Hallo Ihr,
ich dank Euch sehr für Eure Beschreibungen, denn sie machen mir wieder mal einiges bewusst. Es ist immer wieder erstaunlich, wie sehr allein ein Erfahrungsaustausch hilft, um an manchen Dingen weiter zu kommen, bei denen man selbst nur noch Karussell fährt. 
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Ich sehe die "Erziehung" meiner Eltern dann als "Angebot" wie ich leben könnte
Ragna, das ist eine schöne Beschreibung, die ich mir merken werde. Ja grundsätzlich gehts mir auch so. Ich weiß, dass meine Eltern alles nach bestem Wissen und Gewissen gemacht haben und dabei eben einfach auch ihre Fehler gemacht haben und auch für diese Fehler gibt es Ursachen und Gründe.
Ich dachte wirklich lange, ich hätte das verinnerlicht und mich von all dem entsprechend distanziert. Das heißt nicht, dass ich alles von ihnen ablehne. Ganz im Gegenteil. Gerade bei meiner Mutter, die damals das Alkoholproblem hatte, gibt es viele Dinge, die ich wirklich an ihr bewundere. Aber es gibt eben auch viele Dinge, wo ich einfach nur den Kopf schüttele. Die unbewusste Beeinflussung in meinem Handeln und Denken, die geht aber eher von meinem Vater aus. Nein, er versucht lange nicht mehr, auf mich einzuwirken, weil er weiß, dass seine Kinder erwachsen sind und das auch akzeptiert. Aber er hat so eine Art, seine Überzeugungen rüber zu bringen, bei der es mir sehr sehr schwer fällt mich abzugrenzen und einen neutralen Blick drauf zu werfen. Letztendlich macht er immer alle anderen schlecht, die andere Überzeugungen haben, als er.
Darunter habe ich als Kind sehr gelitten. Irgendwie hab ich mich immer runtergemacht gefühlt. Ich weiß genau, dass er totunglücklich wäre, wenn ich ihm das sagen würde, weil er das nie gewollt hat.
So langsam steige ich dahinter, warum er so ist, wie er ist und das gibt mir die Möglichkeit, mich emotional weiter zu distanzieren und zu begreifen, dass sein Tun eigentlich nur was mit ihm selbst, nicht aber mit mir zu tun hat. Aus Erfahrung weiß ich, dass das der erste Schritt ist, um mich selbst wirklich kennenzulernen (ohne seine Stimme im HIntergrund). Die Distanz hat mir damals auch geholfen, als meine Mutter Alkoholikerin war und meine Eltern sich gegenseitig fertig machten und ich mich einfach nur schuldig fühlte. Ich musste erst erkennen, dass das eigentlich nichts mit mir zu tun hatte.
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mach dich frei es ist die angst deiner mutter die du in dir trägst.
Ganz genau, nur dass es bei meinem Vater nicht um Angst, sondern um andere Dinge geht, aber letztendlich ist es oft seine Stimme, die ich für meine halte. Und das gilt es zu ändern.
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Ich hoffe,daß es mir so gelingt endlich meinen eigenen Weg zu gehen,ohne daß mich irgendwelche Zwänge beeinflussen.
Genau das ist auch mein Wunsch.
Gruß Gela