Beiträge von juergenbausf

    hallo,

    ohne das irgendwie werten zu wollen, habe ich auch festgestellt, daß
    in edit - Name der SHG entfernt - edit ( gemischt, Alkoholiker und Angehörige ) überwiegend die sitzen,
    die entweder einen mittlerweile trockenen Partner haben oder die, die bei Ihrem Partner verharren, obwohl er trinkt.
    Dadurch, daß dort keine Wertungen erfolgen und die Fraktion der von nassen Alkoholiker getrennten Partner praktisch nicht vertreten ist, kommt mir das manchmal ein wenig wie eine "CO-Gemeinde" vor.

    Hier widerum werden diejenigen, die bei Ihrem nassen Partner verharren, i.d.R. "niedergebügelt".

    Ich kann nur empfehlen, sich "alle Seiten" anzuhören und anzuschauen und dann den für sich richtigen Weg zu wählen.

    Dann bitte aber nicht jammern über den gewählten Weg oder die Konsequenzen.

    Ich bin übrigens alkoholabhängig, lebe seit 12 Monaten abstinent.
    Habe keine Partnerin in die Sache "involviert" - das ist mein Ding.

    Jürgen

    hmh,

    das kann man naturgemäß erst hinterher wissen.
    Ich habs 2-mal ohne Hilfe nicht geschafft und hatte mir vorgenommen,
    beim 3. Mal Hilfe zu suchen.
    Nun lebe ich seit knapp 1 Jahr abstinent nach LZT und mit SHG.

    Wenn ich leichtsinnig wäre, würde ich die Hilfe wieder "runterfahren",
    also kein Forum, keine SHG, keine Grundbausteine beachten.
    Bin ich aber nicht.

    Jürgen

    hallo,

    ich finde auch: wer anonym bleiben möchte, sollte das auch dürfen.
    es dauerte auch seine zeit, bis ich damit offener umgehen wollte.

    wenn ich drauf angesprochen werde, warum ich keinen alkohol trinke, dann rede ich klartext.
    sonst gibt es keinen grund, ein schild vor mir her zu tragen.

    jürgen

    Internetseite studieren, ggf. anrufen oder Besuchstag nutzen.

    Wenn Du wirklich aufhören willst, ist "das Ambiente" aber relativ egal.
    Ich denke, Sport, Ergo, Arbeitstherapie, Gruppentherapie, Einzelgespräche gehört heute zum Standard jeder Klinik.

    Jürgen

    Hallo ovivechen1,

    laß ihn machen, schau es Dir lieber aus der "Distanz" an.
    Ich kann sein Trinkverhalten aus der Ferne nicht beurteilen,
    aber wenn er Alkoholiker ist, dann ist es ERNST.
    Da solltest Du lieber in Monaten denken, alles unter 12 Monate
    ist eine "Trinkpause".

    Wichtige Indizien, daß er es ernst meint:

    1. Er macht es nicht von Dir abhängig.
    2. Er geht offen damit um. ( Freunde, Verwandtschaft, etc. )
    3. Er nimmt das Problem ernst, sucht sich jede Hilfe ( Forum, SHG )
    4. Er läßt sich keinen Rückweg offen.

    Abstinent leben ist im 1. Jahr mit Sicherheit nicht EASY.

    Das Gerede von normalen Blutwerten, alles easy, etc. deutet darauf hin,
    daß er sich nicht als Alkoholiker einordnet bzw. einordnen möchte.
    Denn das tut weh !

    Jürgen

    krümmelkäfer,

    es geht bei der Entscheidung, nicht mehr zu saufen, ausschließlich um Dich !

    Du solltest die Maßnahmen wahrnehmen, die DU benötigst, um endgültig aufzuhören.
    Intelligenz oder Sportlichkeit schützt übrigens auf Dauer vor Saufen nicht.
    Auch ich habe Abi und bin früher 200km mit dem Rennrad gefahren. Na und ?

    In der LZT habe ich einige Menschen treffen müssen, um die ich im wahren Leben sicher nach 5 Minuten einen großen Bogen gemacht hätte.
    Ich habe das beste daraus gemacht, da ich ALLES tun wollte, um vom Alkohol loszukommen.
    Wenn Du es so sehen willst, ist die Ansicht von mehrfachen Gewalttätern, Leuten mit Gehschwierigkeiten ( Polyneuropathien ) oder beginnender "Verblödung" ( Korsakow )
    zur Abschreckung allemal geeignet. Nach der Therapie wollte ich erst recht nicht mehr saufen.

    Jürgen

    Hallo,

    das sehe ich ganz pragmatisch.

    Jeder Alkoholiker ist rückfallgefährdet - per Definition sozusagen.
    Insoweit gilt es, immer wachsam zu bleiben und ggf. Frühwarnzeichen zu erkennen.
    Angst ist kein guter Ratgeber, wenn Du aufmerksam bleibst, wird auch nichts passieren.

    Jürgen

    naja,

    die Ausgangsfrage war ja:

    Zitat

    Kann ein trockener Alkoholiker, der ca. 10 Jahre an seiner Sucht hing, täglich wohl 2-4l Wein trank, mehrere erfolglose Entzüge hinter sich hat und nun seit ca. 1 Jahr nichts getrunken hat, selber einen Entzug ohne fremde Hilfe machte, kann so jemand sich selber richtig einschätzen?

    Seine Bedürfnisse und sein Leben ohne verklärende Faktoren und realitätsbezogen betrachten?

    Da bin ich nach wie vor der Meinung, das kann er ganz genau wie jeder andere Mensch auch.
    Das hängt davon ab, inwieweit er sich mit sich selbst beschäftigt hat.
    Was er sagt, das darf man auch ernst nehmen.
    Bis er das Gegenteil bewiesen hat.

    Jürgen

    hallo,

    für mich habe ich das so gesehen:

    alles was hilft, mich selber besser zu verstehen und einzuordnen, ist ok.
    über meine kindheit musste ich nicht viel lesen, die hab ich auch so als
    mies empfunden. war nur oft erstaunt, wie anders es haette sein koennen.

    fuer mich war es sinnvoll dies einmal im rahmen der langzeittherapie zu durchleben und durchzusprechen und dann (hoffentlich) auch abzuhaken.
    mit meinen eltern ueber ihre gedanken und gefuehle waehrend meiner kindheit zu reden, ist sinnlos - weil sie es weder wuenschen noch dazu in der lage waeren.
    meine gefuehle und gedanken waehrend meiner kindheit haben erst recht nicht interessiert.

    juergen

    hmhh,

    ich bin heimlicher trinker und funktionierender alkoholiker gewesen.
    7 jahre musste ich keine partnerin belügen, sie hat jeden abend mit mir getrunken, wir fanden es beide ok.
    danach war ich single und hab nur gesoffen, wenn ich allein zu haus war.
    ich habe aber in der tat mich oft unter vorwänden allein nach haus zurückgezogen nach der arbeit ( müde, brauche meine ruhe, etc. )
    ich musste aber gottseidank nie über meinen alkoholkonsum lügen.
    ich habe nie flaschen versteckt und solchen quatsch.
    kein druck, keine lügen.

    ich bin mit intaktem selbstbewusstsein in die therapie gegangen, ich
    selbst wollte einfach nicht mehr, z.b. morgens meine vollgepisste hose in der küche finden...

    jürgen

    hallo kara,

    mir wird schon klar, dass dich das thema erstmal überfordert und natürlich auch diffuse ängste hochkommen. allein der begriff alkoholiker macht schon angst. (oder?)

    ich kann nur beschreiben wie es mir ging.
    ich brauchte erstmal ein paar wochen abstand und hatte den ersten
    besuch oder kontakt ( auch telefonisch ) erst nach 3 wochen.

    erst nach 8 wochen hab ich meine mutter informiert, dass es sich nicht nur um eine psychotherapie handelt, sondern auch um alkohol geht.
    ich wollte sie mit dem thema nicht auch noch beunruhigen.
    in der tat wusste ich relativ genau wo ich stehe und habe mich vor dem
    klinikaufenthalt auch im internet und aus büchern über die krankheit alkoholismus informiert.

    am ende der 16-wöchigen (!) therapie habe ich dann von mir aus noch angeregt, einen termin mit meiner freundin und dem therapeuten zu dritt zu machen, damit sie mal über ihre ängste und befürchtungen reden kann.
    das ging zu dritt nämlich viel besser und manche sorgen konnte der therapeut ihr viel besser nehmen als ich.

    also - geduld - wenn er freiwillig in entgiftung und therapie gegangen ist, ist das die beste voraussetzung die es gibt. dann wird er auch bereit sein, mit dir nach einigen wochen oder monaten drüber zu reden.
    bis dahin ist er in der entgiftung und in der therapie in guten händen.

    jürgen

    hmhh,

    komischer titel, denn jeder mensch denkt anders.
    wenn du wissen möchtest, was er gedacht hat, frag ihn.

    aus der bemerkung, dass das überraschend kam, schliesse ich,
    dass es dir im grunde verborgen blieb.
    dann hat es dich bisher kaum betroffen und wird es in zukunft auch nicht.
    er trinkt halt nicht mehr. das ist zu allererst wichtig für ihn.

    ich war auch ein heimlicher trinker und meine verwandten wussten es weder noch hat es sie je betroffen.
    insoweit kam es für sie auch überraschend und sie nehmen es einfach zur kenntnis.
    ich kann aber sehr offen darüber reden, da ich persönlich zu der erkenntnis kam, dass es genug ist.

    jürgen

    hmhh,

    ich sehe es ähnlich wie spedi, man wird zum Alkoholiker durch ...


    1. langjährigen missbräuchlichen Konsum von Alkohol.
    2. die eigene Erkenntnis, dass man körperlich oder psychisch alkoholabhängig geworden ist.

    Gründe, Alkohol zu trinken, werden von anderen vorgelebt und übernommen.

    Erst die eigene Erkenntnis machte mich zum Alkoholiker, denn vorher habe ich mich gnadenlos in die Kategorien: 'ich habe ein Alkoholproblem', 'ich habe Probleme, die ich nur mit Alkohol ertragen kann', 'ich kann, wenn es sein muss, auch aufhören', 'andere wollen mir ein Problem einreden', usw. eingeordnet.

    Mein Vater säuft seit ca. 40 Jahren und 'ist heute noch kein Alkoholiker'.

    Jürgen