Hallo Ihr,
vielen, vielen Dank für Eure Beschreibungen von Euch selbst. Ich hab drüber nachgedacht und dabei ist mir ganz schön viel klar geworden.
ich versuch das mal an Melanies Post irgendwie irgendwie rüber zu bringen:
Zitat von Melinak
liebe gela,
mir half es weiter mir bewusst zu machen was mein problem als coabhängige ist. so habe ich mir nun etwas erarbeitet was mich als co betrifft:
ich schau nach dem was ICH DENKE was der andere von mir erwartet! (das mein co) ich schau dadurch NICHT mehr nach mir!
Ich hinterfrage das mittlerweile, inwieweit ich richtig denke. Das Ergebnis bleibt das gleiche. Ich schau nicht mehr nach mir. Der andere ist mir wichtiger als ich selbst.
Zitat
dadurch mache ich mich abhängig vom anderen.
nur noch insofern, als dass es mir Selbstwertgefühl gibt, mich mit dem Problem des anderen zu befassen. (das kann ich ja am besten, hab nix anderes gelernt). Von seiner Reaktion bin ich nicht mehr abhängig, denn mich muss nicht jeder mögen. Das hab ich immerhin schon gelernt. 
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es sind meine phantasien die ich hatte was von aussen von mir erwartet wird. die haben dann wiederum was mit meiner einstellung zu mir und meiner person zu tun.
um zu sehen, ob es phantasien sind, habe ich mir angewöhnt, zu hinterfragen. und nein, nicht indem ich die antwort vorwegnehme. ich betone immer, dass ich ne offene und ehrliche antwort will. dabei haben sich meine annahmen sehr häufig (nicht immer) bestätigt. Wollte da für mich mit der Zeit einfach nur mal rausfinden, ob ich meinem Näschen trauen kann oder nicht. Näschen hin oder her: das fragen werde ich beibehalten und nicht mehr in den anderen reininterpretieren (das hab ich mir so vorgenommen)
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da geh ich in dem moment an meine mir bewussten oder unbewussten defizite ran die mich an mir selbst stören und fühl mich da dann verpflichtet für den anderen was anderes darzustellen der ich bin, weil mich die defizite an mir stören. anstelle hin zu gehen mein defizit selbst aufzuarbeiten, dann brauch ich wiederum dieses denken was andere von mir erwarten könnten auch nicht mehr haben.dann bin ich offen und vorallem ehrlich mir gegenüber und auch den anderen gegenüber weil ich mich nicht mehr verstellen muss.
das mit dem nicht mehr verstellen müssen, krieg ich mittlerweile ganz gut hin. Sonst würd ich es gar nicht schaffen, Nein zu sagen. mein Problem ist eher das, das ich noch zu oft die anderen vor mir priorisiere. Das bei mir zu viel liegen bleibt, weil ich mich mit dem Problem von anderen beschäftige.
Meine innere Motivation für mein Leben war bisher: "Ich will leben!". Selbsterhaltungstrieb. Die hat mir auch schon mal mehr oder weniger das Leben gerettet. Daraus wurde ein: "Ich kann ganz gut mit mir leben." Immerhin schon mal was. und damit war ich zufrieden. Jetzt ist das aber wohl so stabil, das es irgendwie nicht mehr ausreicht (da war doch was mit Maslow und der Bedürfnispyramide?). Jetzt wird meine Motivation eher: "Ich will mich selbst lieben." Ich kenn mich noch nicht so gut. Kenne meine Stärken nicht. Wenn ich mich lieben will, sollte ich die aber kennen oder? Meine Schwächen kenn ich irgendwie trotzdem verdammt gut, denn ich bin ja ein sehr selbstkritischer Mensch. Um meine Stärken rauszukriegen, sollt ich mal sehr viel Zeit in mich selbst investieren. Vieles ausprobieren. Tue ich auch. Bis einer kommt und mir sein Problem erzählt...Wär jetzt mal an der Zeit, dann zu sagen: ich kann jetzt gerade nicht. Solange aber mein "Ich will mich selbst lieben" ein Nice-to-have bleibt, weil ich nicht wirklich davon üerzeugt bin, dass ich es erreiche, weil ich es mir eigentlich doch nicht wert bin, sondern es mir nur erhoffe. Solange werde ich den anderen immer vor mir priorisieren, weil ich eigentlich immer noch auf dem Level bin "Ich kann ganz gut mit mir leben." Dann ist ja bei mir eigentlich alles i.O. und mein Gott, dann wär das ja total egoistisch, den anderen zu ignorieren...Wenn ichs dann tu, fühl ich mich egoistisch und hab das schlechte Gewissen.
Deshalb muss das "ich will mich selbst lieben" ein "Must-have" werden, ein ich will auf der jetzigen Stufe nicht mehr stehen bleiben (will ich auch nicht, aber ich häng wohl gerade irgendwo dazwischen). Die vorherige hab ich verlassen, auf der nächsten bin ich noch nicht so ganz angekommen...
Das klingt jetzt auch wirr, oder? Gibts noch eine dazwischen? 
Zitat
da einen gesunden egoismus zu entwickeln für mich als co überlebensnotwendig.
daran wirds vielleicht deutlich: Bisher hab ich auch drauf geguckt, was für mich überlebensnotwendig ist. Jetzt reicht mir das nicht mehr aus. Mein Bedürfnis ist "gestiegen" (ich denk in Pyramide), weil das andere gedeckt ist. Und irgendwie bin ich mir da selbst noch nicht grün und komm mir egoistisch vor...das ist altes Muster. Aber bewusst machen ist schon mal viel wert und dabei hilft mir dieser Austausch extrem.
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kompliziert, ich hoffe ich konnte einwenig beitragen oder hab ich verwirrung gestiftet?
@ Melanie:
ist halt einfach ein sehr kompliziertes Thema. Glaub ich konnte deinen Gedankengängen ganz gut folgen. Kannst Du auch meinen folgen oder hab ich jetzt die Verwirrung gestiftet?
Gruß Gela
PS: Beim drüber lesen fällt mir auf, dass mein Selbstwertgefühl wohl nicht so stabil sein kann, wenn ich es nur drauf gründe, für andere da zu sein. Kein Wunder, dass ich nicht Nein sagen kann, wenn die Erwartungserfüllung nicht gegen meinen Selbsterhaltungstrieb geht.
...das wird immer wirrer. aber genau deshalb komm ich da wohl auch schon ne ganze Weile nicht weiter.