Beiträge von juergenbausf

    Hallo Bruce,

    ich sehe es wie in jeder guten Selbsthilfegruppe, die Tür steht immer für jeden offen, der wieder eintreten möchte.

    Zu jedem Treffen entsteht für die 2 Stunden eine neue SHG, die sich danach wieder trennt und "vergisst" wer da war und was gesagt wurde.
    Außer ein "Schön, daß Du wieder da bist" muss auch nichts gesagt werden, wenn jemand wiederkommt in den Live-SHGs, in die ich gehe.
    Ich "arbeite" dort ausschließlich nach dem "Pull-System" : Jeder nimmt sich das mit, was er für sich gebrauchen kann.

    Gruß Jürgen

    Hallo und guten Morgen,

    also ich habe ( über die Jahre ) festgestellt, daß ich Menschen durch Worte nicht helfen KANN, wenn ich NICHT eigene gleichartige Erfahrungen habe.
    Und es geht doch darum, denen zu helfen, ODER ?

    Wäre ja auch so, als wenn ein Blinder von der Farbe redet.
    Also beiße ich bei Äußerungen im Co-Bereich immer wieder auf die Zähne und halte (fast immer) meinen Mund dazu.

    Gruß Jürgen

    Hallo,

    das ist das Schöne in den Live-SHGs, in die ich gehe und GENAU das schätze ich dort auch.
    Dort wird nur zughört, nicht kommentiert, bestenfalls über eigene Erfahrungen berichtet.
    Diese Gruppen gibt es auch für Angehörige - nur als gut gemeinter Hinweis.

    Wer 5 Jahre braucht, um zu merken, wo er steht, braucht eben 5 Jahre.
    Hier im Forum "passiert" es mir dann auch des öfteren, daß ich kommentiere, insbesondere im Co-Bereich hatte ich mir dies vor Jahren schon mal "untersagt",
    da ich ja gar kein Betroffener bin und insoweit keine Erfahrungen teilen KANN.

    Gruß Jürgen

    P.S.: Ist eine meiner Baustellen: Manchmal "einfach mal die Fresse halten" ...

    Hallo Jim,

    Zitat

    In der Woche ging es mir so gut, dass ich mich auf ein Konzert in einem schrammeligen Rockschuppen gewagt habe. Nach ca. 20 Minuten stand der Laden vor Schweiss, Pilsmuff und Zigarettenrauch. Widerlich! Winken

    Da ich alleine und mit Kfz da war, 90 Min Fahrt!, war Trinken eh keine Option, aber ich hatte zu keinem Zeitpunkt das Beduerfnis zu saufen.

    Eher im Gegenteil. Ich habe es sozusagen als Mischung aus Konfrontations- und Verhaltenstherapie gesehen und fand die speckigen Rotbacken nur wiederlich. Da habe ich mir gesagt, schau DAS BIST DU! So schxxe siehst du aus. So attraktiv ist Bierfahne und Kippenmief. Aetzend.

    INnteressant auch das Verhalten der Typen. Am Anfang standen alle ganz scheu wie Piksieben in der Ecke, nach ein paar erloesenden Pils spaeter kam schon etwas Wallung in die Bude. Am Ende gabs die ueblichen Leichen inkl. ein Vogel, der in seiner Kotze eingepennt war. Und das an einem Mittwochabend.

    Die Gesellschaft ist absolut krank. Alkoholkrank. Wie auch immer, manche sagen jetzt, ich haette mit dem Feuer gespielt. De facto hat mir die Nummer sehr gut getan. Vor allem ist der "Neid" den ich manchmal auf Trinkende habe, wenn ich nicht kann oder darf nur Ekel gewichen. Und Scham.

    Wenn Dir das Alles eines Tages egal sein sollte, dann hast Du die "Arroganz" überwunden und die Gefährdung wird geringer.
    So bist Du in hohem Maße rückfallgefährdet, ich habe einen solchen "Rückfall aus Arroganz" nach 4 Monaten Trinkpause bereits durch.
    Der passiert dann auch eher Tage später, zuhause.
    NIEMALS mit anderen Trinkern vergleichen !

    Ich akzeptiere jeden, auch den der sich totsaufen will, ich muss aber auch nicht ( mit Arroganz oder Mitleid ) hinschauen ...
    Alkoholsucht, Abstinenz und Selbstverantwortung sind für mich zuallererst ein ganz privates Thema.

    Gruß Jürgen

    Hallo Jim,

    jeder hat seinen eigenen Weg.
    Wichtig ist, daß Du Dich selbst kennen lernst und beachtest.

    Natürlich können positiv überstandene Situationen die Abstinenz auch stärken, so denn keine Arroganz draus wird.
    Ich z.B. als Rückzugstrinker kann natürlich ohne Probleme in eine Musikkneipe gehen, denn dort habe ich nie auffällig getrunken.
    Aber bitte nicht mit 4 engen Freunden von mir, die sich besaufen.

    Wochenlang allein zuhaus Depressionen schieben widerum z.B. ist gefährlicher für mich.

    Gruß Jürgen

    Hallo schnuffig,

    Zitat

    Hallo Jürgen, ich würde schon gerne wissen wie du das machst.
    Ich meine, wo nimmst du denn das ganze Selbstbewusstsein her?

    Keine Ahnung, ich muss aber auch aufpassen, dass ich "auf dem Boden" bleibe.
    Und das geht nur, wenn ich "straight edge" und bescheiden lebe.
    Alkohol macht mich depressiv, der Teufelskreis würde von vorn losgehen.
    Alkohol macht mich arrogant, der Teufelskreis würde von vorn losgehen.

    Ich gehe auch 2-mal die Woche in Live-SHGs und rede über jeden Gedanken ehrlich.
    Ich passe sehr auf, daß ich negative Gedanken nicht verfolge.
    Ich bin auf dem richtigen positiven Weg, so dass die Geschwindigkeit und ob ich "ankomme" egal geworden sind.
    Ich erfreue mich an der Fröhlichkeit meiner Tiere und der Schönheit der Natur.

    Gruß Jürgen

    Hallo,

    also ich leiste mir nach wie vor den "Luxus" ungewöhnlich zu sein.
    Ich z.B. kann straight edge leben und könnte gleichzeitig manche Ansichten der "Church of Satan" teilen und manche Ansichten der "Church of God".
    Ich kann so leben wie mein Hund, bescheiden und zufrieden mit wenig, in Selbstverantwortung und ohne einen bürgerlichen Job.
    Ich habe bereits ausreichend für mich gesorgt, ich darf "weniger müssen müssen" ...
    Und das alles ohne Drogen und gerade ohne Drogen.

    Gruß Jürgen

    Hallo Mariechen,

    Toleranz und Güte sieht anders aus.
    Ich habe höchste Zweifel ( 100% ) daran, dass er es so schaffen wird, "trocken" zu bleiben.
    Wenn Du diesen Mann heiratest oder diese Beziehung fortführst, kannst Du genausogut gleich mitsaufen.
    Beides ist psychischer Selbstmord.

    Gruß Jürgen

    Hallo Olli,

    Zitat

    Die schöne schillernde virtuelle Welt besteht für mich eher aus Plattformen wie Facebo... und Co, bei denen man sich bunte Bildchen austauschen kann, massig virtuelle Freunde sammelt die man niemals kennenlernen wird, sich in Nebensächlichkeiten des Lebens verliert und als Ausdruck der Individualität alles mögliche und unmöglichen liken kann.

    siehste, das mache ich nun eher umgekehrt.
    Ich habe auf facebook keine "Freunde", die ich nicht mindestens 1-mal persönlich gesehen und gesprochen habe.
    Bin im übrigen eh erst seit kurzem dabei und habe eine sehr überschaubare Zahl an "Freunden" dort.

    Private Treffen mit "Freunden" aus Alkoholiker-Foren werde ich nicht besuchen.
    Ich treffe mich auch nicht privat mit den Teilnehmern der SHGs, die ich besuche.
    ( Ausnahmen nach Jahren und Schluß von Freundschaft ausserhalb von "Alkoholismus" denkbar ... )

    Gruß Jürgen

    Hallo Oli, hallo Leute,

    sehe ich im Grunde genau umgekehrt.

    Hier im offenen Forum möchte ich nicht mein ganzes Leben "ausbreiten".
    Ich sehe auch keinen Sinn drin, mein Leben in Buchstaben zu fassen.
    Wer mich kennen will, wird dies aufgrund jahrelanger Begegnungen und viel feinerer Dinge wie Mimik, Sprache, Blick, Gefühle plus erinnerte Erlebnisse und Inhalte tun können.
    Das geschriebene Wort ist mir da zu statisch und zu steif.

    Ich möchte auch unter Menschen, da ich sonst zu Depressionen neigen würde, wenn ich meine Abstinenz im wesentlichen allein zuhaus vor dem PC pflegen wollte.
    Mir ist der persönlich - und dennoch anonyme - Kontakt zu Menschen in einer realen Gruppe ans Herz gewachsen ...

    Hier im forum tausche ich mich eher nur über allgemeine Themen zum Thema Abstinenz aus und lese viel, um Impulse und Anregungen zu erhalten.

    Gruß Jürgen

    Hallo,

    ich halte die heutigen "Eingangshürden" für eine Therapie für zu gering.
    Dadurch kommen viel zu viele Kandidaten in den Genuss, die letztlich nicht ausreichend "Eigenmotivation" zum Aufhören haben.
    Ist aber letztlich nicht mein Problem, mir hat die Therapie etwas gebracht, weil ich auch etwas wollte.
    Ob sich die Krankenkassen oder die Rentenkassen die entsprechenden Ausgaben leisten können, sollen die bitte entscheiden.
    Die lassen auch sogenannte DSM-Studien erheben bzgl. der Rückfallwahrscheinlichkeiten / - quoten.

    Gruß Jürgen

    Hallo,

    ich "feiere" übrigens auch keinen Trockengeburtstag, sondern abstinente Kalenderjahre.
    Damit erübrigt sich auch das "Hierarchiegehabe" von "Langzeittrockenen", denn nach 25 Jahren kann der eine vielleicht 25 abstinente Kalenderjahre feiern und der 2-mal Rückfällige vielleicht 23 Kalenderjahre.

    Ich werde niemandem einreden, daß 23 abstinente Kalenderjahre nach 25 Jahren nichts oder wesentlich weniger wert sind als 25 abstinente Kalenderjahre.

    Jeder abstinente Tag ist ein guter Tag.
    Ich mache einfach immer (ein Jahr) weiter.

    Gruß Jürgen

    Hallo,

    ich finds auch egal, wie oft hier jemand einzelnes schreibt.
    Ich kann aber verstehen, wenn ein Forenbetreiber dies anders empfindet.
    Natürlich würde keine SHG und kein Forum funktionieren, wenn sich alle so verhalten würden.

    Ich fühle mich für die Abstinenz anderer nicht verantwortlich, warum auch ?
    Ich finde ein "Pull-System" - also jeder holt sich was er braucht - wesentlich angenehmer und für das Lernen von Selbstverantwortung sinnvoller als ein "Push-System" - wo Anwesenheits- und Gedankenkontrolle regieren ...

    Ich frage niemanden, wo er so lange war, wenn er nach Jahren wieder in eine SHG-Sitzung kommt, ich sage herzlich willkommen und frage bestenfalls "Wie gehts es Dir ?"

    Gruß Jürgen

    P.S.: Natürlich baue ich zu Menschen, die ich jede Woche sehe mehr Vertrauen auf, aber ich benötige kein Vertrauen darüber, ob jemand anderes Alkohol trinkt oder nicht - es ist sein Leben.
    Es ist für meine Abstinenz nicht wichtig.

    Hallo Peter,

    ich bin damals als ich endgültig aufhören wollte und merkte, allein zuhause wird das nichts, in eine Selbsthilfegruppe gegangen.
    Mir hat es geholfen, ich lebe seit Jahren abstinent.
    Ich gehe heute noch regelmäßig 1-2 mal die Woche hin.

    Ich war in etwa auf Deinem Trinkniveau.
    Ich habe allerdings immer mit "offenen Karten" gespielt.

    Ich frage mich ja, wie das Deine Partnerin NICHT mitbekommt, dass Du 1/2 Flasche Schnaps jeden Abend trinkst.
    Seht Ihr Euch so selten und lebt in getrennten Wohnungen?

    Gruß Jürgen

    Hallo zusammen,

    vereinsamt war ich eher in der Zeit, als ich allein trank, da ich ja Rückzugstrinker war und in der Öffentlichkeit eher unauffällig.
    Zudem war ich ja selbständig und dadurch nicht gezwungen zu regelmäßigen Terminen irgendwo zu erscheinen.

    In der Tat ist es NICHT einfach, sich einen neuen Freundes- und Wirkungskreis aufzubauen. Ich habe intensiv und gezielt daran gearbeitet.
    Das dauert eben Jahre, wäre aber mit Saufen praktisch unmöglich.

    Ich gehe heute 2x die Woche in eine SHG, übernehme dort auch jahresweise Dienste/Leitungsaufgaben, arbeite ehrenamtlich 3-4 mal im Monat in einer sozialen Einrichtung und gehe 2-mal die Woche zum Sport. Zuhause habe ich eine alkohol- und drogenfreie 3-er WG gegründet. Ich arbeite heute max. halb so viel wie früher, komme finanziell dennoch klar und bin zufriedener.

    Ich sage immer: "Für mich ist jeder Tag ein Feiertag." , da ich ein selbstbestimmtes und von Drogen, Konsum, Geld (nahezu) unabhängiges Leben führen kann.

    LG Jürgen