Beiträge von juergenbausf

    P.S.:

    Also wenn ich zu euphorisch bzgl. meiner Abstinenz wurde, konnte ich mir selbst regelmäßig "Arroganz" bescheinigen.
    "Arroganz" gegenüber dem Alkohol und der davon ausgehenden Gefahr für mich.
    Ich konnte mir am Anfang meiner Abstinenz auch Vorurteile gegenüber anderen Alkoholikern bescheinigen, die ich erst abbauen durfte / musste, um abstinent zu bleiben.
    Ich bremse mich in "übertriebenen Euphoriephasen" bzgl. Abstinenz ganz bewusst ein und trenne daher mein normales Leben von meiner "Alkoholabhängigkeit".
    Das Ergebnis meiner Abstinenz wird immer nur Abstinenz sein.
    Alles andere hat mit reflektiertem Denken und harter Arbeit an mir selbst zu tun - was in der Tat ohne Abstinenz nicht stattfinden könnte und würde.
    Auf die Ergebnisse meiner Arbeit an mir selbst darf ich stolz sein.

    Gruß Jürgen

    Moin matthias,

    Zitat

    ich geh davon aus, das wir wiedermal das selbe meinen
    ich unterscheide zwischen "nass"=saufen und "trocken"=alk-abstinent.
    da gibts dann noch n haufen begriffe, die sich da anlehnen/ableiten: "nasses denken", trockenes verhalten" und und und ....

    ich denke auch, dass wir beide das selbe meinen.
    Ich verwende halt ungern unklare Begriffe und "trocken" gehört für mich zu den unklaren Begriffen ...

    An anderer Stelle schrieb ich ja schon was dazu ...

    Zitat

    Bekanntermassen gibt es "in meinem Weltbild" keine Steigerung von abstinent und Meistergürtel oder Ehrenabzeichen für lange Abstinenz.
    Ich beginne an jedem 1. Januar ein neues, hoffentlich abstinentes Kalenderjahr und werde mir hier niemals Glückwünsche zu irgendwelchen "Trockengeburtstagen" abholen - da ich nicht vorhabe "trocken" zu werden.
    Abstinent, (emotional) intelligent, neugierig, tolerant, respektvoll, bescheiden, liebevoll, zufrieden reicht mir als ständige Zielvorstellung völlig.

    Gruss aus dem heute nassen Hamburg
    Jürgen

    Hallo Carpenter,

    ich muss sagen, Du bist hier im Forum einer derjenigen, die für mich gefühlt eine erstaunliche und so in der "Geschwindigkeit" und "Konsequenz" von mir nicht erwartete Entwicklung hingelegt haben.
    Das freut ich mich sehr für Dich und Du hast mich definitiv positiv überrascht.

    Gruß Jürgen

    Moin,

    Selbsthilfe heisst, dass sich jeder holt, was er braucht und dass jeder für sein eigenes Leben Verantwortung übernimmt.
    Manches aus meinem abstinenten Leben erzähle ich hier nicht, da hier z. Teil wenig Toleranz und Respekt darüber herrscht, dass jeder seinen eigenen Weg finden muss und darf.
    Ich werde nur erzählen, wie ich mich verhalte und was bei mir schief gegangen ist und ggf. zu Rückfällen führte. Prognosen wer hier der "Trockenste" oder "Nüchternste" ist und wer zuerst wieder trinken wird, verkneife ich mir, es kann mir auch grad egal sein, wenn ich es nicht bin.
    Ich bin kein Hellseher und möchte auch keiner werden.
    Bekanntermassen gibt es "in meinem Weltbild" keine Steigerung von abstinent und Meistergürtel oder Ehrenabzeichen für lange Abstinenz.
    Ich beginne an jedem 1. Januar ein neues, hoffentlich abstinentes Kalenderjahr und werde mir hier niemals Glückwünsche zu irgendwelchen "Trockengeburtstagen" abholen - da ich nicht vorhabe "trocken" zu werden.
    Abstinent, (emotional) intelligent, neugierig, tolerant, respektvoll, bescheiden, liebevoll, zufrieden reicht mir als ständige Zielvorstellung völlig.

    Gruß Jürgen

    Hallo Doc,

    Zitat

    Samstag war ich mit Freunden in einem Lokal sogar zum ersten Mal, aber wir haben alle normale Getränke konsumiert ( kein Alkohol ). Ich bestellte für mich ein grosses Wasser und was bekam ich? Ne ganze Pulle...muss ich erstmal lernen mit normalen Getränken...
    Mal ne doofe Frage: Es können keine Restbestände von Alkohol in den Gläsern gewesen sein oder so, dass ich auf einmal unruhiger wurde und nicht schlafen konnte, oder?

    ich denke mal, es sind noch "Restbestände von Alkohol" in Deinem Hirn.
    Das ist auch nicht weiter ungewöhnlich nach so kurzer Abstinenz.

    Gruß Jürgen

    Hallo,

    an der "Wortwahl" würde ich mich da nicht so festbeissen. :wink:
    Entscheidend für mich ist, dass eine Abstinenz und ein zufriedenes Leben dabei herauskommen.
    Das Zeug ist eine Droge und macht bei Mißbrauch abhängig.
    Mich macht es zusätzlich noch depressiv und erzeugt negative Gedanken.

    Gruß Jürgen

    Moin Nys,

    Kaleu hat es schon richtig gesagt, letztlich wirst Du an Deiner "Dominanz" und Gelassenheit Deiner Mutter gegenüber arbeiten müssen ...
    Seit ich nicht mehr trinke, kann ich wesentlich gelassener mit meiner Mutter umgehen und sie so akzeptieren, wie sie ist.
    Und ich kann auch besser Grenzen aufzeigen, sowie Verantwortung übernehmen und mich irgendwann um sie kümmern, falls es nötig werden sollte.
    Auch das aber in dem Rahmen, der mir noch gut tut und nicht nur Ihr.
    So extrem wie bei Dir aufgezeigt war es ohnehin bei uns nicht.

    Gruß Jürgen

    P.S.: Das "Lernen" dieser Fähigkeiten erfolgte bei NICHT mit meiner Mutter, sondern in Selbsthilfegruppen und im täglichen Umgang mit anderen Menschen ! Nimm Dir ein paar Jahre Zeit.

    Hallo Marco,

    kleine Ergänzung.
    Ich habe NICHTS erwartet von meiner Abstinenz, außer daß ich das größte Problem zunächst mal los bin.
    Ich habe mir vorgenommen, nach einem Jahr neutral zu beurteilen, ob es mir besser oder schlechter geht als zu Saufzeiten.
    Ich habe mir die Option offen gelassen, nach genau 1 Jahr neu zu entscheiden und wenn es mir ohne Alkohol objektiv schlechter geht, auch wieder zu trinken.
    Wie Du Dir denken kannst, ist das nahezu unmöglich und es war auch nicht so.
    Seitdem habe ich umgeschaltet auf: Ich lebe abstinent und alcohol = invalid option.

    Gruß Jürgen

    Hallo Marco,

    Zitat

    Ja diese Gedanken habe ich auch, dass Alkohol nicht gültig sein kann, weil er mich einfach nicht weiter bringt. Aber in einer solchen depressiven Phase habe ich dann keine Lust auf NICHTS. Das macht es mir dann verdammt schwer eine Alternative zu finden. Dann bin ich frustriert und finde kein Ventil. Meine Wohnung habe ich schon Piccobello sauber gemacht, treibe regelmässig, moderat Sport.
    Ich finde noch nicht, was ich wirklich für mich mache, um mich wohl zu fühlen. TV ist auch nicht gerade die Seele ansprechend.
    Ich hoffe die Zeit bringt da mehr Optionen mit sich.

    Also da kann ich Dir Mut machen, das wird von Monat zu Monat, von Jahr zu Jahr besser. Ich kann meine Frustration, Depression heute auch besser aushalten und akzeptieren. Lesen ist besser als TV. TV schaue ich fast nie. Regelmäßig unter Menschen gehen ist besser. Ich bin teilweise einfach 4-mal in der Woche abends in eine SHG gegangen, wenn mir zuhause die Decke auf den Kopf fiel. Es ging mir niemals schlechter als vorher, zu 95% besser. In einer Großstadt gibt es ja jeden Tag Meetings, das ist für mich echt ein Vorteil. Heute - nach 4 Jahren Abstinenz - gehe ich regelmäßig 2-mal, eine Gruppe "leite" ich zur Zeit. Ich arbeite viel weniger, habe kaum noch negative Gedanken, auch wenn ich nach wie vor depressiv veranlagt bin und bleiben werde.

    Bei depressiver Veranlagung ist Alkohol + jede Droge: invalid option.

    Gruß Jürgen

    Moin,

    Zitat

    Trinken steht für mich als Alternative für das, was ich tue, wenn es mir mies geht, nicht mehr zur Debatte.
    Es steht auf der Palette der Dinge, die ich tun will (!) nicht mehr zur Verfügung. Da ist inzwischen vieles, auch Langweiliges oder Notwendiges, nur nicht das!

    darum gehts, Trinken ist keine sinnvolle gültige Option (mehr), so wie es Rauchen oder Kiffen bei mir nie war.
    "No valid option" würde der "Computerdompteur" sagen.

    Gruß Jürgen

    Moin pingi,

    das war die Ausgangssituation vor der Bekanntschaft mit xy ...

    Zitat

    Ich hab niemanden. Und ich meine jetzt wirklich niemanden. Leide sehr unter meiner Einsamkeit. Habe auch keine Arbeit, hänge zuhause in meinen 4 Wänden und grübel vor mich hin.
    Ja, ich bin in Behandlung, Therapeutisch, schon seit Jahren immer mal wieder, mit mässigem Erfolg. Aber meine Angst vor anderen, Angst vor Ablehnung und meine Selbstwertprobleme schleppe ich immer noch mit mir rum.
    Und zu all dem ganzen Kram jetzt auch noch das! Er hat so vieles um das ich ihn beneide ...

    Ich denke nicht, daß das überhaupt eine gesunde Basis für eine Beziehung ist.
    Was xy macht, ist völlig "Banane", kümmere Dich um Deine Erkrankungen und Dein Selbstmitleid.

    Gruß Jürgen

    Hallo,

    mir fiel übrigens letztens ein schöner Vergleich zwischen Co-Abhängigen und Fußball ein ...

    Co-Abhängige verhalten sich für mein Empfinden so, daß sie dem Partner einen Ball zuspielen und statt auf den Rückpaß zu warten laufen sie ihm wieder entgegen, dribbeln ihm den Ball ab und wundern sich dann irgendwann, daß sie ständig den Ball haben und der Partner im Grunde an dem Spiel kaum beteiligt ist - bis auf die kurze Zeit des Ballhaltens ...

    Daß diese Art des "Ballspiels" viel anstrengender ist, erklärt sich, denke ich, von selbst.

    Gruß Jürgen