Beiträge von juergenbausf

    Hallo carpenter,

    Zitat

    Wenn mir jemand Werte vermitteln will, der nachts besoffen Auto fährt, obwohl er einen eigenen Fahrer hat und ein Taxi locker-flockig aus der Portokasse zahlen könnte, werde ich stutzig.

    tja, so ist der Alkohol, er vernebelt die Sinne und das logische Denken.
    Frau K. hat ja die Konsequenz gezogen damals, ich hoffe sie trinkt nun auch weniger oder gar nicht mehr.

    LG Jürgen

    Hallo carpenter,

    ich habe jetzt schon den größten Respekt, vor der Art und Weise wie Du Deinen Weg gehst und Dich hier beständig austauschst.
    Ich tue dies schwerpunktmäßig in 2 Live-SHGs.
    Ich habe es Dir ja sehr gewünscht, daß Du dran bleibst, war aber logischerweise nicht sicher, da dies via Forum auch eher schwer erkennbar ist.

    Ich bin ja auch eher ungewöhnliche Wege gegangen die letzten 3 Jahre und vieles davon habe ich lieber hier nicht reingeschrieben, da es auf keinen Fall einen allgemeingültig machbaren Weg darstellen dürfte.
    Ich hatte - gerade im letzten Jahr - nahezu täglichen Kontakt mit aktiven Süchtigen durch mein Engagement in der Bahnhofsmission und in sozialen Zentren.
    In manchen Zusammenhängen - nämlich den chaotisch ungeregelten - habe ich mich daraus wieder zurückgezogen, da mir dies keineswegs gut getan hat.
    Auch ein wichtiger Erkenntnisprozess.

    Ein Studium der sozialen Arbeit und Fulltime-Arbeit in einem solchen Bereich sehe ich im Moment nicht mehr, da meine Gesundheit ( anhaltende chronische Schmerzerkrankung ) und ein fehlender "Ruhepol" dies derzeit zu einer "Kamikaze-Aktion" machen würden.
    Ich engagiere mich weiterhin in SHGs und in kleinem Maße in der Bahnhofsmission.

    LG Jürgen

    Hallo kaleu, hallo an alle,


    danke für diesen - hoffentlich auch für eine(n) Co-Abhängige(n) "lesbaren" und "begreifbaren" Beitrag.

    Ich weiss nur sicher, dass ein Alkoholiker saufen kann.
    Das ist das, was ich sehe.
    Alle anderen Theorien halte ich für nicht verallgemeinerungsfähig und der eigenen Psyche geschuldet.

    LG Jürgen

    Hallo Mäuki,

    Co-Abhängigkeit bezeichnet ein umstrittenes psychiatrisches Konzept, nach dem manche Bezugspersonen eines Suchtkranken dessen Sucht durch ihr Tun oder Unterlassen zusätzlich fördern und/oder selber darunter in irgendeiner Form leiden.
    Genau um die o.a. markierte Passage geht es.

    Ich kann das nicht als Liebe betrachten sondern als mangelnde Übernahme von Eigenverantwortung für das Gesamtgeschehen.

    LG Jürgen

    Hallo,

    Zitat

    Zitat Kaleu:

    " Die Partnerschaft mit einem Suchti lässt sich nicht in der
    Partnerschaft reparieren. Es geht nicht."

    Das gilt auch und gerade für Beziehungssüchtige ( Co-Abhängige ) !
    Schon mal drüber nachgedacht ?
    Ihr seid ebenfalls süchtig ( nach dem "Problembär" / kaputten Beziehungen ! )

    LG Jürgen

    Hallo,

    ein Co-Abhängiger muss lernen, sich NICHT ständig das Hirn über andere zu zerbröseln ( um von seinen eigenen Lebensängsten abzulenken ) , die das gar nicht wollen.
    Auch ein Säufer redet kein Chinesisch.

    Insoweit ist es fruchtlos und kontraproduktiv, über die Sucht des ANDEREN zu reden.
    Es gilt, Selbstverantwortung zu übernehmen und selbst die Entscheidungen zu treffen.
    Veränderungen auch auszuhalten und durchzuhalten.

    Säufer und Co-Abhängige(r) kommen nur aus dem "Gleichgewicht", wenn mindestens EINER der beiden eine Veränderung vollzieht.
    Psychische und physische Trennung vom Suchtmittel ( hier Alkohol oder "Problembär" )

    LG Jürgen

    Hallo Andreas,

    erstmal ein Hallo und schön Dich hier noch so aktiv zu sehen.
    Das freut mich sehr für Dich - da es ja eine Ausnahme darstellt.

    Ich beteilige mich nach wie vor an 2 SHGs im Real Life und spreche daher hier im offenen Forum weniger über mein Leben und Dinge, die meine Anonymität verletzen würden.
    Ich hab hier eher gern über grundsätzliche Dinge zum Umgang mit der eigenen Alkoholsucht und der Alkoholsucht anderer geschrieben.
    Ich habe in der Anfangszeit auch ab und an mal in den Co-Themen geschrieben, kam dann aber irgendwann zu der Ansicht, dass ich da mangels eigener Erfahrung und mangels eigener Veranlagung das "Tip-Geben" lieber denen überlasse, die eine Co-Abhängigkeit selbst durchleben oder selbst durchlebt haben.
    Meine derbe, klare, oft kompromisslose Sprache kam da nämlich eher selten gut an und es macht ja keinen Sinn, andere Menschen unnötig zu verletzen.

    LG Jürgen

    Hallo lito,

    Zitat

    nur für den Gesunden ist Alkohol eine Oase der Entspannung.
    Sei es ihm von Herzen gegönnt.

    das halte ich für "Bullshit". Der Müll mit dem einen die Drogenindustrie vollabert. Tabak, Alkohol, THC, usw. sind Drogen, auf die ein gesunder Mensch getrost verzichten kann.
    Was und wieviel jeder einnimmt ist letztlich aber seine Privatsache.
    Ich muss niemandem etwas gönnen oder ihn beneiden.
    Ich brauch den Stoff nicht mehr.

    LG Jürgen

    Hallo zusammen,

    gute Gelegenheit, sich mal wieder zu melden, da ich längere Zeit nicht hier war und keinen eigenen "Fred" hier führe.
    Habe mit Live-SHGs ( 2x wöchentlich ) und anderen Dingen im Grunde zur Zeit genug um die Ohren, so daß ich das Forum mal Forum sein liess.
    Abstinenz im grünen Bereich, andere Dinge wie Finanzen, Job, Privat sind in Arbeit und entwickeln sich langsam aber stetig positiv.

    LG Jürgen

    Hallo,

    Selbstbewußtsein ist was anderes als Selbstwertgefühl.
    Bekanntermaßen trinken Menschen, um Ihr Selbstbewußtsein in einer aktuellen Situation mit anderen Menschen zu heben und das scheint in Maßen ja auch zu funktionieren.
    Das Selbstwertgefühl ist das, was überbleibt, wenn ich mich und mein eigenes Leben allein und in aller Stille reflektiere.
    Nach meiner Erfahrung schaffen es aktive Alkoholiker bestens, hohes Selbstbewußtsein mit geringem Selbstwertgefühl zu paaren.

    Als abstinenter Alkoholiker liegen Selbstwertgefühl und Selbstbewußtsein idealerweise in Waage.

    LG Jürgen

    Hallo maik,

    Zitat

    Aus meinen eigenen Entgiftungen weiß ich dass die meißten Menschen dort nur darauf warten dass es Ihnen wieder besser geht und sie dann draussen weitersaufen können. Ich bin, wenn ich ernsthafte Gespräche übers aufhören führen wollte, dort oft bei den anderen angeeckt und auch oft wieder Rückfällig geworden, weil ich gerade diese Denkweise und Gleichgültigkeit der anderen wieder viel zu schnell übernommen habe.

    die entscheidende Passage.
    Ich diskutiere nicht mit Alkoholikern übers Aufhören.
    Ich erzähle bestenfalls wo es Hilfe und Selbsthilfe gibt und von mir.
    Jeder ist für sich selbst verantwortlich und für die Konsequenzen seines Handelns.

    In der Tat scheint mir aber schon wichtig, immer meine eigene "Tankstelle" zu finden, wenn ich mich mit aktiven Süchtigen "auseinandersetzen" möchte ( Stichwort soziale Arbeit ) .

    LG Jürgen

    Hallo,

    Sport oder Bewegung und unter Menschen gehen sind 2 elementar wichtige Vorsorgemassnahmen bei depressiver Veranlagung ...
    2 mal Sport für 2 h die Woche sind bei ausgewogener Ernährung und Lebensweise völlig ausreichend, seinen Körper langfristig auf Normalgewicht zu bringen.

    LG Jürgen

    Hallo,

    ich denke mal, dass es primär auch gar nicht um "schön" geht, sondern um das eigene "(Sau)Wohlfühlgewicht".
    Und das liegt bei mir bei ca. 95-100kg.
    Zur Zeit habe ich 117kg, damit kann ich prima leben.
    Mit 142kg habe ich mich sehr unwohl gefühlt und gesund ist es sicher auch nicht.
    Die These, dass 25% der Männer auf dickere Frauen stehen, aber nicht dazu stehen, ist mir insofern ein Rätsel, als dass es für mich keinen, Grund gäbe das zu leugnen ...
    Aber jeder nach seiner Fasson.

    LG Jürgen

    Hallo schnuffig,

    Zitat

    Du denkst, dass die Menschen auf dich zukamen, weil du einen wohlgeformten Körper besessen hast?
    Du beziehst auch deine Selbstsicherheit aus eben diesem Körper?

    ich habe im Umkehrschluss noch niemanden getroffen, der seine Selbstsicherheit aus einer Adipositas Stufe 2 oder 3 bezogen hätte.
    Ganz davon abgesehen, dass es weitere gesundheitliche Probleme - spätestens im Alter - verursacht.
    Ich persönlich finde es auch nicht erotisch - aber das ist mein Geschmack.

    LG Jürgen

    Hallo maik,

    dass Dich Dein Übergewicht nervt, kann ich nachvollziehen.
    Ich selbst hatte, als ich seinerzeit mit dem Saufen aufhörte 25kg mehr auf den Rippen als heute und sah aus wie ein verfetteter Mitvierziger ...
    Adipositas Stufe 2 hätte der Arzt wohl gesagt ...
    Ich habe die 16 Wochen Langzeittherapie gleich für die Gewichtsabnahme von 16kg genutzt. Ich hatte ja jede Menge Zeit für mich dort und jede Menge Sportmöglichkeiten sowie Gesellschaft.
    Ich habe die LZT von Anfang an als eine Auszeit aus meinem "Hamsterrad" zuhause gesehen und mir die Zeit so schön wie möglich gestaltet.
    Also Sport, vernünftige Ernährung, Gesellschaft, handwerkliches Arbeiten, Therapiegespräche und natürlich Abstinenz.
    Ich habe heute noch 10-15 kg zuviel und versuche dies langfristig zu reduzieren, was zu 80% mit der Ernährung und der Lebensführung zu tun hat.
    Gegen unvernünftiges Essen anzusporteln wird - bei mir - auf Dauer nichts und ist eh nur frustrierend ...
    Aber auch ich neige zu unvernünftigem Essverhalten.

    Ich hatte mir die Prioritäten Abstinenz, Gesundheit (Gewicht), Finanzen, Beziehung, Arbeit - in der Reihenfolge - gesetzt.
    Das Ergebnis nach mehreren Jahren: Abstinenz ist erhalten, Finanzen fast ausgeglichen, Gesundheit verbessert aber noch in Arbeit, Beziehung und Arbeit noch auf Eis.

    Ich habe es nicht mehr eilig.

    LG Jürgen

    Hallo,

    Zitat

    Schön wäre es wenn es wirklich so wäre dann würde kein Süchtiger sich mehr zu Tode trinken. Viele Kranke trinken weiter obwohl sie schon mehrmals dem Tod von der Schippe gesprungen sind.

    nach meiner Erfahrung ganz "einfach".
    Saufen ist Selbstmord auf Raten.
    Als ich viel soff, wollte ich oft nicht mehr leben und kreiste in meinen depressiven Gedanken.
    Ich war zu feige zu leben und zu feige zu sterben.
    Da kam doch "der Alkohol" gerade recht ...

    Die Kranken trinken in letzter Konsequenz nicht wegen des Suchtmittels weiter. Das ist austauschbar.

    LG Jürgen

    Hallo Maik,

    das klingt wirklich haarig ...
    Ich habe nur 1-mal eine ähnliche Situation gehabt, die ich mit einem einzigen Wort überstanden habe: NEIN !
    Ich habe mich notfalls laut angeschrieen im Auto mit "NEIN!" und wenn es 10 Minuten dauerte ...
    Nachdenken und abwägen hätte mir eher nicht so gut geholfen ...

    LG Jürgen