Beiträge von jennyli

    Hallo liebe Mitlesenden...

    ...ich bin kraftlos, traurig... habe einen Kloß im Hals und alles dreht sich. Ich war so standhaft, so "gut" im nicht-kontrollieren, nicht hinterhertelefonieren. Es ging mir besser damit, das habe ich ganz schnell festgestellt.

    Und nun?

    Die Sterne stehen nicht gut für uns, es wird alles so dermaßen verkompliziert von RV, Klinik, Nachsorge & Therapeuten. Er hat erst am Freitag ein Beratungsgespräch zwecks Auffangtherapie... puh, er weint, ist verzweifelt, traurig, ratlos. Ich habe Angst um ihn! Es geht mir nicht mehr darum diese Beziehung zu "retten", ich habe einfach nur Angst um IHN als Menschen. Es zieht unglaublich Energie all daß mitzuerleben. Ich weiß ich hab die Wahl, aber er ist am Boden, wie kann ich ihn jetzt auch noch rauswerfen??? Er WILL die Sucht loswerden, möchte nicht mehr trinken,
    das beteuert er mir jeden Tag aufs Neue.

    Versteht mich jemand?

    Guten Morgen Ihr Lieben!

    Ja, Sonnenblümchen, Du machst das gut so! Ich habe gemerkt dass es mir auch besser geht wenn ich es "einfach" sein lasse. Ich versuche es mit aller Kraft, denn, ich würde es eh nicht ändern oder verhindern können. So weit bin ich! Und das werde ich auch heute wieder schaffen!

    Das Wochenende war ruhig.
    Gestern war unsere Kleine auf einem Kindergeburtstag, wir waren also alleine und in der Sonne spazieren. Ich überlegte noch kurz ob ich auf sein Angebot eingehen soll...von wegen konsequent abgrenzen und so, aber dann hats mich doch "erwischt" und ich bin mitgegangen. Wir hatten einen schönen Nachmittag, wenn er auch nicht frei und unbeschwert war, denn der Dämon "Alkohol" schwebt immer über uns. Abends hat er gekocht und der Abend verlief ruhig und ok. Heute früh habe ich ihm allerdings erneut klar zu verstehen gegeben, daß sich an meiner Einstellung zu Allem "nur wegen" eines schönen Nachmittags nichts ändert und er "die Sache" nicht aussitzen kann. Es ist SEIN Leben, SEINE Sucht, ich mische mich nicht mehr ein. Ihm muss nur klar sein daß ich meine Konsequenzen ziehe, sollte es weitergehen wie in den letzten zwei Wochen. Er ist Freiberufler (kommt damit "natürlich" überhaupt nicht klar, finanzieller Druck, Auftragsschwierigkeiten all das...), ist auf der Suche nach etwas Festem. Er hat sich beworben, setzt alles auf eine Karte und hofft daß es klappt. Er meint doch tatsächlich, daß er mit einem festen Job schon ein ganzes Stückchen weiter wäre und dann "in Ruhe", ohne finanziellen Druck, weiter an der Bekämpfung seiner Sucht arbeiten kann... ich gehe darauf nicht ein...das kann einfach nicht funktionieren. In den Herbstferien nächste Woche werde ich in jedem Fall alleine (und nicht wie geplant gemeinsam) mit unserer Tochter wegfahren. Das ist für mich schon mal ein großer Schritt!

    Liebe Joanne, wie alt ist Deine Tochter?

    Ich wünsche Euch einen schönen, ruhigen Tag*

    Danke Grazia!
    Ich bin mir dem Ganzen noch nicht so bewusst.
    Ich glaube ich bin noch immer der tatsächlichen Meinung "ändert ER sich wird alles gut..."

    Wahrscheinlich habe ich in meiner Kindheit suggeriert bekommen, daß man nur gemeinsam glücklich sein kann. Dass der Eine den Anderen braucht...
    Auch, daß es solche "Abgründe" in "normalen" Familien nicht gibt...

    Das Buch habe ich mir gerade bestellt!
    Bin gespannt!

    Danke für Eure Rückmeldungen, sie geben Kraft und schenken Mut!

    Hallo Melanie,

    danke für Deine Rückmeldung!

    Ich glaube ich habe Verlustängste, Angst einer neuen Situation ausgesetzt zu sein, mein Leben neu sortieren zu müssen. Ich komme aus einer heilen Welt, meine Kindheit war wunderschön, meine Eltern lieben sich noch heute und sind glücklich miteinander. Vielleicht möchte ich all dies auch, zumindest nach außen hin, darstellen...daß das in meinem Fall verlogen ist ist mir klar. Aber ich halte mich an jedem Lichtblick fest, an jedem guten Gespräch welches wir ja doch noch immer hin und wieder führen. Ich halte auch daran fest, daß er mich NICHT für seine Sucht verantwortlich macht, gelernt hat woher dieses Verhalten kommt, sich trotz allem mit seiner Tochter beschäftigt... Dennoch ist die traurige Billanz in diesem Jahr die in der letzten Woche durch einen Rückfall beendete Langzeittherapie...

    Ich weiß daß ich auch alleine mit unserem Kind ein gutes Leben führen kann, dazu fühle ich mich in der Lage - keine Frage. Aber ich denke noch immer daß es vielleicht einen anderen Weg als eine Trennung gibt!?

    So naiv - stimmt´s!?

    Mit dem Co-Abhängigsein beschäftige ich mich nun auch schon eine Weile, allerdings versuche ich auch hier alles mit mir selbst auszumachen, habe mich erst jetzt dazu durchgerungen einen Termin bei einem Psychotherapeuten zu machen.... wie schon gesagt, theoretisch weiß ich was zu tun ist, wie ich handeln und reagieren sollte, aber irgendwie stehe ich nicht 100% dahinter und kann es einfach nicht umsetzen :(

    Wie hast Du denn daran gearbeitet?
    Hast Du viel gelesen, oder Dich auch in eine Psychotherapie begeben?

    Grüsse, Jen

    Hallo Melinak,

    ich lesen Deine Beiträge so gerne, sie geben Mut!
    Ich wäre so gerne schon an dem Punkt an dem Du zu stehen scheinst. Es hört sich alles so klar an! Warum ist es nur so schwer dieses Verhalten zu übernehmen!? Theoretisch weiß man doch daß es das Beste ist...

    Liebe Joanne...ich fühle mit Dir! Auch bei uns ist es gestern Abend wieder mehr oder weniger eskalliert. Mein Partner war bei in seiner SH Gruppe und hat, Achtung, es ist unglaublich - er hat DANACH getrunken! Auch er weint viel vor mir, auch im klaren Zustand, er ist sich seiner Sucht bewusst aber irgendwie hat er noch keinen Weg gefunden dauerhaft trocken zu bleiben. Ich wäre froh würde er wieder ins KH gehen!

    lieben gruss jen

    hallo ihr lieben*

    hier bin ich wieder! hatte mich im mai diesen jahres angemeldet, mich vorgestellt und auch ein thema eröffnet. seitdem habe ich dann jedoch "nur" noch gelesen, möchte jetzt aber wieder aktiver sein und auch selbst schrieben.

    hier noch mal mein vorstellungstext:
    meine aktuelle situation:
    nach meinem letzten beitrag im mai ist mein partner für 2 wochen ins kkh gegangen und anschließend für 8 wochen stationär in einer suchtrehabilitations-klinik aufgenommen worden. dem folgten 6 wochen tagesklinik. während des stationären aufenthalts ging es ihm ziemlich gut, auch die ersten wochen in der tagesklinik waren gut. er hatte einen geregelten tagesablauf und arbeitete wirklich hart an sich. auch ich habe die zeit genutzt, den abstand genossen und mich wieder lebendig gefühlt. leider verschlechterte sich sein psychischer zustand in den letzten zwei wochen der tagesklinik extrem und er wurde rückfällig, welchen er seinen ärzten auch gestand. leider akzeptierte er die konsequenz sich direkt wieder ins kkh einweisen zu lassen erst am darauf folgenden tag, von der therapie wurde er mit sofortiger wirkung ausgeschlossen. nun ist die ambulante nachsorge in gefahr da die RV bei einer abgebrochenen therapie wohl nicht mehr zahlt. nun muss er endlich mal mit der konsequenz seines handelns umgehen...

    tja...so sieht es aus...

    mir geht es entsprechend schlecht, das auf und ab hat erneut begonnen ich weiß daß es an mir liegt eben dieses für mich zu beenden. die letzten monate habe mir jedoch gezeigt daß er es auch anders kann und wirklich an sich arbeitet. die erkenntnisse der letzten monate sind nicht verloren, er hat erkannt warum er süchtig ist, besucht regelmäßig SH gruppen. seit dem rückfall hat er nicht mehr getrunken, aber er ist nach eigener ansage psychisch nicht stabil genug. ich habe einen termin für mich bei einem psychotherapeuten gemacht...

    was kann ich für MICH tun? ich versuche euren ratschlägen zu folgen, mich NUR um mich und um unser kind zu kümmern, ihm NICHT hinterher zu telefonieren, NICHT zu kontrollieren... es ist ein schwerer weg, ich ziehe meinen hut vor all denjenigen die es geschafft haben in einer solch verfahrenen situation die richtigen entscheidungen getroffen zu haben.

    liebe grüsse, jenny

    hallo ihr lieben, danke für eure rückmeldungen! natürlich kam er wieder nach hause, reumütig und traurig, traurig über das wie es ist und wie es ihm geht. das es mir schlecht geht, er nicht mehr lebensfähig sei und und und. ich bin nicht in der lage ihm die tür konsequent zu weisen...habe ihm aber erneut zu verstehen gegeben, daß ich nicht denke daß wir es so durch die nächsten tage schaffen. er ist einsichtig und versteht auch daß es so nicht weiter geht, gerade jetzt ist er bei seiner therapeutin die mit ihm einen neuen plan durchsprechen will. ich hoffe wirklich sehr, daß er ab morgen in die klinik aufgenommen werden kann. ich sehe einfach keine andere chance... keine andere chance für ihn und schon gar keine für uns. theoretisch hätte ich immer gewusst wie ich in so einer situation reagieren würde, aber nun ist alles hinfällig. WIE SCHMEISST MAN DEN MENSCHEN DEN MAN LIEBT RAUS? wie macht man das? grüsse*

    hallo ihr! ich bin einfach ziemlich naiv, gutgläubig und harmoniebedürftig. im "sich-schön-reden" war ich offensichtlich auch schon immer ganz gut:-( nun ja, lange genug hat es funktioniert. aber jetzt will ich nicht mehr funktionieren!!! ich kann diese launen, diesen blick etc nicht mehr ertragen. außerdem habe ich erkannt, daß meine kräfte nachlassen und ich das alles nicht mehr länger vor unserer tochter verbergen kann. ich bin nunmal traurig, genervt, gereizt, verunsichert, wütend und und und wenn ich bemerke daß er wieder getrunken hat. wie soll ich das vor ihr zurück halten!? sie ist so feinfühlig,vor ihr kann ich nicht länger gute miene zu bösem spiel machen. er ist ein wirklich guter papa - wenn er nüchtern ist! ich habe ihm am wochenende geasagt, daß ich möchte daß er bis montag abend verschwunden ist. ich möchte mich nicht entgültig trennen, aber eine räumliche trennung ist mehr als nötig um endlich wieder einen klaren gedanken fassen zu können. heute am frühen abend war er unglaublich gereizt und wollte schon nicht mit uns zu abend essen. darauf hin ist er gegangen... er stellte das ganze so dar, als wäre ich diejenige mit der man nicht zusammen leben könne, ich wäre hektisch, gereizt, würde ihm nur noch vorwürfe machen. jetzt ist er wohl bei seinem freund untergeschlupft, der mich gerade per sms informiert hat daß ich mir keine sorgen machen müsse (er weiß bescheid und bei ihm gibt es keinen alkohol)...ich wette er bleibt nur bis morgen, hat kaum etwas mitgenommen. seinen laptop (den er zum arbeiten benötigt) hat er auch hiergelassen. wir können einfach nicht mehr gut miteinander umgehen. die wochenenden sind immer sehr schön, da ist die komandora, also ich, alias "die aufpasserin", ja auch ständig dabei. wir unternehmen schöne dinge mit unserer kleinen und er kommt nicht zum trinken. sobald die woche beginnt wendet sich das blatt und er wird zum mr.hyde. es geht so einfach nicht mehr... tja, was soll ich sagen. seine therapeutin hat wohl einen "ganz tollen" plan für ihn (teils stationär,teils tagesklinik). ich frage mich nur wann es endlich losgeht und wie ich mich in der zeit bis dahin verhalten soll.... wenn ich ehrlich bin würde ich mir wünschen, daß er bis dahin einfach weg bleibt... dann muss ich wohl stark sein und ihn bitten wegzubleiben. wie schaff ich das nur? jetzt denke ich, ich werde vor sorge umkommen... wir waren uns doch mal so nah!

    traurige grüsse*

    Hallo Ihr Lieben, ich bin 31 Jahre alt und leben mit meinem alkoholabhängigem Freund und unserer kleinen Tochter (4 Jahre alt) in Berlin. Wir sind seit 2002 ein Paar und haben schon viele Krisen gemeißtert. Seit 2009 ist mein Partner "offiziell" Alkoholiker, ich wusste natürlich schon länger daß sein Verhältnis zum Alkohol nicht gesund war. Nach seinem ersten Entzug (01/2010) ging es ihm sehr gut, doch leider hat er sich nicht weiter um eine Therapie gekümmert und hat den Kontakt zu seinem Psychotherapeuten erst wieder gesucht als ihm seine Sucht erneut zu denken gab und es ihm dann relativ schnell schlecht ging. Im März/April lies er sich dann erneut in eine Klinik einweisen. 2 Wochen Entgiftung. Im Anschluss wollte er direkt eine Theraphie in einer Tagesklinik (über 12 Wochen oder länger) machen, doch da er zusätzlich noch Cannabis-Abhängig ist und als Voraussetzung für die Tagesklinik eben gilt nicht aktiv zu konsumieren zieht sich der Prozess dahin.... Sein letztes Gras hat er nun letzte Woche weggeschmissen und er besucht seit der Zeit in der Klinik die Vorbereitungsgruppe zur Tagesklinik. Ich habe das Gefühl daß er wirklich aktiv etwas an der Situation ändern möchte und so sehr unglücklich ist. Doch irgendwie packt er es nicht... einen Rückfall gab es bereits letzte Woche, seitdem trinkt er sporadisch alle paar Tage.
    Ich bin hin und her gerissen wie es weitergehen soll. Ich denke daß ich all das gerade noch gut vor unserer Tochter abfangen kann, weiß aber nicht mehr wie lange. Natürlich bin ich traurig, wütend und und und...vor allem wenn er wie jetzt gerade auch einfach nicht erreichbar ist, mein Bauchgefühl sagt mir was los ist. Ich HASSE dieses Gefühl. Wie kann ich ihn dennoch auf diesem schwierigen Weg "helfen" bzw ihn begleiten!? Auch wenn ich theoretisch weiß daß er da alleine raus muss...

    Ich würde mich gerne hier im Forum austauschen und lernen wie ich mit dieser Sucht umgehen kann.

    Liebe Grüsse*