Beiträge von Gela10

    Hallo Herbstregen,

    hab mir mit der Anwort ein paar Tage Zeit gelassen, weil ich erstmal Abstand brauchte.

    Und mit entsprechendem Abstand seh ich mal wieder, dass ich mich ordentlich festgebissen hatte. :evil: Dieses ständige "sich selbst in Frage stellen", was ich ja nun wirklich zur Genüge gelernt habe, wird ab einem gewissen Maß einfach zerstörerisch.

    Bis vor kurzem war ich noch der festen Überzeugung, dass ich stolz auf mich sein kann, weil ich mir mit den Voraussetzungen, die ich hatte, ein wirklich schönes Leben aufgebaut habe. Ich hab mich sicherlich genau, wie du es beschrieben hast, damals aus einem gewissen Sicherheitsdenken heraus für meinen Berufsweg entschieden und das war richtig so.
    Denn nach allem, was ich vorher erlebt hatte, war Sicherheit für mich erstmal das wichtigste. Gibt also jetzt keinen Grund, das zu bereuen. Vor allem hat es mir auch viel gutes gebracht und ich habe sehr viel gelernt. Die Sicherheit habe ich jetzt jedenfalls und ich denke, genau, weil ich die jetzt nicht mehr in Frage stelle, beginne ich, mir über andere Dinge Gedanken zu machen. Wer bin ich? und was will ich (ausser Sicherheit)?. Viele Dinge sind mir da in den letzten Jahren schon bewusst geworden, aber viel Dinge sind es eben auch noch nicht. Ich hab irgendwie das Gefühl, dass mir der Kern von mir selbst noch fehlt. Manchmal fühlt es sich an, wie eine gewisse innere Leere. Klingt wahrscheinlich ziemlich blöd, aber anders kann ich es nicht beschreiben.
    Ich will den nun aber unbedingt finden (diese Leere füllen) und verrenne mich ein ums andere mal. Vermute mal, weil ich mir selbst doch noch nicht so sehr vertraue, wie ich es gedacht habe. Weil ich nun doch immer wieder an den Punkt komme, wo ich nicht einschätzen kann: Bin das Ich? oder sind das EKA-bedingte Verhaltens- und Denkmuster?(Dieses Zweifeln ist ja eigentlich auch kein Wunder, oder?)...Aber das gehört wohl auch dazu und mit der Zeit wirds schon werden. Die Zeit muss ich mir wohl einfach nur selbst auch zugestehen. :) Hab auch grad erst begriffen, dass meine eigene Abneigung gegen Zick-Zack-Kurse und Try-and-Error wiederum erlerntes Verhalten aus meiner Familie sind (Sicherheitsdenken). Das gute ist: Erlerntes Verhalten kann ich ändern. :)

    Gruß Gela

    Liebe Honey,

    Du möchtest Deine Sinne benebeln, um die Schuldgefühle zu ertragen, auch wenn Du weisst, dass das nichts bringt. Ich habe gerade den Eindruck, dass Du wegen dieser Schuldgefühle auch ganz schön selbstzerstörerisch unterwegs bist und meinst, Du seist nicht besser als sie, da kannst du auch gleich aufgeben zu kämpfen und trinken. Wenn ich völlig daneben liege, vergiss einfach, was ich hier schreibe. Wenn nicht, dann bitte lass nicht zu, dass ihre Sucht jetzt auch noch solche miesen Auswirkungen auf Dein leben hat. Du warst für ihres nicht verantwortlich und hattest es nicht in der Hand, aber Dein eigenes Leben hast Du in der Hand. Kämpf dafür, denn das ist es doch wert!
    Ich wünsch Dir ganz ganz viel Kraft!

    Liebe Grüsse
    Gela

    Hallo Herbstregen,

    zu den sozialen Kontakten ist mir noch einiges eingefallen. Ich denke mir immer: wie würde ich heute wohl meinen Mitmenschen begegnen und was würde ich mit mir machen lassen, wenn ich nur den miesen abwertenden Umgang meiner Eltern kennengelernt hätte. Ich würde das wohl für normal halten und es nicht anders machen, obwohl es sich nicht gut anfühlt. Doch ich hatte einen Vergleich, hab gesehen, dass es auch anders geht. Mit gegenseitiger Wertschätzung.
    Von meinen Eltern hatte ich mich räumlich und emotional distanziert und das kann ich übrigens auch Dir nur empfehlen. Sie rauben Dir Deine Energie und die brauchst Du dringend für Dein eigenes Leben.
    Ich landete dann erstmal bei einem Mann, der auch nichts anderes tat, als mich zu manipulieren, in dem er mich jedesmal besoffen quatschte. Er hielt mich klein, um mich kontrollieren zu können und laberte so lange, bis ich zustimmte. Doch das fühlte sich nicht gut an. Das musste auch anders gehen. Ich fing an zu tun, was ich für richtig hielt, sagte nein, wenn mir was nicht passte, auch wenn ich es nicht begründen konnte und wurde immer mehr ich selbst. Trennte mich von ihm. Und merkte erst hinterher, wie viel Energie auch er mir geraubt hatte.
    Bei Dir fällt mir auf, dass Du schreibst, Dein Freund bezeichne dich als egoistisches Arschloch? Wenn Du mal drüber nachdenkst? Fühlst Du Dich von ihm geliebt? wertgeschätzt? so, wie Du eben bist? Gibt er Dir Energie oder raubt er sie Dir auch?
    Ich will damit einfach nur sagen, dass wir uns leider oft mit viel zu wenig zufrieden geben (es eigentlich gar nicht sind), weil wir es nicht anders kennengelernt haben.
    Du bist es auf jeden Fall wert, wertgeschätzt und geliebt zu werden.

    Gruß Gela

    Hallo Herbstregen,

    ich dank Dir für die Gedankenanstöße.

    genau diese Dinge gehen mir auch gerade so durch den Kopf und es ist schon mal sehr schön zu sehen, dass da jemand auf ähnliche Gedanken kommt.

    Dieses arbeiten um zu leben, hab ich lange praktiziert, aber genau damit komm ich jetzt irgendwie nicht mehr so gut zurecht, weil es keine echten Erfolgserlebnisse mehr gibt (ist mir ja nichts wert, also kanns auch kein Erfolg sein). Wenn das so weiter geht, schleppe ich mich irgendwann zur arbeit und soweit solls eigentlich nicht gehen. Die Erfolgserlebnisse sind mir aber wichtig, denn wie beschrieben, hab ich gelernt, sehr ergebnisorientiert durch die Gegend zu laufen. Eben das zu tun, was gerade notwendig ist.
    Im privaten Bereich versuche ich, dies auszugleichen, was aber bei nem Vollzeitjob natürlich nur begrenzt geht und dann kommt irgendwann die Stimme im Hintergrund. He, wieso reibst Du Dich so auf? Wieso verdienst du nicht mit etwas Geld, was Du gerne tust und was dir eben auch was wert ist? Wo Du Dich dann auch wieder freust, wenn etwas klappt? Und insgesamt stellt sich dieses Ausgleichen im privaten Bereich dann momentan eher so da, dass ich einzelne Dinge ausprobiere, je nachdem, welche Möglichkeiten sich gerade bieten und dann mal drauf achte, wie das für mich ist. Denn letztendlich stellt sich die Frage, die Du schon gestellt hast: Was mach ich gern, nicht, was kann ich gut? Was ich gern mache, weiß ich nämlich auch nicht wirklich, weil ich nicht unbedingt gelernt habe, darauf zu achten...
    Ja, da sind mir wohl wirklich einige Dinge nicht bewusst.
    Ich weiß, was mir wichtig und wertvoll ist und das gibt mir ne Richtung. Aber ich weiß nicht, was ich gerne tue...
    Nein überstürzen möchte ich auf keinen Fall was, aber langfristig muss ich was ändern.

    Ja ich glaub, du hast recht und ich sollte es wirklich mal mit einer Therapeutin versuchen, denn das ganze verwirrt mich schon seit einer ganzen Weile massiv. Ich komm da nicht wirklich weiter.

    Eines kann ich aber mittlerweile sagen, denn auch damit hab ich mich ne Weile beschäftigt. Ja, das Problem ist, dass ich mich mit meinem Job nicht identifizieren kann.

    Das hat mir jetzt jedenfalls schon mal sehr geholfen. :)

    Gruß Gela

    Hallo Ihr,

    das fleißige Lesen und schreiben in Euren Threads bringt mich so langsam genauer an die Dinge heran, die mich selbst gerade beschäftigen. Hab länger gebraucht, ums greifen zu können, weil ich gleichzeitig immer denke: was ist eigentlich los, Du hast doch alles und warst bis vor kurzem glücklich. Es hat sich doch nicht geändert, wieso bist du dann jetzt auf einmal nicht mehr zufrieden? Wieso hast Du immer wieder das Gefühl, das irgendwas fehlt, kriegst aber einfach nicht raus, was es ist?

    Ich hatte bisher eigentlich immer viel Spaß in meinem Job, stelle jedoch immer mehr fest, dass mir dieser langsam verloren geht und das liegt nicht an dem Job, sondern an mir persönlich.
    Eigentlich sollte man sich in jungen Jahren damit beschäftigen, rauszukriegen, was man gut kann, was man gerne macht und was einem selbst wichtig und wertvoll ist.
    Als EKA war ich aber wohl eher mit anderen Dingen beschäftigt...Eigentlich wusste ich von diesen 3 Dingen nicht eines.
    Jedenfalls hatte ich in sofern Glück, dass ich innerhalb meiner Ausbildung (die ich übrigens auch sehr pragmatisch nach Jobaussichten und Verdienst ausgewählt hatte) zufällig einen Bereich fand, den ich gerne machte und den ich auch gut kann. Soweit so gut. Nun habe ich in den letzten Jahren durchaus auch eigene Wertvorstellungen entwickelt und es ist mir wichtig geworden, dass das, was ich tue, für mich selbst auch wertvoll ist. Tja und das deckt sich nun leider nicht mehr. Führt dazu, dass ich eigentlich in meinem Arbeitsleben irgendetwas ganz toll machen kann und man mir auch sagen kann, dass das ganz toll ist, es nutzt mir nichts, wenn es mir selbst nicht wertvoll ist.
    Nun könnte man sagen, da ist ein Jobwechsel fällig...Doch wenn ich drüber nachdenke, was ich gut kann, dann fällt mir nichts ein, was ich da einbringen könnte, wo es mir wertvoll wäre...Vielleicht bin ich da auch einfach nur ziemlich ideenlos, vielleicht kenn ich mich auch noch nicht gut genug. Bin ratlos...Und wie ich da ran gehen kann, ohne von einem Moment auf den anderen alles auf den Kopf zu stellen, da fällt mir gerade auch nicht viel dazu ein.
    Naja, aber was ich eigentlich gern wüsste: Kennt jemand von Euch dieses Gefühl und Problem und wenn ja, wie seid ihr damit umgegangen oder wie geht ihr damit um, wenns gerade aktuell ist?

    Gruß Gela

    Hallo Herbstregen,

    habe Deine Geschichte gerade gelesen und habe dabei ganz schön geschluckt. Nein, es war nicht zu viel Text. :) Ich finde, wenn es um Erfahrungsaustausch geht, dann kann es ein Zu Viel Text nicht geben.

    Ich selbst kann Deine Geschichte nur ansatzweise nachvollziehen. Ich kenne das Gefühl, zwischen den Eltern zu stehen, in diese miesen abwertenden Streits hineingezogen zu werden, sich verantwortlich zu fühlen und auch schuldig. Für mich war das ziemlich schlimm, doch es war bei uns nie so extrem, wie Du das beschreibst. Dieses ständig abwertende und die dauernden Lügen haben mich vor allem fertig gemacht. Ich wusste kaum noch, was richtig und falsch ist und hab mich selbst gefühlt, wie der letzte Dreck. Und weil ich mich selbst nicht leiden konnte, ging ich natürlich auch davon aus, dass mich andere genausowenig leiden konnten. Und weil ich die Abwertung zu Hause täglich erlebte, wurde ich ziemlich misstrauisch. War also auch nicht unbedingt die geselligste und zog mich immer weiter zurück. Ich hatte dann jedoch ein ziemlich großes Glück. Hatte ne sehr gute Freundin und ihre Familie, die nicht an mir zweifelten und mir so lange die Bude einrannten, bis ich mit der Sprache rausrückte. Das hat mir sehr geholfen und ich denke, damit haben sie sehr viele schlimmere Folgen für mich verhindert. Ich habe dabei gelernt, dass es sehr sehr wichtig ist, über die Dinge zu reden, die man eigentlich keinem erzählen will, weil man sie nur so verarbeiten kann und mit sich wieder ins reine kommt.

    Du hast Deinen Thread mit "verlorener Persönlichkeit" betitelt. Ich denke, Du musst eine verdammt starke Persönlichkeit haben, dass Du aus diesen Gegebenheiten so viel machst. So, wie Du es beschreibst, warst Du auf dem Weg, Dich völlig zu verlieren, doch Du hast die Kehrtwende geschafft und bist dabei, Dich da rauszuziehen. Das beeindruckt mich wirklich und was mich noch beeindruckt, ist, wie sehr Du selbst reflektierst, was mit Dir passiert und wie Du damit auch Deinen Weg findest.
    Ich wünsche Dir sehr, dass Du es schaffst, das Verantwortungsgefühl abzuschütteln, denn Du bist für Deine Eltern nicht verantwortlich, das Schuldgefühl loszuwerden, denn Du bist an Deiner Situation garantiert nicht schuld, und Dich selbst erstmal anznehmen, so wie Du bist, denn Du bist garantiert ein warmherziger Mensch. Dann kannst Du früher oder später ganz bestimmt Dir selbst und auch Deinen Mitmenschen wieder vertrauen. Und ich finde es sehr sehr schön, dass Du Dir die notwendige Hilfe dafür holst, sowohl mit Deiner Therapeutin, als auch hier im Forum. :)

    Gruß Gela

    Hallo Kämpferherz,

    klingt nach ziemlich verkehrter Welt. Du hast gerade eine Schwangerschaft hinter Dir. Eigentlich sollte er DICH unterstützen und nicht umgekehrt.

    Du wünschtest Dir neulich, Du könntest ausprobieren, ob es Dir allein mit Baby besser geht? Vielleicht ist das jetzt die Gelegenheit, das einfach zu tun? Ausprobieren...und schauen, wie es ist...

    Gruß Gela

    Hallo halli,

    sofern sich die Gelelgenheiten anbieten, neues ausprobieren, mich ins kalte Wasser schmeissen, die Komfortzone verlassen...um festzustellen, was ich besonders gerne tue. Was mir wichtig ist, weiss ich, aber welche Aufgabe mich erfüllt, damit tue ich mich noch schwer. Und da geht wohl probieren über studieren...also probiere ich:-) Wie habt ihr rausgekriegt, was euch ausfüllt?

    Gruss Gela

    ich finde die Idee mit Fitnessstudio oder Pizzeria total super. Leb Dein Leben.


    Du wünschst Dir, dass alles wieder so wird, wie es war. Das kann ich gut verstehen, weil ich das selbst kenne. Von diesem Wunsch wirst Du Dich lösen müssen. Es kann wieder besser werden, aber es wird anders sein. Und ob es wieder besser wird, liegt allein in der Hand des Alkoholikers selbst. Absolut nicht in deiner. Schau, wie es jetzt ist. Schau, wie DU Dich dabei fühlst. Wenn Du möchtest, dass es Dir besser geht, dann zieh für DICH die notwendigen Konsequenzen. Nicht, um jemandem zu helfen.

    Zum Thema helfen: Jemandem zu helfen, heißt doch, ihn zu unterstützen. Das setzt voraus, dass dieser jemand selbst überhaupt erkannt hat, dass er ein Problem hat und was ändern will. Du kannst niemanden an die Hand nehmen, die Hilfe muss er sich durch Eigeninitiative holen.
    Und was noch viel wichtiger ist: Bei Erste Hilfe gibts einen Grundsatz "Eigensicherheit geht vor!" :!: Der zählt grundsätzlich und überall. Du kannst und musst niemandem helfen, wenn Du Dich selbst dabei kaputt machst. Selbst, wenn das für den anderen üble Konsequenzen haben sollte.

    Hallo moresecret,

    Alkoholiker haben ein Talent dazu, andere für ihre Zwecke einzuspannen, damit auch sie sich um deren Sucht drehen. Das läuft meistens mit entsprechender Manipulation ab, so, wie du das gerade beschreibst. Dem anderen ein schlechtes Gewissen einreden und ihn als egoistisch bezeichnen.

    Du bist ein freier, selbst bestimmter Mensch und wenn Du Dich nicht mit ihr treffen möchtest, kann Dich niemand dazu zwingen, oder? Dabei musst Du Dich nicht rechtfertigen. Sag nein, wenn Du nicht willst. Vor allem schau, was DU willst und nicht, was Sie will. In dem Moment bist Du egoistisch, ja. Aber das ist dann wohl eher ein ziemlich gesunder Egoismus, er verhindert nämlich, dass Dich dieses Thema zerstört.
    Ein gesunder Mensch akzeptiert das. Ein süchtiger nicht, aber das Problem liegt bei ihr und ihrer Sucht und nicht bei Dir.


    Gruß Gela

    ...räumlich und emotional distanzieren hieß, ich zog 600 km weit weg. Habe mit meinen Eltern telefoniert, doch wenn meine Mutter besoffen war, hab ich ihr das gesagt und das Gespräch beendet. Nüchtern konnte sie jederzeit anrufen. Meine Eltern sind gern übereinander hergezogen und meistens musst ich es mir anhören. Lange hab ich gedacht, ich müsste jeweils beim anderen schlichten, was mich natürlich voll überforderte. Irgendwann hab ich es mir nur noch angehört und nix mehr dazu gesagt. Hab mir immer wieder klar gemacht, dass das alles ihre Dinge sind, nicht meine. Von da an, ging es mir schonmal besser...

    Tipps der Mutter geben: ja auch sehr interessant, so ein Rollentausch. Das war bei mir mit 16 so. Hab gemeint, ich müsste meine Mutter vom Alkohol weg kriegen und tausende von Gesprächen mit ihr geführt, die, wie man sich vorstellen kann, natürlich nichts nutzten. Natürlich kam ich mir ziemlich merkwürdig dabei vor. Wie gesagt, meiner Mutter gehts heute wieder gut (irgendwie hat sie es gottseidank geschafft). Aber Ratschläge hol ich mir von ihr bis heute nicht. Dieses Mutter-Tochter-Verhältnis gibts definitiv nicht mehr.

    Bis dann
    Gela

    Hallo redet,

    Ja, ging mir ganz genauso. Hat sich immer abgewechselt und vor allem auch zwischen den Eltern gewechselt. Kam mir total mies vor, als würde ich mein Fähnchen mit dem Wind drehen.
    Konnte mich dann nur noch räumlich und emotional distanzieren.

    Meine Mutter ist jetzt bald seit 10 Jahren trocken. Und das heisst, dass sie sich wieder wie ein gesunder Mensch verhält. Sie ist wieder sie und ja ich kann sie wieder lieben und meinen Vater genauso. Sicher wäre das Verhältnis zu meinen Eltern ohne diese miese Zeit damals heute ein anderes, aber es ist eben, wie es ist. Ich weiss, dass sie nichts absichtlich gemacht haben und ich bin mit meinem eigenen Leben absolut zufrieden (hab auch ganz viel Glück gehabt)
    Ich weiss natürlich nicht, ob das immer möglich ist, wollte nur mal sagen, dass es das gibt. Und auch nach10 Jahren stelle ich da noch Fortschritte fest. Das braucht also alles gaaaanz viel Zeit.

    Bis dann
    Gela

    kenn ich auch. Genau deshalb sagte ich das. Denn jeder Moment, wo dir das so zu schaffen macht, ist einer zu viel und das sollte so nicht sein, weil es belastend ist und Energie raubt ohne Ende, die du eigentlich für Dein Leben brauchst. Zum Beispiel für Deine Ausbildung. Deshalb solltest Du von solchen Momenten erzählen , denke ich.

    Gruss Gela

    Hallo Sally,

    das ist gut. Du sagtest vorhin, du kannst nicht beurteilen, wie schlimm es für dich ist, meinst aber, dass es schlimmeres gibt. Gleichzeitig suchst du Hilfe, weil Du nicht mehr willst, dass Dich das so aufregt. Denke deshalb, dass es ziemlich schlimm für dich ist und hoffe deshalb für Dich, dass Du das Deiner Therapeutin dann auch deutlich machen kannst.

    Gruss Gela

    Hallo Sally,

    wäre denn Deine Therapeutin für Deine jetzige Situation noch einmal eine geeignete Ansprechpartnerin? Das Du keine Möglichkeit siehst, an Deiner Situation was zu ändern, hast Du deutlich gemacht. Aber vielleicht kann sie dir dabei helfen, mit der Situation umzugehen.

    Gruss Gela

    Hallo Sally,

    was Deine Träume und Deine Ziele sind, das kannst nur Du selbst wissen und je genauer Du das weißt, umso besser.
    Leider haben wir nicht immer die besten Voraussetzungen, unsere Ziele zu erreichen und dann gehts nicht auf dem geraden Weg sondern eventuell auch auf Umwegen.
    Du hattest Dir erhofft, von uns Vorschläge zu bekommen, wie Du mit Deiner jetzigen Situation besser umgehen kannst. Dass Du dafür hier keine Vorschläge bekommst, hat jedoch nichts mit nicht Wollen oder mit Boshaftigkeit zu tun, sondern es liegt einfach daran, dass es dafür kaum Vorschläge (ausser, sich so oft wie möglich zurückzuziehen) gibt.
    Deshalb ist hier der einheitliche Rat, Dich räumlich zu distanzieren. Du sagst, das sei nicht möglich, doch bist Du Dir sicher, dass Du alle Möglichkeiten abgecheckt hast? Was mir noch einfallen würde: Du hattest eine Therapie gemacht? Hast Du noch Kontakt zu Deiner Therapeutin? Könntest Du ihr Deine Zwickmühle erklären und sie fragen, was sie für Möglichkeiten sieht? Sie ist vor Ort und kennt sich deshalb auch mit örtlichen Gegebenheiten besser aus. Fragen kostet nichts. Damit triffst Du noch keine Entscheidung. Das kannst Du immer noch tun, wenn Du alle möglichen Alternativen kennst...

    Wenn Dir das alles to much ist, dann fällt mir nur noch folgendes ein: Hast Du eventuell eine gute Freundin, mit der du reden kannst? Der Du wirklich vertraust? Vielleicht kannst Du Dich dorthin etwas öfter zurückziehen und bist damit nicht ganz so oft zu Hause?

    Gruß Gela

    Hallo Sunwalker,

    Erfahrungen habe ich genau damit, das Schweigegebot in der eigenen Familie zu brechen, leider auch nicht, weil ich bisher nicht den Mut dazu fand.
    Mir ist das in den letzten Wochen auch immer mal wieder durch den Kopf gegangen. Sollte ich das Thema ansprechen? Ich hatte die ganze Zeit das Gefühl, dass da noch unausgesprochene Dinge im Raum stehen, die uns immer mal wieder an gewisse Kanten geraten lassen. Ich könnte damit ein wesentlich offeneres Verhältnis zu meinen Eltern erreichen. Nein, ich würde ihnen auch keine Vorhaltungen machen wollen, sondern im Gegenteil mal deutlich sagen, dass die Zeit für mich zwar übel war, dass sie aber auch hinter uns liegt und es mir nicht um Schuldzuweisungen geht, weil die ja doch keinem was bringen. Das mir klar, ist, dass sie nichts von dem, was passiert ist, wirklich wollten. Aber sehen sie überhaupt, dass da einiges passiert ist, was für mich nicht angenehm war? Oder überwiegt dann doch wieder das eigene schlechte Gewissen und sie sind nicht in der Lage zu sagen: ja, ist so, aber jetzt Haken dran...sondern reagieren einfach nur verständnislos oder gar beleidigt?
    Tja, je nachdem, wie sie reagieren, kann ich dabei eben einiges auch wieder verlieren, nämlich das mittlerweile doch wieder recht angenehme Verhältnis zu ihnen. Will ich das riskieren?
    Ich weiß es noch nicht und so lange ich mir darüber nicht schlüssig bin, halte ich die Füße still.
    Ich drück Dir aber alle Daumen, dass Du/Ihr dabei gewinnt und würde mich sehr freuen, wenn Du davon erzählst.

    Gruß Gela

    Hallo Honey,

    Zuerst mein aufrichtiges Beileid. Irgendwie gibt es dafür einfach nicht die richtigen Worte.

    Deine Mutter ist gestorben, weil SIE getrunken hat. Nicht, weil DU nicht da warst. Aus dem, was Du beschreibst, verstehe ich, dass Du dich bei allem hoffen, dass es besser wird, von ihr und der Trinkerei distanziert hattest? Das war auch gut so, denn dieses ständige hin und her zwischen Hoffen, sich sorgen und enttäuscht und verzweifelt sein, das macht sehr viel kaputt. Und helfen kann man jemandem zum einen nur, wenn derjenige selbst was ändern will und zum anderen nur solange, wie es einen selbst nicht zerstört. Das eigene Leben geht dann vor. Es gibt überhaupt keinen Grund, dass Du dich jetzt schuldig fühlst.

    Liebe Grüsse
    Gela

    Hallo Ihr,

    Achtsamkeit fühlt sich toll an. Mit allen Sinnen den Moment wahrnehmen gibt viel intensivere Eindrücke und endlich ist es mir wieder möglich, die Grübeleien abzuschalten, die mir derzeit einfach nur noch Kopfaua und Overload bereiten. Hab das Gefühl, ich bin in der letzten Zeit regelrecht im Nebel durch die Gegend gelaufen. Schluss damit. Jetzt heisst es wieder leben und vor allem den Moment ERleben.

    Einen schönen Abend
    Gela