Beiträge von gipfel

    Hallo,

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    Ich habe selber in der Klinik angerufen und mir das bestätigen lassen und er war dort und auch die Aussage bezüglich des Bettes stimmt.

    Warum machst Du das zu Deiner Aufgabe ?
    Was erwartest Du nach einer LZT ?
    Glaubst Du, daß nach der Therapie alles so läuft, wie Du es Dir vorstellst ?
    Trockenheit ist mehr als nur aufhören zu trinken.
    Es bedarf harter Bewußtseinsarbeit um aus der kranken Suchtstruktur herauszufinden.
    Wie kommt es, daß Deine Struktur mit dieser kranken Struktur "kompatibel" zu sein scheint ?

    lg
    gipfel

    Zitat

    Ich bin wohl noch nicht so tief unten, dass ich den Absprung wahr mache

    noch nicht. Lange dauert das im allgemeinen aber nicht.
    Ich bin auch Alkoholiker und würde JEDEM raten, daß er/sie sich im Falle eines Rückfalls weit von mir entfernen sollte.

    Es sollte doch wohl genügen, daß er sich zugrunde richtet. Ändern kannst du ihn eh nicht, daß kann er nur allein, und das will er nicht.

    Worauf wartest Du also ?

    lg
    gipfel

    Hallo Bär,

    erstmal GLÜCKWUNSCH dazu, daß Du es "kapiert hast", wie Du es beschreibst.
    Ich kann mich an den Moment erinnern, als ich "es kapiert" hatte.
    Viele Fragen, viele Zweifel, unbekannte Ängste.

    Die erheblichen Gedanken, die ich mir machte, wie andere wohl mit meiner Erkrankung umgehen, waren relativ unbegründet.
    Jeder Arbeitgeber weiß inzwischen, daß Alkoholismus nicht ansteckend ist.
    Auch ein konservativer Arbeitgeber wird verstehen, daß sein Mitarbeiter seinem verantwortungsvollem Job gerecht werden will, indem er bereit ist etwas für seine Gesundheit zu tun.

    An Deiner Stelle würde ich sofort einen kompetenten Arzt aufsuchen, zur Beratungsstelle gehen und Anträge für eine LZT vorbereiten lassen.
    die Gespräche mit der Frau und dem Arbeitgeber sind unerläßlich, und ich würde sie nicht lange aufschieben.

    vor allem: leg Dein schlechtes Gewissen ab. Es ist ja absolut keine Schande krank zu sein, und Du bist bereit etwas für Dich zu tun.

    Du hast alle Voraussetzungen um künftig abstinent zu leben, und Du wirst feststellen, daß das Leben einen völlig neuen Stellenwert bekommt.

    Ich wünsche Dir viel Erfolg und das nötige Durchhaltevermögen

    LG
    gipfel

    Hallo,

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    Denn wenn ich mit meiner Therapeutin darüber rede, habe ich immer wieder das Gefühl, sie gutiert es nicht.

    Eine Therapeutin hat erstmal überhaupt nicht zu "gutieren", aber Du hast ja auch nur das Gefühl, daß sie das tut.

    Zitat

    Es geht mir darum, ob mein jetziges Verhalten nun verantwortungsvoll in jeder Hinsicht ist, moralisch/ethisch richtig also.

    Wenn Du alle anderen Antworten bereits für Dich geklärt hast, warum belastet Dich denn diese Frage ?
    Du kannst/willst damit leben - er kann damit leben und last not least lebt doch jeder sein eigenes Leben.

    Zitat

    ich bin eigentlich halbehalbe single und in einer Beziehung.

    Wenn es Dich zufrieden stellt ?!
    Aus meiner Sicht ist das alles andere als unmoralisch. das war es vielleicht vor 50 Jahren mal. Heute ist das doch eher Standard.

    LG
    gipfel

    Hallo Stefan,

    Geduld ist eine der wichtigsten Vorraussetzungen für eine alkfreie Zukunft :))

    Zitat

    Ich muss sagen, dass ich zieeeeeeeeeeeeeeemlich sauer auf meinen Arzt bin - er weiß von meiner Sucht und verschreibt mir dann ein Opioid als Schmerzmittel.
    Wie dumm kann man sein?????????????????

    Dann frage ich Dich mal:

    willst Du Dein Leben anderen Menschen überlassen, oder willst Du künftig eigenverantwortlich handeln ?

    Es gibt Beipackzettel auf denen alles steht, was Du wissen mußt.
    Wenn Du Dich mit einem Medikament nicht auskennst und dem Arzt nicht vertraust - es gibt noch die Apotheke und letztlich infos aus dem i-net.

    Ich würde mir ums Verrecken keine Pille einwerfen, nur weil mein Arzt meint, das sei gut für mich.
    Letztlich entscheide ich selbst, was gut für mich ist.

    LG
    gipfel

    Hallo,

    kalter Entzug hat mich vor rund 14 Jahren das Leben gekostet.
    Ich wurde ins KKH eingeliefert und auf der Intensivstation als "klinisch tot" behandelt.
    Dank moderner Technik und engagierten Ärzten, bin ich dem Satan noch mal von der Schippe gesprungen.
    Vielleicht war's auch nur Zufall oder innerer Überlebenswille oder "gerade noch rechtzeitig".
    Ich will's garnicht wissen.

    Das (Wieder)Erwachen war die Hölle pur. Ich mag's nicht beschreiben; es war einfach nur furchtbar.

    Nach 1 Woche Kampf war ich wieder da.
    Mein Körper sah aus, wie eine überreife Banane (durch Fixierungen und Infusionen, ich konnte nicht mehr reden, und mich nicht kontrolliert bewegen.
    Ausscheidungen wurden durch Katheder resp. künstl. Darmausgang "erledigt".
    Nach 2 Wochen konnte ich dann einigermaßen verständliche Sätze sprechen und langsam ging es körperlich und psychisch wieder bergauf.

    Ich möchte betonen, daß dieser kalte Entzug nicht freiwillig war.
    Meine Angehörigen nutzten "die Gunst der Stunde", weil ich zu schwach war um "Nachschub" zu besorgen.
    Nein, sie wollten mich nicht umbringen, sie meinten es tatsächlich nur gut.

    Sie waren der Meinung, daß es mir besser geht, wenn ich den "Rausch ausgeschlafen habe" und wollten mich mit Kraftbrühe und Kamillentee wieder aufpäppeln.

    Woher sollten sie den Unterschied zwischen "ausnüchtern" und "trocken entziehen" auch kennen ?

    Seitdem weiß jeder meiner Angehörigen und Freunde, daß sie mich selbst bei dem Verdacht, daß ich etwas getrunken habe, sofort den Notarzt anrufen sollen.

    "ich würds doch nicht anders machen, wenn jemand von Euch versehentlich Rattengift geschluckt hat".
    dieses Beispiel hat überzeugt

    LG
    gipfel

    Hallo Tom,

    Zitat

    Alkohol,Drogen und Computerspielsucht.

    Ich würde das nicht so einschränken, die Sucht kennt keine Grenzen.

    Bei mir war's nach der LZT so, daß ich mich übermäßig in Arbeit gestürzt habe (selbst am WE und Feiertagen).
    Anfangs habe ich mit Arbeit das getan, was ich vorher mit Alkohol tat - nämlich mich abgeschossen um meine anderen Baustellen nicht bearbeiten zu müssen.

    "Angst vor der Angst" entwickelt sich schnell zu einem Teufelskreis.
    Für mich war wichtig herauszufinden: woher kommt die Angst und wie kann ich mit ihr umgehen (ohne sie ständig zu verdrängen) ?

    Ich habe dann die SHG an die zweite Stelle gestellt und mich erstrangig auf eine weitere Psyhotherapie konzentriert um herauszufinden wo es bei mir wirklich klemmt.

    Erfahrungsaustausch in einer SHG ist gut und wichtig.
    Die anschließende ambulante Therapie war für mich eindeutig hilfreicher, weil ich dort Dinge ansprechen konnte, die in einer SHG nicht angebracht waren.

    LG
    gipfel

    Hallo krümmelkäfer,

    wenn ich Deine Beiträge hier lese, wird mir fast schwindelig.
    Es kommt mir so vor, als wenn Du "nur mal eben schnell trocken werden" willst.
    Nichts mehr trinken und alles ist wieder gut !??

    Der Weg, den Du einschlägst mag der richtige Weg sein, aber Deine Einstellung klingt wenig überzeugend.

    Alkoholismus ist eine schwere und vor allem chronische Erkrankung, die nicht mal eben so zu beseitigen ist.

    Zitat

    Ich hoffe, das ich auch in Zukunft nur Positives berichten kann.

    siehe oben. Kommt bei mir so an:
    ich höre jetzt mal auf zu saufen und alles wird per sofort gut.

    Das Leben ohne Alkohol ist für mich eindeutig lebenswerter als mit dem Stoff, aber es ist nicht alles positiv.
    Es bedarf harter, dauerhafter Bewußtseinsarbeit um trocken zu bleiben.

    "trocken" ist für mich ein Oberbegriff für Abstinenz, und um abstinent zu werden muß ich lediglich aufhören zu trinken, nur das allein genügt definitiv nicht.

    Ich wünsche Dir, daß Du mehr Geduld mit Dir aufbringen kannst, als daß das jetzt der Fall ist.
    Der Weg ist das Ziel, Du bist auf dem Weg, paß auf Dich auf und übe Gelassenheit.

    lg
    gipfel

    Hallo Wolfgang,

    "es funktioniert" tatsächlich mit dem selben Satz, wie beim Alkoholentzug:
    Nur Du allein schaffst es, aber Du schaffst es nicht allein"
    Du weißt welche Bedeutung diese Aussage hat.

    Zitat

    Eines weiss ich bestimmt, dass mir der Alkohol in meiner Kindheit das Leben gerettet hat.

    so krass würde ich es nicht ausdrücken, aber im Prinzip sicher richtig.
    Ein Trauma allein zu verarbeiten ist nicht möglich, also hast Du den Alkohol zum "Freund" gemacht und irgendwann festgestellt, daß es der falsche Freund ist.
    Es hätte sicher auch jeder andere "dämpfende Stoff" getan, aber der Alk ist halt immer und überall präsent.

    Nun stehst Du da - ohne "Freund" Alkohol, mit den Problemen von vorgestern und den Problemen, die der Alkoholmißbrauch mit sich brachte.
    An diesem Punkt beginnt das böse Spiel von vorne.
    Ich habe versucht die aktuellen Probleme zu lösen, und die Probleme von "vorgestern" zu verdrängen (hat ja noch Zeit, ist erstmal nicht so wichtig).

    Wenn ich heute zurückschaue, dann kann ich nicht mehr richtig verstehen, aus welchem Grund ich mich nicht sofort in eine gezielte therapeutische Behandlung begeben habe.
    Ich wußte ja (eigentlich) wo bei mir das Grundproblem lag.

    Ganz sicher war es die Angst, daß ich die Erfahrungen der Kindheit/Jugendzeit erneut durchleben muß.
    Das mußte ich dann auch, und ich wollte es auch, und ich habe festgestellt, daß ich alles andere als allein bin.

    Als ich kapiert hatte, was "es" ist, was mir das Leben versauen will, habe ich den Kampf mit der Vergangenheit aufgenommen.
    Eigentlich fühlte ich viel zu müde ud zu schwach dafür, und ich dachte: "es bringt doch eh nichts, aber wenn ich schon den A*** zukneife, dann will ich wenigstens wissen warum und für wen"

    Nach der Traumatherapie dachte ich "ja, es war schlimm, aber es ist vorbei, und ich habe nicht nur Macht über meinen Körper sondern auch über mein Inneres".

    Ich darf und ich will Dir keine Empfehlungen geben, aber mach Dich bitte einmal schlau (falls Du es noch nicht getan hast) was die Diagnose "PTBS" mit Dir machen würde.
    Hilfe gibt es überall (auch im web) - nimm sie einfach an - es lohnt sich - das Leben wird (wieder) lebenswert !!

    LG
    gipfel

    Hallo Wolfgang,


    Ich möchte einmal Deine Worte zitieren.

    Zitat

    Ich bin 47 ahre alt, davon habe ich 30 Jahre getrunken.

    Zitat

    Seit vier Jahren bin ich jetzt in Psychatrischen Behandlungen, es wird mir langsam zuviel.


    Was erwartest Du von Dir ?

    In einigen Sätzen, die Du schreibst, erkenne ich mich wieder.
    Als ich aufgehört habe zu saufen, war mir klar: ich will das Zeug nicht mehr

    Die Sorgen und Probleme, meine ganze Vergangenheit standen plötzlich sehr bedrohlich vor mir.
    Es war verdammt schwer, die Dinge, die ich vorher mit Alk weggespült hatte, zu benennen.
    Die Sucht hat mir regelmäßig gesagt "trink doch einen, dann sind die Gedanken weg".
    Das hat dann wieder zu Suchtdruck geführt, und ich habe extreme Kämpfe mit mir selbst durchgeführt.
    Oft habe ich mich gefragt "lebe ich eigentlich noch?"
    Die Glut einer Zigarette, die ich auf meinem Arm ausdrückte sagte mir dann: ja, körperlich bist Du schon noch auf dieser Welt"

    Traumatische Erlebnisse aus meiner Kindheit/Jugendzeit (über die ich hier nicht berichten möchte), hielten mich gefangen.
    Ich gab dem Alkoholmissbrauch die Schuld an meinem Zustand und wurde mit zunehmender Abstinenz unsicherer.

    Es muss doch mal besser werden !!

    Das war vor rund 10 Jahren und damals war ich auch bereits 4 Jahre trocken.
    Als ich begann, dem Alkoholkonsum nicht mehr die Schuld für mein verkorkstes Dasein zu geben, begann ich wieder zu leben.
    Heute bin ich sehr froh, daß ich diese Geduld mit mir aufbringen konnte, und daß ich den Mut hatte, mich der Vergangenheit zu stellen.

    Zitat

    Zu Schreiben, baut etwas Druck ab und es tut gut das schlechte mal rauszulassen.

    so gehts auch.
    Lass einfach mal raus, was Dich belastet, aber achte darauf, daß es Dich nicht zu sehr mitnimmt.

    Alles Gute
    gipfel

    Hallo kossi,

    die Überschrift dieses Themas hat mich aufmerksam werden lassen.
    Nun habe ich einmal Deine ganzen Beiträge dazu gelesen und bin an folgenden Sätzen hängengeblieben:

    Zitat

    Seit ich trocken bin spüre ich mehr, ich spüre Wut und Hass und Trauer, kann aber damit nicht umgehen.

    Zitat

    Ich stelle an mich und meinen Körper Ansprüche und wenn ich die nicht Erfülle geht es mir schlecht und lasse nes meinen Körper büßen.


    Du hast aufgehört zu trinken, aber was hast Du denn sonst noch verändert ?

    Ich vermute, daß Dein eigentliches Problem unbehandelt vor sich hin schlummert.
    Selbstverletzungen um den Körper zu "spüren" haben ja mit den "Nachwehen" des Alkoholismus nichts zu tun.
    Hier bedarf es doch gründlicher psychologischer Behandlung, die über die Suchterkrankung hinaus geht.

    Zitat

    Ich bin ein Extreme Mensch geworden und finde keinen Mittelweg.

    Ich sehe es so:
    Du hast mit dem Alkohol eine "Balance" geschaffen um irgend etwas aus Deiner Kindheit/Jugend zu verdrängen.
    Nun, ohne Alkohol empfindest Du Dich "extrem", weil Dir der "Deckel" fehlt.

    Hast du mal an eine Trauma-Therapie gedacht ?

    Gruß
    giepfel