mich habe begriffen, daß ich die "Sprache" eines Co-Abhängigen schlicht und einfach nicht spreche, weil ich viele Dinge ganz anders machen würde.
    Ich bin nicht Co-Abhängig, war es auch nie.

    Vor 2,5 Jahren als ich erstmals in eine SHG ging, mit der Erkenntnis Alkoholiker zu sein und dem Wunsch, mit dem Trinken aufzuhören, war ich allerdings auch bei weitem nicht so weit,
    daß ich hier im Forum hätte entspannt mitdiskutieren können.
    Ich wäre hier mit Sicherheit mit meinem Leichtsinn gegenüber dem Thema Grundbausteine angeeckt und zwischen meinen Worten und meinen Taten zum Thema Abstinenz lagen noch Welten.
    Ich war halt noch in der Phase der Trinkpausen.
    Ich bin noch 2-mal auf die Schnauze gefallen, bis ich es begriff.

    Insoweit war es bei mir ein Lernprozeß, den ich auch anderen zubilligen möchte.
    Je mehr Ihr Euch informiert, desto schneller werdet Ihr lernen.
    Über EURE Erkrankung.
    Lest, informiert Euch, hört zu, glaubt Leuten die ähnliches hinter sich haben.

    Wer nicht so handelt, wie er redet, hat es noch nicht endgültig begriffen.

    So einfach ist es.

    Jürgen

    Emma,

    wahrscheinlich hast Du recht.
    Wir können alle noch lernen.

    Ich schrieb es an anderer Stelle.
    Ich WAR mit einer Co-Abhängigen zusammen.
    Ich HABE meine Alkoholsucht behandeln lassen und bin seit 1 Jahr abstinent.
    Ich HABE mich von Ihr getrennt.

    Lies doch mal die Definition von Co-Abhängigkeit bei Wiki durch,
    überleg Dir, ob Du es bist und überleg Dir ob Du es behandeln lassen willst.

    Jürgen

    Hallo,

    ich habe das Gefühl, Leonia - Du möchtest hier nur "quatschen"!

    Nur Dein Partner kann die jetzige Situation verändern.

    Du bezeichnest ihn als trocken und wenn er das bleibt, möchtest Du
    mit ihm zusammenbleiben und nichts ändern.

    Melde Dich doch einfach wieder,
    wenn ER WIEDER SÄUFT
    oder
    wenn DU Tips und Antworten
    zu KONKRETEN
    von DIR durchgeführten HANDLUNGEN
    haben möchtest.

    Solange schönen Gruß von mir.
    Jürgen

    Hallo Melanie,

    noch eine Anmerkung.

    Zitat

    ein schwireriges thema, weil die abhängigkeit von personen ja nicht messbar ist. mir hilft dabei die absolut ehrliche ausseinanderstzung mit meiner abhängigkeit die ich lebte. meine abhängigkeit bezog sich auf personen, die mir nahe waren und ich keine grenze spüren konnte, deren leiden zu meinem leiden machte

    Co-Abhängigkeit als Abhängigkeit von Personen zu definieren, ist mir deutlich zu kurz gesprungen...

    Die Ausführungen bei Wikipedia treffen es aus meiner Sicht besser, auch wenn sie durchaus schmerzhaft sein können.

    Jürgen

    Hallo Melanie,

    ich kann da mit Sicherheit 'ne Menge draus mitnehmen.
    Alkoholabhängigkeit ist auch nur schwer meßbar,
    kein Arzt hätte mich zum Alkoholabhängigen machen können.
    Das konnte ich nur selbst erkennen.

    Du scheinst auf Deinem Genesungsweg schon gut vorangekommen
    zu sein und insoweit kannst Du sicher anderen Co-Abhängigen Kraft und Hoffnung geben, daß es Ihnen auch gelingen kann.

    Lieben Gruß
    Jürgen

    hmhh, Melanie,

    ich hab mal die Definition von Co-Abhängigkeit bei Wikipedia nachgeschlagen und so hab' ich es in meiner Beziehung auch - im Rückblick - empfunden ...

    - edit, bitte keine Texte von anderen Internetseiten hier einkopieren, danke, Linde -

    Die "Arschtritte" haben vermutlich NUR DIR wehgetan !?

    Jürgen

    ach so,

    ich persönlich kann am besten die Hilfe annehmen, nach der ich auch gefragt habe.

    Insoweit treffen Kritik oder Vorschriften, nach denen ich nicht gefragt habe, erstmal auf innere, manchmal auch unbewußte Ablehnung.
    Es dauert dann halt ein Weilchen, bis es sackt.

    Wenn bei mir ein Veränderungswille vorhanden ist, beschäftige ich mich
    auch und gerade mit der Kritik.

    Jürgen

    hmhh,

    hab das Thema ja irgendwie aufgeworfen heute.

    In einer 1:1 Beziehung kann ich am leichtesten Handlungen einfordern,
    da ich auch ggf. Konsequenzen meinerseits bei Nichthandeln benennen kann.

    In einer 1:5000 Beziehung (Forum) wird das naturgemäß schwieriger.
    Ich persönlich würde ich persönlich bei Leuten, die sich ewig verbal im Kreise drehen ohne Handlungen erkennen zu lassen, irgendwann die Kommunikation einstellen - da es aus meiner Sicht sinnlos ist.
    Ich würde halt auf die Beiträge nicht mehr antworten.
    Es verbleiben aber 4999 andere Leser.

    Bei einem Alkoholiker kann ich zunächst mal grob erkennen, ob er auf dem richtigen Weg ist ( Saufen <-> Nichtsaufen ) .

    Bei einem Co-Abhängigen stellt sich das für mich persönlich sehr viel schwieriger dar.

    Insoweit fällt es mir genau dort schwer, andere Tips als:
    "Bitte geh zu einem Therapeuten, Selbsthilfegruppe, Suchtberatung" zu geben oder für zielführend zu halten.

    Jürgen

    hmhh,

    nun ja, es ist sicher normal, daß man die Aussagen anderer an den eigenen Maßstäben misst.

    Nur das sind und bleiben - die eigenen Maßstäbe.

    Insoweit sind Aussagen, die inhaltlich in die Richtung: "Du solltest folgendes tun" gehen, immer schwierig.

    Besser ist sicher: "Ich habe in einer selbst erlebten, vergleichbaren Situation folgendes getan."

    Jürgen

    Emma2010,

    ich habe in Deinen Ausführungen eine interessante Frage entdeckt,
    auf die ich aus eigenem Erfahrungsschatz antworten möchte:

    Zitat

    Was Melanie verstehst du konkret darunter am Co festhalten?
    Ich verstehe das so, dass ich mich deiner Meinung nach von meinen
    Partner trennen müsste, und nur so Veränderung geschehen kann.
    Aber was ist dann mit allen anderen Schreibern hier, die Alkoholabhängig sind, glaubst du denn , die sind alle Singles. Müssen sich jetzt eh alle trennen um zu gesunden? Nein, sie arbeiten
    an ihrer Abhängigkeit.
    Viele sind Langzeittrockene und schreiben auch hier, warum wohl?

    Ich selbst war lange Jahre mit einer Frau zusammen, die ich definitiv als Co-Abhängig einstufen würde.
    Ich hatte viele Sorgen und Probleme und sie hat mich immer unterstützt.
    Wenn ich mal wieder in Selbstmitleid und Depressionen versank, hat sie mir noch geholfen, alle möglichen "Krankheiten" zu erkennen.
    Sie hat mir geholfen, Tabletten und Alkohol zu beschaffen bzw. hat mich sogar damit versorgt.
    Meine "Krankheiten" gaben Ihr das gute Gefühl, mir helfen zu können und für mich da zu sein.
    Ich hätte das Dreifache saufen können - diese Frau wäre immer noch mit mir zusammen.

    Wir wussten beide nicht, welche Krankheit wir wirklich hatten.
    Mir wird das auch erst im Rückblick klarer und klarer.

    Ich konnte von meiner Alkoholabhängigkeit genesen, indem ich den Kontakt zu Ihr abbrach und ich mich wieder um mich selbst kümmerte.

    Wie gesagt - meine Geschichte.

    Jürgen

    Hallo Karsten,

    werde ich gern nachholen.

    Ich sehe diese CO-Sache ein wenig wie die Sache mit dem Alkoholismus.
    Es hat keinen Sinn, hier im offenen Bereich auf jemanden einzureden, der die "Krankheitseinsicht" nicht hat und/oder nicht die Absicht hat, sich adäquat behandeln zu lassen.

    Das wäre vergleichbar der mit Diskussion mit noch aktiven Trinkern,
    die hier (sinnvollerweise) auch nicht gewünscht ist.

    Jürgen

    Hallo Karsten,

    habe ich verstanden und akzeptiere ich auch so.

    Wenn ich das richtig verstanden habe, handelt es sich bei diesem Forum quasi um eine "Onlineselbsthilfegruppe zur Wahrung der Abstinenz" ?

    Die Abstinenz sollte vorher bzw. nach einem Rückfall an geeigneterer Stelle erworben werden ?
    ( Live-SHG, Arzt, Suchtberatung, Krankenhaus, LZT, etc. )

    Jürgen

    Hallo Karsten,

    das Wort "nieder..." tat mir schon 5 Minuten später leid, weil es mit Sicherheit nicht die Forumslinie und die Linie der vernünftigen Schreiber darstellt.
    Dennoch passiert es leider im Eifer, daß Verhaltensweisen oder Sichtweisen anderer unpassend angegriffen werden.

    Ich wollte lediglich mal darstellen, daß z.B. eine SHG edit - Name der SHG entfernt - edit ganz anders mit den Dingen umgeht und jeder sich halt das raussuchen sollte, was ihm nach genauer Betrachtung am meisten liegt.

    In den SHG's edit - Name der SHG entfernt - edit , die ich kennengelernt habe, sind sowohl nasse Alkoholiker als auch aktive CO-Abhängige willkommen ( und auch reichlich vorhanden ) .
    Dort wird nur zugehört und ggf. vom eigenen Weg erzählt.
    Dort findet auch der (noch) aktive CO-Abhängige und Trinker Zuhörer.
    Auf dem Weg der Erkenntnis kann das durchaus hilfreich und richtig sein.

    Jürgen