Beiträge von Solea

    Liebes Forum,
    heute muss ich mich wieder an euch wenden, und hoffe sehr, dass mir jemand mit Erfahrung einen Rat geben kann.

    Ich stehe immer noch in Kontakt zu dem Mann, der im Mai "wegen mir" einen Rückfall hatte. Nach dem Rückfsll zog er sich zurück, wir haben aber nicht aufgehört, uns zu schreiben, wenn auch seltener.
    Ich liebe ihn und wollte als den Menschen hinter dem Suchtkranken nicht aufgeben.
    Während des Schreibens sind wir uns wieder näher gekommen. Allerdings fâllt mir auf, dass er kaum im der Lage ist, auf meine Gefühlslage einzugehen. Ich entschuldige dies für mich damit, dass er genug mit sich selbst zu tun hat. Er denkt, er ist trocken, aber von euch weiss ich, er ist ein nasser Alkoholiker in der Trinkpause. So alle drei bis vier Monate hat er einen Rückfall.
    Auf jeden Fall hatten wir lange Zeit (8 Mon.) eine schöne Mailfreundschaft, er blieb auch immer auf Distanz, weil er der Ansicht war, er könne zum jetzigen Zeitpunkt keine Beziehung haben.
    Seit drei Wochen nun ist er wie ausgewechselt, ich habe den Eindruck, er denkt im Zusammenhang mit mir nur noch an Sex. Ich bin irgendwie geschockt, weil er plötzlich so "hemmungslos" mir gegenüber ist und ich weiss nicht, was ich nun davon halten soll. Ich habe auch schon daran gedacht, ob er wieder trinkt, denn er ist so anders. Er sagt zwar, er liebt mich, aber immer nur im Zusammenhang mit Sex.
    Was mich auch irgendwie fertig macht, dass ich jetzt auch damit beginne, Angst zu haben, dass er wieder trinkt. Wenn das passiert, bin ich eine Zeitlang wieder komplett abgemeldet.

    Ist es möglich, dass sich jemand so komplett ändern kann?
    Ehrlich gesagt, denke ich jetzt ernsthaft an einen Rückzug, weil ich Angst habe, nur benutzt zu werden.

    Hat jemand von euch schonmal etwas ähnliches erlebt?
    Wie seid ihr damit umgegangen?

    Ich hoffd sehr, ihr könnt mir einen Rat geben, ich bin sehr unsicher.

    Liebe Grüsse an alle
    RB

    Liebe Mostwanted, Hanna, Aurora
    Lieber Ganymed,

    vielen lieben Dank für eure Antworten.
    Was ihr mir ratet, habe ich fast erwartet, nachdem ich hier so einige Geschichten gelesen habe. Ja, ich werde wohl den Rückzug antreten, ihr habt recht. Ich meine, eigentlich war ja eh schon alles entschieden, indem er sich zurückgezogen hatte. Ich war mir nur nicht sicher, ob ich weiter schreiben soll oder nicht. Aber die Perspektive ist wirklich trostlos, der Gegner, die Sucht, für mich unüberwindbar.
    Ja Hannah, er hatte den Rückfall wegen der starken Gefühle für mich, er konnte die Anspannung nicht aushalten, jetzt bin ich wohl irgendwie der Feind, den es zu meiden gilt. Es tut alles sehr weh, aber es ist schon etwas besser geworden. Besonders haben mir eure Posts geholfen, wenn ich meinen Verstand ein- und das Herz ausschalte, ist die Sache klar. Ich stelle mir dann vor, wie eine echte Beziehung zu ihm wäre, bei der kleinsten Krise wäre die Katastrophe vorprogrammiert.
    Was mich jetzt ehrlich auch geschockt hat, dass er garnicht wirklich trocken ist. Er hatte einen Rückfall im Januar, den letzten im April. Er spricht auch davon, dass er noch Lust auf Alkohol hat, aber wüsste, dass dies im Moment nicht gut sei für ihn.
    Ich dachte dann "Hallo! Du kannst überhaupt nie mehr Alkohol trinken"... habe aber nichts gesagt.

    Ich hoffe, ich kriege es hin mit dem Rückzug. Manchmal schickt er SMS oder kleine Mails, ich springe dann immer gleich drauf an und antworte. Sobald ich mit dem Antworten aufhöre, wird von ihm auch nichts mehr kommen.

    Das ist schon eine seltsame Liebe, bei der man den anderen einfach so zur Seite schiebt...

    Liebe Grüsse an alle
    RB

    Hallo MW75 und Aurora,

    vielen Dank für eure Antworten, es tut sehr gut, wenn man sieht, dass man nicht alleine ist. Deine Geschichte MW75 habe ich schon ein bischen gelesen, wir haben echte Paralellen, ausser dass du schon eine Beziehung hattest, und es bei mir erst ganz am Anfang ist.

    Im Grunde habe ich das, was ihr mir ratet, auch schon gedanklich in Erwägung gezogen, mich kompett zurückzuziehen. Andererseits denke ich halt aber auch an den Menschen, wenn die Gefühle aussen vor sind, verstehen wir uns gut. Ich weiss auch nicht, ob ein Alkoholiker noch nass ist, wenn er hin und wieder Rückfälle hat...? Ehrlich gesagt, habe ich die ganze Thematik gehörig unterschätzt. Es hat mir so unglaublich weh getan, dass er mich nach unserem Treffen einfach so "weggestellt" hat. Er ist absolut nicht in der Lage, auf mich oder meine Gefühle einzugehen, er dreht sich nur um sich selbst. Ich versuche jetzt, dass ganze über Verständnis meinerseits zu verarbeiten, also ich meine damit, dass ich selbst verstehen will, wie so jemand tickt. Das ich hier nicht helfen kann, ist klar... ich weiss nur noch nicht, wie ich es mit dem abstellen meiner Gefühle bewältigen soll.

    Liebe Grüße
    RB

    iebes Forum,

    ich habe mich in einen Alkoholiker verliebt.
    Er ist im Moment trocken, hat sich aber auch in mich verliebt und
    deswegen einen Rückfall erlitten.
    Ich weiss nun nicht wie ich mich verhalten soll, da mich schwere
    Schuldgefühle plagen. Ich habe nun die Hoffnung, dass mir
    hier jemand weiterhelfen kann. In meinem Lebensumfeld habe ich
    niemand, mit dem ich darüber sprechen, geschweige denn,
    Ratschläge aus Erfahrung erhalten kann.
    Ich muss noch dazu sagen, wir haben uns im Internet kennengelernt.
    Er hatte mir nicht erzählt, dass er Alkoholiker ist. Dass kam erst später heraus, nachdem er sich ein paar Wochen nicht mehr gemeldet hatte. Er hatte während dieser Zeit einen Totalabsturz. Zumindest hat er mir das so erzählt. Dass mit dem "Totalabsturz" weiss ich erst seit ein paar Wochen.
    Ich habe den Fehler gemacht, dass ich diese Sucht zuerst nicht so richtig registiert hatte. Ich habe ihn behandelt, wie einen ganz normalen Mann, wir sind uns dann näher gekommen.
    Irgendwann haben wir uns dann getroffen und haben uns ineinander verliebt. Jetzt hatte er einen Rückfall, wegen uns. Wir hatten uns getroffen, vor diesem Treffen hatte er den Rückfall bereits. Ich hatte es "eigentlich" nicht bemerkt, ausser, dass er fast nichts geredet hat. Nach diesem Treffen war er für ein paar Tage im Delirium, jetzt will er mit mir keine Nähe und Intimität mehr, nur noch Freundschaft. Er sagt, er schafft es nicht, muss sich um sich selbst kümmern...
    Das alles tut sehr weh und ich weiss nicht, wie ich mich verhalten soll. Einerseits möchte ich ihn nicht hängen lassen, andererseits habe ich Probleme, die ganzen Gefühle einfach so abzuschalten.
    Wenn ich mich nicht melde, kommt von ihm praktisch nichts mehr. Ich bin diejenige, die meisst die Initiative ergreift und ihn dadurch praktisch "auffordert" sich wieder zu melden. Soll ich mich ganz zurückziehen? Ich weiss nicht, ob ich dazu in der Lage bin...