Beiträge von schnuffig

    Hallo Mia, hallo alle!

    Ich glaube fast, es hätte eine Zeit gegeben, wo ich meine Steinschleuder mit den getrockneten Kirschkernen beladen hätte, weil ich der Frau Woitiz glatt unterstellt hätte, dass sie mich in eine von dreizehn Schubalden stecken will, zusammen mit vielen anderen versteht sich, aus der ich mich dann ebenso mühsam befreien muss, wie vom Dasein als EKA- sollte ich mich reinbegeben in die hübschen Laden.

    Aber gut. So Tests mag ich trotzdem manchmal.

    1. Ich habe keine klaren Vorstellungen davon was normal ist.

    Aha.

    2. Es fällt mir schwer Vorhaben von Anfang bis Ende durchzuführen.

    Wenn ich wirklich was vorhabe, fällt es mir auch nicht schwer das durchzuziehen. Gelegentlich habe ich nur einfach nicht vor durchzuziehen, was man so von mir erwartet.

    3. Ich lüge wo ich ebenso gut die Wahrheit sagen könnte.

    Nein. Das war bitte schön mein Papa und nicht ich. Ich war die, die eine Zeit gebraucht hat um herauszufinden, was das ist, Wahrheit.

    4. Ich verurteile mich gnadenlos.

    Ab und an.

    5. Es fällt mir schwer Spass zu haben.

    Stimmt. Dafür bin ich gut im Freude empfinden. Die ist manchmal sehr leise, während ich Spass eher mit Lautstärke assoziiere, und von der nehme ich bewusst Abstand.

    6. Ich nehme mich sehr ernst.

    Ja, aber nicht wichtig. Ich weiß, dass ich einer von 7 Milliarden Menschen bin. Falle also nicht so sehr ins Gewicht. Meine Empfindungen und Gedanken nehme ich trotzdem meistens ernst, sie sind meine Richtschnur.

    7. Ich habe Schwierigkeiten mit intimen Beziehungen.

    Nein. Ich habe Schwierigkeiten mit oberflächlichen Beziehungen, mit Smalltalk und mit Menschen die plumpe Schlüsse ziehen.

    8. Ich zeige Überreaktionen bei Veränderungen auf die ich keinen Einfluss habe.

    Sowas wie man schickt einen alten Öltanker durch das Great Barrier Riff? Oder fährt auf Grund von Gier die ganze Welt fast an die Wand?
    Ich weiß dass das jedem egal ist, ob ich michdarüber aufrege oder nicht, ich tue es gelegentlich trotzdem, weil ich nun mal auch auf diesem Planeten wohne.

    9 Ich suche ständig nach Anerkennung und Bestätigung.

    Nein. Aber ich fordere gelegentlich Anerkennung ein, wenn sie mir zusteht. Fuer gar nichts tue ich auch gar nichts mehr.

    10. Ich habe meistens das Gefühl, anders zu sein, als andere.

    Gefühl. Ja, ab und an. Ich habe aber auch Tatsachen, Beweise und nicht zu Letzt solche Tests von denen ich glaube könnte, sie legten es darauf an, mich bis auf wenige Menschen vom Rest der Welt unterscheiden zu wollen.

    11. Ich bin entweder übertrieben verantwortlich oder total verantwortungslos.

    Zuerst kommen die Menschen für die ich verantwortlich bin, dann die Tiere, dann die Pflanzen. Dinge können mich ab und an total. Stimmt.

    12. Ich bin extrem zuverlässig, auch wenn offensichtlich ist, dass jemand oder etwas diese Zuverlässigkeit gar nicht verdient.

    Ja, es dauerte eine Weile, bis ich geschnallt habe, dass mich der eine oder andere Mensch für seine Zwecke benutzt hat.

    13. Ich bin impulsiv und neige dazu, mich mit Verhaltensweisen festzurennen ohne alternative Handlungsmöglichkeiten oder eventuelle Konsequenzen ernsthaft zu bedenken. Diese Impulsivität führt zu Verwirrung, Selbstverachtung und Kontrollverlust über meine Umgebung.

    Och, ich benutze sie ja gar nicht die Kirschkerne, weil mir echt schon aufgefallen bin, dass ich das was ich mache auch verantworten muss.

    Kann man bei dem Test eigentlich auch durchfallen und wird einem dann aberkannt ein EKA zu sein?
    Wäre nicht das erste Mal das dem so wäre.

    Danke Mia fürs Teilen! :)

    Hey Bruce!

    Das absurde Theater. Hab's gelesen!

    Es gibt bei dem Thema nichts zu verhandeln, keinen Spielraum. Ich weiß gar nicht ob man sowas dann überhaupt Gespräch nennt.
    Ich wollte Ruhe und jetzt gebe ich Ruhe.

    Schönen Tag auch dir!

    Mir geht es da erfahrungsgemäß genau gleich wie Zimttee.
    Statt dem irgendwie doch erwarteten Trost gab es Vorwürfe oder diesen Blick hintenrum.
    Da werde ich zornig! Nicht gut!

    Es ist ja nicht so, dass ich nichts sagen würde, täte man mich fragen:Wie geht es Dir mit deinen Eltern?

    Ist mir aber noch nicht oft passiert. Einmal glaube ich.

    Hallo Tocco, bestimmt gibt es bis zu deiner Op noch das ein oder andere Tor!


    .....

    Jemand hat mich gefragt, wie ich denn überhaupt auf die Idee gekommen bin, Alkoholikerin zu sein.
    Ich frage mich eher, wie ich je auf die Idee gekommen bin, keine zu sein.
    Ich bin froh, nicht mehr zu spüren, wie mein Gaumen nach dem ersten Schluck austrocknet und ich mit jedem Schluck durstiger werde.
    Wenigstens sind die Dinge, die ich tun muss, um das nicht mehr zu erleben, klar umrissen.
    Ich kann trocken bleiben und dafür was tun. Heute. Jeden Tag.
    Das ist meine tägliche gute Nachricht.

    Schönen Tag

    Hey Gartenblume!

    Ja es ist traurig was mit dir passiert ist.
    Was mit mir passiert ist.
    Alleine sind wir sicher nicht. In gewisser Weise ist die Geschichte des Einzelnen die Geschichte der Menschheit.
    Nur ist die Geschichte aller Menschen im Gegensatz zu der Einzelner kein Tabuthema.
    Ich wünsch dir einen schönen Tag, danke.

    Danke Linde! In dem Wissen, dass deine Augen hier irgendwo sind, schreibe ich weiter über meine Folge-Schäden .

    Erinnerungen

    Die Schachtel nähert sich bedrohlich der Tischkante, ich gebe ihr mit einem Schubs meines Fingers den Rest, weshalb sie mit einem dumpfen Plop auf dem Boden landet.
    Ich habe sie runter geworfen. Gerade eben.
    Mein Vater hat vor etwa dreißig Jahren das Telefon aus der Verankerung gerissen, ein schwarzes Telefon mit Wählscheibe.
    Es landete mit einem lauten Klirren auf dem Boden.
    Aber interessanter Weise landete es dort nie.
    Deshalb konnte ich auch niemandem davon erzählen. Damals. Nicht Oma, nicht der Lehrerin.
    Denn meine Mutter sagte, es wäre nie passiert. Mein Vater sagte, wie kann es denn gestern noch unten gelegen haben, wenn es heute wieder oben ist?
    Es lag also eindeutig an mir. An meiner Wahrnehmung. Es war meine Schuld, dass das Telefon auf dem Boden landete, ganz einfach, weil ich die einzige war, die es dort gesehen hatte.
    Ich sah noch viele solcher Dinge. Dinge, die nie wirklich passierten.
    Dinge, die ich trotzdem gesehen hatte. Deshalb sagte man über mich, ich hätte eine blühende Fantasie. Obwohl mich die Sachen, die ich sah, gar nicht an Blüten erinnerten. Nur an Dornen.
    Aber da es für alle anderen Blüten waren, mussten sie es wohl auch sein.
    Auch zwanzig Jahre später waren sie es noch.
    Deshalb erzählte ich, wenn ich was erzählte, die Begebenheiten aus meiner Kindheit wenigstens so, dass sie am Ende eine Pointe hatten. So, dass die Leute lachen konnten. Auch wenn die Pointe auf meine Kosten ging.
    Auch sie sagten, mit einer gewissen Anerkennung, ich hätte eine blühende Fantasie. Talent.
    Toll.
    Dann war ich wohl auf dem richtigen Weg. Auf einem Weg der zwar eine undefinierte Sehnsucht in mir hochsteigen liess, aber die hatte ich schon immer, die gehörte eben zu mir.
    Sie stand mir gelegentlich zwar im Weg, wenn ich versuchte, die Pointen noch spitzer zu formulieren, aber hey, was macht das schon.
    Bis der Tag kam, an dem jemand nicht lachte. An dem jemand meine Witze gar nicht lustig fand. Sie lachte nicht. Sie lachte einfach nicht. Sie war nur unendlich mitfühlend.
    Ich erkannte, dass sich meine Sehnsucht nicht auf Anerkennung bezog, nicht auf Lob, nicht auf Dinge, die man mir in Aussicht stellte.
    Sie bezog sich einzig und alleine auf die Wahrheit. Auf die Wahrheit hinter der Wirklichkeit, die mir man zuerst vorgegaukelt hatte und die ich später wie eine Gauklerin wiederholt hatte.
    Meine Wahrheit.
    Ich hatte gar keine glückliche Kindheit. Ich hatte auch keine lustige Kindheit.
    Ich hatte gar keine.
    Statt dessen Eltern, die nicht nur meinen Körper kontrollierten, sondern auch meine Erinnerungen manipulierten, so wie sie sie brauchten um zuzudecken, was sie hätte aufdecken können.
    Eltern, die das auch weiterhin tu würden, auch bis über den Tod hinaus.
    "Das was du gesehen hast, Kind, war nie und nimmer war. Du warst doch viel zu klein um dich an irgendwas zu erinnern."
    Falsch.
    Ich war genau richtig groß. Ich brauche auch niemanden, der mir das bestätigt. Es sind meine Erinnerungen.
    Und sie sind nicht lustig.
    Davor haette es meine Familie geschafft, mir mit ihren Augenpaaren und Mündern zu erklären, dass ich die Schachtel nicht vom Tisch hinuntergeschupst hätte.
    Kurioserweise auch dann, wenn sie gar nicht anwesend gewesen wären.
    Sie hatten es geschafft, mich so zu verunsichern, dass ich nur mehr ein piepsiges "Ich weiß nicht, wie es passiert ist." , hervorgebracht hätte.
    Ein kleines, kraftloses Ich weiß nicht.
    Mein von Anfang an geschultes Gehirn hätte mitgespielt. Hätte mir den Zugang zu meinen Erinnerungen verweigert.
    Man lernt durch Wiederholen.
    So lange, bis man es nicht mehr wiederholt. Es waren keine Blüten, die mein Geist hervorbrachte, es waren Lügen.
    Eine nach der anderen.
    Nur lüge ich nicht mehr. Deshalb bin ich jetzt auch kein kleines, kraftloses Ich weiß nicht.
    Ich habe diese Schachtel vom Tisch befördert und niemand kann mir etwas anderes einreden.
    Es ist egal ob das nun gut ist oder schlecht. Wichtig ist nur, dass es wahr ist. Und dass ich niemandem mehr brauche, der mir sagt ob das wahr ist oder nicht. Niemanden, der noch gesehen hat, was ich gesehen habe.
    Es reicht, dass ich es gesehen habe.
    Ich habe es gesehen. Die Blockade, die mein Gehirn errichtet hat, ist nicht mehr nötig.
    Und wenn ich eines nicht mehr bin, dann ist das klein.


    p.s Hallo Gartenblume

    Ich habe mal einen IQ Test gemacht, bei einem Profi.
    Da kam eine Kurve raus, die eher aussah wie ein Blitz.
    Der eine Teil war weit über dem Durchschnitt und der andere Teil so weit drunter, dass ich den Blick des Mannes, der den Test durchführte, nur damit deuten konnte, dass der sich wohl gerade fragte, wie ich alleine vom Klo zurückgefunden habe.
    Wenn man Kinder schlägt, überhaupt solange sie noch keine fünf Jahre alt sind, verändert das die Struktur ihres Gehirnes.
    Manches wird lahm gelegt, eingefroren, anderes bleibt kaputt.
    Man reagiert dann anders als andere.
    Ein paar Dinge bei mir sind unwiederbringlich kaputt.
    Auch deshalb reagiere ich mehr als humorlos, wenn es um Kindesmisshandlung geht.
    Weil es Dinge in meinem Leben gibt, die für andere selbstverstaendlich sind, die für mich aber unerreichbar bleiben.
    Nur eine Handvoll Leute schüttelt nicht den Kopf, wenn ich gelegentlich Sachen mache, die man so nicht macht.
    Immerhin hebe ich nicht mehr instinktiv die Hand über meinen Kopf, wenn ein Stück Wäsche vom Balkon in den Garten segelt wo ich gerade stehe.
    Immerhin hat mein Gehirn begriffen, dass Wäsche mich nicht schlagen wird.
    Aber was ich kann ist mich der Worte und Zeichen, der Sätze und Buchstaben zu bedienen.
    Mit ihnen gibt es praktisch nichts, was ich nicht kann.
    Seit diesem nicht ganz fertigem Jahr in diesem Forum hier, habe ich viel besser gelernt, die Worte so zu verwenden, dass sie Mir gut tun.
    Und auf meine Bedürfnisse zu achten. Das hier zu schreiben, war mir ein Bedürfnis.

    LG

    Äpfel vertrag ich glaub ich, danke!

    Die pflanzlich, gänzlich alkoholfreien, rezeptfreien Sachen, die ich mir beim Arzt besorgt habe, als ich nicht schlafen konnte, die vertrag ich nicht.
    Argh. Grrr.

    Einer der weiteren Vorteile an diesem Forum ist auch, dass es mehrere Unterforen gibt.
    Dass ich hier wirklich finde, was ich brauche.

    Tocco, alles klar bei dir?

    Ich bin mit Glück auf aufgewachsen, also darf ich auch Glück auf Matthias sagen.

    Oh ja, ich kann mich noch gut daran erinnern, als ich das das erste Mal bei dir gelesen habe. (danke)
    Und ich nehme mal stark an, auch bei mir wird die Erinnerung an die Geschehnisse und die Worte meiner Tochter auch in noch so vielen Jahren jederzeit einen roten Kopf auslösen.
    Gut so!

    Aber noch tiefer verletzt hätte ich sie, hätte ich gesagt, ich hätte wegen ihr zu Saufen aufgehört.
    Ich habe es nur wegen mir getan. Trotz allem. Das Gleiche gilt für Ent-schuld- igungen.
    Ich trage meine Schuld alleine weil es ganz alleine meine war.
    Auch das ist ok für mich.
    Hauptsache ich drehe ihr nicht ihre Gefühle ab.

    Außerdem glaube ich, dass dich deine vielen Lieblingskinder und Lieblingsenkel und Lieblingschwiegerkinder gerne mögen.

    Es ist gut, aus seinen Fehlern lernen zu können.

    Ich wünsche ein angenehmes Wochenende!

    Hallo Just, es ist schön zu sehen, dass du dich langsam deiner Wahrheit näherst.


    Stell dir mal vor, deine Freunde laden dich auf eine ausgedehnte Bergwanderung ein. Meinetwegen gerne irgendwo in Tibet. Du kommst mit, stolperst aber ganz am Anfang und brichst dir den Fuß. Trotzdem gehst du weiter. Auch weil du eine Methode gefunden hast, wie du trotz der Schmerzen immer noch ganz gut mithalten kannst mit den anderen. Das funktioniert, indem du während die anderen "Im Frühtau zu Berge..." singen, "La la la ich bin gar nicht da" anstimmst.
    Und falls mal ein Moment kommt wo es nicht hilft, beißt du dir ganz fest in den Finger, weil dich der Schmerz dann von dem im Fuß ablenkt.
    Funktioniert auch prima. Bis du dich dann irgendwann mal hinsetzt und beginnst dich zu ärgern, weil du eben ein wenig langsamer bist als die anderen und außerdem auch mal im Frühtau zu Berge singen willst.
    Also steckst du mehr Kraft in dein Vorankommen, nennst dich vielleicht Weichei, weil das ja wohl nicht sein kann, dass du immer noch am jammern bist, wegen einem Unfall der schon so viele Kilometer hinter dir liegt.
    Du kannst dann sogar das gleiche Lied singen, wie alle anderen, nur fühlt es sich immer noch gleich an, als würdest du La la la ich bin nicht da singen - aber hey, was soll es. Merkt doch eh keiner und dabei bist du außerdem immer noch.
    Nach der Reise triffst du einen Arzt. Sagst ihm, eigentlich tut dir dein Fuß wohl schon die ganze Zeit weh. Du weißt nur nicht, ob das mit dem Unfall zu tun hat, denn der ist ja schon so lange her.
    Der Arzt röntg dich, stellt einen schlecht verheilten Bruch fest und meint, er müsste dir den Fuß nochmal brechen, du müsstest für eine Weile nochmal durch den Schmerz, den du damals schon gehasst hast, aber danach könntest du wieder normal gehen.
    Vielleicht würdest du gelegentlich etwas humpeln, aber ohne Schmerzen und auch nur bei Wetterumschwüngen.

    Du kannst natürlich immer noch gehen, und dir sagen, dass die Verletzung am Anfang deiner Reise nicht solche Auswirkungen haben kann oder du bleibst und wählst Schmerzfreiheit durch nochmal durchlebten Schmerz.

    So in etwa verhält es sich mit der Kindheit und den Möglichkeiten die wir haben um uns von ihrer Folgeerscheinungen zu befreien.

    Es geht, aber es tut eine Weile definitiv richtig weh.

    LG

    Hallo Zimttee!

    Solange du in der Lage bist, zu spüren, wie sehr dir manches in deiner Kindheit weh getan hat, wie sehr du verletzt warst, wirst du nicht so reagieren wie deine Mutter. Das geht nicht.
    Leute, die das können, kommen aus der "Es hat mir nicht geschadet, so schlimm war es nicht, es gab auch gute Zeiten" Ecke.

    Liebe Gruesse, danke für deine Offenheit.

    Hallo Leopold!

    Es gibt gewisse Dnge die man nicht sagen darf ohne sich strafbar zu machen.
    Es gibt auch eine Menge Menschen, die sich auf die verbale Misshandlung anderer verlegt haben, oft aus dem Grund, weil sie dann damit argumentieren können " nichts getan" zu haben.
    Die sind in meinen Augen durchaus böse.
    Und ich kann die so gar nicht leiden.
    Hier ist mir aber noch nie einer davon begegnet. :)

    Hallo Matthias!

    Ich war das einzige Kind mit einer Brille auf der Nase in der ganzen Verwandtschaft. Die Nase steckte auch gerne in einem Buch oder beschäftigte sich mit anderen Dingen ohne praktischen Nutzen. Denken war arrogant, das Tun war anständig.

    Mein Tiefpunkt war ja, dass ich mich neben meiner Tochter besoffen habe und nicht wie sonst irgendwo in der Stadt wo es nicht weiter auffiel.
    Sie war die einzige, die je zu mir sagte, dass sie mich nicht ausstehen kann, wenn ich was getrunken habe.
    Trotzdem sind jetzt andere auch erleichtert, dass ich nicht mehr trinke.
    Aber nicht so sehr wie ich selbst.
    Wenn meine Kinder was zu mir sagen, habe ich immer was draus zu lernen. Das ist etwas, was ich sicher weiß.


    Schön, dass du (weiterhin) dafür sorgst, dass es dir gut geht!

    Ich konnte mir nicht nehmen was ich brauchte.
    Das ist furchtbar!
    Wenn ich zum Beispiel ein Buch gelesen habe, zu einem Sachthema und ich habe darin ein paar stichhaltig nachweisbare Fehler gefunden,war es mir nicht möglich, das was stimmte anzunehmen.
    Manchmal wurde ich sogar so zornig, dass ich mit Schuhen geworfen habe.
    In gewisser Weise war das mit Menschen auch so. Es wäre mir recht gewesen, hätte alles gepasst.
    Inzwischen ist das anders.
    Jetzt kann ich mir schon viel besser nehmen, was gut für mich ist, was ich brauche.
    Das andere ärgert mich nicht mehr. Meistens. Manches wundert mich trotzdem.
    Dass bei mir auch nicht alles passt, ist mir aber völlig bewusst.

    Zimttee, du weißt nicht, was Geborgenheit, Ausgelassenheit und Unbeschwertheit sind?
    Also hast du es auch nicht von Vater und Oma erfahren? Die dich übrigens hätten beschützen sollen, vor deiner gewalttätigen Mutter.
    Kein Kind sollte so aufwachsen müssen und kein Erwachsener sollte sagen, dass das alles dann nicht so schlimm war.
    Sollte!


    Bis dann

    Außerdem fühlt es sich an als würde man sterben, wenn man sie fallen lässt.
    Es gibt einen Unterschied zwischen Mitgefühl und Mitleid. Mitleid fesselt dich an ihn. An alle, die dich missbrauchen und auch an alles.

    Man stirbt nicht, das kann ich dir versichern, man wächst mit jedem Nein zu ihnen, mit jedem Ja zu sich selbst.

    Aber vorher tut es weh.