Hallo Natalie!
Ich glaube, was jetzt vielleicht merkwürdig klingt, dass ich es leichter habe als du was diese Sorte Menschen betrifft, die du beschreibst, weil ich bei den Alkoholikern hier aufgeschlagen bin.
Ich habe dann eben mein Umfeld gewechselt. Aber eine Freundin ist noch da. Alles andere hat sich verschoben.
Ohne die drohende Gefahr im Nacken wuerde ich mir wohl auch noch Jammereien und narzisstische Leutchen reinziehen und um sie nicht so nervig zu finden, noch was trinken, anstatt einfach die Leute wegzulassen und davor den Alk.
Gar keinen Alkohol mehr zu trinken ist und war die beste Entscheidung überhaupt.
Und es eben nicht mehr zuzulassen, dass ich mich wo aufhalte, wo wer säuft.
Also sind auch alle Säufer weg und die, die sich nicht dafür halten, es aber trotzdem tun, die auch.
Der eigentliche Grund für die Arbeit an mir was meine Kindheit betrifft, ist wohl auch, dass ich mich selbst als nicht ungefährlich eingestuft habe.
Um nicht zu sagen als gefährlich.
Ich habe das ja nicht überlebt, ohne permanent das Verhalten von Menschen zu berechnen und es auch vorauszusagen. Auch zu manipulieren.
Und ich war verdammt gut darin, sonst wäre ich ja nicht hier.
Zusätzlich zu dem angestauten Zorn, dem Hass, all der Wut...tja.
Geklaut habe ich auch bevor ich 18 war, was mir aber auch keine Aufmerksamkeit seitens meiner Eltern gebracht hat.
Ich habe auch keine Vorstrafen oder so. Es war mehr ein innerliches Kochen, von irgendeiner Giftsuppe, die sich in mir angesammelt hatte.
Dabei wusste ich gleichzeitig immer, dass ich eigentlich nett und fröhlich bin. Offen und kontaktfreudig. Ganz witzig und bei weitem nicht so hässlich wie ich dachte.
Es ist nicht so, dass jemand leicht auf die Idee kommen würde, ich haette Angst vor einem Menschen da draussen.
Es ist aber auch nicht so, dass sich jemand vor mir fürchtet. Ich und meine Grenzen werden aber sehr wohl respektiert!
Ich war mal bei einer Ausstellung über Dschingis Kahn. Der hatte was, was die anderen nicht hatten, weswegen er so erfolgreich war.
Nämlich einen Steigbügel. Mit dem konnte sich sein Volk während dem Ritt auf dem Pferd umdrehen und nach hinten schießen.
Auf seine Art stand ihm dadurch die Welt offen.
Das wollte ich auch.
Einen Steigbügel mit dem ich mich auf dem Pferd namens Leben umdrehen und zurück schießen konnte.
Gezielt versteht sich.
Denn so verletzt man nicht die vor sich, nicht die neben sich. Niemanden bis auf die, die mich, als ich mich noch nicht wehren konnte misshandelt haben.
Und selbst die, merken meine Schüsse manchmal nicht. Weil ich ja in die Vergangenheit ziele.
Dadurch ist die Giftsuppe in mir viel viel weniger geworden. Da ich sie ja als Munition verwende.
Ich bin ungefährlich für meine heutige Umwelt.
Kinder mögen mich zum Beispiel echt gerne. Auch weil sie spüren, dass ich gar nicht in der Lage bin gewisse Grenzen zu überschreiten. Aber mir innerhalb dieser Grenzen meine Freiheit einfach nehme.
Sicher sind die anderen klar im Vorteil, was den Start betrifft.
Aber spielt das wirklich eine entscheidende Rolle, wer als erster die Ründe fertig gedreht hat?
Ich glaube nicht.

Liebe Grüße!