Beiträge von Ganymed28

    Zitat von statistik

    Hey karsten,
    PN habe ich dir geschrieben. Bevor du diesen Tonfall wählst hättest du dich besser mal über mein Tätigsein in diesem Forum erkundigt und gesehen, dass ich kein 1x Poster bin.

    lg statistik

    jetzt zick hier nicht rum. Ich würde mich freuen, wenn du dableibst.

    Bei allem, was meine Mutter mit uns so angestellt hat, sie hat uns wenigstens in Ruhe gelassen, wenn wir uns abgewendet haben...ich stelle mri das schrecklich vor, da täglich den Telefonterror abzubekommen, da würd ich gerade durch die Decke gehen...

    Wie macht man das? Es sagt sich leicht "Sag ihr, dass sie nicht mehr anrufen soll!" Aber das ist ein Akt, der nicht so leicht zu stemmen ist.

    Ich habe einen Bruder, mit dem ich lange einen ganz guten Kontakt hatte, bis ich festgestellt habe, dass er die gleichen Mätzchen mit mir versucht, die mein Vater mit uns jahrzehntelang abgezogen hat. Da habe ich jetzt die Notbremse gezogen und ein kategorisches Kontaktverbot verhängt und schließlich auch mit dem Anwalt gedroht, damit er mich in Ruhe lässt. Das ist ätzend, schlimm und tut weh aber man kann in kranken Familien nunmal nicht ein "Bisschen Normalität" einfordern. Ganz oder garnicht, und wenn volle Normalität nunmal nicht geht, dann eben gar nicht aber keinesfalls Nummern ein zweites Mal durchmachen müssen.

    Zitat von Mora

    Du weißt im Grunde, das du, nur du dich selbst davon abhälst....
    Richtig?

    Das halte ich für zu kurz gegriffen. Wir schleppen alle einen Kindergarten voll traumatisierter, verletzter, enttäuschter innerer Kinder mit uns herum (oder Persönlichkeitsanteile, Konflikte wie auch immer man es benennen möchte). Ich kann mich an Zeiten erinnern, da waren die Stimmen in meinem Kopf so ein Durcheinander, dass ich von einem "Ich" überhaupt nicht mehr sprechen konnte.

    "Wir suchen nicht das, was uns gut tut, sondern das, woran wir gewöhnt sind." Diese Erkenntniss war ein enormer Meilenstein in meiner persönlichen Entwicklung, denn in der Benennung der Blockade, die mich an der weiteren Entwicklung gehindert hat, konnte ich sie im wachen Bewusstsein anpacken: Gerade weil ich blockiert bin, mache ich Therapie. Gerade weil ich Chaos gewöhnt bin, will ich mir helfen lassen. Gerade weil die dumpfen Gedanken so tief in mein Gehirn eingegraben sind, will ich wissen wie ich sie loswerden kann.

    Zitat von Ganymed28

    was zum Glück dazugehört, das hole ich mir jetzt

    Was gehört denn für Dich dazu ?

    Grüße
    Tina[/quote]

    zusammengefasst: Normalität.

    Ein normaler Job und eben nicht zwangsläufig etwas in sozialen Sektor. Normale Freunde und nicht zwangsläufig Seelen, die mehr oder weniger einen Kernreaktor kurz vor der Schmelze mit sich herumschleppen. Normaler Umgang mit Geld und nicht das permanente Gefühl "sich was gönnen zu müssen" um dann eben doch ruckzuck wieder pleite zu sein, egal wieviel ich verdiene. Normaler Umgang mit meinem Körper und kein blockiertes herumgammeln und gedankenloses Reinstopfen, bzw. kurzfristige Ersatzbefriedigungen. Normale Hobbys, der vollständige Zugriff zu meinen Energien, das Bewusstsein über meine Talente - aber eben auch über meine Grenzen. Die Akzeptanz, dass ich nicht nur "einigermaßen in Ordnung" bin, sondern ich - gerade durch meine Prägung - besonders viel und besonders gutes zu geben habe. Unbefangenheit, Unbeschwertheit. Gedanken, die über das nächste Urlaubsziel, den nächsten Autokauf oder die optimale Hausfinanzierung kreisen und nicht über "Warum haben meine Eltern/Geschwister/Exchefs/Exkollegen so mies behandelt"

    Aber wie gesagt. ich bin da auf dem guten Weg. Ich habe im Moment von allen Seiten enormen Sympathiezulauf, bin innerlich völlig entkrampft. Mein letzter Post als M---ello brachte es für mich auf den Punkt: Ein Lottogewinn ist für mich uninteressant. Mein Lottogewinn ist mein Leben. Das zu entdecken, zu gestalten und die Schleifen zu erfahren, dass alles, was ich projektiere auch wirklich funktioniert gibt mir mehr Glücksgefühle alls alles andere.

    Wenn ich von mir selbst ausgehe...


    Fürchterliche Wutausbrüche...wochenlanges Ablenken mit Computerspielen oder Fernsehen...unglaubliches Misstrauen...plötzliche Stimmungskipper...Flashbacks...dämliches, peinliches Benehmen...

    meine Güte, meine Frau musste schon was mitmachen mit mir in den letzten 16 Jahren. Aber sie ist immer noch bei mir. Danke Mausi.

    jau, war wohl ein Fehler mit ganymed dort weiter zu machen, womit ich bei M aufgehört habe.

    Aber grundsätzlich hast du recht: Es hilf vor allem einem selbst, die Dinge zu benennen. es ist wie im kleinen Prinzen "Du kennst nur, was du zähmst" - und um etwas zu zähmen, muss man es erst benennen.

    ICh suche immer nach den "Formeln". Die Namen für die Konflikte, die Etiketten auf den Einmachgläsern, damit ich weiss, was drin ist und wie damit umzugehen ist. Wenn es dann einmal "klick" gemacht hat, ist es zumeist ganz einfach, so eine alte Struktur auch loszuwerden. Vieles ist ja so x-mal um die Ecke verzwickt, dass es ewig dauert, bis der Dschungel aus "wenns" und "abers" und "warums" so gelichtet ist, bis man zum Kern der Sache vordringen kann. Dann aber, wenn das große "AHA!" da ist, kann man auch loslassen.

    Also, hier konkret: Anstatt mich über den Umweg meiner Mutter zu retten, kann ich mich (bzw. mein "inneres Kind") auch direkt retten und meine Mutter in Ruhe lassen. Da haben alle mehr von. Ich fokussiere mich auf meine eigene Verantwortung und lasse die Verantwortung für das Wohlergehen meiner Mutter bei ihr - mit oder ohne Sauferei, es ist zu 100% ihr eigenes Ding, wie sie ihr Leben organisiert.

    Zuallererst sei aber festgehalten: Ich bin nunmal da. Und das ist gut so. Dafür brauche ich mich bei niemanden zu entschuldigen und wer mir was anderes reindrücken will, der tickt eben nicht ganz richtig (wir kennen ja die Sprüche: Ach Kind...wärst du nicht geboren worden...).

    Das ist die Basis. Ich bin da und das ist gut so. Ich darf hier sein, ich habe ein Recht dazu und was zum Glück dazugehört, das hole ich mir jetzt. Das kann man nicht oft genug wiederholen.

    Zitat von Spedi


    Und nur auf die kommt es an, die Theorie -mit Verlaub- ist für'n Ars.. und hilft niemand.

    LG
    Spedi

    Ich hab hier unter meinem alten Nick schwer einen drüber bekommen, weil ich oft ein "wir" benutzt habe und nicht bei mir selbst geblieben bin. Darum bitte ich dich, das auch so zu halten. Wenn du mit dieser Erkenntniss nichts oder noch nichts anfangen kannst, dann ist das dein Ding.

    Die Erkenntniss, dass es dem EKA im Grunde nicht um die Rettung der Mutter sondern vielmehr um die Rettung der eigenen Seele geht ist - zumindest den Beiträgen hier im Forum nach zu Urteilen - lange davon entfernt, so etwas wie "State of the Art" zu sein. Darum würde ich gerne das weiter kommunizieren und diskutieren, ohne da gleich einen für drüber zu bekommen.

    Hallo,

    ich bin sowohl geisteswissenschaftlich als auch naturwissenschaftlich bewandert, was mich grundsätzlich immer in die Situation bringt, jedes Problem lösen zu wollen. Naja, kommt ja schonmal vor, dass ein EKA eine Problemlösungskompetenz hervorbringt, ne?

    Jedenfalls lese ich hier immer wieder die gleiche Frage: Mama trinkt - was kann ICH tun? Und das nicht von 8jährigen sondern von Ü30ern, die es "eigentlich" wissen müssten, dass man da von aussen eben nichts machen kann. Aber hartnäckig ist da die Vorstellung, dass es da irgendwas geben muss, wie das Kind die Mutter/Vater retten kann.

    Die Crux liegt glaube ich darin, dass ein Kind sich immer selbst die Schuld gibt, wenn es die Eltern leiden sieht. "Ich mache was falsch" ist da die natürliche Reaktion. Alle Kinder reagieren so. Was aber auch natürlich ist, denn so können uns die Eltern idealerweise subtil und einfühlsam erziehen, nach dem Motto "Mach die Mama nicht traurig".

    Indem es aber mit einer permanent leidenden Mutter konfrontiert wird und keinen Ausweg daraus erkennen, egal wie sich das Kind auch dreht und wendet, wächst dieser riesige Schuldkomplex - der wieder irgendwie abgebaut werden will. Es ist also eine Spirale, die sich immer weiter hochschraubt: Mama leidet - ich bin schuld - ich strenge mich an - Mama leidet immer noch - meine Schuld ist also NOCH größer - ich strenge mich NOCH mehr an...usw...

    Meine Theorie lautet also: Ein EKA versucht nicht die Mutter zu retten, sondern sich selbst. Wenn es die Mutter retten kann, legitimiert es seine eigene Existenz. Denn solange die Mutter leidet, kann das Kind nicht sicher sein, ob es nicht besser gewesen wäre, wenn es überhaupt nicht geboren worden wäre. Und irgendwann (so ging es mir) wurde jeder Blick, jeder Suff, jeder Ausfall der Mutter als Vorwurf für das eigene Dasein interpretiert. Und nicht nur das - genügend von uns habens ja auch schon gesagt bekommen "Du bist schuld, dass es mir schlecht geht".

    Es ist enorm schwer, da raus zu kommen. Aber es geht. Ich entschuldige mich jedenfalls nicht mehr für meine Existenz. Ich bin, und das ist gut so.

    Zitat von marc80

    Ohman.. das kann ja heiter werden...

    Danke !!

    Dann spar dir doch den Affentanz. Du rettest deine Mutter nicht mehr. Du darfst trotzdem leben. Ich weiss, das ist sauschwer zu verstehen und verinnerlichen aber das ist die ganze Wahrheit: Jeder geht seinen Weg. Lass sie den Ihren gehen und geh du deinen. Die Liebe, die dir als Kind gefehlt hat, kannst du dir heute woanders holen.

    Entmündigungen sind rechtlich kaum durchsetzbar. UNd was soll das bringen? Willst du sie etwa nach Hause nehmen und sie beaufsichtigen?
    Wenn sie ins Pflegeheim zwangsversetzt wird, wirst du auch zur Kasse gebeten. Das würde ich an deiner Stelle so lange wie möglich vermeiden, das kann in die tausende gehen.

    Lass einen erwachsenen Menschen den Weg gehen, den er gehen will. Du hast ein eigenes Leben und das wartet auf dich.

    Zitat von AKKA

    Könnte auch sein, denn eigentlich DARF es mir ja nicht gut gehen...

    Diese eingeimpfte schiefe Schaltung ist wirklich zum verrücktwerden.

    Manchmal hilft da nur ein tägliches Mantra:

    Es DARF uns gut gehen! Das Leben LIEBT uns! Die Welt WARTET auf uns! Wir sind STARK, VOLLER LIEBE und VOLLER KRAFT!

    Ende Gelände, Schluss im bus, Schicht im Schacht! Das ist so und das bleibt so. Himmeldonnerwetter....!!

    Zitat von silke89


    ich habe kein klotz am bein verloren!
    ich hab meine Mutter verloren, die person, die mich zur welt brachte und die mich zu dem geformt hat, was ich nun bin.
    kann, ist falsch

    Wenn du das so sehen kannst, ist es umso besser. Das Feuer, in dem wir geschmiedet wurden hat uns zerbrochen oder zu stärkeren Menschen gemacht.

    Es tut mir leid, wenn ich deine Gefühle verletzt habe, ich wollte nur aus der Ich-Perspektive schreiben und bei mir ist es nunmal so, dass ich den Tod meiner Mutter herbeisehne...ohne ihr dabei böses zu wollen. Sie liegt ohne jeden Kontakt in ihrem Pflegeheimzimmer, bekommt kaum Besuch (nur von mir, obwohl sie 5 Kinder hat), dämmert dahin und ich kann froh sein, wenn sie mich überhaupt erkennt.

    Gib deiner inneren Heilung eine Chance. Wenn du etwas Positives aus dem Leben mit deiner Mutter mitnehmen konntest, ist es umso besser. Lass sie dankbar und in Liebe gehen, wenn du ihr noch etwas zu sagen hast, sag es ihr an ihrem Grab. Das hilft.

    Zitat von sunshinelady712

    Hallo Ihr Lieben,
    danke erstmal für eure Antworten, das hat mich ein bissl gestärkt.

    Also ich wohne noch zu Hause hab aber meinen eigen Wohnbereich (Wohn-Schlafzimmer, Küche + Bad).
    Mich belasten im Moment nur die extremen Stimmungsschwankungen und das wenn man etwas zu Ihr sagt , Sie es gleich persönlich nimmt und sich angegriffen fühlt. Sowas kenn ich von Ihr nicht.

    Lg sunshinelady

    Du kannst sieser belastenden Situation nur aus dem Weg gehen, indem du ausziehst. Und zwar so weit wie möglich. Bleibst du da, wirst du krank, bis du selbst mit dem Saufen anfängst. Willst du das?

    Ja, diese Angst kenne ich auch. Aber ich habe sie "besiegt". Aber das ist im Grunde das falsche Wort, denn man "besiegt" nur, was man "bekämpft" hat. UNd genau das ist der falsche Weg: Man "bekämoft" eine Angst nicht, man hört ihr zu. Wenn ich heute vor etwas Angst habe, dann sehe ich das als Herausforderung.

    Nein, nicht du hast heute die Angst. Sondern es sind deine "inneren Kinder" die immer noch darauf warten, dass sie jemand tröstest und beschützt.

    DU bist heute eine erwachsene Frau, die beschützen und trösten kann. Der Trick besteht darin, heute, als erwachsener und starker Mensch seine inneren Kinder genau dort abzuholen, wo sie stehen geblieben sind.

    Darüber gibt es eine Menge Literatur aber es ist im Grunde ganz einfach. Jeder deiner Schmerze, jede Angst, jede Wut, jeder Drehwurm im Kopf und jeder Klotz im Magen ist ein inneres Kind, was getröstet werden will. Man muss nur genau hinhören. Sie kommunizieren lange nur mit Gefühlen aber es kann auch sein, dass sie mit Worten sprechen. In jedem Fall lassen sie sich finden, beruhigen, trösten...und genau so, wie sich ein schluchzendes Kind in deinen Armen beruhigt und wieder Mut fasst, so beruhigen sich auch die inneren Kinder. Und verschwinden. Eines nach dem anderen, Konflikt für Konflikt, Schmerz für Schmerz geht - und bleibt weg. Versprochen.

    Lass das mal mit deinem Vater besuchen. Das ist im Moment das letzte was dir guttun kann.

    Ich bin 40 und meine Mutter ist endlich im Pflegeheim. Ich hoffe wirklich, sie stirbt bald. Ich kenne sie nur voll oder in der Psychartrie.

    Ich beneide dich. Du bist so jung. Jetzt kannst du loslassen. Geh zu ihrem Grab und sag ihr alles, was du ihr schon immer sagen wolltest. Mach das so oft du es brauchst. Verarbeite die Sache, nimm dir Hilfe dazu, wenn du es alleine nicht schaffst.

    Aber in deinem Verlust liegt eine Chance. Ihr Tod hat Fakten geschaffen. Du bist jetzt frei.

    Du bist 23.

    Geh. Leb dein eigenes Leben. Alkoholismus ist eine schlimme Sache aber es liegt in der Verantwortung des einzelnen, sich ihm zu stellen - oder eben nicht. Denn es liegt auch in der Freiheit des einzelnen, ein leben mit dem Alkohol zu wählen.

    Erwachsen sein bedeutet, sein eigenes Leben zu führen. Du bist nicht der Alkoholiker, darum konzentrier dich auf deine Ziele und kümmer dich nicht um die Lebensplanung anderer.

    "Helfen" kann man da nicht. Das ist nunmal so. Macht aber nichts. Du hast ein eigenes, wunderschönes Leben, das du gestalten kannst, wie du möchtest. Auf manche Wege muss man andere nunmal alleine gehen lassen. Da kannst du niemanden begleiten.

    Da draußen wartet ein enorm spannendes Leben auf dich. Lass es nicht zu lange warten.