Beiträge von juergenbausf

    Moin manni,

    ich nochmal.

    Eigene Vorurteile überwinden ist ein ganz normaler Schritt im Prozess, sich selbst den eigenen Alkoholismus einzugestehen.
    Selbst ich musste da durch, der ich glaubte, ich hätte keine Vorurteile gegen "Underdogs", "Freaks", "Aussenseiter".
    Ich trenne aber übrigens das Thema "Alkoholabhängigkeit" von "anderen Charakterschwächen" oder "Sekundärerkrankungen".

    Wenn ich schrieb, das hier ist kein Forum für die, deren "fette Jahre" vorbei sind, dann wohl deshalb, weil ich die Verknüpfung "fette Jahre" <-> Alkohol trinken so gar nicht kenne und auch nicht unterstelle.
    Insgesamt kommt bei mir an, dass Du mit dem Älterwerden nicht klar kommst und insoweit das Gefühl hast, "die fetten Jahre" sind vorbei.
    Ich denke, Du suchst eine "Perspektive" für die kommenden Jahre und hast vielleicht versäumt "altersgerecht" emotional und geistig zu wachsen.
    Mir z.B. macht es schon jetzt mit fast 50 sehr viel Freude, etwas an Erfahrung, Kraft und Hoffnung an Jüngere oder Leute in Problemlagen weiterzugeben.
    Nun bin ich keine 64, vielleicht sollte ich Dich an meine 80-jährige Tante verweisen, die grad mehr "reisst" als manch 30-jähriger.

    Gruß Jürgen

    Hallo karl,

    Zitat

    Weißt Du, was mir in den vergangenen 8 Jahren noch nie passiert ist? Dass irgendwer gesagt hätte: nein Danke, ich bin Alkoholiker und da trifft Dein Beispiel zur Inkontinenz sehr treffend.

    das ist sehr schade, doch ich glaube Dir das natürlich.
    Am schwersten im Leben haben es übrigens bekanntermassen die inkontinenten Alkoholiker ...

    Gruß Jürgen

    Hallo speranza,

    wenn ich in unbekannter Umgebung was esse, wo Alkohol drin sein könnte ( z.B. Saucen, Torten o.ä. frage ich einfach vorher nach bzw. bitte um eine Sauce ohne Alkohol.

    Das ist meine Verantwortung und es wäre auch dumm, wenn ich mich darauf verlasse, dass der Saucenersteller immer dran denkt.
    Wird er nämlich nicht immer, selbst wenn er weiss, dass ich Alkoholiker bin.
    Er wird an manchen Tagen einfach ohne gross nachzudenken seine Gewohnheiten umsetzen und eben z.B. Rotwein an die Sauce geben.
    Spätestens bei Probieren der Sauce auf dem Teller würde ich das aber sowieso merken ( wenn wir es beide mal vergessen haben sollten ) und halt die Sauce wegstellen bzw. nicht essen.

    Gruß Jürgen

    P.S.: Auch bei einem neuen Zahnarzt sage ich das vorher, dass er keinen Alkohol verwenden möge.
    Je normaler und selbstverantwortlicher ich damit umgehe, desto leichter mache ich es meinem "Gegenüber".

    Moin speranza,

    Zitat

    Wenn jemand offen und verantwortungsvoll mit seiner Krankheit umgeht hat er meinen Respekt, er kann schliesslich nichts dafür dass er suchtkrank ist.

    die Diskussion muss ich in der Öffentlichkeit überhaupt nicht führen.
    Ich muss ja auch nicht darüber diskutieren, dass ich nicht rauche, nicht kokse, keine Joints rauche, kein MDMA nehme usw.
    Ich erwähne das eher, um denen eine Brücke zu bauen, die mal über Ihren Alkoholkonsum nachdenken und reden wollen.
    Die lade ich dann gern in eine SHG oder ein Forum ein.

    Gruß Jürgen

    Hallo Manni,

    mich hat bisher jeder verstanden, wenn ich sagte "Ich trinke eine Bitter Lemon." oder "Eine Apfelschorle bitte."
    Es gab nie Diskussionen, bestenfalls Nachfragen ob nur Bitter Lemon, beim 2., 5., 10. Besuch auch nicht mehr.
    Mittlerweile wird schon die Bitter Lemon gezückt, wenn ich den Laden betrete.
    Ich habe wohl auch die Ausstrahlung eines Mannes, der weiss, was er sagt und was er bestellt.

    Gruß Jürgen

    Moin Manfred,

    Zitat

    Dauerantialkoholiker

    schöne Wortschöpfung.
    Ist das einer, der auf "Alkoholiker" allergisch reagiert ?
    Ich hoffe nicht, sonst lieber "Dauernichttrinker" werden.

    Gruß Jürgen

    P.S. Verflucht, ich mag Vielraucher nicht besonders gern, bin ich Dauerantinikotiniker ?

    Moin girasole,

    Zitat

    insgesamt sehe ich die Welle des Ekels in Verknüpfung mit der (Schlafanzugs-) Hose als eine erste Verschiebung meines Gefühls- Richtung Realität.
    Vorher habe ich die Ehe mit dem Verstand betrachten "müssen", um wahrzunehmen, dass da vieles schieflief.
    Erstmal lief in dem Hosen-Moment wohl mein Gefühl konform.

    ich empfinde das Aufkommen des Ekelgefühls beim Wiedererblicken der (Schlafanzugs-) Hose übrigens als eine völlig normale Sache.
    Wäre mir sicher nicht anders gegangen, wobei ich wenige Männer kenne, die sich das antun, was sich co-abhängige Frauen so "reinziehen".
    Und ich mit meiner "Es gibt ein Leben vor dem Tod"-Einstellung schon gar nicht.

    "Mangel an Ästhetik" geht gar nicht, wobei mir ein Videofilmchen über den versoffenen, verfetteten Mitvierziger ( ich ) abends auf seinem Sofa vermutlich geholfen hätte, früher mal "klar" zu sehen.
    Der Trinker sieht ja die Realität gar nicht, er hält sich grad' für den Typen, der er vielleicht vor 20 Jahren mal war.

    Gruß Jürgen

    Hallo Manni,

    ich kann Dir aus eigener Erfahrung berichten, dass alkoholfreies Bier insoweit zu meinem 1. Rückfall nach 4-monatiger Trinkpause führte, weil ich es in Gegenwart des nach wie vor sehr stark Bier konsumierenden Kumpel bei ihm an seiner Garage trank.
    Er kaufte das für mich, heute würde ich nach einer Fanta oder Apfelschorle fragen.
    Es kam der Tag, an dem ich nach viel Stress auf der Arbeit zu ihm sagte:
    "Ach, gib mir mal ein richtiges Bier."

    Letztlich war es nicht der Alkoholgehalt, der zum Rückfall führte, sondern das Verharren in alten Umgebungen und das Unterschätzen der eigenen Alkoholkrankheit.
    Ich war noch nicht bereit gewesen, ALLES Erforderliche zu tun, damit ich nicht mehr trinken muss.

    Ich trinke heute - wie Du Dir denken kannst - keins mehr.
    Ich bin auch nicht in alten Trinkumgebungen mit noch trinkenden Kumpels anzutreffen. Es waren derer eh' nur zwei bis drei.
    Zwei von denen würden heute bei mir gar nicht anhalten, der dritte tut es gelegentlich mit seiner Familie, der ist aber auch eher nicht alkoholkrank und hat noch viele andere Interessen und Hobbies mit mir gemeinsam wie Saufen.

    Gruß Jürgen

    Hallo,

    ich habe mir schlicht und einfach 3 Jahre Zeit genommen, an mir zu arbeiten und eben keine "Kandidatin" gnädigerweise mal auszuprobieren ...
    Ich habe nicht mal welche gesucht, schon gar nicht in Internet-Börsen.

    Es bringt nichts in Eile auf ein gutes Pferd zu springen, das in die falsche Richtung reitet, auf ein falsches Pferd zu springen, auf ein totes Pferd zu springen.
    Im Gegenteil, es behindert mich nur in der eigenen Entwicklung, da es durch negativen Input meine Energie völlig sinnlos binden würde.

    Gruß Jürgen

    Hallo girasole,

    Zitat

    Mich würde sehr interessieren, ob andere werte Leser hier bei mir auch schon ähnliches gelesen haben.
    Schreit mein Außenbild echt "Igitt, Männer!" Frage Und bitte, wenn schon, dann mit Begründung Cool

    Dein Aussenbild "schreit" eher "Igitt Nähe / Liebe ".
    Die Begriffe, die Du für Deine Begegnungen mit Männern verwendest, implizieren bei mir, dass Du Dir wenig Mühe gibt, einen bestimmten Mann zu begehren.
    Könnte ja auch mit 'ner Abfuhr für Dich enden.
    Da sind Frauen oft sehr empfindlich, weil sie nie gelernt haben, was zu riskieren und eine zu kassieren.

    Insbesondere "Kandidat" klingt wie Teilnehmer einer Casting-Show und ist "in meiner Weltsicht" dem Thema Liebe und Partnerschaft nicht zuträglich.
    Es mindert in meinen Augen den Respekt vor der Liebe eines anderen.
    Gut möglich, dass da aber auch keine ist, keine sein soll bei dem Kandidaten und es darum auch gar nicht geht.
    Klingt auch nicht wie eine 1:1 Begegnung auf Augenhöhe, sondern wie das Abbestellen einer Pizza mit falschem Belag.

    Es gibt ja auch Castingshows im Fernsehen, ich habe im Radio gehört, jetzt haben sie "Bachelorette" erfunden ...
    Meine Meinung zum Wert dieser Shows für die Erkenntnis, was Liebe und Patnerschaft beinhalten, kannst Du Dir denken.

    Gruß Jürgen

    P.S.: Letztlich sucht jeder Topf seinen Deckel, insoweit ist bestenfalls mein Vorgehen ein anderes, die Wünsche dürften die gleichen sein.
    Ich gönne Dir selbstverständlich auch die Erfüllung Deiner Wünsche, so wie ich es mir (mehr und mehr) gönne.

    Moin correns,

    Zitat

    BMI-technisch bin ich grad bei 25.8
    Ich bin also nachweislich schwer in Ordnung

    Respekt, da dürfte ich wohl eher noch in der Gegend von 28-30 rumgondeln ... zum Glück mit stabiler Tendenz nach unten,
    da ich mich in 2014 deutlich weiter in Richtung wohlfühlen entwickelt habe und dann auch weniger esse.

    Gruß Jürgen

    Moin Manni,

    Zitat

    "Gibt es für dich Dinge, die wichtiger als deine Nüchternheit sind!"

    Das kann ich mit einem ganz klaren "Nein" beantworten. Hat sich mein Leben vorher um den Alkohol gedreht, dreht es sich nun um das nüchtern bleiben.

    ich habe mal, Deine entscheidende Antwort auf Karstens Frage erneut kopiert.
    Ich werde Dich nur an den Dingen "messen", die Du selbst geäussert hast.
    Wichtig ist meines Erachtens, Widersprüche zwischen Worten und Handeln aufzudecken und Deine eigene Sensibilität dafür zu wecken.
    Was Du daraus machst, ist Deine Sache.
    Ich wünsche Dir ein positives Leben ohne Alkohol, ohne Arroganz gegenüber der Gefahr und den Mut zu Veränderungen.

    Gruß Jürgen

    Hallo Nys,

    so arg wie es von aussen aussieht, ist es mit meiner Verärgerung sicher nicht.
    Danke für Deine Stellungnahmen zu meiner vermutlichen Position, die doch ziemlich trafen.
    Dennoch erforderte einiges zunächst mal Konsequenz.
    Ich habe noch einige PN's mit Karsten ausgetauscht.

    Ich schreibe Dir diese Nachricht, weil ich den Kontakt zu Dir - gerade in den letzten Tagen als sehr wertvoll empfinde.

    Mein aktuelles Projekt findest Du unter dem Arbeitstitel edit keine fremde seiten einstellen danke hartmut

    Gruß Jürgen

    P.S.: Statt - wie bisher - zu spenden habe ich nun erstmal für 3 Monate den erweiterten Bereich gebucht, auch wenn ich nicht vorhabe dort Dinge zu schreiben, für die ich später zahlen müsste, wenn ich sie nochmal nachlesen wollte. Würde eher nur die Funktion PN nutzen, um auch mal eine direkte Nachricht austauschen zu können.

    Moin,

    Zitat

    Verallgemeinern möchte ich das nicht.

    Da ich nicht weiß, was Jürgen sonst noch so vom Stapel gelassen hat.

    ich auch nicht, seit ich abstinent bin , lasse ich auch nicht jeden Gedanken sich in Worte verwandeln ... Schweigen ist auch Kommunikation.
    Früher war ich ein "ehrliches Arschloch" und 'ne Mimose, wenn mich jemand kritisierte.
    Ist heute deutlich milder geworden, wer mich heute noch für ein "ehrliches Arschloch" hält, darf froh sein, mir nicht vor 10 Jahren vor die Zunge gelaufen zu sein ...

    Gruß Jürgen

    Hallo Manni,

    dann planst Du quasi keine Veränderung, sondern nur eine kleine Kurskorrektur.
    Kleiner Aufwand, kleine Priorität -> kleines Ergebnis.
    Ein neuer Versuch halt.
    Kaum der Rede wert, denn Du bist ja rundum zufrieden.

    Gruß Jürgen

    P.S.:

    Zitat

    3. leg ich sehr viel wert auf ne ununterbrochene "trockenheit".

    Ich arbeite hart für meine Abstinenz und an meiner Persönlichkeitsentwicklung.
    Und ich bin ein Vertreter des "NCC" - NoCompromiseClub.
    Ganz oder gar nicht.

    "Zusammenzählen" überlass' ich mal dem Pastor und dem "Herrgott" am Ende und Euch natürlich :)
    Ansonsten nehm' ich's grad wie es kommt - und immer mit einer Prise Humor.

    Gruß Jürgen

    Moin matthias,

    Zitat

    abstinenz heißt auch verzicht - ich bin fast immer unzufrieden, wenn ich auf was verzichten muß(?)

    siehste mal, "Abstinenz" heisst für mich freiwilliger Verzicht.
    Mit freiwilligen Entscheidungen, die ich zu meinem Wohlergehen treffe, kann und darf ich sehr zufrieden sein.
    Ob jemand nie trank oder nicht mehr trinkt, ist mir z.B. grad "latte".
    Er lebt halt alkoholabstinent.

    Gruß Jürgen